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ftnjeigenpreife: die einspaltige petitzeile oder deren Kaun *' Pfennig, nuetDärte v- Pfennig. " im Testiert Ulk . . / fernjpredier TUunmer 8.

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Nr. 161

Mittwoch, den 14. Juli

1920

Die Beratung der Kohlenfrage.

Noch keine Entscheidung.

** Spaa, 13. Juli. (T. U.) Der Sonderberichter- statter derT. U." meldet, die Beratungen in der Kohlen- stage begannen gestern damit, daß die Vertreter der En­tente erklärten, in Zukunft würde die ReparationSkom- mtffion von Fall zu Fall die Ziffern für die deutschen Kohlenlieferungen festsetzen. Versuchsweise soll für die nächsten sechs Monate die Liefernng auf zwei Millionen Tonnea herabgesetzt werden. Diese Forderung wurde von Minister Siemons als «ndnrchfiihrbar bezeichnet. Vielleicht wenn Deutschland in ausreichender Menge Lebensrnittel erhalte, wurde es möglich sein, das deutsche Angebot auf 1,4 Millionen Tonnen zu erhöhen. Später­hin könnte voraussichtlich infolge Neueinstellung von Bergarbeitern eine weitere Steigerung um monatlich 300 000 bis 400 000 Tonnen erzielt werden. Deutschland ziehe es vor, sich der Entscheidung durch die Reparatiorrs- ronnnission zu unterwerfen. Diese müsse dann aber auch die Durchführung der Beschlüsse und die Verant­wortung dafür übernehmen. Die Arbeiterschaft des ' Ruhrgebietes würde sich weder von der Entente noch von Deutschland die am grünen Tisch gefaßten Beschlüsse dik­tieren lasten. Die öffentliche Meinung in Deutschland sei ohnehin durch das in Spaa beliebte Diktatsystem anfs avtzerste erregt. Es könnten leicht schlimme Folgen ein­treten, wenn nicht davon abgegangen werden würde. Nach längerer Beratung mit den übrigen SerUetern der Alliierten erklärte Lloyd George, es müsse in der Kohlen­frage auf Besagte«; sein Bewenden haben. Er rate dringend, die Angelegenheit nochmals ernstlich zu prü­fen und neue Vorschläge zu unterbreiten. Dieses sagte Minister Siemons für heute zu. Die nächste Sitzung wurde sodann auf heute nachmittag 3% Uhr vertagt.

Die Veratuugeu der Kohleukommissio».

x Spaa, 13. Juli. Gestern nachmittag wurde Hugo Stiunes als deutscher Sachverständiger von der Kohlen- kommission gehört. Er sprach sehr ruhig und machte , sehr bestimmte Angabe«.

Noch keine Einigung in der Kohlenfrage.

S1Ä1M AV M |W«» gen finden die Besprechungen über die ^c@enftaae *^

Die Aussichten auf Spaa.

** Berlin, 13. Juli. (S. C.) Aus Spaa wird ge­meldet: Die Beurteilung der Aussichten auf der Kon­ferenz von Seiten der deutschen Delegierten sind zuver­sichtlicher und hoffnungsfreudiger geworden. Dieser Hoffnung gab Reichskanzler Fehrenbach Ausdruck.

* Rotterdam, 13. Juli. (S. E.) Der Berichter- statter desRotterdamschen Courant^ braßtet, gestern abend herrschte in Spaa wieder Optimismus. Im Laufe des Tages sind die Parteien einander näher gekommen. Millerand hat Minister Siemons eingeladen, um 5 Uhr zu einer Besprechung zu kommen. Der Besuch wurde allenthalben als eine Sensation aufgesatzt. Man hat jetzt den Eindruck, daß die Kohlenfrage die einzige ernst­liche Schwierigkeit sein wirb.

** Spaa, 13. Juli. Ministerpräsident Millerand erklärte in einer Unterredung mit alliierten Pressever­tretern: Wir sind der Meinung, daß kein Land von der schlechten Wirtschastslage verschont bleiben darf. Die Alliierten helfen sich untereinander und sind auch be­reit, sogar den Feinden von gestern zn helfen, aller­dings unter der Bedingung, daß das erste Ergebnis ei­ner derartigen Hilfe das sei, daß die Alliierten verlan­gen. daß Deutschland seine Vepflichürngen, die aus den getroffenen Eutscheiduiigen herrtihren, erfüllt

Einigkeit unter den Alliierten.

«* Genf, 13. Juli. (S. 6.) Havas meldet: Die Be­ste der Alliierten über die Forderungen an Deutsch­land in Spaa sind einstimmig gefaßt worden.

