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Nr. 11

Freitag, den 16. Januar

1920

Zu den Unruhen in Berlin.

^ Erhöhung des Trnppenanfgebots.

6* Berlin, 15. gnmmr. (S. C.) Dir Neichs- weyrtrupPen in Berlin sind auf die Stärke pon 30 000 Mann gebracht worden. Für den Fall einer neuen kom- munistischen Generalstreikbewegung ist die technische Nothilfe bereitgestellt worden.

Verordnungen Noskes.

** Berlin, 15. Januar. (T. u.) Der Oberbe­fehlshaber Noske verbietet in einer netten Verordnung irde wirtschaftliche Bedrohung der Angehörigen der Ein­wohner-, der Reichswehr und der technischen Nothilfe sowie ihrer Familienmitglieber «nd die Aufforderung und Anreizung hierzu. Anßerhem ist eine Verordnung erschienen, die das Nenerscheiue« von Zeituugeu und Zeitschriften und den Druck und Vertrieb von Flug­schriften verbietet. Eine andere Verordnung beschäftigt sich mit dem An- und Verkauf von Munition, Schutz- und Sprengmitteln.

Maßnahmen gegen den Roten Vollzugsrat.

** Berlin, 15. Januar. (S. C.) Bei den anläßlich der blutigen Dienstag-Demonstration vor dem Reichs- tagsgebäude Verhafteten wurden Anweisungen des Roten Vollzugsrates vorgefunde«, die die Verhafteten zu Führern der Demonstration bestimmt nutz sie zum Tragen von Waffen ermächtigt hatten. Daraufhin ist der weitere Zusammentritt des Roten Vollzugsrates von dem Militärbefehlshaber aufgrund des inzwischen verhängten Ausnahmezustandes verboten worden.

Verhaftung der Anführer.

* ** Berlin, 15. Januar. (T. H) Als Folgen der gestrigen Unruhen vor dein Reichstagsgebäude sind bis­her 15 Verhaftungen von Leuten vorgenommen wor- Wtt, die einwandfrei als Anführer der Bewegung er­kannt worden sind. Weitere Verhaftungen dürften be- vorstehen, sobald die Untersuchung der Vorgänge, die der preußische Minister des Innern Heine mit dem -«wm*miK«m^^ vorgenommen hat, ergeben hat, welche Personen an der Aufputschung der Menge noch beteiligt waren.

Die Schuld der Unabhängigen und Kommuniste«.

r-- Berlin, 15. Januar. (T. U.) In der gestrigen Funktionürversammlung der mehrheitssozialistischen Ar­beiter und Angestellten wurde eine Resolution ange­nommen, in der die Todesopfer bedauert werden und die Verantwortung für die beklagenswerten Zwischenfälle den Unabhängigen nnd Kommunisten zugeschrieben wird. Gleichzeitig wurde betont, daß der von der Re­gierung verhängte Ausnahmezustand unter diesen Um­ständen eine Notwendigkeit gewesen sei.

Der Borstand der foialöemokratischen Partei Deutschlands richtet imVorwärts" einen Aufruf an die Arbeiter und Parteigenossen, der zunächst schildert, wie verbrecherische Elemente einen Angriff auf die Mannschaft der Sicherheitspolizei machten und die Not- rmhr erzwängen. Die Unabhängigen und Kommunisten treffe eine fnrchtbar schwere Mitschuld, da sie gewußt hätten, daß die Deuwnstrationen vor dem Gebäude der Nationalversammlung ein gewissenloses Spiel mit Menschenleben seien. Der Ausruf appelliert mt das Rechtsgefühl der Arbeiterschaft und fragt: Ist es recht, wenn Abgeordnete auf dem Wege zur Sitzung ange­halten und bespieen werden, wenn die Volksvertretung ««tcr den Druck des Terrors gestellt wird, wenn Organe der republikanischen Staatsgewalt beschimpft und miß­handelt werden? Schließlich werden die Arbeiter auf- gefordert, sich nicht durch erlogene Darstellungen in neue Torheiten hineinhetzen zu lassen.

44 Tote.

Berlin, 15. Januar. (S. C.) Die Zahl der bei den Zusammenstößen vor dem Msichstagsgebäude getöteten Personen ist auf 44 gestiegen.

Mißhandlung eines Sicherheitsbeamten.

