Hersfelöer Tageblatt
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=ä3| Yersfelder Kreisblatt-
mspcecher Nr. 8. | Amtlicher Anzeiger für -en Kreis Hersfelö
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Nv. 89
Montag, den 18. April
1931
M neue HßparotionsnorMiag,
m- Das Reichskabinett trat im Laufe des Freitags zu titter Sitzung zusammen, in der zur Frage des neuen MeparatiunsangebotS eingehend Stellung genommen wurde. Dabei trat innerhalb des Kabinetts völlige Einmütigkeit darüber zutage, daß die Reichsregierung den Alliierten unbedingt neue Vorschläge unterbreiten müsse. In welcher Richtung sich diese bewegen müssen, Gann nicht zweifelhaft sein. Der deutsche Revarattons- »lan stellt einmal die brennende Wiederaufbaufrage in Mn Vordergrnnd und trägt ferner der Tatsache Rech- mma, daß die Hauptgeschädigten, namentlich Frankreich, H» rasch wie möglich in den Besitz flüssiger Geldmittel gelangen. Der Wiederaufbauplan ist im engsten Ein- vernehmen mit den gewerkschaftlichen Arbeitermganisa- Monen durchberaten und fertiggestellt worden. Dement- Trrechend folgte der Kabinettssitzung eine lange Bera- Mng der Reichsregierung mit den Gewerkschastsleitern, Hn der ausgiebig Gelegenheit gegeben war, die techni- Wen Einzelheiten des WiederanfSanplanes nach allen -Seiten hin zu erörtern. , ,
** Berlin. (V Z.) Das Reichskabinett hat sich in deiner Sitzung am Sonnabend wieder mit der Formu- Derung des neuen Angebots an die Alliierten beschaf- «gs. Die Beratungen waren vertraulich. Man nimmt am, baß die neuen Borschläge Ende nächster Woche ab- £ schickt werden. Die Mehrheit der Mitglieder des eichskabinetts steht auf dem Standpunkt, daß man m Uesem kritischen Stadium der Entwicklung der «Repa- Zmtionsfrage dem verantwortlichen Außenminister freie r d lassen und die Ergebnisse der von ihm vorbereite-
Aktion abwarten müsse.
ASsendnug der Vorschläge am Nächsten Dienstag.
w Der neue deutsche Vorschlag an Frankreich in der Wiederherstellungsfrage geht erst nach Besprechung im Auswärtigen Ausschuß, die am kommenden Dienstag Rattfindet, nach Paris ab. Am Ireitag hatte Dr. Simons eine Besprechung mit dem französischen Botschaf-
*r in Berlin.
Zum neuen deutschen Augebot,
»* Berlin. Zu dem neuen deutschen Angebot an Krankreich wird uns aus parlamentarischer Quelle gemeldet, daß die von Deutschland zu machenden Bor- Wläae in der Reygrationsfrage auch nach London und
^onr'iMEt werden. ^ürausnwrHtrr-TOrt»*^
Wen Vorschläge Mitte nächster Woche aus Berlin be-
Peits abgesandt werden. ., ^ ^ tl _
Die Vorbedingung zu einer Vemnittlnng Hardings.
w Der Herold meldet aus Neuyork: Im Senatsaus- Ahuß teilte Hughes mit, daß der Präsident zu einer neu- ^alen Bermittlungsaktion bereit sei, jedoch erst nach Wiederherstellung des Friedenszustandes mit Deutsch-
Hand.
Auch Belgien führt die Einfuhrabgabe ein.
n* Der „Temvs" meldet aus Brüssel, daß auch Belgien mit Zustimmung der sozialistischen Minister einen Gesetzentwurf über die övprozentige Einfuhrabgabe auf kutsche Waren vorbereitet. Laut dem „Brüsieler Smr Holl die Einfuhrabgabe nur mit wichtigsten Einschränkungen in Straft treten.
1V5MMardenGoldmarkKr!egsentschä-rgung
Genf »Petit Parisien" meldet: Die Sitzmtg -er Reparationskommission am Mittwoch hat für die Wreder- Herstellungsforderungen der einzelnen Alliierten eine« Berteilungsplan aufgestellt, der mit zusammen 165 Mil- Kardeu Goldmark abschlietzt.
Die Note Hardings an die Entente.
Nach einer Meldung der Exchange Agentur ist am Donnerstag in Paris die Note Hardings überreicht worden die die Absage Amerikas an das Völkerbund- programm ausspricht und den Vorschlag Hardings enthält im Sommer eine Konferenz aller Bertragsstaaten rinzubernfen zum Zwecke internationaler Abkommen.
