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Reisfelder Tageblatt

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Kranz §unk in Hersfelö. Kernfprecher Nr. S. :

Nr. 121

Hersftlöee Kreisblatt"

Mntlicher Anzeiger für den Kreis hersfeiü

flerldjürlimg der Eugen OOerldjlelien.

x Die Gefahr für die Industriestädte i« Overschlesie» Hat sich verfcharft. Aus einem Aufruf Korfautys geht Hervor, daß er auch diese letzte« Stellungen des Deutsch­tums in den südlichen Städten ««greife« will. Die Fran­zosen habe« die Stadt Myslowitz, die sie bis jetzt besetzt hielten, gerävmt, und die polnischen Aufrührer sind in die Stadt eingezogen. Unter diesen Umständen besteht kür Kattowitz höchste Gefahr. Der Kattowitzer Stadtkom- «raudant hat die Außenposten und die Feldwachen eiu- «gen und in der Stadt ausgestellt. Man muß mit Schlimmste« rechnen.

»* Wie aus Breslau gemeldet wird, ist die Gefahr sehr groß, daß noch weitere Teile des oberschlesischen Industriegebietes in die Hände der Polen fallen. Die Kranzosen haben ihre Bortruppen aus Kattowitz zu­rückgezogen. Die polnischen Insurgenten dringen wei­ter vor. In zahlreichen Gesechten sümpfte der deutsche Selbstschutz zur Abwehr. Ein Angriff auf eine Abtei­lung des deutschen Selbstschutzes wurde abgeschlagen.

Poluische Taktik.

x Wie dieTimes" melden, hat die polnische Regle- a die Grenzgebiete gegen Deutschland und Ober­en tu Gefahrzustand erklärt. In Warschau finden h Straßeukundgebungen der Nationalisten gegen Polens Desinteressement in der oberschlesischen Auf­standsbewegung statt.

iglich Straßeukund! olens Desmtereffei

ie»

Die HKuMndustrieMdte in polnischer Hand?

Nach einer Meldung aus Breslau sollen die drei Hauptstädte im Aufstandsgebtet, Kattowitz, Beuthen,- nigshütte, sich in den Händen der Insurgenten befin­den. Da aber diese Meldung vereinzelt ist und die an­deren vorliegenden Meldungen nur davon sprechen, daß diese Städte von den Polen schwer bedroht würden, dürfte sie mit Vorsicht aufzunehmen sein. Wir geben die Meldung daher auch mit allem Vorbehalt wieder. Sce hat folgenden Wortlaut: ,

ix Entgegen einer WTB.-MclLnug sind Kattowitz, Beuchen und Königshütte unverändert in dem Besitz der Insurgenten. Die Insurgenten haben in den genann­ten drei Städte Ueberwachmigsausschüsse für die Post und Telegraphie gebildet, die den Verkehr nach dem nicht besetzten Schlesien inhibieren. Nur die Ausfuhr der oberschlesischen Zeitungen ist von den Insurgenten zu- sestanden worden.

Verstärkte Angriffe der Polen.

w Entgegen französischen Meldungen ist die Ruhe in rgesteüt, sondern es

Freitag, den 27. Mai

Zur Vorgeschichte der letzten deutschen Note.

o* Wie dasEcho de Paris" zu berichten weiß, war die erste Antwort der Reichsregierung auf die franzö­sische Note wegen Oberschlesien von Briand als unge­nügend befunden worden. Briand ließ den deutschen Botschafter Dr. Mayer wissen, daß er in der Kmmner eine andere Rede halten müsse, als er beabsichtigt habe, wenn ihm nicht ein zufriedenstellendes Schriftstück über­reicht werden könnte. Hierauf setzte sich Dr. Mayer mit Berlin in Verbindung und erhielt die bereits bekannt gewordene Verpflichtung. Auch von Polen habe Briand die sofortige Schließung der polnischen Grenze und die Auflösung der polnischen Banden verlangt.

