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Hersfelöer Tageblatt

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Kranz Kunk in Hersfelö. Kernsprecker Nr. 8. :

Kersfelöer Kreisblatt^ !«?-«««

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Amtlicher /Inzeiger für den Kreis Hersfett j ^ Zunks SÜch^^rei^n^ksfM" ^^

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Nr. 166

Dienstag den 19. Juli

1981

Wie Deniigerong für oversHielien.

Der französische Ministerpräsident hat in London Md Rom noch einmal auf die militärischen Borberei- rungen Deutschlands in Oberschlesien aufmerksam ge- Macht. Die französische Regierung erklärt, daß es uu- Mglich sei, in Beratungen einzutreten, solange die deutsche Bewegung weiter bestehe, die ohne Zweifel eine «Antwort der Polen nach sich ziehen würde, was die Al­liierten in einen Krieg verwickeln könnte. Es heißt dann weiter: Die letzten Informationen zeigen, daß Sie Lage in Oberschlesien noch immer kritisch ist und daß sie den Alliierten nicht gestattet, eine Entscheidung be­kanntzugeben, die ihnen in Oberschlesien keine Achtung verschaffen könnte. Sobald die alliierten Truppen in der Lage sein werden, die Ausführung des Vertrages in Oberschlesien zu sichern, könne der Oberste Rat zu- fammentreten.

Eine große Berliner Kundgebung.

In Berlin hat eine große Kundgebung für ein un- geteiltes deutsches Oberschlesien stattgefunden. Viele Hunderte mußten, ohne Einlaß zu finden, umkehren. Nach einer einleitenden Ansprache des Pros. Dr. von Harnack richtete der aus Schlesien herbeigeeilte Gerhart Hauptmanu in zwölfter Stunde einen warnenden Ap- pel an den Obersten Rat. Dem berühmten Dichter wurde nicht endenwollender Beifall dargebracht. Dem Worte Lloyd Georges vomfair Play" setzte Gerhart Hauptmann das deutscheein Mann ein Wort" ent­gegen. Nach ihm sprachen als Vertreter der Deutschen Volkspartei Geheimrat Dr. Kahl, als Vertreter der Demokraten der Staatsrechtslehrer Professor Dr. TchLcking, für die Deutschnationslen der Historiker Pro­fessor Hoetzsch, für die Svzialdemokraten der frühere Außenminister Dr. Ksster. Es wurde eine Resolution ^angenommen und am anderen Tage dem Reichskanzler ^unterbreitet. Dieser versicherte im Na^eu der Reis- lregierung, daß er nichts unterlassen habe und nichts -.unterlassen werde, um die Entscheidung über Oberschle- sieu im Interesse des Deutschen Reiches und zum Wohle Oberschlesiens herbeizuführen.

Eine französische Protestnote.

Botschafter in Berlin hat dem An- ^ruttnf l-stsu naweus der trat öNscb?n Regle-

Lssä Hje Lage in Oberschi ---------

Verhaltens der immer drohe _, ,_,^. _ _

Abstimmungsgebiet mehrten sich die dsurschen Attentate gegen französische Truppen und Beamte. Die Selbst­schutzformationen seien nicht entwaffnet und nur zum Schein beurlaubt. Die deutschen Banden blieben Ge­wehr bei Fuß. Unter diesen Umständen könne ange- -sichts der Druckes der deutschen Bedrohung dre franzö­sische Regierung nicht daran denken, nach eurer ober­flächlichen Prüfung von einigen Tagen durch eine ^ach- versländigen-Kommission eine endgültige Lösung der -oberschlesischen Frage zu treffen. Fm Anschluß an diese Eröffnungen stellte der französische Botschafter an dre -deutsche Regierung folgende Forderungen:

Es wird von Deutschland jede notwendige Maßre­gel verlangt, um die Selbstschutz- »nd Frettorpsorga- «isation zu entwaffnen, aufzulose» und von der Grenze DbcrsÄ!este«s $n entfernen. Deutschland.bat alle Maßregel« 3« treffen für die schnelle Herberschaffung twou^VerstärkttUgen, welche eventuell «ach Oberschlesie« -gesandt werden solle«.

Der Außenminister hat sofort mit aroßM Nachdruck 8auf aufmerksam gemacht, daß schon seit Wochen ahn- e und noch viel schärfere Klagen täglich und ftund= von deutscher Seite aus Oberschlesien erhoben wer- _____^ Der Außenminister behielt sich die endgültige t Stellungnahme der deutschen Regierung vor.

