Einzelbild herunterladen
 

i

Erscheint jeden Wochentag nachm. / Bezugspreis j für hersse!- sowie durch die Post bezogen viertel- fährt. Alk t - ohne Trägerlohn u. Postbestellgeld. :

finzeigenpreise: die einspaltige Petitzeile oder deren Raunt V Pfennig, auswärts ^ pjesmg, im Wertteil Ulk -.,- / Fernsprecher Ummuer r.

kjersfet^er Rreisblalt

Druck: e.funks Suchöruckerei, f. ö.5djripieitung verrmtw. frans funk, hersfelS.

Nr. 202 3monallidi 2. ^ Ulks frei Baus 2,25 (Dh.9 Dienstag, den 31. August fkzeigenprets, ,ur ^4«^ eini^iiBg^ Zeile £9Ä0

FKraUsmus.

Abgesehen von allein Parteihader, schaften und jenem vernunftwidrigen scher Hasardeure der Erireme, sind im der Gegenwart zwei Hauptströmungen

Iuteresjenmirt- Treiben politi- deutschen Volke nnvcrkcicnbar:

Passives Hiunehmen unserer politischen Lage und der ernste Wille zum Wiederaufbau. Die Uttterlassungs- fünbe das alten Regimes, das jegliche Erziehung zum Staatsbürger" außer Acht ließ, ließen dem schroffen Uebergang aus bett gewaltigen Eindrücken des Krie­ges in ein ruhiges, fast ausgeglichenes Dasein des Ein­zelnen hat in weiten Kreisen unseres Volkes die Er­kenntnis für die Härte des Versailler Vertrages und damit für die gesamte Zukunft des deutschen Volkes nicht aufdämmern lassen, oder diese hat, so ist dem Einzelnen gekommen war, einem politischen Fatalis­mus Platz gemacht, der doch immer das Keunzeichen willenloser, unklarer Geister ist. 9htr unter diesem Gesichtspunkte sind die intlerpolitischen Ereignisse der lLtzten WochL zu verstehen, die sogar am unsere auswär­tigen Beziehungen Einfluß zu gewinnen sich auschicken. Im französischen Konsulat in Breslau haben Burschen ihrem, vielleicht nicht unberechtigten, Mitzmute Lust ge- ,macht, uitb sich über Gebote der völkerrechtlicherc Gast- sreündschaft hiptveggefetzt. In rvelchen politischen Elementen die Urheber zu suchen sind, ist nicht ersicht­lich. da die Nachrichten über die Breslankr ^rawglle einander widersprechen. Das icdcch muß mit aller Schärfe gesagt werden, daß in Bresläu politische Igno­ranten auf Kosten des deutschen Staatssäckels sich ans- tobten. Die französsche Reareßsorderuua von elllinen Millionen Franken ist unterwegs. Gewiß ist das vbcr- fchlesische Volk durch die eigentümlicheMinoritätspo­litik" der hohen Kommission in Oppeln bis in die letzte Nervensafer erregt, und die bisher passive Unverschämt­heit polnischer Irredentisten hat sich zu offener Gewalt gewandelt. Die Berliner Riesenkundgebung spricht eine beredte Sprache. Dennoch man das schärfste Vor­gehen gegen diese Äreslauer Tumultanteir jenem Fata­lismus die Spitze abbrechen, zumal wir vor weittra­genden Verhandlungen in Genf stehen, wo uns Ein­griffe in das Kousulatsrecht zu Unabsehbaren innern Ä außenpolitischen Verwickelungen werden können, nlt man in jenen Kreisen nicht, daß die Entschei- düWeu über die sich für D'^fs-älaud ans dem Frie- samten Entwickluna für die nächsten Jahre Wege weist, bte nur zu gehen sind, wenn jenseits von Parteihader das gesamte Volk dieser Berpslichtung bewntzt, sich jeglicher fatalistischer Politik begibt? . . . Ist man in jenen extremistischen Regionen der Aimahme. dem deutschen Ernährrlugsnrinister, der in vergangener Woche Verhandlungen über die deutsche Versorgung in London einleitete, seine Aufäabe zu erleichtern? .... Mit einem deutschen Volksvertreter sönnen wir auch an dieser Stelle sagen:Wahrlich, man bewegte sich wie eine Kuh im Porzellanladen!" Sagen wir doch offen heraus wenn sich auch mancher dieser Tatsache noch verschließt: Wir sind besiegt. Z,im mindesten ausge­hungert. Und Hunger spricht härtere Sprache denn Unterlegen". Denn letzten Endes sind jegliche Fra- gen unserer Innen- wie Außenpolitik Fragen miserer Eruährnng. ' ..... ' "