Verhau-lunge« mit Amerika?
„. atdtiS (B 3.) Die Verhandlungen mit Amerika ksin-us der deutschen Regierung sollen vor der unmit- telbaren Aufnahme sieben. Um jede Ueberraschung zu uermeiden, sollen die Alliierten von dem Gegenstand «Ar Verhandlungen unterrichtet werden.
Briand für die Teilung Oberschlesteus.
Baris iV. Z0 Briands Erklärung über Ober- i^n?u wird vom der gesamten Pariser Presse zuge- L^? N utz die Sozialdemokraten haberi im Senats- ^SL f N 7 G-aeneinwendungen erhoben und damit Sä äwsms SSm»' «- s äs
Noch teilte Stellungnahme Englands.
_ »„„hn., /<r M i Ehambertain er !arte im UN- t«»E»ch M UutertOTW *>l,J*»^|f‘|^w,""*
ßWEMZ-S^
rung unterstützt den Gedanken oer Neutralität in dem
Industriegebiet.
bei einem Schulstreik.
** Breslan. lI. Z.) Der Schulstreik in. Neurode wurde beendigt, nachdem der Regierungspräsident die Erfüllung der Wünsche der sozialdemokratischen Arbeiter für erfüllbar erklärt hat.
lraWeiisSililung noch in dcrSdjrocOe.
w Der Versuch des preußischen Ministerpräsidenten, ein Kabinett aus drei Parlamentariern — Stegerwald selbst, Severing und Giesberts — mit je einem parlamentarischen Staatssekretär aus den Reihen der Fraktionen dieser Minister und im übrigen mit Beamten zu bilden, ist noch am Freitag an dem Widerstand der Mehrheitssozialdemokraten gescheitert. Stegerwald, der keinesfalls seine Mission durch den Widerstand einer einzelnen Partei' vereiteln lassen will, hat nur noch eine Möglichkeit offen: ein reines Geschäfts- «nd Ueber« gangsministerium bis zur Erledigung der von der Entente geplanten Zwangsmaßnahmen, in das nur ge- sinnungs- und leistrmgserprobte Männer zu berufen sind. Stegerwald hat nach wie vor das Vertrauen werter Kreise, und auch seine Fraktion hat ihm dieses am Freitag wieder einmütig zum Ausdruck gebracht. Da auch eine andere Höchsteinflutzreiche Unterstützung ihm sicher ist, weil Stegerwald, „ach gerade wegen der Art seiner bisherigen Mißerfolg« als der geeignete Mann aebalten wird, das schwere Werk zu vollbringen, wrrd man vielleicht in den nächste, 24 StuEr eine überraschende Wendung der Dinge erleben. Jedenfalls tzt damit zu rechnen, daß Steger-. ald eine schnelle Entscheidung herbeiführen wird, und es ist nicht zweifelhaft, öap er Erfolg haben ivirb, auch wenn es sich nur um ein Uebergangskabinett handeln ollte.
>* Weiter wird uns hier - noch gemeldet: Dre Be- mübnngen. zur Bildung eines parlamentarischen Ministeriums in Preußen sind als so gut wie gescheitert anzu- sehen. Der allgemeine Etnd- ack geht bamn daß sich die Lage unverkennbar tertiär hat. Es bleibt nur noch die Bildung eines Ge'chäfts inisteriums übrig, die nach parlamentarischen Jnformai' wen vom Sonnabend int
Bereiche des Möalichen lieg _
Die Bemühn«- * t Steger-walds.
»■ Berlin. (L.-A.i T'-^Bemühungen Stegerwalds «»6»»*4^1*<*M*»' :' —
abendabend^späteUrUäW bis morgen, den Fraktions- führern die Ministerliste vorzulegen. Das Mmiftermm wird kein parlamentarisches, fonbcm ein Geichaftsmi-
sESÄc -MMW"L««W»
nisterium sein.
Eine Rundgeßuna für Sudendorfl.
** Während am Freitag in der Kaiser-Wilhelm-Ge- Sächtniskirche in Berlin die Trauerfeier für die verstorbene Kaiserin stattfand. Hatte sich auf die Kunde von Ludendorffs Anwesenheit hier vor der .Kirche eine nach Tausenden zählende Menschenmenge angesammelr, Sie von einem großen Aufgebot von Polizei mühsam zurückgehalten wurde. Kaum war Ludendorff mit seiner Gattin erschienen, als die Menge in stürmische Hochrufe auf ihn ausbrach. Nur Schritt für Schritt gelang es ihm, sich einen Weg durch die Menge zu bahnen und zu seinem Wagen zu gelangen. Hier umringte die Menge das Gefährt und brach immer erneut in Hochrufe auf Ludendorff aus. Vaterländifche Lieder wurden angestimmt und Ansvrachen gehalten, die den General feierten. Erst nach längerem Aufenthalt gelang es der Polizei, dem Wagen einen Weg zu bahnen. Noch bei seiner Abfahrt folgten dem Wagen Hunderte unter stürmischen Hochrufen.
