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Rv. 38 Dienstag, den 17. Februar 1920

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WWW in on MeMstae.

Die Euteutenote in Berlin eiugctroffeu.

h- Berlin, 16. Februar. (S. C.) Die Ententenote an Deutschland über die Auslieferung der Kriegsschul- Sigen ist, wie wir Zuverlässig erfahren, gestern im Laufe des späten Nachmittags bet der englischen Bot­schaft in Berlin eingetroffen. Ihre Ueberreichung an Sie deutsche Retchsregierung ist kaum vor heute mittag W erwarten. Ueber den Inhalt lassen sich bestimmte Angaben noch nicht machen. Jedoch scheinen diejenigen französischen Blätter, die darauf hindeuteten, da st nur eine geringe Einschränkung der Ententeforderungen zu erwarten sei, Recht zu behalten.

Einschränkung der Ansliefernngsfordernnge».

«-r Paris, 16. Februar. (T. U.) Wie die Mor­genblätter melden, ist die Note betreffend die Auslie­ferung vom Präsidenten der jetzigen Konferenz in London, Lord Grey, unterzeichnet. Saint Brice sagt imJournal", das Ansliescrungsverlauge« sei fallen gelassen worden für sämtliche Angeschuldigten ohne Ausnahme. Nach einer Prioatdepesche des Londoner Berichterstatters desTemps" aus London seien hin-

^11$ der Frage der Auslieferung beträchtliche AS- ernngen in den ursprünglichen Absichten gemacht worden. Die Alliierten beschränken sich darauf, von Deutschland die Auslieferung derjenigen zu verlangen, Sie während des Krieges Akte begangen hatten, die ge­gen die Gesetze der Menschlichkeit Verstößen.

Das Fiasko der französischen Revanchepolitik.

£ .* Genf, 16. Februar. (T. U.) Ueber eins sind Ach sämtliche nach London entsandten Vertreter der Pa­riser Zeitungen einig, nämlich, daß die französische Re- «tMchevolittk vor der Konferenz vollständig abgeblitzt ist Einstweilen ist man in Paris Wer die noch unbe­kannten Konzessionen, Sie Millerand dem englische» «nd italienischen Widerstände gegenWer machen müßte, sehr verstimmt. Das »Journal des Debats" gibt jetzt Alt, es sei einfach Unsinn gewesen, den Kaiser ««- Beth« man« Hollweg zu fordern, und sei vollständig verkehrt, die Beschuldigten vor den Gerichtshof der Alliierten zu berufen, denn nur ein internationales Gericht hätte genügend Garantien Jux/, Unparteilichkeit gegeben. Aber es sei eine Schande, daß man zu dieser Erkennt­nis erst jetzt nach demmilitärischen Bluff Berlins" (?) kourmen mußte.

Der Wille der Alliierten zur Bestrafang der Schuldigen.

* Rotterdam, 16. Februar. lS. C.) Reuter gibt einen Bericht über die Londoner Allitertenkonferenz aus. Er spricht von dem Willen der Alliierten, Kriegsverbre- cken nicht ««gesühnt z« lassen. Die Auslieferung der Deutschen wird aber nicht bertihrt.

Berhandluuge« mit Holland.

** Rotterdam. 16. Februar. lS. C.) DieTimes" melden die Aufnahme von Berhandlunge« der alliierten mit Holland in der Frage der Ausliefermra Wilhelms II.

Zweite Auslieferungsliste vorläufig nicht z« erwarten.

»* Berlin, 16. Februar. (S. C.) Mit einer zweiten Auslieferungsliste der Alliierten ist vorerst nicht zu rechnen. Keineswegs wird sie schon in diesem Monat nach Berlin gelangen. Nach einer Nenternachricht vom letzten Sonnabend, die auch Havas verbreitet, sind Ver­handlungen über eine Erweiterung der deutschen Aus- liefermmSlisto zwischen den Alliierten »och in der Schwebe.

«ernehmung der Beschuldigte«.

** Berlin, 16. Februar. (S. C.) Säurtlichen auf -er Auslieferungsliste stehenden Deutschen werden in diesen Tagen Aufforderungen der Justizbehörden zuge- » wssw&ässb» hat bereits bei der Regierung gegen die Beschuldigurrg unter Namhaftmachung von Gegenzeugen protestiert.

