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Hersfelöer Tageblatt

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Nr. 111 lErktes Statt)

Ssnnabend, den 14. Mai

ISA

M Die Lage in Oberschlesien.

U Der bankerotte Korfanty.

: «* In den Reihen der oberschlesischen Insurgenten scheint sich eine gewisse Kampfmitbigkeit bemerkbar zu Mache«. Insbesondere gelang es Korfanty nicht, dte Notwendigen Löhnungsgelder aufzubringem An ver­riebenen Stellen im Industriegebiet sind bereits Ar- Wetter, die in die Jnsurgentenarmee eingetreten waren, z« ihren Arbeitsstätten zurückgekehrt und behaupten, » ihnen eine kriegsmäßige Löhu-mg versprochen, aber »icht gezahlt worden sei.

Der Schiffahrtsverein Breslau hat die Reichsregte- rung telegraphisch um Maßnahmen z«m Schutz der D»erschiffaHrt ersucht. General Lerond hat namlrch trotz Bller Vorstellungen es bisher noch nicht unternommen, »en Koseler Oderhasen, der durch deutschen Selbstschutz And Apo wieder genommen war, weiter zu schützen. Auf »er Strecke Koseler Hafen-Oypew liegen annähernd 900 Oder-Fahrzeuge, die von den Mannschaften fluchtartig »verlassen worden sind und rmnmehr der Vernichtung eher Plünderung durch die aufständischen Banden preis- «egebe« sind.

Ratibor schwer bedroht.

o-» Berlin. Aus Oppeln wird gemeldet, daß die Po- Mn i« die Vororte M Ratibor eingedrungen sind. Ra- 'Mvr steht vor der Einnahme durch die Polen.

Vor dem Zusa«m»e«br«ch des A«fsta«des.

** Bresla «. (B. T.) Die polnisch« Mtfrührer sichre« fort, in »e« von thue« befetzten Gebiet« mllkür- lOche Verwaltnugsmatznahm« z« treffe«. Sie beende« «ch sonst nicht die geringste Mstcht, aus gutem Will« sich dem Machtspruch der Euteute zu fügen. Trotzdem ist man in den weitesten Kreisen Oberschlesteus ^r Ueberzeugung, daß Re Sache Korfantys iu deu nächst« Tag« schon verloren sein werde.

Deutscher Protest in Warschau.

fc* Die deutsche Reichsregierung richtete am Donners­tag eine Note nach Warschau, in der sie Protest erhebt Aegen polnrkwe Truppenansammlungen a« der ostpreu- Msche« Grenze. In den polnischen Grenzdistrikten ist «M Mittwoch bereits die polnische Mobilmachung aus- ^«erufen worden.

Draugsalicruns be* deutschen Bevölkerung.

Blättermeldnngen. Lulolae dauern die Drangsarie-

»ie polnifchen Insurgenten an. In Bielschowttz wuroen die Beamten der staatlichen Bergwerksinspekiton durch Todesandrohungen gezwungen, den Eid auf die pol­nische Versus,ung zu leisten. Im Kreise Rosenberg ha­ben die Polen eine Arczahl Geisel« festgeuomm«, io »tn Rittergutsbesitzer von Lieres auf Wilkau, Geistliche beider Konfeffionen, Aerzte, Beamte, angesehene Kauf- leate usw.

Die italienische Regierung hac eine Note nach War- Mau gesandt, in der sie für die Tötung der italienischen ®t8iere und Soldaten eine Entschädigung tu Höhe vo« Millionen Lire fordert.

Korsanto baute in einzelnen Jndustriekreisen seine le» Organisationen aus. Er geht daran die Eifers _______tion Kattowitz zu übernehmen Auf einem eile der Eisenbahnstrecken ist von den Polen der Be­trieb bereits übernommen worden.

Polnische Greueltat.

S^7M»%»Ä muttitt und ihn in das Polizergefängnis schleppten, ort wurde Schmatloch so gepeinigt, daß Paffantemdie " vor dem Gebäude angesammelt hatten, feine Schmer- nsrufe vernehmen konnten. Auf Kommmrdo mußten die Angesammelten umdrehen, als Schmatloch, in ne Decke gehüllt, auf einen bereitstehenden Wagen ge- t wurde. Auf dem Wege in das Hospstal verstarb der Ünalückliche. Die Leicke weist eine von einem Schlag berrührende Wunde über dem linken Auge auf, das aus- aelaufen ist, ferner einen Bauchschuß und eine lange Stichwunde im Bauch.

