KersfelöerTageblatt
* fluzrigenprel« für die einspaltige Petitzetle oder ? deren Raum 40 Pfennig, für auswärts Sopfrnmg, 2 Sir Rekiamezeile 1.50 Mark. Bei Wiederholungen • Nachlaß. ♦ Kür die Schriftteitung verantwortlich - Kranz Kunk in tzersftw. Kernsprecher Nr. S. r^........^........ —.
hersselöer Kreisblatt"
Amtlicher Mnzeiger für den Kreis hersfelü
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Nr 85
Mittwoch, de« 13. April
1931
Seljetzung der Kaiserin in Potsdam.
w Die Beisetzung der Leiche der Kaiserin wird am Sonnabend vormittag in Potsdam erfolgen. Ueber die Form -er Feier sind zwischen den Vertretern der kai- Mlichen Familie und der preußischen Regierung Abmachungen getroffen worden, Sie genau innegehalten werden dürften. Die Ueberführung der Leiche der Kai- Bwn Doorn nach Potsdam findet am Freitag statt.
z Oskar begibt sich am Dienstag von Berlin nach um von dort die Ueberführung zu leiten. In Doorn befinden sich von den Kindern des Kaiserpaares nur der Kronprinz und die Herzogin von Braunschweig. Wie verlautet, werden die übrigen Kinder des Kaiser- paareS die Leiche der Kaiserin in Potsdam erwarten. Vor der Abreise des Prinzen Oskar wird am Dienstag * der Villa „Ingenbeim" in Potsdam, dem Wohnsitz des Prinzen Ettel-Friedrich und seiner Gemahlin, eine Besprechung stattfinden, an der alle Prinzen teilnehmen und in der die Einzelheiten der Beisetzungsfeierlichkei- *n genau festgesetzt werden. In der Nacht vom Freijag zum Sonnabend wird die Leiche der Kaiserin auf Nr Station Wildpark eintreffen und dort bis zum Morgen im Saale des Fürsten-Euwfangsgebäudes auf- gebahrt werden. Am Sonnabend vormittag wird der Sarg dann in Gegenwart aller Trauergäste nach dem im Park von Sanssouci gelegenen antiken Tenwel über- Whrt werden, wo Oberhofprediger Dr. von Dryander die Einsegnung vorrrehmen und im Anschluß daran die Beisetzung erfolgen wird. Für die Teilnahme an den Keierlichkeiten am Sonnabend ergehen besondere Ansa- B durch das ehemalige Oberhofmarschallamt. Kranz- den nimmt der Schlotzinspektor Dallmann, Neues tiS bei Potsdam, entgegen.
Der sogenannte anttte Tempel, ein kleines rotes Bauwerk, liegt unweit des Neuen Palais in unmittel- »arer Nähe des Rosengartens^ ein Lieblingsaufenthalt Nr verstorbenen Kaiserin. Nach der Uebersiedlung nach Holland hatte die Kaiserin zu ihrer Umgebung mehrfach Jeu Wunsch geäußert, in diesem Tempel zur letzten Ruhe bestattet zu werden. Als die schwere Erkrankung Nr Kaiserin nun die Gewißheit brächte, daß ihre Tage Wzähli seien, wurde mit der Herrichtung des Tempels M einer Gruft begonnen.
Die Todesstunde der Kaiserin.
«> Ueber die letzten Augenblicke der Kaiserin hat das Hofmarschallamt in Haus Doorn nichts bekannt gegeben.
Haehnel bei dem Ableben der Kaiserin zugegen waren. Durch das Läuten der Glocken wurde der Bevölkerung Nr Tod der Kaiserin verkündet. Bei dem Trauergot- «esdienst in Haus Doorn waren Generalsuperintendent Oberhofprediger Dr. von Dryander und zwei Hollandi- fche Geistliche zugegen.
Snndgevung der Denischnationalen.
Die Deutschnationale Bolkspartei veröffentlicht eine Kundgebung, die die Persönlichkeit der verstorbenen Kaiserin in herzlichen Worten würdigt. Dre Pa^ «eilettung fordert alle Parterangehbrigen auf, bis zum Taae der Beisetzung alle geselligen Veranstaltungen der Wtci zu untLlasien, bei politischen Versammlungen Nr Trauer der Partei Ausdruck zu geben, sich im übrigen von lauten Vergnügungen und Festlichkeiten fern- M haften und den Tag der Beisetzung überall im Lande durch Trauerfeiern zu begehem
Auf eine Anfrage der Deutschnatwnalen Volks- vartei in Krefeld hat die interalliierte Rheinlandkom- «üssion ein Halbmastflaggen mit deutschen Fahnen an- Wtzlich des Todes der Kaiserin gestattet.