Die erste MMardenzahluug.

x DieD. A. Z." schreibt: Der Berliner Korrespon­dent desPariser Journal" hat behauptet, Reichsbank­präsident Havenstetn habe der Regierung mitgeteilt, daß es der Reichsbank unmöglich sei, in dem vorgesehenen Zeitraum die für die erste Milliardenzahlung noch feh­lenden 850 Millionen Auslandsdevisen zu beschaffen. Der Korrespondent meint, daß die Mitteilung nicht tra­gisch zu nehmen sei, da nicht die Reichsbank, sondern die Reichsregierung für die Leistung der Reichsbank ver­antwortlich sei. Wie wir von zuständiger Stelle hören, entbehrt diese Nachricht jeder Grundlage. Die Regie­rung wird, wie sie bereits angekündigt hat, vor Ablauf der Frist also Ende Mai, der Reparationskommission die nach dem Ententeultimatum noch zu

Ienden 850 ^Weisungen

Million. Mark in bar oder deutschen Sche.......... ..... zahlen. Es ist auch Borsorge getroffen, daß die Schatz- anweisnngen innerhalb des vorgeschriebenen Zeitraums eingelöst werden.

»-^Berlin. (F. Z.) Nach Annahme des Ultimatums beschäftigt sich die Oeffentlichkeit naturgemäß rn weitest- gehendem Maße mit der Frage, wie die ungeheuren Summen aufgebracht werden sollen, die in dem Ulti­matum von Deutschland gefordert werden. Bon Zen- trumsseite war angeregt worden, durch Beschlagnahme der nicht aufgerufenen fremden Wertpapiere und der noch im Privatbesitz befindlichen Gold- und Silberiu- welen einen Reservefonds zu schaffen für den Fall, daß sich später AnuMstätsschwierigkeiten ergeben sollten,

um dann einem neuen Gewaltakt der Entente vorzu- beugen. Von anderer Seite wird auf die Möglichkeit Hingewiefen/das noch im Privatbesitz befindliche Gold zum Weltmarktpreise aufzukaufem

Die neuen Steuervstlage».

----!, Wie ans parlamentarischer Quelle gemeldet wird,

1921

fen worden, daß die Bearmanoungen «ver Nichterf«» lung des Vertrages ieitens Deutschlands in Zukunft ge­nerell dem Obersten Rat unterbreitet werden sollen, bevor Zwangsmaßnahmen angedroht oder durch ein- zelne Staaten derartige Schritte unternommen werden.

Französische Beschwerde über die deutsche« Kohle«- lieseruugeu.

x Rotterdam. Wie dieMorningpost" aus Paris

W" " Alliierten auf

meldet, hat die 1 die schlechte Bes letzten Monaten

ohlenlieferungen

hland in den Es am gemacht. Monat April

Außerdem seien ______________________________________

um 260 000 Tonnen hinter der vereinbarten Lieferung

zurückgeblieben.

Die Bouloguer Konferenz Anfang Juni.

** Genf.Echo de Paris" meldet, daß die Konferenz des Obersten Rates in Boulogne am 3. oder 4. Jum stattfinden soll. Bereits jetzt würden in Boulogne strenge polizeiliche Maßnahmen vorbereitet, um die Mit­glieder des Obersten Rates vor Indiskretionen zu schützen.

Die deutsche Gegenliste.

Die deutsche Gegenliste enthält mehr als 400 franzö­sische Kriegsverbrecher, die namentlich unter genauer Angabe von Zeit und Ort der von ihnen begangenen Verbrechen aufgeführt werden. Die deutsche Gegenliste ist aufgestellt auf Grund amtlichen Materials nach A'.ts- sagen der in den Durchgangsgefangenenlagern vernom­menen Kriegsgefangenen und auf Grund eidlicher Aus­sagen oder eidesstattlicher Versicherungen. Ein Teil der erwiesenen Verbrechen ist derartig, daß sie nicht wieder­gegeben werden können. Trotzdem wird die nachstehende Auslese genügen.

Aubert, Leutnant und Kommandant eines Deta- chements in Nordfrankreich, verprügelte die Kriegsge­fangenen mit einem Palmenstock und schonte dabei auch Kranke nicht. Bestrafte mußten ihren Arrest in einem zwei Meter tiefen Erdloch unter freiem Himmel und bei großer Kälte ohne Decken verbüßen.

Arrago, Unterleutnant im Chasseur-Regt. 60, Kommandant des Lagers Vaulx-Vrancourt, sperrte zwei auf der Flucht ergriffene Kriegsgefangene, nur nur Hemd und Hose bekleidet, in eine Wellblechbude ohne jede Verpflegung. Am nächsten Morgen mußten beide ihr Hemd ausziehen, wurden an einen mit Stacheldraht umwickelten Pfahl gebunden und auf Befehl Arragos von einem französischen Soldaten mit einem fingerdicken Tau, an dessen Ende sich ein Knoten befand, auf das rotzeste verprügelt.

