Einzelbild herunterladen
 

yetsWerTageblatt

Anzeigenpreis für die einspaltige Petitzeile oder ; öerrn Raum ^Pfennig, für auswärts So Pfennig, : Sie Reklamezeile 1.50 Mark. Bei Wiederholungen :

chlaß. Zür die Schriftleitung verantwoetllch Kranz §unk in Hersfelö. Kernsprecher Nr. 8.

Hersfelöer Kreisblatt"

! Amtlicher Anzeiger für den Kreis hersfelS

Erscheint jeden Wochentag.» der Bezugspreis be­trägt im voraus zahlbar, für Hersfeld 7.50 Mark, durch die Post bezogen 7.80 Mark, bei freier Zu­stellung ins Haus.» druck und Verlag von Ludwig Kunks Buchdruckerei in Hersfeld.

Nr. 83

Montag, den 11. April

1931

VsSks - Uerwf!

Vom Großhessischen Wirtschaftsbund wird uns ge- ßhriebeu:

Als feinerzett die unerhörten in London erhobenen Forderungen des Feindbundes bekannt wurden, die tn seit berüchtigenSankttonen", vor allem aber in der Svprvzenttgen Zoll-Beschlagnahme gipfeln, wurde von verschiedenen Stellen des deutschen Wirtschaftslebens, hier tn Hessen beispielsweise vomGroßhessischen Wirt- Mrftsbund", der Boykott des Waren-Verkehrs mit dem feindlichen Ausland als die einzige, wahrhaft wirksame Antwort bezeichnest Sehr viele Firmen und verschie- »ene Handelszweige haben diese Antwort durch die Tat erteilt und auf die Einfuhr von Erzeugnissen feindlicher Länder verzichtest Es ist aber nicht zu bezweifeln, daß dieser Bovkott erst dann als ein Gesamtausdruck des Volkswillens angesehen werden kann, wenn alle Grup- #en des Handels und der Industrie nickst nur, sondern «uch das Verbraucher-Publikum in fernen breitesten Massen dem Volksprotest sich angeschlossen hat. Dauerst wäre die wirkliche Einheitsfront, die, von keinerlei Par- Deipolitik beeinträchtigt, den äußeren Feinden den un- widerleglichen Beweis liefert, daß das deutsche Volk Sauer Wehrlosmachung, trotz aller inneren Zerrüt-

, eine scharfe Waffe gegen übermütrge Bedränger besitzt. Eine Waffe, die ihm kein aufgezwungener Ver­lag entwinden kann: denn niemand auf der Welt ver­mag einen Deutschen zu zwingen, in englische Stoffe ich zu kleiden, belgische Zigaretten zu rauchen, franzö- ßsche Schokolade zu essen oder sonst welchen Luxus zu Leiben, durch den er die Feinde unterstützt. Es ist ge- Hchichtlich erwiesen, daß oft genug der Volksverruf, der reine Regierungsmatznahme, sondern eine stete Tat des jebendigen Volkes, eine Tat der Masten ist polituch «nd militärisch schwache Völker von dem Bruch der Nebermacht befreit hat. Kein Gesetz m der ganzen Welt, rein Paragraph des vtelgeschäudeteu Völkerrechts ver­bietet die Anwendung des Volksverrufs. Aber wie al- ÄS gewinnt auch er sein Dafeinsreckt erst aus seiner Vollkommenheit: das will sagen, er mutz in vollem Um- wna durchgeführt werden, kein Zwerg des Handels und

Industrie darf sich ausschlietzen und jeder Einzelne muß sich darüber klar sein, Satz sein Tun und Lasten tn fiesem Falle Angelegenheit des ganzen Volkes rst und »litwtegt in dem Aufgebot nationaler Willenskund-

scheint jedoch, daß Stegerwald nicht geneigt ist, anzuney- men. Die Nomination des Ministerpräsidenten durch das Zentrum wird infolgedessen erst kurz vor Beginn der Sitzung am Sonnabend erfolgen. Das Zentrum wird zu diesem Zweck eine Stunde vor der Plenarsitzung zusammentreten. Die Parteien der alten Koalition ha­ben sich verpflichtet, unbedingt den Kandidaten des Zen­trums zu wählen. Die Sozialdenwkraten haben ihre ursprüngliche Bedingung, daß der Ministerpräsident nicht mit der Deutschen Volkspartei wegen ihres Ein­tritts in die Koalition verhandeln darf, fallen gelassen. Bon dieser Seite aus hat also der künftige Ministerprä­sident vollständig freie Hand, er kann mit allen Parteien von der Sozialdemokratie bis zur Deutschen Volkspar- tei verhandeln und auf Grund seines Programms ver­suchen, eine Einigung zwischen der Sozialdemokratie und der Deutschen Volkspartei herbeizuführen, die an den unglücklichen vier Bedingungen der sozialdemokra­tischen Fraktion gescheitert ist. Während so die Parteien der alten Koalition den Ministerpräsidenten bedin-

