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» flnzcSgenprris für die einspaltige Petitzeile o6ct ; . deren Raum 40 Pfennig, für auswärts 60 Pfennig, : ; die Reklamezeile 1.50 Mark. Bei Wiederholungen : £ Nachlaß. Züc die Schriftleitung verantwortlich * g Kranz Zunk in HersfelS. Zrrnfprechrr Nr. S. ;

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Hersfelder Kreisblatt'

Amtlicher Muzeiger für den Kreis Hersfel-

Nr. 102

Dienstag, den S Mai

1921

Die Londoner Konferenz

Die Konferenz der alliierten Staatsmänner in Lon­don bat am Sonnabend vormittag begonnen. Zunächst BöaS englische Ministerkomitee eine einstündige Be- ung, wobei Lord d'Abernon die englischen Mini- ber die Mitteilungen, die er von der deutschen Re- giernng erhalten hatte, in Kenntnis setzte. Mittags Hat-

Briand und Lloyd George eine Unterredung, die 20 Minuten dauerte. Der Havasbericht, der über die Besprechung vorliegt, weiß nur zu melden, daß sie ei­nen sehr freundschaftlichen Charakter hatte. Diebeiden Ministerpräsidenten prüften in großen Zügen das Wie- berhersiellungsprogramm. Lloyd George gab im allge­meinen dem Plan der Franzosen für den Vormarsch ins Ruhrgebiet seine Zustimmung, aber er erhob gegen ge- wisse Durchführungsmodalitäten Einwendnngen, na­mentlich was die Besteuerung der Ruhrkohle anbelangt.

Auf jeden Fall besteht danach eine Einigkeit über die französischen Pläne auf das Ruhrgebiet und dessen Ausbeutung zwischen dem englischen und dem franzö­sischen Premierminister nicht. Ob diese Meinungsver- Miedenheit sich nur, wie Havas meldet, auf gewtsie Durchführungsmodalitäten beschränkt, kann natürlich nicht gesagt werden. Aber die Tatsache, daß der Ber- keter des englischen Botschafters in Berlin am Sonn- tag bei dem Reichsminister Dr. Simons vorgesprochen hat, um eine Aufklärung über neue Rückfragen seiner Regierung über das deutsche Angebot zu erlangen, be­weist, daß die Absicht, zu neuen Verhandlungen zu kom­ischer Seite noch nicht ganz fallen gelassen tst.Von der französischen Presse wird allerdings ver- Archt, jede Verhandlungsmöglichkeit zu durchkreuzen, damit Frankreich zunächst einmal seine Hand auf das Ruhrgebiet legen und sie vielleicht später auch noch wei­ter ausstrecken kann. Von französischer Seite wird in London mit allen Mitteln daran gearbeitet, die engli« Me Regierung davon zu überzeugen, daß Deutschland völlig vernichtet werden müsse, wenn es den anderen Völkern gut gehen solle. So soll es Loucheur denn auch gelungen sein, den englischen Sachverständigen klar zu machen, daß die Wirtschaftskrisis in England nur durch die deutsche Konkurrenz hervorgerufen worden sei. Da­hinter erhebe sich aber noch ein weit gefährlicheres Ge- Wenst: das sei der deutsche Monarchismus, der auf Re- sinne. Bet uns würde man, wenn die Dinge, «m die es sich in London handelt, für uns nicht so surcht- dar ernst wären, einfach darüber lächeln, aber den Fran-

van Dirne sein eim« ändnis keineSanktionen" erfo'.» neu dürfen. Der ' r^H der Verbündete« nehme einen neuen Kurs? Ar la werde das Gesetz der deutschen Zahlung diktieren.

Die Entscheidung Amerikas aufgeschobe«.

Man ist in London völlig zuversichtlich, daß die ame­rikanische Regierung erst eine Meinung äußern wird, nachdem der Oberste Rat seine Entscheidung gefällt hat. Wenn überhaupt, so jedenfalls erst nach dieser Entschei­dung, wird die amerikanische Regierung ihre Meinung ausdrücken.

Ein Ultimatum an Deutschland.

^ Paris. (B. T.) Die Pariser Morgenblätter lassen erkennen, daß nach der Ergebnislosigkeit der Be­ratungen am Sonntag und den sehr scharfen Anseinau- dersetzungen das Zustaudekommen eines Kompromisses erwartet wird, und zwar dahin, daß Frankreich mobili­sieren darf, während das Ultimatum an Dentschland

steten i läuft.

