Hersfelöer Tageblatt
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Kranz Juris in herofelö. Kernsprecher Nr. 8. :
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MmtüchLr Mzesger für den mers tzersfelo I___w^^^
Nr. 122
Sonnabend, den 28. Mai
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Die Hölle im Aufstandsgebiet.
Kattowik von de« Jusurgevte« schwer bedroht.
o* Kattowitz ist auf das kritischste bedroht. Die Jn- jfnrgenten stehen unmittelbar am Wilhelmshöherplatz und haben dort nicht nur Maschinengewehre, sondern -auch Geschütze aufgefahren. Die Bevölkerung leidet sehr unter Wassermangel. Die Telegraphen- und^rniprecl^ Verbindungen mit dem Industriegebiet sind gänzlich -unterbrochen. Die Stadt LMdsberg im Kretsr Krsu^ bürg in unmfttelbarer Nähe der pokmsck«n Grenze ist von den Deutsche« besetzt worden. In der Gegend von Leschuitz sind heftige Kämpfe im Gange. Nach einer eng- Mschen Meldung aus Oppeln haben ine Polen mit systematischer Zerstörung in der Stadt Rosenberg begönnern Mus Zeltungen und Briefen, die auf Umwegen aus -dem besetzten Industriegebiet nach Breslau gelangt Und, gewinnt man die Bestätigung, daß von der ican- zösischen Besatzung in den Industriestädten keine Machtbefugnis mehr ausgeübt werde. Die AufrWrer können in den belebteste« Straße« vou Kattowitz Dieb- Mhle ««d Verbrechen vornehmen, ohne daß jemand ge- geu sie einschreitet. In der Stadt besteht ein Neuner- islusschutz, der sämtliche Uebergriffe zu Protokoll bringt -und sie an die französische Behörde weiter letteL Einen -Erfolg hat das aber bisher nicht gehWt. Wenn svlcye -Zustände schon in Kattowitz bestehen, so latzt suy leicyt ein Rückschluß auf die unglückliche Lage der Deutfchen in den Kleinstädten und auf dem Lande ziehen.
» Berlin. Nach indirekten, auf Umwegen aus Op- petn eingeiroffenen Meldungen haben die Füsurgcnten am 26. Mai in Königshütte, Beuthen und Gletwitz Platzkommandanturen eingesetzt. Die Zeitungen in Königshütte und Beuthen veröffentlichen die ersten Re- guirierungsbefehle der neuen polnischen Platzkommaii- Peure. Pferde und Wagen — auch die sich im privaten Besitz befindlichen — find requiriert worden. Eine weitere Verordnung bestimmt, daß die Benutzung der Eisenbahn von einem polnischen Passagierausweis abhängig gemacht wird. Dagegen sind die Transporte der französischen Besatzungstruppen von der Kontrolle freigelassen.
Neue Gewalttaten der Pole«.
Die Zeitungen aus dem besetzten Gebiet Berichten .^wy eüt.<S4i«e voi^ die unter den Au-
Katowitz wurde etneältere Frau/Mutter von^siebeu Kindern, von polnischen Insurgenten auf der Straße erfchossen. Auf der Nikolaistraße brachten die Jusur- genten eine Bombe zur Explosion, durch die zwei Personen getötet und drei verwundet wurden. Vor dem Promenadenrestaurant, wurden süiet Personen durch Ane Handgranate getötet. Gegen das Wohnhaus des Eisenbahnpräsidenten Schumacher wurde ein Bomben- anMlaa verübt. Die Tätigkeit der Franzosen beschrankt sich darauf, Haussuchungen Bet deutschen.Fünften vmc- :^ÄWSt§Ä SSSSiSS? ÄÄÄ;
^trtht her französische Kapitän le Alaan. Die polnische ZKchlMsche Grenze st für jedermann offen. Im KE Hindenbnrg wurden von den Insurgenten wiederum 200 junge Leute aus den Hansern geho it und zwanasweise an die Front gebracht. Wie Ber , 0310U- * Volkswille" meldet, verhindern die ÄÄ & ÄÄ der einireffeWen Lebens- mtttel Wasser und Milch werden an die Arbeiterfami- n-^ vvr aeaen Vorzeigung des polnischen Berbands- lieu siur ,gegen gw u ^ ^ zahlreiche Arbeiter SSto eintreten müssen.
Die Plünderungen der Pole«.
