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hersselüer Tageblatt

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Nr. 220 ^onatii»?m^ Dienstag, den 21. September a,i'^^^ 1820

«ddemsmig des Seversis Lerond?

** Lugano, 20. September. lT. U.)Corriere della Sera" meldet aus Paris: Au journalisiischeu Kreise« ist man der Ueberzeugung, daß die Ankunft des Gene­rals Lerond die Einleitung einer radikalen Aenderung der französischen Politik in Oberschlesien sei. Wahr­scheinlich werde auch Sir Reginald Tower von seiner Regierung aus Danzig avbernfen und dnrch eine Per­sönlichkeit ersetzt werden, die den Deutschen weniger Anlaß zu Klagen wegen Parteilichkeit gebe.

Die Mörder von Josephstah verhaftet.

Beuchen, 20. September. (T. U.) Am Sonn­abend nachmittag ist es gelungen, sechs der am Morde von Josephstal Beteiligten festzunehmen und dem Beuthener Gerichtsgefängnis zuzuführen. Die Verhaf­teten stehen im Alter von 18 bis 25 Jahren. Der Hanpt- rädelsfüürer der jetzt verhafteten Mörderbande, ein ge- wisier Baron von Birkenhain, ist leider entkommen Er hält sich anscheinend auf polnischem Gebiet auf. Die schnelle Ermittelung der Mörder ist zum großen Teil der Birkenhainer Bürgerwehr, die sich aus Polen und Deutschen zusammensetzt, zuzuschreiben.

Ein ventrales Urteil über Oberschlesien.

w Zürich, 19. September. lT. II.) Zu dem durch die parteiische Haltung der französischen Militärbehörde veranlaßten Rücktritt mehrerer englischer Kreiskontrol­leure in Oberschlesien bemerkt dieZüricher Post": Dem Aufsehen erregenden Schritt der englischen Kommissare kommt symptomatische Bedeutung zu. Es liegt darin ein Urteil über die heutigen Vorgänge in Oberschlesien. Angesichts des verurteilenden Schrittes der englischen Kommissare nimmt sich die Haltung der dentscheu Un­abhängigen, die auch heute nicht den Mut und genügend Nationalgefühl aufbringen, um gegen die Gewalttätig­keiten der Polen zu protestiereu, sehr grotesk aus.

Zum LAHM des Leichsfivavzminislers.

Zum Nücktrittsgemck des Reichsfinanzministers Dr. Wirth verlautet noch: Ueber die Demission wird in ei­ner Kabinettssitzung entschieden werden, die Mitte die­ser Woche stattfindet. In parlamentarischen und Zen-

sab t abznbringen. an rechnet damit, daß es möglich sein wird, einen Ausgleich in dem Konflikt über die Besolduugorbuung zu erzie­len, da diese den einzigen Grund für die Rücktrittsab- sicht bildet. Es hieß anfangs, daß auch Gründe steuer-. politischer Art Dr. Wirth amtsnchde gemacht haben, doch wird diesem Gerüchte von zuständiger Seite widerspro­chen. Trotzdem dürfte die Krise im Reichsfiuanzmtni- sierium nicht nur die Frage der Besoldungsreform im Reichskabinett neu aufrollen, sondern überhaupt die ge­samte Finanzwirtschaft des Reiches. Der ganze Kom­plex der Fragen, die mit der Finanzwirtschaft zusam­menhängen, wird in der Kabinettssitzung wohl bespro­chen werden mitten. Dies ist um so wahrscheinlicher, als von feiten des Reichsfinanzministeriums schon von früher her die Absicht besteht, mit besonderen Vorschlä­gen für die Finanzwirtschaft des Reiches hervorzutreten.

»-b Berlin, 20. September. (S. E.) Die heutigen Beratungen im Reichskabinett haben keine Klärung der Krise gebracht. Auch in den heutigen Besprechungen hielt der Reichsfinanzminister seine Absicht zum Rück­tritt aufrecht. Mau rechnet mit einer vorzeitigen Rück­kehr des Reichspräsidenten nach Berlin, der ursprüng­lich bis 10. Oktober in Freudenstadt bleiben wollte.

