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Ne. 2

GoE^Äend, den 3. ZanAar

1920

Set RelchspkWeA zum Jahreswechsel.

Der ReichspräsiSent hat den Reichskanzler gebeten, Kundgebung zum NeuiaHrstaae zu veröffent-

I« dem vergangenen Jahre ist zwar das Chaos ab- gewehrt, Sie Einheit des Reiches erhalten und gefestigt worden. Indessen mußte unter dem Druck rücksichts- tofen Zwanges ein Frieden geschloffen werden, der die Ehre unseres Volkes, feinen Wohlstand, die Früchte ver­gangener mtb künftiger Arbeit fremder Gnade zu über­antworten droht. Das heute beginnende Jahr n. ent­scheiden, ob Sie Deutschen trotz allem als Nation, Staat «nS Wirtschaft sich zn behaupte« hoffen können, oder durch inneren Hader, Sem sich äußerer Haß zugesellen werde, in euSgültigem Zufammenbrnch «tch die Hoff- ünugen ihrer Kinder Searabe« müssen. Diese Schicksals­frage vor Augen, bitte ich heute alle, die sich Deutsche nennen, in der gemeinsamen Not die Retten zu schlie­ßen und ein Jeder an seiner Arbeitsstelle für den Wie­deraufbau unseres Vaterlandes das äußerste zu ten.

Berlin, den 1. Januar.

Der Reichspräsident, laez.) Ebert.

VeyrgersSh der Laksikalio«.

, ** Paris, 2. Januar. (T. U.)Petit Pariste«" sagt, es sei heute schon fast sicher, Satz das Datum des n. Jaunar für das Inkrafttreten des Friedens über­schritten werden würde. 'Hinsichtlich des strittigen Ge-

W Kommis Kiel'

He« Truppen.

Rücktransport her letzte« »-» Paris, 1. Januar. (T. U.

Brigadegeneral ------------ pen, die sich no, hen und mit den Truppe« aus 10. ; rika zurückkehren. Alle amerikani'.., Angelegenheiten werden alsdann vom der Botschaft erledigt werde«.

amerikanisch«

Heu Trup- en. zusaunnenzie-

Graf Montgelas Wer Sie Anslirserungsfrags.

Zur Frage der Auslieferung sagt Graf MontgelaS tmB. T". Wie hat sich die Welt empört über Sen Pirukt des in Belgrad übergebenen MtimatumS, das die Forderung enthielt, daß an der Untersuchung gegen einige der Mithilfe an einer Mordtat verdächtige fer- bische Beamte und Offiziere vor den e^aenen zuständi­gen Gerichten auch Organe der österreichtsch-nngarische» Regierung teilnehmen follten. Von Deutschland aber Ehe im ErdrosselunpsfrieSen von Versailles verlangt, es Hunderte, vielleicht Saufende feiner Staatsan­gehörigen fremden Gerichte« überantworte.

-ungarische«

mS 1% MiMone«. Dabei

Kümpfe in Oftsibirie»,

tichtssta«Ses der Abstimmungsgebiete wolle General Lerond alle Fragen so lösen, daß spätere Verwickelun­gen ausgeschlossen seien. Es sei ohne weitere Gründe anznnehmem daß der Austausch der Ratisikatisus-Ur- kuuden nicht vor dem 10., ja selbst nicht vor dem 12. Jannar erfolge« werde. Die Seutschen Vertreter be­dielten sich vor, wenn sie es für nötig halten sollten, sie Ansicht ihrer Regieruug und die der Nationalver­sammlung zu hören.

* ®enf, 2. Januar. (S. C.) Havas meldet am ^Mittwoch, ein Termin> die Ratifikation des Fr-e- -^vensvernmges tit mmh muyl bestimmt. Di? Verzöge­rung der deutschen Antwort läßt es als unwahrschein­lich erscheinen, daß die Recktgültigkeit des FrieSensver- Srages in der von den Alliierten vorgesehenen Zeit zu­stande kommt.

Mwoch. ein Terunn

»^ Berli». 2. Januar. tB. T.) Die voraussichtliche Verzögerung der Ratifizierung des Friedensvertrages erklärt sich in Bestättgung der Pariser Meldungen da­raus, daß die BerhanSlunge« über die Regsluna der Rechtsfrage in den Abstimmungsgebiete« während der Nebergangszeit längere Zeit in Anspruch nehmen. Die VerhanSlunaen nehmen tm übrigen einen rein sachlichen Verlauf. Es ist von deutscher Seite nicht beabsichtigt, die letzte Note der Entente umgehend zu beantworten. Man ist vielmehr der Ansicht, daß durch die Fortsetzung der Verhandlungen sich eine schriftliche Antwort erüb­rigt.

