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Hersfelöer Tageblatt tzersfelöer Kreisblatt" Amtlicher Anzeiger Dr den kreis Hersfel-

Nr. 107 Dienstag, de« 1«. Mai 1931

Znzeigenprria wr die einspaltige Petitzeile oter deren Raum 40 Pfennig, für auswärts 60 Pfennig, : Kr tteklainezeile 1.50 Mark. Bei Wiederholungen : Nachlaß. Zür die Schriftleitung verantwortlich ;

Kranz Zank in Hersfelö. Zernfprecher Nr. S. :

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ein Sabine« Sitesemann?

** Der Sonntag brächte noch keine Klärung der poli­tischen Lage. Zwar tagte der interfraktionelle Ausschuß, aber er ging jedoch auseinander, ohne eine endgültige Entscheidung gefaßt zu haben. Es ist aber anzunehmen, daß im Laufe des Montags die Krisis zu einem gewissen Abschluß kommt. Die Kandidatur Mayers diente nach rage der Dinge als überholt betrachtet werden können. Wie von parlamentarischer Seite verlautet, rechnet man jetzt mehr damit, daß Dr. Stresema«« mit der Kabinetts- Wdung betraut werden wird, der im Gegensatz zu Mauer für ein energisches Nein erntritt. Dre Koali- Hlonsparteien, auch das Zentrum, sind nunmehr der Meinung, daß wir ablehue« müssen. Da das Ultimatum »ekanntlich bereits am Donnerstag 12 Uhr ablauft, müssen wir uns bis dahin endgültig entschieden, haben. Nach Lage der Dinge kann daher der Reichstag spätestens am Dienstag oder Mittwoch die Erklärung der neuen Regierung entgegennehmen. Wir glauben zu der An- «ahme berechtigt zu sein, daß zunächst nicht über das Ultimatum abgestimmt wird, sondern daß die Regierung Re Vertrauensfrage stellen wird. Dafür dürfte sich eine Mehrheit finden.

Der deutsche Botschafter in Paris, Dr. Mayer-Kauf- deuren, war am Sonnabend Vormittag vom Reichspra- ideufen empfangen worden. Der Reichspräsident hatte Mu ersucht, die Bildung des neuen Kabinetts .zu über- «Ähmen. Dr. Mayer hatte sich eine Bedenkzeit vorbe- tzalten und erklärt, daß er um 4 Uhr nachmittags dem Reichspräsidenten mitteilen werde, ob er die Kabinetts­bildung übernehmen könne. Während der Mittags- «unde hatte der Botschafter Dr. Maner Besprechungen mit den Führern der Parteien, um sich über dre Am- SaRuna und die Stellungnahme der einzelnen Fraktionen »« dem Ultimatum der Alliierten zu unterrichten.

Die Beratungen der Reichstagsfraktionen.

w Die bisherigen Fraktionsberatungen, die den gan- zen Sonntag über fortdauerten, haben eine Einigung 6er Parteien unter der Formel der bedingungslosen Ablehnung des Entente-Ultimatums nicht gebracht, eine starke Strömung bis in die Kreise der Demokraten end des Zentrums hinein ist für eine eingehende Er- »rterung des Ultimatums im Plenum des Reichstags, bevor dessen Annahme oder Ablehnung ausgesprochen -'®6$6^--.,------- - '-- -

keu «mgcDracht. Es wurden ihnen die Augen ausgc- ftodteu und die Nasen abgeschnitten. In Laband und Sosnitza sollen ebenfalls Deutsche niedergemetzelt wor­den sein. Hindenburg ist von den Polen genommen worden und wird gegenwärtig geplündert. Gutentag wurde nach Artillerievorbereitung von regulären polni­schen Truppen gestürmt. Die deutschen Führer dort wurden erschossen, wettere 100 Deutsche verschleppt.

Die wirtschaftliche« Schäden des Aufruhrs.

Viele Industrieanlagen in Oberschlesien sind durch Brandstiftungen zerstört und geplündert worden. Die Post nimmt kein Geld mehr an, da sie nicht mehr weiß, wo sie mit den vielen Geldsendungen hin soll. Die Retchsbank hat viele Millionen Papiergeld verbrannt, um es nicht in die Hände der Polen fallen zu lassen.