Meldungen aus Kattowitz zufolge mehren sich die flitittihcrunae i her Polen. Die Geschäfte sind geichlos- vorhanden sind. Die Vevöl-
1fermiß hält stand und beabsichtigt, die Stadt zu halten. Neue Kämpfe mit den JnfArgente«.
Die Kämpfe in Oberschleste« dauern an. Es fan- h* erneut Gefechte zwischen Polen und deutschem fMii Aus beiden Seiten sind Verluste zu verzeichnen. ^ Die Poftn üben Menge Verkehrskontrolle S Äettie7en nicht einmal mehr die Befehle der
«^ Die Lage in Oberschlesien ist unverändert. Aus
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ÄwiÄ »® -»« 27. W »---«-- verla^ woröem^ ^,^^^Ees Kommuniquee teilt mit, daß im ganzen sechs Bataillone englischer Trappen nach ^heridtleficn gesandt werden sollen, davon vier vom M orrLtlr mth stnei nus Loildon. Lloyd George erEIartcntm H WL^?L ^aß die Kosten für die britischen Trnphen im Abstimmungsgebiete diesem Gebiete zur Last fallen.
Um Oberschlesieus Schicksal. . a-v Genf Das „Joirrnal" meldet. Der italienisch». AWemninister Graf Ssorza Hat ein neues Proiekt Ws- BBttptmmtaä Polen 45 vom Hundert der oberschlc- Kn MsfeS Polen gestimmt haben, zu-
V zuerst angenommenen Satzes um 0 prozenr.
Der Meinungsanstansch zwischen den Alliierte«.
Reuter erfährt, daß zwischen den Regierungen von London, Paris und Rom der Meinungsaustausch über • " ' -------------- Frage noch anhält.
ay in Erwiderung
die Regelung der oberschlesischen F
Das Memorandum des Quai d'Orsa, . . _ des Memorandums Lord Curzons ist in London eingegangen. Die französische Regierung erklärt darin u. a.: Mit ihren 500 Beobachtern in Oberschlesien könne ste besser Wer die Lage unterrichtet sein als die britische Regierung mit ihren 25 Vertretern. „Daily Telegraph" schreibt dazu: Genauigkeit sei nicht eine auf Mehrheit beschränkte Eigenschaft. — Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" stellt eine Entspannung zwischen London und Paris fest, erklärt jedoch, daß man sich nicht der Täuschung hingeben dürfe, daß jetzt das oberschlesische Problem gelöst sei. Die Festsetzung der Grenze werde ganz sicher zu einer scharfen Auseinandersetzung führen.
Ein ««abhängiges Oberschlesten?
Wie „Chicago Tribune" mitteilt, sollen Pläne für ein um ‘ -
schuld Bet , , neue Volksabstimmung
.... »^abhängiges Oberschlesien unter der Verwaltung des Völkerbundes oder des Ober,ten Rates ausgestellt sein. Dieses Regime soll sich auf 30 Jahre erstrecken oder solange andauern, bis Deutschland die Reparattons- " " ' rzahlt hat. Nach Ablaiif von 30 Jahren sei eine
Volksabstimmung vorgesehen. Polnische Einwendungen sollten durch geheime Versicherungen gegenüber der Warschauer Regierung beseitigt werden, daß nach 30 Jahren die polnischen Interessen gewahrt würden.
Msendnng der Lohngelder für Oberschlesien.
^ Reuter stellt in einem Telegramm aus Oppeln die loyale Durchführung der deutsche« GrenzabsperruAg gegen Oberschlesien fest. Auch habe die deutsche Regierung die Bbsendung der für die Lohnzahlung tu Ober- schlesien notwendigen Gelder durch die Reichsbank inzwischen angeordnet.
Das Verbot der Freiwilligen-Berbände.
e-* Im unbesetzten Oberschlesien und in Mittelschlesien ist es der Reichsregierung mit Hilfe der Schutzpolizei bereits gelungen, dem Verbot der Bildung von ^>rer- willigen-Verbänd en Geltung zu verschaffen. JE er un- kontrollierbare Verkehr zwischen Oberschleiren und Schlesien hat ausgehört.