Frankreich «och aller«!

Der französis

eften iitW^ gSer werde. Im

- a-t Wie derFrankfnrter Zeitung" aus Serien ge­meldet wird, hat bisher noch kein Vertreter der a«Sere« alliierten Mächte sich dem Schritte der französischen Bot­schaft in Berlin über Oberschlesien angeschlohe«.

Der Grund für Briauds Verzögerung.

<H- DieFrankfurter Zeitung" läßt sich ausParis -melden: Aus den Versuchen Bnands, die Enticheidung über Oberschlesien auf unbestimmte Zeck zu vertagen, läßt sich folgern, daß die Informationen, dre er über die Haltung Englands erhalten hat, für die von .Frankreich -angestrebte polensreundliche Lösung wenig günstig fern müssen. ^$ wic vor poluischer Terror.

m Vine aroße Zahl am Sonntag in Gleiwitz versam­melter Vertreter der größten oberschlesischen Jndustne- aelellübaktcn richtet in letzter Minute an die tnie rollt= W^' Nnnnuisssim das dringende Ersuche«, für ausrer- ^endo^mtlitärische Besatzung ihrer Betriebsstätten und Mchuv ihrer deutschen Beamten und Arbeiter zu sorgen. T?ou der angeblich vollzogenen Rämnung wn-d von den sinnlich orientierten Betriebsräten in der Mehrzahl der f Betriebe gegen solche iSeamt«- und. Arbetter ein^erar-

ntr sSeät c genötigt werden. Nach wie vor deherr- nolnisiben Insurgenten das Land und machen rs>! '«äü

Schutz für die verfolgten Oberschlesier.

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Tür Verfassung des Reiches für den Schutz der Verfolg­ten einzutreten.

Eine vernünftige Stimme.

** Paris. (Vorw.) Im Progres Civique liest man einen interessanten Bericht des Generalsekuetärs der französischen Gewerkschaften über die Ergebniffe einer Untersuchung, die von dem interalliierten Gewerkschafts- bunö in Oberschlesien veranstaltet worden ist. Es wird betont, daß das Industriegebiet als ein einheitliches Ganze anzusehen sei. Der Bericht gibt dafür mehrere Beweise. Der Umstand, daß das Gebiet kapitalistisch ausgebeutet werde, mache es unmöglich, das Gebiet zu teilen, ohne seiner Produktivität zu schaden. Die Frage der Teilung aus rein nationalen Gründen sei unlöslich.

Die Deutschen alsrohe Bestien".

9* Dppeln. (L.-A.) Bei der Beerdigung Monta- legres sagte der General Gratier in der Trauerrede u. a.: Soldaten, ich hoffe, ihr werdet bald von dieser ungastlichen Stelle abfahren können. Aber bis zu die­sem Augenblicke bleibt ihr Soldaten, würdige Soldaten Frankreichs, auch zwischen diesen rohe« Bestie«, zwi­schen denen ihr zu leben gezwungen seid. Der Deutsche, immer feige und schleichend, wenn er uns vor sich hat, brutal, wenn er sicher ist, hat i« wilder Mordlust die Waffe dem Mörder des Verstorbenen in die Hand gege­ben. Das sind dieselben Deutschen, die Belgien und Nordfrankreich verwüsteten, Unbewaffuete töteten, Frauen und Kinder ermordeten.

Der Nachfolger des erschollene« Montalegre.

»^ Saarbrücken. <F. Z.) Der französische Stadtkom­mandant von Saarbrücken ist zum Nachfolger des in Beutyett erschossenen Majors zum Kommandeur des 27. -Jägerbataillons ernannt worden und ist bereits nach Oberschlesien abgereist.

Deuüchrauds Antwort über Oberschlesie«.

>4 Berlin. (B. T.) Der Schritt des französischen Botschafters Laureat beim Außenminister Dr. Rosen we­gen der Hinansschiebung der Konferenz des Obersten Rates über Oberschlesien ist bislang von dem engli­schen und iralienischen Botschafter noch «icht »»terstritzt worden. Die deutsche Regierung bereitet eine Atsführ- [taje Antwortnote vor. Doch wird die Absendung wahr­scheinlich sich noch einige Tage verzögern, da die in der französischen Note angeführten Fälle aus das genaueste nachaevrüft werden sollen.

