Einzelbild herunterladen
 

HersMer Logebmtl

' Erscheint jeden »«djentag nachm. / Bezugspreis für HSWfeldj»Die durch die Post bezogen eierte!- : jährt. Äk 5 - ohne Trägerlohn u. Postdestell-el».

I

fiergfelier KreieMott

! -«Uk: e. flmks SuchSmekerei, f. t S*6fMeitim$ whw». fttAs funk, HersM

j pujeigcnjteife: die emjgalh'ge -«tüselle tke

deren Raum 55 Pfennig, inswerts v> pfenm'g, :

im TeMil Kk..- / sem^recherBnraez 8.

Nr. 242

Sonnabend, den 16. Oktober ^^,^t«i^^

1-20

Die oberschlesische Frage.

Der Hetzfeldzng der Pariser Presse.

»-# Die Pariser Regieruugspresse setzt ihre hetzerischen Angrisse gegen Deutschland in Bezug aus die oöerschle- sische Gracie fort. So versucht derTemps" unter merk- würdiger Begründung den Nachweis zu führen, daß -er Besitz Oderschlesiens für den wirtschaftlichen Wieder­aufbau deS Reiches nicht notwendig sei. Die Politik -er deutschen Regierung in dieser Frage sei eine Politik des Hasses und der Einschüchterung. Berlin versuche mit allen. Mitteln den Termin der Abstimmung bis zum Frühjahr hinauszuschieben. (?) Demgegenüber sei es notwendig, Satz die Alliierten so schnell wie möglich die Abstimmung festsetzen, und daß sie sich mit allen notwen­digen Garantien gegen die deutschen politischen und mi­litärischen Intrigen umgeben.

Der lÄto VSIkerbmSskonM.

Die Aufnahme der Mittelmächte in den Bund.

im In den Kongreßberatungcn der Völkerbnndsver- einigung in Mailand schlugen die italienischen Abgeord­neten folgende Bedingungen vor, die nach lebhafter Dis­kussion angenommen wurden: Der Mailänder Kongreß gibt dem Wunsch Ausdruck Satz zum Wohle des Welt­friedens den kleinen und großen Staaten, einschließlich der ehemals feindlichen Länder, ohne weiteres Zögern der Zutritt znm Völkerbund gewährt werden solle. Diese Tagesordnung war von den italienischen Delegierten verschiedener Parteirichtung warm begründet worden, während sich die französischen Abgeordneten ablehnend verhielten. Die Italiener befürworteten die grundsätz­liche Zulassung der ehemals feindlichen Staaten und be­tonten, die italienische Oeffentlichkeit betrachte ihren Ein­tritt als Vorbedingung für den Bestand des Völker- vnndes.

Der Sitz des Völkerbundes.

** Das Sekretariat des Völkerbundes wird Ende Ok­tober, wie derD. A. Z." gemeldet wird, seinen Sitz nach Genf verlegen. In den ersten Tagen des Monats No- vember wird der größte Teil des Völkerbundspalastes znr Aufnahme der Dienstabteilungen des Sekretariats bereit sein, die in Sonderzügen zwischen dem 25. und 30. Oktober in Genf eintreffen werden. Einige Beamte des Sekretariats werden sich zur Sitzung des Völkerbundes, -re am 20. Oktober begiMt, nach Brüssel t-vgebe», und. von yort direkt nach Genf kommen. Während der Sitzung wird die Zahl der Züge zwischen Paris und Genf ver­mehrt.

Milderung des Spaaer Kohlenabkommens.

m- Genf. (S. 63 Nach einerTemps"-Meldung hat die deutsche Regierung in einer Vorstellung des Bot- Ichafters am 13. d. Mts. eine Milderung des Spaaer Kohlenabkommens bei Frankreich in Anregung gebracht.

Der Streit um Genf.

WieEcho de Paris" mitreilt, hat die französische Regierung die Vorschläge der englischen Note betreffend die Sachverständigenkonferenz und die vvrgcschlagene Konferenz mit deutschen Vertretern zur Erwägung der WiedergutmacbunaSsrage angenommen, aber die Einbe- rusirug einer dritten Konferenz verlangt, auf der nur die alliierten Regierungen vertreten sein sollen. Die eng­lische Ansicht geht dahin, daß man sich mit Deutschland auf sreundschäftliche Art einigen solle. Der französische Standpunkt dagegen geht dahin, daß Deutschland seinen Verpflichtungen nur dann Nachkomme, wenn es dazu ge­zwungen würde. Eine Formel für eine definitive Eini­gung sei bisher noch nicht gefunden wordem

Besprechung über die Genfer Konferenz.

w Wie dieD. A. 3" erfährt, fand am 13. Oktober im Auswärtigen Amt in Berlin mit vorn Reichswirtschafts- rat ernannten Persönlichkeiten eine Besprechung über die Vorbereitung der Genfer Konferenz statt.

