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Hersfelder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger ^A^ für den Kreis Hersfeld Sersfelier Äreisilatt

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be­zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 10 Pfennig, im amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zelle 25 Pfg. Bei Wieder­holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags.

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage" Zernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 154. Sonnabend, den 4. Juli 1914.

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k AMiltsWichtn Wck-Ausstellmz.

):( Hersfeld, 3. Juli.

Hersfeld prangt im Festgewande. Ueberall grüßen wehende Fahnen und Ehrenpforten die ankommenden Festgäste, zahlreiche Häuser sind reich mit Tannengrün und Fähnchen geschmückt, alles zu Ehren der hessischen Landwirte. In großer Zahl sind bereits die Besucher der Ausstellung hier eingetroffen und noch viel mehr werden hoffentlich in diesen Tagen folgen, um eine Ausstellung zu besuchen, die durch ihre Reichhaltigkeit einen jeden überraschen muß. Was hier alles an ausgestellten Tieren und Maschinen zu sehen ist, wird die Herzen aller Besucher, und nicht nur die von Landwirten mit Stolz erfüllen. Ein großartiges Bild wird hier von der Leistungsfähigkeit unserer heimischen Landwirtschaft dargestellt.

Bereits am gestrigen Nachmittag wurden die Aus­stellungstiere in großer Anzahl aufgetrieben, während die Maschinen und sonstigen landwirtschaftlichen Ge­räte fertig an ihren Plätzen standen. Eine wahre Zeltstadt ist auf dem Weerd und der durch eine Brücke über die Fulda verbundenen großen Wiese entstanden, niemand wohl hatte sich vorher auch nur annähernd eine derartige Ausdehnung der Ausstellung vorgestellt.

Die Preisrichter begannen gestern nachmittag mit ihrem schweren und verantwortungsvollen Amte, das an und für sich schon nicht leicht, bei der glühenden Hitze eine besonders schwere Aufgabe ist. Groß ist die Zahl der Aussteller, die sich in friedlichem Wett­bewerb um die herrlichen Ehrenpreise und hohen Geldpreise streiten.

Schon in aller Frühe begann heute der Auftrieb des Viehes, sowie die Fortsetzung des Richtens. Ueberall regten sich noch emsige Hände, um au der letzten Fertigstellung zu der um 11 Uhr vormittags stattfindenöen offiziellen Eröffnung der Ausstellung zu arbeiten.

Nachdem im Laufe der Vormittagsstunden noch zahlreiche Festteilnehmer eingetroffen waren, ver­sammelte sich gegen 11 Uhr auf der Tribüne am großen Ring ein zahlreiches Publikum, um dem Akte der Eröffnung beizuwohnen. Anwesend waren die Vertreter des Herrn Landwirtschaftsministers, des Herrn Regierungspräsidenten, der staatlichen Zivil- und Militärbehörden, sowie die Vertreter der Stadt Hersfeld, außerdem der Vorstand der Landwirtschafts­kammer und des Landwirtschaftlichen Kreisvereins Hersfeld. Kurz nach 11 Uhr ergriff der Vorsitzende der Landwirtschaftskammer, Herr Rittergutsbesitzer M aertens, das Wort zu seiner Eröffnungsrede. Er wies derauf hin, daß bereits fünf Jahre verflossen seien, seitdem die letztere größere Ausstellung statt- gefunden habe. Damals habe der Vorstand der Land- wirtschaftskammer beschlossen, diese Ausstellung nur noch alle drei Jahre abzuhalten, dafür aber auf eine Dauer von drei Tagen in festen Zelten. Diese Zeit­spanne sei allerdings durch die große Landwirtschaftliche Ausstellung der deutschen Landwirtschafts-Gesellschast in Capel unterbrochen worden, so daß man heute erst die geplante Ausstellung abhalten könne. Heute könne ein jeher sehen, ob die hessische Landwirtschaft gearbeitet habe, ob sie Fortschritte gemacht oder stehen geblieben jei. Eine Fülle von Arbeit sei geleistet worden und bereits seit Monaten hätten die Beamten der ^andwirtschaftskammer anstrengend gearbeitet, damit gestellt würde. Dem Hersfelder Landwirt-

