j Erscheint jeden Wochentag nachm. / Sezugspreis j • für Hersfeld sowie durch die Post bezogen viertel- '
jührl. mk. 3,- ohne Irngerioljn u. Postdestellseld.
Yersselder KrdsWt
1 Druck: e. funke Suchüruckerer, f. ^SchüstleitungvernntD. ftMA funk, hörsfeiö.
I
j stnzeigenpreije: die einspaltige Petitzeile oder | deren Kaum 25 Pfennig, nuswört; 30 P'evnkg, ; im g^rtteü Ulk. ],- / fewH-rech.» nanntet 8.
Nr». 10
Donnerstag, den 15. Januar
1920
t Sie Sämpfe not dem LeAZiag. I " Das Reichstagsgebäude war Dienstag mittag nur
»n einer verhältnismäßig schwachen Wache der Sicher- »ttsbeamten besetzt. In den NachmittagsMinden wuchs te Masse der Demonstranten derart au und die Be-
, „isttgungen der Sicherbeitsbeamten nahmen derart zu, daß man schleunigst Verstärkungen heranziehen mußte. Während sich der größte Teil der Demonstranten, nach- dem sie verschiedene Abgeordnete der Unabhängigen - Wartet mit ihren Wünschen bekanntgemacht hatten, wie- der entfernte, blieben noch viele Tausende in den Zu- Kangsstratzen wie die Mauern stehen. Es wurden Flugblätter verbreitet, die von der kommunistischen Partei. Deutschlands (Spartakusbund) unterzeichnet waren und überaus scharfe Angrifse gegen Noske, Ebert und Scheidemann enthielten. Die Ueberschrift lautete: „Ebert oder Ludeudorfs?" Zum Slchutz wurde in großen Lettern auf gefordert: „Wadft Euch bereit! Nieder mit der NUlitärmonarchie! Es lebe die proletarische Diktatur, es lebe die Rätermmdlik!" Durch diesen Aus- :Tuf angefeuert hielten Einzelne SÄmähreden gegen die Nationalversammlung und gegen die grüne Polizei, idatz sich schließlich eine Anzahl Demorrstranten dazu inreitzen ließ, das Portal nach dem Tiergarten hm zu en. Trotz aller Warnungen und trotz der ruhrgen ltuna der Sicherhettsbeamten war es nicht gelungen, Menschen zum Auseinandergehen zu bringen. Da Gefahr bestand, daß die Sicherheitspolizei überrval-
t wurde, mußte zur Waffe gegriffen werden, tmb man gab ans Gewehren und Maschinengewehre?! Feuer auf die Menge, sodass eine Anzahl getötet und verwundet wurde. Sehr bedrohlich gestaltete sich die Lage Ar Kje Stcherheitsman«)chasten am Bismarckdenkmal. Die Menge fiel über sie her, raubte ihnen die Karabiner und schoß damit auf die Beamten. Ein Teil der Waffen wurde zertrümmert. Mehrere Sicherheitsbeamte« wurden erhEch verletzt. “ ‘ "
stücke herrmtergerisse säubert und
Toten sowie die Schi
4. Den Offiziers« wurden die Achsel- ______,'eu. Gegen 4 Uhr war der Platz ge- . nun rollten Sanitätsautos heran, die die ______sowie die Schwerverletzten und anch einige Leicht- verlstztr in die Krankenhäuser brachten.
Der amtliche Bericht.
Ueber die bedauerlichen Ausschreitungen vor dem stags bände verbreitet WTB. folgenden autheu- atwnen vor dem Reimst
•* Berit«, 14. J Herleen FeMellnuge« mundete zu beklage«, abends 6 Uhr 9 rote
9nbA&W»fi
-Mk Lest nur mit außerordentlicher Mühe Nach Aur» mobile aufrechtzuerhalten.
e
tag verliefen bis gegen
Zu dieser Zeit versuchten an der linken Seite des PM tals 1 mehrere Männer in Matrosenuniform, gegen dt< Auffahrt vorzudringen, indem sie auf die steinerne Brü stung sprangen und den Stcherhettswehrleuten, die sie zurttcköröngen vollten, Widerstand leisteten. Die nachfolgende Menschenmenge drang immer weiter vor. Sre besetzte die linke Auffahrt und machte Anstalten, noch . weiter vorzudringen. Die Lage der Sicherher^smann- schafLen an der linken Aus ......
droblid). Mehrere Mauusch... ------- ----- ..
