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; Mzeitzi-preis für die einspaltige Pctitzeilr o6ce t-ct^TRa-jm 40 Pfennig,ffit äusserte60pjtnnig, : J Sie UekiameZeile 1.50 Mark. Bei Wie-erhslllngen : ; Nacklaß.> Kür Sie Schristleitung verantWortlich $rcn^ Kunk in herssciö. Krrnjprrcher Nr. 8. :

tzersfel-er Krsisblatt"

HMtüchsr Anzeiger für den Kreis tzersfelö

: Erscheint jeden Wochentag. < der Bezugspreis be» ! trägt im voraus zahlbar, für tzersfel» 7.50 Mark, : durch die Post bezogen 7.80 Mark, bei freier Zu- t stellung ins hau«. < druck und Verlag von /v-Wig Zonks Buchdruckern in Hersfrw.

Nv. 165

Mosrtag- den 18. Juli

um

Baldige kaWeiriung Oder OOel^lefien 1

* Wie derTemps" meldet, sollen die für Oberschle- üeu bestimmten englischen Sachverständigen sofort ab- retsen, damit ihr Vorschlag noch vor der Sitzung des Obersten Rates mitgetellt werden karm. Die englische Regierung lege großen Wert darauf, daß diese Sttzung lroch vor Ende Juli statfiuöe, und wolle unter keinen Umständen die Entscheidung über Oberschlesien länger hinausschieben. Nach einer anderen französischen Zei­tung soll die Konferenz zwischen dem 25. und 31. JE in einem kleinen Badeorte bet Paris zusammentreten. Der Gedanke, Boulogne als Beratungsort zu nehmen, ist aufgegeben worden. Es ist jedoch auch möglich, daß die Konferenz in Ostende zusammentritt.

Oberschlesiens Sänventng unvollständig.

** Der Bahnhof Ruda auf der Haupteisenbahnstrecke Gleiwitz-Kattowitz ist wieder von polnischen Insurgenten besetzt, die bewaffnet auf den Bahnstrecken patrouillie­ren. Ueberall ist wiederPrzepmtka" eingekehrt, d. h. man kann den Ort nicht verlassen, noch in ihn hinein­kommen, wenn man nicht im Besitz eines polnischen Aus­weises ist.

Die Schuld der Pole«.

.** Der päpstliche Delegierte in Oberschlesien hatte einen Aufruf an die oberscklesische Bevölkerung erlassen, in dem er der polnischen Regierung vorwarf, die blu­tigen BorkommMe in Oberschlesien gefördert zu haben. Wegen dieses Ausrufes beschloß die polnische Regieruna, sich an den Vatikan mit der Bitte «M Abberufung dieses Delegierten zu wenden.

' Die Poleu wieder am Werke.

** Auf zahlreichen Gruben im Kreise Hindenburg, Gleiwitz und Beuchen wurden am Freitag wieder pol­nische Fahnen gehißt. Die Arbeiter wurden mit Waffen­gewalt verhindert, einzusahren.

Frankreich als Helfer Polens.

** In einem von derSchlesischen Zeitung" veröffent­lichten, im Beuthener Polenquartier gefundenen gehei­men Schriftstück heißt es über die Franzosen: Diese sind »nd bleiben nnsere Frenude und Verbündete«. Wenn es auch manchmal so aussieht, als ob ihre Handlungen gegen uns gerichtet wären, so ist das nicht der Fall. Auf dem Lande geben sie uns Polen die Deutschen selbst in die Hand. In den Städten bemerken wir freudig, daß WMmYM

General Leroud verläßt Oberschlefie«.

** Paris. (F. G. AIEcho de Paris" meldet aus London, daß der französische Oberkommissar in Ober- schlesien, General Lerond, von Oppeln nach Frankreich zurückkehren wird, angeblich wegen der Heilung einer alten Wunde. Damit bestätigt sich die Meldung von der Abberufung des französischen Vertreters bei der Plebiszitkommissioru

Ein Weißbuch über Polens Schande.

»5»' Berlin. Die deutsche Regierung hat eine große Anzahl von den von polnischen Insurgenten während des Aufstandes in Oberschlesien verübten Gewaltakten in der Form eines Weißbuches zusammengestellt. Das Buch gibt ein Bild der jedem menschlichen Empfinden ' Hohn sprechenden Bestialitäten der polnischen Aufrührer und der namenlosen Leiden der dem Schutz der alliierten Mächte anvertrauten Bevölkerung im vberschleslscheu Abstimmungsgebiet. Die Originale der Schriftstücke und der photographischen Ausnahmen befinden sich in den Händen der deutschen Regierung.

Verzögerungstaktik Frankreichs.