gungslos wählen werden, hat die Deutsche Volkspartei am Freitag beschlossen, dem Kandidaten des Zentrums nur unter der Voraussetzung ihre Stimme zu geben, daß er lediglich ein Geschäfts- und kein Koalitionsmini- fterhutt bildet. Es wird vermutlich am Sonnabend der Versuch gemacht werden, die Deutsche Bolksvartet von dieser Bedingung abzubringen. Wenn das gelingtzwird der Ministerpräsident der freien Hand eine große AMhr- Heit auf sich vereinigen. Der neue Ministerpräsident steht dann vor der Aufgabe, auf sein Programm bi Mitarbeiter zu suchen, die in politischer und sachliche Hinsicht den Anforderungen der Lage entsprechen. Scheitert der Versuch, so müßte er dem Larrötag den Auf­trag der Kabinettsbildung zurückgeben. Immerhin scheint die am Freitag gefchaffene Situation einen Aus-

in

ier

weg

zu eröffnen.

Die Sozialdemokraten lehnen ab.

»* Die sozialdemokratische Fraktion lehnt jede wei- Verhandlung mit der Deutschen Volkspartei über den am Sonnabend zu wählenden Ministerpräsidenten ab. Die Sozialdemokraten erklärten, sich nur an einer Regierung auf Grund der bisherigen Koalition betei­ligen zu können.

tere

Stegerwald preutztscher Ministerpräsident.

S»^.---------- ... .____.... Versammlung wurde

Als Japan damit uintzing, eine «eine chinesische IM- MWM-GMMMWM

Srlaruppe sich anzueignen, wurde mit einem Male kein fahrt Stegerwald (Sei

»^ Berlin. In der Sitzung der Preußischen LandeS- vcrsammlung wurde am Sonnabend zum preußischen

der Seesmaoen rnrgegeuycnommen. ane oeimcoe Werr^ gation hat dabei, nach einer Pariser Meldung, folgende« Standpunkt vertreten:

1. Deutschland ist nicht verpflichtet, Entschädig»«« für versenkte Handelsschiffe zu leisten, wenn sie für mi­litärische und Marinezwecke den Dienststellen des Hee­res oder der Marine einer alliierten oder assortierte» Macht zur Verfügung oder unter deren Befehl gestellt' waren.

2. Der Wert, der unter folgende vier Kategorie» stillenden Schiffsladungen darf Deutschland nicht vr Rechnung gestellt werden: a) für Ladungen, die nach, ihrer Beschaffenheit ausschließlich für Kriegszwecke be-^

stimmt waren, b) für Ladungen, die der Armee oder, der Kriegsmarine gehörten, c) für Ladungen, die orte der Berproviantierung der Armee oder Marine beauf­tragt waren, 6) des Teils der Ladungen, die für eine der alliierten oder assoziierten Mi"" einer Eskorte überwacht wurden,

und vm»

militärische

Verproviantterung vorgesehen waren.

3. Derttschland kann aus Gründen der Billigkett un» des internationalen Rechts nicht verpflichtet werden, Enffchädigungen für Schiffe zu leisten, die zu Anfana^ des Krieges tn den Häfen der Alliierten beschlagnohrr«' oder gar auf offener See gekapert oder durch Prtsenur- teile eirrgezoaen waren, wenn diese Schiffe, nachdem Ne­in den Dienst der die Beschlagnahme aussprechenden Re- aerungen gestellt worden waren, von Deutschland im Laufe des Krieges versenkt worden sind.

4. a) Deutschland ist nicht ersatzpflichtig für irgend- ein alliiertes Schiff, das während des Krieges durch nov-« male Seegefahren verloren gegangen ist, B) es ist für! ein verschollenes Schiff nur dann ersatzpflichtig, wem»; ihm bewiesen werden kann, daß es für seinen Berlustk verantwortlich ist. «

5. Wegen der Schätzung der Schiffe und Ladungen, welche Deuffchland in Rechnung gestellt werden, sind die deutschen Vertreter der Auffastung, a) datz die Ladun­gen nach dem Preise berechnet werden müssen, den der letzte Eigenttimer dafür bezahlt hat. einschließlich aller Kosten der Verfrachtung und Versicherungsprämien, BX daß der für verlorengegangene Schiffe einzustellende Wert dem Werte am Tage seines Verlustes entspreche» muß, dieser Wert aber in keinem Falle den Wiederher--- stellungspreis übersteigen darf.

Die Wiedergutmachungskourmffsion ist in die Prü­fung dieser Frage etnaetfeten und wird darüber i» Kürze definitive Entscheidungen treffen.