Gewaltsamer Kamarsch in Malen.

>* Die freudige Stirnmnng über das AbstimmnngS- ergebnis in Körnten wird durch die Meldung getrübt, daß zwei jugo-slawische Bataillone in daS Abstimmnugs- gebiet cingerückt sind. Sie brachten Feldküchen und anderes Piaterial mit, was darauf schließen läßt, daß große Truppcnmasscn noch folgen werden, nur so mehr, als die slowenischen Zeitungen schon seit Tagen erfnu- de»e Meldnnaen über ocntschc Gewaltakte gegen die

deuc Meldungen über deutsche Gewaltakte gegei Slowenen veröffentlichen, um ein militärisches Ei

Slowenen veröffentlichen, um ein militärisches Eingrei­fen der Ingo-Slgwcn zu rechtfertigen. Die slowenischen Zeitungen melden ferner, daß das Abstimmnngsresnltat von den Deutschen gefälscht worden sei, und in Laiback, haben bereits große Manifestationen für eine militärische Besetzung KärMens durch Iugo-Slawicn statigefunden. Die interalliierte Abstimulungskommission, deren unpar­teiisches Verhalten allgemein anerkann wird, hat. in­folge des iugo-slawischen Vorstoßes beschlossen, die Ber- . waltnng der Abstimmnngözonc tn die s'audznn^

Ob die Iugo-Slaweu sich dadllrch wcrben gbhalten lasicn, ; deutsche Gebiete zu besetzen, wird die Zukunft lehren.

Der Einfall in Körnten.

w Klageufurth. (T. II.) Der Einmarsch der serbischen Truppen in das Abstimmungsgebiet stellt sich als eine zweifellos von langer Hand im Einverständnis zwischcn Laibach und Bclgmd unternommene Aktion heraus. Be- reits gestern nachmittag erklärten jugo-slawische Agenten der Bevölkerung in der Zone A, daß eine gewaltsame L Nomina durch serbisches Militär die Antwort Iuao-

Stawiens aus das Ergebnis der Avsllmmuna fern weroe. In der Nacht zum Dienstag teilte der jugo-slawische Be­vollmächtigte Jevanovic der interalliierten Kmnmissivn plötzlich seinen Rücktritt mit und reiste sofort im Atsto- mobil von Klagenfurth ab. Gleichzeittg erfolgte an mehreren Stellen der Einmarsch von fünf serbischen Ba- { taillonen. Aus dem oberen Rosental geben serbische Truppenabteilungen gegen die garcze Zone A vor und stehen bereits am Wörter-See und Biktrina dicht vor Klagcnftcrth. Die geängstigte Bevölkerung flüchtete in langen Zügen auf den Landstraßen nach der Zone B. In Aeguden ist der Gendarm Eichholzer, ein treu kärnt- nisch gesinnter Mann, von den Sokoln ermordet worden. In Lätschach, wo die Ingo-Slawen Eisenoahnzüge auf- hielten, wurden zwei Eisenbahner durch Schüsse schwer verwundet. Die jugo-slawischen Beamten, die in den letzten Tagen schon abgereist waren, kehren mit Möbeln und Familien zurück und erklären, daß Jugo-Slawien das Gebiet niemals räumen werde. Englische Kommis­sionsmitglieder erklären den serbischen Einmarsch als einen offenen Bruch, gegen den die Kormutssion mit alTen Machtmitteln einschreiien werde. Doch ist noch kein of- sizieller Schritt erfolgt. Es wird damit gerechnet, daß die Kommission das Gebiet Oesterreich baldigst über- geben wird.

Der Soldatenaufstand in Nutzland.

**Nutzkoje Slowo" meldet, datz die Aufstaudsbewe- gnug in Smolensk großen Umfang angenommen hat. 2000 Soldaten wurden verhaftet und 800 erschaffen. Das Kloster wurde in ein Konzentrationslager umgewandelt. Alle Gefängnisse und in Gefängnisse umgewandelten Schulgebäude sind mit Gesangenen überfüllt. Der Soldatenaufstand greift anch auf Minsk über.

** Die Sowjetregierung hat über 12 russische Gou­vernementsdistrikte den Ausnahmezustand verhängt. Auch Moskau und Petersburg befinden sich im Aus­nahmezustand. Der Oberbefehlshaber der roten Armee ist feines Postens enthoben worden. 26 zaristische Offi­ziere wurden verhaftet. Sie sollen sich Verfehlungen im Dienst und politische Unzuverlässigkeiten schuldig ge­macht haben.

