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hersselöer Tageblatt

HersselÄer RmsbIM sW^MWZ

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jeden Docheotag Md)BL / V-MAsp-eis |

Nr 281

Donnerstag, den 2. Dezember

1920

Die Völkerbundslagung.

Aufnahme Oesterreichs in den Völkerbund.

** Wie aus Geuf verlauiet, ist die Aufnahme Derttsch- Oesterreichs in den Völkerbund beschlossen worden.

Die Unabhängigkeit der Ukraine.

e* Wie auS Genf verlautet, wird in kompetente» Kreisen des Völkerbundes die llnabhängigkeit der Uk­raine besprochen, und zwar mit dem Prorektorat eines der enropäischeu Staaten. Die Frage der «elbständig- kett Ostgaliziens wird nach Meldnngen von der Konfe­renz in Genf zu Gunsten der galizischen Ukraine gelöst werden. Die Ukrainer streben die Unabhängigkeit von Ovaalizien an.

Enpeu «nd Malmedy.

* Der Rat des Völkerbundes beschloß am Dienstag eine Antwort an die deutsche Regierung bezüglich der Zuteilung von Eirpen nnd Malmedy an Belgien. DaS Generalsekretariat wird die von der deuflchen Regierung erhaltenen beiden Noten in der nächsten Zeit oeröffent- ficheu.

Entente-Abkommen Wer die Besetzung.

In der Flut des von allen Seiten hereinströmenden Materials ist das nachfolgende wichtige Dokument bis­her merkwürdigerweise übersehen worden. DaS Do­kument ist eine Erklärung der Regierungen der Ver­einigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs hin- sichtlich der Besetzung der Rheinvrovinz. Danach ist bei Friedensschluß unter diesen Alliierten Bestimmt wor­den, Saß Sie Besetzung Deutschlands eventuell vor dem Ablauf der 15 Jahre aufgehoben werden könne, wenn Deutschland seine Verpflichtungen erfüllt oder Beweise feines guten Willens und befriedigenöe Bürgschaftei» Mr die Erfüllung seiner Verpflichtungen gegeben hat. Zvch haben die Alliierten unter sich bet Friedensschluß festgesetzt, daß der von Deutschland zur Deckung der Be- faHungskosten jährlich zu entrichtende Betrag 240 Mil­lionen Mark in Gold nicht übersteigen soll. Diese Ab­machung kann abgeändert werden, wenn stch die alliier­ten Mächte über Sie Notwendigkeit einig sind. Das Ab­kommen wurde nicht mit Deutschland geschlossen. Es bindet aber die alliierten Mächte selbst, und es kann von unserer Seite immer wieder darauf verwiesen wer-

produktiven BesatzungSlast mit der deuflchen Zahlungs­fähigkeit in Verbindung steht.

Keine Besetzungsgefahr für das Ruhrgebiet?

^ Mttache«. (D. T.-ZF Ein Mitarbeiter der »MS«chen-Aug8bnrger Zeltnug" will von einem belgi­schen Senator erfahre« haben, daß in Brüste! und in Paris niemand mehr mit der Besetzung des Ruhrgebiets rechne, weil Italien und England der französischen Ab­sicht schärfsten Widerstand evlgegevsetzen.

Der Satz der Franzosen.

~ W Eurhaven. (t. M Die Schärfe der SMmeforde- runa der Entente wetten des Curhavener Zwischenfalls «regt umso mehr Befremden. als die Ententeoffiziere selbst dem Zwischenfall keine übermäßige Bedeutung beizumesten scheinen. Dem Cuxhavener Festtmgskom- Mandanten Kapitän Seinen ist von dieser Seite keine Schuld an dem Vorfall zugesvrockcn worden. Die Un- tersnchnng gegen die schuldigen Soldaten ist deutscher-

odten worden.

Die Un-

seits selbstverständlich sofort eingeleitet worden.

Die Etär^r der Bcsatznngssrmc«.

w Ans LonhM wird gemeldet, saß die Stärke der Be- Hatznngsarmee in Deutschland vor dem Völkerbund zur Erörterung gestanden hat. Lloyd George hat dem fran- zöstschen Vorschläge zugestimmt, daß die Entscheidung »er Stärke der Besatzungsarmee für alle Zeiten den Militärischen Instanzen zu überlassen ist.

Deutsche Würdelostgkeit.

w Auf Grund zahlreicher Anzeigen vm» skrupellosen Deutschen bat die Entente-Neberwachungsrommisston am Dienstag eine nette Reise durch die deutschen Indu­striegebiete angctreten. um Verwendung von «Bliese- rungSpslchtigen Maschinen und Maschinenteilen aus dem besetzten französischen und belgischen Gebiet fest- »»steven.