Bcsprechnug der eiuzelftaatliche« Finanzminister.

** Stuttgart, 13. Juli. Die Finanzminister von Preußen, Bayern, Sachsen, Thüringen, Baden, Hesien und Thüringen waren zu einer zweitägigen Besprechung versammelt, die die Ausführung des Landessteuerge- setzes zum Gegenstand hatte. Außerdem wurden finan­zielle Fragen hinsichtlich des Ueberganges der Eisenbah­nen anf das Reich behandelt.

Gegen die Entwaffnung der Sicherheitswehr.

** Berlin, 13. Juli. (3. C.« Auch die hessische Re-

gieruug zeigte der Reichsregierung an, daß sie sich deut Spaaer Abkommen über Entwaffnung der Sicherheits- jvehr nicht unterwerfen werde.'

gen finden

Um ii.iu* iii-iw-^^

tütt» einer Vorlage über die Mc-rrherstellunasirage zu- faurmengetreten. Ueber die Lieferungen tötro noch hart verhandelt. Es scheint, daß der besonders von Stmnes betriebene Vorschlag numnehr gesichert ist, wonach die auf Grund des Vertrages von Versailles notwendigen Kohlenlieferungen nicht auf die Entschädigungssumme angerechnet, sondern von Frankreich in bar bezahlt wer­den, wenigstens zum Teil. Man spricht voll 30 Fran­ken die Tolme, etwa 1 Milliarde Mark im Jahr. Für die übrigen Entschädigungen Mld auch in erster Linie Materiallieferungen in Aussicht genonrmcn. Auf die­sem Wege kann ebenfalls die Ernäbrungs- und Behau- sungsfrage für die Arbeiter leichter gelöst werden. Da­neben bleibt noch die Forderung, die auf die Priorität und die Einsetzung einer alliierten Koülelrkontrollkom- miffton hinausgeht, weiter Diskussionsgegenstand.

Die Entschädigungssrage.

w Spaa, 13. Juli. (T. lt) Gestern waren die Ministerpräsidenten der auf der Konferenz in Spaa ver­tretenen Regierungen nachmittägs im Schloß be la Frei- neuse zu einer Sitzung zusammengetreten, die jedoch keine Entscheidung der Kohlenfrage brächte. Diese wurde vielmehr auf heute nachmittag 3¥2 Uhr vertagt. Zur Be­ratung der Eutschädigungsfrage wurde die Einsetzung einer gemischten Konimission beschlossen, die heute vor­mittag 11 Uhr ihre Sitzungen aufnimmt. Wie verlautet, soll Lloyd George darauf bestehen, daß die Kommission bis zur Erledigung der Hauptfragen beisammen bleibt. Unter diesen Umständen muß damit gerechnet werden, daß die Konferenz noch biS Ende dieser Woche andaneru wird. Damit stimmt überein. daß Milleraus seine ur­sprünglich auf Montag festgesetzte Abreise verschoben hat. Die deutschen Mitglieder der Entschädtgnugskommisstov.

** Spaa, 13. Juli. (T. U.) Von deutscher Seite sind zu Mitgliedern der gemischten Kommission für die Entschädigung die Herren Minister Wirth, Wiedselo, Dr. Melchior und Bergmann ernannt worden.

Der Bericht der Ententesachverständigen.

Der Bericht der Sachverständigen in der Kohlenfraoe lautet: Die Sachverständigen der Alliierten sind der An- sicht, daß die von der deutschen Delegation vorgetragenen Ziffern nicht derartig sind, daß sie irgend eine Aenderung in den Dispositionen des am 0. Juli gebilligten Proto­kolls rechtfertigen würden.

Die Gegensätze ans der Konferenz.

!* Paris, 13. Juli. Noch gestern vormittag war der französischen Presse mitgeteilt worden, daß Millerand und die übrigen französischen Minister unbedingt nach Paris zurückkommen wollen. Nmlmeür steht fest, daß S Millerand sogar den französischen ßiationaltag mit den i Arbeiten in Spaa verbringt. Daraus ist zu schließen, I daß die Arbeiten der Konferenz erhebliche Gegensätze gezeitigt haben. Möglich ist, daß heute oder morgen keine Plenarsitzungen stattfinden, sondern nur Beratungen i zrvischen den Ebefs der deutschen und der verbündeten s Delegationen. Pariser Blätter fürchten, bah Frankreich . beeinflußt werden soll, einer Verminderung der deut­schen Koüleulieferuug zuzustimmen, damit auch Hugo .' Stinnes das Abkommen in der Kohlenfrage unterzetch- ; neu kann.