-------« E-- -- in derKriegssch«ldigcu"-Frage.

Ä"ÄÄä W WÄm reute, kein Rilischa-Kuli fuhr noch einen Japanerund »er chinesische Großhandel widerrief seine Aufträge in Japan. Und was war die Folge?Japan gab uachund die Pratas-Jnseln sind noch heute chinesisch. Das tft em Musterbeisviel für die Einwirkung der breitet Volks- Wasien auf die äußere Politik und für die Macht, di^ «in waffenloses Volk durch den öffentlichen Verruf waffenstarrenden Feinden gegenüber besitzt. ^Dcr Vofts- Verruf ist aber auch das einzige Mittel, da» dem de.tt- Micit Volke noch geblieben ist, um loiuem DaseiNsrecht zur Geltung zu verhelfen. Soll Deutschland hinter «7Nva sieben^ Wollen die Deutschen weniger Selbtt- Mcht und Willenskraft besitzen, als die Chinesen? Ist das deutsche Volk in den paar Jahren des Kriege» und der «Revolution unter die Kulturstufe des chlueinchen Volkes herabgesunken? Das kann, das oarf nicht.sem. Das deutsche Volk wird nicht die einzige Waste, die es besitzt um ruchlose Angriffe auf sein nackre» Leben zu- riickzüweisen aus der Hand geben. So gesinnungslos, ^willenSschwach sind die Deutschen noch nicht, daß sie M, derstarken Faust" eines Briand ohne weiteres un-

^ Da?um sei vier wiederholt, was vor Wochen schon «m anderer Stelle «esagt worden ist: ^Deutsch fern rst Mas in diesem Augenblick, es ist das erste . Gebot des alltäalichen Lebens der Nation, und derjenige verßin- big! sich an seinem Volk, der die Entente durch den Ber- Vrauch von Erzeugnissen ihrer Wirtschaft oder durch Lie- fentugen deutscher Wirtschaftserzengnisse unterstützt. Deutsche Konsumenten und deutsche Produzenten mü,- sen eine wirtsümstliche Einheitsfront bilden, die starker ist als die der englischen und französische» Baionette. Deutsch sein ist alles, und nicht nur in Senfen und Fühlen, sondern auch im täglichen Tun und Laden. BonkRttert die Entente die Gesundung der deutschen Wirtschaft so muß Deutschland die Wirtschaft der E»- iente' vouko tieren Wollen sie drüben diesen Krieg, so mögen sie ihn haben. Aber es darf keine Ausnahmen geben' Die deutsche Antwort muß wie aus eurem Munde Ä«n. Und an den Pranger mit dem, der sich ilfr entzieht!"

WÖW M Die MMMW

DaS Zentrum stellt den Ministerprüsideuten.

w Die Verhandlungen zwischen den Parteien am Kreitna haben wenigstens ein Ergebnis gehabt. Dre alten KoalitionSparteten haben sich daraus geeinigt, ei­nen Ministerpräsidenten zu ivablen, der hin sterben des SSS Sro und völlig freie Hand mr K und der NrgiernngSloa-

kitton haben soll. Wer dieser MimsteroründeM werden wirb, steht noch uicht fest. Das Zentrum bat denKan- didaten zu nominieren: man. ha-

geordneten Herold. voruebmlno aber den b-shermen MtnlP« für Vvlkswoblfaürt Stegerwald genannt. Es

gegebenen Stimmen entfielen ssu nur ®ie«eriuiuv. . Stirnmen entfielen auf den Abgeordneten Ludwig (Un­abhängig), je eine auf Jacobi, Adolf Hoffmann, Scholm und Apfelbaum, sämtlich Kommunisten. Vier waren nngültig, 28 Zettel unbeschrieben. Auf Antrag Herold wurde Leinert durch Zuruf zum Präsidenten des Preu- tzischerr Landtages wiedergewählt, Dr. Porsch zum er­sten, Dr. von Kries zum zweiten und Garnich zum drit­ten Btzepräsidenten.

poIbis kinmarjch-WröereillliMN.

Der polnische Einmarsch in Oberschlefle«, der fett Monaten militärisch vorbereitet ist, war derTagl. Rundschau" zufolge ursprünglich bereits für den 4. April festgesetzt. Die Truppen standen bereit, die Haller-Or- gantsationen und andere militärische Vereinigungen in Oberschlesien waren alarmiert. Die Verzögerung ^der von den Polen bereits seit Tagen erwarteten Entschei­dung von Paris brächte es mit sich, daß die Polen wie­der einmal abblasen mußten. Inzwischen verschärften sie ihre Vorbereitungen. Die polnischenSelbstschutz- Organisationen" im Kreise Oppeln sollten dafür sorgen, daß Deutschland bei Beginn der Aktion sofort von Ober- ichlesten abgeschnitten wird. Die erste Arbeit tollte die gffi»^

Streitkräfte innerhalb ObersÄlesienS hat fett etwa einer Woche begonnen. Besonders erfreut ist man in polni- scheir Kreisen über. die Nachricht, daß die englischen Truppen aus Oberschlesien zurückgezogen werden, weil man nun noch seichtere Arbeit erwartet.

