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Hersselöer Tageblatt

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Jlnjeigenprciie: die einspaltige Pevtzeit« Idee deren Ratta Pfennig, ut^atris v. pfeanig, : i« lextteü lwr .- / femsprecher ÜHinmer 8. :

Nr. 123

Montag, den 31. Mai

1920

[Sie unmWche KriegseulschMgmg.

Bitte Unterredung mit Reichsfinanzminister Dr. Wirth. ' ** Berlin, 29. Mai. (T. U.) Aus einer Unter­

redung mit dem Reichsfinanzminister Dr. Wirth bezüg­lich der Festsetzung der endgültigen Entschädigung gibt Erich Dombrowski imB. T." u. a. folgende Ansichten des Reichsfinanzministers wieder: Uns« "' - . - . den Friedensverhandlungen, 100 Millt,

des Reichsfinanzministers wieder: Unser Angebot bet »« Friedensverhandlungen, 100 Milliarden Mark in »aug« Raten zu zahle«, war damals gemacht worden unter der Voraussetzung, daß der ganze Friedeusvertrag anders gestaltet würde. Es hat sich jetzt wieder gezeigt, wie gerade durch Wegnahme vo« Anslandsgnchabe«, von Schiffsraum, Eiseubahnmaterial, Vieh, «ub beso«- sters durch die Wegnahme der Kolonien das deutsche Wirtschaftslebcu in seiner Leistungsfähigkeit außeror« bentlich zurückgegaugen ist. Angesichts der Eriragsmin- »erung des Grund nnd Bodens und der Schmäleruüg Hex dentscheu Bodenfläche macht her gesamte Wert allen 'käud- «nh forstwirtschaftlich gsuntzten Bodens iy Dänisch« land heute wohl kaum mehr als 25 Milliarden Göldntärk Ms. Man wK also DemsManh eine Last auflegen, bis W ein Vielfaches größer ist, als her äSstze Wert des laud- vnd forstwirtschastlicheü Besitzes in Deutschland. Aus dieser Tatsache allein geht hervor, haß eine derartige Forderung, auch weun sie in State« verlaügt wird, ««- Möglich erfüllt werben kau«. An der Unmöglichkeit der Ausfützrnng einer solche« Forderung muß sie einfach Icheiter«. _

r Der Standpunkt der französische« Regieküüg. ..

v e* Rotterdam, 29. Mai. (T. U.) Aus einer Mes­sung desNteuwe Rotterdamschen Courants" aus Paris ist ersichtlich, daß die französische Regierung ' ihren Standpunkt, eine möglichst große Ents

tst ersichtlich, daß die französische Regierung in Spaa ihren Standpunkt, eine möglichst große Eutschädignug von Deutschland herauszupressen, mit allen Kräften ver­treten wird. Millerand hat sich mit den Parteiführern in der Kammer dahin verständigt, daß sie bet dc " sprechung der Entschädigungsfrage die Regierung stützen sollen, um dadurch den Eindruck einer abß Einmütigkeit der gesamte« französische« Bolksoertre- tnvg für die Forderungen der Regierung in diesem Punkte in Spaa zum Ausdruck zu bringen.

der Be-

unter-

>ol«t«

Eine Milliarde Entschädigung a« Lettland.

* Berlin, 29. Mai. (L. A.) Deutschland soll nach der'^chep^^MMiWt. -FOedenErtr^». an Lettla.^ eine Entschädigung von etwa einer Milllarde zahlen.

In 40 Jahresrat«.

Gegenüber der ursprünglichen französischen Forde­rung auf Festsetzung der Gesamtsumme mit 120 Milliar- den in Gold, wovon Frankreich 55 Prozent erhalten sollte, scheint nunmehr nach einer Pariser Meldung ein Vorschlag der Sachverständigen formuliert zu werden, der dahin geht, daß Deutschland diese Gesamtsumme von 120 Milliarden in 40 unverbindlichen Jahresraten aus­bringen soll, und die Alliierten die dafür von Deutschland auszugebenden Bons jeder für sich zu weiteren Finanz­operationen mit Hilfe der neutralen Staaten und Süd­amerikas benutzen sollen. Auf die von Deutschland zu zahlenden Jahresraten könnten die deutschen Kohleu- licfemnoen und die deutschen Leistungen für den Wieder- a«fba« in Anrechnung gebracht werden. Die Hilfsaktion für Deutschland soll dann nicht durch Anleihen, sondern durch direkte Kredite Englands und Frankreichs erfolgen.