Kategorische Forderung des Selbstschutzes.

w, Vertreter der deutschen politischen Parteien in Op- -peln erklärten dem französischen General Lerorw gegen­über daß die Geduld der Deutschen nunmehr zu ^ade jsei. 'Sie würden sich durch nichts mehr vom ^p^ abbringen lassen. General Lerond erklärte, er, ,eu:e Un- ckersührer und die interattttrete Kommission hatten mit bett Polen in keinerlei Uulerhandlungeu gestanden, es würde vielmehr mit den schärfsten Diitteln gegen de polnischen Aufrührer vorgegangen. Jialcener und Eng- tünder würden zur, Verstärkung nach Oberschlesien

«kommen. , Mobilisiernug in Tschechien.

^ Meldungen aus Prag zufolge, hat die ischecho-flo- wakische Regierung zwei Jahresklassenzu militärischen ^kettstleistungen einberufen. Diese Order hangt zufam- ; Zkn mit dem polnischen Einmarsch in Oberschlesien.

Keine Anerkennnng der Korfanty-Linie.

Die'Interalliierte Kommission gibt anülich bekanntt Gewisse Leitungen berichten tiber das Zustandekonnnen , NWafßnMllstanbes mit den Insurgenten, wonach eine Demarkationslinie festgesetzt worden fet. Diese Nachricht entbehrt jeder Grundlage.

in Oppeln, Graf Praschna, gibt folgendes bekannt: Der General Lerond hat mir soeben auf meine Anfrage in Anwesenheit der anderen Mitglieder der Interalliierten Kommission auf das Bestimmteste erklärt, daß der von

Ueberaang der Regierungsgewalt an die Insurgenten oder eine Amnestie usw. irgendwelche Verhandlungen ge­pflogen, geschweige denn Mmachungen getroffen worden.

Generalstreik in Oppeln.

** Oppel«. Der Generalstreik hat am Donnerstag in voller Schärfe eingesetzt. Auch die Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke werden von dem Streik erfaßt. Sämt­liche Beamten haben sich der Streikbewegung ange- schlosien.

Sitzung des Reichskabinetts.

** Berliu. (B. Z.) Das Reichskabinett trat Freitag mittag zu einer Sitzung zusammen, in der hauptsächlich die Lage in Oberschlesien erörtert werden soll.

Aufdeckung einer Kommunistenorganifatkon.

Die Lage in Mitteldeutschland wieder ernst.

o* Wie bekannt wird, ist durch die Hallesche Kriminal- polizei tm Hause Lerchenfelöstraße 14, dem neuerwor­benen Gebäude der kommunistischen ZeitungDer Klafsenkamps", ein kommunistischer Lrganisatwnsplan aufgedeckt worden, dessen Fäden sich über das ganze Sieich erstrecken. Diefe neue kommunistische Organisa­tion nennt sichRote Hilfe". Aus dem vorgefundenen Material geht hervor, daß die Organisation vornehmlich dazu dienen soll, politische Gefangene und Flüchtlinge in allen Orten zu unterstützen. Sie beschafft Flüchtlin­gen Ausweispapiere und Unterstützungen. Sie null po­litische Gefangene, welche von der Polizei verfolgt werden, den Ikachforschungen entziehen und, falls erfor­derlich, über die Grenze, meist nach Sowjetrutzland, «b- schieben. DieRote Hilfe" hat in allen größeren Städ­ten Ortsstellen. Der Sekretär der Organisation, Mauer, konnte verhastet werden. In: Zusammenhang mit der Ausdecknua derRoten Hilse" in Halle sind auch in ver-

DerMitteldeutschen Zeitung" in Erfurt zufolge ist die Lage in Mitteldeutschland wieder sehr ernst, sodaß verschiedene Hundertschaften der Schutzpolizei, die schon den Befehl zum Abtransport nach Oberschlesien erhal­ten hatten, in letzter Stunde noch zurückgehalten werden mußten.