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Aus 5er öeutMen Gegenliste seien werter forgenoe die^siah bchm/ders^schwere Verbrechen haben zu schulden kommen lassen, veröffentlicht:
Boulanger, Adjutant von Letricourt, ließ den Kriegsgefangenen Unteroffizier Johann, der aus der Flucht schwer verwundet worden war, nach Einbringung ins Lager von einem Soldaten ohne weiteres erschießen. Der französische Soldat wurde kurz darauf zur Belohnung zum Sergeanten befördert.
Brissot, Leutnant bei einem Häuserbaukom- manöo, ließ Kriegsgefangene von 5 bis 11 Uhr morgens und 1 bis 5 Uhr nachmittags mit stündlich zehn Minuten Pause in der heißen Sonne stille stehen. An dreien Tagen gab es nur 100 Gramm Brot und kaltes Wäger. 15 Gefangene fielen um, einer wurde schwer krank. Auf dem Komamndo Epinal trat derselbe Brissot Krregsge-
Brissot manöo, ließ K
fangene mit den Füßen.
Chargueron, Unterleutnant, Führer der 14. marokkanischen Kompagnie, ließ auf dem Gefechtsfelde Kriegsgefangene in Reih und Glied antreten, feuerte mit der Pistole in sie hinein und befahl den Marokkanern, ebenso zu handeln. Er stellte eine äanze Gruppe Gefangener, darunter Sanitäter mit dem^ Roten S^eus, zitsammen und schoß sie nieder. Einen Offizier der Feld- artillerie, der sich ergeben hatte, schoß er plötzlich ohne Grund mit dem Revolver in die Schloss. Seinen Untergebenen gab er Befehl, keine Gefangenen zu machen.
Enselin, Kommandant des Lagers La Paltiee.
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„Das ist noch viel zu gut für Euch Schweine, Mörder, Barbaren. Dementsprechend war bre gange Behmtd. lung. Gnen Mann mit schwerer LMigenentzunduM schickte er zur Arbeit; drei Tage darauf starb der Mann. Soldat Bansemann meldete sich zweimal krank, kam da- für ^roctirtol in Kirrest unb fteirb bentxt in ber ^cllc» 11h- W^Zwerma^m ^ Solingen, wußte.trotz eitriger Bauchfellentzündung schwere Schmiedearbeit verrichten;
er starb nach kurzer Zeit.
Planch. Adjutant bei Detachement Chllteau. de Mouvalon bei Bitrolles, mißhandelte den fluchtv^
5«te, s U» Z sehen waren. Auch schlug er sie nuttum Revolver utS Gesicht, so daß sie aus Mund und Naw blutet^ Sodann wurden sie, nur mit Hfüch und Hose bekleidet, tu > eine dunkle Zelle gesperrt, Als sie vmi dmt wier..^
: entfliehen versuchten, wurdest ihnen chre #^eJ” T^ zusammengeschnürt, daß fteBtou anttesen, bann wu^en sie unter Fußtritten und Mißhandlungen mn Gewehrkolben und Revolvern in die Zelle surüffseurte^ Gentz erhielt dabei von hmten über den Kopf einen Schlaa auf die Naie.
Rarmean, Leutnmst bet der Sächsischen Gefan-- genenkompagnie, ließ vier Kriegsgefangene an eine Dachrinne festbinden und so lange hängen, bis die Hände schwarz gefroren waren, wobei die Leute lange Zeit furchtbare Schmerzen erdulden mußten. Derselbe holte bei einer anderen Gelegenheit die Gefangenen im Winter aus ihrem Quartier, um zu exerzteren. Danach ließ er sie an einer Hausecke so festbinden, daß nur die First- spitzen den Erdboden berührten und sie so lange hängen, bis sie ohnmächtig zusammenbrachen.
Thomas, Korporal, Lagerfichrer in einem Wald- kommando, ermordete den Sanitätsgefretten Philipp Schynel durch Kopfschuß mit dem Revolver, weil er ihm 1 widersprochen hatte.
Touvene, Sergeant, mißhandelte im Arrestge- . fängnis Kriegsgefangene wiederholt auf roheste Weise.. Als der Kriegsgefangene Becker nach mißglücktem Fluchtversuch wieder zurückgebracht wurde, fragte ihn Touvene nach dem Grund seiner Fluchst Auf Beckers Antwort, er wolle wieder an die Front zurück, erschoß ihn Tovene mit den Worten: „Dahin kommst du nicht wieder."
Englische Unzufriedenheit mit dem Leipziger Urteil.
