Kersfelöer Tageblatt
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Kranz §unk in Hersfeld. Zernfprecher Nr. S. :
Hersfel-LA KreisblaLt^
Amtlicher Mnzeiger für den Kreis hersfel-
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Nr. 57
Düsseldorf besetzt. !
♦* Die englischen und französischen Truppen rückten I «m Dienstag Morgen 9 Uhr in Düsseldorf ein. Sie be- setzten die äußersten Stadtteile Etwa 10 Panzerautos und eine Menge Kriegsmaterial befinden sich im Besitz der Truppen. Eine große Anzahl Flieger freiste über -er Stadt. Zu Zwischenfällen ist es nicht gekommen.
CoLlenz. Am Montag spät abends sind die, ersten französischen Truppen in den Vororten von DmSburg eingetroffen. In Duisburg und Crefeld stehen die Zeitungen unter Vorzensur.
Der Bürgermeister von Solingen ist von der englischen Besatzung aufgefordert morden, fürdie Unterbringung einer Besatzungstruppe von 1000 bis 1500
Mann Vorkehrungen zu treffen.
^ Düsseldorf Die französischen Truppen haben nunmehr auch das Stadtinnere besetzt. Die grüne Sicherheitspolizei zieht sich auf Lastautos zurück. Auch englische Truppen haben an der Besetzung teilgenommen. französische und englische Offiziere sind vor das Rathaus gefahren.
w Frankfurt, (f. Z.) Ueber die Besetzung der Stadt Düsseldorf wird noch folgendes gemeldet: Dienstag morgen gegen 4 Uhr rückte das Militär, und zwar mehrere Bataillone belgischer Infanterie und Kavallerie, in Düsseldorf ein. Gleichzeitig fuhren tranzönsche Autokolonnen in die Stadt ein, sowie französische Flieger- truvven Die Belgier, die vom reästsrbe'Nischen Äor- AtObercassel kamen, der seit dem Waffenstillstand bereut ist besetzten zunächst das Rathaus, mehrere SÄu- Nun- Kasttnen, die am Montag von der grüne» go« Ttiet geräumt worden waren. Mehrere Flieger nver- kreisten Düsseldorf und die Umgebung. Automobile mit französischen Offizsi^ew-mchrasm die Straßen. Die Proklamafiraren der Reichsregierung und des Düsseldorfer Oberbürgermeisters sind seit Montag Abend angeschlagen. Bis jetzt sind Zwischensalle vermieden "^'^ttissüra" Die Bororre von DniMM^sMis Muhrort sind am Dienstag früh 6 Uhr von belgischen
Truppen besetzt worden. , ...
Straßburg. Die französische Rheinflotte yt Jett Montan in Alarmzustand. Sie hat Order erhalten, B’SJu für die Besetzung des Ruhrgebietes vorzu- nehmen. Vorläufig sind 28 Rheinschtsse requiriert '^Die englischen Besatzungstrupven in Köln sind in
Alarmbereitschaft gesetzt worden. Sie sollen rheuuntt- wärts nach Koblenz marschieren, um dort die amerikanischen Truppen zu verstärken, die zum Vormarsch auf
Frankfurt vorrücken. .
QnttSött Die gesamten Garnisonen der Rhein- Pfalz sind in Alarmbereitscbafi. Aus den f™”^^” Militärlagern irrt Elsaß sind Truppen nach der Prooluz «baeaangen, die dortigen Garnisonen zu vers.arkem Man rechnet damit, daß diese Truppen im Laufe des Dienstags einen Vorstoß unternehmen. ^0 000 belgische Streitkräfte sind nach dem besetzten Gebiet abge- Mngen. ^ Die Zahl der marschbereit siebenden ^Turven auf dem sinken Rheinufer bezifserte sich am Montag auf 60 Bataillone mit einem großen Lark ^on Flugzeugen. Reuter meldet, daß nach der Jonserenz Ä sofort die notwendigen Dispositionen
«rhalten^hatte.^^. ^ ^ ueber die Frage der militä-
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^mwandierenden General in Mainz, Degoutte, Ergan- »vnEefehle geschickt. Die militärische Aktion wir»einen interalliierten Charakter tragen, nach dem Briand dies- LeKialiKe Vorstellungen bei Lloyd George erhoben hat.
Amerika nimmt am Bormarsch nicht teil.
~ Baris lF. N.i Aus Washington wird berichtet, s>asi^k>as ^amerikanische Außenamt am Montag bekannt S S infolge des Bruchs zwischen der Entente und ß^JfAsJh Me amerikanischen Besatzungstruvpen an gö ™Ä« <»« nicht ocrtrösteo. ier ,aui » gnte1t4c non vornherein den schau stoben fest, da Rundschau" hebt noch hervor, Bruch gewE habe. M^ Montag zu
öoß ber französi me L w ' London noch verhandelt einer Zeit begonnen va"e,a^ &st «her die deut- wurde und man sich den w>l werbe Die „Freiheit" schen Angebote ernsil' Sanktionen die Mieder-auf-
jä“ ras »sm Worden.