i Kreisverein und besonders seinem Vor­sitzenden Herrn Landrat von Grunelius gebühre ue?.. besondere Dank der Kammer und der gesamten hessischen Landwirtschaft für die große Mühe. Es sei keine kleine Arbeit gewesen, um das zu vollenden, was hier geboten würde. Besonders danke er noch­mals dem Herrn Landrat für das große Interesse, welches er der Landwirtschaft in seinem Kreise entgegen bringe, und es sei ihm bisher bestens ge­lungen, dieselbe zu heben.

Leider sei der Herr Landwirtschaftsminister ver­hindert der Ausstellung persönlich beizuwohnen, doch habe er als seinen persönlichen Vertreter Herrn Ge- Yermrat To mpson entsandt, dem er ebenfalls für

Bus der Heimat«

veXt'^' 31 Juli. (Kreiszie genzuch t- ÄurheHKAo« Ist Gemeinschaft mit Vertretern des den 4 Ihhw Jwgenzuchtverbandes wll Sonnabend, schalt SKerein 2 ^^ im Vereinshaus der Gefell- bieüaen «,^3 * Gründung eines Kreisverbandes für S Ä werden. Die meisten Vereine haben Entsendung von Vertretern zugesagt. Alle

sein Erscheinen danke. Die hessischen Landwirte wissen nur zu gut, welches Interesse der Herr Landwirtschafts­minister ihnen stets cntgegengebracht habe. Er bitte daher den Herrn Geheimrat, dem Herrn Minister den Dank der hessischen Landwirte zu übermitteln. Er glaube, daß er bei einem Rundgang durch diese Aus­stellung sehen werde, daß die Landwirtschaft in Hessen stark gearbeitet habe, besonders sei die Pferdezucht, die früher vernachläßigt wurde, wieder auf dem besten Weg zur Höhe.

Bon dem Herrn Ober-Präsidenten in Cassel sei er beauftragt worden, die besten Grüße und Wünsche für ein gutes Gedeihen der Ausstellung zu übermitteln. Heute sei er am Erscheinen leider verhindert, doch habe er für morgen mittag 12 Uhr seinen Besuch in der Ausstellung in Aussicht gestellt.

Weiter danke er den übrigen erschienenen Gästen, besonders auch dem Herrn Vertreter des Herrn Regierungs-Präsidenten, der selbst erst am 6. b. Mts. von einer Reise zurückkehre. Herzlichen Dank sage er auch der Stadt Hersfeld für den freundlichen Empfang, es sei eine Freude für die hessischen Land­wirte das Interesse zu sehen, welches hier ihrer Sache entgegengebracht werde. Eine große Freude sei es auch für alle Landwirte das altehrwürdige Hersfeld besuchen zu können.

Kein anderer Stand wie die deutsche Landwirt­schaft stelle unserm verehrten Kaiser eine derartig große Zahl an Soldaten und Mannschaften, und er hoffe, daß die Entwicklung der Landwirtschaft auch in Zukunft so weiter gehe wie heute. Das sei nur durch die große Friedenspolitik unseres Kaisers möglich gewesen, der es verstanden habe, Heer und Marine auf die jetzige große Höhe zu bringen. Er hoffe, daß uns der Friede noch recht lange Jahre beschieden sein

möge.

Mit einem Hoch auf das geliebte Vaterland und unsern geliebten Kaiser schloß der Herr Redner seine Worte. Kräftig stimmten die Anwesenden in das Hoch ein und sangen stehendHeil dir im Siegerkranz.