' Zur Abstimmung in Oberschlesien.

x Irankfnrt. tS. E.i Ueber Sie von einer Berliner Zeitung gebrachte Mitteilung deS französischen Mini­sterpräsidenten in der Pariser Pressekonferenz betreffend die Abstimmung in Oberlchlestcn enthalt keine einzige Pariser Zeitung vom Dtittwoch eine Notiz ES enveckt ^n Anschein, daß die Berliner Meldung eine Machina­tion ist, denn der Ministerpräsident ist erst Dienstag ge- aen *11 Nbr nach Paris «ckgeketzt. ES konnte des­halb eine Mitterlnng des Pariser Vertreters, die Wiu %12 Uhr erfolgt sein soll, unmöglich bis 1 Uhr nach> Ber- fin gelangt sein. Abgesehen von dem ist SaS völlige Schweinen der Havasagentur über die angebliche Treffe® m konferenz festzustellen. Wahrscheinlicher ist eine Diens- ® hrr lins London, wonach die Verhandlnnnen über Ober Ä schlesien noch nicht beendet seien und Donnerstag fort- A «fetzt werden sollen.

4 Protest der Oberschlesier an Lervud.

i «»««!««. lL.-A.) Die Heimattreuen in OveEle- i! ßen protestieren in einem Schreiben oft General t^rond f Besten eine verschiedenartige Behandlung der oberschle- r H*cn Abstimmungsberechtigte». ._ .

Sie »Mehr König Sonffanlins.

Aenderung des englischen Slsn-puuktes?

** Nach dem ^Iniranfigeant" wird aus LonSon ge­meldet, daß Graf Sforza und Lloyd George am Diens­tag eine Unterredung hatten. Diese Besprechung scheiut Sie evqlifche Auschauuuq in einem für die Rückkehr Kö­nig Konstailtins ungünstige« Sinne beeinflußt zu ha­ben, sodaß die Thronbesteigung des Kronprinzeu wie­der an Wahrscheinlichkeit gewinnt.

Französische Flotteudemonstratiou im Pirä«s.

** Eine englische Nachrichten-Agenttrr veröffentlicht folgendes Telegramm aus Toulon: Drei srauzSflschc Kreuzer sind bereits nach dem Piräus abgegangen. Frankreich wird vom 5. Dezember ab, dem Tage der »Bffimmnng in Griechenland, eine große Flotte in den griechischen Gewässern haben.

GefLhrduug des Anschlutzgedankeus.

>* Aus Wien wird gemeldet: In christlich-soziale» Kreisen trägt man sich mit dem Gedanken, von der Re­gierung Sie Einrichtung einer österreichische« Gesandt­schaft in München zu verlangen. Für Sie Besetzung öieseß Postens hat man auch schon einen Bewerber in der Person des Unterstaatssekretärs im Ministerium des Aeußern, Pflügl. Falls dieser Plan scheitert, soll wenig­stens das Konsulat in Münchenansgebartt" «nS mfi Herrn Pflügl besetzt werden.

Es wird sich empfehlen, diesen Bestrebungen recht- zeitia entgegenzutreten. Die Durchflihrung dieses Pla­nes würde die ganze Anschlutzfrage zum Gegenstant et« ne§ sehr gefährlichen Intrigyenspiels mache».

Neue PlSue Wrangeks»

** AnS London wird gemeldet: General Wruugel st» der französischen Regierung mitgeteilt haben, -atz er vc- rett sei, nach PariS zn kommen, um mit den Alliierte» über den WieSeraufdan feiner Armee zu spreche». Diese umfaßt Beute 70 000 Mann.

Die Lage ht Ostasie«.

** DieTimes" tüelden aus Peking: Die Generale Kapel und Semenosf sind mit den Resten ihrer Armee« von Transbaikalien auf chinesisches Gebiet übergetreten.

det sick'arso in Sen Händen der Bolfckewisten. Die Er­regung in Japa» über diese Entwickelung der Ding« ist groß.

Antibolschewistische Aufstäude in Südeußlan».

* Unter der Bevölkerung von Südrnßland «ehme« die antibolschewisfischen AufstSnSe zu. Die von den Be­wohnern der Städte wieder eingesetzten Behörden haben die erste weißrussische Brigade zum Kanrpfe gegen die Bolschewisten geschaffen. Tausende von Freiwillige» meldeten sich für diese Brigade.

Caglische Note an Moskau.

