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yersfelöer Tageblatt

Hersfelöer Kreisblatt"

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Nv 81

Freitag, den 8. April

1931

Briand für Teilung VSerichleüens.

Was Frankreich für den Wiederaufbau geleistet hat.

** Briand führte am Mittwoch im französischen Se­nat über die oberschlesische Frage folgendes aus- Er habe am Tage vorher absichtlich nicht von Oberschlesien gesprochen, denn dieses Problem sei durch den Bersailler Friedensvertrag geregelt, und es bedürfe kaum mehr «ines Kommentars. Er wolle nur bemerken, daß seit der Volksabstimmung kaum 14 Tage verstrichen sind und daß der interalliierte Ausschuß für Oberfchlesien nicht «ur mit der Kontrolle des Abstimmungsergebnisses, son­dern auch mit der Aufteilung Oberschlesiens beschäftigt Fei und den alliierten Regierungen über seine Arbeiten ausführlich Bericht erstatten werden, was natürlich eine sehr große Arbeit darstelle und eine gewisse Zeit erfor­dere. Die Tatsache, daß der Ausschutz die Abstim- «lungsergebnisse gemeindewetse nachprüfe und in jeder Gemeinde Einzelermittlungen anstelle, sei an sich be- Jeichnend. Die französische Regierung habe eine schnelle legelung der oberschlesischen Frage vor einigen Tagen Verlangt. Man habe ihr geantwortet, daß diese Frage «auf das genaueste geregelt werden mützie, daß jedoch der Ausschuß in ungefähr 2 bis 3 Tagen seine Arbeiten be= «endet haben werde. Briand erklärte sodann weiter, die deutsche Behauptung, Oberschlesien sei unteilbar und Müsse bet Deutschland verbleiben, sei der deutsche Stand­punkt, aber nicht der Standpunkt der Alliierten. Das Volk in Oberschlesien habe seine Gesinnung bekundet,- -Minem Wunsche müsse Rechnung getragen werden. Mei­ster erklärte Briand:Denen, die uns sagen, es sei vor- -keilhafter, daß das oberschlesische Industriegebiet deutsch bleibe, damit Deutschland seinen Verpflichtungen in der -Wiederherstellungsfrage nachkommen könne, denen müs­sen wir antworten. -atz Deutschland in den nächsten 15 Bahren, selbst wenn das Industriegebiet an Polen fällt, die Kohlen aus dem Industriegebiet zu denselben Be­dingungen wie bisher erhalten könne, und daß somit Sie Wiederherstellungsfrage in keiner Weise durch die Austeilung Oberschlesiens berührt werden könne.

Auf das schärfste äußerte sich Briand gegen die Aus- Athrung der deutschen Note über die Politik Frankreichs 8« den zerstörten Gebieten. Seine ganzen Äusführun- «en in dieser Fraae wurden vom Senat wiederholt mit Sem lebhaftesten Beifall unterstrichen. Briand hob her­vor, daß die Ziffern über die Tätigkeit Frankreichs in

Hmrptunqen seien. Die Bevölkerung in den zerstörten Gebieten habe im Jahre 1914 4 700 000 Einwohner be- kragen, im Augenblick des Waffenstillstandes fcteir S 900 000 Einwohner dort gewesen. Heute sei die Be- völkerungsziffer wieder auf 4100 000 angewachsen. 95 Prozent des verheerten Bodens seien bereits wieder auf gebaut; 90 Prozent hätten bereits im vorigen Jahre Früchte getragen. 30 Prozent öer zerstörten Industrie- snlagen seien heute wieder in Tätigkeit, 99^ Prozem »er zerstörten Eisenbahnlinien wieder hergestellt, ebenso 80 Prozent der Kunstbauten. Di^ deutsche Regierung stelle sich so, als kenne sie diese Zisfern nicht und sie Hatte die Kurzsichtigkeit, einem besreundeten Volke - Frankreichs die Lage so zu Mldern, als ob Jraukre-ch nichts getan habe, nur um den Haß lebendig zu erhal- ren und um geaeu Deutschland vorgehen zu können. Nach diesen Erklärungen wurde die allgemeine Debatte geschlossen und das Biidget für auswärtige Angelegen-

Heiten angenommen.

Powische Falschmeldungen.