Beileidstelegiamm Dr. EtresemauuS.
w Der Vorsitzende der Reichstagsfraktion der Deutschen Bolkspartei, Dr. Stresemann, bat sofort nach dem Eintreffen der Nachricht von dem Tode der deutschen Kaiserin atz den Kaiser ein Beclechstelegramm gesandt. Alle weitere,«^Schritte der Deutschen Bolkspartei werden- nach dem Eintreffen deS LandtagSabgeordneten von Richter, der dem Vorstand der Partei angehörl «nd zur Zeit nicht in Berlin weilt, besprochen werden. ES ist Stimmt damit zu rechnen daß die Deutsche Bolkspar- M bei der Beiietzuna der Kaisenn vertreten sein wird.
Weitere Beileidsknudgebungen.
w Im Laufe des Montags sind bereits zahlreiche Bei- leidstesearamme aus dem ganzen Reiche nach Doorn ge- LtwKem Bon den Türmen der Berliner Kirchen ertönte Montag nachmittag ern längeres Tranergelante. An Potsdam wurde zahlreich Halbmast geflaggt.
Abholung der Leiche der Kaiserin.
.. Z.) Der Nationalverband dentitl^r Offiziere und der Verband nationalgesinnter Soldaten erfnifeu Aufrufe zur Teilnahme an den r'nnretznngs- ^Ä^r..ä-« ^ der Kaiserin. Die Deutsche Bolkspartei fordert ihre Mitglieder aus, sich bio zur erfolgten Beisetzung der Kaiserin von allen Vergnügen nntS «itftbarfeiten feruzubalten. Dienstag nachnntiag sind zwei ^Hofwagen und ein ^üpmfmtwn zur Adbo- -ung d^r Leime der Kaiserin nach Holland abgegangen.
Ausländische Vertretungen tu Doorn.
w m(L.-A.) Zur Teilnahme an der Trauer« teter Schloß Doorn haben die Höfe von London, Stockholm Kopenhagen und Bnfnreit die Entsendung
SÄV» ,dou Miedertäuditchem Militär als EhnUsvache begleitet.
Deuiltsiland und die Entente.
Der Erfolg Vivianis.
** In der Sitzung des französischen Kammerausschus- fe§ teilte Briand das Ergebnis der Mission Vivianis in Neuyork mit. Nach dem „Matin" erklärte Briand, daß Harding sich verpflichtet habe, die »ranzösischen „Wiedergutmachuugsfordernugen" gegenüber Deutschland im vollen Umfange zu unterstütze«.
Der Bersailler Vertrag.
m- Der Standpunkt Englands, daß am 1. Mai der Versailler Vertrag wieder ungehindert in Kraft tritt, wird von deutscher Seite nicht geteilt. Die Regierung wird eutsprechende Erklärungen im Reichstage sofort nach dessen Wiederzusammentritt abgeben.
Einberufung des Auswärtigen Ausschusses.
■h# Wie uns aus Berlin gemeldet wird, beabsichtigt der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Dr. Stre- semann, den Ausschutz einzuberufen. Er wird mit Dr. Simons im Laufe des Dienstags alle schwebenden Fragen der auswärtigen Politik, vor allem die Repara- tionsfrage besprechen. Der Ausschutz soll noch im Laufe dieser Woche zusammentreten.
Die französischen Kriegs-Peusioueu.
** Der Finanzausschuß der französischen Kammer hat in einem Nachtragsetat die Pensionen Hit Kriegsver- letzte und Opfer des Sieges für 1921 mit ^ Milliarden Franken festgesetzt. Der Finanzminister stellte die Rückerstattung durch Deutschland für die werteren Jahre in Aussicht
Das Inkrafttreten der ZwaussmatznalMe«.
Der Reichskornmissar für das besetzte Gebiet hat der Esiener Handelskammer mitgeteilt, -atz die interalliierte Rheinlandkommtssion die Bestimmungen über das Inkrafttreten der Zwangsmaßnahmen bekanntgegeben hat. Als Tag ist der 20. April festgesetzt. Als wrch- tig und neu ist hervorzuheben, -atz auch im besetzten Gebiet für den Verkehr mit dem unbesetzten Gebiet Einund Ausfuhrbewilligungen nötig sind.
Die Verwendung der Dieselmotoren.
Laut „Deutscher Allgemeiner Zeitung" hat die deutsche Regierung am 31. März die von der Botschafter- konferenz geförderte Liste über die Verwendung der Dieselmotoren der Marinekontrollkommission übergeben. Die Liste weist insgesamt 423 Maschinen aus. Hiervon
worden und nur 75 befinden sich noch unverkauft zur Verfügung der deutschen Regierung. Wie das Blatt dazu bemerkt, ist dies der beste Beweis dafür, wie dringend die deutsche Wirtschaft gerade diese Maschinen für ihren Wiederaufbau bedarf.