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«Nd vor'der"Gelt"rechtfertigen wollen, nur in ihrer Phantasie spuken. , t

w «ondon. (B. T.) Lloyd George Bettes nach der Sitzung sogleich einen englischen Ministerrat ein. Spat Abends wurden die Ententesachverständigen zusammen- «erufen. Der Oberste Rat ist Sonntag nachmittag 5% Nwägung Eliegt: Die Alliierten.stellen Deutschl-mb ^ Sästines Ultimatum. Frankreich wird ermächtigt, schon am Tage der Ultimatunisübermittlung mit der Mobilisierung zu beginnen. Da Frankreich Tage tot die Vorbereitung braucht, so könnte, falls Deuisch- ^nd dem Ultimatum nicht entspricht, der Ruhrein- marsch sofort vorgenommen werden.

Rene Rückfragen Englands.

tet Der Vertreter des englischen Botschafters in Ber- Un hatte am Sonntag eine neue Unterredung im Aus- wärtiaen Amt, um neue Rückfragen leiner Regietung zu stellen. Auch der italienische Botschafter sprach^ im Auswärttgen Amt vor. Dennoch hat man m parlamen- larischerl Kreisen sogut wie keine Hofwmig mehr, daß die Londoner Besprechungen für Deutschland eine Mi^ Serung der Bedingungen, wie sie von Frankreich amtlich «ngekiindigt worden sind, bringen wird.

Das Urteil eines Engländers.

. In der WochenschriftEurope Nouvelle" schreibt George Glasgow über die Reparationsfrage unter an- Serem folgendes: Außer den Franzosen sind um meisten die Bolschewisten für dieSanktionen" begeistert. Wir Enaländer sind Männer der Geschäfte: die besten unter »5 ÄffSÄ« 5ÄÄ der Handel."

Amerika wird diktiere»?

o* DieJdea Nationale" bringt einen bemerkenswer­ten Leitartikel zu der Londoner Konferenz, den es mit der Drohung schließt, daß die bevorstehendeil Wahlen in Italien das Urteil über die schwächliche Politik des Grafen Sforza gegenüber Frankreich und England sprechen würden. Italiens Interesse wetze auf die: Ko- overatton mit Amerika hin, um die polttische Freiheit wieder zu erlangen. Die französische und vielleicht auch die englische Politik derSanktionen" diene lediglich militärpolitischen Gründen. Im Gegensatz zu der von französischer Seite verbreiteten Jnformatton, oaß Grm Sforza Frankreich sekundieren werde, schreibt die^i- buna"^ offenbar inspiriert, daß die zweite We der Re- parationsverhandlungen begonnen habe, indem lortan Amerika als Vermittler zwischen den Verbündeten und Deutschland auftreten werde. DieTribuna l^t die Mjtzliche Mahnung Amerikas an England und Frank- MM die Schulden zn bezahlen, als Beweis dafitr aus,

^London. (V. Z.) Das Ultimatum an Deutsch­land bezieht sich auf Annahme der Rechnung der Repa- rationskommission und der vorzuschlageude« Zahlungs­art. Man erwartet, daß der Oberste Rat am Montag nachmittag eine genaue Erklärung veröffentlichen wird, in der die getroffene Einigung bekannt gegeben wird.

England besteht auf dem Ultimatum.

** Genf.Havas" meldet Sonntag abend aus London: Zwischen den französischen und englischen Delegierten besteht noch keine volle Einigkeit. Die englische Regie­rung beharrt darauf, daß an Deutschland ein Ultimatum abzusenden sei, das die Minimalbedingungen der Al­liierten bekannt gibt und zu dem sich Deutschland inner­halb einer Woche zu äußern habe. Die englische Regie­rung hat eine dreigliedrige Kommission eingesetzt, be­stehend aus dem Kriegsminister Evans, dem Kolomal- mintster Churchill und dem Minister Lord Montagu, die sich mit der Ausarbeitung neuer Vorschläge und der Prüfung der französischen Vorschläge zu beschäftigen hat.

Die Beurteilung des deutsche» Angebots.

>* Basel. DieNationalzettung" meldet aus London: Unter den hier zur Konferenz eingetroffenen alliierten Delegierten hört man nicht eine Stimme, die das deutsche Angebot verteidig;. Man entnimmt aus allen Meinungsäußerungen, daß die neuen Borschläge dar auf hinausliefen, alle Garantten, die die Alliiert

e Besprechungen der Sachverständig« Genf. DerMatin" meldet aus London: Der Londoner Konferenz ist eine Beratung der Sachverstän­digen unter Loucheurs Vorsitz vorausgegangen. Die Sachverständigen sind einstimmig zu der Annahme ge­langt, daß eine Vermeidung derSanktionen" ausge­schlossen sei.