Mittwoch, be* 9. März
Dte Ttrafwurger Zeitungen unter Vorzensur. , Straßburg. (F. N.) Die hiesigen Zeitungen ste- ; hen seit Dienstag vormittag unter Vorzensur.
Die hermsiische Absperrung der Rbeinlande.
London. BrianS hat dem Reuterschen Büro mit- geteilt,daß das neue Zollregime im besetzten Gebiet am
Donnerstag in Kraft treten wird.
Der Bruch in London.
w Die Würfel sind gefallen. Mit den Vorschlägen, die unsere Delegation in London gemacht hat, ist sie bis an die Grenze dessen gegangen, was für uns erträglich ist, ja, wie zahlreiche unserer ersten Wirtschaftspolittker meinen, weit über diese Grenze hinaus. Unsere Vor- schlüge sind, ohne daß man sich die Mühe genommen hatte, sie eingehend zu prüfen, mit kaltem Hohn zurückgewiesen worden. Und wie es von allem Anfang an vorauszusehen war, die Entente verharrt auf dem Standpunkt des sie vola, sie jubeo. Im deutschen Bolke^ das auch in diesen entscheidenden Stunden fest hinter der Regierung steht, die sich auf eine leichtfertige Uebernahme unmöglicher und daher unmoralischer BervfltH- tunken nicht ein lassen wird, rft man lieft der vollen Tra^ weite und des Ernstes des Entschlusses bewußt, -er am Montag nachmittag im St. James-Palast in London gefaßt ist. Neben den miluarischen Sanktionen, zu denen sich Frankreich bereits in weitestgehendem Maße rüstet, kommen die in Paris bcschlosienen wirtschaftlichen Maßnahmen in Betracht, die eine "Mrettende Bersklavung Deutschlands bedeuten werden. Die Rückwirkungen des G London beschlosienen Friebensbruches werden sich überall, nicht allein beim deutschen Volke, bemerkbar machen, und der Tag wird cMft kommmr. wo E snnxniipytt stuckten nnrd die sich im rrtttfcbiten riuflenviiu SroÄerl Ä verichlossen und dem ®Ä "er tOT-A '&t^Ä"Ä ® ’ “ %*
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wird.
Die entscheidende Sitzung.
Die Sitzung des Obersten Rates, an,der die deut- sch?n Vertreter teilnahmen, begann um . - ivßr. xr. ®
ttttfw welchen Umständen die deutsche« Gegeuror^i»^ am letzten Donnerstag abgelehnt worden ^^en. D deutsche Abordnung sab licb danach veranwßt, ihren u sprünglichen Plan aufzugeben und den Gedanken an zuareifen. ein provisorrskhes AbkowMeu sU rvenen, w^ es die Sachverständigen in Brüssel ernpsoSlen hattem SfÄÄ M SS deutsche^Sachver^ ständigen sind' Überzeugt, daß gegenüber dem ungehe -
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wortung am Kriegsausbruch ^vge. E rechtter- LW%
als der französische oder der engfische. Dr. Simons er eaWÄSgg»»
Die Sitzung wurde um UM Uhr unterbrochen uns um 4 80 Uhr wieder ausgenommen. Vor ^W!UP oer Vormittagssitzung erklärte Lloyd George bereits aß die deutsche Abordnung an dem Ergebnis der ^^rarun gen nicht zweifeln könne.
19581
Abreise der deutschen Delegation.
•>* Die deutsche Delegation wird nach einer Meldung aus London am Dienstag früh London verlassen.
** In Dr. Simons breit angelegter Rede sind zwei
Punkte als von besonderer politischer Bedeutung für die zukünftige Entwickelung hervorzuheben. Dr. Simons hat die Schuldfrage behandelt. Bei diesem Punkt ergriff die Versammlung eine merkbare Unruhe. Dr. Simon- hat ferner darauf verwiesen, daß er das Inkrafttreten neuer Sanktionen befürchte, wenn die jetzt in Kraft tretenden sich als wirkungslos erweisen sollten. Dr. Si- mons Rede war die eines tadellosen Juristen und eine deutsche Kundgebung, ob er aber den richtigen Ton für die augenblickliche Situation getroffen hat, darüber laßt sich streiten. General von Seeckt hat der Sitzung in Uni
form beigewohnt. , m
«. Reichsminister Dr. Simons ist noch am Montag Abend von London abgereist und wird Dienstag nach
mittag 5 Uhr in Köln erwartet.