Ersuche« um Veschlenuiguvg der Ratistkatto«.

»-» Genf, 2. Januar. (S. C.) DasJournal" meldet aus Paris, der Rat der Alliierten hat beschlossen, Deutschland um Sie Beschleunigung der Ratifikation zu ersnchen.

Die Berhandlnuge« in Paris.

»^ Paris, 2. Januar. (T. lt) An der ersten Zu­sammenkunft der Kommission von Simsons mit den alliierten Vertretern zur Regelung der Frage über das Inkrafttreten des Friedensvertrages nahmen von französischer Seite General Lerond, von englischer Seite Ölennie, von italienischer Seite Pavia teil. Die deut­schen Teilnehmer an den Verhandlungen waren Mini­sterialdirektor von Simson, Geheimrat Göppert, Graf Lerchenfeld, Geheimrat LoehrS, Major Mtcheles und Niajor von Bötticher.

Erfüllung der restlichen Waffensiillstandsverpflichtnnge«.

w Genf, 2. Januar.Echo^de Paris" meldet: Die deutsche Delegation bleibt auch st,ach der Unterzeichnung des Protokolls in Paris. Deutschland wird zur Erful- iunn der Waffenstillftandsverpflichtunge« ohne Frist- -Wabe aufgefordert werden.

Verhandlungen über die Abtretung Memels.

»» Königsberg, 2. Januar. lT. lt) Der ReichS- tommifsar für das Dienrelgebiet, Graf Lamsdorff, und der Memeler Oberbürgermeister Alterberg erhielten die telearapbifche Weisung aus Paris, sich zur Abfahrt vack Paris zu den bevorstehenden Berhandluugen über Memel bereit zu halten.

Ansschluß der Vereinigte« Staate«.

* Paris, 2. Januar. (T. U.) Nach den, Blatt -L'Heure" sollen die Engländer dem Fünferrat eine Note tiberreicht haben, in der zu der Tatsache, daß die amerikanischen Streitkräfte einen Brückenkopf am Rhein, Koblenz, besetzt halten, bemerkt wird, daß die Vereinigten Staaten den Friedensvertrag noch nicht ratifiziert hatten, also auch keinen offizielle« Vertreter in der rheinischen intoralliierten Hohe« Kommission haben können. Die Note spricht die Ansicht aus, um den Beschlüssen dieser Kommission und der Berwalttma der besetzten Gebiete keinen Abbruch zu hm, untre es notwendig, daß der von den Amerikaner« besetzte Be­zirk in die französischen, englische» und belgischen Be- zirke ciubezogeu werde.

L'Heure" sollen

Die interalliierte Marinekommlsston in Hamburg.

U- Hamburg, 1. Januar. (T. lt.) Die interalliierte Kommission Kur 8(6toäM»6 des Hamburger Hafenma- terials ist gestern mittag mit dem Torpedoboot D. 04 hier eingetroffen.

Die Enteutemariuekc-mmission in Stettin.

»* Stettiu, 2. Januar. (B. 3.) Heute früh pas­sierte der englische KreuzerTransite" Swinemünde, In zu fahren. Der Kreuzer hatte im Hass

sterte der engl

um nach Stettt , ______ ______________ ________

wegen des Eises iedvch Schwierigkeiten, sooatz er die an Bord befindliche EtrLeutekommisuo« auf dem Eisbrecher Pommern" übersetzte. Die Kourmtssion besichtigte zu­nächst die Schiffsövcks der Bulkanwerft. . .

Die Gerichtsbarkeit in den Abstimmungsgebiete«.

DerTemps" berichtet, die deutschen Vertreter be­rieten sich aus die Bestimmung des Friedensvertrages, die die deutsche Gerichtsbarkeit in den der VolkLabstim- m««a unterworfenen Zonen in Kraft lasse, bis zu dem Augenblicke. wo die BolksabAmmuna itattilude. Die

Me^ Volksab- urlsSMion un-

'timmungsgeblet/ alG der deutschen _______________ ....

erroorfen bleiben müßten. Es würde sich im besonde-

ren daraus ergeben, daß die dort wohnenden Personen wegen Lander rerrats vor das Reichsgericht in Leipzig gestellt werden könnten. Das aber, meint das Blatt, wäre unvereinbar mit den loyalen' Vorbereitungen einer Bolksabüimmuug und die Alliierten würden die widerrechtliche Auslegung der deutschen Vertreter na­türlich nicht zulasten . ' ?