Ablehnende Antwort Italiens «vd Belgiens a« Harding.

chen werden und die dadurch herbeigeführte Verminde­rung der deutschen Konkurrenz würde sich die englische Wirtschaftslage sofort zu bessern anfangen. Diese Dar­legungen Louchcurs sollen nach demPetit Parisien" auf die Stellung des englischen Kabinetts von ausschlag­gebender Bedeutung gewesen sein. Für die Haltmig der französischen Regierung ist es überaus bezeichnend, daß Briand vor seiner Abreise nach London abermalS den politischen Charakter der Reparatiousfrage in sei­nen Ausführungen gegenüber amerikanischen Journa­listen betonte. Es handele sich für Frankreich nicht nur um ein Finanzproblem, sondern auch um seine Sicher­heit. Schon unter diesem Gesichtspunkt sei die Beset­zung des Ruhrgebiets gerechtfertigt.

Den gleichen Gedanken entwickelt auch der Leitar­tikel desTemps". der die Schwierigkeiten einer Ver­ständigung über die Reparationsfrage nur darauf zu­rückführen will, daß das deutsche Volk im Begriff sei, sich auf die Restauration der Monarchie und auf die Revanche vorzubereiten. Die tatsächlichen Führer der deutschen Reiches, die nicht in der Regierung zu suchen seien, hätten es nicht auf finanzielle, sondern auf mili­tärische und politische Ziele abgesehen. Unter diesem Gesichtspunkte versucht derTemps" besonders Italien gegen die angebliche deutsche Gefahr scharf zu mache». In der gesamten Presse ist lediglich Henri Favre im Journal de Peuple", der auch heute noch nicht an eine militärische Aktion Frankreichs glauben will.

Die Taktik der französischen Presse ist machtavült- stisch: sie ist eine Spekulation auf die in Italien durch die Tiroler Vorgänge hervorgerufene Mißstimmung Auch so wird sich Italien über die Schädlichkeit eine» französischen Kontinental-Monopols für Kohlen täu- schen lassen. In Potsdam sind der toten deutschen Kai­serin nur die ihr gebührenden letzten Ehren bewiese« worden. Im Mai wird aber Paris eine Woche lang den 100. Todestag Napoleons L feiern. Bedeutet denm das auch die monarchistische Revolution in Frankreich?

Mahnung zur Geduld.

** DieD. A. .§" schreibt: In dem Augenblick, m welchem in Deutschland alles auf die Antwort der ame­rikanischen Regierung wartet, Werden teilweise die Pressenachrichten der Alliierten weiter gegeben und Bie deutschen Maßnahmen bemän Das deutsche Ange-

w Genf. Havas meldet aus Washington: Die bel­gische und die italienische Antwort auf Harding Vor­schlag sind eingegangen. Besonders die belgische Ant­wort deckt sich mit der '"""^ ^^^M^^

französischen Stellungnahme. Präsidenten keine Möglichkeit,

Beide Noten geben dem Präsidenten keine Möglichkeit, auf der bisherigen Grundlage seine Vermittlung fort- zusetzen.

Der Ruhreiumarschplan.

^ Antwerpen. DerAntwerpener Courattt" läßt sich von seinem gutunterrichteten militärischen Mitarbeiter melden, daß der Vormarsch der alliierten Truppen in das Ruhrgebiet wahrscheinlich bereits am 10 Mai er­folgen werde. An diesem Vormarsch werden sich sowohl französische, als auch englische und belgische Truppe« beteiligen in der Stärke von 48 000 Mann.

Frankreichs militärische Vorbereitungen.

** Geuf. Die Exchange Agentur meldet, daß die zweite Kavallerie-Division aus Luneville am Freitag in das besetzte rheinische Gebiet abtransportiert wor-

'handlungsgrundlage gewürdigt worden. Es ist klar, daß ein derarttges Angebot, das die Grund­lage für künfttge Verhandlungen bieten soll, nicht tw allen Einzelheiten fortwährend in der Oeffentlichkett er­läutert werden kann. Die Oeffentlichkeit muß sich mit; der Regierung gedulden, was die Gegenseite dazu sagem wird. Die Vorstellung, wir könnten, nachdem wir eBen] das Angebot an Amerika geleitet haben, der Gegenseite unmittelbar andere Vorschläge unterbretteten, ist frei­lich naiv.