Reue deutsche Vorschläge?
^ Paris. (F. G.-A.) Am Montag ist hier Genaueres über die neuerdings von Deutschland unterbreiteten Vorschläge bekannt geworden. Danach beabsichtigt DentschlauS, Frankreich Material, die Mitwirkung deutscher Arbeiter am Wiederaufbau und eine Beteiligung von 20 Prozent an gewissen Industrie« anzuvie- ten, ohne daß aber diese Beteiligung irgend einen Einfluß auf die Leitung der Unternehmungen bedeuten würde. Die Blätter glaube«, daß a«ch dieses Angebot vorattssichtlich vergebens sei« werde, denn es werde sicherlich hinter den Forderungen der Alliierten Zurückbleiben.
Die Mitteilung der GesauUentschädiguugösumme.
9-». Paris. (V. 83 Am 1. Mai wird die Wiederher- ffenungsfommtfüon Deutschland den Gesamtbetrag der zu zahlenden Summe mitteilen und auch die Zamungs- modalitäten bekannt geben. Man glaubt, daß Dr. Simons in Bern mit Ententekreisen Fühümg genommen habe.
Briauds gepanzerte Faust.
im, Paris. (T. R.) Briand erklärte im HeereSaus- schutz, daß auch ein dritter Fahrgang demnächst einberu- fen werde, um zur sofortigen Verfügung des cutterten Oberbefehlshabers zu stehen.
Die Anßcvhandelsstelle unter Ententekontrolle.
Düsseldorf. (F. G.-A.) Wie verlantet, ist die Au- ßcnhandelsstelle Düsieldorf seit Sonnabend unter die Konttolle der Ententekommission gestellt. Welche Folgen diese Maßnahme auf die Geschäststdhafeit der «11« ßcnhandelsstelle austiben wird, laßt sich gegenwärtig noch nicht überseben. Ende dieses Monats soll nm mehr die schon mehrfach vertagte Srtzmm im alten Wirt- sckmftsbund stattfinden. Bisher find Termm und Ort der Berbaudlun<«n noch nicht bekannt geworden.
Einberufung des Bölkcrvuudrates.
Genf. Wie das „Fournal" meldet, teilte kmS Generalsekretariat des Völkerbundes mit. daß der Bölker- bundSrat am 15. Mai in Genf znsammentreten wird. Auf der Taaesordnuna steht u. a. der deutsi^ Protest gegen die militärische Resetzung des rechtsrheinische« Ge-
Der Wiederaufbau Nordsrankreichs.
** Genf. Der „Temps" meldet: Von 2256 zerstörten Gemeinden in der Kriegszone waren bis zum 1. April 176 wieder aufgebaut.
Verlängerung der abgabenfreie« Einfuhr «ach E«gla»d.
•* London. (F. G.-A.) Das englische SandelsmM hat den Termin für die abgavefreie Einsuhr deittfcper Waren vom 15. April auf den 1. Mai verlängert.
Schwarze für den Polizeidieust'.
** Genf. Der „Temps" meldet auS Mainz, daß d« Oberkommtsiar Gerard die Verwendung farbiger fran, zösischer Truppen zum Polizeidienst im besetzten deut- schen Gebiet genehmigt hat.
Eine Rede Scheldemanns.
** Mannheim. Montag abend fand hier in dem Nt- belungensaale eine von den Mehrheitssozialdemokraten einberufene Versammlung statt, in der Oberbürgermeister Scheidemann Wer die politische Lage sprach. Bu» nächst erinnerte der Redner an die jüngsten kommunistischen Putsche. Ein schnelles Urteil sei bei der Masse -er Angeklagten erforderlich, es dürfe keine reguläre» Verfahren sein. Der Redner kam dann auf die Verhandlungen zu sprechen und sagte u. a.: Wir kamen tu den unglückseligen Krieg gegen den Willen des Volke» und -er Regierung. Daß sie den Krieg nicht verhindert habe, ist schon Verbrechen genug. Das Verlangen der' Entente, uns die alleinige Schuld zuzuerkennen, hat mich in erster Linie bewogen, die Unterschrift unter den; Friedensvertrag zu verweigern. Wenn ich auch den Behauptungen entgegengetreten bin, daß Deutschland! den Krieg einzig und allein verschuldet habe, so habe ich • doch die Ueberzeugung gewinnen können, daß die Reichsregierung eine Möglichkeit, zum Frieden zu gelangen, absichtlich sabotiert hat. Der Redner schilderte: dann die Bemühungen der Sozialdemokraten, besonder» im Sommer 1917, dem Frieden die Wege zu ebnen, und führte bann ans: Nach dem Scheitern der Stockholmer Konferenz kam am 1. August die Note zu Gunsten der Friedens. Es fanden Verhandlungen zwischen Berli»- und London statt. Der Redner brandmarkte die Be^ Hauptung der Verbandsmächte, man werde keinen Krtea gegen das deutsche Volk führen, wenn man ihm einen Friedensvertrag auserlege, der das deutsche Volk direkt versklaven müßte, und später in Spaa und London diese Bestimmungen noch verschärfte Ich weiß, daß Dr. Simons als aufrechter und ehrlicher Mann in London gehandelt hat. Er hat aber den Demagogen der anderen Seite die Arbeit leicht gemacht: Wir fordern 226 Milliarden, ihr aber bietet nur 30 Milliarden.
