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MsWer Tageblatt

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Nr. 111

Sonnabend, den 15. Mai

Die Konferenz in Kpaa.

Die Bedingungen Deutschlands für eine Teilnahme.

^ Berlin, 14. Mai. (T. lt.) Das Kabinett hat am Mittwoch abeud gemeinsam mit den in Berliu anwc- scude» Ministerpräsideuten und Minister» der einzel- staatliche» Regierungen die von der deutschen Regie­rung in Spaa z« behandelnde« Fragen besprochen. Uebereinstimmnug ergab sich darüber, daß die deutsche Regierung weder zur Konferenz nach Spaa noch zu den am 16. Mai in Paris statt,indenden wirtschaftlichen Be- sprechnngcu Vertreter entsenden solle, wenn nicht vor­her die französischen Truppen aus Frankfurt a. M. und dem übrigen Maiugau zurückgezogen würden, da jede Voraussetznug für die weitere Aufrechterhaltung der Besetzung hinfällig geworden sei.

*» Rotterdam, 14. Mai. (S. G.) Reuter meldet aus Paris: Es wurden noch seine endgültigen Bestimmvu- grtt der Alliierten getroffen, daß die Konferenz in Spaa erst Ende Juni stattfinden sollte. Im Gegenteil besteht die große Wahrscheinlichkeit, daß die Konferenz am 16. d. M. mit den Beratungen der Wirtschaftssachverstän­digen in Paris beginnen und ihre Vertagung auf unbe- stimmte Zeit erfolgen wird.

w Gcuf, 14. Mai. (S. 6.) DerTemps" begrüßt die Vertagung der Spaaer Konferenz. DerTemps ebenso derMatin" und dasJournal" erblicken in der Vertagung ein Vorzeiäterr dafür, daß die Konferenz überhaupt nicht mehr zusammentreten werde. Einen solchen Wunsch spricht auch dasJournal des Tebats" aus.

Die Vorbcrettnugen der Eutcute.

Geuf, 14. Mai. (T. U.) Man spricht davon, daß der Besprechung in Folkestone noch eine andere

außer der Besprechung in Folkestone noch eine andere vorbereitende SufammettEnnft der Konferenz in «paa vorausgehen solle. Diese Besprechungen, an denen auch Vertreter Belgiens und Italiens reiluehmen fallen, würden in Paris oder Brüssel stattfinden. Sie hatten den Zweck, das Programm der Vcrbüudetc« für «paa in allen Einzelheiten scstznfetzen. Auch diese VorMage, so heißt es. gehen von Millerand aus, der sein möglich­es tue, um der von ihm gefürchteten Zusammenkunft mit den Deutschen den Charakter einer k < , .^M

Die deutsche« Flußschiffe.

** Berlin, 14. Mai. lL. A.) Zum Schiedsrichter in

der Frage des Besitzrechtes an den deutschen Flnßutni- feu hat Wilson den Direktor des amerikanischen Eisen­bahnwesens Hines ernannt.

t* Washington, 14. Mai. Der Direttor des Eisen­bahnwesens der Vereinigten Staaten tritt in den nach- . sten Tagen eine Europa-Reise am Der Zweck seiner Reise ist, die Besitzrechte an den Schiffen festzustellen, die gegenwärtig unter deutscher Flagge auf der Donau, Elbe, dem Rhein und der Oder verkehrem Die daran interessierten Nationen Belgien- Lichecho-^lowaker und Rumänien hatten den Präsidenten Wuson um die Er- nennmia eines Schiedsrichters gebeten.

Entlassung wegen Vergehens in Frankreich L«räck- gehaltener Gefangener.

e-k Genf, 14. Mai. lS. Cd Wie derPlatin" er­fährt, Kai der Justizminister genehmigt, ^rtz dce gegen deutsche Kriegsgefangenen, die wegen leichterer Verge­hen und Versehlmigen in iranzünMer Nntersuchmigs- bakt zurückbehalten morden sind, sttigeleiteten Strafver- iabren niedergeschlagen werden. Der Abtransport der ^Muldigten soll in der Wocix und) Pfingsten erfolgen.

Räumung des Maingaues angekündigt.

Aus Paris wird gemeldet: Nachdem die deutsche Rc- iteruna offiziell mitgeteilt hat, daß die deutschen Truppen MRuhrgebietanf die vereinbarte Stärke reduziert seien, läßt General Rollet eine Nachprüfung vornehmen. Wenn deren Ergebnis mit den offizrellen deutschen Angaben übereinstimmt, werden die französische» uud belgischen Truppen die kürzlich auf dem rechte« Rheinufer besetzten Städte wieder ränme«.