'* Berlin, 20. September. <S. C.) Wie ans Kreisen des ReichssinauzministeriumS gemeldet wird, betrogen die neuen Forderungen des Reichspostministers vnd des BerkehrSministers für Lohnaufbesserungen mehr als eine Milliarde Mark für die keine Deckung vorhauden sei. Mit dieser Tatsache, die znnr Finanz- baukerott des Reiches führen müsse, sei ein DemissionS- gefnch des Rcichssinanzminisiers ausführlich begründet.

Schon seit Wochen haben Gerückte über eine latente Krisis in der Reichsrcgieruna die Presse beschäftigt. Auch die Erörterungen einer Verbreiterung der Koali- tionLbasis sind darauf znrückznsührcn. Sicherlich ist dreier Gedanke daraus entstanden, di * drohende Kabi­nettskrise durch Schasinng einer breiteren Grundlage wh Stärkung der Regierungsparteien abzuschwächen. Inzwischen ist nun aber die Kabinettskrise durch den Rücktritt des Reichsfinanzministers Dr. Wirth akut ge­worden. Der Hauptanlaß zu seinem Rücktritt soll eine weitgehende Itcbcrfcbreitinm der Besoldungsordnung durch verschiedene Reicksämter, besonders das Re chö- postmknisterium und das RcicksverkebrönrinisterDin, fein, die er ablehmte.

Dr Wirth war der Nachfolger ErzbergerS und wurde'auch nach einigen Widerständen nach der Wahl des neuen Reichstages vom Kabinett Fehrenback ivie- der als Finanzminister übernommen. Wenn Dr. Wirtb auch das Verdienst hat, unsere jammervolle Fi­nanzlage seinerzeit vor den: Reichstage schonungslos zn cntüüllcn und ivarneud seine stinzme gegen die Tcha- benzu erveberk die die Papierwirtschaft gebracht hat, so ivar er doch nicht tatkräftig genug, hierin Wandel zu schaffen. Ihm fehlte die ErzbergerMe Enttgie, die not­wendig gewesen wäre, um unsere NnanzwtAschaft «^ ben Bahnen Heranszubringen »nb sie in Wege zt leiten, aus denen eine Gesundung möglich wäre. D^ sich bat Dr. Wirth zweifellos gehabt, öelM ^r chiedene seiner Pläne, namentlich der zur Eindämmung^ der uferlosen Notenwirtsckast, sind damals sehr.sympathisch ausgenommen worden. Allerdings hat er diese Pläne nicht dnnbaesührt oder burchstthren können. Der un­

gedeckte Notenumla.tif hat sich daher während seiner Amtstätigkeit gewaltig vermehrt, und zwar von 59 Mil­liarden auf 71,5 Milliarden Mark. Hinzu kam noch, daß ihm schöpferische Gedanken zu einer Steuerreform fehlten, die dem Reiche Geld eingebrackt hätte, ohne das Wirtschaftsleben zu zerstören. So ging die deutsche Fi- nanzwirtschast mit ihren gefährlichen Begleiterscheinun­gen weiter und jeder Anfang einer Gesundung war un­möglich.

Dr. Wirth ist auch kein Mann mit fester Entschluß­kraft. Das geht vor allem aus seinem Verhalten bei der Frage einer Zwangsanleihe hervor. Ueber die ge­plante Anleihe weiß heute die Oesfentlichkeit noch nicht mehr, als daß der Gedanke einer solchen erwogen wor­den ist und Beratungen stattgefuuden haben, die noch kein definitives Ergebnis gezeitigt haben. Und dabei ist die Frage doch außerordentlich wichtig, vor allem, ob neben dem Reichsnotopfer die Zwangsanleihe ausge- lwnnnen werden soll Auch die Behandlung des Steuerabzuges vom Kobit hat Rückschlüsse auf die schwache Willenskraft des Finanzministers zugelassen. Es wird allerdings schwer sein, mit Rücksicht auf die verworrene Finanzlage einen Mann zu finden, der er­folgversprechende Wege zu einer Sanierung der Fi­nanzwirtschaft finden wird. Unter diesen Umständen ist es nicht ausgeschlossen, daß bei der gespannten innerpo- litischen Lage die Krise im Finanzministerium zu einer allgemeinen Kabinettskrise führen kann. wk.