Die Folgen des Scheiterns der Verhandlungen in London seien die „Sanktionen". Es unterliege keinem Zweifel, daß, wenn die Entente uns ruiniert. Frankreich ebenfalls ruiniert wird. Zu dem Kohlenstreik in England sagte er, es sei lächerlich, was für Schwierigkeiten
en
reifenden öe ohne Kapp-Putsch.
Für den 1. Mai seien neue Strafmaßnahmen in Aussicht gestellt worden. Auch er (Scheidemann) halte es für unbedingt notwendig, neue Vorschläge noch vor dem L Mat zu machen. Nachdem der Friedensvertrag unterzeichnet ist, bestehe für die Rei^regierung die Psiltcht, ihn nach Möglichkeit zu erfüllen. Eine ernste Stütze in unserem Bestreben, eine Revision des Friedensvertrages zu erreichen, seien die Arbeiter der Ententestaaten. Der Redner richtete eine Mahnung an die Arbeiterklasse zur größten Einigkeit. Um die Gefahren für die Re- pnblik von rechts und links bemannen zu können, bedürfe es einer zielklaren, entschlossenen sozialbemokratt- schen Partei.
Der „tDiederanlßan" Franlireidjs.
„Populaire" beschäftigt sich mit einer Aeußerung des Abgeordneten Crespel, der jüngst bei der Kammerdebatte die Beteiligung dentscher Arbeiter ablehnte, dabei von der Majestät der Wüste sprach und erklärte: Lieber die Ruinen als den Wiederaufbau durch die Deutschen! Der Abgeordnete Crespel ist nach dem Blatt ein Industrieller, aus dem der Krieg keinen Armen gemacht habe! Der Berichterstatter des „Populaire" erwähnt unter den Orten, die er besucht hat, die verwüsteten Dörfer. Ihr Zustand könne nur Zorn über die menschliche Torheit und Entrüstung über die Sorglosigkeit der Regierung hervorrufen. Was das Feuer des Feinde- nicht in Asche verwandelt habe, das hätten die Geschoß' der Verbündeten zermalmt. Man müsse die Klagen uns die Enttäuschung der Geschädigten gehört haben, um die Worte des reaktionären Abgeordneten nach ihrem wad ren Werte einzuschätzen.
Aufräumungsarbeiten in den Ruinen seien nicht zu Ende geführt worden. Die Niederlegung der Trümme sei seit zwei Monaten unterbrochen. Der Wiederau^ bau sei aus Mangel an Kredit zum Stillstand geko-m men. Die alten Pensionäre aus den Bergwerken hätten seit Monaten nichts von ihren Pensionen zu sehe: bekommen und kürzlich eine Protestversammlung abgr halten. Selbst die Reparattonen würden vollftändi, vernachlässigt. Von ungefähr 1800 Gebäuden, die de. Hauptort -es Kantons 1914 zählte, seien kaum 20 wie der aufgerichtet. Die 2000 Bewohner, die zurüchzekebr? seien, wohnten in Baracken, um sie zufällig Püch fän den. Einige Arbeiterhäuser seien weit von, Zentrn
auf einem Gelände gebaut worden.
ihre Toten begraben hätten. Schlecht ___________ .
und unbequem seien diese Wohnungen. Die Bewob klagten, und schon habe man anfangs dieses Fahrer Si berepidemien zu verzeichnen gehabt, die zahlreiche Op' gefordert hätten. Der Berichterstatter erklärt ferner, -,
wo die
Schlecht entworfen, zu ei
nicht einmal die von englischen und amerikanisch Wohltättgkeitsvereinen mit Unterstützung der frm:- schen Regierung aufgestapelten Säger von Möbeln, ^c • zeug und Haushaltungsgegenstärrden den Bedür-U '