Die Politik des neuen Kabinetts.

Der neue Reichskanzler Dr. Wirth stellte, sich am Donnerstag dem Reichsrat mit folgenden Worten vor: Sie wissen, daß die Lage außerordentlich ernst gewesen ist und daß es sich darum gehandelt hat, daß die Volks­vertretung in der letzten Minute ihr Fa für das Mti- matuw geben sollte oder nicht. Die Mehryert des Par­laments hat sich daflir entschieden, und dre Remerung wird eine Politik treiben, um dieses Ja durch Leistungen zu verwirklichen. Ein Programm, wie diese ,LY,stungen vollbracht werden sollen, kann ich Ihnen natürlich mcht in wenigen Stunden vorlegen. Es ist die größte Auf­gabe, die je einem Volk gestellt ist. Ohne jeden Vorbe­halt wollen wir die Bedingungen dieses Ultimatums mit allen unseren Kräften erfüllen. Wir erwarten aber auch ?»?«^^

KÄM

der Gegenseite gespielt wird. Nur wenn die oberschle- sische Frage ebenso gelöst wird, wie wir glauben, mit unserem M alle großen Rep^cstwnSfragen lösen zu wollen, nur dann kann Überhaupt Europa und mit ihm das deutsche Volk gerettet werden.

Wir appellieren an die Einsicht und Klugheit der Vertreter der Länder, uns bei dem kornmenden Werk und im entscheidenden Augenblick nicht tm Stich zu lassen. Wir haben durch das Ja eine große Entspan- nuna der internationalen Lage herbeizuführen versucht. Ä& W Ä die S"Wnin^ M tragen und allmählich untere Wirtschaft ««ter d»eses Ja eiuznstellen. Das Ja darf von keiner Seite abottert KSiwW^^

Hth-frbiehiicbem Wege dem Jarvort, das wir gegeben Wem m aKmfwaS in Menschenkräften steht, zu ent- sorechen In die er Hinsicht bitte ich Sie, meine geehrten Herren, um Ihre giltige Nachsicht und Ihre tatkr-Üftige

UU»Ä des Innern, Dr. Graduauer, er­klärte: Der Reichspräsident hat mich mit der Leitung des Reichsamtes des Innern betrauü Damit :st mir der besondere Auftrag gewordeu, die^FuNung dem Reichsrat einzuhalten. DaS ^halteich für^ei»e.^"ner wichtigsten Aufgaben. Ich ^^e w^meiner bisRngen Tätigkeit im Freistaat Sachsen ^legenhest ö^bf. ^tm blick zu tun in die Arbeit des Recch^ates und, meme fei. Diese sehr geehrten Herren, ohne daß ich in Lob: ederei verfal­len möchte, darf ich wohl m^sprechen, daß jeder, der

solche Einblicke fair konnte, und der objektiv »re D«M ieht. sagen muß, daß der Reichsrat nicht nur mit 6* zerordentlichem Fleiß, sondern auch mit ganz besosdo- rem Nutzen arbeitet. Ich habe aus meinen Erfcchr«rv-- gen in der letzten Zeit die Ueberzeugung gewonnen, dE der Einheüsstaat, wie er durch die Reichsversaffung im Ansatz geschaffen worden ist, nur baun sich gedeihlich für das deutsche Volk entwickeln kann, wenn alle gebührende

Der preußische Ministerialdirektor Nobis dankte tat: Namen des Reichsrates. Der Reichsrat stimmte bmnr einem Gesetz zu über die Gewährung von Beihilfen an Rentenempfänger aus der Angestelltenversicherung. Der Nachtrag zum Haushalt 1920 wurde angenommen. Ein Regierungsvertreter erklärte, daß die Reichsregierung in der Prüfungsfrage der Angestellten bet Aufrücke» der Gruppe 6 in Gruppe 7 an der Prüfung festhalte.

Die Besetzung der vakanten Reichsministcrie«.

unbesetzten Reichsministerien

iieüeraui

vorge-

schlagen werden soll. Für das Reichssinanzminifterinnr soll voraussichtlich ein Fachmann Herangezogen werden.

Neue Konferenz der einzelstaatlichen Finanzminister.

