Hersfelöer Tageblatt
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I Amtlicher Anzeiger für den Rrers Hersfelü t___^ww^......j
Nr. SS
Dienstag, den SS. April
1921
»eoerreWong der neuen Borjtöiöge.
m- Die deutschen Vorschläge sind bereits auf dem Wege «ach Amerika. In der Smwabeudsttzung des Recchska- bimttS konnte der Text noch nicht endgültig festgesetzt werden. Die Note erhielt ihre letzte von den Kabinetts- Mitgliedern einmütig angenommene Fassung in, einer Kabinettssitzung, die Sonntag vormittag siattgemnden hat. Sie ist darauf abends dem amerikanischen Ge- Wiftsträger in Berlin überreicht worden. Auf Sonu- chg vormittag 11 Uhr war auch eine Besprechung «nt den Parteiführern angesetzt worden., Drese Beratung mußte, da sich eine zweite Kabinettsutzung als notwendig erwies, auf Montag vorrmttag 9 Uhr „verschoben werben. Sie wird natürlich rein irlformatoriichen Charakter haben. Auch in der Beratung mit' den Führern der Koalitionsparteien am Sonnabend nahmen diese nur von dem Standpunkt der Regierung Kenntnis. Den Abgeordneten war zwar anheim gestellt worden, unter Umständen noch Anregungen zu geben, sie machten aber davon keinen Gebrauch, da sie jouft die Mitverantwortung übernommen hätten.
Im Reichstag herrschte am Sonntag Ruhe. Von den Fraktionen beriet am Vormittag nur die Deutsche BolkSpartei. Am Montag vormittag werden dagegen alle Fraktionen vor der Plenarsitzung zusammenkom- men. Im Plenum wird zunächst der Reichsaußenmmv- ster das Wort nehmen, und in unmittelbarem Anschluß daran wird die Aussprache beginnen. Es steht noch nullt fest ob die Koalitionsparteien eine gemeinsame Erklärung abgeben werden. Sollte das der Fall fein, so wird vermutlich ein Mitglied der Deutschen Volkspartei als ihr Redner auftreten. Ueber die Stellung der ^arteten zu der durch die Note au Sarding geschaffenen Lage läßt #a sagen, daß nicht nur von den Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei, sondern auch von einem beträchtlichen Teil des Zelsirums und der Demokraten schärfste Kritik geübt wird.
Whig Wt die deuten WüMe für geeignet
w Paris. (B. T.) Eine Kabeldepesche des „Neuyork Herald" meldet das Eintreffen der netten deutsche» Vorschläge in der Nacht vom Sonntag zum Montag. Präsident Harding und Hughes stud sofort sur PrüfuM der Note znsammengetreten und bestatigeu, daß sie geeignet rei, an die Alliierten weiter geleitet zu werden.
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^. Berlin. (L. A.) In politischen Streben verlau- LL »;; ä?ä« hs’tÄÄsr&Ä, N-M t-s Äitürtftg her neuen Note wird versichert, daß die ^«t?chmt Vorschläge" wesentlich über die G-ge«v°r- ichläae hinausgehen, die auf der Londoner Sons ereu^ von der deutschen Regierung überreicht worden waren.
Die deutschen Vorschläge.
o^. Ueber die Art der neuen deutschen .Bvrschläge verlautet in unterrichteten Berliner Kreisen folgendes. Es handelt sich bei den deutschen Vorschlägen um eine Alternative von zwei Möglichkeiten. Der ganze Pur« in in 9 Paragraphen gefaßt. Da man im Kabinett der Aus- kassung war, daß man der Volksstimmung M Franrrei h «nd Amerika Rechnung tragen nrusse, enthalten dw biut- Vorichläae u. a. ein festes Zahlenacigebot, das die deutsche Leistungsfähigkeit im Auge behält, Ar »W der Volkspshchologie der Gegenseite ^J^ weht in seiner Höhe zwtjchen den Pariser BMittgen S den beSw ^c London. Dre von den Parteiführern vorgebraanen Wuniche waren Kabinett der Gegenstand ausführlicher Erorterrlngen.
Zur Ablehnung des Schiedsrichteramts.