Weiter wird uns hierzu gemeldet:
»^ Die Sitzung in London am Montag Nachmittag war nur von kurzer Dauer. In seiner Antwort sagte ' ist die Gegenvorschläge der deutschen lehmbar seien und daß
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Delegation unannehmbar seien und daß die Anwendung -er Sanktionen nicht hinausgeschoben werden könne. Der englische Premierminister machte die deutsche Delegation darauf aufmerksam, daß die Vorschläge nicht für fünf Jahre gültig seien, sondern nur für fünf Wochen, da sie von dem Ausfall der Abstimmung in Oberschlesien abhängig seien. Die Sitzung wurde daraufhin unterbrochen, damit Dr. Simons eine Antwort geben könne. Der Chef der deutschen Delegation protestierte gegen die Sanktionen. Die Sitzung wurde sodann aufgehoben, ohne daß die Alliierten darauf antworteten
Lloyd George erklärte in der Nachmittagssitzung, die Alliierten hätten sich gezwungen gesehen, die Sank- turnen in Kraft treten z« lallen. Man sei trotzdem in weiteren Berhandlv«ge« begriffen, dte zur Stunde noch
m= In Paris wurde Montag abend folgende Nachricht verbreitet: Bei der Wiederaufnahme der Sitzung der Londoner Konferenz um 4 Ubr machte Llovd George dw
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rückkehrtt^ Lloyd Georges au Simons.
** Nach dem neuen Angebot von Dr. Simons stellte Lloyd George die Frage, ob die Leistungen für die ersten fünf Jahre nach den Pariser Beschlüssen^anerkannt wer- den und ob ObersÄlesien eine Voraussetzung bilde Dße Antwort lautete beide mal ja. Auf die Frage, was be m Verlust Oberschlesiens eintreten würde, erklärte sß- mons, daß dann eine andere Situation gegeben fet Fetzt stellte Lloyd George die entscheidende Fraae, ob Simons für die Zeit nach fünf Jahren kein Angebot zu machen habe. Simons antwortete, die Frage wlle von den Sachverständigen sofort llevrüft werden, illov- George fragte, ob Simons eine Garantie für etn Minimum geben könne. Die Antwort sautete nem. Llovd George erklärte nun, er werde die u^cht mehr ganz zweifelhafte Antwort der Alliierten um 5% Uhr geben.
Erlaß der Relchsregkerung.
•m. Berlin. Unsere Gegner haben unerhörte und un- erfüllbare Forderungen an Geld und Gut an uns gestellt. Wir selbst nicht nur. auch unsere Kindes und Enkel sollen arbeitende Sklaven der Gegner werden. Durch unsere Unterschrift sollten wir ehren Vertrag besiegelt für dessen Ausführung die Arbeit von Millionen nicht genügt hätte. Das durften, das konnten wir nicht tun. Unsere Ehre, unsere .Hochachtung verbietet es uns. unter offenem Bruch des Friedensvertrages von Versailles sind d'e Gegner zur Besetzung weiterer deutscher Lande geschritten: der Gewalt können nur Gewalt nicht entgegensetzen. Wir sind wehrlos, aber hina»»- rufen können wir es, daß sie es alle hören, die noch die Stimme der Gerechtigkeit erkennen. Recht wird erst verdrängt durch Gewalt. Mit den Bürgern die dw Fremdherrschaft erdulden müssen, le'det das Voll Eb^mi zufammenichmieden toll uns dies Leid, zu einmem Fühlen zu einigem Wollen. Mitbürger, wahret Euren aufrechten Sinn aber laßt Eiich nW zu unbesonnenen Taten hinreißen. Harret aus, habt Vertrauen! Dw Reichsregierung wird nt*t eber ruberr bis Gemde Gewalt vor unserm Recht weichen muß. Der Renb^vrisi- deM: gez. Ebert. Der Reichskanzler: gez. Fehrenbach,
Kabinetlssttzuna in Berlin.
» Das ReichSkabinett ist Montag abend 9 Ubr zu einer Sitzung zusammenaetteten, um über die aus London im Laufe des Nachmittags und Abends eingman aenen Berichte der Delegierten und der durch den Ab , bruch der Verhandlungen geschaffenen Lage zu beraten | Obwohl sich der Reichstag am Montag lediglich mit der k laufenden Geschäften befaßt hat, beherrschte daS Plenun und die Wm'selgänqe doch nur die Londoner Fra-: Die dort gepflogenen Verhandlungen wurden schon 1; den frühen Nammittagsstnnden von den Pcrrlanw" ! riern sehr ernst beurteilt. Man begegnete vielfach > Ansicht, daß die Verhandlungen bofinunaslos und ^ >