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Melder Wetfirtt

Nr. 285SSYaMKtÄ Dienstag, den 7. Dezember ^Ä^ÄX* 1920

knlenie-SeKreffMen geM SrieHrmm».

Diolomaiischer Erfolg Fruakreichs.

x- DemL.-A.' wird gemeldet: Londoner und Pariser Berichten iialieuischer Blatter zufolge ist es den ver­einten Bemühungen Levgues' und Graf Ssorzas ge- lungeu, Llovd George von der NoimeA-igkeit einer Aerr- -erunq -es Vertrages von Sevrcs zu überzeugen. Das Ergebnis der Volksabstimmung in Griechenland werde zweifellos zu Gunsten der Rückberufung des Königs Konstantin ausfallen. Ihre wahre Bedeutung liegt aber, so urteilt man heute lautSecolo" in Frankreich, we­niger in der Rückkehr Konstantins als in dem durch die Abstimmung zum Ausdruck kommenden Willen des grie­chischen Volkes, den Krieg zu beenden. Daraus folgt nämlich für Frankreich die Notwendigkeit einer Aende- rmug seiner Politik in Kleinasien. Man überlegt in Frankreich, welche Repressalien man Griechenland wegen seiner Haltung auserlesen könne, aber die Entscheidung sei schwierig. Auch von etwaigen finanziellen Maß- ; nahmen, wie einer Nichtanerkennung her griechischen 200 Millionen-Anleihe, fürchtet man, daß England und ; Frankreich den Schaden und Deutschland den Nutzen i haben werde. Laut demCarriere della Sera" wird wegen dieser noch unklar gebliebenen Lage eine neue Konferenz zwischen den englischen und französischen Staatsmännern in etwa 14 Tagen in einem Orte an der französischen Riviera stattfinden.

Die Volksabstimmung in Griechenland.

*» Zürich. tS C.) Der MailänderSecolo" mel­det aus Athen: Es liegen Sonntag einige Zableneraen- Nisse vor Sie lassen einen großen Sieg für König Konstantin annehmen. In der Provinz Athen sind 145 000 Stimmen abgegeben worden, davon 111500 für die Rückkehr König Konstantins. Im Bezirk Attika lauten von 260 000 abgegebenen Stimmen 189 000 für König Konstantin.

Kuudqebuua für eine« Angriff auf Konsiantinovel.

o* Geni. tS. C.) DerSecolo" meldet aus Athen: Die Offiziere der Ganftson Athen veranstalteten eine gemeinsame Kundgebung, in der zum Vormarsch nach Konstantinopel ausaBordert wurde.

Der schnrelMde Vrand im Mn.

w Wie der SonderberichterstaLter derChicago Tri­bune" ans Genf meldet, erklärte die pokuis l-c Delegation, bestimmte Nachrichten zu besitzen, wonach bolschemistische GiLÄirLAre -te Stä>e. »o« 600 009 Mam sich m einer neuen Offensive gegen Polen berett mrr lizischen Front zwischen Wladimir-Pode-M nd der rn- Mäuischen Grenze mnrden 50 bolschewistische Divisionen konzentriert, während in dem Abschnitt gegenüber dem Bolksabstimmungsbezirk von Wilna 150 008 bis 200 000 Mann standen.

Me Mssimmk»« in LÄsrschleßZn.

Die Neratnngen über den Ententevorschlag.

n* Die Beratungen im ReickSEabinett üöer den Eu- tentevorlchlag für die obertchlesische Abstiminung sind noch nicht beendet. Die Zuziehung des Nslckskomuu.- sars für das besetzte Gebiet sowie des noch in Bernn weilenden deutschen Botschafters in Paris gehen der Wahrscheinlichkeit Raum, daß die deutsche Entuae-dunq nicht so leicht zustande zu kommen icheint, wie man nach den ersten Verlautbarungen glaubte. -

. Kundgebung für Oberschlesien. ;

x Am Sonntag nachmittag fand in ©aniWT eine gewaltige Kundaebuna für das Ver' e-beu ' r-r '^^ sienS Bei Deutschland statt. Redner der vi rschreden: cn Parieren rwhmen daran teil und erhob« Eroten gegen die neue Forderung der Entente, die Absirmmm-g der außerhalb Oberschlestens wohnenden OverichMer in Köln stattfinden zu lassen. Dadurch würde die Auöim- vm"g in Oberschlesien gefährdet-. Alle Redner betonten eir-mütia daß Obersthlesten nur ni'" deut,wer Herr­schaft des bleiben könne, was es v-über gewesen ist. ocvffdikwb könne nur dann seinen Veroflimtungen im Friedensvertrag Nachkommen, wenn Oberschlesien bei Deutschland verbleibe.