Der Reichspräsident ättr Ausliefernngssrage.

m- Berti«, 16. Februar. «. U.) Der ReichspE- deut hat der Bermittelungsstelle vaterländischer Wer- Mtbe auf deren Bitte um Ablehnung der AusNefe- siorderuna folgende Anwort gesandt: Das Aus- rngSbegevrep ist nicht nur eine unmenschliche, ge- lich kurzsichtige und mit der BorauSsetzung staat- n Lebens absolut unvereinbare Forderung, sondern Erfüllung dieses Begehrens ist vor allem auch tät­lich vollständig unmöglich. Die ReMSregiernnS alles tun, damit die Regierungen der Entente hier- ,r rechtzeitig Klarheit gewinnen und dem dttttscken ike und Europa schwere Prüfumren «W ErschÜtte- .tgen erspart bleiben. Sie wird uch in ihrer hieraus «dtwendia zu folgernden Hart,in« durch nichts beirre,, lassen und weiß sich in der Behandlung dieser Frage, vor deren Trust aller Zwist der Parteien verstimmt «via mit der gesamte« Ratio«

Uneinigkeit der Alliierten in der Besetz«ngsfrago

Rotterdam, 16. Februar. Die LoWonerWest- Minster Gazette" will erfahren haben, England und Italien seien uicht in der Lage, der Auffaßung Frank- Nichs beizutreten, daß die Frist für die Besetumg des Weingevietos noch nicht begonnen hat. England er­achte den ÄN'ginn der Frist mit der Unterzeichn,nm des FriedenSvertrages für gegeben

Die Wiedcrguuuachnug.

w Rotterdam, 16, Februar. EineTimcS"-Dc- vesche aus PariS über die letzien Verhandlungen der Wiederanimnchttngskoniinission bestätigt, daß die durch Volksabstimmung von Deutschland sich losreißenden Gebiete eine teilweise Mithaftung für die Wledergui-

machtmg auch weiterhin tragen mästen. Die abMkre- tenden Gebiete, soweit sie nicht im Friedensvertrag end- gültig abgetreten worde,: sind, haben so lauge proze«- tual zu zahlen, wie De»tschla«d auch zahle« mutz.

Die Entente verzichtet auf die Muslieferung.

^ Berlin, 18. Februar. (V. Z.) Nach derB. Z." wird die Ente«te«vie. die in Berlin «och nicht einge- troffe« ist, dem deutschen Standpunkt i« weitestem Um­fange gerecht. Sie besagt im wesentliche«: Die Entente erkennt, nachdem sie die Rote vom 19. Januar, die ihr durch Herrn von Lersner überreicht worden ist, auf­merksam geprüft habe, die Unuftiglichkeit an, in welcher sich Deutschland befindet, die Auslieferung S« verwirk­lichen. Infolgedessen ist die Entente geneigt, die Bor­schläge der deutschen Rtzsterung auznnehme« (Verfah­re« vor dem Reichsgerimt in Leipzig). Sie behält sich aber das Recht der Kontrolle Wer die Sutscheiduugen, die durch das -Leipziger Tribunal gefällt worde«, vor. Besonders hervorgehoben wird, daß weder die Entente im allgemeinen noch Frankreich im besonderen Irgend welche Konmensatioue« fordere.

w Berlin, 16. Februar. lS! C.) Eine noch unbe­stätigte Meldung der12-UhL-Mittags-Zeitung" spricht von einem Verzicht der Entente anf alle Auslieferungen. Wie das Blatt, dessen Informationen immer nur sehr vorsichtig aufzunehmen sind und in sehr vielen Fällen unbestätigt blieben, erfahren haben will, würde in der Antwort der Entenle auf sämtliche anszuliefernde» deut­schen Staatsangehörigen Verzicht geleistet. Für das Entgegenkouwren würden wirtschaftliche Kompensatto- «e» in größerem Maßstabe von Deutschland verlangt, die sich ttlsbesondere noch auf erhöhte Kohlenlieferun- geu bezögen. Shtf jeden Fall aber gebe die Entente mit der Abändermiq der in Frage kommenden Vertragsbe- stimmnnoeri zu, daß der Vertrag in seiner bisherige« Forvk unausführbar sei. Es sei auch wohl die Mög­lichkeit für weitere Verhandlungen gegeben! Demge­genüber erklärt auf Anfrage die englische Gesandtschaft, daß niemand über den Inhalt der Note etwas missen könne, da die Note persöittich an den Geschäftsträger ge­richtet, diese persönlich durch einen Kurier verschlossen übergeben sei, und der Geschäftsträger heute vormittag keine Herren von der Prelle sowkanaeu bab^ < v r» BerKu, 16. Fevruar. lB Z.) Die Note der Al­liierten ist am Sonnabend von Loirdon durch einen Ku­rier hierher abgesandt worden. Die Note kann deshalb frühestens heute abend oder morgen frW in Berlin sein. Sie wird durch den englischen Geschäftsträger Lord Kilmanrock überreicht werden. Der englische Geschäfts­träger Wt diese Funktion deshalb aus, weil die Note n»ährend der Londoner Beratungen der alliierten Mini­sterpräsidenten zustandegekommen ist und infolgedessen aus rein technischen Gründen von London aus abge­schickt worden ist, aus Semselbei Grunde, wie die son­stigen Note», die in Paris zustaWekamen, durch den frauLösischen Geschäftsträger übermittelt worden sind.