entwaffnet, mißhandelt, mit Füße« getreten und zum Teil weggeschleppt. Wie von Slbgeordneten der Nationalversammlung, Beamten des Reichstages und Pressevertretern bezeugt wird, hatte ein Man« vo« Freitreppe aers mit einem der Gewehre die den Sicher- heitsmanttsckaste« abgenomms« worden wäre«, meh- Male geschosse«. Zwei weitere Schüsse dränge« durch die Doppel-Tür des Portals. Der Einschlag ist in der gegenüberliegenden Wand der Rotunde zu sehen. Ein Sicherheitsumnn, der sich im Borraum zwischen der Rotunde und dem Hauptportal nad) dem Kömgsvmtz - - - - ' ------ —^----u«det. Dre
:euge
von
von der
Rotunde und dem Hauptportal nach dem zu befand, wurde durch einen Schuß »erw am Königsplatz versannnelte Menge setzte ihre Vc in das Reichstagsgebäude einzudAngen, mit g Nachdruck fort, wobei es zu müssen Ausschreitungen kam Den bedrohten Mannschaften von Portal 1 wurde Verstärkung als Hilfe von den Sertenportals gesandt. Die erste Verstärkung, die von Portal 2 geschickt wurde, wurde von der Menge angegriffen, entwaffnet und miß- handelt. Als dann die Menge gegen das Portal,2 gleichfalls vvrgiua mrd die Sccherheitsnlannschatten m der Simsonstratze in Mster Gefahr waren, blieb die Auffordernna des Wachhabenden Offiziers, WrRckzMe- hen, da fauft geschossen würde, ohne Erfolg Die Si- cherhsitspolizei fab sich also genötigt, von der Schutz- maffe Gebrauch zu machen. Hatte sie noch wenige Sekunden gezögert, so wäre sie von den Angreifern über- wälttgt vnd entwaffnet worde«. Da die Plenge sofort «usemanberftob, wurde das Feuer.nach einer Biertel- minute eingestellt. Hin dieselbe Zeit uüe am Portal . rgh sich auch am Portal 1 die durch Portal » verstärkte Besatzung genötigt, von der »chußwaffe Gebrauch zu
ire Versuche,
größtem
rtal 5 verstärkte
machen. m .
Berlin, 14. Januar. Gegen die Demonstranten vor den, Reichstagsgebäude während der Beratung des Betriebsrätegesetzes waren «mfangre^
ÄtAftitilftttttilt Oßt^OWCH WOXÖCH» ^jtt uC4 ^11 vLlt( 1 fu)üft Za? K Meinung über die Nützlichkeit des halbtägigen Demonstrationssireils geteist Der -l"sriü, de> ^>tern Öse Demonstration veranlaßte, ist von dewBerliner
Demonstrativ geteilt Der Aufruf, der gestern die Demonstration veranlaßte, ist von den„^"liner Gewerksckaften unterzeichnet, in denen die ilnabhan» gigen die Führung haben, froste Verbände haben die Unterzeichnung abgelehnt, so der starke Transportart ÄÄ 8er G^uet,MearÜetterverbm,d Anck die Gewerkschaftskommission hat die Unterschrift ver- nHiV11 85 Tote, 180 Verletzte.
W Berlin, 14. Januar. Die Zahl der Toten hat sich auf W und die der Verwundeten a«f188 erhöht. SS wird aber angenommen, daß vor, den ^kletzteu Wtw mehr sterben, da die VerwAndnugerr, durch die geringe Schußweite meist sehr schwerer Art find. Man -ört über die Unruhen nur eine Stimme: Verurteiln ng der Anarnsse auf die Sicherheiisveamtem Man ist allae» mein der A,sticht, daß es ein Verbrechen ist, die Politik aus die Straße zu tragen.
finden sich 16 und in der Uvios strafte 8 Tote. Verwundete der Charitee 130 (leicht und schw Nniversttätsklinik 30 bis 40 (meist schw nige wurden nach den Krankenhäuser« Moabit und dem VirKow-Krtnkenhans gebracht.