Anschließend an den Eröffnungsakt folgte dann ein Rundgang durch die Ausstellung. Zunächst sieht man da die Gruppe der Pferde, die aus über 80 Nummern besteht, alles prächtige das Auge eines Kenners erfreuende Tiere. Von Züchtern aus dem hiesigen Kreise begegnen wir hier den Herren A. Brückmann-Eichhof, Val. Grenzebach-Kerspenhausen, Peter Schüler-Reckerode, Johs. Weitz-Harnrode,

Peter Schüler-Reckerode, Johs. Weitz-Harnrode, Theume-Harnrode, Burghardt-Ransbach, Gg. Scheuk- Kerspenhausen, Adam Wegfahrt-Mengshausen, Adam Weitz-Hillartshausen, Altmüller-Hilperhausen, Führer- Lautenhausen, Berg-Mengshausen, die in den ver­schiedensten Klassen mit Hengsten, Stuten und Fohlen hervorragend vertreten sind. .

Einen außerordentlich großen Raum in der Aus­stellung nimmt die nächste Gruppe Rinder ein. Mit nahezu 400 Nummern ist es die größte Gruppe der Ausstellung und es^fordert eine Menge Zeit diese Tiere von den riesigen Bullen bis zu den kleinen Kälbern eingehend zu betrachten. Auch hier sind die Züchter unseres Kreises sehr stark mit teilweise her­vorragenden Tieren vertreten, doch wurde erne Äus- zäbluna der einzelnen Aussteller bet einer derartigen Menge zu weit führen. Ein^lne Zuchtgenossenschaften wie die von Schlüchtern und Gersfeld find außer­ordentlich reichhaltig vertreten.

Auch die dritte Gruppe, die der Schweine bietet mit über 100 Tieren viel sehenswertes, darunter Eber

von riesigen Dimensionen. ± . ,.

Weiterhin folgen die Stegen, unter benot ine Kreisziegenböcke des Kreises Hersfeld sowie die Tiere der Ziegenzüchtervereinigung Hersseld mit lchbnen Exemplaren vertreten sind. Auch hier ist bte Anzahl

Die Gruppe Schafe ist entsprechend der immer mehr zurückgehenden Schafzucht nicht so zahlreich wie die anderen Tiergattungen vertreten, aber immerhin ist auch ein beachtenswerter Erfolg zu sehen.

Reichhaltiger ist dann wieder die Geflugelgruppe,

Ziegenzüchter haben freien Zutritt und sind will­kommen.

w Hersseld, 3. Juli. Durch den Hufschlag eines Hengstes wurde gestern abend ein auswärtiger Stall­bursche schwer verletzt, w daß er tn das hiesige Landkrankenhaus überführt werden mußte.

):( Hersfeld, 3. Juli. Am gestrigen Tage waren 25 Jahre verfloss en, daß der Schmied Schneider in dem Betriebe öerSexauerschen Maschinen­

eine Sonderausstellung des Verbandes der Geflügel­züchter des Regierungsbezirks Cassel, Enten, Gänse, Truthühner, sowie die verschiedensten Rassehühner, groß und klein, in allen Farben. Anschließend daran sieht man Geflügelhäuser und zahlreiche zur rationellen Zucht gehörigen Geräte. Auch die Tauben sind mit vielen Rassen vertreten.

Den Beschluß der Tierausstellung machen die Kaninchen, die mit weit über 200 Tieren zur Schalt gestellt sind, und ein Bild von der immer mehr zu­nehmenden Kaninchenzucht geben. Eine Produkten- ausstellung aus Pelzsachen, Fleisch- u. Wurstwaren be­stehend zeigt die vielseitige Nutzbarmachung des Tieres.

Außerordentlich reichhaltig ist auch die Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte und es ist erstaunlich, was heute in der Landwirtschaft alles mit Hülfe von Maschinen gemacht werden kann. Von hiesigen Firmen sind vertreten Appel & Hemfler, F. W. Auel, Grentzebach Nachf., Carl Grebe und Elias Stern. Baumaterialien der verschiedensten Art haben von hier die Firmen Georg Börner, Wilhelm Heil und Wilhelm Ritzel ausgestellt, während die Firma A. Löwenberg hier mit Futter- und Düngemitteln ver­treten ist. Daneben haben natürlich noch eine große Anzahl auswärtiger Firmen ihre Erzeugnisse zur Schau gestellt.

