Hersfelöer Tageblatt
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Nr. 84
Dienstag den 12* April
1921
RSI
Kaiserin Auguste Wtrmt e* Soorit. Die ehemalige Seutsche Kaiserin Auguste Viktoria ist Montag, 11. April, mvr-
«e»A sauft verschieden. ,
*
«tue echt deursSe Frau ist dahin gegangen, eine edle ! Dnlderiu und eine mutvolle Entsagerin. Vor ihrer : Bahre wird selbst der verbitterste politische Haß schwer- i nett, und auch der Feind wird sich stumm und cürerbw-
vor der Toten verneigen.
Als die junge Prinzessin von .Schleswig-Holstein 1881 die Sand dem Preutzenprinzen Wilhelm zum eüe- maüaen Bunde reichte, da stand Deutschland noch auf keiner fiolseu Höhe. Der erste deutsche Kaiser, von al- ]en Völkern verehrt und hoch geachtet, war umgeben von seinen Palladinen. und Bismarck hielt noch mit der Vollkraft und dem Selbstbewußtsein, das aus dem Vertrauen seines königlichen Herrn erwuchs, das Staats- ^uLer fest in der Hand. Die junge Prinzessin ahnte wohl damals kaum, Kß sie nach wenigen Jahren schon Deutschlands Kaiserin werden würde. Denn noch stand der hochedle und ritterliche Kronprinz Friedrich in voller Gesundheitsblüte, eine germanische Reckengestalt, die an den streitbaren Barbarossa erinnerte. Und als dann im Juni 1888 eine tückische Krankheit Kaiser Friedrich III, hinweggeraffi Satte, da kam der dreitzimahrige Ge- W6l auf Deutschlands Kaiserthron. Nach siebenjähriger stiller und glücklicher Ehe begannen die Tage des Glanzes, Sie den wilhelminischen Hof bis zum Ausdruck) des Weltkrieges aus'eichueten. Revräsentationspflichten und Regierungsgeschüste nahmen den Kaiser m vollen Att- lyruch und entzogen ihn dem engen Familienkreise. Die Kaiserin aber blieb ihrer alten Schlichtheck einer echten deutschen Hausfrau treu und war nur selten bei glanz- 'vollen Gelegenheiten in der Oeffentlichkeit zu seherr. Und wo sie sich aus höfischen Pflichten neben dem Kai, er bei festlichen Gelegenheiten' zeigen mußte, da glich sie. wie der Kaiser sich in Gotha am 26. Dezember 1901 Bei • -er freier der 300. Wiederkehr der Geburt Herzog Ernst des Frommen in einer Rede im HiEick auf die Kaiserin ansdrückte einem Edelstein, der an seiner Leite glänzte.
Der Kaiser hat als Herrscher viele freier gehabt. Die Geschichte wird einst darüber zu Gerückt atzen und sie zu erklären wissen. Aber zwei Tuaw sen können Eichen, und das sind strenggläubige JromMlÄeU und echt deutscher Familiensinn. Und gerade^rn.der Kai. fo^tit lAtt h pt hip lichte ititö ftCttfDT^SK^ ^cttt$ nt K so wie sie Schiller N feinen besten Gedichten und namentttch in d^r „Glocke" geschildert hat. Sie eriW Merfe überhaupt an jene Frauenaestalten, dw wir in tmvvXtrMinr geredetlina nur bei unseren beiden grviuen «Entfernenden Mancher schöne und wahre Ausspruch. aus ^Tasso" paßt auf die Dahingeschiedene. ^Werm aber <™ snifer ist einer Rede am 4. September 1904 in AI r^^J Kaiserin an Volkstümlichkeit mit der Königin skuise veralsth. so kmt er ste nickt nur mit den Augen des Gatten sondern auch des Romantikers gesehn. dolks- niwtirs) ist eigentlich Angnste Viktoria niemals gewesen Wenn sie auch den ausgeprägten Familiensinn ihrer Abniu hatte, so fehlte ihr doch die Herzens- wärme und die Gabe des ungezwungenen Verkehrs mst dem Volke selber Sie trug eine etwas höfische Zw Nkmltuna zur Schau, die sie flüchtigen Betrachtern als und stolz erscheinen ließ. Das schien ein Wider- soruch mit ihrem deutschen Hausfrauen- und Mut. er^ sinn zu sein. Aber dieser Widerspruch war nur em au- derer. Sie wirkte aeru im Stillen und war eine aeoe^e laod^täterin der Armut. Sie war vor allem von einer SreS die ihr ebenfalls falsch^ ausgelegt mwede «ie hast- nicht die Gabe, Andersgläubigen die Herzen zu erschließen. Namentlich erschien