Notenwechsel über die Ententevarschlage.

w Genf tS. G.) DerNUL in"-Bertreter in Berlin meldet seinem Blatte, daß die deutsche Regierung über die Borschläge der Entente für die Abstimmung in Ober- schlesien einen Notenaustausch mit der Entente vorbe- reite.

Die Answeisnna Korfantnö abgelehnt.

m. Genf (S, GJ DasJournal" erfährt, daß' der von deutscher Seite beantragteu Answelsung Korsan- tus aus dem oberschlesischen Abstimmungsgebiet nicht stattgeacben worden sei.

Polnischer Neberfall auf eine Versammlung.

o* Arcölan. (v. Ä.) In Pilzendorf wurde eine Ver- sammlnua des Berggrbcitcrvcrbaudes von einer be­waffneten kölnischen Bande Überfällen, die zahlreiche deutsche Arbeiter schwer verletzte.

Dievölkerbundskagnug.

Internationale Kreditorganisation.

Der Vorsitzende der Finauzkommission der vom Völ- kerbuud eingesetzten provisorischen Finanz- und Wirt­schaftskommission, Strakos «Südafrika), erklärte Presse­vertretern gegenüber, die wirbt niste Ausgabe der provtso- rischen Kommission ist die Schafsnng einer internationa- Xpu ürcdttoraauisation. die es besonders verarmten Lau-

ocrn Europas wie oen Zsutrarmachten ermöglicht, Roh­stoffe einzuiührcn und diese als Fabrikate wieder nn§= zusühren. Dieser Kredit würde nur von den verarmten Ländenr in Anspruch geuomuren werben, die sich allein nickt helfen könnten. Die Kreditorganisation ist so ge­dacht, daß die Staaten eine Garantie zu leisten hätten für diese einzelnen Privatwirtschaften zur Verfügung ge­stellten Rohstoffe

Argentinien tritt ans dem Völkerbünde aus.

*# Die argentinische Regierung hat dem Präsidenten der Völkerbundsversannnlung Huymans mitgeteilt, daß Argentinien seine Mitarbeit im Bölerbnnd cinfteHen werde.

Der Grund dieses Entschlusses ist die lvorläufigc» Ablehnung der Abänderungsanträge durch, die Vollver­sammlung. Die argentinischen Abänderungsanträge kanteten: Zulastung aller souveränen Staaten, Zulas­sung der kleinen Staaten ohne St'wmrecht, Bildung ei- ncZ Rates durch demokratische Wahlei-, abligatozusches Schiedsacrickt und obligatorischer Gerichtshof.)

** DerMontagspost" wird aus Genf gemeldet, daß die Ver-reter Kanadas und Neuseelands dem Vorgehen der argentinischen Regierung beigetreten und. Eine amtliche Bestätigung dieser Nachricht liegt noch nicht vor

Jerewiadc« der Pariser Preffe,

x- Das Vorgehen Argentiniens in der VölkerbnudS- vcrsämw.luua wird vomTempS" sehr vorsichtig bespro­chen, , Das Blatt beschwört die argentimschen Minister, ihre Schritte noch aufzuhalten bis Amerika sich entschie­den hat.' Ohne Amerika sei der Völkerbund nicht lebens­fähig. Dem Völkerbünde fehle das Mittel, künftige Kriege durch einen ZwangsichiedsKruch zu verhindern. Trotzdem fpH aber diese Unfähigkeit biugenommen wer­den in der Hoffnung, daß man den Bölkerbmrd weiter ausbauen wird. DasJournal" meint aus dem argen­tinischen Voraehcri schließen zu können, daß damit be­absichtigt sei, Deutschland auf Umwegen in den Völker­bund zu bringen.

Der Krach im Völkerbnnd.

x» Genf. tBts.) Der Entschluß der argentinischen Delegierten, Genf zu verlassen, bat hier das größte Aus­sehen hervorgcrusen. Der Präsident der Völkerbund- versammlung, Hymans, soll sich vergeblich bemüht ha­ben, die Argentinier umznstimmen. Wie man erführt, verurteilt die französische Delegation aufs schärfste das Vorgcheu Argentiniens. Es sind starke Bemühungen im . Gange, die anderen südamerikanischen Delegationen zu veranlassen, ihre Mißbilligung über den argentinischen Schritt ausnufprechen. Bisher haben sich die Vertreter her- Neutralen zurückgehauen. Selbstverständlich wird hier und da der vrgewttnifthc j n^schlriP wiL, mMlickerr deutschen Intrigen im Zusammenhang gebracht. Ande­rerseits hört man aber auch die Aufsaffung äußern, daß Argentinien tick dem norSamerikanischen Ideal einer Völkergemeinschaft ilähert. Interessant ist in diesem Zusamnrenhange der kanadische Antrag auf Streichung des Artikels 10 der Völkerbundsakte, d. h. der Garantie des territorialen Besitzstandes der Völkerbundsmitglie- her. Auf diesen Artikel stützt sich bekanntlich zum größ­ten Teil der Widerstand der übrigen Staaten gegen den Völkerbund.