DieVer«ichtu«g des deutschen Kriegsmaterials c w- Bafel, 29. Mai. (T. u.)Petit Journal" mel­det: General Rollet hat über die Beruicktnng des deut­sche« Kriegsmaterials, die unter seiner Aufsicht in Deutschland erfolgt, soeben Bericht erstat et. Der Gene­ral hat 100 Zerstör« rlgsämter geschaffen, die unumer- brochen arbeiten. Das Material wird nicht im wahren Sinne des Wortes vernichtet, solcher» nur zu kriegeri­schen Zwecken unbrauchbar gemacht. Es wird dann der Wtcdergutmachunaskommisswn zugcführt, die es an deutsche Altmetall-Firm« versaun. Der Wert dieses Altmetalls wird auf mindestens 4 Milliarden Frank« geschätzt.

Gegen den Aufschub von Spaa.

Aus Parts wird gemeldet: Gegen den Wunsch Ita­liens, die Konferenz von Spaa bis zum Juli zu verschie­ben, erheben Frankreich und England lebhaften Wider­spruch, namentlich weil diese Verschiebung zugleich' die Vertagung der Brüsseler zwischenstaatlichen Finanzkon- ferenz bis zum Herbst zur Folge haben würde. Das mürbe schwerste Folgen für den Finanzmarkt der gan- zm Welt haben. Schon an der Pariser Börse zeigte sich, daß infolge der Verschiebung der Konferenz von Svaa der Frank wiederum die Neigung zeigte, au fal­len. Es muß aber zugegeben werden, daß die italienische Regierung wahrscheinlich auf ihrem Anträge bestehen wird, und zwar nicht nur wegen der inneren Schwierig­keiten des Kabinetts Nittt, sondern auch weil Italien aus der Forderung besteht, 10 Proz. der Entschädigungs­summe zugeteilt zu erhalten, eine Forderung, gegen die sich Serbien, Rumänien und Polen wehren, so daß ertt ein Ausgleich der verschiedenen Ansprüche der einzelnen Staaten gefunden werden muß.

w Rotterdam, 29. Mai. Die Brüsseler Blätter ver­längert, daß BÄgien jede Verhandlung mit den Deut­schen in Spaa abl^nt, solange nicht die Wiederherstel- jung Belgiens «nd Rordfrankreichs und die Borwert- huna aller die Giaatsrwtwerldigketten itbersteigerrd« Einnahmen Deutschlands für diesen Zweck gesichert sei.

^ G«f, 29. Mai. In Kreisen der französischen Re- üerung wird unter dem Druck der Kamuternrehrhett Ind Poincarees die Auffassnua verbreitet, daß man mit

den Deutschen in Spaa nicht verhandeln solle, falls Deutschland nicht zuvor die Sabotterung seiner Ber. tragsverpflichtungen eittstelle. Zu diesen Sabotageak­ten, die eine Zahlungsfähigkett Deutschlands verhin­dern, zählen die Arbeitslosenunterstittzung und der 8« Stundentag.

Die Erregung in Oberschlesiem.

Neue Kundgebungen in Beuth«.

** Beuth«, 29. Mai. (T. tL) Tester« fanden ge­gen 9 Uhr abends sehr erregte Kundgebungen vor beut Horel Lomnitz, dem Sitz der Absttmmnngskommissio«, statt. Fast sämtliche Feustericheib« her unteren Ge­schosse wurden zerstört «nd die Türe« eingeschlage«. Am Gebäude derGrenzzeituna", dem Organ der National- polen, wurden die F«sterscheibea zertrümmert. Gru«d z« diese« Knndgebnua« war, daß ein Deutscher vo« einem französisch« Soldaten erschossen worden war. Der FtrMöse hatte sich an einem deutsche» Mädchen vergriffen, das von dem Deutsch« befrett werben sollte. Spät abends bis Mitternacht erfolgt« abermals heftige Zusammenstöße zwisch« Deutsche« ««» Pole«. Es wurde mit Mafchiuengewchre« «ud Gewehre« geschos­sen. Die erbitterten deutschen Einwohner schickt« sich gege« Mitternacht au, das Hotel Lomnitz, wo die polni­schen Volkskommissare ihr« Wohnsitz habe«, z« er­stürmen.

Sie Gefahr einer rassische« Angriffs.