Polnische Truppenverschiebvugen.

Laut Meldung des litauischen Pressebüros haben die Polen zwei Armeekorps an der Bahnlinie von MinSk nach Rowno narren In^n- DLtLrnKM S»: i» Sie Ukraine einmarschieren und sich mit den Ukrainern vereinigen. Bei dieser Bewegung sind die russischen Stellungen umgangen worden. Meldungen des Gene­rals Wrangel zufolge haben seine Truppen den Dnjestr überschritten. Zwei bolschewistische Regimenter wrrrden gefangen genommen. Bei verschiedenen Gefechten haben die Bolschewistcn empfindliche Niederlagen erlitten.

Rücktritt des Grafen Sforza.

Der italienische Minister des Auswärtigen Graf Sforza ist zurückgetreten. Damit dürfte die italienische Kabinettskrise akut geworden sein.

ßtlranlung Ses griechischen Königs.

»* Der König von Griechenland, der von einem Af­fen, mit dem er spielte, gebissen wurde, ist an einer schweren Blntveraiftuna erkrankt. Die Temperatur stieg bis 40,4 Grad in der Nacht, morgens 38.

Bcnizelos fürchtet «m seine Macht.

w Die Regierung Venizelos hat die Vertreter der alliierten Mächte in Athen gebeten, bet ihren Regienm- gen um ein zeitweiliges Protektorat für die Regierung Venizelos nachznsnchem Der Grund hierfür liegt in Venizelos' Befürchtung eines Staatsstreiches, der dem Könia Konstantin wieder zur Macht verhelfen könnte. Das Voracben Venizelos steht wohl im Zusammen­hänge mit der Berschlimmernng im Zustande des- rriaS Alcrgndcr, bei dessen Zlblcben ernsthafte Kompli- kationen entstehen könnten, da nach der Mdankung Kö­nia Konstantins über die griechische Thronfolgerfrage kein Abkommen getroffen worden ist.

Gärung in Portugal.

Zahlreiche Attentate.

»t Aus Barcelona wird gemeldet: Wenngleich der Generalstreik in letzter Stunde verhindert wurde und die Arbeit wieder anfaenommen wird, mehren sich noch die Ati-utatc von feiten der Sewerffdiaften. Hier wnrde ein Fuhrhalter erfdioffen und ein abtrünniger Metall­arbeiter von den organisierten Arbeitern schwer verletzt. Irr Tarrasa erschossen Gewerkschaftler einen Nichtorgani­sierten Mechaniker. In Sabadell wurde der Präsident des Arbeitgeberverbandeß erschossen. Ein ihn begleiten­der Ingenieur erlitt schwere Verlctzimgcn. Die Männer ergriffen die Flucht, wurden aber von der Karabinicre festnenonimen. Sie hatten noch Bomben bei sich, die ge­worfen werden sollten, falls das Revolver-Attentat er­folglos geblieben wäre. Der Leiter einer Tuet)waren« fabrik wurde Überfällen, als er die Arbeitsstätte verließ. Ener feiner Arbetter, der während des Streiks arbeitete, wurde nicdergeschosscm

Revolution in China.

»-»Basel. (S. C.) Reuter meldet aus Tokio, die Nachrichten anS China seien nnkontrollierbar. Die Hanptstadt Peking sei jedoch in den Händen einer star­ken Milktärpartei, die das Ministerinm gefangen halte. Der Präsident der StepnbNk China soll nach einer Mel­dung nach der Küste gebracht worden sein «nd sich nnter javanischen Schutz gestellt haben. Die javanische Reale»

rnng wery av« Mchts savo». vtaep einer anderen Mel­dung ist der Präsident mit dem Rest seiner Trnppen in S-r Sanptstadt eingefchlossen.

t-t Genk. lS. C.) Die Havas-Ageatur veröffentlicht heute «acht einen Tokioer Fnvksprnch. Er bestätigt den »tun her Republik in China -arch die Mandscknrri- Truppen nur die Festnahme der republikanischen Regie- rung. Der Präsident soll nach Schanghai gebracht wor­den sein. Ueber die Wiedereinsetzung der früheren Mo- nerch^ enthält der Tokioer Fnnksvrnch keine Misteilvsg. , ®enf. lS. C.) DerHerald" bringt ein Neuvor- ker Teleararmn, wonach der dortige chinesische Botschas- ter am Dienstag Meldungen von dem Militärausiall in ^etma erhalten habe, der für die Regierung günstig ftebe. Seit Mittwoch ist der Botschafter ohne Nachrichten aus China.

Neue Steuern.