Dr. Heinze Gesandter in Bukarest?

x Berlin, 20. September. lV. Z.) Wie dieV. Z." hört, wird Vizekanzler und Reicksjustizminister Dr. Heinze demnächst zum Gesandten in Bukarest ernannt werden. Reicksjustizminster Heinze ist mit den Ver­hältnissen auf dem Balkan von seiner Tätigkeit in Kon­stantinopel her vertraut, wo er als Reorganisator des türkischen Iustizwesens tätig war. Das Amt des Vize­kanzlers, das der frentichen VoUsparter vorbehalten bleibt, soll dem Reickswirtschaftsminister Scholz über­tragen werden, das Retcksju>tizministerinm wieder mit einem Mitgliede der deutschen VolkSxartei besetzt wer­den. Weitere Veränderungen im Reichskabinett sieben zitnächst nicht bevor. Die Krise im Reichsfinanzministe- rium da^f ^be^siLal ^^* gell

Dr Älr!^iGd^?irUen^an^wen M

netts beigelegt werden, ohne daß ein Wechsel im Reichs- schatzamt eintreten wird.

der Samps um den Srrliner Sladl-Schulral.

Vereitelung der bürgerliche« Protestversammlungen.

»* Berliv, 20. September. lEig. Drahtn.) Am ge­strigen Sonntag sollte in Berlin eine Anzahl von Pro- teftknndgebnugen gegen die von den beiden sozialdemo- kratischen Parteien anfgestellte Kandidatur des Dr.- weustein zum Stadtschulrat stattfinoem Sowohl die Deuschnationale als auch die Deutsche Volkspartei und das Zentrum hatten die Versainmlungen ein berufen. Zu einer ordnungsusäßigen Ab!mlt««g dieser Bersamm- luuge« kam es nirgends; denn die durch die Sprengung der Löwenstein-Versammlung im Lehrervereinshause verärgerten und gereizten Unabhängigen hatten ihren gesamten Parteiapparat in Bewegung gesetzt, um Rache zu nehmen. Nach einer ausgegebenen Parole versam­melten sich die Unabhängigen schon um 8 Uhr in ihren Zahlabendlokalen. Tort wurden die Rollen verteilt und die Maßen nach den am nächsten gelegenen Ver- faumrlungSlokalen geleitet. Als dann die bürgerlichen Versammlungsbesucher zur angesetzten Stunde tarnen, fauben sie die Säle durch Unabhängige, die durch Kom- mnnisten verstärkt wäre«, bereits besetzt, sodaß es in den meisten Füllen nicht einmal zu einer Eröffnung der Versammlung kam. Die wenigen Biirgerrvehren, de- nen es gelang bis in die Säle vorzudringen, wurden mit Gewalt binausgedrüngt. An verschiedenen ---telleli kam zu Tätlichkeiten, bei denen es nickt unerhebliche Verletzungen nah. Die Sicherheitspolizei mußte überall einschrerten. Obwohl sie vor den größeren Sälen Ver­stärkungen heranzog, gelang es ihr dock nicht, das Hans- reckt der Einberufer vollständig zu wahren. Die Li- ckerhciiSvolizei nahm, unterstützt von Kriminalbeam­ten, Verhaftungen vor, wobei es sich in der Hauptsache um solche Personen handelte, die mit gefährlichen Ge­genständen geschlagen hatten. Nachdem die Mitglieder der bürgerlichen Parteien in die Flucht geschlagen wa­ren. Hielten die Unabhängigen in den Sälen Sympathie- versamnilungeu für Dr. Löwenstein ab

Hinüenburg über Deulschlands Zukunft.