»4 Von unterrichteter Seite hören wir: Der in Kat- Howitz in polnischer Sprache erscheinendeGornoslorr- zak" enthält einen Bericht vom 29. März aus Warschau, wonach bei dem polnischen Ort Praszki eine deutsche Truppenabteilung die Grenze überschritten habe. In Sem Gefecht zwischen dem polnischen Wachbatarllon und den Deutschen hätten die Polen sechs Mann verloren. "Zwei deutsche Ossiziere seien gesangerr genommen wor­den.

Deutscherseits ist niemand an diesemGerecht" be­teiligt geivesen. Gegen wen mögen die polnischen Bau­den gekämpft haben? Ebenso ist die Nachricht derGa- zetta Popolska" in Oppeln vom 31. März unzutrestend, daß an der Demarkationslinie deutsche Truppen kon­zentriert würden, um Gefaugeneuausbrüche zu bewerk­stelligen. Bon Seiten der deutschen Regierung ist be­reits daraus hingewiesen worden, daß kecnerlei Tncp- penzusammenzievnngen stattgestmden haben.

Die Ausfuhrkontrolle.

Zur Abschwäckung der Wirkungen, die die Zwangs­maßnahmen des Verbandes haben könnten, sind zahl­reiche Autzenhandelsausschüffe von Außenhandels-tellen zusammengetreteu. Das Ergebnis der Verhandluugen ist je nach den Verhältnissen verschieden. Ein Teil der Nutzenbandelsaussclstisse schlug ivforttge Maßnahmen zürn Abbau der Anssubrkontrolle vor, während andere sich einmütig für die Beibehaltung der Autzenhandelv- regelung ausgesprochen haben, zmnal sich die Wirkung der Zwangsulatznabmen noch nicht genau nbafibut lasse. Hinsichtlich der Attssuhrabgabe wurde allgemein ihre sofortige Aufhebung gefordert, «e» unttt- den Zwangsmaßnahmen eine solche nicht mehr getragn werden kann. Der Handel forderte ^um grotzen Tieil die sofortige Abschaffung aller Bindungen der Ausftchr uttt der Begründung, daß im Hrublick auf die .jwangsinaß- Smen nur R Freiheit helfen könne. Du-

gegen war man sich über die Notwendigkeit der Auf­richtung einer verschärften Einsuhrkontrolle zur Ver­hinderung des Einströmens entbehrlicher Waren, beson­ders aus den Verbandsläudern, klar,- desgleichen über die Notwendigkeit, das besetzte Gebiet mit allen Mitteln zu unterstützen.

Die Zollgrenze am Rhein.

9* Duisburg. (F. 3.) Nachdem der Botschafterrat den Entwurf des Zollgesetzes am Rhein angenommen hat, finden zur Zeit zwischen den Alliierten im besetzten Gebiet Verhandlungen statt, um die praktische Durch­führung der Zollkontrolle vorzubereiten. Daran neh­men Kommissare des besetzten Gebietes sowie Vertreter der Regierungen und der militärischen Behörden der Alliierten teil. In Koblenz soll eine Kontrollkommis­sion für das ganze besetzte Gebiet errichtet werden, de­ren Leitung einem Entente-Kommissar übertragen wer­den soll. Im ganzen sollen 19 Hauptzollämter eingerich­tet werden sowie 52 Zollämter. Die deutschen Verwal­tungen sollen unter Kontrolle der Alliierten weiter ar­beiten. Weiter wird eine besondere Flutzkontrolle ein­gerichtet werden, um alle Flüsse zu kontrollieren.

Die Voraussetzuuge« für neue Verhandlungen.

W. Berlin. Das Reichskabinett hat in seiner Sitzung am Mittwoch sich mit der Frage der Wiederaufnahme der Londoner Beratungen befatzt. Wie wir erfahren, ist von deutscher Seite keine Anregung zu einer Wie­deraufnahme der Besprechungen zu erwarten, solange die militärische Besetzung rechts des Rheins andauert und solange keine Entscheidung der Alliierten über Oberschlesien vorliegt.

Deutsche Antwort in der Entwaffnungsfrage.

** Berlin. In der Antwortnote der deutschen Regie­rung an die Entente ist auf die jüngsten Unruhen hin­gewiesen worden. Daraus habe sich ergeben, daß ine Polizei mit der zugestandenen Bewaffnung den Auf­gaben nicht gewachsen sei, die an sie herantreten können. Für absehbare Zeit sei nicht damit zu rechnen, der im Lande verborgen gehaltenen Maschinengewehre habhaft zu werden und iedes versteckte Gewehr zu entdecken. Ueberdies werden verbrecherische Elemente sich immer wieder auf irgend eine Weise in den Besitz neuer Waf­fen zu fetzen wissen. Die deutsche Regierung mutz sich unter diesen Umständen Vorbehalten, neue Anträge we­gen einer besseren Bewaffnnnq zu stellen.