» Baris. <F. G. A.) Die Pariser Morgenblätter bestätigen die Londoner Meldung, daß die französische Regierung den Wunsch der englischen Regierung, die Konferenz so rasch als möglich einzuberufen, abschlägig beantwortet habe. Bekanntlich hat Briand den Bor- schlag gemacht, eine gemischte Sachverständigenkommis­sion, bestehend aus Diplomaten, Juristen und In­genieuren nach Oberschlesien zu entsenden, um die deutsch-polnische Grenze festzusetzen nach dem Uebereirr- kommen Ölfischen Briand und Curzon. Damit wäre die Konferenz des Obersten Rates bis zum September verschoben. Die Entscheidung über das Schicksal Ober­schlesiens und die Aufhebung der militärischen und wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen im Rheinland wird daher auch nicht vor September fallen.

Der zweite A-Voolsprozetz.

In der Freitag-Verhandlung ging der Antrag des Reichsauwalts auf 4 Jahre Zuchthaus wegen versuchter Tötung, da die Anklage auf vollendeten Mord nicht auf­recht erhalten werden konnte. Von der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte bat er abzusehen, da es Fälle geben könne, in denen iroiidem auf Zuchthausstrafe zu erkennen ist, wo ehrlose Gesinnung nicht zutage tritt. Der Oberreichsanwalt hielt es für erwiesen, daß die Angeklagten in bewußtem und gemeinsamem Zusam- menwirkerl mit dem Kapitän Patzig und mit Ueber- legnuq gehandelt und die Rettungsboote mit ihren In­sassen zu vernichten gestickt hätten, um alle Sengen der Vernichtung des Lazarettschiffes aus der Welt zu schar­fen. Die bloße Mittäterschaft sei nicht anznuehmen.

RechtSanwalt Dr. Zmehl-Berlin führte in m aus: Der Oberreichsanwalt sagt, es sei zwelfelgE ob Ramm- ' versuche gemacht worden sind. Ich halte es Hr crwie- . sen, daß keine Rammversuche gemacht worden Hno. Das Schweigen der Angeklagten ist verständlich, es kommt in Betracht, daß die Verhandlungen am Reichsgericht

erzwungen sind, und daß es gegen die Ehre eines -eut- seyen Offiziers verstößt, auf erzwungene Anklage aus- zusagen. Der Verteidiger ist der Ansicht, daß die An­klage auf Mord völlig verfehlt ist. Sie hätte höchstens auf Totschlag lauten können. Nun komme aber in Be­tracht, daß nur zwei Boote, mit Menschen gesehen wor­den sind, und daß zwei Boote tatsächlich aufgesunden würden, das eine allerdings leer. Es bleibt allerdings die Möglichkeit bestehen, daß die Mannschaften von ir­gendeinem Kreuzer oder Segler ausgenommen sind. Er beantrage die Freisprechung des Angeklagten Dittmann. Rechtsanwalt Dr. Rudolf Speier-Leipzig ersuchte um Freisprechung des Angeklagten Voldt.

Rechtanwalt Dr. Hanemann-Leipzig führte u. a. aus' Eine schwierige Frage ist die, wo hört das Völkerrecht auf. Der Soldat im Kriege braucht eine strenge Richt­schnur. Wenn er vor dem Feinde den ihm vom Vorge­setzten gegebenen Befehl befolgt, so ist es nur billig, daß nicht er bestraft wird, sondern der Vorgesetzte, der den Befehl erlassen Hai. Es ist vorausgefetzt, daß die An­geklagten nicht auf Befehl gehandelt haben, sondern auf gemeinsamen Beschluß. Er beantrage ebenfalls die Freisprechung der Angeklagten.

Vier Jahre Gefängnis.

** Leipzig. (F. G. A.) In dem neusten Kriegsbe- kchuldigtenprozetz wurden die Beiden Obrleutuauts z. S. Dithmar und Boldt zu vier Jahren Gefäugnis verur­teilt. Die Gerichtskosten fallen teils den Angeklagten, teils der Staatskasse zur Last.

Eine französische Aburteilung gefordert.

M' Geuf.Echo de Paris" meldet, daß im französi- fchen Justizministerium eine Konferenz zusammengctre- ten ist, die die Ueberrrahme der Aburteilungen der deut­schen Kriegsbeschuldigten auf französische Gerichte aussprechen soll.

Frankreich verurteilt deutsche Offiziere.

>* Berlin. Das Kriegsgericht in LMe verurteilte den Obersten von Throtha und den Hauptmann Huer in erntummiam zu 5 Jahren Gefängnis.

Die Engländer nud Leipzig.

»* Berlin. (B. B. 3.) Die Engländerbleiben in Leipzig, da die britische Regierung es nicht für notwen­dig hält, in Verbindung mit dem Gerichtsverfahren über die deutschen K-riegsbeschuldigten neue Schritte zu übernehmen.