Bei den Unruhen ist ein Sicherheitsbeamter getötet, mehrere sind verwundet worden. Als einer von den verwundeten Sicherheitsbeamten nach der Klinik in der Riegelstraße gebracht wurde stürzten sich verschiedene Personen auf ihn und traten ihn mit Fußen. Der Platz vor dem Reichstagsgebäude leerte sich nach und nach von der Menschenmenge. Nur an der Siegessäule öau- 1 erte es längere Zeit, bis sich die'letzten 500 ober 600 Personen zerstreut hatten. Die Brücken in der ganzen Gegend sind abgesperrt. Auf der Kreuzung der Doro- theenstratze, Luisenstraße und Reuen Wilhelmstraße hielt eine größere Menge die Straßenbahnwagen an, nötigte die Fahrgäste zum Aussteigen und ließ die Wagen nicht weiterfahren.
ih* Berlin, 14, Januar. (T. R.) Wie wir hören, sind im Leichenhaus aus den gestrigen Unruhen bisher 21 Tote eingeliefert worden. In der Charitee sind aus den Unruhen vor dem Reichstage 28 Männer und eine Frau eingeliefert worden. Davon sind bis letzt 8 gestorben. Eine ganze Menge hat auf verschiedenen Stationen der Charitee sich verbinden lassen und ist dann nach Hause gegangen.
Nuhs ist Berlin.
>» Berli«, 14. Januar. In der nun ist die Ruhe wieder ei«gekehrt. Auch der S verkehr ist wieder ausgenommen worde«. ere Stundeu lang war in den Elektrizitätswerke« die Arbeit niedergelegt. Doch ist die Arbeit wieder a«sge«ont- men worden.
LpLimiftifche Auffassung der Regierung.
Berlin, 14. Januar. (T. IL) Die zuständigen Regiernngsstelleu rechnen nicht damit, daß es infolge der gestrigen blutigen Ereignisse vor dem Reichs- iagsgsLKnde zu einer Mirs« kommen wird. Der Plan (fircitS, von welchem in den Letzten Tage« viel gesprochen wurde, scheid nach der Auffasiung der RegierungsstelLen keine Aussicht auf Verwirklichung zu Habs«. Man ist der Ansicht, daß das gestern geflosiene Blut auf die weitesten Kreise der Arbeiterschaft ernüchternd eingewirkt habe und nunmehr endlich der Augenblick gekommen sei, in welchem man an Sie Erledigung der brennendsten Tagesfrage« Herangehen könne.
Versammlungsverbot für Groß-Nerlin.
w Berlin, 14. Januar. Retchswehrminister Noske hat einen neuen Erlaß herausgegebem wonach er für Groß-Berlin, Spandau, Tellow und Nrederbarurm alle Versammlungen verbietet, die nicht in geschlossenen Räumen abgehalten werden. Ein erneuter Versuch, die gesetzgebende Körperschaft des Reiches in ihrer Arbeit durch Ansammlungen oder Kundgebuugen vor oder rm Umkreis des Reichstagsgebäudes zu stören, wird schon von Beginn an durch rücksichtslose Waffengewalt ver- bindert.
Kommunisttsche Gedenkfeier.
^ Berlin. 14. Januar. Die Unabhängigen und die Kommunisten haben für morgen eine gemeinsame Feier für die Januar-Gefallenen etuberufen und rüsten zur Feier für Rosa Luxemburg und Liebknecht.
*
Verbot der „Freiheit" und „Roten Fahne".
Der Reichs,vehrmintster hat als Jilhaber der vollziehenden Gewalt in Berlin und Brandenburg auf Gruud der Verfügung des Reichspräsidenten gemäß Artikel 48 der Reichsverfassung vom 13. 1. 1920 Druck und Vertrieb der Zeitungen „Die Freiheit" und „Die rote Fahne" im Gebiet des Ausnahmezustandes verboten.
Anfhebnna des Belagernngsznstandes in Preußen.
Die preußische Staatsregiernug erläßt eine Verordnung, nach der nach dem Erlaß des Reichspräsidenten der Belagerungszustand in Preußen aufgehoben ist.
Mflaue« des Wenbahnersireiks?
Aus Berlin wird gemeldet: Der Eifeubahuerstreik flaut zur Zeit etwas ab. In Nordschleswig ist der Streik beigelegt. Im Bezirk Breslan ist die Streikgefahr vor- länfig beseitigt. Im Elberselder Bezirk ist die Arbeit fast überall wieder ausgenommen.
Wie die „B. Z." hört, wird eine weitere Ausdehnung des Eiseubahnerstreiks von keiner Seite gemeldet, nachdem die Zentralstreikleitnng in Elberfeld die Wieder- auftmhmc der Arbeit empfohlen hat.