-^ Berlin, 20. September. (Eig. Drahtmi Der Re­dakteur des in Rosenheim bei München erscheinenden Organs der Bäuerischen Volkspartei,Der Wendel­stein", wurde in Hannover von Hindenburg empfangen. Der Generalfeldmarschall sprach mit Wärme von den Bayern. Zum Schluß sagte Hindenburg irr tiefer Be-

we-untt.

Deutschlaud wird solange nicht zu Grunde gehen, als es die Kraft zu seiner weltgeschichtlichen Sendung behält. Ich habe daS Ringen meines Vaterlandes ge­sehen und glaube nie und «immer, daß es sein Todes- ringen gewesen ist. Der gute alte deutsche Geist wird sich wieder durchsetze«, wcvn auch erst nach den schwer­sten Läuterungeu im Glntofen von Leid «nd Leiden­schaft. Die Sturmflut der Leidenschaft und die tönen­den Redensarten werden sich wieder verlaufen. DaS Bl«t alter, die im Glaube» an Dentschlauds Größe ge. falle« sind, wird nicht vergebens gefloffen fein. Mit dem Glauben au Deutschlands Zukunft scheide ich ins Grab*

Die ihm aus Anlaß der Tannenberg-Gedückinis- >eier angetragene Ehreumitgliedschast des Ratio.-alver- bandes deutscher Offiziere hat Generalfeldmarschall von Hindenburg mit einem Schreiben angenommen, in dem es heißt:Dem Nationalverband deutscher Offiziere als Ehrenmitglied anzzigebören, wird mir eine Ehre und Freude sein: weiß ick doch, daß in diesem Ver­bände allzeit der Geist altvreutzischer Treue und deut­scher Vaterlandsliebe zu finden sein wird. Rege Tä­tigkeit kann ich freilich nicht mehr zur Verfügung stellen, aber mein Herz soll alle Zeit meinen alten Kameraden gehören."

Wirth über die europäische Wirtschaftspolitik.

Berlin, 20. September. Reichsfinanzminister Dr. Wirth erklärte einem Pressevertreter gegenüber, für ihn als Finanzminister sei es unbedingt erforder­lich, daß Teutsckland endlich die ihm zugewiesenen gro­ßen Lasten kenne, um danach -eine Wirtsckafts- und Fi­nanzpolitik einzurichten. Es sei unmöglich, baß ein Finanzminister sein Land als losgelöst von der politi­schen Lage Europas betrachten könne. Europa sei eine wirtschaftliche Einheit. Schon der Ausfall Rußlands zeige znr Genüge, daß das wirtschaftliche Gleichgewicht gestört ist, und ein Ausfall Deutschlands durch seinen vollen Zusammenbruck müsse auch ganz Europa mit in den Abgrund hineinziehen. Deshalb werde und muß die europäische Wirtschaftssolidarität kommen. Brüssel sollte den Weg dazu vorbereiten. Es ist der Wunsch der Alliierten, daß Brüssel Genf voransqehe. Das ist be- greislick. vom europäischen Standpunkt aus wünschens­wert. Aber die Ideale von Gens dürfen dadurch nicht verdeckt werden, weil auf der Gegenseite (ein Anzeichen von einer Verständigung und Aussprache sei. Bei Deutschland ist jeder Zeit der gute Wille vorhanden.

Der ungarisch'jrsnzSfische vertrag.