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w Paris. lB. T.) Die Konferenz des Obersten tes wird am 1. Mai zusammentreten. Die Amoesenhett von amerikanischen Vertretern auf dieser Konferenz wird erwartet.

Die Drohrede Briands.

» Berlin. In Berliner politischen Kreisen erblickt man in der neuen Drohrede, die der französische Mini­sterpräsident Briand im Senat gehalten hat, nur eine logische Fortsetzung der bisherigen Gewaltpolittk, die von Frankreich in der letzten Zeit betrieben wird. Man betrachtet diese Aeußerungen als ein neues Eingeständ­nis, daß Frankreich unfähig ist, mit den MittÄn des Rechts ,zum Wiederaufbau seiner Wirtschaft zu gelan­gen und hält das fortgesetzte Reden von Gewalt für ein Zeichen der eigenen Schwäche. Wenn Briand betont, daß nur noch der Vertrag von Versailles gelte, so müßte die erste Folgerimg daraus die Abkehr von den«Sank­tionen" sein. Geradezu vhantasttsch ist nach der allge­mein in Berlin herrschenden Auffassung die Androhung van Zwang gegen Derttschlands Industrie und Boden­besitz.

Friedeusbotschaft Hardiugs.

ralano ist tu einer Kongrevvoticyat Am nächsten Dienstag wird sich Prä

^ Neunork. <B. 33 Hardcngs Stellungnahme zu Frankreich und England ist in einer KongEvotschaft festgelegt worden. Am nächsten Dienstag wird sich Prä­sident Harding persönlich nach dem Kongreß begeben, um dort seine Friedensbotschaft zu verlesen, in der for­mell erklärt wird, daß Amerika den Bersailler Pakt nie­mals anerkennen werde und ihn für immer verwerft. Dies werde auch die endgültige Grablegung des Bolker-

bundes sein.

** Loudou. Der Friede mit Deutschland wird nach einer Meldung aus Washington bei der Eröffnung des Kongresses bekannt gegeben werden. Der Präsident wird voraussichtlich dabei zugegen sein. Vor der Hand verlautet nur so viel, daß Harding nicht willens ist, dem Völkerbund beizutreten und daß Frankreich gut darait tut, die Forderung enalisch-anrerikanischer Garantien für die Durchseimng seiner Ansprüche fallen zu lasseu. Präsident Harding erklärte Pressevertretern gegenüber, daß die Vereinigten Staaten endgülttg auf den Vertrag von Versailles verzichtet hätten.

w London.Morningpost" meldet, daß Harding bei der Kongreßerössnuna am Rtontag ein Realstem über den Völkerwmd halten wird. Der Völkerbund sei, so­weit die Vereinigten Staaten in Betracht komnren, tot. Die Regierung sei nicht abgeneigt, diese Tatsache der Welt össentlich zier Kenntnis zu bringen.

Stnndung der Zinsen zahlnng an Amerika.

x Der .Neuyork Herald" meldet aus Neuyork, daß ein Antrag von 22 Senatoren eingegangen ist ans Sus- pensieruna der Zirrsenzahlung für die alliierten Schul­den an Acuerika. Eine Mehrheit im Senat für den An­trag sei sicher.

Freigabe des deutsche« Vermögens in Italien.

** DieNeue Züricher Zeitung" meldet aus Rom die

bevorstehende Freigabe des vescyiagnaymren oeurscyerr Vermögens in Italien bis zur Gesamthöhe von 200 00» Lire.

Der Aufruhr.

Wiederaufnahme der Arbeit in den Leunawerke«.

** Halle. In einer Konferenz im Direktionsgebäude der Leunawerke, an der Oberpräsident Hörsing, der Re- gierungspräsident von Magdeburg, die Führer der Po-- lizettruppen, die Direktoren der Leunawerke, Reichs- tagsabgeordnete und Gewerkschaftsführer teilnahmen, erklärte ein Direktor der Leunawerke. daß der Betrie» Anfang nächster Woche wieder ausgenommen werden könne. Das Werk müsse aber vorher von allen Leute» gesäubert werden, die nicht dorthin gehören. Die Di­rektion müsse darauf dringen, daß die Arbeiter ihre ge­rechte Forderung anerkennen. Der meHrhettssoziald». mokrattsche Retchstagsabgeordnete Krüger wandte sich gegeu die nach der Einnahme des Werkes aufgetauchte, Gerüchte, daß in der Werken Greueltaten verübt wor­den seien.