Allerdings sind in der ÄwischenM treue fradstMe Truppen in FranksirA eingerückt. Für weitere -10 Ct- filiere ist Quartier angefordert worden.

Die Leipziger Prozesse.

Ei«leit«ng des ErmittelungsverfahrenS.

^ Berlin, 14. Mai. (S. C.^Gege» sämtliche auf der in Berlin überreichten erste» Liste stehende« Per. fönen ist vom Reichskabinett beim Reichsgerrcht die Er«.

»m der Entente den guten Willen Deutschlands zu be, weisen und die Beschnldignngen der Entcnteuotc durch deutsche Gerichte unparteiisch festen stellen Die ^ "tente. »ertreter in Berlin wnrden bereits von dieser Enb, fchließnug des Reichskabinetts in Kenntnis gesetzt. Papierversorgung der Berliner Zeitnngen gefährdei.

»» Berlin, 14. Mai. (L.-A.) Wegen der Bedrohung der Zufuhren von Zeitungspapier nach ^^m durch den, Binnenschifferstreik und wegen der da t vcrt «= denen Gefahr, daß das Erscheinen der Berliner.Metrum neu in Frage gestellt werden könnte, hat der Rerllsmtnm ster des Innern die technische Nothilfe angeimescn, in- gleich alle für die Herbeischaffung und Entladuttg des Zeitungspapieres notwendigen Borbereitungen zu treffen

B« Schutz der Minderheiten Nirdschleswigr Ei« dänisches Mißverständnis.

** Kopenhagen, 14. Mai. (T. U.) Nach einer hie­sigen Blättermeldnng hat der Ministerrat gestern vor­mittag zu dem deutsch-dänischen Zwttchenfall wegen Abschlusses eines Abkommens zwecks Schutzes der na­tionalen Minderheiten in Schleswig Stellung genom­men. Es wurde beschlossen, daß das rmtgecetlre sonder­

9-tinisterS de

bare Dementi des Ministers des Auswärtigen Scave- uius aus einem Mißverständnis beruhen solle. Nach derselben Blättermeldnng beschäftigte sich .auch der nordschlcsnügsche Ausschuß des Reichstages mit der An­gelegenheit. Hierbei erklärte der Minister Scaventus von neuem, daß es sich um ein Mißverständnis handle. Er mußte weiter zugeben, daß die Darstellung des deut­schen Gesandten in allen Einzelheiten zutrefse. Gestern abend wurde eine öffentliche Er klärung des dänischen »es Auswärtigen zu der Angelegenheit ver- In dieser heißt es, daß die Dänische Regie- ere. zum gegeuwärtige» Zeitpunkt nicht in

ösfentlicht. In dieser heißt es, daß die Dänische Regie- rung bedauere, zum gegeuwärtige» Zeitpunkt nicht i« der Lage zu sei», mit der deutschen Regierung über die Frage des Schutzes der «atioualen Minderheiten »« Schleswig Verhändlunge« aufzunehmen.

Die däuisthg Regierung hat nun zitgeben urü,sen, daß die Meldung des Ritzauschen Büros, daß von der deutschen Regierung ein Vorschlag für ein Abkommen mit Dänemark zum gegenseitigen Schuhe der Minder­heiten in lüordschleswig nicht gemacht worden sei, eine Mystifikation war und daß der dänische Mimster des Auswärtigen Scavenius den Vorschlag des öentimen Ge'ckirdteu Freiherrn von Dteurath zurückgewiesen hat. Welche Absichten Dänemark auf die zweite Zone hat, geht deutlich aus der Erklärung des dänischen Außen­ministers hervor. Die deutsche Regierung wird bauet ihre Aufmerksamkeit auf die schleswigsche Frage cen- ken müssen, damit nicht noch die zweite Zone in irgend einer Form dem deutschen Reiche entrissen werde. Dm Ablehnung des von der denNchcn Regierung oorgemna. neuen Abkommens beweist, daß umer der jetzigen Ne. gieruug in Dänemark die Bestrebnngen anf eine LoS- iösuna auch der zweiten Z e von Deutschtano stärker

Deutsche Mehrheit im Kreise Flatow.

»» Flatow, 14. Ptai. (T. lt.) Im Kreise Flatow-Ost sind bei den polnichien Recchstagswahlen 6886 deutsche Uud 3327 polnische Stimmen abgegeben worden. Die Wahlen haben also unzweideutig ergeben, daß der Kreis eine starke deutsche Mehrheit hat.