r In diesem Zusammenhang muß ebenso dem zur Stunde ganz Württemberg burchlodernden General­streik mit gleichscharftn Worten begegnet werden. Ge­ben wir zu, daß mit der einseitigen Erfassuna der Steuer aller festen Gehälter und Löhne durchaus kein finanzpolitisches Ideal erreicht wurde, da man nicht gleichzeitig ein Kontrollorgan der Unternehmergewinne schuf, so ist- dennoch das in Frage stehende Stenergesetz der Beschluß einer Volksvertretung, die auf breitestem und freieftem Wahlrecht der Welt gewählt würbe, ein Gesetz, das von keiner Partei links ober rechts kurzer­hand durch Generalstreik sabotiert werden kann. Diese Befugnis liegt einzig und allein bet der Volksvertre­tung. Jeder derartige Eingriff in die Hoheitsrechte des Parlamentes bedeutet einen Faustschlag ins Gesicht der Demokratie, gegen den selbst deutsche namhafte, So- ? zialisten sich wenden, wie Karl Kautsky in fernem Wort-Jedes unbemefratifebe Vorgehen widerspricht dem Sinne des Sozialismus."

' Auch dieses üeberschäumen politischer Stimmungen, das heute die gesamte württembergische Wirtschaft in Frage stellt entspringt ieitern Fatalismus politischer Unreife, der nichts anderes bedeutet als das imanchalt- -fante Sinken der deutschen Valuta und damit desaus- länbiicben WirtsMftskredttes Gleichzeitig hat sich die Arbeitslosigkeit auf dem deutschen Markte zu betörter Gefahr ausgestaltet, daß das Reichskabinett über em- schlNiae Beschlüsse berät ^m bergig länder Revier bauten ücf». bte WrlebSeinf ^ tion Stunde au Stunde, während man in Heilbronn und Stuttgart der werkLen arbeitöivilligen Bevölkerung kurzerhand die Luft abschnetdet.

rieseahmdjkebmiz her NrMesier.

♦t Berlin, 30. August. (Eig. Drahtn.? Die gestern Sonntag nachmittag im Lust garten an gekündigte Ver- sannnlung ehemaliger Deutsch-Oberschlesier in Berlin gegen die polnischen Gewaltakte in Oberschlesien gestal­te ie sich zu einem einzigartigen Bekenntnis des Teutsch- tunis. Alle Stände, alle Parteien seien einig in beut Rest reden, für die bedrohten obcrschlcstschen Grenzlan.de einzutreten. Gleich in den ersten Nackmülagsstunden zogen aus allen Sladtgegenden die unübersehbaren Züge der beimatstreuen OSevsKlesier nach dem Lustgarten. Tausende von Schildern wurden mitgeführt, mit teil­weise drastischen Aufschriften wie z. B.:Mit Korfaulps Kuh laßt uns in Ruh" oderEnde dem polnischen Ter­ror",Was die Deutschen erschaffen, wollen die Polen erraffen". Andere wiebentm besagten, der Verlust Oberschlesiens bedeute Verarmung des ganzen deutschen Volkes.Gedenkt der kalten Tage im Winter",Ohne Kohlen itnb Brot keine Industrie" usw. An die Teil- nebmsr Mrben im Lustgarten taufende Fähnchen in den oberMesischett Farben verteilt, sodass der Lustgar­ten und der Platz vor dem Schlosse, auf dem sich 60 000 Teilnehmer versammelten, einem Fahnenwald glich. Während an den verschiedensten Punkten Reden gebäh­ten wurden, erbrauste das deutsche Lied. Um 3 Uhr be­gannen zu gleicher Zeit von verschiedenen Plätzen aus Redner aller Parteien über die Bedeutung Overschle^ stetig zu sprechen so n. a. Laverenz, Herstbel, Pfarrer Windol, Generalsekretär Dr. Benphen, Riedel und Führer der sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

Nach Beendigung der Versammlung wurde eine ein- stimnnge Entschließung ang^noninicn, in bei: iL 5. Nk- langt wird: restlose Cutwasfnnng der polnischen Ban­den. Schärfste Ahndung der begangenen Verbrechen. :er aber geistig

bett. Schärfste Annsuva der begangen Ausweisung strafrechtlich nicht faßbar Mitschuldiger an den'vberschleüschen Bi

:er aber ge

angen. Jns-

besondere der bekannten polnischen Führer. Ferner Wiederherstellung der Ordnung, Gewährleistung der Arbeitsmöglichkeit für die arbeitswillige oberschlesische Arbeiterschaft, für die Einsetzung der alten gesetzmäßigen Behörden. Außerdem würbe von der organisierten Ar­beiterschaft einFvnksyrnch an die Arbeiter der ganze« Welt" erlassen, in dem es u. a. heißt:Mitarbeiter und Genossen, vergebt uns nicht. Von unserer $änbe Arbeit

nein, General Lerond, eine Note erhalten habe, kn Her 1 das Einrücken von polnischen ' . rupven in das ober- schiensche Zlbstimmnngsgebiet festaestellt wird Alle 1 Meldungen hierüber entbehren jeglicher Grundlage.