»* Wien, 19. September. (T. U.) Die hier erschei­nende ungarische ZeitungAz Embre" veröffentlicht den Text der Konvention, die zwischen Horthy unb der französischen Regierung abgeschlossen worden ist. Nach dieser Konvention werden die ungarischen Staatss^bxcy verratet'Tte nnArtsck: Regierung muß bis zum 1. Januar '921 den Persenentarif auf das 5frühe nnd den Gütertarif anf das Sfache erhöhen. Stimmt das Parla­ment dem Vertrage nicht zu, so muß die Nakionalver- saunnlunq aufgelöst und der Vertrag auf den, Wege der Verordnung verwirklicht werden. Der politische Ver­trag gestattet der ungarischen Regierung die Beibehal- tnng der allgemeinen Wehrpflicht und die Einberufung der Jahrgänge 1890 bis 1900. Die französische Regie­rung ist berechtigt, die Stärke der ungarischen Wehr­macht zu kontrollieren. Der dritte Teil des Abkommens enthält die militärische Konvention zwischen Ungarn und Frankreich, wonach Ungarn die Bereitschaft ans- fpricht, eine Armee von 150 000 Mann aufzustellen, wäh­rend Frankreich für die Ausrüstung Sorge zu tragen hat. Die Slrmee untersteht im Fcld .nge gegen Sowjet- Rußland dem frauzöfischcn Oberbefehl.

Ungarn ist durch diesen Vertrag vom Regen in die Traufe gekommen. Die Erleichterungen, die in Bezng auf die Verpflichtungen des Friedensvertrages gewährt worden sind, werden nämlich, soweit sich nach der vor­stehenden Meldung beurteilen läßt, wieder mehr als ausgewogen durch die neuen Bedingungen, die Ungarn in dem Vertrage übernommen hat. Die Verpfändung der Eisenbahnen an eine französische Gesellschaft mnß zu einer wirtschaftlichen Katastrophe für Ungarn werben. Abgesehen davon, daß die Folgen einer zu befürchtenden mangelhaften Instandhaltung der Eisenbahnen lähmend auf den Verkehr wirken werden, muß die Tarifpolitik einer fremdländischen Gesellschaft die aus dem Verträge nur den größten Nutzen ziehen will, geradezu gefahrvoll für den Verkehr und damit die ungarische Wirtschaft werden. Im übrigen sind mit diesem Teil des Abkom­mens noch so viele Bedenken verknüpf, u. a. die Per­sonalfrage, Besoldung usw., daß dieser neueStreich Horthos sehr grotesk amnutet. Der einzige Aktivposten ist die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht. Da­für hat sich aber Horthy vermischten müssen, das un­garische Volk für die Interessen Frankreichs in Ruß­land gegen die Sowjet-Armeen zu opfern. Die Frage, ob diese Politik für Ungarn nicht noch einmal schwere Folgert haben wird, ist berechtigt: denn der Krieg im Osten ist noch nicht beendigt, und es dürfte auch kaum möglich fein, den Bolschewismus von außen her durch kriegerische Maßnahmen zn beseitigen. Der Gedanke des BolsckewiSmnS ist aus der Not des Krieges ent- standen und kann nur durch die innere Entwickelung in Rußland ausgerüstet werden.

Machtvolle AvfchlMuvdgebvng in Wien.

Protest gegen die Unterdrückung des Deutschtums.

** Wien, _ . September. Aus Anlaß des Jahres­tages des Friedens von St. Germain verunstalteten gestern die deutsch-nationalen Vereine eine Demonstra­tion, die sich ?h der größten Massenkundgebung gestal­tete. die Wien je gescheit hat. Etwa 100 000 Personen fanden sich vor dem Rathans, am Burgtheater, in der Ringstraße und am Parlament ein. um gegen die Uns terdrückung beS Deutschtums zu preteftieren. Der Rat- Hansplatz war mit sckwarz-rot-goldenen und weiß-roten Fahnen gcfcbntüdt. Alle Studenten, Bürger und Mi- litärvereine marschierten bereits in den ersten Morgen­stunden auf. Die Studenten hatten ihre Tafeln mir grauem Flor verhängen. An den verschiedenen Stellew