.^ ,Fm Ausschuß für auswärtsge Angelegenhefte» be- aütragte der 8ibg. Jehle (Dem.), daß die Regierung als­bald verlMtche Berichte über die «ssische Umbildung und deren Eiluluß Mf das Wirtschaftsleben des russi­schen Volkes gibt. Geheiiürat Dr.» Müller vom Mi­nisterium des Aeutzern erklärte, es fet außerordentlich schwierig! hierüber Angaben zu machen, da der diplo­matische Dienst Deutschlarids in Rußland noch nicht ein­gerichtet sei. Soiveit Mitteilungen vorliegen, seien sie nicht authentisch und veraltet. Die militärischen Vor­gänge zwischen Sowjet-Rußland und Polen rufen in weiten Kreisen Deutschlands Beunruhigung hervor. Von der deutschen Steichsre^'erung wurde gesagt, die deutschen Grenztruopen fei t möglichst verstärkt wor­dert. Auch fei der Respekt .uMaub<^uor ber deutschen Militärmacht nah Militärzug tu erv^otich. daß zu er­warten sei, daß der Angriff an bet deutsche« Grenze Halt machen werde. Außerdem sei die Qualität unserer Truppen so hervorragend, daß einem Angriff mit Er­folg begegnet werden könne. Eine zufriedenstellende Auskunft, daß von russischer Seite keine Gefahr zu be­fürchten sei, konnte von der Retchsregierurlg nicht gege­ben werden., Es wurde auch im Reichstagsausschuß auf die Gefahr hingewiesen, daß, wenn ein Angriff aus Deutschland erfolge, die Sowjetregterung versuchen werde, Zeutre« eines Aufstandes in Mitteldeutschland oder im Ruhrgebiet zu schaffen, um auf diese Weise den militärischen Vorstoß zu verschärfen und den Wider­stand Deutschlands zu brechen. Diese Gefahr wurde sei­tens der Reichsregierung nicht verkannt, aber die Mei­nung ausgesprochen, daß man hoffentlich in der Lage sein werde, dem russische« Angriff gewachs« zu sein. Der Antrag Jehle wurde hierauf zurückgezogen.

Polen vor dem militärischen Zusammenbruch.

Petit Journal" meldet: Die polnische Regierung richtete an die französische Regierung ein Telegramm, das unter Bezugikahme auf die nttlitärischen Beziehun­gen zwischen Polen und Frankreich auf den E«st ber Lage ber polnischen Armee aufmerksam macht und um Entsendung namhafter französischer Hilfstruppe« ev- sucht, da die Gefahr einer völlig« militärisch« Nieder­lage Poleus nahegerückt fet

Matin" meldet aus Warschau, daß die Lage an der polnischen Front unverändert krtttsch bleibt, da die Bol- fchewtsten fortwähr«d Bestärkungen heranstthre«. Die polnischen Linien an der Düna und Beresina sind an ei­nigen Stell« glatt durchbrochen worden. Die Verluste der Polen beziffern sich nach amtlichen Angaben bisher

auf mehrere tausend Mann an Toten und Verwundeten und auf über 6000 Mann an Gefangenen. DasJour- nak des Debats" meldet, General Pstarn habe den fran­zösischen Kriegsrat in Paris einberufen, um über die militärische Lage in Polen mtb über eine etwaige Ent­sendung französischer Trnppen nach Polen Beschluß zu fassen. Es wird gemeldet, daß Millerand am Mittwoch eine längere Besprechung mit dem polnischen Botschafter ' ~ ' logen habe. DieZentralagentur" meldet , daß die innerpolnische Lage Polens un-

in Paris «epfli

aus Warsckmu, _._ ...._________________ . _____ ...

ter beut Drmck der Roten Armee unsicher zu werden Be« ginne. Die Tozialisten haben den Eintritt in das Ka­binett einnrütia verweigert, so daß die Neubildung des Kabinetts nicht vorwärts schreitet.

Ostpreutzen von den Bolschewtsten bedroht.

W Bern«, 29. Mai. Jvfolgc der durch das Räher- rücke» der bolschewisttschen Anne« auf der Link WU«a- Minsk eittfletretenen Bedrohung Ostpreußens sind vom Reichswehrminister militärische Gichertzeitsmaß- »ahm« i« Ostpreußen angeordnet worden. Seit ge­stern ist die Provinz Ostpreußen znr Gefahrzone er­klärt.

Räumung von Minsk

Kopenhagen, 29. Mai._ .' ^Tib«de" meldet aus Warscka«: Minsk, das vo« den Polen ge- kaltea werd« sollte, wird seit Donnerstag planmäßig geräumt. Die ganze Bevölker««g muß die Stadt »er- lass«. Die Rasse« war« am Freitag f«M «och nicht i« Minsk ei«aerückt.