Keine beschleunigte Abstimmung.

t-^ O p v e l u, 30. Aiigust. lL. Ah Die Nachricht, i daß die interalliierte Kommission in Opveln vom Ober­sten Rate mit der Ausarbeitung von Vorschlägen eine Veschlennigung der Abstimmnug in OberschlesieH betraut ist, wird von der KommUfio« selbst als unzu­treffend bezeichnet.

Abschied von Opvel«.

** Breslau, 30. August. (B. 3 ) In Allsübmtg der zwischen den polnischen und deutschen Parteien getrof­fenen Vereinbarungen mußteir am Sonnavend die nicht aus Oberschlesien stammenden Sickerheitsbeamten die Stadt Oppeln verlassen. Der Abzng gestaltete sich zu einer Kundgebung für das Deutschtum. Unter Absin- gung vaterländischer Lieder marschierte die Sicherheits­polizei durch die Stadt zum Bahnhof. Die Kundgebun­gen dauerten bis spät in die Nacht hinein an. Die Eisen­bahner weigerten sich zunächst die Sicherheitswehr bet Nacht und Nebel abzutransportieren. Nach längeren Verhandlungen gelang es gegen Morgen das notwen­dige Zugpersonal für den Transport zusattnnenznstellen.!

Der Krieg in Polen.

Der Dnjeftr überschritte«.

** Warschau, 29. August. (T. UZ Amtlicher pol­nischer Heeresbericht turnt 28. Von Grafewo bis Wlo- bawa schwache Fühlung mit dem Feinde. Bet Balz ge» stern Kämpfe mit der Refterarmee des Generals Bus« jenuis, bereit Formationen bei Pnscöwiec angriffen. Fm Abschnitt Bobra bei Swirz schlugen unsere Abtei­lungen schwere Angriffe des Feindes ab und gingen zu örtlichen Gegenangriffen über, in deren Verlauft Sarniki genommen wurde und den feindlichen Schwa­dronen schwere Verluste zugefügt wurden. Die Ar­mee des Generals Pawlenko hat in der Nacht vom 26. auf den 27. d. M. die Uebergang über ben D»jestr er­zwungen und rückt in nördlicher Richtung vor.

Polnischer Bericht.

* Warschau, 30. Slngust. (T. It) Amtlicher poL

Hier würbe die Waffe des Generalstreiks, deren Bc- cht'Miug wir als ultirna ratio im berechtigten Wirt- »aftSkampf anerkennen können. Mir Sübftnwrbimffe, ra « Ä®S t'«»ta® äs «te «äW ch bekannt. Niemals werden Breslau und Stuttgart

fißfampf aiterfeirnen können, extremistische Elemente gegen gen richteten. Unkere finmiz!

Wir wollen arbeiten, wir wir wollen «us nicht durch ben greuzenlosen polnischen Haß vernichten lasse». Darum bitten wir euch SM Hilfe."

Es kriselt weiter.

t* Kattowitz, 30. Zsugust. (T. It.) Hier herrscht eine gewisse Nervosität, bte durch Zwischenfälle zwischen fran­zösischen und italienischen Soldaten bezw. Offizieren hervorgerufen wurde. Der Bevölkerung gegenüber verhielten sich die Franzosen in den letzten Tagen we­niger heraussordernd. Man rechnet damit, daß es zu der Auflösung der gesamten Besatzungstruppen kommen werde. In Myslowitz ist es zu Gewaltakten gekonnnen. Nach weiteren Nachrichten soll der verschärfte Belage- rllngszustand am Dienstag wfsber aufgehoben werden. "' ^ Das oberschlesische Chaos. .

* Breslau, 30. August. (S. C.) Polnische Insur­genten sind am Sonntag in Zielona und Georgenberg etnmarschiert. Als am Nachmittag eine Abteilung deut­scher Sicherheitspolizei die beiden Orte säubern wollte, witrbc sie von den polnischen Insurgenten entwaffnet.

< «. Breslau, 30. August. (S. E.) Entgegen den Meldungen von einer Entspannung der Lage in Ober- schlesien hat auch der Sonntag eine Anzahl neuer Ucber- grisse der polnischen Insurgenten gebracht. In Rybmk hielten die Polen gestern unter den Augen der Besat- zuugSbchörde einen Slppell von etwa 200 bis 300 be­waffneten Jnsnrgenten ab. In Schrau drangen polni­sche Insurgenten in die Wohnungen der deutschen Ein­wohner und nahmen Hanssuchungen und Beschlag- nalnne von Waffen vor. In Berun wurden 18 Deut, sche von den Polen verhaftet und über die Grenze ge- walisant verschleppt. In Oberschlesien zeigt sich bisher kein Beginn einer ernstlichen Entwaffnungsaktion durch die Entente. Die Lage für die deutsche Bevölkenmg bleibt nach wie vor verhängnisvoll und gefäbrlich.