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9-^ Berlin. Die vorläufige Aufstellung der AufstäMS- schädeu in dem oberschlesischen AufstauösgMet ist jetzt abgeschlossen und von der Reichsregieru den alliier­ten Regierungen zugestellt waren. Die amtiumme beträgt nach dieser Aufstellung 2,3 Mill Mark.

Das entrüstete Polen.

»* Warschau. (B. Z.) Die jetzt hier vorliegende Meldung, daß Frankreich und England beschloffen hät­ten, Diplomaten und Ingenieure nach Oberschlesien zu entsenden, wodurch die Entscheidung erst im September fallen dürfte, bot hier auf der ganzen Linie einen ©htm der Entrüstung hervorgerufen. In der hier üblicher scharfen Tonart ergeht man sich in maßlosen Angriffen und Drohungen.

Die Bedenken des Reichskanzlers.

w- Nach der Chicago Tribune hat Reichskanzler Dr. Wirth vor einigen Tagen dem englischen Botschafter m Berlin, Lord d'Abernon, erklärt, daß; wenn dre Lö­sung der oberschlesischen Frage nicht günstrg M Deutsch­land ausfalle, und wenn die Sanktionen int Rheinland beibehalten würden, er die Lage als zu schwrerig an- sehe, um an der Spitze der deutschen Regierung zu bleiben.

Die Presie über Leipzig.

Ueber das Urteil gegen die betden ehemaliMN Ma- rineofsiziere Boldt und Dithmar schreibt dasBcrl»er Tagebl.", daß man sich, wenn man die Urteilsbegrün­dung unbefangen durchlese, der Kenntn^ nicht Er­schließen werde, daß in dem Urteil nach bestem Wissen und Gewissen nach Wahrheit und GerechttgkeU geforscht wird. Es gebe noch Richter in Lerpzig. DieDeutsche Tageszeitung" überschreibt ihren KourmentarMig- lands neuer Sieg" und weist darauf hin, daß keine Not­wendigkeit dafür bestanden' Hase, den Mozeß gegen Bold: und Dithmarin die Reihe der LelPsiger Ent­würdigungsprozesse emzurechen". Man hätte zum min­desten warten müssen, bis man den Komman^nten vor das Gericht bringen konnte. DieLeipz. Nachr. bemerken u. a.: Unter Hinweis, daß es sich um wehr­lose Schiffbrüchige gehandelt habe, deren Kammhand- &?«?Ä ÄerÄS»^ ö?X'tt'Ä Abschietzen deutscher U-Bootsniannschaften zum Grun^ mm Handwerk." So war's zu Wallensteins Zeiten, wie im Weltkriege. Fehler und sogar Verbrechen sind begangen worden. Aber nur die schamloseste Heuchelei kann es wagen, die Fiktion ausrechtzuerhalten, dies sei nur von deutscher Seite geschehen. - Im Ansatz zu den bürgerlichen Zeitungen bespricht das Berliner kourmunistische Organ das Leipziger-Urteil naj ^em Motto:Nur 4 Jahre Gefängnis für 2 Mörder. DieTimes" und dieMoruingpoft" erkläre«, daß der

Strafantrag des Oberreichsanwaltes to Leipzig gegen! die Oberleutnants zur See Dithmar und Boldt, näurlicht je vier Fahre Zuchthaus, eine erstmalige Genugturmg für England bedeute. DerMatts" betont, dieser Antrag ziele darauf hin, Englands Befriedigung zu er­reichen und Frankreichs Mißmut zu erregen.

Eine zweite Kriegsbef-»kdiste«-Ltste.

* Genf. Nach einer Meldung desTemps" richiebe Frankreich an die Ententestaaten das Ersuchen, eine zweite Liste von deutschen Kriegsbeschuldigten auszustel- len, deren Aburteilung durch alliierte Gerichte erfolgen solle. Einer weiteren Meldung desTemps" zufolge soll Belgien bereits eine zweite Kviegsbeschuldigtemiste auf­gestellt haben.

Die Kriegsbefchulbiqten-Prozeffe.

^ Berlin. (B. T.) Zu der Ztachricht Pari wonach BrianS angekündigt haben soll, die Regierung werde die Kriegsbeschuldigten-Pro mehr in Leipzig, sondern vor französische» Gerichte» weiter führen lassen, ist zu erklären, daß irgend welche amtlichen französischen Mitteilungen hierüber nicht vor­liegen.