►♦ Berlin, 15. Januar. (T. 11.) Während der eine der beiden vermissten Sicherheitsbeamten den Tod ge­sunden hat, ist der andere, der Unterwachtmeister W. von der Gruppe Süd, mit dem Leben davon gekommen. Der Beamte wurde an der Freitreppe des Reichstages von halbwüchsigen Burschen, die Matrosen-Uniformen trugen, und einem Mann, der ein Ausländer zu sein schien, entwaffnet n«d fortgeschleppt. Die Burschen 6c drohten den Polizisten mit Dolchen und erklärten ihm. dass sie ihn niederstechen würden, wenn er zu fliehen versuche W. wurde nach Moabit in einen Keller ver­schleppt, wo man den Beamten buchstäblich bis auf das letzte ausgepliindert nnd dann nur notdürftig bekleidet nachts lause« liess.

Die Berliner Arbesterschaft gegen den Generalstreik.

»-» Berti«, 15. Januar. (S. E.) In den Berliner Fabrike« finden seit gestern Abstimmungen über einen Ltstüüdigcn Generalstreik statt, soweit die Fabriken nicht lebenswichtige Betriebe darstcllcn. In den grossen Fabriken von Borsig, Siemens und anderen haben die Abstimmungen keine Mehrheit für die kommunistische Aktion gebracht.

Auflösung der radikalen Streikleitungen.

^ Berlin, 15. Januar. lS. C.) Der Reichs­wehrminister hat ans Grund des verhängten Ans«ahme- zustandes sämtliche unabhängigen und kommunistischen Streikleitungen im Reichsgebret, die zur Fortsetzung des Streiks anfgefordert haben, anfhebcn und die Führer verhaften lassen. In Grotzberlin sind eine große Anzahl radikaler Arbeiterräte, die die Wiederaufnahme der Ar­beit verhindern wollte«, festgeuomme» worden, unter ihnen drei Mitglieder des Roten Vollzugsrates.

Die Verhaftungen i« Berlin.

«* Berlin, 15. Januar. (2 C.l In Verfolg der blutigen Demonstrationen vor dem Reichstagsgebäude am Dienstag sind in Berlin einige 50 Verhaftungen vor- genommen worden. Mit Ausnahme von drei Verhafte­ten sind sämtliche Festgenommenen eingeschriebene Mit­glieder,der kommunistischen und der unabhängigen Par­tei. Die Verhafteten sind dem Gericht übergeben wor­den. . Die Mitglieder der Reichsregierung haben in den letzten Tagen zahlreiche Drohbriefe erhalten. In den Berliner Fabriken würbe heute zu neuen Massende- monstratione« gegen die Regierung für kommende« Sonntag anfgefordert.

Fiasko des radikale« Proteststreiks in Berti«.

x Berlin, 15. Januar. (&4U Dem für heute von denr adikalen Gruppen al-geordneten 24stündigen Pro­teststreik in Grotzberlin haben sich nur geringe Teile der Arbeiterschaft gefügt.

Die Lage im Reiche.

Putschversuche in Hamburg.

»» H amb« rg, 18. Januar. lT. U.) Die große Halle des Rathauses war gestern förmlich in ein Feld­lager umgewandelt. Der Rathagsmarkt war durch Stacheldraht abgesperrt und an wichtigen Punkten der Stadt, besonders in der Umgebung des Gewerkschasts- hanses, standen starke Parrouille«, die Vorbereitungen getroffe« hatte«, den Weg zuM Rathaus gleichfalls durch Stacheldrahtverhaue zu Herren. Im Gewerkschafts- Hanse fand eine von links radikaler Seite cinberufeue, stark überfüllte Versammlnng statt, «nd Taufende von nngemei« aufreizende», Fk -gblätteru sollten anf den Straße« die BeuRker-^ ^ mtsm«w, p«« 1^^ MÖttMtaM* EM ^vatlide jeglicher Prosnkiio» und des gesamten BerkDrSwcsens veranlassen. Die Aktion scheiterte aber im Keime an den Vorbereitungen der Sicherheitswehr. Es fand sich keine Mehrheit in der Versammlnng, die eine gewaltsame Demonstrativ« ge­wagt hätte, »ud so ist es in Hamburg bisher ruhig ge­blieben.

Waffeutrausporte der Kommnniste«.

h- Bresla«, 15. Januar. (S. C.) Im oberschlesischen Industriegebiet find aus gründ des Ausnahmezustandes die für Sonntag einberufenen Vergarbeiterverfamm- lungen verboten worden. Auf dem Wasserwege sind in den letzten Tagen zahlreiche Waffentransporte der Kommnuisten beschlagnahmt worden.

Sie Sabotage des Verkehrswesens.

Ei« Erlaß des Ei,enbah«mi«isters.

Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat folgende Weisnng an alle Eisenbahndirekttorren gegeben: Die letzten Ereignisse lassen keinen Zweifel mehr, daß die, EismöahKerdewegung nur ein Teil einer umfassenden politische« Bewegung zum Sturz der Regierung ist und von langer Hand von den Kommunisten und Svndika- Hsien vorbereitet ist. Die Ausrechterhalturkg des Be­triebes zur Durchführung der Versorgung der Bevöt-, kern«g mit Lebeusmitteln und Kohle« ist ««bedingte» Notwendigkeit. Ich erwarte, daß die Beamten in Er­kenntnis desse« sich gegenseitig bei der Ausübung der, für die AUfrechterhaltung des Betriebes notwendigen sowie insbesondere der 'liebenarbeiten des Lokomotiv- Stenstes «nterstützen. Alle Auordnungc« zu diesem Zwecke sind ohne jeden Zeitverlust an dlemter und' Dieuststellen zu erlassen. Die Amtsvorstände nud die Dicnstellenvorsteher habe« sich persönlich für die glatte Durchführung dieser Auordnnugen einzusetzen. Die Beamtenverbände habe« ihre Mitglieder in gleichem Sinne anfgerufen, um die staatliche Ordnung uud die, Lebeusmittelversorgnng aufrechtzuerhalten. Es darf nicht geduldet werden, daß ungezügelte Elemente das' Verkehrswesen zerrütten «nd damit namenloses Elens über die breitesten Bolksmassen bringen.

In einer gemeinsamen Sitzung bat das Reicbska- binctt mit der prentzischen Lnndesrcgierung über die durch den Eisenbahnerstreil in Westdeutschland und Oberschlesien geschaffene kritische Lage beraten. Nach der Entwickelung des Streiks, der fortgesetzt wird, obwohl die Lohnforderungen der Eisenbahner im wesentlichen bewilligt worden find, ist man der Auffassung, daß po­litische Motive bei ihm antzerordentlich mitwirkte«. Einmütigkeit herrsche darüber, daß mit energische» Matznabmen gegen die allgemeine Verkehrssabotage cingefcbrittcn werden muß.

Vor dem Z«sammenbr«ch des Streiks im Industriegebiet.

i** E s sen, 15. Januar. (S. C.) Der Eisenbahner- streik im rheinisch-westfälische« Judustriebezirk bricht immer mehr snfammen. Geliern abend haben auch die Streikenden i» Mühlbeim n :d Duisburg an der Ruhr beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Man er­wartet, daß auch im Bochumer Bezirk, wo heute noch znm größten Teil gestreift wird, morgen früh bett Ansstand beendet sein wird.

Der Personen- und SchncltzugSverkeLr im Re­gierungsbezirk Elberfeld ist im großen und girnzen wieder anfgenommo» worden, nur der Personenver­

kehr auf der Strecke Düsseldorf-Duisburg konnte W». her noch nicht aufgettommen werden, weil im DßkW«: Bezirk die Eisenbahner noch teilweise streite^ In Güterzugsverkehr kommt ebenfalls lenksam in <saüG .

i* Frankfurt a. M., 15. Januar. lWTB.j St Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. ist ermächtigt, « die Stellungnahme des Ministers der öffentliche« luH betten in der Frage des Lohnvorschnsses »olgende« iaH zuteilen: Der Minister ist bereist dem Gedanken der «*' höhung einer Lohnabschlags,zahlung näher zu tr**> und wird sich mit dem Staatsministerium und *ÄI Reichskabinett in Verbindung setzen. Eine DoruuA' setzung für die Gewährung von ASfchlags-aHlnngM M lelbstverständlich, daß die'Arbeit nicht niedergelegst MM' mehr in vollem Umfang wieder ausgenommen wird.

Die Lage im rheinifch-westfälifche« J«S«strresMA,^^ »* Essen, 16. Januar. iL. A ) Der Eifen' streik ist vollstäudig beendet. Im ganze« rheiaisch-MwA fälische« Industriegebiet jjf heute die Arbeit i« »»6* Umfange wieder aufgenomme» worden. Der ®ew arbeiterfireik im Hamboruer Revier flaut bereW & . Auch ans den Thyssenschen Zeche« ist heute die Ws»«aM der streikanden Bergarbeiter wieder eingefaßten. e& gegen hat der Streif neuerdings auf der ZecheQirfer des Mülheimer Berg werksvereins übergegriffen. Mr Gesamtzahl der Streifenden, die gestern 20 000 Äm stieg, ist schon beträchtlich znrückgegauge«. Ueber H«M vorn ist der verschärfte A»s«ahmez«stakS verhängt.