ZM WlkirM des Kabinetts Hilfi.

>* Berlin, 13. Mai. (T. lt.) Zn dein Rücktritt des Kabinetts Nitti wird noch gemeldet: Nach einer Vor­besprechung Nittis mit den Kollegen Luzatti und SchiM- zer hatte Nitti einen kurzen Ministerrat Zmamnienbr. rufen, um den Rücktritt 3U begrunde-n. Unmittelbar nachher begab sich Nicki zur NeberreAung der ^e,amk- demitfion der Regierung nach der Villa Ada, wo der König» geraume Zeit mit ihm die jetzige voiitncbe tage besprach.

Die Blätter melden, daß die Angestellten des Post-, und Telgraphenwesens die Arbeit nach der vorgestrigen Kammersitzung wieder ausgenommen haben.

»» Lugano, 14. Mai. (T. lt.) Die Lösung der Krise schwebt völlig im Dunkeln. Nitti bezeichnete dem König den Eonfcrvätincn Führer der katholischen ^'Iksvar.ei, Moda als seinen Nachfolger. Dieser erklärte, daß er we­der ein Mandat für die Kabinettsbildung noch einen Platz im neuen Ministerium übernehmen werde. -er König wird zweifellos zunächst Nitti zur Neubildung des Kabinetts einladen Erst wenn dieser.ablcbneu sollte, kämen neue Kandidaten in Betracht. Unter diese fallt auch Giolitti oder dessen Platzhalter Fast«. W H w»J jedoch die Leitung erst nach Erledigring der Adiiafrage übernehmen.

Die türkische Politik. Englands.

* Basel, 13. Wai. (T. U.)^ Der Pariser -Temps" greift in seiner gestrigen Ausgabe tu

ungsseite sichtlich inspirierten AitikKinsehrscharser Weise die Politik der Engländer in der Tnrtet an. Das Blatt versteift sich sogar zu der Behauptung, es muhe zwischen der gegenwärtigen türkischen Negcerung und England ein geheimer Protektorat-Vertrag bestehen, denn es sei nnbegretflich, weshalb gerade, die Hauptan- griffe der Türkei sich ausschließlich gegen die französischen Truppen richte.

Kämpfe in Palästina.

w London, 13. Mai. (T. lt.)Daily Mail" meldet aus Jerusalem, daß 4000 Araber, die im Besitz von 25 Maschinengewehren und zwei Feldgeschützen sind, di. französischen Truppen in dem Distrikt Bannjas, 180 Ki­lometer östlich Beirut, angegrifen haben. Die Berlnste sind auf beiden Seiten erheblich.

Die linksradikale Bewegung in Frankreich.

~ Genf, 14. Mai. (T. U.)RonveMste de Gnon" erfährt offiziell aus Paris: Die letzten Verhaftungen von Streikführern hatten den Beweis dafür erbracht, bau die Extremen in Frankreich ein Komplott mit Lemn ««d Trotzk» abgeschlossen hätten, um dem Bolschewi>.>mns in Frankreich Eingang zu verschaffen.

w Paris, 14. Mai. (T. 11.) Der Allgemeine Ar-ei'» terverband, die Eonsederation generale du travaillj teilt mit, daß er sich an die gewerkschaftliche ,{it4 ternationale gewandt habe, damit sie in einem Pro­test sich mit dem französischen Proletariat vereinige zur» Zwecke der Berteidignng der Organisation. Die Ver­haftungen von Streiksührern werden in Frankreich W» gesetzt. Nach demExcelsior" wurden gestern in Fr«rick- reich allein 42 Verhaftungen vor genommen.

Kommunalisierung von Wirtschaflsbetriebe«.

*» Berlin, 13. Mai. Dem Recchsrat ist jetzt, wie btt Berliner Börsenzeitung" erfährt, der Entwurs eines ®e. setzes über die Kommunalisierung von Wirtschaftsbe- trieben zugegangen. Nach Paragraph 1 des Entwurfes sollen die Gemeinden ermächtigt werden, aus Gründen des öffentlichen Wohls privatwtttschostliche, gewerbs». mäßige Unternehmungen, die vorwiegend Zweckes des Gemeindebezirks dienen, mit Zustimmung der RestW- regierung gegen angemessene Entfchäbigung aus bet Privatwirtschaft in die Gemeinwirtschaft überzuftchre« lLkommunalisterung). Vor ihrer Entscheidung hat Ste Reichsregierung den Reichsivirtschaftsrat zu hören. Bei einer Reihe von Unternehmungen bedarf es aber »M der Zustimmung der ReichSregierung.