Der Kampf «m Enpe» «nd Malmedu.

9» Berlin. «S. 6.) Ueber den Entscheid des Völker­bundes zur Frage Enven und Maln<edu cr-'ahreu wir: Die deutsche Rcgieruua ist gewillt, feiert nach Bekannt­gabe der Eutscheiduna des Völkerbundes unverzüglich neue Schritte beim Bölke-rbund zu untenreBnien. Bis dahiu wird die Entccheiduna für nickt bindend angesehen.

EzltsÄädigtt«g8konfere«z in Brüssel

-h> Berlin. (L. A.) Deutschland bat eine Einladung - Teilnahme au der am 13. Dezember stattsindeuden Enttichädia: u-lonserenz in Brüssel erhalte«.

Frankreich verlangt m ersten Jahre 16 Milliarden.

r Nach demMann" soll her französische Minister­präsident erklärt haben, daß Frankreich von Deutsch­land im erfk1-' Jahre die Zahlung von 16 Milliarden Franken der WicdePuHMwmrgstumme verlavae^

Die Prozesse gegen dEe Kriegsschuld - en.

** DerSecolv" meldet aus Paris: Die Alliierten, vornehmlich Frankreich, wollen nur noch bis Anfang Januar nur die Erledigung der dentickenKriegSae- icknldiaten"-Proze>te vor den« Reichsgericht warten Die­ses Drängen der Entente ist fast uckversiänblick. Wenn die Entente ihr auaeblick so mnfangreickes und schwer belastendes Material beim Reichsgericht einncreidit hätte. Hütten längst Untersuchungsverfahren eröffnet werden können.

MaruNg der Lage in MuMe.

M Die Lage vor Ginnte ist unverändert. Der Kriegs­minister Bonomi bemerkte dem Vertreter d'Annunzio in Rom, die Rlocküde sei infolge irrtümlicher Ausse- gnng erganacner Befehle erklärt worden. Infolgedessen entgegnete d'Annunzio, daß die Regeutschasi von Fiume aus die Erklärung des Kriegszustandes einstweilen ver­zichte in der Erwartung, daß die italienische Regierung die von General Eaviglia.ergriffenen feindlichen Maß­regeln gegen Fiume ausdrttck?ick verleugnen werde. Die mehrfach genannte Delegation italienischer Devntterter ist in Finme eingetroften zu dem Zweck, d'Annuuzio friedlich zu stimmen. Dieser veröffentlicht eine Note mit der Erklüruilg, daß er In keine friedlichen Verhandlun­gen eintreten könne, so lange noch der militärische Druck gegen Finme bestehe. In Fiume wurde ein italieui- scker Karabiniere verhaftet, der Ausrufe -es Generals

Caviglta bei sich trug; er wird laut demCarriere della Sera" von-d'Annunzio vor ein Kriegsgericht gestellt werden.

Die Regierungsbkldung in Sachsen.

** Die Mehrheitssozialisten hielten am Sonntag tu Dresden ihre Landeskonferenz ab. Die Dresdener so- zialdemokratischc gemäßigte Richtung unterlag hierbei den Wünschen der Chemnitzer radikalen Sozialdemokra- ten. Man einigte sich dahin, daß Ministerpräsident Buck meiterfitn im Amte bleiben soll. Sein Stellvertreter unt zugleich Minister des Innern soll der Führer der Leip­ziger Rechisunabhängigen, Lipinski, werden. Ittstiz-- ministar Harnisch und WirtsthaftZmin-ster Schwab wer­den im Anste bleiben. Wahrscheinlich aber wird der Außenminister Held durch einen weiter links stehend« Sozialdemokralen ersetzt werden. Die beiden bisher von den Deutsch-Demokraten eingenommenen Sitze 6e* Finanz- und Kultusministers iFinanzminister Dr Reinbold und Knltusmintster Seifert werden von den Unabhängigen besetzt werden, Wer deren Namen aber noch nichts verlautet.

Eine Mehrheit für dke ZWaagsanleihe.

x- Berlin. (S. C.) Nach Mitteilungen ans bettt Reichstag haben sich für ben Plan der Zwangsanleihe l'isber die DeuLkchnationalen, die Mehrheitssozialisien i'n- das Zentrum gnsgesprocheu. Die ZnMmmung der Deutsche«,BolksVartei soll sicher fein. Nach Besprechun­gen des NeichSfi««» »Ministers Dr. Wirth mit Parla- mentKricrn in bei einer parlamentarischen Mehrheit für bis Zwimascmleihc mit ihrer Einbringung scho« kür Januar 1921 zu rechnen.