6* Kopenhagen. (F. G. A.) Die englische Regierung überreichte am Dienstag abend Krasstn eine Verbalnote, die er sofort zusammen mit einer Reihe von Kommenta­ren nack Rußland saüdte. Die Antwort aus Moskau dürfte im Laufe der Woche zu erwarten senr.

Hoffnungsloser Instand der Kaiserku.

»* Nach einem Privattelegravnn der »Deutschen Zei-> hing" aus Rotterdam verlautet dort, Satz Sas Ablebe« 6er ehemaligen Kaiserin stündlich zu erwarte« sei. x Der Zustand der Exkaiserin hat sich außerordent­lich verschlechtert. Die Anfälle wiederholen sich in im­mer kürzeren Zwisckenräumen. Die während der letz­ten Woche eingetroffenen Prinzen und Prinzessinnen weisen noch in Tomm. Die hänsigen Bemcke des Ut- rechter Professors Human van den Bergh weifen darauf hin, daß der Zustand äußerst ernst ist.

Aufruf an die Landwirtschaft.

Ein von Abgeordneten der Dentsch-nationalen VolkSpartei, der Deutschen Bolkkpartei, der Hannover- schen Partei, der Demokratischen Pariei, der Bayerischen VolkSpartei und des Bayerischen BnuernbundeS unter, zeickne'er Aufruf fordert die Landwirte anf, stck dafür einzusetzen, daß der Rest der Zmangswirtschaftord- unngSgemätz dnrckgeftthrt wird, nm so die Mvglickkeu ihrer völligen Aufhebung in absetzbarer Zeit zu stchern. Dem entsprechend werden die Landwirte ersucht, der ge­setzlichen AblicserunaSpflickt zu genügen. Andererseito Wird aber die Reicksregicruua aufgefordert, die Land­wirte gegen diejenigen zu schützen, Sie sie zu verfuhren oder durch Drohung zu nötigen versuchen, die noch be­stehenden Bestimmungen zu umgehen.

SchNetzung Berliner Hotels.

* Auf Grund der Bekanntmachnna znr Fernhaltttng unzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. Novem­ber 1915 hat der Polizei-Präsident von Berlin im NcichS-Auzeigcr" eine Verfügung veröffentlicht, die der Hotcl-Beiriebsaktteugesellschaft in Berlin den Han­del mit Gegenständen deS täglichen Bedarfs wegen Nn- zuverlässigkeit in Bezug aus diesen Handelsbetrieb un­tersagt. Trotzdem die Verfügung vom 26. Rrwemüer datiert ist, war sie der genannten Geselljchast, -n die größten Hotel- und RestanrattonSbetrievc Berlins an- geschlossen sind, bis Dienstag noch nickst -gängig «- macht worden. Wie der »L.-A." erfährt, werden am Grund der Bekam,tmachune SaS Hotel Bristol. Zentral-

yoee^ Casee uns yme» Bauer, «vernrenanranr um Aale« Kranzler, der Heidelberger, das Wintergariew Restaurant, die Restaurationsbetriebe des Reichstage« die des Zoologischeir Gartens und viele andere -h Pforten schließen. Die Gesellschaft wird sich aus diesem «runde gezwungen sehen, ihre 2000 Angestellten -u en«.

Die Dnrchsuchnng Berliner Hotels,

»9e»Hi. lS. C.) Die Strafmaßnahmen gegen Liq Berliner Hotels werden fortgesetzt. Etwa 16 Hotels der Friedrichstraße erhielten polizeilichen Besuch, um verbotenen Schleichhandel zu ermitteln. Die Maßnah­men, die auf ganz Preußen ausgedehnt werden, sind »urck eine Anzeige der Gewerkschaften veranlaßt.

Die Versicherung des Reisegepäckes in Hotels.

** In den nächsten Tagen findet in Berlin eine Haupt- Versammlung des Verbandes der Hotelbesitzervereine statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. eine ^roae, die von größter Bedeutung ist, nämlich die Beschrankuug der Haftpflicht für eingebrachte Sachen. Die Hotels«. Wer Definden sich in einer schwierigen Lage, well Mei Berstcherungsgesellschasten Versicherungen des Gepäcks nur zu unerschwinglich hohen Prämien annehmen. Das Hrtelgewerbe will daher künftig die Haftpflicht für eingebrachte Sachen durch vertragliche Vereinbarungen allgemein einschränken. Ein Gast ist dann verpflichtet^ seinerseits für die Versicherung seiner Reiseeffekten zu sorgen.

Reue Mordtaten der Sinnfeiner.