Der Ausstand der Eisenbahner in Düsseldorf ist beendet. Auf dem Düsseldorfer Hauptbahnhof wurde Dienstag um 1 Uhr mittags der Personen- und Gü-
im Streik zu verharren und sich keiner örtliche» to» stimmung zu unterwerfen, sondern sich nur einer all» gemeinen Abbstimmung für den Bezirk Essen zu fügen»
einen ruhigen Fortgang. In Berlm ist «irgends Mt geringste Reianng zum Streik, auch nicht zur pafftoee Resistenz, zu bemerken. Üeberall sind die Betriebe i» vollen Gange. Die Verhandlungen gehen auch hier wetter. In Hamburg ist die Lage nicht Mnz so ruhiK Doch wird auch dort überall gearbeitet^
fuhr nach Ha
U. IM
6er AuSs
sämtliche Arbeiter heute mittag zum Dien Der Bahnhof ist seit heute morgen wieder
Streikstimmuug in Sachsen.
Die Abstimmungen in den einzelnen haben eine s Majorität für einen sofortigen Streik ergeben. Beschluß ist über den Kopf des sächsischen Eifer Verbandes gefaßt.
Eine Proleslnoie an CnglimD.
aalnote, die der schweizerischen GestuM wurde, heißt es A -u Die^, deutsche
pe
In Mast Wer Regierung die Norme Regierung
ien, den
St^-^
neue unwiderlegbare dem Bericht gesundet.. ... zeiprästdenten in Kiel über die von
gefanaeneu
'chlaud
Hand geroaltsm»
dS
M am 6.
_ . Helena* n Verhandln;
zwecks Herbeiführung der Ausschiffung von etwa 500 deutschen Heeresangehörigen erstattet hm, aus dem jetzt zweifelsfrei hervorgeht, daß von den auf dem «chuse befindlichen etwa 60G Köpfe zählenden Deutschen, die sich in enqlischer Kriegsgefangenschaft befunden hatten, 52i gegen ihren Willen und gegen den die Hemstchaf- fang der deutschen Kriegsgefangenen in englischer Ge- wall anordnenden Beschluß des Obersten Rates der Alliierten und in Widerspruch mit der Bestimmung deS Artikels 220 Abs. 2 des vcn dem Deutschen Reiche und England ratifizierten Friedensvertrag nach Polen verschleppt werden sollten, zu dem offenbaren Zweck, fit entweder zwangsweise, in die polnische Arruee einzntti- ben oder ihnen die Möglichkeit der Te chme an der Absttvnmlng in ihren östlichen Heimatsu. Reten zu neb» men. Die schweizerische Gesandtschaft wird.gebeten, bet der britifchen Regierung mit tunlichster Berchlenniaung
m die den in Betracht kommenden deutschen Knegs- mgeuen angetane Behandlung rvld die Verletzung ier deutschen Gebietshoheit in nachdrücklichster Form
offenbaren Zweck, st« nciSe Armee einzurci- )er Teilnahme an der
gci
Einspruch zu erheben.
Die Friedensfrage i« Amerika.
„Newyork World" meldet, daß sich 30 demokratische Senatoren schriftlich verpflichtet haben, in der Frage der Ratifikation des Friedeusvertrages zu Gunsten eineS Vergleichs zu stimmen, und daß sich 35 republikanische Senatoren bereit erklärt haben, ebenfalls für einen Vergleich zu stimmen.
Feindliche Diktatur in Oberschleste«.
Wie verlautet, sind die Ausführungsbestimmunge«, die während der Besetzung Oberschlefiens Gültigkeit da. ben, in Oppeln einaetroffen. Während der BeietzungS- zeit ist Oberschiesien vollständig vom übrigen Deutschland getrennt. Im Personenverkehr nach Deutschland wird, wie auch an ^letzten Gelnet des Westens der Paßzwang eingeführt. Der-Wagenverkehr soll nickt behindert werden. Bei jeder deutschen Behörde, -te im Lande verbleibt, wird ein eigener Kontrolleur der Entente eingestellt, der die Tätigkeit dieser Behörde« zu überwachen hat.
Die Kreistagswahle« in der Provinz Sachsen.
Wie die „Tägliche Rundschau" meldet, haben die Wahlen zu den Kreistagen in der Provinz SaMeu eine erhebliche Verschiebung der Parteiverhältnisse verberge-
B-SSe^BSÄ« s
terverkehr ausgenommen.
Die Lage im rheinischwestfülischen Industriegebiet ist äußerst ernst. Der Streik der Eisenbahnarbeiter im