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KÄS1 ÄSÄSMÄ Kn weil die alliierten Kabinette die Auerkennung des SchiedSrichteramts verwarfen,
»-> Rom. Die offizielle römische Te leamphenageisiur weist darauf hin, daß Amerika zwar abgelehnt.habe, in d-r Revarationssrage das Schiedsrichteramt zu überneh- SST&tafl durchaus nicht von der Hand ^ i Dar düMe man den Wunsch nach Berhandlun- ^u' febtt^ Sm wen « auch den Absichten der Frau- Ku zuwtderlä.rft, die Verbündeten nachkommen miißiet«. Aoffiiutia der Reichsregierung. „
w Vor der Äbsendnng der deutschen Vorichlage an t... erbeuten Harding sind diese in ihren Grund- zügen mit dem Geschäftsträger und der ^nerttam,chen Delegation in Berlin besprochen worden Das laß hie Reichsregierung auf eine günstige Aufnahme tu Washington und bei den Alliierten rechnen.
Schleichende Kabiuettskrifis.
^ Die durch die Note an Harding geichaueue Sttfe in der Reichsregierung ist nur bis zur Eriedniung bei schwebenden Verhandlungen mit WaibEton und den Alliierten vertagt worden. Die Deutiche VolksMrM hat sich aM Sonnabend dahin entsctneaeu, daß die üb end na einer (v>eneraUm«machl an Harding ohne Befragung des Reichstages ihr nicht mehr die Mvglich- scR Ä, den Außenminister zu unterstützen.
Die Besprechungen in Berlin.
__ «exlin lV. Z.) Die Parteiführer landen sich «^nlag mittag in der Reichskanzlei ein, um in geuiein-
fairen Sitzung mit dem Reichskabinett über den Inhalt der am Somltaa nachWashington abgesandten neuen Vorschläge unterrichtet zu »verden. Die Besprechung dauerte bis 2 Uhr. Zu einer Bekanntgabe des vMen Inhalts der Note an die Parteiführer ist es noch nicht gekommen. Ebenso findet eine Veröffentlichung der neuen Vorschläge auch am Montag noch nicht statt, «ras auf einen von amerikanischer Seite geäußerten Wnwch zurückzuführen ist, vor Dienstag keine Einzelheiten der neuen Vorschläge verlauten zu lassen.
Die Aussprache im Reichstag abermals, verschoben.
•* Berlin. (B. A) In der Sitzung des Reichstagc am Monag nack r*
noch nicht zur 6 pellativnen über
_j In der Sitzung des Reichstages mittag werben die neuen Vorschläge prache gebracht werden. Die Jnter- ,.^....„..^ „^ die auswärtige Politik bleiben zwar auf der Tagesordnung stehen, ohne daß Dr. Simons das Wort zu außenpolitischen Erklärungen ergreifen wird.
Noch keine Entscheidung in Hythe.
** Loudou. (F. G. A.) Amtlich wird gemeldet: Die Besprechung von Hythe hat folgendes Resultat ergeben: Lloyd George ist, was ihn persönlich betrifft, im Prinzip mit der Aktion im Ruhrgebiet etuverstauden, wenn die Vorschläge, die Deutschland der amerikanr- schen Regierung übergeben hat und die in den nächsten Tagen bei den Alliierte» eintreffen werde«, zu keinem Einverständnis zwischen Deutschland und den Alliierten führen. Lloyd George ist damit einverstanden, daß die französischen und englische», Wirtschaftssachverständige« zusammeutrete«, um die von Öett französischen Sachverstaudige« angeführten wirtschaftliche» Maßnahme» zu beraten.
Die Entscheidung verschoben.
»* London. (B. T.) Das Resultat der, Kousereuz zwischen Lloyd George und Briand ist, daß die Entscheidung über die Ruhrbesetzung verschoben worden nt, und zwar bis zur nächsten Konferenz am 30. April
W London. Es besteht kein Zrveifel darüber, daß das Ruhrgebiet besetzt werden wird, wenn die Deutschen nicht befriedigende Vorschläge machen werden.
Einberufung des Obersten Rates auf Sonnabend. .
Paris. «F. tO) Die Konferenz der beiden Mc- rsisterpräsidenten Briand und Lloyd George ist Sonntag abend 615 UHr beendet worden. Man kam überetn, den Obersten Rat aus nächsten Sonnabend nach Pari» einzuberufen, oder, falls der Be^^Fheilerstreik bis ha- -^HUWMW^MWWMM-ch ^PAvu. ®w™wd Kornutuniqueo über die V-rhandlungen ist noch nicht he raus gegeben. In ten letzten Stunden der Komerrnz traf ein Telegramm des englischen Botschafters in Berlin ein, der mittetite, d.' ß 'Deutschland seine neuen Borschläge dem amerikanische« Geschäftsträger in Berlin übergeben und daß dieser sie abgesandt habe. Wie verlautet, wird Briand' sofort nach seiner Rückkehr in der Sammet oder im Anawürlitzen Ausschuß über die Wie- decherstellungsfrage Erklärungen abgeben.