w Köln, 16. Februar.fJournal des Debats" ver­sichert einer Meldung der «Kölnischen Zerrung" zufolge, daß die alliierten Regierrukgerr in ihrer Note an Deutschland erklären werden, sie wollten im AugeWlick auf die Auslieferung verzichten und es der deutschen Regierung überlassen, die Anaefchnldigtett selbst abzuur- leileu. Es sei aber ihre Absicht, Bevor sie endgültige Entschließungen Wer die Verpflichtung DeutschlaWs treffen, abzmvarien, ob die deutsche Regierung, tote sie behauptet hat, die Absich und auch die Macht hätte, die Urheber strafbarer Handlungen vor Gericht zu stelle-- Die Frage wird also in gewisser Beziehung offen gelas­sen, und für den Augenblick wolle man auf die Auslie- fermrg verzichten.

Baldige Beantwortung der Ententenote.

* Berlin, 16. Februar. lS. E.i Die deutsche Re- gieruug wird die neue Note der datierten Bereits in den nächsten Tagen beantworten. Die Parteiführer werden morgen vom Reichsminister Hermann Müller empfangen werden. Auch der Ausschuß für auswärtige Angcleaenbeitetl wird am Domrerstag zukammenireten.

Die erste Niederlage Frankreichs.

* Lugano. 16. Februar. Die haloarmliche Stesmn Agentur meidet, in der Auslieferung»frage hat Frank- : reich die erste schwere Medcrlagc erlitten Die 1 weite siebt bevor durch die täglich in den Ententelättdern wach­sende Ueberzeugung von der Roiwendigkeit einer Re- Vision des Friedens vertragen Die dritte Niederlage fmnmt. wem» sich Frankreich in der russischen Frage nicht an die eimltfdH1« und italienischen Anschauungen «»schließt, daß der Aufnahme des HarrdelS alsbald die Wiederimfnahme der diplomatischen Beziehungen folgen nmtz. Die vierte, uh1 mi Frankreich entgegen den italie­nischen und englischen Plänen auf der Zertrümmerung der Türkei besteht. Aus einer mit französischen Ver­hältnissen wt unterrichteten Quelle wird dem Etefani- . Korrespondenten noch berichtet daß Frankreich sich der Gefahr einer Isolieret«« innerhalb seiner Verbündeten ; so bewußt sei, daß die Rückwirkuna des Londoner Mei- inntaSauätoufdjcS in Frankreich nicht nur unausbleib- i lich ist, sondern vielleicht schou in der uüdiften Zeit I aus eigener Initiative erfolgen wird.

Die Vorbereitungen für das Gericktsverfahrcu in Paris.

* Genf, 16. Februar (E. CA Eftre HavasSepesche meldete noch am Sonnabend, daß die Vorbereitungen für die Gerichtsrnn-lmudlungett gegen die Deutschen in 'Laris keine Uuterbrechnna erführen.

PraMschr Politik der Aüttertc«.

im- Brüssel 16. Februar. Der belgische Minister- > präsident erklärte in London in einer Unterredung, die Alliierten seien von der gebieterischen Notwendigkeit ; überzeugt, eine praktische Politik zu füll reit und sich t nicht allein von Gefühlen leiten zu lauen. ES müsse

Die Rachepolttik der französische« RairspMste«.

** Basel, 16. Februar. lD. C.) . DerBaseler Ar

Nehrheii die Rec

Protest gegen die Aus!ieferuug.

» Leipzig, 16. Februar. Die Leipziger Bürg-ncichaft nahm gestern gegen die Auslieferung deutscher StaatW angehöriger Stellung. Es wurde eine EnrichließimS angenommen, in der es u. a. heißt: Jeder Versuch, die Auslieferung durchzunihren, würde unabwendbar die Gefahr -es Bürgerkrieges herausbeschwören. Mft al­lem Nachdruck wird der bestimmten Erwartung AuK-

Verbandes Dc der Stadthalle

Kutiögebung gegen die Av lichkeiten. Es wurde eine

«»»,^^p4^.rr. ^s? wMiw vutv ^R^I^^L^I in der Protest gegen die verlangte

ben wurde.