Auch eine polnische Note über Oberschlefie«.

h. Der AnisterdamerTelegraas" meldet aus Paris: Außer der deutschen Oberschlesien-Note rst eure Note Polens über Oberschlesien in Parrs eingegangen. Ueber ben Zeitpunkt der EntscheAmg der Milerten verümtet, daß der Meinungsaustausch zwischen den Kabinetten begomren hat.

Der Notentrieg.

DaS Verbot der CaSschntzvorrichtungest.

Vom Auswärtigen ArM ist an die interaM'eAk Dtt- litär-Kontroll-Kommission eine Note gerichtet worden, m ' $uÄe «« > 31. Mär, 1921 wird'm «c- ÄttcSM

druck gebrachten Standpunkt fester Iren, daß der ^ Arag von Versailles keine Handhabe bietet, da» dent^che Jier in der Verwendung von arideren alv dem tn, der An­lage zu Teil 5 Abschnitt 1 ausgeführten Material »u be­schränken.

Die Ersatzpflicht für die Seeschäden.

Die Reparationskommission hat die Endlichen Er« klltrunaeu der deutschen Negieruna über die Feimtzuua

nikste Da kürzester Frist verlangt unter Hinweis auf die am t Mai eintretenden Rechtsfolgen.

Keine neuen Verhandlungen, sondern Zwang.

»* Havas dementiert in einer offiziellen Note, haß die Verhandlungen zwischen Deutschland und Amerika die Entente veranlassen könnten, mit Deutschland neue. Verhandlungen in der Wiedergntmachungsfrage anzn- kviiofen. Sowohl die militärischen als auch die wirt­schaftlichenSankttonen" wiirden am 1. Mai ihre Fort­setzung finden.

>* Reuter meldet, daß die (cutterten Kabinette sich einstimmig dafür erklärt haben, eine neue Einladnnp an Deutschland znr Wiederaufnahme der Besprechun­gen nicht abbeben zu lassen. Reuter meldet weiter, daß ein Bericht des Marsckalls Foch beim alliierten Rat eiu- gegangen ist.

Frankreichs Vorbereitnngea zu «euer Gewalt.

»-^ Wie in Pariser unierrichteten Kreisen verlautet, hat die französische Heeresleitung die notwendigen Vor­bereitungen für die Besetzung des Ruhrgebiets getrof­fen, die als erste der von Briand in feiner Senatsrede angekündigten Maßnahmen durchgestihrt werden soll. Es sollen zu diesem Zweck die Jabresklasie 1918 und 1919 unter die Fahnen gerusen werden.

Belaisu Frankreichs Sekundant.

w Der frühere belgische Kriegsminister Masion er­klärte einem Pressevertreter gegenüber, daß Belmeu sich einem militärischen Schritt Frankreichs im eigenen In­teresse anschließen werde. Wenn Deutschland westerhrn hartnäckig jede Reparationsleistung abieüne und Frank­reich daraufhin zu entscheidenden Maßnahmen greifen müsse, werde Belgien treu an seiner Seite stehen.

Was Deutschland zahlen kann!

** Varig. (B. T) DerDatto Telegraph" «eldei, daß in Paris das Ergebnis der amerikauische« SckfFtznua der Leistnnqsfäbigkeit Deutschlands norliege. Danach ' könne Deutschland 15 Milliarden Dollar, das sind Milliarde« Franken oder 68 Milliarden Goldmark Ich. Der amerikanisches Schätzung lst des Präsidenten der amerikanischen Mission Bernhard Baruch z« Grnude.

Frankreichs «erstunden für ben Wtederaufba«.

w Paris. (F. Z.) Nach demEclair" wird die fran­zösische Regierung an die Vereinigten Staate» eine'' ausführlichen Bericht über die MSI«i tuen Leistnug Frankreichs für den Wiederaufbau richten, mit dem die Unrichtigkeit der in dem deutschen Memoraudu enthaltenen Beücnrptungcn erweisen werde.

Ein Reparationspla« her Unabhängige«.

** DieFreiheit" veröffentlicht einen Reparakim: plan, den die Unabhärtatgen, die Arbeiterpartei Engl.u . und die sozialistische Partei Frankreichs in Amsterdam, in bat ersten Tagen des Avrtks ausaearbeittt Haben.