Die deutsche Gegenliste.

e* Berti«. Von rechtsstehender parlamentarischer Seite ist dieser Tage ein neuer Schritt bei der Reichs- regierung unternommen worden, um die deutsche Ge­genliste der Kriegsbeschuldigten zu veröffentlichen oder den feindlichen Mächten zur Strafverfolguug zu über­mitteln. Die Besprechungen mit den zuständigen Re­gierungsstellen haben zu keiner Zusage der Reichsregre- rung in irgend einer Art geführt.

England über Leipzig.

* London. lB. Z.) Englische Blärterstimmen über das Urteil, in dem zweiten U-Bootorvzetz erkennen die Unparteilichkeit der Verhandlungen in Leipzig an, wenn auch das Urteil milder ausgefallen sei, als man erwartet habe.

Fraskreich kündigt eigne Justiz an.

k* Das Born er Tageblatt meldet aus Paris: Nach dem Echo de Paris" richtete Briand eine Note an Deutsch­land, die die A»erke»«nus der Leipziger Urteile für Frankreich verweigert, und die Uebernahme der Kriogsbefchnldigtenvrozesie, soweit sie von FrankrelP verlangt werden, durch die französische Jnsttz offiziell ankündigt.

Fm ,Fkeichsgesetzblatt" _________...

Ordnung tritt am 15. September in £ und gilt iw allen Gemeinden, die nicht Besondere gen Steuer* bestimmungen haben. Die Besteuerung soll auch erbau-- enden, belehrenden oder anderen Zwecken dienen. Steuer­frei sind u. a. Schulvermrstaltuuaen, sowie zu mildtati- gen Zwecken und alle in öffentluhem Interesse stehen­den. Die Kartensteuer beträgt bis zum Preise von drei Mark 10 v. H., bis fünf Mark 15 v. H., bis zehn Mark 20 v. H., darüber 25 v. H. auf zehn Pfennig abgerundet. Die Pauschsteuer mit 15 v. H. wird erhoben, wenn keime Eintrittskarten ausgegeben werden. Künstlerische Ver­anstaltungen entrichterr 10 v. H.

Eiseuachs Anfchlutzfrage.

Die Anschlutzbestrebungen des Eisenacher Kreises an Preußen bildeten in der letzten Eisenacher Gemeinde- ratssitzung den Gegenstand lebhafter Erörterungen. Oberbürgermstr. Dr. Jauson erklärte, daß er die Bestre­bungen aus der Erbitterung weitester Kreise der Bevöl­kerung über die fortgesetzte Zurücksetzung Etsenachs durch die Thüringer Regierung vollauf verstehe. Fn der Aussprache wurde betont, daß Eisenach es müde sei, im­mer von oben herab regiert zu werden. Durch die stän­dige Zurücksetzung der Interessen der Stadt, die jetzt wieder durch die geplante Abtrennung des Eisenacher Oberlandes vom Landgerichtsbezirk Eisenach in die Erscheinung trete, habe Sie Regierung die gegenwärtig Berts »ende Erbitterung selbst verschuldet. Ersenach tomte bei Thiirinqen nur dann bleiben, wenn ihm die Gewähr einer gerechteren Behandlung gegeben werde.

Amerikas Fivanzm仫« beim Astzenmmtst«.

die Vertreter der mer, die auf einer

stellen zu nehmen.

Der deutsche Grotzkaufma«« regt M!

m* Ein Vertreter desNewvork Herald" erklärt. daß

in Berlin zwischen Bremer Baumwollhandlern «rd amerikanischen AusfuHrgefchäftenestr KredrtvcrtvlW über eine Million Dollar für Bamnwollieferunge« chSge- sMosien worden ist. Es Händel sich daber um estren ersten Schritt, einen Baumwollhandel herbe izufüAen, durch den die Baumwollzentrale in Europa von Eng­land verlegt werden soll. Den deutMn H^m eine Zahlungsfrist von R1 Tagen brs sechs Mon geräumt worden. Auch ist ev den deutsche» überlassen, die Baumwolle dort zu kaufen, wo D am billigsten ist. (Diese Maßnahme würde ein

lern ist nes eiu- Ftrmeu

derMar^

ren Schlag für England bedeuten, da schon vor Kriege der Bremer Baumwollhandel den Ertglan eine harte Konkurrenz bedeutete. D. Red.)

Sozialdemokratie und Sozialisicruug.

a* Berlin. In der Sozialifierungsfrage W es. aus parlamentarischen Kreisen verlautet, zu einem

dem kni

. wie Kor?