■^ Loudo«. Lloyd George und Briand konserlerte« mehrere Siuuden lang. Der Korrespondent seS „Observer" glaubt sagen zu könne«, daß Briand bisher die Früge einer nnbedtMen Okknpatiou des Jluhrgebiets Visen gelassen hat, woraus er schließt, daß der Vorichlag Seydoux aurchgedrunaen sei, der ein .System zur zwangsweiieu Eintreibung der Reparationsschutden, insbesondere die Exportkontrolle und eine Kohlenab- gabe durch die Drohung mit der Okkupation des Ruyr- gebietes durchsetzen will, während der andere Vorschlag fallen gelassen sei.
Englische Mahnung zur Vernunft.
Die Haltung Lloyd Georges.
w Die französisch-englische Einigkeit hinsichtlich des Vorgehens nach dem 1. Mai scheint doch nicht allzu groß zu feilt Es wird jetzt bekannt, daß AHmtS, Bar ws und Lord Robert Cecil einen gemeiinchmtliHn Buef an Lloyd George gerichtet haben, in dem sie ihn bitten, sich mit der Besetzung des Ruhrgebiets nicht emverftan- bett zu erklären. Ein Teil der Liberawn und der Ar- beilerparici befürchtet, daß durch die Bewtzung eijterfeitö der srauzösischM imperialistischen Politik Vorichub geleistet und andererseits durch Ausbeutung der Ruin kohlen durch Frankreich den englischen Sohlen ant bun Weltmarkt noch größere Konkurrenz gemacht werden würde. Der Auslandsredakteur des „Peftt Parts«.z meldei allerdings, daß Lloyd George perwulich der Ansicht ist, es in ictit der Augenblick gekonime»», Deunch- land zur Vernunft zu zwingen. Es handele neb nur darum, eine ZwaugSpolitik anzuwenden, die lowom Frankreich als auch England befriedigt Lloyd George 'will nObr zunächst die neuen deutschen Vmschlag ame-r, ■ ehe er sich irgendwie leMegt» Es- wird> übrigens besitf, daß es sich zunächst nicht darum handelt, ein. Prog' ^mm für die ganze Wüderherstcllimg amzu,teile«, uu^na zmtäcüü von DcuIscbland die Zahlung der zum
' März geforderten i Milliarde Goldmark Gu verlangen und danach ein Programm zur Zahlung des Restes ver 11 Milliarden zu entwerten- Da«« erst fomte man den guten Willen DeuUMands sehen und ni Rune üoer die anderen Frage« verhandeln. Tiefe Amm««ng geht , riMlich aus allen Berichten hervor.
i Piß üeuWen Mjeüeraulßauvgl'Ichlüge
,t« der Note, die die Reichsregierung der Repara- tionotommiifimt ühersandt hat, wird >ur die ?lrt bei Durchführung des Wiederaufbaues «uter AuftMierSal- tmkg der seit 1919 gemachten Angebote zusammeufaneiid auf folgende Möglichkeiten hingewiesen:
Deutschland rannte oen twreoeraufvau dp stimmte« Städte, Flecken oder Dörfer oder bestimmter zufaurme»-' hängender Teile des Wiederaufbäugebietes unter Uebernahme sämtlicher Kosten in eigener Regie oder durch Vermittlung eines internationalen Siedlungsuuterneh- meus übernehmen. Deutschland ist ferner willens, unabhängig von den vorgeschlagenen Regelungen alsbald, für den Wiederaufbau der zerstörten Teile Frankreichs und Belgiens alle Hilfsmittel bereitzustellen, nämlich
1. in den zerstörten Gebieten sofort nach Ausgabe der näheren Wünsche der alliierten Regierungen Auf-! räumungsarbeiten und Aufforstungsarbeiten vorzn- nehmen,
2. die Ziegeleien im Wiederaufbaugebiet instand z« setzen oder neue zu errichten, ebenso Kalk-, Gips- und Zementwerke daselbst zu errichten, die erforderlichen Maschinen zu liefern, um mit der Gewinnung und Ver-s Wertung der dort vorhandenen Rohmaterialien für, Baustoffe beginnen zu können; darüber hinaus heimische Baustoffe und Baumaterialien zu liefern.
3. Vorkehrungen zu treffen, daß die im Wiederauf-, baugebiet nicht vorhandenen Geräte und Materialien für Bauzwecke herangeführt werden können, einschließlich der Baustoffe, die für die ersten Einrichtungen erforderlich sind.