Aufdeckung neuer bommunisttscher Pläne.
^ Qtt Berlin wurde am Freitag das Aktionskomitee der Kommunisten polizeilich aufgehoben. Aus den be- schlagnabniten Schriftstiicken geht hervor, Satz für die zweite Maiwoche eine nette allgemeine reoviurionäre Bewegung der deutschen Kommunisten vorbereitet worden ist. In den Berliner Vororten haben Verhasiun- gen von Kommunistenführern stattgefunden. Auck, aus dem mitteldeutschen Industriegebiet sind am Frestag Verhaftungen von Kommunisten gemeldet worden.
Deutsche Komm«nifte« vor Entente-Kriegsgerichten.
Die „Neue Züricher Zeitung" meldet aus Paris: Der „Temps" veröffentlicht eine Zusammenstellung der neuen Maßnahmen im besetzten Gebiet gegen die deutschen Kommunisten. Danach sind 387 Kommunisten m d?r Pfalz und im Rheinland verhaftet worden wovwi 210 den Kriegsgerichten überliefert worden und.
Ändrogung von Mann gegen Ssterrerm
Die „Neue Züricher Zeitung" ureldet aus. Paris: Der Botschafterrat hat einen Beschluß zur österreichischen Anschlutzfrage gefatziderdieWeiternerfo^ schlußbestrebungen Deutsch-^steiMrcho als B-rletznug des Friedensuertrages von Etz Germain erklärt. Die Fortsetzung dieser Politik mitsie zu mihfäriWit w«b wirtschaftlichen Zwangsmatznabme« gegen Oesterreich
führen. t
Eine «ene Eurentenote an Oesterreich.
^ Dem „Neuen Wiener Tageblatt" zufolge ist Freitag vormittag eine zweite Note der Eit^lte in Wien uQr reicht worden In ihr wird eine Erklärung der oner- reichischen Regierung über die Anschlutzfrage bis zum 26. April verlangt unter Wieberhodina der bereits mit«
geteilten Entscheidung, am i. Mai die Hilfsaktion für Oesterreich einzustellen.
Tirol führt die Volksabstimmung doch durch.
•* Die Landesregierung von Tirol hat den „InnS- brucker Nachrichten" zufolge es einstimmig abgelehut, dem in Wien übem-eichten neuen Einspruch gegen dies Volksabstimmung über den Anschluß stattzugeben. ES bleibt bei der Volksbefragung Wer den Anschluß am M. April.
MglüMe fluslißferung von Faröpatßntßn.
w- Frankfurt a. M. Der bei den Höchster Farbwerte» beschäftigte Chemiker Dr. Kaffelmeier wurde weK« Lan-esverrats verhaftet. Dr. Kaffelmeier Satte die AS--- ficht, die wertvollste« Patente der Farbwerke nach der». Ausland zu verkaufen. Bereits seit Anfang des Jahres^ 1920 hatte er sich Auszüge aus den geheimen Listen der. Patente gemacht, und insbesondere war es ihm geht»« - gen, Einsicht zu nehmen in die sehr streng geheim gehal- ■ tene Zusammensetzung der einzelnen Fabrikate 5er Farbwerte. Dr. Kaffelmeier stand in Verbindung mir einem gewissen Dr. Kunz in Luzern, der bereits in einer früheren ähnlichen Angelegenheit eine Rolle gespielt 5aL
der bereits in etnari
mit amerikanischen Firmen eingetreten. Kaffelmeier, der auf sehr großem Fuße lebte, hielt sich zwei Geliebt^ Der Schaden, der für die Höchster Farbwerte durch de» Verkauf der Patente entstanden wäre, geht in die viele» hun-ert Millionen. Interessant ist, daß Dr. Kaffelmei«! an dem gleichen Tage, an dem er verhaftet wurde, in ö« „Frankfurter Zeitung" einen Artikel veröffentlichte, i» dem er die Chemiker davor warnte, den Lockungen bett Auslandes auf Auslieferung von deutschen Patente« nachzugeben. In der Wohnung Kaffelmeiers ist zahl-, reiches belastendes Material gefunden worden.