sammenkunft in Oberglogau und nach der strengen Sperrung der deutschen Grenze rede Gefahr der Ein­mischung unzuverlässiger Elemente ausgescylossen rst, hat einen schweren Stand. Den Polen zrehen stark und gut bewaffnete Banden nach, während der oberschlesische Selbstschutz, der nur noch aus Flüchtlingen des'besetzten Gebietes und ans Bewohnern der unmittelbar bedroht 8n Städte und Dörler des westlichen Oberschlesiens be­steht, ohne genügende Munition und BeWa?fnung in ganz dünnen Linien mit äußerster A.ufbremng aller Kräfte nur zum Schutze des eigenen Heims kampft. Es ist notwendig, festzustellen, daß, entgegen den -lumben Briands in der Kammer mcht 5000, sondern nach den eigenen Angaben des Generals Lerond 14 000 Mann mit allen modernen Kampfmitteln, besonders aber mit einer vorzüglichen Artillerie ausgerüstete Ententerruppen sich in ObeÄlesien befinden, die durchaus wirksam auftre- wn könnten Bei Ratibor haben die Polen an der Ryb- niker Chaussee unter Verwendung v"N Milwnwerfern drei Fenerangriffe gemacht, an denen sich WarschMer Studentenkomyagnien beteiligten. Im Verlaute dieses Gefechts ist eine Abteilung von 30 Deutschen Oberfa)te= iteriT und ungefähr 120 kämpfenden Polen über die tschechoslowakische Grenze gedrängt, dort von tschechi- schenl Militär entwaffnet und nach Troppau gebracht "^^Der Selbstschutz 8«r Verfügung der Alliierten?

_ Mu. Havas" meldet, ist der Antrag einer alliier­ten Mach/ eingegangen, den deutschen Selbstschutz in Obersihlesien unter fester Kontrolle zur Verfügung bey interalliierten Befehlshabers zu stellen.

Auch Bayern verbietet die FreiwiAigeu-Werbuug.

^^ bäuerische Regierung erläßt eine Warnung -»^s^eiwilliacn-Anwerbungen für Oberschlenen uud MZ die Kontrolle der aus Bauern abgehende Eisen- bahinüge an. ^^^ Beruhigung.

o-f In den letzten Tagen läßt sich eine Nhwankmig in dem M der französischen Messe beobachten. ^ie Blätter schieben, daß jetzt von allen »etten Ritter 2. Olc Wänden se die Ruhe in Oberschlesien wiederherzu-

«ene» Stenervoxka^ des tcbSfindn schästigt. Beschlüsse wurden noch nicht gefaßt. Der Reichstag wirb sich mit den neuen Steuervörlagen nicht vor Ende Juni beschäftigen können.

*

Zur Kammerrebe Briands.

Havas meldet: Die Erklärungen Briaüds zur oberschlesischen Frage und über das Verhältnis zu Deutschland find in ihren Grundzügen vorher im Mi- nisterrat eingehend beraten und sestgelegt worden. Die Rede Briands stellt das Ergebnis einer vierstündigen Kabinettssitzung dar, in der die Beziehungen zu Deutsch­land eingehend auseinandergelegt wurden.

Französische Anerkennung für Dr. Wirch.

^ DerTemps" schreibt zu Briands Rede: Frank­reich erweist absichtlich dem neuen deutschen Reichskanz­ler Gerechtigkeit. Es sei das erste Lob, das ein franzö­sischer Regierungschef in der Kammer einem deutschen Regierungschef ausgesprochen babe. Briand habe die richtigen Worte gefunden. Frankreich habe die Macht, Deutschland das Vertrauen eirtgegerizn bringen.

Der Wiederanfban Nordfrankreichs.

«* Briand emp

»fing eine Abordnung, von Vertretern Gebiete, die Vorschläge für den be- -deraufbau von Nordfrankreich über-

der verwüsteten <________

brnMem^Wi^au?!^ Kressen verlautet be-

W«»

lassen. Deutsche Sachverständige sollen eingeladen wer­den, die in Frage kommenden Gebiete zu besichtigen.

stellen. . 3

Schnelle Nie Hrrverfung des Aufstandes?

w DieMoruin>.E- meldet: Im euglischen Uuter- b«mle gab die Regreß durch Churchill auf eine An- Kc Heudersons ^^Sberfcbleften die Erklärung ab, daß die Säuberung ©^^iefiend nur noch eine Frage

Taaen sein könne. Ä englische Regierung sei eut-

Es SS ^5.! ÄM N Kualauds Ebre ucrofttditet. umal durch den Ver-

setzesverletznu! n in Oberschle

Der Zollkrieg.