Die VetzSmpstmg des Wuchers.

** Wie derMontagspost" mitgeieilt wird, ist eine Umarbeitung der Anweisungen für die Preisprüfungs- stellen in Angriff genommen, und zwar soll die Neure- geluna auf dem Wege der Gesetzaebnng erfolgen. Außer­dem sind die Polizeibehörden und Staatsarnvaltickaften angewiesen worden, in allen Fällen einz«schreiten. w» Wnckcr vorliegt. Nach der Ausfaffnna der amtliche» Stellen liegt bei Kariofseln z. B. Wucher vor, wenn für den Zentner 55 Mark gefordert werben. Solche Fälle sollen dem Wuckeramt überwiefen werden.

Das Befinde« der Kaiserin unverändert.

»* Aus Sonnt wird gemeldet.' Das Befinden der Kai­serin ist nach wie vor ernst.

Erkrauknug des Kaisers.

Der Kaiser ist an einer ernsten Rervcndcprcssi»« er- krankl. ' - - ----....__________

Der Kampf um die Erhöbunn ler Tenerungsznlage.

x In einer Versammlung der Diüiare der Reichs-, vost in Berlin, die am Soi'ntaa in den Germania-Sälen stattfand, rief der Bericht über hie Ablehnung der Tene- rWgsznlaaen in der geforderten Höhe und über das Streikverbot bei der Post große E-reguug hervor, die noch durch brie'licke Mitteilungen über die va'sive Re­sidenz eines Teiles der Postbeamten in M'.nnheim, . ^tiffcfborf und Eisen gesteigert nnirde. Est:ertreter der Berbandsleitnug warnte vor passiver Resistenz, die er als Feighe-t bezeickne'c. Die Beamten rt-en be­schlossen, an der For«riniq her Teuerung '«sage in voller Hone festzubalten nnh, wenn sie nickt erfüllt wer­den n ürbe auch vor einem Streik nicht zurnckqcschreckt werden. .

Die Gärnng unter den Beamte«.

X' Berlin. (§. C.l Die Ricktbewilligung der SBe« amttn ordcrnngen at auch in Berlin zu Beratungen der Beat tenanä cküste über Maßnabnien analog den Vorgängen in Karlsruhe und Mannheim geführt. In den Di -nw» der Veamieuauö',' sie am Sonntag trat hie Mehr ahl her Redner für sofortige Zwangsmatznah- Men der <rea tcn'ckaft neuen die Regierung ein. Be- idilüre wurden nickt gefaßt.

Kar'.irukp. lS C.) Die Staatsbearrften der Baue« riffhen si ienbahn heben sich der passiven Resistenz der Postbeamten zur Erreichung höherer Gehälter und TencrinigSzulagen nnneidifufeu Mit den Kommunal- bc nnteü Badens 'anden Vexbandlunge c über den An- schluß an die Sabo!aacbe: >cgung statt Die AuSbrei- tuug des Streiks wirb auf das ganze Reich angestrebt.

Rbvahrns der Er ocrbslasizkM.

w Bet m. (F. G A.) Wie aus d m Reich Sarbcits« minifteri -m mitaefeilt wird, ist die G mmizahl der «n- i er sinken Erwerbslosen in: Hieichc u ährend der ersten Novemberhälfte weiter suriickLeganger Veranlaßt wird diese Verringerung durch die nKneme ne Gesckästsbcret» ckermig, ans die der an sich Hedanerl cke Stand unserer Valuta nickt ohne Einslnß geblteliM ist.

Fardernugen der Arbei-slosen.

** Berlin. sS. Der ArbestSlosenrat trat am Sonntag für die Erhöhung der Arbeitslosenurtterstift- zung ein. Für Mittivock sind die ersten sechs öffentli­chen Arbeitslosenversammlnngen cinberuscn worden.

Die Lobnkewegnug im Saarrevier.

w Saarbrücken. tF. Z.) Bei ben erneut begonnene» Lohnverbandlungen in der «dwicrinbuftrie erklärten die Arbeitgeber ihre Zustiunmrt a zu der Forderung der Frankenzahlung, die der sozialdenwkratische Ake»° tallarbeitcrvcrband gestellt hatte. Die Arbeitgeber niadN ten ein Angebot von 1,20 bis 1^0 Franken pro Stunde. Das wurde von den Arbeitervertretern abgelehnft Weitere yetDanbluimcu solle» am 8. Dezember er* folgen. . _ _J