Einzelbild herunterladen
 

Hersftl-er Tageblatt

: flnzeig-vpr-ris für die einspaltige Vetitzeile »6« ; ? -eren Raum 40 Pfennig, für anrwSris Sopfennig, : t die KeNamrzeiie 1.50 iNack. Sei Wiederholungen ; * Nachlaß, § Zür die Gchndieitung »erantwortlich Kranz Zank In Hersselü. Kernsprechee Nr. S. r

aA ^^^ ^^^^ ^ ^ F ^^.^^ r "......*...... ......................................

^8 »MS^'U^ V^8»i OW § ' ; Erscheint jeden Wochentag. » ber Bezugspreis bt. t

v : tragt im voraus zahlbar, für fierafdö 7.50 Mark, :

f r durch die Post bezogen 7.80 Mark, bei freier Zu- ;

/imtlicher ^»Zeiger für den Kreis Hersfelö ; ^ 8 Knicks Buchdruckerei in Hersfeld. 8 |

Rv. 61

Montag, den 14 März

1921

tonilön vor dem Ketdistog.

BertraueuSkuudgebuug für Dr. Simons.

** Die große dlussprache über die Verhandlungen in London, die sich bisher infolge der Beratungen im Aus­wärtigen Ausschutz hingezögert hat, wird nunmehr am Sonnabend vormittag 10 Uhr int Reichstag beginnen. Minister Dr. Simons wird einen längeren Bericht über die Londoner Konferenz erstatten. An diesen Bericht wird sich die Aussprache der Parteien anschlietzen. in der die Vertreter der einzelnen Fraktionen zu der in Lon­don befolgten Taktik Stellung nehmen werden. Die Regierungsparteien werden eine gemeinsame Erklärung Mhgeben, die von Dr. Trimborn (Str.) verlesen wird. Außerdem werden sprechen für die Deutschnationalen Graf Westarp, für die Mehrheitssozialdemokraten Her­mann Mtiller und für die Unabhängigen Breitscheid. Die Koalitionsparteien haben eine Bertrauenserklärnva formuliert, in der in der Hauptsache gesagt wird, daß der Reichstag die Ablehnung der Pariser Forderungen »tilige. Es ist bestimmt damit zu rechnen, daß diese Er­klärung von allen Parteien mit Ausnahme der Unab­hängigen und Kommunisten angenommen wird. Die Debatte soll am Sonnabend unter allen Umständen zu Ende geführt werden. Die Reichstagösttzung wird lich also zu einer Vertrauenskundgebung für Dr. Simons gestalten.

BerlütrtWtsfirißflgedeiiDeoltifltand.

5 ** Die Gesetzesvorlage, nach der englische Unferfanetf, »je in Deutich!and Waren gekauft haben, 50 Prozeß des Betrages an das englische Schatzamt abtreten müßen, ist vom Schatzmtnifter Chamberlain im Unterhause einge- bracht und in erster Lesung verhandelt wordmr. Die Meite Lesung wird am Montag staltsinden. Der Mi­nister gab eine Erklärung ab dahingehend, daß ba» Ge­setz sobald als möglich in Kraft treten soll.

Gutgemeinter, aber unmöglicher italienischer Vorschlag.

w Die offiziöseAgenzia Roma^, gibt der deutschen Regierung den Rat, neue Vorschläge auszuarbeiten mrd an die Verbündeten wegen Einberufung einer neuen Konferenz heranzntreten.

Die Stellung des Kabinetts Harding.

« ÄVM »« »^ÄSSM »ffiÄ^ tSE äKÄÄÄ

Au trage wegen Amerikas Beitritt zum Bölkerhnnb.

»« Laut Nachrichten aus Neuyork hat der franzöWe Botsibaster in Washington beim Präsidenten Hardtng ungefragt, ob er bereit sei, dem Völkerbund tn abgean- herter Form beizutreten.

Neue Besetznugsvorschläge Belgiens.

Wie aus Brüssel berichtet wird, hat die belgische Re­gierung den Obersten Rat auf die Notwendm^t M.ge­wiesen, das rechte Rheinmer bis sur holländischen Grenze zu besetzen, um zu verhindern, daß der Rhein kuf der rechten Seite zur Verschiffung »on deutschen Gütern nach Holland benutzt werden kann. Die Kon- irnlle der Alliierten würde sonst zwecklos fein. Hm die Eisenbahnlinie des Rheines mit in die Besetzuiig 8n^nbeziehen sei notwendig, diesen Strich bis aus M Kilometer Tiefe zu besetzen. In den nächsten Tagen soll der Oberste Rat sich mit diesen Vorschlägen besaßen.