Irlands Kampf «« seine Freiheit.

w Rotterdam, 29. Mai. Der Nationalverband «glischen Eifenbahnangestellien hatte gestern ht ! don eine Beratung über die Weigerung der irische« senbahner, Kriegsmaterial zu befördern. ES wurde schloffen, diese Frage einem besonderen Rat zur scheidung zu überweisen. Wenn diese mächttge Ei bahnerveremiMng die Weigerung der irischen Ei Bahner aufrecht erhält, so kommt die Regierung Hins lich der Berproviantterung und Ausrüstung der B< zungstruppen von Irland in eine schwierige Lage, richten aus Irland zufolge zieht die englandfetr Bewegung immer weitere Kreise. Ueberall im werden Sinnfeiner-Gerichte gebildet. Die Gerichte werden jetzt einfach umgangen.

Äufruf des Islams zum heiligen Kriege.

* London, 29. Mai. Die «Sli ans Konstantiuopel, daß i* Stawbnl ischer Aufruf zum hellige« Kriege

Muselman« der ganzen Welt «»erd« zum ag des Islams aufgerufen. Die darauf bi«, daß der Friedeusvertrag M ie BeruWpua M JÄam« bedeut» .

- Das bayrische Zentrum gegen Erzberger.

von selbst.

Reichskanzler Müller tn München.

W München, 29. Mai. (T. U) Der Rei Hermann Mittler startete gestern vormittag in dem Ministerpräsidenten Dr. v. Kabr Im Laufe des Tages hatte der ReiS Ministerpräsidenten eine eingeherrde die wichtigste« Frage« der tu«rett *

Keine bürgerlich« Einheitsfront i* Bayer«.

Die Veröffentlichung die allgemein zu der irrti

er

als sei in Bayern für die Wahlen eine bürgerliche 4ta« Heitsfront zustande gekommen, wird nun auch von d« rechtssteh«öen Parteien aus das Entschiedenste avgr- lehnt.

Gerüchte über eine« wette* Rechtsputsch.

* Frankfurt «. O., 29. Mir. tBts.j Wie de« Bolksfreund" aus sicherer militärischer Quelle mttpe- teUt wird, beabstchttgen die Deutschnationalen am 5. ob« 6. Juni einen großen Schlag zum Sturz der gtepeBetc und zur Verhinderung der Wählen zu führen. Des Ausgangspttnkt für den Osten l unweit Frankfxrt

a. O, Die Führung liegt in den -----von 4 Gesero- len. Die Einnahme von Berlin soll von Vorpomme« aus erfolgen. Als Operattonsbasis ist Greifswald he Aussicht genommen. Die Niederknüttelung von Midi teld«tschland wird von Hannover aus in die Wege ge­leitet. Für den Bezirk Franksurt a. O. stehen 2300 Dfft« ziere in Piannschastsuniform zur Verfügung, die als Sturmtrupp in hervorragendem Maße mit Maschinew. gewehren und Handgranaten ausgerüstet sind.

** Brannschweig, 29. Mai. (Vts.j BraunscMvetgi-

Stammlisten und Erledigung aller Entlafsungsformalk- täten nach Stolp in Pommern bestellt worden, angeb­lich zur Inempfangnahme ihrer Entlassungsgelder. Sie sollen nur in Zivil kommen und es vermeiden, die sie Empfangenden mit ihren militärischen Titeln anzureden.

Kommunistische Ström«««« in Bayer».

** Augsburg, 29. Mai. Gestern ist hier eine Orts­gruppe der kounnunisttschen Partei gebildet worden, wo­bei es zu heftigen AuSeinanberseüungen mit den Un­abhängigen kam. Die Unabhängigen erklärten es nicht für notwendig, eine kommunistische Ortsgruppe zu gründen, weil die Unabhängigen die gleichen Ziele ver­folgen tote die Kommunisten. Der Zustrom von den «»abhängigen zu den Kommunisten ist in Bayern wet- terhin sehr bedeutend.

Streikbewegung im Berlt»er Baugewerbe.

* Berlin, 20. Mai. In Groß-Berlin, wo zur Zeit kaum 20 Bauten ausgeführt werden, sind nunmehr auch die Bauarbeiter i* eiae Streikbewegung eingelreten. Sie fordern St«ude»löh«e von 810 Mark unter An­drohung der Arbeitsniederlegung.

Lavdarbeiterstreik tu der Provinz Lachs«.

Trotzdem soeben erst für die Provinz Sachsen et« Tarif der Landarbeiter abgeschlossen worden ist, sind bte Landarbeiter aller Ortschaften des Kreises Calbe (Saale), mehrere tausend an der Zahl, in den Streik gelrettm. Sie verlangen 109prozentige Lohnaufbesserung. Für zwei Tage wollen sie die Btehfütternng noch aussühre«, dann aber auch diese einstellen.

Scheidemao» bleibt i» Easscl.