Sie »giit#Ni#MMemmiflkm.

Berti n , 2. Januar. (S. C.) Nach einer Havas- melSnna vom Mittwoch bleibt die französische Waffen- sttüstandskvmmissiv» Wch «ach der Ratifikatto« des Friedensvertrages mit Lenstchland weiter desiehe«, bis DsuschlaNd alle noch riidftls äisen Waffenstillstandsver, Pflicht««gen erfüllt hat.

*

Wenn die Havasmeldung zutrifft, fo würde dadurch nach dem Inkrafttreten des Friedensvertrages ein ei­genartiger Rechtzustand zwischen Teuischland einerseits und Frankreich andererseits bestehen. Trotz der ver- klansulierten ZusiLerung, daß militärische Zwangsmaß­nahmen gegen Deutschland nach dem Austausch der Ra- cinkationsurkunden nicht mehr angewandt und die Ver- tragsverpfliu>tungen Deutschlands auf Grund der all­gemeinen völkerrechtlichen Bestimrmrugen geregelt wer­den sollen, würde Frankreich bei dem Fortbestehen der Waffenftill'tandskvinmission durch seine Jnterpre- tationskunst Sie einschlägigen Bestttnulungen doch da­hin ausleaen Satz Frankreich bei paffend erscheinender Gelegenheit neue Zwaugsmäßuahmen gegen Deutsch­land auzuwende« sich für berechttgt hält. In diesem Sinne ist auch nur zu verstehen, daß Frankreich darauf dringt, daß das Schlußprotokoll in seiner ietzigen Fast mug unterzeichnet wird, in der nicht davon die Rede ist, saß nach dem Inkrafttreten deS Friedensvercrages die Schlußbestimmungen deS Protokolls keine Anwen­dung mehr fi Gen. Nach Unterzeichnung des Dchlutz- vrotokvllö soll der deutschen Delegation nochmals Ge­legenheit gegeben werden, gegen die von der Entente noch geforderten, vermeintlich nicht erfüllten Waffenstill- standsbedingnngen Einwendungen zu erhebe». Uns mirb darüber gedrahtet:

Genf, 2. Januar. (S. EA DerTempS" mel­det, der deutschen Delegatio« wurde mitaetellt, daß ihr im Anscklnß an die Unterzeichnnug des Schlußprotskolls Gelegenheit z« Einwenderngen gegen die rwch «»erfüllt gebliebenen Berpflichinnge« des WaffenftMMndsver- trages gegeben werden soll.

Hre WkMerWe LeulschisOs.

DerFrankfurter Zeitung" wird geschrieben: Zum ersten fötale sind offizielle Zahlen über die während des Krieges gestorbenen Plilttärpersonen vermsentlicht worden. Die Angaben finden sich in der kürzlich er­schienenen Sonderbeilage zur Berbsferttlichung des RetchSgesundheitsamteS 1919 Nr. 49, beschränken sich aber vorerst auf die Jabre 1914,1916 und 1918. Für das ganze Reich im ganzen arlsschlietzlich der beiden Meck­lenburg und Elsaß-Lothringen sind für das Jahr 1914 193 20L für 1916 390 669 und 1916 311 160, zusammen also 895 030 gestorbene Militärpersonen bis setzt stan­desamtlich eingetragen worden. Da noch fortgesetzt Melönnge« von Sterbefüllen aus diesen Jahren einlau- fen, so erhöhen sich die Zahlen noch. Nimmt man für die Jahre 1917 und 1918 schätzungsivetse noch te 300 000 Gestorbene hinzu, so koumtt man zu einem Gemmtver-

wolleu.

Ein Radio-Telegrsmm desPettt Parisien" an» Moßka« meldet, daß ein von Osten kommender Z«G in dem sich mehrere Minister'der Regierung Soltsch« bBa^eu entgleist und in einen Sumpf gestürzt sei Die Minister hatten daber den Tod gefunden.

Das bolschewistische BlattJswefttja" teilt »fftl Stell mit, Satz die außerordentliche Kommissto« in Mos­kau in den ersten, drei Monaten des Jahres 1011 14 (MM Menschen hat hinrichten laste«.

Die englische Regierung verweigert Päfle na»

London. £ Januar. sT. tt.) Der Gewerd» schaftskongretz ersuchte um Paste für eine Abordnnn« zum Besuch Sowjetrutzlauds. Die Regierung erklärte, keine Pässe nach einem Lande auszEellen, mit dem Ä keine diplomatische« Beziehunge« unterhalte.

Neue Amsturzmörchen.