Verbot des Streiks im besetzten Gebiet. .

w- Köln, 15. Januar. (S. C.) Der britische KW» tärbesehlshaber hat Bekehl gegeben, daß ArbtÄkW' stellnuge« in lebenswichstgen Betrieben nicht gtiaÄ werden. Die britische Garnison in Köln ist in den ä» seit Tagen verstärkt worden. Allst Abterluvge« a» tischer Eisenbahnertruppen sind im besetzten Gebiet* getroffen. Der belgische Militärkommandant w Aachen hat die Aufforderung zum Streif oder 3«* besage unter eine besondere Strasverfügnug qeDAlt.

Berhaftuug von Kommunisten und Uuabhüssi»««.

Wie dem L. A. gemeldet wird, sind in Essrv «

anderen Orten des Fndustriereviers zahlreiche L BW* Ä

lomKi»-

nMschen Blätter ist

War«nug vor dem Streif.

r Dortmund, 15. Januar. ReichspMluUrW« Mesberts warnte in einer Unterredung mit '^oftdeaun­ten vor einem iBcamfeuüreif. Die Boa raten würden 8* durch ihre Grundrechte aufs Spiel setzen M» der ersten Streiktolge wäre der Sturz,der gegemvil» figen Regierung. Unter der dann folgenden radikal»« Regierung würden die BeaMen vvllkomincn eeleMgt fein.

. Sie MWtznmg des Lebens.

Ränmusa Oberschlesieus.

* Bresla«, 15. Januar. (S. C.) Gestern begann ine Räumung Oberschlesieus von den deutschen Trupp«.

Die Besetz»«« der Ab stimmnvgsgebiete.

Ueber die Beietzung der Abstimmungsgebiete, fon* von Danzig und Memel gebt dem WTB. von znstS»- biger Stelle folgende Mitteilung zu: 1) Schleswig, ein französisches Bataillon trifft vom 20. bis 22 Janu« irr Hadersleben und Sonderbuig ein. Ein englischer Ba­taillon am 25. Januar zu Wasser in FlensburL W Tauzig wird von 2 englischen und einem sranzdmchev Bataillon besetzt. Der erste Zug trifft auf Stettin* Praust am 24. Januar ein. 3) Bezirk Marieuwertz«. ein italienisches Bataillon trifft am L. Januar m Deutsch-Evlau ein. detachiert von dort nach MarmA- werder und Marienburg. Die detachierten Konwasi werden in den ersten Februartagen durst je ein e lisches Bataillon abgelMt. 4) Bezirk Allesftei», 30/31. Januar trifft ein Bataillon Engländer in ein, von denen fräset ein halbes Bataillon nach Ge bpra verlegt wird. Am K und 5 Februar trifft zweites englisches Baiarllon in 2iKenitein und Oftereit ein, das später aleicbmägiit auf beide Orte vcrteilr trnri. 5) Memel wird Anfang Februar von einem französis und einem englischen Bataillon befeet. 6) Obers sie» wird vom 26. Januar au besetzt. Die Frau beginnen an der Südecke. Die genaue Bertei zwischen den Alliierten stellt urst nistt fest. Jeden wird der südwestliche Teil von Italienern, der mitt Streifen von den Franzosen und der nördliche *" von den Engländern besctzi.

^Journal officiel" verössentlistt die Ernenmuü Arthur Fontaine zum Vorsitzende:! des Provisor Rates für die SaarbergwerU. sowie des Ingen Delfine zum Generaldirektor der Saar.ergwerke.

7 Milliarden Schadeusersarssordernnge« der BalNtewn» staute«.

n» Rotterdam, 15. Januar iS. Eck DieTiWM" melden aus Paris die Baltikumstaaten haben an:M- list der deutschen Vefetzuua des Baltikums SdtaNw- ersatzausprücvc in Höhe von 7 Milliarde« Fra«DM angemeldet. Sie fordern ferner die Bestrafung Nr Trnppensührer.

Z«r Abstimmung in DEswig.

Die internationale Kommission uns am 10. JamM in FlenSburg ein und übernimmt am Tage darauf M Verwaltung des Absttmmungsgebie'es.

Der Generalsekretär der interne!aalen KoogM- fton Brice und der neue Polizeiü^c für das AbM»- munadgebiet, Hauptmann Brunn, sind auf einem fran­zösischen Zerstörer in Flensbura c nac; rossen 1W* tmb nachmittag lief der franzö' i'cke Kreuzer ,.M«t- scillnlse" mit 600 Alpenjäger« an Bord ein. Die Trup­pen der Besatzung sind noch nicht an Laich geiVWÄ