FramiWß kiMarlHooröereidmgen gegen Bauern

** DerMünchen-Augsburger Abendzeitung" wird! aus der Pfalz gemeldet, daß seit ungefähr einem Mo-i nat fortgesetzt Truppenzüge aus der Richtung Metz und! Straßburg durch die Pfalz in Richtung Ludwigshafew- WormSDarmstadt laufen, die mit Marokkanern, Se­negalesen und andern farbigen Franzosen besetzt sind. Diese sollen nach Aussagen französischer Offiziere zum Einmarsch in Bayern von Aschaffenburg aus Bestimmt sein.

Die Beamten im bedrohten Ruhrgebiet.

** Die Beamtenkorporationen des von -er Besetzung bedrohten Ruhrgebietes haben die Reichsregierung zur; Bekanntgabe von Vorschriften aufgefordert, die ihr autt-. liches Verhalten gegenüber zivilbehördlichen Maßnah­men der Besatzungstruppen regeln sollen.

Am die GoldmMarde.

den ist.

Sonderfrieden mit Amerika.

»^ Nenyork. Die Ankündigung in der Senatsrede Lodges, daß nach Annahme der Resolutton Knox wahr­scheinlich ein Sonderfriede mtt Deutschland abgeschlof- s-n wird, dürfte vorerst als eine Warnung an Frank­reich auszunehmen sein, da eine Zermürbung Deutsch­lands die amerikauiichen Interessen verletzen mürde.

Keine Hoffnung auf amerikanische Kreditgewährnng.

Rotterdam. DieTimes" melden aus Neuyork: Harding erhielt die Mitteilung der Neuyorker Bankver­einigung, daß Anleihen für auswärtige Staaten keine Aussicht auf hohe Zeichnungsergebnisie hätten. kngNIch-franMche BerOandlungen.

Die deutsche Konkurrenz und der Revanchegedanke.

DerPetit Parisien" hebt die große Bedeutung hervor, die den WirtsüiastsVerhandlungen zwischen Lou­cheur und den englischen Sachverständigen in Bezug anf ! die Entwicklung der Lage beizumessen ist. Loucheur ; habe den Engländern bewiesen, daß die WirttchaftSlnse , in England vor allem darauf zurückzuführen sei, oav , die deutsche Kohle gegenwärtig billiger sei als die eng­lische Kohle. Die deutsche Kohle koste gegenivartig 14 Goldmark pro Tonne, während die englische »2 Gold- mark koste. Bei einer Besteuerung von 20 Gowmarr würde die Differenz zu Gunsten Enalands ausgegli-

** Die Reparationskommission hat der deutschen Re- giernug mitgetetit, daß die Frist für die Ablief von einer Milliarde Goldmark an die Bank von $ reich resultatlos verlaufen sei und daß sie die Dur rung der weiteren Maßnahmen dem Obersten Rl Alliierten übertragen habe.

Dr. Simons bleibt.

-er

»* Zu den Nachrichten über eine angebliche Krisis im Reichskabinett wird von zuständiger Stelle erklärt: Es ist richtig, daß der Neichsminister des Auswärtigen vor einiger Zeit dem Reichspräside^ r vorgelegt hat. Maßgebend fiir

_______ _____________ , : den Entschluß des Mi nisters war sein Eindruck über die Stellungnahme Bei deutsche« öffentlichen Meinung zu seiner Politik. Mir . Rücksicht auf die von ihm eingeleiteten Verhandlungen mit Amerika hat sich der Minister zugleich bereit er­klärt, die Geschäfte seines Ressorts vorläufig weiter zu führen. Der Reichspräsident hat das Gesuch abgelehn« da nicht nur das Kabinett die Vorschläge des Reichsmt nisters über die Fortführung der von ihm mit Amewka begonnenen Verhandlungen gebilligt, sondern auch du- Reichstagsdebatte gezeigt habe, daß die Volksvertretung in ihrer großen Mehrheit diese Fortführung wünsche.

Die Stellungnahme der Fraktioue«.

** Die Fraktionen des Reichstages hielten am Sonn­abend Sitzungen ab, die sich auch mit der Krisis in t:r Reichsregierung befaßten. Alle Fraktionen einuhlieü-