Die Pariser Treffe hat eine Nachrich. anS Sopes» Sagen verbreitet, derzufolge man in unterrichteten Krei­sen in Berlin einen Staatsstreich für Februar erwar­tet. Diesem Staatsstreich werde ein fMlafiftifdtel Putsch in Siiddeutschland vorangehep Vision, die jetzt 70 000 Mann umfi WiedereiusetMNg der Hoheuzoller Kaiser werde fortgesetzt auf dem Er sei jüngst von dem Grafen M seit Dohna-Schlobiten sowie ein

worden. Gleichzeitig verbre Gent sie Kunse, sie .Hürtojer u revolutionärer Zeitschriften 1

ich uns dem Gra- Generalen be M

-be »«trnal" a« .

n save «auw aumss *

Deutschland kamen. Auch nach aufgefundenen Briese» soll Lenin im Einverständnis mit der deutschen Re­gierung eine neue Revolution in Europa zu entfache« suchen. Die Bewegung soll in der Schweiz beginne» und von dort auf Frankreich und Italien ausgedehnt werden.. "

Man braucht nicht erst Sarauf hlnzuweise«, wie ;e die Quellen dieser Nachrichten sind und welche

trübe_________________________________..... _______

Widersprüche sie enthalten. Das geniert die Verbrei­ter dieser Meldungen nicht. Sie bekanntlich nur den Hauptzweck erfolgen, Beunruhigung Lervorzurufen. Man kann oft genug in der französischen Presse die

Redensart lesen:Das Lächerliche tötet*, aber dieselbe Presse scheint dieses Wort niemals auf sich anzulvendem Strekbgefahr auf dem deutschen Eisenbahnen, Berlin, 2. Janudr. lS. (?) In den Eisem bahn-irektionsbezirken Berlin, Königsberg und Halle haben sich radikale Eisenbahnerversammlungen für den Beginn des deutschen Generalstreiks der deutschen Ei, senbabuer am 13. Januar ausgesprochen.

Passive Resistenz der Frankfurter Eisenbahner.

** Frankfurt, L Januar. lT. lt) Eine Versamm­lung der Vertrauensleute der Eiseubalmwerkstätten Grotzfrankfurts sprach sich dahin aus daß die Arbeiter bis zu ihrer wirtschaftlichen Besserstellung nur die für den Betrieb unbedingt notwendigen Arbeiten verrich, ten sollen. Ferner wurde dem Berliner Zentralvor» stand des D. E. B. das Mißtrauen ausgesprochen, daß er eine widerspruchsvolle und unentschiedene Haltung bei den Tarifverbandlungen mit der Regierung gezeigt habe. Die Veriaurmlung erklärte sich nicht mit der vor­läufigen Regelung der Tarifsätze ab 1. Januar ei,wer- standen.

*

Rene Forderungen der Postnuterbeamten.

»- Berlin, 2. Januar. (S. CA Versammlungen von Vostunterbcamten in Großberlin befaßten sich mit neuen Teuerungsforderungen von 100 bis 150 Prozent.

Gegen die Politisierung der Lohnkirmpse.

Jn derDeutschen Allg. Zta." wird gesagt daß,der Staat nicht umhin könne, die Gehälter der Staatsbe­amte« und Staatsaugeftellte« in eine Form zu brin­gen, die um den von ihnen zu tragende« Lasten mwaste. Trotzden! wie feststehe wolle eine Beruhigung in den Kreisen der Staatsbeamtenschaft und der vom Staate bezahlten Arbeiterschaft nicht eintreten. Wenn aber speziell die Arbeiterschaft wirklich Wert darauf lege, ihre Forderungen sachlich behandett zu leben, müffe sie enerai'ch Stellung nehmen gegen diejenigen, die sie veranlasse« wollen, Lohnerhöb««flen in Zusam- Neuhang zu bringen mit politische« Sckiehunge«. In den Magdeburger Demonstrationszügen seien rote Fahnen vertreten gewesen, deren Inschriften für eine Weltrevolution Sttmmung zu macken versuchten. Die Eisenbabnbcanitenfckast in Rkagdebura hätte icbr Reckt getan, durck ihren Beamtenaussckutz erklären, zu lasten, sie wolle mit der Demonstrativ», soweit sie polttisch ausarte, nichts zu tun zu haben und lehne es ab, an spartakiftisch-unabhüngigen Machenschaften mitzu-

e Form zu brin-

wirken.

Der indische N^tionalbongketz.

h Amsterdam, 2. Januar. sWTB i DieTimes* melden aus Annicsar Satz bei der Eröffnung deS i» difdien Rationalkougrestes der Präsideru des Songrest