* Aus London wird die Ermordung von britischen Hilfspolizisten in Jsle Michael 48 Kilometer von Cork gemeldet. Aus weiteren Einzelheiten geht hervor, daß 15 Polizisten sofort getötet wurden,- einer wurde ver­wundet und starb, ein anderer wird vermißt. Die Mu­nition und Waffen, wurden von den Angreifern mit«- nommen. Die Lastautos, mit denen die Patrouillen fuh­ren, wurden verbrannt. Der Minister für Irland, Greenwood, sagte im Nnierhause, als er über den Mord berichtete, daß die Hilfspolizisten in Irland ausschließ­lich aus früheren Offizieren beständen, die sämtlich aus- gewählt würden, weil st« sich während des Krieges im Felde ausgezeichnet hätten. Er fügte hinzu, daß diese

gekleidet und mit Stahlhelmen versehen waren. Die Patrouille fei von beiden Seiten der Straße und von vorn beschossen worden, sodaß sie von drei Seiten gleich­zeitig Fener erhielt. Einige von ihnen wurden ent­waffnet und bestialisch ermordet. Einzelne Leichen wa­ren von Kugeln -urchstebt. Sie wurden ihrer Kleiöun» und Verflachen beraubt.

Vereitelter Sinnkeiner-AnsMag tat englische» Unterhaus.

* Gens. tS. 6.) Eine Reuterdepesche vom Mitt­woch meldet: Im Nnterhanse wurden drei Heizer ver­haftet, die als verkleidete Sinnfeiner entlarvt wurden. Sie verweigern jede Ansknuft. Eine Durchsuchung der Heizraumes beförderte mehrere Sprengstoffe zu Tage. DieTimes" melden ans Dublin: Am Montag ist der frühere Führer John Wood von Sinnfetnern erschösse» worden. Ebenfalls erschossen wurden der Senator Cor-^ cet und zwei Offiziere, als sie das Dubliner Stadthaur verließen.

Der Kampf der Ire» gegen Eaglanö.

* London. sF. A) In ganz England hört man das Knallen der Sinnfeinerbomben. Zahlreiche Warenhaus ser find niedergebrannt. Ebenso ist in London ein gro­ßes Haus durch die Erolosion einer im Keller versteck­ten Höllenmaschine völlig niedergebrannt. In Dublin kam es zu großen Unruhen. Das Rathaus tu Cork brannte nieder ES wurden, wie das »Journal" mel­det. 10 Soldaten getötet, die an der Untersuchung in Südirland teilgenommen hatten.

Pfälffsche Anklaaen netten Bauern.

Auf dem Parteitag der badischen Sozialdemokraten hielt der pfälzische Parteiführer ProfU aus KarlSriwr eine Ansprache, in der er sich mit scharfen Worten gegen Bauern wandte. Die bäuerische fReaternna glaube, ein gtcfcmnirethf auf die Einwohnerwehr zu besitzen. Sre arbeitet durch die Förderung der Köniasvarlei aiff die Zerttümmerung der Einigkeit der dentscken Nepnblik hin. In lünastcr Zeit seien Anzetck>en Hervorgerreten, daß Frankreich die banettsche Einwohnerwehrfrage zum Vonvand nehmen wolle, nm das Rubraebiet zu beset­zen und die Pfalz abzusperren. Als im vergangenen Jahr die Pfalz Bayern und damit dem Reiche die Treue aebalte« hat, sei ans München das Echo zurttckgckom- men: Treue um Treue. Heute sei man bereits so weit, festen stellen, daß man in München auf dem besten Wege sei, die pfälzische Treue dnrch Btwerifrhe Untreue und bayerischen Verrat zu belohnen. Die Pfalz Hatte aus diesem Grunde die bäuerische Regierung vor dem ,x-o- rum deS deuflchen Volkes an und rufe dieses und feine Regierung zur Hilfe auf.

Die Berhaftnug deS RetchsiaaSabacorduete« Remmele.

* Zu der Verhaftung deS Abgeordneten Remmele in München schreibt der »Vorwärts": Wir erfahren hier- späten Abend, daß sofort nach Einpfana der Räch­er Reichstagspräsident Genoste Paul Löbe sich an

zu am

den Reichskanzler und an die zuständigen ReickSmini- ster gewandt hat. nm die Gründe der Verhaftung zu erfahren und die Hastentlaffung zu erwirken. Ein schleuniger Antrag ans Aufhebung der Hast deS Abge- ordneten Remmele dürfte Bereits ant Donnerstag dem ReichStaa vorlieae» «ich m Vrmtmia aelana«. ^_J