Vordringen der Polen über die Oder.

** Die Polen sind über die Oder bei Kosel vorgerückt. In Kosel selbst stehen nur schwache französische Kräfte, die sich zum Abzug rüsten. Die polnische Linie, die das ganze Industriegebiet mit den deutschen Städten ein- schließt, verläuft bis kurz vor Kreuzburg und Oppeln.

>* Die Stadt Kandrzin wird von den Polen belagert. Die Polen verftigen über starke Artillerie und Mascht- nengewehrwaffen. Die Eisenbahnbrücken von Kosel wer­den unter Feuer gehalten. Im Oppelner Krankenhaus sind bisher 30 Verwundete eingeliefert worden. Die Schutzpolizei wird dauernd verstört.

Polnische Truppen unter den Insurgenten.

m- Meldungen aus den besetzten Gebieten zufolge be­finden sich unter den Insurgenten mehrere Abteilungen des akttven polnischen Heeres.

Ultimafinm der Parteien an die interMierteN Kommission.

** Die Führer der deutschen Parteien in Oppeln haben der interalliierten Kommission die Forderung unterbreitet, daß die oberschlesischen Gefangenen so­fort freigelassen und die Schwierigkeiten für die Aus­reise der Flüchtlinge beseitigt werden. Die Partei­führer haben die interalliierte Kommission wissen lassen, daß sie für den Fall, daß bis 9 Uhr abends keine befriedigende Antwort ein gelaufen ist, nicht mehr in der Lage sind, für Ruhe und Ordnung zu bürgen. Sie würden dann ihrer FunMon als ParteiMhrer niederlegen.

Unterdrückn«« »es Aufsta«des treffen werde«. Die Ur­heber «vd Plünderer solle« z«r Verantwort««- gezogen werde«.

Polnische Bedrohung Ostpreußen.

o=* Nach Meldungen aus Königsberg haben die Polen Sie Grenze gegen Ostpreußen von Soldau bis Lyck mit Stacheldraht abgesperrt. Auch die Grenzübergänge bei Neidenburg und Johannisburg find nicht mehr passier­bar. Bei Grajewo steht ein polnisches Kavallerieregi- ment. Die Polen haben in den Grenzbezirken Mlawa

Sie Grenze gegen

Protest der ostpreußischen Selbstschntzverbäude.

w Die ostpreußischen Grenz- und Einwohnerwehre« haben der Reichsregierung telegraphisch ihren Einspruch gegen eine in dem Ultimatum der Entente geforderte Auflösung ihrer Verbände übermittelt. Sie erklären die Auflösung solange für nicht durchführbar, als die pol­nischen Mobilisterungsmatznahmen jenseits der Grenze sortdauern. >

Ei« Aufruf der Kommumste«. 1 j

m> Berlin. DieRote Fahne" veröffentlicht einen Auf­ruf des Reichsausschusses der KoummniMschen Partei. Deutschlands. Es wi:' "

Abwehr des deuschen

aufgefordert. es in dem Ai

..........Aufruf.Nieder mit dem Jmperial Bereits am Freitag morgen wollte dieRote ein Exrtablatt verbreiten, das die Kommunisten au derte sich der zwangsweise» Mobilisierung zu u setzen. Das Flugblatt wurde aber rechtzeitig tu

Französische Einmarschvorbereitungen.

** Die Vorbereitungen für den Einmarsch der fran-i zösischen Truppen in das besetzte Gebiet sind getroffene Die EisenbahnWergänge, und -drücken werden streng bewacht. Es laufen fortgesetzt Transportzüge mit franH zösischen Truppen im besetzten Gebiet ein.

»* Aus dem Elsaß wird gemeldet, daß die Besatzung^ truppen in den letzten Tagen außerordentlich verstärkt! worden sind. Größere Truppenabteilungen bewegen sich' nach der Pfalz und nach dem Rheinlande. Der BevöS» kerung im südlichen Elsaß sind größere Einquartiernn--

o* Der Botschafter in Paris, Dr. Mayer, hat die Ka- »iuettsStldnng endgültig abgelehnt. Strescmann gilt «lS Kandidat der Koalition. Am Montag werden die RegierungsMrteien wieder znscnnmentreten.

Die Stelluug der einzelne» Parteien.