sie dem Rheinland und auch dem katholischen «uöen fremd. Lue Msachen sind in ihrer tobfen nordischen Natur und in ihrer strecm evangelifcheu Erziehung zu suchen. Aber nerS überhaupt in das öffentliche Leben ein- ruüreifen oder gar stch politisch zu betatigen. Und des- f*rs, S nirtn isir zurückhgiteudes Wefen Nicht mlich Ä«>, W A »Hin Suise »«tu sie mit w Mc und standhafte Ertragen großen Unglücks gemein, e c uobm die erste glänzende Best der Liege mit frommer «zoukbarkeit gegen Gott entgegen und trug dann abm Wenfalls mit Gottergevenbeit den ZufamMenbruch ^»/.ItÄrAnha nnB der Hohenzollern-Dnnastje Sie folgte * Deutschlands uns ww nach deutscher &S » "6e®i nÄri® »fetnsl« T-Wmu un» Knr^wih' Beide Hohenzollernfür,ti.nneu, d-e Königin SÄA MWin Auguste Viktor!«, ,iarbe)t an dem g\SÄ. «ä sk Aer Iran zuten w<i glanzvollen .ragen, und sie als Ginitin eines yroilerin eines dents^ ^anssrau in i ^>il von Nimerougen. »«A«¥.*mf* ««
furchtSvoN vor ihr verneigen. Die letzten Stundet? der ^«ktiiä.
s lieber die letzten Sinuden d Kaiserin ,Mrd ans Schloß Dvvcn gemc det: » «» abend abend trat im Befinden der .'tamiiH ^ewumcv
alei- e -. n-a begann auszusetzen. Die Kaiserin e! rannte ihre Unmebung nicht mehr. Am Sonntag früh tegamie5 die behandelnden Aerzte einzusehe«, daß eine Rr n">a n'chc me^r möglich sei und daß das Ende nur noch Stunden entfernt sein könnte. Der Kaiser wich nicht vom Bocke seiner treuen Lebensgefährtin. Auch in der Regst zum Montag blieb er der Sterbenden nahe. Montag früh gegen 4 Uhr begann die Kaiserin unruhig zu werden. Um 5% Uhr wurde die Herztätigkeit immer unregelmäßiger und gegen 6,15 Uhr stellten die Aerzte fest, daß die Kaiserin entschlafen sei.
Die Ueverftihrung «ach Potsdam beantragt.
^ Berlin. lD. I.) Das Retchskabinett ist am Montag zu einer Sitzung zusammengetreten, an der der bisherige preußische Minister des Jnnercr teilnimmt. Dem Kabinett liegt der Autrag der SinteTbliebenen der .Kaiserin auf Genehmigung der privaten Ueberführung der Kaiserin nach Deutschland und ihre Beisetzung in Potsdam vor.
Die ScgieningsBiiiiiing in Preussen.
^ Nach einer Besprechung mit seiner Fraktion und unverbindlichem Vorfühleu. wird der am -Sonnabend mit allen Stimmen der Bürgerlichen und der Mehr- Heitssozialdemokraten gewählte preußische Mnnster- präsident StegerwalS am Montag mit dem Versuch beginnen, die heterogene Wählerschaft möglichst unter einen Hut zu bringen. Er hat für fein Werk mindestens eine Woche Zeit. Der am Donnerstag wieder zusammentretende Landtag dürfte mit der großen Aussprache über die kommunistischen Unruhen in Mitteldeutschland in einer Sitzung schwerlich fertig werden, und am Sonnabend wird das Hans wahrscheinlich nicht tagen. Steger- waldS Ziel ist bekannt: Ein tragfähiges Kabinett von der Volkspartei bis zu den Mehrheitssozialdemokrateu, und wenn ihm dies nicht gelingt, ein dazu überleitendes Geschäftsrnmisterium aus politischen und Fachleuten. Stegerwald hat freie Hand und auch nicht. Er persönlich übernahm keine bindenden Verpflichtnngen, wohl aber ist das ihn präsentierende Zentrum in Besprechungen vor der Wahl gewisse Vereinbarungen eingegangen, die überhaupt erst die höchst ungewöhnliche Uebereinstim- mnng der Fraktionen von den Deutfchnationalen bis zu MMWWWMWWWWMMWMMMD» hieße dem DtMUterpräsideuten das Werk erschweren und angesichts der schlimmen autzenpvlrtlschen Lage ist eine glatte und schnelle Lösung der Frage der Kabmetts- bildnna dringend zu wünschen. Zur Kennzecchnung der Lage muß aber noch hervorgehoben werden, daß wre die Mehrheitssozialdemokraten, die bekanntlich das Ministerium des Innern auf keinen Fall freigeben wollen, neuerdings ebenso die Demokraten für das Kuktnsmini- sterium einige besondere Wünsche haben.