-^ Der französische Botschafter in Berlin erklärte auf eine Anfrage, ihm sei nichts davon bekannt, daß die Rheinzollgrenze Anfang Jum aufgehoben werden soll. Botschafter Lanrent erklärte, daß eine solche. Aushebung nur gemeinsam von den Alliierten beschirmen werden könne.

Die Frage der Anfhebnng der Rheingrenze.

Koblenz Z s Entgegen einem Dementi von ®e^ Rimdschaitt die Nach­

richt aufrecht, daß die Anchebung der Zollgrenze am Rhein bevorstehe. Es bedürfe nur noch einiger For­malitäten, aber nicht mehr einer besonderen Bufaimnen- kunft des Obersten Rates.

Die etümalfnuns Bayerns.

x München. DieDtünchener Leitung" meldet, daß bei den Besprechnngen zwischen dem Ministervrasiden- ten Dr. von Mir und den Parteien über die Emwan- nungssrage der Einwohnerwehren volle ErMNU-igkeit erzielt worden sei.

Die Nichterfüttuilg von Bertragsbestimmnugen.

Rotterdam. DieM- rilingpost" «reldet: Zwischeu den alliierten Kabinetten ist eine Vereinbarung aeiros-

genen, wie sie mit dem Kolben stoßen und mit der Keule schlagen sollten. Am 17. Dezember 1914 wurde ein Kriegsgefangener durch den Adjutanten Ve- ner und fünf eingeborene Soldaten in unmenschlicher be­stialischer Weise durch Faust-, Stock- und Peitschen­hiebe ins Gesicht, auf den Kopf und den Rücken sowie durch Fußtritte in den Unterleib, ferner durch Anlegen von Daumenschrauben mißhandelt. Nach zwei Stunden wurden die Schrauben so fest angezogen, daß an beiden Daumen die Haut platzte.

Bernhard, Sergeant im 86. Jnf.-Negtt, stieß den Musketier Hettrrich Rubow vom J.-R. 142 nach miß­lungenem Fluchtversuch mit dem Kolben des Revolvers vor die Brust, so daß er hinfiel, und erschoß thu dann kurzer Hand.

Befsteres, Kapitän und Kormnandant des La­gers Chagnat, bestraste den Kriegsgefangenen Berg­mann Adalbert Chwalek, der kurz vorher bei einem Un- glücksfall ein Bein verloren hatte und sich deshaw wei­gerte, Schneiderarbeiten ausMfübren, mit 14 Tagen Ar­rest bei Wasser und Brot in einem Kellerloch. Einen anderen Gefmrgenen schlug er im Arrestlokal derartig mit seinem Krückstock, daß er eine Kopfwunde davon trug. Er durfte nicht verbunden werden, erhielt drei Tage kein Esten und wurde trotz Fiebers dem Arzt nicht vvraestcllt. einen durch Brustschutz Schwerverwruröetcn mißhandelte Bessieres auf roheste Weise und warf ihr: in Arrestt c t

Binet, Kapitän und Kommandant des Lagers Lutreville und Kneip. Leutnant in demselben Lager, ließen einen Kriegsgefangenen, der sich aus Hunger Brot und Oelsardinen angeeignet hatte, an einem drei Meter hohen Pfahl aufhängen. Hierzu wurden ihm die Hände mit Stricken -usammengebünden, dann wurde er an den Händen hochgezogen, bis die Füße ein bis zwei Meter über der Erde waren, die Hände wurden alsdarm We dem Kopie festaebunden, desgleichen die Füße unten am Pfahl. So hing er zwischen Himmel und Erde um wurde bei lebendigem Leibe gekreuzrgt. Ber der Ab nähme war der Gefangene so steif, daß er die Arme nnb: mehr bewegen konnte. Danach kam er in Arrest, der folaendermäßen verbüßt wurde: Irr dem etwa 30 3err meter hohen Schnee, vermischt mit Kot, lag ein kleiner Rost. Darüber mußte er sein kleines Zelt bauen um fünf Tage lang darnnter Hegern

Der erste Kriegsschuldigenprozetz.

Asm Prozeß Hermen wurde nach Beendigung d

Zeugenvernehmung der Sachverständige General Fransecki gehört. Er erklärte, er habe im Jahre ein anderes Bild von dem Gefangenenlager Herne g wotlneu, als es sich jetzt in den Verhandlungen gezc habe. Damals war Teutschlariö blockiert, und a! > Kräfte mußten ausgermtzt werden. Die Gefanac:-

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