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tigt, von den Alliierten zu tnSTSftflemoie Besatznitgsarmeö im RheinlanS herabzamiuöerrr. Die detrtscheü Delegierten iverden ferner verlangen, daß

Petit Parisien ' meidet aus Spaa: Am Tönnäbend abend und Sonntag wurde über die Verteilung der Ent- schädigung ein endgültiges Abkommen zwischen den Al­liierte« zustande gebracht. Der Anteil Frankreichs wird sich nicht verändern. DeN Belgier« sind endgültig 8 Prozent zugesprochen, ferner alle Schiffe, die als gute Prise für Belgien erklärt sind. England hat ferner zu­gestimmt, daß die in Belgien während der Besetzung ausgegebenen Mark zum Betrage von 1,25 Francs von Deutschland umgetauscht werden müßte.

Bayerns Einwohnerwehr gegen Entwaffnung.

>* München, 13. Juli. 'Der Landeshauptmann der Einwohnerwehr von Dkünchen, Dr. Escherich, hat im Hinblick auf das Entwaffnung verlangen dir Entente und im Zusannnenhang mit der Erklürmig der bayeri­schen Regierung die Erwartuno ausgesprochen, daß- die Organisation der bayerischen E ivohnerwehr geschlos­sen hinter ihm stehe und einmütig eine Entwaffnung ab- lehne. Die Leitinig der Rkümlic .- Einwohnerwehr gab folgende Erklärung ab:Auf Grund der Zustimmung der Offiziere erklärt die Leitung der Einwohnerwehr, daß diese einmütig entschlossen. sich keinesfalls dem Verlangen der Entente auf Entwaffnung zu fügen."

** Köln, 13. Juli. Der Vertreter derKöln. Ztg." in Spaa meldet seinem Blatte: Heute Nacht wurde hier der der deutschen Abordnung beigeoebenc Vertreter des Wolffbüros ohne jeden Anlaß von offenbar betrunkenen Straßenpassanten Überfälle« und schwer mißhandelt. Nur durch das Dazwischentreten amerikanischer 3et= tunasvertreter konnte er vor weiteren Mißhandlungen

geschützt werden.

i. Juli. (T. II.) Der Zwischensatz, bei tglted der deutschen Delegation, der Ber­

W Spaa, 13

welchem das Mitglied der deutschen Delegation, der Ver­treter'des Wolsf-Büros Stocklossa, schwer mißharroelt wurde, spielte sich in der Nähe eines vielbesuchten Ea- fces ab, in dem eine große Menschenmenge sich aufhielt. Die deutschen Herren, darunter auch Staatssekretär Deruburg, wurden beschimpft. Herr Stocklossa erhielt mit einem schweren Hpazicrftock einen Schlag auf des Kopf. Acußere Verletzungen sind nicht sichtbar. Jedoch ist -er Angegriffene heute gezwungen, das Bett zu hü­ten. In deutschen Delegationskreisen ist die Empörung über diesen Vorfall außerordentlich groß. Auf den Zwi- schenfall ist deutscherseits eine Beschwerde eingereicht worden. Als Entschuldigung wird von belgiscl^er Seite angegeben, daß es sich nicht um Einwohner von Spaa handele, sondern um eine Brüsseler Tourüstengesev- schaft, die stark angetrunken war. Von der Gegenseite wird der unangenehme SivtübenmH natürlich zu gröbli- chen Entstellimgen benutzt.

Ablieferung des Luftschiffes L. 72.

* Geuf, 13 Juli. Das deutsche Luftschiff L. 72 ist nach siebenstündiger Fahrt in MetSrutze eingelaufen und wurde der französischen Behörde übergeben. Die deutsche Besatzung bestand aus drei Offizieren und 13 Mannschaften in Zivil. Außerdem hatte das Luftschtfi zwei französische Offiziere an Bord.

der deutsche Medekgulmachimisvorschloz.