Vor neuen Forderungen der Entente.

(S C.) In Berlin wird für die nächsten Tage die Bekannigabe der in Abwesenheit der Deniuyen in London gesüßten Beschlüsse der Alliierten ermattet. Nach Londoner Zeitungsmeldnngen sollen die Beschlüsse neue Forderungen an Deutschland hinsichttich der Eu.- wchsuäng, der Aburteilung der Kriegsschuldig-n und der Auslieferung des noch vorhandenen Krtrasmate- rials bar stellen.

Amerika verhält sich abwartend.

^ Genf. (S. C.) DerMatin" meldet aus Reunork: Die Reaiernug gab bekannt, daß sie in der Rbeimrage neu Schrt unternehmen werde, bevor nicht die Be­ratung der Friedensresolution für Deutichland im Kon- SS l-^eMS^'Ä» L? °8-»s'L«>?«S PM! ber Ausführung der neuen Politik auch keinerlei Hinder­nisse in den Weg legen. o Die italienischen Sormttsten gegen London.

^ nitrirü (S C.) Der »Secol» meldet aus Rom. einen Antraa eingebracht, der die äbieuunng oer von doner Sanktionen für Italien fordert.

Aus dem besetzten Duisburg. ÄS« m^"^ Veriüauna erfassen, wonach alle Beschränkungen bi^ Ci- scnbahnverkehrs ausdrücklich aufgehobeu^werden Te Reisenden haben sich nur nach den allßvmU en v« . kehrsvestinlmuugen im besetzten Gebiet Ar,chten.^w Berwasinng ber Stadt ist von mmiüiWu hL"cK^ Hände übergegangen. Am Freitag wurden die .lrten für die oberschlesische Abstinnnung beichlaguahmt uns die Büros geschlossen. Auf die Vorstellung HW, daß die- c-a au Proiestarnnd betrachtet würde, hat man sie am

Sonnabend wieder freiMgeben. Den belgischen Offizie­ren gegenüber soll allen uniformierten Beamten bis hin­unter zum StrahenhaHnsärasfuer die Grußpflicht eirrge- tührt werden. Die Becnntei: ziehen es vor, soweit wie möglich den Dienst in Zivil yt verrichten.

SayewiWerßandinderEnlnislnnung

** Aus München wird gemeldet: Die Nachricht, daß der Minister des Innern Koch im Reichsrat beantragt hat, seinem Ministerium die Funktionen und Machtmit­tel zur sofortigen Durchführung der Auflösung und Ent- waffnung der Selbstschutzorganisationen zu übertragen, hat hier eine starke Erregung hervorgerufen. Der baye­rische Ministerrat und die Koalitionsparteien sind nach wie vor einig in der Ablehnung dieser Zumutung, die für Bayern den Sturz des Ministeriums von Kahr. die Auflösung der rein bürgerlichen KoaMon, die Bildung e-nes Ministeriums der Linken und sodann die Rück- Ießr zu den Zuständen des Frühjahrs 1919 bedeuten würde. Einer Reichsexekutive wird in Bayern mit allen Mitteln und mit aller Entschlossenheit entgegen getreten werden.

Nach ein« weiteren Meldung aus München hat dort am Freitag ein Ministerrat stattgefunden über die Selbstschutzorganisationen und die Maßnahmen, die vom Reich bezüglich der Entwaffnung der bayerischen Ein­wohnerwehren in Aussicht genommen sind. Nach der Beendigung der Sitzung traten im Landtag die Frak- tionSiübrer mit der Regierung zu Besprechungen über die Frage zusammen.

** Der Vertreter Bayerns im Reichsrat bat bei der Beratung des Gesetzes über das Verbot der Selbst- fchutzorganisationen im Auftrage seiner Regierung in aller Form die Opposition Bayerns zum Ausdruck ge­bracht. Er hat die Ablehnung des Gesetzes verlangt. Er scheint tatsächlich erreicht zu haben, daß die Reichsre- gierung sich um einen Schritt zurückdrängen ließ. Er versichert, daß man dem bayerischen Widerstand dadurch nachgeben werde, daß man in dem Gesetz lediglich auf den Friedensvertrag Bezug nimmt und jede Berufung auf die Pariser Note vom 29. Januar vermeidet. knlenleaSksmmev mit Remol PMo.

e-f Zwischen Brian) und der türkischen Delegation in Angora ist am Freitag vormittag ül^r EiliMNeineLiLL; einvaruüg äÄOMrVründlage einer raichen Räumung Ciliztens, des Austausches der Kriegsgefangenen und der Einstellung der Feindseligkeiten zustandegekommen. Die Vereinbarung umfaßt weiter alle Maßnahmen, die ge­eignet sind, die Sicherheit von Person und Eigentum der Europäer und aller im Gebiet wohnenden Minderheiten zu gewährleisten.