WWWWrs r«47 noch KriMWUüMMWDNk

Dieser Tage wurden die drei deutschen Kriegsge­fangenen Menge, Spreinat und Ehlert von einer fran­zösischen Begleitmannschaft bei Mannheim über die Rheinbrücke gebracht und auf deutscher Seite von dem Vorsitzende des Volksbundes zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen in Empfang genommen. Zwei von ihnerc waren wegen Brotdiebstahls bei einem Fluchtversuch, der dritte wegen Beschasfung einer fran- zösischen Uniform zu einem Fluchtversuch und Beleidi­gung eines französischen Offiziers zu je drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Sie haben die Straft jetzt verbüßt. Einigen Gefangenen, darunter dem zu lebenslänglicher Zurückhaltung verurteilten ^wovoda, ist vor kurzem die Flucht nach Deutschland geglückt, io daß die Zahl der in Avignon, Cners und Agan zurücc- gehaltenen Gefangenen auf 107 gesunken ist. Eunge von diesen sehen in nächster Zeit dem Ablauf ihrer Straf­zeit entgegen. Viele von ilmen haben jedoch, wenn md)t endlich noch einmal Begnadigung erfolgt, noch eine sehr lauge Strafzeit vor sich. So z. B. der Gefangene Reuter lebenslänglich, ein anderer bis 1947. Außer den 107 deutschen Gefangenen befinden sich in Avignon noch 1/ Strafangehörige ehemaliger Verbündeter Deutschlands.

Frankreichs ForÄerungsu Bewilligt!

^ Bafel. Nach einer Meldung desBasler Anzei­gers" aus PariS stellen derMütin" und dasJour­nal" zu dem bevorstehenden Slbfchlutz der Pariser Ver­handlungen mit dem deutschen Sachverständigen fest, daß fast alle französtschen Vorschläge angenommen wor­den sind. Besonders in der Frage der Sachlreferungen und der Lieferung der Holzhäuser hätten die Franzosen ihren Standpunkt restlos durchgesetzt.

Frankreichs Wiederaufbau.

«' Berlin. Ein Berliner Blatt meldet aus Paris, daß die französische Regierung dem Departement Soir eine Jahresentschädigung von einer Million Franken «verwiesen habe für den Wiederaufbau der in dem Weltkriege zerstörten Ortschaften.

Probehäuser für Frankreich.

w Amtlich wird gemeldet, daß die Verhaudlunge»r zwi­schen der deutschen und der französischen Regierung über die «iefentng von Holzhäusern für Nordfraukreich zu einer Bestellung von 66 Probehäusrrn mit je acht Woh­nungen geführt haben.

Französische Handelskammern in Deutschland.

r-i Genf. Der französische Senatsausschutz der Kam­mer hat am 14. Juli seine letzte Sitzuiig abgebalten und den Nachtrag zum Etat der Regierung bewilligt, der eine Gewährung von 150 Millionen Franken für außer- etailichc militärische Zwecke und einen Smatskredit an die französischen Handelskammern im besetzten Gebiet ausspricht.

*

Deutsch-amerikanischer Wirtschaftsverkehr.

>* Berlin. Die Mitglieder der in Berlin weilenden Kommission der amerikanischen Zentralhandelskammer wurden vom Wiederaufbauminister Dr. Rathenau empfangen. Am Sonntag ist ein Empfang beim

ReiMprSstbenken vorgesehen. »arausytü rem ine wmm Mission von Berlin ab, nachdem sie die Pläne eines E gere« deutsch-amerikauischen Wirtschaftsverkehrs ein«. Hend erörtert hat. Die Frage einer Anleihe ist von die­ser Kommission nicht erörtert worden.

Sie Amerikaner Berlin.

** Berlin. Der Präsident und der Vizepräsident bet Berliner Handelskammer und Vertreter der Bankwelt empfingen die Vertreter der amerikanischen Hansels- kammer. Auf die Frage der Amerikaner, auf welche Weise Deutschland wieder zum leistungsfähigen Abneh­mer amerikanischer Rohstoffe gemacht werden könne, wurde von deutscher Seite auf die Notwendigkeit einet Milderung der Friedeusbediuguugeu hingewiesen und ein ungeteiltes Oberschlesien bei Deuffchlänö gefordert.

Sreditverhaudluuge« tu Amerika.

, ** Paris. fF. G. A.) DieChicago Tribune" mek« oet aus Neuyorker finanziellen Kreisen, daß Deutsch­land in den Vereinigten Staaten um Aufnahme eines Kredits von 75 bis 100 Millionen Dollar verhandele, der zum Einkauf von Baumwolle und Kupier verwen­det werden solle. Der Kredit soll in der Form einer Anleihe ausgebracht werden.