Die mehrheitssozialdemokratische Fraktion des »eichstages hat eine bindende Stellungnahme der Par- *f zu der neuen Regierungsbildung in ihrer Sitzung am Sonntag abgelehnt. Soweit die ^rafhonen des Reichstages am Sonntag Sitzungen abhielten, ist fest- rustellen, daß sich auf den Boden der vorbehaltlosen Ab- Hehnuna des Entente-Ultimatums bisher nur die Deutschnationalen und die Deutsche Volkspartei gestellt Habe«.

Ber polnifdje Baufijug in Odersdjlßlien.

Organisierung des deutschen Selbstschutzes.

w Nunmehr beginnt sich verstärkter Widerstand der »et«be«tschen Westkreise Oberschlesiens gegen dre pol- »C&U«^W£ rufen, und binnen einer Stunde nach Anscklag ,dieses Aufrufes hatten sich viertausend deutscher We'" ~ «ingefunden. Der VoMtzende forderte zum E ^n Selbstschutz auf. Mehr als 2000 gediente . meldeten sich sofort und wurden in Hundertschaften em- aZUtz An General Lerond ivurde eine Abordnung ge- Ähtckt, durch die er gefragt wurde, ob die enteraKtierte Immission Schritte zur Wiederherstellung der gesetz­mäßigen Zustände ergriffen habe und' welche Erfolge

»tritt in Deutsche

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^ In ihrer letzten Sitzung beschäftigte sich die Bot­schafterkonferenz eingehend mit der oberschlesischen Frage. Es lagen mehrere Anträge vor. Ein Antrag, nach dem eine provisorische Lösung erfolgen soll, indem die Kreise Pletz und Rybnik sofort den Polen und alle Gebiete links der Oder an Deutschland abgegeben wer­den sollen, während das Industriegebiet weiterhin un­ter der Verwaltung der Alliierten verbleiben soll, wurde eingehend besprochen. Zu einem endgültigen Entschluß ist es nicht gekommen.

Französische Vorstelluttg in Berlin.

** Der französische Botschafter in Berlin hat der deut­schen Regierung im Auftrage der französischen Regie­rung mitgeteilt, daß jedes Eingreifen der Reichswehr in Oberschlesien als eine Verletzung des Versailler Ver­trages aufgefaßt würde. Artikel 88 des Versailler Ver­trages ermächtige ausschließlich die internationale Kommission in Oppeln zur vollziehenden Gewalt. Zu- pleich protestierte der Botschafter gegen die Aeußerung des Ministers des Innern im preußischen Landtage, daß die französischen Truppen den Aufstand in Ober­schlesien begünstigt hätten. Reichsminister Dr. Simons sah sich genötigt, sein Bedauern über die beiden Zwi- schenfälle (!) auszusprechen.

Frankreichs Halt««« z«m Aufruhr.

** Mainz. Der Presse des besetzten Gebietes ist «g verboten worden, über militärische Vorbereitungen nM TruppenbewegunMN zu berichten. Das Verbot ist am 8. Mai in Kraft getreten. Die Truppendurchzirgs dauert! am

w Basel.Echo de Paris" weist auf die Stelle tm dem Londoner Ultimatum an Deutschland hin, die des einer Nichtannahme der Bedingungen außer der B^; setzung des Ruhrgebietes und einer Flottenaktron noch - wettere militärische Maßnahmen vorsteht. Zu diesew- neuen Maßnahmen dürfte auch die Besetzu Mainaeqend und Südwestdeutschlands gehören, nenö hierfür seien die beträchtlic^n Trupp menziehungen im Elsaß und in der Rhe

nenö hierfür seien menziehungen im 6

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Mobilisierung Englands. ..

** Rotterdam. Wie dieTimes" melden, ist Le englische Teilnahme an der Besetzung des RuhrgtHietsi mit der Mobilisierung der drei jüngsten Jahrgange;, eingeleitet worden. Die Einberufungsorder wird am« Donnerstag ausgegeben werden.

Zusammentritt des Oberste« Kriegsrates.