Kemal Pascha fordert vom Sultan feine Anerkennnug.

Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, hat Mustafa Kemal Pascha an den Sultan folgendes Telegramm ge­richtet: Seine Majestät der Sultan möge endlich die große Nationalversammlung von Angora anerkennen, um die Lage zu klären und die Verhältnisse in Koustan- tinopel zu regulieren. Die Erklärungen, die unsere De­legation in London gemacht hat, beweisen, daß die Na­tionalversammlung von Angora allein den Willen des Volkes zum Ausdruck bringt. Wir schlagen deshalb vor, die von der Regierung vorgesehenen Grundsätze amu- nehmen, und erwarten von der Konstantmopeler Regie­rung eine Antwort. Das Telegramm wird in Konstan- tinopeler Regierungskreisen als eine direkte Drohung an den Sultan bezeichnet.

Friede zwischen Kemal Pascha nud Frankreich.

«s* Briand kehrte am Sonnabend aus London nach Pa­ris zurück. Louchcur wird noch einige Tage in London bleiben, um Einzelheiten über die Wiederherstellungs­frage zu besprechen. Berthelot verlängert fernen Londo­ner Aufenthalt ebenfalls, um die Orientfrage weiter zu behandeln. Man hofft, die Delegation der Konstantino- peler Regierung dazu zu bringen, die von der Konferenz gemachten Vorschläge anzunehmen. Ein formeller Fric- denßvertrag zwischen Frankreich und der Regierung Ke­mal Patches wird im Laufe der nächsten Woche in Paris unterzeichnet werden, wodurch ein erheblicher 'acu der in Cilizien befindlichen frairzösischen Armee zu anderen Zwecken verfügbar wird.

is-

Gegenrevolution in ganz Rutzlaud.

^ Helsingsors. (B. T.) In den Gouvernements Witebsk, Nischni-Nowgorod, Perm und Tomsk ich der Belagerungszustand erklärt worden. Alle Etsenbahn- linien von Sibirien nach Moskau sind unterbrochen. Auch im nördliclxn Kaukasus känwfeu die Bewohner mit den Bolschewisten. Ebenso werden aus Wcimuß- laud. Sibirien und der Mongolei Meldungen über Ruf- standsbewegnngen verbreitet. Ein drckier Angriff der roten Armee, der von Oranienburg aus unternommen würbe, ist wie die beiden ersten Angriffe abgeschlagen worden. Die Operationen werden von Trotzn geleitet. In Petersburg herrscht große Aufregung. Ein Nachricht aus Schanghai besagt, die anttbolschewistischen «Arert- fraste im äußersten Orient gruppieren sich in Mgender Weise: 1. Kosaken, Bauern und eingeborene Bevölke­rung, Bujeten und Mongolen für den General Atar- man-Seininow. 2. Konservative scharen sich um den Ge­neral Locluvilisy. 3. Viele Abenteurer, Mrunter die mei­sten mit deutschem Namen, sammeln sich unter General Baron von Uugern-Bernburg. Atarwan-Seminow soll Heinckich von Japan unterstützt werden.

Petersburg von neuem Veschone«.

w Ein Funkspruch der Kronstädter Gegenrevolniio^ näre meldet, daß Petersburg am Sonnabend früh von neuem beschossen worden sei.

Bolschewistischer Vormarsch in Geoxgie«.

** Die Georgische Armee hat aufgehört zu existieren. Die Sowjettruppen rücken rasch von Norden nach Südens vor. Von georgischer Seite sind die türkischen Truvpew ersucht worden, Batum zu besetzen, damit die Stäbe nicht in die Hände der Bolschewisten falle.

Die NebersremduNg der veutscheu Iudustrir.

* Berlin. (S. E.) Nach einer als zuverlässig anzu-s sehenden Information an die Berliner Börse sind seid' dem 1. Januar d. I. für rund eine Mwton Mark Aktien» in ausländischen Besitz übergegangen.

Die Wirkung des N-Boolkrieges.

^ Rotterdam. (S. C.)Daily Chronicle" meldet: Der deutsche U-Bootkrieg hat nach einer Erklärung LorkE Churchills gegenüber einem Vertreter desDoil^ Ehroniele" für England 31 Milliarden Shilling Scha­den verursacht.

Neue Berhanblnngen wegen des Ueberschichten- abkommens.