Revanche für Breslau.

w Berlin, 30. August. lL. A.) Gelegentlich einer von den Polen veranstaltete« Hanssuchung demolierten die in Lativwitz stationierten Ententetruppen das dor­tige Polizsiprästdium.

Polnische Banden.

* Glogan, 29. August. (T. UZ Im nahen Frau- siadi griffen polnische Soldaten gemeinsam mit polni­schen Zivilisten die dortige Station der deutschen Si- cherheitsvolizei tu Luäm an. Es kam zu einer lebhaf­ten Schießerei. Die polnischen Angreifer wurden schließlich unter Verlusten zunickgeschlagen. Auf deut­scher Seite wurde ein Beamter verwundet.

Polnische Dementis. ,

- Warschau, 30. August. (T. UZ Das polniiche Ki-iegsministerium l'ctont nachträglich, daß bte von ei- uem Teil der auswärtigen Presse verbreiteten Mel- düngen, daß polnische Truppen in irgend enrer Form tu Oberschlesien eingerückt seien, falsch sind. Polnische Truppen sind niemals in Oberschlesien gewesen, wie die maßgebenden Stellen mitteilen. . , _, .,.

»>. nischer^MtzxEe.rickt. Unsere Truppen säuberten die

und Brest-Litowsk gingen unsere Truppen weiter vor und besetzten die Orte Sokolka, Lozinka usw. Längs des Bug sind örtliche Kämpfe im Gange, die für uns einen günstigen Verlauf nehmen, wobei Hordo genommen wurde. Die Reiterarmee Budjennis ist in der Gegend Damosow vorgegangen. Der Berlcnrf der Kämpfe tft günstig für uns.

Abflauen der polnische« Offensive.

** Königsberg, 29. August. Die Russen meldeu tie Einnahme von Bialystok. Oestlich von Brest-Litowsk dauern die schweren Kämpfe an. In Galizien macht sich verschärfter Widerstand im Quellgebiet der Zlota Ltpa bemerkbar. Der Abzug aller bolschewistischen Organl. sattonen aus Wilna ist erfolgt. Am 25. August blieben ititr die bolschewistischen Dienststellen in Wilna, die die Stadt gestern abend 8 Uhr verlassen wollten. Durch Verordnung wurde bekannt gemacht, daß von nun an' die Verwaltung Wilnas den litauischen Verwallungs- organen zukommt. Gleichzeitig wurde Wer Stadt- und

Landkreis Wilna der Kriegszustand verbällgt. Gester« erfolgte die Besetzung Wilmas durch litauische TrnpvenT"^

erfolgte die Besetzung _____ ,

Bemerkenswert ist, daß die Polen tu de« Grenzgesen- den Bcrschavzvngen und Gräben mit der Front nach Dentschland gebaut haben. Die Polen befürchten offen­bar eine Verbindung Deutschland mit den Russen und suchen sich durch diese Vorkehrungen zu schützen.

Rücknahme des polnischen ZentrumS.

* Genf, 30. August. (S. E.i Der Matin berichtet von der polnischen Front: Die Polen haben ihre Trup, pen auf der Bahn von PinSk nach Cholm nach Brest- Litowsk znrnckgenommen. Auf den Bug n«d bei Cholm sind starke russische Kräfte im Anmarsch.

Russischer Gegenangriff.

w Genf, 30. August. (S. E.) HavaS am Sonntag von der polnischen Nordfront: Die russische Gegenoffen­sive hat bisher keine Frontveränderung zur Folge ge­habt. Die Polen sieben überall auf den. Linien, die sie am Donnerstag abend inne hatten. Dre Polen haben auf der ganzen Front die doppelte Ueberlegenheit an Artillerie über die Rnssen.

Keine Aenderung der Nordfront.

** Königsberg, 30. August. (T. C.i Die russische Gegenoffensive hat bis Sonntag nachmittag an der oft- preußischen Grenze keine Aenderung der Lage mit sich gebracht. Alle Grenzttbcrgänge sind noch von polnischen Truppen besetzt. Nur in der Richtung Oletzko stauben am Sonntag früh noch einige Russen.

Rußland sümpft weiter.

** Rotterdam, 30. August. (S. C.) Morningpost hält einen Fnnkfpruch and Riga, der große Sowie

per

mti

des Acutzern stellt fc Mr Vorsitzenden b<

> London

Lweteu

Zwanqsanöüebuna alle bis 35 Jahren beschloss