Amerika und die Kriegsschulden.

** Genf. DerHerald" meldet aus Neuyork, daß der Senatsausschutz die Erteilung von Vollmachten zur A»- «nllieruna der Kriegsschulden abgelehnt hat. Der Se­natsausschuß fordert das Staatsdepartement zur Vor­legung eines entsprecheirden Gesetzentwurfes auf.

England und die Abrüstung.

** In Washington ist man über die Antwort Japan- auf die Einladung Hardings unzufrieden. Man hat den Eindruck, daß Japan Zeit gewinnen will, um seine Po­litik hinsichtlich der Frage des fernen Ostens nochmals gründlich zu überlegen. Inzwischen werden die Vorbe­reitungen für die Konferenz fortgesetzt. Reuter veröf­fentlicht hierzu eine Erklärung der britischen Regierung, worin es heißt, daß die Bvrbereituugeu der Konferenz längere Zeit in Anspruch nehmen werden. Man könne daher nähere Einzelheften über Zeit und Ort, über die Zusammensetzung der Konserenz und ihre Tagesord­nung noch nicht mitteilen. Aber wohl könne gesagt wer­den, daß das britische Reich mit allen seinen Miedern |j|j|gj||MM^

^ In pofftischen Kreisen Englands glaubt man, daß durch die Tatsache, daß Japan nur die Einladung zur Abrüstungskonferenz angenommen hat, ohne die Vor­konferenz über die Angelegenheit des Stillen Ozeans zu erwähnen, eine heikle Lage entstanden ist. Es sei daraus nämlich zu schließen, daß Japan nicht zulassen wolle, an seinen erworbenen Reckten in China, der Mongolei, Wladiwostok, der Insel Dap zu rütteln. England wünscht dagegen die Triple-Alliauz für den Stillen Ozean, wo sie England aus den Schwierigkeiten des Bündnisvertrages mit Japan befreien solle, dessen Kündigung nicht nur die Vereinigten Staaten, sondern auch Kanada und Australien wünschten.

Der Dezernent als Hochstapler.

In Wildbad ist der Dezernent der Berliner Kriegs- beschädigtenfürsorge, der den Namen Dr. phil. Mar Ru- dolph führte, verhaftet worden. Unter dem Namen Dr. phil. Rnöolph verbirgt sich, wie derLokal-Anzeiger" meldet, der langgesuchte Franzke, der beim Anschlag auf die Siegessäule von seinen Genossen als der Urheber bezeichnet worden ist Franzke spielte in Berlin eine große Rolle. Er war der Duzfreund des kommirnifti- schen Stadtrats Stolt und Dezernent der Kriegsbeschä- digtenfürforge, wo er als Schwerkriegsbeschädigter mit 66% Prozent Rente die Leitung dieses wichtigen Dezer­nats übernommen hat, obgleich er niemals in der Front gestanden hat oder kriegsbeschädiat ist. ES liegt Grund zu der Annahme vor, daß er während der Kapptaae tu Schöneberg tätig war und mitschuldig ist an dem Tode der Offiziere, die damals vor dem Schöneberger Rat- Hause getötet worden sind. In Wildbad spielte Rudokph. der sich auch als Baron und Graf ausgab, eine gewisse Rolle. Er erregte aber durch sein schlechtes Sochdeuffch und seine vielen orthoarapbischen Fehler in Schrift stick­ten bei den dortigen Badegästen Mißtrauen.

Fachbeamte oder Parteibeamte.

w Ministerialrat Dr. Wölcker, der Leiter der sächsi­schen Staatskanzlei, richtet an den sächsischen Minister des innern Lipinski einen offenen Brief wegen der Be­rufung des Unabhängigen Rössel zum Amtshauptmann von Leipzig. Diese Ernennnag rufe die gesamte Be­amtenschaft auf den Kampfplatz.

Tarifverhandlungen im Bankgewerbe.

** Im Rcichsarbcitsministerinm fanden am Freitag Besprechungen über den Tarifvertrag im deutschen Bankgewerbe statt, die eine schnelle Einigung als a«s- sichtsreich erscheinen lassen.

Man rechnet wieder mit Deutschland!

>* Rotterdam. DerTelegraaf" meldet .aus London: In der britischen ReichSkonferenz teilte der kanadische Premierminister mit, daß sich das kanadische Parlament gegen eine Fortsetzung der HandelsbefchräMungen er­klärt habe, weil Kanada eine wirtschaftliche Konkur­renz von den Vereinigte« Staate« und Deutschland zu erwarten habe. Dieser Auffassung trat auch der austra­lische Premierminister mit einiger Einschränkung bei. Die Beschlüste wurden noch ausgefetzt.