Roch zwei Jahre Welthuager.

Mac Curdn, der mit der Regelung der Ernährnuofr- fragc in England betraut ist, hat im Unterlaufe recht be­trübliche Mitteilungen tiber den Stand der europäische» Ernährungskrise gemacht. Ausgehend von den trarnnoen Verhältnissen in England, wo die Preise täglich tu die Höhe gehen, hat er den Beweis erbracht, daß Europa uodr mindestens zwei Jahre lang gegen den Hunger wird kämpfen müssen. Die amerikantsche Versorgung reich, seiner Meinung nach bei weitem nicht aus, um die Be­dürfnisse unseres Erdtetts zu decken. Auch tenfetts bei Ozeans werden die Verhältnisse täglich schlimmer, rot vor der Hand ist auf eine Besserung nirgends zu hoffen.

Ankerikanische 6taatsroöuu^Jig~ Z^.^.

nmlllllüäM stgU.ltnnische Staatsmänner, 02 ®t«. mokraten und 26 Republikaner, haben an die britische {Regierung eine Protestnote gerichtet, tn der sie kurraus- Hinweisen, daß das amerikanische Volk es als unge­heuerlich empfinde, daß die irischen Revornttonäre in t» bestialischer Steife von den Engländeim behandelt wer­ben. In England hat dieser Protest kein geringes Auf­sehen erregt, und britische Regierungskreife haben »o- gar bei der amerikanischen Zentralregierung Schritte getan, die von ihr forderten, daß sie die geuxtk gc .'fund gebung bnrd) eine Gegennote wenigstens offiziell dc- uientterc. Dies ist nun nicht geschehen. Dastir habe» es jedoch die Engländer erreicht, daß eine sogenannte Loyal Coalittou" mit dem Sitz in BostMt ihrerfcLS gegen das Vorgehen der 88 Kongreßlenle protestierte. In einem offenen Briefe, den die erwähnte Kmttstwir an den britischen Premier richtete, wird versucht, ein grundsätzlich falsches Bild von der wayren Stimmung in Amerika zu geben. Man will den Anschein erwecken, als ob die ungchencMche» Vorgänge in Irland, die stets von der englischen Zensnr für die öffentliche Mei­nung der Welt znrechtgestntzt werden, tn Amerika kei­nen Widerlmll fänden. Die Metnnngen der amerikani­schen Presse über die Aeußerung derLoyal Coalitio«"

bekommt man natürlich nicht zu sehen. Dafür verbrei­ten die englischen Zeitungen in großen Lettern den Ab­druck des erwähnten Schreibens, für dessen Verbrei­tung Lord Nortcliff mit allen Mitteln arbeitet.

Gegen die schwarze Pest.

Die Verwendung farbiger Truppen durch die Franzosen im besetzten deutschen Gebiet erregt die iK- \ fentlüde Meinung Schwedens mit wachsender Stärke. Der sozialistische Frauenbund Schwedens verüffcnckicht einen scharfen Protest imSociaidcmolrmcn", dem Or­gan Branttngs, und anderen sozialistischen Glätterru ImAstonbladet" wird ein Aufruf wiebergegebtu. der die schwedischen Mitglieder des schwedisch-englischen und des schwedisch-französischen Vereins zum Aus.ritt auffordert, wenn nicht endlich dem Verlangen nach LNr-> feruintg der farbigen Truppen stattgegeben werde. Auch Staatsminister Brmiting hat in einer Versammlung «e- gen das Auftreten der schwarzen Trupven im Ri.In­land protestiert. Eine Untersuchung habe ergeben, daß in den darüber verüffentstchten Berichten nur allzuviel Wahrheit enthalten sei.

Mahkabkomrueu ht Baoerm.

»m Müxcbe«, 14. Mai. Nach langen Vecchanotun- gen ist ein Abkommen für SBiwcnt snüfehen der Mittet- partei und der Deutschen Volkspartei ioivobl für die Reichstags- als auch für die Landtags wählen abgcichlo- fen wurden.

Das bayerische Bodeugefctz.

w> Mti«che», 14. Mai. Dem Ärndtag ist ein vXkv entwurs zugegangen, der die Tilgung der Bodenzin en fo veschlcnnigen soll, bah diese alten Lasten aus der reu- dalzett bis 1028 verschwinden. Die LandtagSfraknowen verlangen die sosortiae vollständige Aufhebung der Bo- bvit.-infcn ohne üxüctficht auf die finanziellen Scknvle» riafeiten. Die bäuerische Bolköptrrtel hat bereit? einen entsprechenden Antrag ein gebrach.