Die franzSstsche Liste.

Aus der von der ReichSregierung begonnenen öffentlichung der französischen Auslieferungslffte wir mit Rücksicht auf den Raummangel, der es

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tut AU tx men Best irff nur

33. Kronprinz Rupprecht von Barern BefE dis englischen GefgLüLnsn zu ^-iem A- :^g von K-iegs- gefangenen in Die uze im August und September 1314. Formeller Befehl: keinen englischen Gefangenen zv ma­chen. Zuwiderhandelnde seien streng bestraft, gefangene Engländer mit auf den Rücken gebunden«» Hände« und verbundenen Äugen ins Hauptquartier gebracht und dort von Offizieren erschosien worden: die meiste» wä­re» verwundet. Aus einem Brief des derttschen Gens- rars Noegelsbach an seinen Neffen wird angeführt:Es herrfcht allgemeiner Haß gegen die Engländer, und es tritt in der Armee darin zu Tage, daß man fast keine» Gefangene» macht, sondern alles umbringt? Fern« wird Kronprinz Rupprecht verantwortlich gemacht für die planmMgen Verbrechen, deren sich im Angust und September 1914 die Mehrzahl der von ihm kommandio- renden Einheiten im Gebiet der von seiner Armee be­setzten Gemeinden schuldig gemacht haben soll. Ganz be­sonders in Teuxville, wo der Kronprinz am 22. Apauit 1914 weilte. An diesem Tage seien alle 136 Häuser die­ses Dorfes, bewohnt von 450 Menschen, die zuvor nach Luneville gebracht wurden, von bäuerischen Truppe» planurätzig geplündert und 15 Wohngebäude absichtlich angezündet. der Maire Bajolet und der Pfarrer Thtriel erschossen worden Die anderen hr Betracht kommende» Gemeinden sind Noun-ny, Gerbcviller, Remerevtlle, Lu­neville, Rancourt usw. Schließlich wird dem Kronprin­zen Rupprecht als Kommandeur der Reservearmee t» Sektor von Cambrai die Inbrandsetzung von Cambrak zur Last gelegt Truppen des Prinzen Rrwprechr solle« die Stadt mit Hilfe von Petroleumeimern usw. angezün­

det haben.

85. Geveral v. d. Marwitz, Komm, der 4. Kav.-Div^ soll beim Ausbruch der Feindseligkeiten nach dem Ein­marsch in Belgien den Befehl gegeben habe», die Zivil­bevölkerung zu töten, zu vlündern und die Einwahl« zu terrorisieren. Beweis die Aussage von Krtegsgefan- genen, die am 5. Oktober 1914 vom Kriegsgericht in Pa­riS verurteilt wurden Ferner wird der General dafür verantwortlich gemacht daß die RadfaHrer-Komp. deS Kav.-Korvs von Niaiwig in zwei aNgezürkdeteu Bau­ernhöfen bei Lavenfte <Pas-ds-Ealais> Mitte Oktober 1914 üujgepiünderte, halb verbrannte oder verstümmelte Zivilffteri trabe erschießen lasten: WlieWch werden ihm alS Kommandanten der II. Armee M August 19171» Plünderungen und verbretberifebe Maßnahmen gegen die Einwohner von Beauvais. Eaudru Hancourt, Saittt- Souplet, Lava! zur Last gelegt

Korps Allgemeine befehle, zu plündern und Städte und Dörfer auzuzündeu, t'suMst-Septemher 1914 Reim» und andere Gegenden von Nordfraukreich. Als Beweis- material wird eh: Brief angeführt, in dem es heißt, daß erschossen worden wäre, wer sich weigern wolle. Sie trat Neuerm von Plettenberg ausqegansmren PlllndenmgS- befekie aus»»führen, es habt sich aber niemand gewett gen. Ferner wird dem tzieneral von Grund einer Bemerkung in etn«n deut die Verantwortung für die Ermordung von Frauen Kindern tue QnbrandTehmtg von Törfer«. Plünde gen usw. am 25. Angnst 1914 zur Last gelegt (Di bei -er Grenze nördlich von Sedant.

44. QSeneiol so« Deimlinq. Komm, des Verbrechen tu Raon l Etappe und Morntont ( SysteumtiMe Plündernuse», Braudstiftrmg morde. Verletzurra der Genfer Konr en ion vom 34. biS 28. August 1914 vw einzelnes wird anac' hr- die Plünderung deS Dorfes Raon l'Etappe, die Erstaiesirnm eines Gre: eh von 75 Jahren der aus dem Former rah und eines Zollbeamten, Vergewaltig«na von zahl reiche»