Max Hölz verhafßet.
♦* Berlin. Der Kommnuistenführer und Räubev«. hanptma«« Max Hölz ist ant Sonnabend früh in einem Cafee am Rankeplatz -vrch Krrmiualbeamte -er Abtei-; Inng I a des Berliner Polizeipräsidiums verhaftet wor»; -en^ Mit Max Hölz wurden drei seiner Helfershelf« und Mitschuldigen, -arnnter sei« Ndjntant festgena»^ mc«. Auf -ie Ergreif««avon Hölz waren 170000 MaE Belodunug ansgesetzt. Mar Hölz ««- seine Genosse« sind in sicherem Gewahrsam im Polizeiprasidivm.
Ei« teilwetses GestäuLnis 581^
-^ Berwr. । * W WWMWWWWSWWW ■* Hölz hat am Sonnavepd mittag ein teilweries Gestäno- nis abgelegt. Er gibt an, mehr als 50 Dynamit-Attem-^ täte während der letzten Aufstandsbewegung personluJ veranlaßt und durchgeführt zu haben.
Die Presse unter dem Papiertrust.
Die Regierung hat unter Führung des Ministe«» Scholz die Zwangsbewirtschaftung des ZeitungsdruS- papiers aufgehoben. Daraufhin haben die Vereimgi^- gen der Zeitungsdruckpapierfabrikanten den Preis die- ses Papiers auf das I8fache des Friedenspreties erhöht, sie haben also statt Preisabbau einen weiteren Mächtigen Preisa«fschlag vorgenommen. Das war nach den» bisherigen Verhalten vorauszusehen. Ob es gelinge» wird chie verfahrene Karre wieder auf den richtige» Weg zu bringen? Die Reichsboten bemühen sich darum. Der Reichstag hat durch Beschluß des Aeltestenrates « nen interfraktionellen Ausschuß zur Prüfung der Bey Lungssrage eingesetzt. Auch .Bauern rührt ft^ Me Arbeitsaemeinschast des bayerischen Emzelhandets ^ V. hat an den Reichswirtschastsrat nachstehende Zuschr«.. gerichtet: „Für die Gesamiheit des bayerischen Ein- zelhaiidels erheben wir Widerspruch gegen die geplante weitere Erhöhung des Papierpreises, die ersahnrngöge- mäß eine ganze Reihe von Pre-serhohungsübeln mi Gefolge hat. Der Handel erwartet, daß die Regier^mg die mittelbare Beteiligung am Holzwucher endlich ein- stellt. Dann wird es den in Mitleidenschast gezimene. Kreisen nicht zu schwer werden, auch der «ve-yürie ' Gewi«M«cht der Papiersabrikautcn eine Grenze zu ziehen. Versagt die Regierung in dieser Frage, so ver- wirkt sie -aS Recht, das Wort „Preisabbau" Dem W- bei aeaenüber in deu Mund zu nehmen, denn sie bedroht dann auch von dieser Seite her seine Existenz, ^v r die Angestellte« und Arbeiter zahlreicher Geschah zweiae vor allem aber für das Zeitungsgewerlx selb t und damit für die wirtschaftliche und politische,Gefam- läge könnten Folgen eintreten. Die bisher offenbar nid - SS bedacht wurden." Der Waggon Zeitungsp vier soll 12 000 Mark mehr kosten als bis zum 1. Apr uümlich 3b 000 Mark. Das mackit für einzelne Betne- eine Pfehransgabe von etwa 1% Millionen Mark iah lich Es ist nach der neuesten Gesetzgebung schon.v «uxus, Aickündigungen in den Bettungen zu erlaste (Anzergensteuer-Luxussteuer), nun W auch «S b seit einer Bettung dem gleiten Schicksal verfallen.- i Was helfen bcntgegeitüber alle Lobreden des Mim'>er Severing, der anerkannt hat daß die ras^e,U«lerSrü lung der kommunistischen Unruhen in Mittkldei n land der Mitwirkung der Treffe zu danken geweien - i Ja, was hilft es den Zeitungen, wenn man ihnen
LebetlSfade,' -ru-chschneidet während die Paplenab die hohen Dividenden verteilen. Alfeld-Gramren wieder 20 Prozent gegen 13 Prozent im Vorjahre «erbeut riesige Rückstellungen machen, so diese F-. 2 000 Äi Mark bei 300 775 Mark Vortrag aus Rewming. Will auch hier der Deutsche erst 6mn: fangen wirtschaftspoMtfche Ziele zu verfolgen, w es au spät M?