4. Sofort mit der Anfertigung von Wohuungsbaute« aller Art, mindestens aber 25 000 Holzhäuser, zu beginnen und diese vor Beginn der kälteren Jahreszeit am- zustellen, um der »«gemein dringenden Wohnungsnot in den zerstörten Gebieten vorher zu begegnen.
5. Dazu die Ausstattung, z. B. Möbel, Oefen, Kochherde und Kochgeschirre zu liefern.
6. Nach den Plänen und unter Kontrolle der französischen Behörden Hoch- und Tiefbauten jeder Art aus- zu führen: ob diese Bauten in französischer oder deutscher Regie oder in eigener oder in gemeimvirtschastli- chem Betriebe oder durch Privatunternehmerbetrieb oder unter Zulassung aller drei Betriebsformen ausgeführt werden sollen, wird nach den Wünschen der alliierten Regierungen zu bestimmen sein.
Die deutsche Regierung ist willens, auf den Boden dieser Vorschläge zu treten. Im Einvernehmen mit den deutschen Bauarbeiterorganisationen, einschließlich bet Organisationen der Angestellten und Beamten, versichert sie, daß die Mitglieder dieser Organisationen bereit sind, beim Wiederaufbau der zerstörten Gebiete durch Ar- Ä' $MMM» teren Regelung denjenigen Geschädigten, die ihre zerstörten Häuser und sonstigen Anlagen wieöeraufgebauk sehen wollen, leistungsfähige und vertrauenswürdlge Unternehmer zu benennen.
Falls die alliierten Regierungen wünschen, daß die Mitwirkung der deutschen Regierung am Wiederaufbau in anderer als in vorstehender Form erfolgen soll, so ist die deutsche Regierung bereit, jede von den Alliierten gegebene Anregung und jeden gemachten Borschlag eingehend und gewissenhaft zu prüfen und zu versuche» in einer den alliierten Wünschen entsprechenden Form am Wiederaufbau teilzunehmen. Die deutsche Regierung bittet die Alliierten, die erforderlichen Besprechungen über Einzelheiten der zu treffenden Regelung möglichst sofort einzuletten.1
Ablehnung der Goldforderung.
Die deutsche Antwortnote auf die bekannte Güldfor- derung der Entente ist der Wiederherstellungskommis- sion zngestcllt worden. Sie schlägt vor, daß Art. 248 bet Friedeusvertrages, wonach Deutschland nicht ohne vorherige Zustimmung der Wiederherstellungskommissio» über seinen Goldbestand verfügen darf — ein Artik^ der nach dem Friedensoertragc mit dem 1. Mai d. J. außer Kraft tritt — in seiner Gültigkeit zunächst biS zum 1. Oktober d. J. verlängert wird. Im übrige» lehnt die deutsche Regierung die Auslieferung des Goldes ab, da es sich um Privatbesitz handelt und die Fol-ä gen für die deutsche Valuta katastrophal wären. DaS würde »richt zuletzt alle Besitzer deutscher Mark im Auslande, sowie überhaupt alle ausländischen Gläubiger Deutschlands schwer in Mitleidenschaft ziehen.
sspanfösrlE-rlüwisHes Bündnis gegen SeulzHlanL
-»»Genf. „Echo de Paris" meldet mit Bestimmtheit, daß zwischen Frankreich Tschecho-Slowakei und Jugo- Slawien ein Dcsennvdüudnis geschloffen wurde, welches die Teilnahme der beiden mitteleuropäischen Staaten für den Fall großer militärischer Zwangsmatzn^« wen Frankreichs gegen Deutschland betrifft.
Das lyrolgr Volk will ja velitfchtans.
Das kleine Volk Tirols bat sich durch die Drohungen der allgewaltigen Entente nicht einschüchtern lasten, weder durch die Androhung, die spärlichen Lebensrnittel- lleseru«gen der Entente wieder ganz einzustellen, no<5 durch die Drohung von italienischer Seite her, daß Jta« lie i gegen das Tiroler Volk Gewalt anmenden und das "sand besetzen würde, wenn es nicht ganz fügsam wäre. Das kleine Bergvolk deutscher Rationalität hat aber unerschütterlich an seinem guten Recht der Selbstbestim- mung festgehaben und am Sonntag die Volksabstim- mutig bmdiaefütirL lind die deutsche Bevölkerung hat ivohk einmütig für den Anschluß an Deutschland a«. stimmt. Rund 100000 Stimmen sind abgegeben worden, davon oc 500 für den Anschluß an Deutschland und nur $500 Stimmen dagegen, die sich wabrscbeinlich auf die Bevölkerung anderer Rationalität verteilen. Die Be-,