** Berlin. Wie verlautet, wird noch vor dem L Jutsi eine Konferenz der Finanzminister in Dresden stattfirr- den, um über weitere steuergesetzliche Maßnahme» W beraten, die durch die bevorstehenden Zahlungen an MF Entente erforderlich sind.

DorOereitung der fluföeßuno derSanfttionen",

Der Vertreter Englands in der Interalliiert« Rheinlandskommission befindet sich gegenwärtig in Lon­don. Er beschäftigt sich damit, die Aufhebuug »er Zoll- linie am Rhein und die Evakuierung von Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort vorzuberetteu. Die deutsche Re­gierung muß sich aber dazu verpflichten, jenen engli­schen und alliierten Kaufleuten, denen die JnteraWerte Kourmission gewiffe Bewilligungen gab, oder die sich Nt! den drei aenanuten Städten niederließen, gewisie Ga­

rantien zu geben.

)^> ^gj fZ^cntp^ utcl^ct2 ®tc Vertreter in London haben die Aul

eigniffen vorangeht. Trotz der Annahme des Ultima­tums besteht noch nicht die geringste Gewähr dafür, bog'! Sie Zollinie die ein Sonderrecht englischer Kaufleute darstellt, beseitigt wird. Deutschland hat vor der Sand noch keine Möglichkeit, Hoffnungen in dieser Richtung zu hegen.-

Berlin. Die Reichsregierung Hai in einer Note an die Enteutebotschafter in Berlin die EmvaAung a»S- gesprochen, daß »ie LondonerSauktiouen" «n» die Zoll- grenzen am Rhein bald anfgehobeu werden möcht«. Nach vorliegend« Meldungen der Havas-Ageutur hat der Alliierten Rat von dieser Note Kenntnis geuomm«.

Die DOünändige MegNosmachung DeWtonds,

Nach einer Meldung desEcho de Paris" hat Ge­neral Rollet bereits die Instruktion erhalte«, an Deutschland die Aufforderung zu richten, in ver äu­ßerst kurzer: Frist die Herabsetzung »er Zahl der Reechs- mehroffiziere und der Beamten der Rerchsverwaltrmg vorzunehuren. Bezüglich des Kriegsmaterrals nürd von Deutschland die Auslieferung von 660 Kanoue« »er Festungen im Osten verlangt. Die Auflosnag der Selbstschntzorganikatione« muß den VEchristen gemäß buchstäblich erfüllt werden. Kontrollstellen werden in ganz Deutschland eingerichtet werden.

Deutscher Protest an die Erttente.

Wegen der Requirierung deutscher Automobile und ihrer Führer für den beabsichtigten Vormarsch in das Ruhrrevier ist den Regierungen in Paris, Lorwon und Brüssel von den dortigen deutschen Vertretungen am 10. Mai d. J. eine entschiedene Protestnote,ü worden. Darin heisst es: &0e diese R nahmen sind Vertrags- und Volker ®ie dienen nicht dem Zwecke der Bemtzungsarmee selbst, sondern dem beabsichtigten Vormarsch in ein Gebiet, auf dessen Besetzung den Alliierten weder durch den Frrc densvertrag noch durch das Rbeinlandabkomm« kin Recht eingeräumt ist. Die zrvangsweise Heran^e^ng Deutscher zur Unterstützung dieses Vormarsches stell, eine nverhörte Vergewaltigung dar. Sie stecht im schroffsten Widerspruch zu den: Prinzip, das im Artikel 52 -er Haaaer Landkriegsordnung Ausdruck gefunden hat. Die Heranziehung einer Bevölkerung zu Unter- nchmnugc« gegen ihr eigenes Vaterland ist dort streng­stens verboten. Die deutsche Regierung hat zum Schluß schärfsten Protest gegen das Vorgehen der Besatzung behörden erhoben und verlangt, daß die verantwori chen Stellen angewiesen werden, ihre rechtswidrig' : Astaßnabmen rückgängig zu machen.

Frankreich bleibt unerbittlich.

. Paris. Wie derMatin" meldet, hat weder d1 englische noch die italienische Regierrrng eine» Antrag andenAM'erten-Rat gerichtet, dieSanktionen" n^