x- Hierzu wird uns weiter gemeldet: Die urehrchects- sozialdemokratische Landtagsfraktion beschlon nach der Sibung des Landtages am Sonnabend, bet «er Berufung der Minister durch den neuen Ministerwrandenten den' Widerstand gegen Ben Eintritt der Rechtsparteien in die neue Regierung in Preußen anfrewt zn erholten, »e* Eintritt mehrbettssozialdemokratischer Minister in ein Kabinett der rechtsstehenden Parteien ist durch Errt- WiöHiio des Parteivorstandes Untersaat.
Berlin. lD. Z.) Die Verhandlungen «leger- walds wegen der Kabinettsbildung haben, bis Montag mittag zu keinem Resultat geführt.
9k- ühws LkW die Rßpörßtionsfröflß
Eine Unterredung mit dem „Matin^-Acrichterstatter.
^ Während seiner Durchreise durch Bern hat Dr. Simons den Mitarbeiter des „Matin", Jules Sauerwein, empfangen und ihm in einer ^terrcdnug mkllrrt, er vertrete die Ansicht, daß Deutschland d-e Pflicht und Frankreich das Recht auf Revaration üabc. Er oe- dauerte, daß dic Konferenz vom Brüstet abgebrochen worden sei, ehe sie zu einem Ergebnis führen komite. ^'u man sei aus dem besten Wege geweien, stch zu vernon- digen. In London hatte er die vorgeschlagenen ickwan- kenden Jahresraten nickt annehmen könnenz da er hierzu keine Gmiehmignng 1 einer RsMer^M v’,,f S glaube daß Deutschland sich uumsttelbar um ^gnkrccck über die Wiederherstellung versta>>digen nunie und das bei Verhandlungen zwischen diesen..beiden .caauv.beteu liatcn sich eine Einigung erzielen lastecr.weröc Er habe durchaus niibt die Absicht gehabt, eineEium ,chm g Amerikas herbeizuführen, als er ^ di.kaunte Rote ab sandte, sondern er wollte nur den «tandpunkt ._ i itt .cu- lands darlegen gegenüber b"t .AnsEd^ Georges ucid Briands. Die PariierÄvendSlaUm. glauben. in diesen Ausführungen und m einer lmibamtlu chen Note aus Berlin ein Anzeichen -dafür mß« daß Deutschland wahrscheinlich noch vor dem 20. April
nette Borschläge machen werde.
Da« Vordringen im Nuhrgebiel.
>♦ Die Eisenbahnlinie Oberhanien-Wesel- Eimnench ist von den Belgiern besetzt woEn. . Auf dcn Statiw nen der Linie sind am »omitaa belguche Jnstrunwns- Offiziere cinaetroffen und bgben Wohnungen für ~in-
,ziere und MannWastett gefordert.
Lonckwir droht die Besetzung des Ruhrgebiets an.
** IM französischen Karnmerausschuß Sat ^önckeur in aller Form die Vesetznug des RuSrgebicts angeknn- digt. Loucheur erklärte, man habe jetzt die Neberzen-
gung gewonnen, daß DentschlauS nicht freiwillig zahle.
Frankreich hoffe aber, Saß es allein vorgehen könne. Inzwischen ist Sie Eisenbahnlinie Oberhausen—Wetel— Emmerich von den Belgiern besetzt worden.
Die MiMardenSosten der Besatzung.
«w* Die Entente hat für das abgelaufene 1. Vierteljahr 1921 für die Besatzungsarureen und für die Ententekom--, Missionen in Deutschland 2 Milliarden 215 Million«» Mark ««gefordert.
Ita VentzanÄungen üßer die koUeMjeruWea.
»* Ueber die Frage der Kohlenzwangslieferungem sind neue Verhandlungen eingeleitet worden. Von Paris aus ist die Anregung ergangen, auf Sie Dauer vons 6 Monaten ein neues Lieferungsprogramm festzusetzen. Der englische Bergarbeiterstreik ist für Deutschland vons sehr ungünstigem Einfluß, weil die Entente versucheni wird, neben der Qualitätsfrage auch iwch die Liefen rungsmeuge zur Verhandlung zu bringen und diese ae* gebenenfalls sogar wieder in den Vordergrund zu stel^ len. Deshalb werden die Verhandlungen vorauSsicht-l lich »mt langer Dauer fein und erhebliche Schwierigkeit ten bereiten.