Aus London wird gemeldet: Als der Attorney General tm Unterhaus mitteilte, daß Heynen vom Reichsgericht in Leipzig zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt worden ist, wurde diese Mittellung von den Abgeordneten mit Rufen „das ist eine Schande" ausgenommen. Unter allgemeinem Beifall fragte Sir Fre- öerik Bambnry, ob dem Hause Gelegenheit gegeben werden wird, über die Unangemessenhest dieses Urteils zu verhandeln.
FrauSrelch für Beibehaltung des Zwanges.
w Der „Matin" meldet: Im Ministerium des Aeutzeru tagte am Mittwoch unter Teilnahme des Ministers Lou- cheur die französische Sachverständigenkommission. Die Beratung war am Abend beendet. Die sranzösischen Sachverständigen haben in der Frage der Aufhebung dep Htheinzollgrenze und der Aushebung der Besetzung der drei Städte Düsseldorf, Ruhrort und Duisburg ein ablehnendes Votum abgegeben.
Ein Schritt des englischen Botschafters für die Aufhebung
** Der englische Botschafter in Paris. Lord Hardinge, der Mittwoch eine Unterredung mit Briand hatte, erhob bei dieser GelegenMt Vorstell«nge« gegen die Stuf«
Noch keine Avzeichen für einen Rücksns.
** In dem besetzten rechtsrheinischen Gebiet zeigen sich noch keine Maßnahmen, die auf eine baldige Räumung durch die alliierten Truppen schließen lassen.
Die Aufbringung der Besatzungskoste».
Auf eine Anfrage des Senators Nkillies-Lacroix antwortete Briand: 1) Die Kosten für die Besatzungs- armee« bis zum 1. Mai 1921 sind in den 20 Milliarden enthalten. 2) Vom 1. Mai ab werden die Kosten der Besatzungsarmeen gemäß den Artikeln 249 und 251 des | Friedensvertrages geregelt. Sie genießen ebenfalls ab- ? solute Priorität. Die Kosten für die Besatzungsarmeen i genießen das Generalprivileg des Artikels 248. Die Reparationskommissiou regelt diese Frage alle drei Monate. Die Zahlungen erfolgen teilweise durch Requtsi- tione« in natura und in Papiermark, welche die Armeen am linken Rheinufer vornehmem Der Rest wird durch Naturalleistungen (Kohle, Schiffe usw.) hereingebracht. Was die Sofien für die Mobilisierung der Jahresklasse 1919 anbelangt, so werde die französische R- gierung von der Revarationskommission fordern, daß diese in die allgemeinen Auslagen für die Besatzungsarmeen ausgenommen werden.
Die Zahlung der 840 Millionen Goldmark.
^ Paris. (F. G.-A.) „Excelsior" läßt sich aus Berlin meiden: Alan erfährt aus sicherer Quelle, daß dre deutsthe Regierung zur Tilgung des noch nicht in barem Golde erstatteten Restes der ersten Milliarde Gold- mark am 28. Mai gemäß dem Wunsche der Repara- tionskommission Schatzanweisungen ausgeben rvird ur Betrage von je 10 Millionen Goldmark, die einen Ge- ' samtrvert von 840 Millionen Goldmark darstellen. Diese. Scheine sind von deutschen Großbanken verbürgt und - teilweise in Neuyork, London und Paris zahlbar.
KnMgmg des Ultimatums in der Kammer.
In der französischen Kammer wurde am Donneri - tag die große politische Aussprache beenden Es wur- Beu zwölf Tagesordnungen eingebracht. Muststerpra- fident Briand nahm die Tagesordnung Arago an, besagt, die Kammer vertraue darauf, daß dre Regierung durch die streng kontrollierte Entwaffnung Deutschlaudv und durch die von Deutschland anerfamitc restlose Bezahlung der Schuld das Recht Frankreichs durchsetzen wird und daß sie entsprechend ihren Erklärungen dre unmittelbare Anwendung der Sanktionen verlause« wird, falls Deutschland gegen die von den BerMir^tcu unterzeichneten Verpflichtungen des Londoner Abko i- mens verstößt. Die Kammer vertraut weiter daran, daß die Regierung in der oberschlesische« Frage ö-e strikteste und loyalste Ausführung der Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages sichern wr».
Stautet der Radikalen und RadikalsoznMten erklärt Herriot, die Regierung habe nichts Wu.Werba' es vollbracht, aber angesichts der groven Schrmerlgkcäen