Die Säuberuvgsaktto« in der Provinz Sachse«.

Halle. Bei einer Häuserrazzia in Hohnstedt tat Mansfelder Seekreis sind 25 Personen verhaftet wor­den. Zahlreiche Waffen wurden beschlagnahmt. Auch in den Dörfern des Sangerhäuser Kreises wurden von der Schutzpolizei erfolgreiche Durchsuchungen vorao- nommen.

Ko«tmu«istifche Massenprozesse.

** Berlin. Vor dem Berliner Sondergericht sind An­klagen gegen 954 Kommunisten erhoben worden.

Das Vorgehen der Belgier gegen die Komvmniste».

w Düsseldorf. Die Belgier haben im Bezirk Mühh- He,m 31 Kommunistenführer, im Bezirk Düsseldorf über 4,0 Kommunisten verhaftet und zum größten Teil in da» linksrheinische Gebiet abtransportteren lassen. Das bel­gische Kriegsgericht in Duisburg fällte 13 Strasurteilr^ darunter gegen zwei Kommuuistenführer je drei Fahre Zwangsarbeit.

Errichtung einer Sowjetbotschaft in Berlin.

** BerN«. Die russische Sowjetregierung hat im Bev-- lmer Westen ein eigenes Botschaftsgebäude Mr 3 Mtl- lwnen Mark erworben. Die Umwandl jetvertre

der Soro--

Die grrechrfche Nkederlage.

l:

_** DerTemps" meldet aus Konstanttnopel: Die Türken geben die Gefangennahme von 18 000 Griech«» bei Kysill Ord bekannt, darunter sechs Generale. Die Aufzählung der Narnen der gefangenen griechischen Be­fehlshaber laßt die Meldung als glaubhaft erscheine». Konstantmopel ist beflaggt.

Verschärfung der Strerklage in England. "

** Köln. Aus London wird gemeldet: Auf die Ei­senbahn PortsmouthLondon sind Mittwoch früh drei Bomben geworfen worden. Die Babngleiie sind auf weite Strecken zerstört. Der Bahuhot Winchester ist schwer beschädigt worden. Der Kohlenzug Portsmouth^ Winchester ist verunglückt 10 Wagen sind zertrümmert und zwei Eisenbahner getötet worden. In London sind 20 000 Industriearbeiter in den Sympathiestreik für die Bergarbeiter getreten. Die Lage steht jedoch durch den Bermittlungsvorschlag Lloyd Georaes vor der Ent­spannung.

** Aus London wird gemeldet: Die Angriffe der «streikenden auf die Eisenbahnen mehren sich. Der Gla- gower Zug ist bei Leeds entgleist.

**Havas" meldet aus London: Die städtischen Ar­beiter sind in den Streik eingetreten. Die Elektrizitäts- arbeiter wollen am Sonnabend in den Ausstand treten. Im Hafen sind am Dienstag 22 kommunistische Agita­toren verhaftet worden. Bei Windsor wurde das Auto- mobil Lord Curzons von Unbekannten beschossen. Der Lord blieb unverletzt. Einigungsverhaildlungen zwi­schen den Beraarbeitern und der Regierung hatte» am Dienstag abend noch nicht begonnen.

Preutztscher Landtag.

** Berlin. Der Landtag wird sich am Donnerstag nachmittag mit der Erledigung einer unbedeutenden Tagesordnung befassen. Die Wahl des Ministerpräsi­denten wird voraussichtlich erst auf die Tagesordnung der Sitzung vorn Sonnabend gesetzt werden.

Die Regierungskrise in Preußen.

** Berlin. Die Fraktionsbefprechungen Lider die Re­gien, ugsneubilöung Preußens sind auch am Mittwoch fortgesetzt worden. Die Lage ist " "

fortgesetzt worden. Die Lage ist unverkennbar frWi geworden, da keine Entscheidung der MehrhettSsozial- denwkrate« zu erwarte» ist. Auch die Demokraten stell

ten sich bei ihren Besprechungen der Mehrheitssvzialdevwkraten.

auf den StavSpunl:

Stapellauf des Dampfers

8»de«d»rffE.

** Der DampferLudendorff", der für die Fir. Hugo Stinnes gebaut wurde, ist am Mittwoch in Beac sack nach Schluß der Arbettszeit ohne ZwischeNfM vo-i Stapel gegangen. Eine größere Feier hat nicht statt.. funden.