Die Lage in Oberschlesien ist unverändert, das Se- daß sie sich verschlimmert hat; Senn jeder Tag, ö«

Hingen, in Op-

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Daraufhin erließ die interalliierte Konmirssion zwei Altt- si? Bevölkerung, Ruhe und Ordnung anfrecht verhalten, und verK daß ein Anschläger Jn- 4Hr<wnh-n mit aller Kraft abgewehrt werden würde. In tSLÄÄrMS W

^A^rpHa Magen aus dem unbesetzten Gebiet zum Ab-

Nachrichten zeigen deutüch' Y^mndei, nicht se^

Kommission in den nächsten 24 Smnderr mcht ienr ene^ «ische Schritte tut, man nuteimm f«r<yrvare« «urger, trieg in Oberschlesien rechnen muß.

Gleiwitz vo« den Polen besetzt.

* Gleiwitz ist in der, Nacht zum ^u^g von den ttÄÄn®ÄÄ^

In Ruda wurden nach einer MbldtMg d^Lok^- ausetgers" 18 Deutsche, darunter ^Kuttmnt a. D tsenra von Lind einer auf bestialische Werse vo« den b»5

fein Durchgrerfen der Entente bringr, wuw Polen die Befestigung ihrer strategischen S Das Verhalten der interalliierten Kontmissio ...... peln wäre völlig unerklärtlich, wenn mcht eine Mel- dnnq desPetit Parisien" den Schlüssel ltefern würde. Danach liegen dem Obersten Rat zwer Vorschläge der für die Festsetzung der von General Lerond, der sich en Standpunkt stellt und ein

-ung desPetit Parisien" Danach liegen dem Oberste interalliierten Kommission Grenze vor: Ein Vorschlag vollständig auf den polnisch«...-.»...,- Ä - ri . gemeinsamer Vorschlag des italienischen Generals de Astatini und des englischen Obersten Parseval, wonach nur die Kreise Pletz und Rybnick den Polen zngespro- chen werdem Die interalliierte Kommission hat den Be­schluß ges " ........ "

saßt, an Korfanty ein kurzfristiges Ulttmatum de'S Inhalts zu richten, datz alle rrEn Pown Ober- schlesien sofort verlasien rmissen und tmb alle Anftührer strafrechtlich verfolgt werden. Bon einer Ausmbrung dieses Ultttnatums ist noch nichts bekannt geworden, und ek muß übervamrpt als zwecklos bezeichnet werden, bei einem AuMtbrer, wie Korfanty, der seinen Standpunkt in Noten und Auftltfen festgelegt hat, mit Verhand­lungen etwas ausrichten zu wollen.

Ententenote au Polen.

UMerdrttcknug des polnischen A«fsta«des.

4^. Rotterdam. Reuter meldet aus Warschau, daß die Vertier der notierte« Regierungen der ^Urischm« R^ gieruuq eine Rote überreicht ^bem »« derdie sofoMDe Unterdrückung des polnischen^Z^des^rlang^wird. Die Rote kündigt an, W$ die Alliierten Maßnahmen zur

WXMtQCtTCtCTt ww, _________ ___________

Antwort auf das Ultimatum zusammenbleibem Deutschland das Ultimatum ablehnt, soll der B< am 13. Mai beginnen.

Der Druck auf Deutschlmtd.

** Karlsruhe. Nach Meldung derKarlÄwhev Ztg." aus Paris, wird der Oberste Kriegsrat in seines Pariser Tagung wettere Maßnahmen, vorberettM, Ste^ das Ultimatmu an Deutschland im Fall der Ablehnung a ich er der Besetzung des Ruhrgebiets anlündtaL De^ Straßbnrger Neuen Zeitung^ zufolM ftt auch etneh Besetzung von SüdSeutschland Seabsichttgt.

Hilferuf des deutschen Gewerkschaftsbundes.

»* Berlin. Der Vorstand des Allgemeinen Deutschem GewerkschastSbundes rickstete an den internatwnalen Gewerkschaftsbund in Amsterdam ein Telegramm, in dem Protest erhoben wird gegen die Versklavung der deut- scheu Arbeiterschaft durch den in^ati^ mus. Es beißt darin:Gegen.militärische.Gewatthilf- los, erwarten wir von dem uttermcmonaten G«oerr schastsbunö eine Aufforderung zur Abwehr an die Ar­beiter der Euteuteländer.

K Belgische Bergarbeiter für das Ruhrgeviel.

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