Der in Spaa vorgelegte deutsche Plan für die Pach. leistungen besagt tt a.: Deutschland ist auf GrunSS« Artikels 236 und der Paragraphen 1-4 der Anlage 4 w

troitenen Gebi.etSteile der alliierten und affozti Mächte nach näherer Bestimmung des Wie-ergu chungSausschusses Material zu liefern, dessen Sets die WiedergutmachungSschuld angerechnet wird. WiedergutmachungSauSschuß hat diese Lieferung nicht feftaefe&t Der deutschen Stegterung fhtd Visüe dialich die Ausnibrnngslift« der beteiligten St zur Aeußerung mitgeteilt worden. Diese Ästen, Mi verschiedensten Gegenstände vom Vieh, jeder Art 1 ftoffc, industrieller Erzeugnisse StS zu ganzen Fabi umfasien, haben eine eingehende Durcyberatung e

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ren, die im wesentlichen beendigt ist, sodaß die mit dem WieSerautmachungSauSschuß zu st Verhandlungen deumüchst beginnen können, wird genau festzustellen sein, welche Lieferur Rahmen der Leistungsfähigkeit Deutschlands c

'führt werden und welche mit Rücksicht a

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t ganz ober zum Teil unausführbar fti zur möglichst beschleunigten und reib« führuna aufgestellten Plan seien folgende raebobcu: Deutschland schafft eine Ew Harnten Industrie zur Durchführung der Soweit die Änsfiihrung Tvezialmaterial it die Vergebung durch die Fachverbände der e. Wenn es sich um Maisenarmel handelt, ö sie Länder die Lieferurrgen durch besondere guter an Industrie und Handwerk. Die Tach

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ten Gebiete bilde das gemeinschaftliche Interesse 8er' Völker, da die Gefahr besteht, daß die Gefühls des Ho­fes und der Schrei nach Rache nicht verschwinden, so­lange sie nicht durchgefübrt ist. Die deutsche Regi-ruin: hat deshalb, obwohl nach dem Friedensverrrag eine Ver pflichtung zur umntttelbaren Beteiligung Deutschlarrds am Wiederaufbau nicht besteht, ihre Bereitsck>att erklär sich an den Aufbauarbeiten zu beteiligen. Sie emMiehl im gemeinsamen Interesse bringend der Frage erneu näher zu treten. Dabei berücksichtigt sie auch hie bet b« bisherigen deuffchen Liefcrlmgen für die Zwecke des Wiederaufbaus gemachten Erfabrimreu, daß die Wtak riaHteferima nicht ausschließlich dazu Verwendung , finde, um den früheren Zustand der zerstörten Gcbie b?rbeizuführen, sondern von den Geschädigten feifmet" i. ch zum Aufbau einer anderen Eristenz an andere« urten benutzt werde. Die deutsche Regienina gibt da her die Anregung, den Wiederaufbau der zerstörten Sie, biete durch ein grcszeS nit'>.nationales LiedlungSumer^ Nhmen vornehmen zu lassen.

Aus dem Plan zu diesem Unternehmen ist folgend-k hervorzuheben: Es wird ein iatcrnalwaatcs Lyn-ik«: von Unternehmern gebildet, in dem allen Staaten die Beteiligung offen gehalten iv.rd. Das Syndikat erbat die Aufgabe, im Einvernehmen mit den unmittelbar be teiligten Regierungen, die Aufrichtung der zcrslörien 6)ebiete durchzuführen, die Industrie. Vandwinfcha" und Verkehrsanlagen wiederhererstellen und n': Heimstätten für die bisherigen Bewohner dieser Ge biete oder anderer Siedler, die aus sonstigen Gebiete' der geschädigten Firn der dorthin wollen, zu schaffen.

Der Sieg des Deakschkums im Osten.

* Berlin, 13.

munaseraebniS int seinem Telegramm Jammer ««serer L

ergehend an

Juli. (Eig. Drahtm) Das Abstim Osten ist wie der Reichskanzler in mit Recht sagt, ein Lichtblick in dem r Tage. Niemand hat auch nur vor­dem deutschen Charakter des Abitim

munaSgebicteS gezweifelt, trotz des Lärmes bet Pole und ihrer reichen Mittel, die n» über das Land ergo^e um es den Deutschen abspenstig zu machen. Aber nie mand hat selbst in seinen kühnsten TrSmnen auf eir solche Einmütigkeit zu hoffen gewagr. Dies Abstti! mungsergebniS ist die schärfste Kritik an einem Yri -ensvertra-e, der diese Gebiete überhaupt den Mlihe einer Volksabstimmung unterwarf, nur weil keine Ve faster der elementarsten Kenntnisse unserer östliche Grenzverhältnisse bar waren. Auch wenn der Bersaill Vertrag nicht vorschreibt, daß dies AbstimmmcgSergei nis einen Anhalt dafür bietet, so ist doch nicht baran z zweifeln, daß Sie Gebiete, die sich am Sonntag mit fo cher Wucht zu Tcutkchlanö bekannt haben, Mi für i««< bei Dentschlon» bleib«. Man hatte nur f« den Mti.