Neue Zmaugsmatznahmen Frankreichs.
** Paris. (V. Z.) Dem „Daily Telegraph^ zufolge hat Frankreich den Alliierter: angezeigt, daß es am 1„ Mai seine Wiederherstellungsforderungen gegenübev Deutschland durch milttärische' Machtmittel zur Geltung bringen werde.
*■» Paris. tD. Z.i Im Senatsausschrrtz erklärte der Kriegsminister, daß Sie letzten zwei Jahrgänge znr Verfügung der Heeresleitung bleiben müßten und nicht entlassen werden könnten, um gegebenenfalls Dcntfchland- zur Erfüllrmg der Wiederherstellungspflicht zu zwiugemi
Rene Sachverstäudiganderatunge« der Entente.
** Zürich. Der „SeeoÄ» meldet aus Paris den Be-t ginn neuer Sachverstärldigen-Beratungen der Alliierten' in Paris. Die erste Sitzung am Sonnabend wurde vor» Lvuüceur mit der Erklärung eröffnet, daß gegew Deutschland vom 1. Mai ab bei weiterer vorsätzlicher- Weigerung, den Vertrag zu erfüllen, alle im Versailler MMW -------------- ----------- - —"^
I^R. ._., _____ ___
vedeuterrdsten Sachverständigen Frankreichs, Jta Belgiens und Englands teil.
Oderschlefiens Schicksal.
W Breslan. In Beut Hell und Köntgshütte ist ein Zusammenschluß von Polen und Deutschen erfolgt ritt i die Unteilbarkeit Oberfchlesiens durch Erklärung einer, neutralen Republik Oberschlesien. Der Urheber des Planes ist der Herausgeber des deutschen „Ober,chle- sischen Kuriers», Weuske. Auch eine Anzahl polnische» Zeitnngeu tritt für die Unteilbarkeit mrd Internat,o- nalisiernnq Oberfchlesiens ein.
Der Bericht der Abstimmungskommission.
»* Geuf. Dem „Matin" zufolge ist der erste Bericht der interalliierten Abstimmungskommissimr über Ober? schienen in Paris eingegangen. Sein Resümee gibt dre» Möglichkeiten der Entscheidnng der Alliierten ube» Oberschlesien.
Keine Beantwortung der Oberschlesiesnote.
»-4. Amsterdam. (T. R.i Eilr Havas-Telegranun mel» Bet aus Paris, daß auf die deutfche Note betreffend dcv Unteilbarkeit Oberfchlesiens keine Antwort der Allner-» ten erfolgen werde. Die Eirtfcheidung über l benrole^ fielt werde unabhängig von Anträgen Denticklands nnU Polens erfolgen.
ßriedjenland will Frieden sAliesien.
'W Der „Carriere Bella Sera" meldet: Die Türken haben nach Brussa auch Kirmastt eingenommen. Der grie-- chifchc Ministerpräsident GunariS hat Bie Friedensver-, ucrttlnnq Italiens angentfen. Griechische Kreise schieben die Schuld an der griechischen Mcderlage König ltonstantin zu.
Griechenland am Vorabend ernster Ereignisse?
** Die letzten Nachrichten aus (Griechenland lauter» sehr beunruhigend. Es heißt, daß Griechenland am Vvraveud einer Revolution stehe. Benizelos ist i« Stätten ringetroffen, von wo aus er die Ereignisse ab*, warten will. Gegebenenfalls wird er sich von Brindin aus iiack Griechenland einschiffen. Nachrichten aus Athen zufolge wendet nd) das nationale Erupsinderr mehr und mehr von König Konstantin ab. Die un- alückliM Oifensive gegen die Türken und die schwerer» Verluste der griechischen Armee, die bisher 4000 Man» betragen, darunter 600 Tote, haben Unzufriedenheit unter der Bevölkerung dervorgerufen. In Breiten Volksschichten wird der König für das Mißgeschick an der thrazischen Front veransivörtlich gemacht.
Die Streiklage in England.
Reuter meldet: Die Streiklage in England ist hh« verändert. Die militärische Besetzung der Gruben, Bahnhöfe, Bahnanlagen und Poststationen ist inzwischen dnrchgesührt worden. Der Londoner Hiifenarbeiterver- band hat sich gegen den Streik erklärt.
-H- Die entscheidende Sitzung der englischen Gewerkschaften über den Generalstreik ist auf Dienst an wrimi