Berlin. (S. C.) Die Reichsregierung hat die Bergwerksverbände des Ruhrreviers zu neuen Verband» lungen eingeladen über die Fortsetzung des Ueberschich» ienabkommens durch die Bergleute. Durch den Ausfalk der Ueberschichten geht eine monatliche Förderung vou 600 000 Tonnen für die deutsche Industrie und für dis Erfüllung des Spaaer Abkommens verloren.

Die Transporte nach Oberschlesien.

** Erfurt. (F. Z.) Für den Abstimmungsverkehr bil-i bet Erfurt die Zentrale für die aus Frankfurt unä; Thüringen zu befördernden AbstimviUNgsbereHtigten. ES laufen sechs Züge durch Erfurt und vier fahren von Erfurt ab. Zur Verpflegung von etwa 10 000 Menschen! sind umfangreiche Maßnahmen getroffen.

Die Kommunisten und Oberschlesie«.

** Berlin. (S. C.) Die Kommunisten rufen für die Osterwoche zu neuen Massendemonstrationen im ganzen Reiche auf. Die Geiamtsitzung der Berliner radikalen Betriebsräte bezeichnete einen etwaigen ungünstigen Ausgang der Bolksabstiumuna in Oberschlesien als be­stes Signal für einen, ollqemeiven Umsini-z^rjttL^..

^ TeittWifKS.

Derlei msi Tsae.

Wahlhilfe leisten französische Soldaten den Polen in Oberschlesien durch Ankleben von Plakaten und Flug- blätterverteilung.

Polen dreht Danzig gegenüber nach einer Dditteilung des dortigen Senats mit Einstellung der ihm vertraglich obliegenden Lebensmittellieferungen, um Danzig den polnischen Forderungen bei den Wirtschastsverhandlun-^ gen gefügig zu machen.

w Der Sandrat des Kreises Rvbnik, Regierungs- assesior Strzoda, ist von der interalliierten Kommission ausgewiesen worden.

* Reichskanzler Fehrenbach empfing den Sekretär der medizinischen Fakultät der Universität Rosario (Argentinien). Dr. Raimunde Bosch, und bat ihn, dem

(Argentinien). Dr. Raimunde Bosch, und bat ihn, dem argentinischen Präsidenten Irigeyen seine persönlichem Grüße zu übermitteln.

o-^ Der Brenner Patz und die Brenner Gemeinde sind nach einem Pariser Telegramm von der interalliierten Grenzkommission Italien zugesprochen worden.

Im Essener Wasterturmprozetz sind sämtliche 15 An­geklagten freigesprochen worden.

Das Aggremeut für den neuen dentschösterreichische» Gesandten in Berlin ist Sektionschef Riedl erteilt worden.

Die japanische Regierung verhandelt nach einer Pressemeldung wegen Lieferung deutscher Flugzeug« mit denJunkers Flugzeugwerken" in Dessau.

Die chinesische Regierung hat beschlossen, keine Haudelsabordnung der Sowjetregierung zu empfangen.

27 000 Zentner Weißkohl verdorben sind bei der Berliner städtischen Obst- und Gemüsestelle, die derart ungünstig gearbeitet Bat. daß sie mit einem Fehlbetrag von 30 Millionen abschließt.

20 Oberschlesierzüge sind bisher planmäßig an ihrem Zielounkt einaetrosteu

Bisher wurde der Abgang von 85 Abstimmnugszit« gen nach Oberschlesien gemeldet. Insgesamt laufen big zum 18. März 185 Abstimmungszüge.

DeufFdisr Reichstag

81. Sitzung.

Der Reichstag gedachte, es kurz zu machen. Im Aus­schutz ließt die Londoner Fahrt des Minister Simons zur Beratung. Das sollte die Ausgabe des Nachmittags sein. Aber man hatte die Rechnung ohne die Kommunist,

__________________________ .. . . eu ge­macht. Zunächst gibt es eine Reihe Anfragen. Der Deutschnationale Körner halte auf bie Mitzwirtschast der. Bettstelle aufmerkfam gemacht, die ihre Vorräte solange I zurückgehalien hat, bis das Reich infolge des Preisstilr-: zes jetzt einen Schaden von % Wiintonen erleidet? Die Regierung gibt zu, daß die Fettstelle noch über 45 0001 Tonnen Oele und Fette »erfügt. Die Verluste aber' leren nicht vorauszusehm gewesen, sie seien eine Folge: des Ballens der Weltmarktpreise!

Bei der zweiten Lesung des Reederelabsiudnngsvrr-^ träges sammt es dann zum Krach. Der Vertrag ist be-z reifst im .>iuefd)ii6 mit allerlei Zusätzen bepackt worden.'