. ** Berlin. (S. C.) Im Reichssinanzministeriun. sind nach zuverläffiger Information bereits die Vor­arbeiten für eine neue Besitzsteuer und Vermögensab­gabe am 30. September ausgenommen worden. Die Wiederautmachungsforöerung der Entente ist bisher in den Steuervorbereitmigen noch nicht zur Besprechung gelangt.

Die ungarische Staatsform.

** Genf. (S. C.) Havas meldet gestern die Aner^n- nung der königlichen ungarischen Reqierunqsform durch die alliierten Kabinette.

Englan-feinbliche Bewegung in Indien.

** Meldungen aus Kalkutta besagen, daß der Haß gegen England in Indien von Tag zu Tag zunimmt. Indien sei heute voll Bitterkeit. Der NattonaltsnmS schlägt große Wellen. In Bombay wird gestreikt. Der Streik nimmt an Ausdehnung zn. Verschiedentlich wurde von dn Streikerröen versucht, Truppentransport­züge zum Entgleisen zu bringen.

Allerlei vom Tage.

Dentschlaud werde, so schreiben dieDaily News", durch die Milliarden, die es für die Besatzungstruppen aufwenden müsse, langsam erdrosselt.

Im Berliuer Zeitaugsgewerbe ist die Arbett wieder ausgenommen wordem

Etwa 160 bewaffnete Männer haben die Gendar­merie v-m Dvmanmav in der Gi-aftkL^ri Lrrk ^-----e« jgrtTfnr lpt rru entstand ein Straßenkampf. Mehrere Personen whäen dabei verwundet.

Die Konferenz der englischen Bergarbeiter hat be- f(blossen, daß die Streikankitndigung am 16. d. M. fällig werde.

Der Familie des Bürscrm^sie.S von Cork ist mit« geteilt worden, daß der Gestlndhettszustand des Bürger­meisters sehr ernst fei.

** Der Großindustrielle Robert Röchling, der seiner Zeit von den Franzosen verhaftet und zu 10 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war, ist im Revisions­verfahren freigesprochen worden. Er kehrte bereits ge­stern nach Saarbrücken zurück.

Politische Rundschau«

Ueber die Frage der Wiedereinführung des freien Tabakhandels erfährt dieDena" von zuständiger Seite: Bekanntlich ist der Großhandel mit Tabakwaren (Zigar­ren, Zigaretten, Rauchtabak, Kautabak und Schnupf­tabak) nur solchen Personen gestattet, denen eine beson­dere Erlaubnis zum Betriebe dieses Handels erteilt wor­den ist. Der preußische Hanöelsminister hat vor einiger Zeit die Regierungspräsidenten zu einer Aeußerung aitf« gefordert, ob nicht der Zeitpunkt gekommen wäre, den Erlaubniszwang für den Tabakharrdel aufzuheben. Diese haben sich nunmehr fast einstimmig für baldigste Ab­schaffung der besonderen HandelSerlaubnis ausgespro­chen. Der Handelsminister bat sich daher mit einer ent­sprechenden Anregung an den Reichswirtschaftsminister gewandt.

Zur Frage der Auslieferung der Dieselmotoren an die Entente hat der Reichsausschutz der deutschen Land­wirtschaft an die Reichsregierung die dringende Anttor- -erung gerichtet, der Forderung der Entente unter keinen Umständen nachzugeben. Die Fortschastung der Dietel- nwtorcn werde nicht nur die industrielle Produktion Deutschlands schädigen, sondern auch die landwirtschrü- liche. Damst werde dtc schon ohnehin gespannte Lage in der LebenSmittelvcrsorgrma unseres Volkes bis zur lln- ertrüglichkeit gesteigert. Auch im Wirtfchastsausschutz des bäuerischen Landtages ist gegen Sie verlangte Zer- stönmg der Dicseluwtörcn von feiten der Entente von Rednern aller Fraktionen einschließlich der 1L S. P. Pro­test erhoben worden.

Relchskohlenrak.

3n Berlin hat eine Vollversammlung der Mitglie­der des Reichskohlcurates nattgefunden, an der etwa 150 Interessenten tciluahmcn. Den Bericht über Sie Lage der Kohlcnv, rsorgnug und die Wirknngen des Abkommens von Svaa erstattete Generaldirektor Köng- ster, der Gekchaftssübrer des Kohlettrates und Vertre­ter des Rclchskvblenkommifsars. Der Bericht schildert« unser Bestreben, den Verpflichtungen wir Spaa nach- -ukommen: abgesehen von Oberschlesien, für das uns keiil Verschulden trifft, haben wir im allgemeinen bis auf kleine Reste den Anforderungen emsprvchen. Nun sind wir aber am Wendepunkt anaclmt.u, die Entente macht ihre Fordu-ungen an die Eisenbahn geltend und, die Waaeirzabl genügt nitht uiebr. Wenn daher die 1