Viel interessantes enthält noch zum Schluß die große Erzeugnishalle, in der neben der Landwirt- schafts kummer, die Versuchsstation in Harleshausen, der Naiffeisen-Verbaud, die Lehrschmiede, der Obst­bauverein, sowie die Landwirtschaftliche und die Haushaltungsschule des Kreises Hersfeld, sowie die Ziegenzüchtervereinigung Hersfeld ausgestellt haben. Ferner sind hier noch eine ganze Reihe Erzeugnisse für und aus der Landwirtschaft sowie den Obst- und Gartenbau zu sehen. Weiter finden wir hier Aus­stellungen von Brauerei Engelhardt (Braugerste), Jerome Schüßler (Milchkannen und Feuerlöschartikel), Molkerei Hersfeld, Ph. Volkmar (Bindegarne) und Carl Grebe (Bienengeräte etc.)

Gegen 1/2I Uhr fand dann von feiten der Land- wirtschaftskammer eine P r tt m i i e r u n g von Dienstboten statt, die mindestens 25 Jahre und darüber bei einer Herrschaft gedient haben. Es waren dies I. Felber-Kirchheim, Schäfer Schneider-Heringen, Elisabeth Göbel, Schäfer Wink und H. Boltz sämtlich aus Landershausen bei Herrn Reinhardt in Diensten, Gärtner Petzold-Philippsthal, Schmied Ruppert-Bin- gartes, und Schäfer Glebe-Beiershausen. Von feiten des Hersfelder Landwirtschaftlichen Kreisvereins wurden solche Dienstboten ausgezeichnet, die mindestens 12 Jahre und darüber gedient hatten. Hier waren es Kutscher Hofmann-Philippsthal, Nik. Bätz und H. Braun aus Kirchhcim, I. Willhardt und O. Ellen- berger aus Hersseld, J. Wegfahrt-Niederaula, Gölttz- Kirchheim, Hedderich-Neckerode, Schember-Eichhof, I. Albrecht-Hersfeld, Hrch. Viel-Unterweisenborn, Hof- mann-Frielingen, Eva Ebel-Hersfeld, Heimbuch und Käfer-Wilhelmshof. Den Prämiierten wurden Geld­geschenke und Diplome überreicht.

Unter großer Beteiligung fand um 2 Uhr im Fest­zelt ein gemeinsames Festessen statt, bei welchem Herr Landrat von Grunelius, Herr Rittergutsbesitzer Macrtens u. a. m. Ansprachen hielten.

Heute abend findet zur weiteren Feier in den Räumen der Turnhalle ein großer Kommers statt.

Das Wetter war am ersten Tage der Ausstellung außerordentlich warm, doch fängt der Himmel an sich zu bewölken. Hoffentlich bleibt es aber auch an den beiden andern Festtagen trocken, damit die Aus­stellung auch in dieser Beziehung einen schönen Ver­lauf nimmt.

Die Ziegenzüchtervereinigung Hersseld beteiligte sich mit, 14 Nummern an der Vezirksaus- stellung. Der Erfolg war gut. Es wurden errungen: Weidmann, Krüger je einen 1. Preis, Otterbein einen 2. Preis, Krüger, Vollmer, Pilgram je einen 3. Preis, Weidmann, Schreiber je einen 4. Preis. Außerdem erhielt Weidmann ein Kammerdiplom.

fabrik tätig ist. Die Fabrik verfügt überhaupt über einen großen Stamm alter Arbeiter. So sind z. B. die beiden Werkmeister Sauer und Völker bereits 37 resp. 32 Jahre und Dreher Range 28 Jahre in der Fabrik tätig. Weitere vier Arbeiter werden im nächsten Jahre ihr 25jähriges Jubiläum feiern können.

Der heutigen Nummer liegt ein Amtlicher Anzeiger bei.