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tzersfelöer Tageblatt

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hersfelöer Kreisblatt" [

Amtlicher Mzeiger für den Kreis Hersfel-

: Erscheint jeden Wochentag.«- der Bezugspreis 5e« 4 trägt im voraus zahlbar, für Hersfeld 7.50 Mark, : durch die Post bezogen 7.80 Mark, bei freier 3a« ; stellung ins flaue.» druck und Verlag von Ludwig » Junfe Luchdruckerei in Hersfeld.

Nr. 167

Mittwoch, den 20. Juli

1981

( Mrkhs RMMttsgedKnken.

«^Berlin (D. 3.) Bon einer dem Reichskanzler Staheftehenden Seite wird das Gerücht von dem beabsich- itigte« Rücktritt des Reichskanzlers Wirch bestätigt. Der Reichskanzler, der seit seinem Amtsantritt der Entente Dgltch Beweise seiner guten Gesinnung gegeben habe, !nnd ernstlich bemüht gewesen sei, die Forderungen ans- ^«führe«, erhalte täglich Beweise von der «nversöh«- ^tche« Haltung Frankreichs, die es ihm ««möglich mache, Kleine Politik fortzusetzen.

Briand gegen Wirth.

Wie in maßgebenden französischen Kreisen verlau­set, soll die neue scharfe Haltung Brtands in der ober- Mlesischen Frage darauf zurückzuführen sein, daß Wriand das Kabinett Wirth aufgegeben habe. Die Bres- Rede und die AitslassuN'gen Schiffers hätten and zu der Ueberzeugung gebracht, daß Wirth ihm ) nicht so Folge leiste, wie er geglaubt habe. Die jumente in der oberschlesischen Note hätten den Zweck habt, den Verbündeten darüber die Augen zu öffnen, 8 Frankreich unter keinen Umständen gewillt fei, die kWache Polens im Stiche zu lassen, was ja auch schon Oaraus hervorgeht, daß in der französischen Note pol- «gen zur Beweisführung benutzt werden, im egensatz zu Lloyd George der in feinen Reden die pol- schen dlrgumente recht deutlich angezweifelt hat. Zu r Entsendung einer französischen Division nach Ober- ffchlesien wird noch bemerkt, daß England nicht in der Lage sei, Truppen nach Oberschlesien freizubekommen.

französischen Streifen wisse man sehr gut, daß die ^rschlesische Frage unter den Verbündeten doch nur iallei« nach der französische« Initiative behandelt und sgelöst werden könne. Wenn Briands Polmk jetzt be- Wmmte Forderungen stelle, so geschähe das aus der Er- imägung, daß.ein Kabinett Wirth, das von dem Schat­ten der Vergänglichkeit bezeichnet sei, keine Gewähr für hie Zukunft Biete. Die französische Regierung sei über- auch einem nationalistischen deutschen Kabinett Willen aufzuzwingen.

Die Kriegsgefahr für Dberfchlesie«.

; e-f- Die Humanstes bezeichnet es als Briands Plan, jetzt den Krieg in Oberschlesien zu entfachen. Zuerst ^Beginne Korfanty als Antwort auf eine angebliche deut- chgefahr, dann gehe Frankreich wilitärifch vor.

mit Munition und eine Anzahl schwere Geschütze. 7Dllei?-siwT «M'^äMre 5rurTtri5 noch warm, «ub den FeM

Note hätte an Sie Adresse Polens gerichtet werden müs­sen. Die Red.)

Auch Korfanty hat Eile!

** Korfanty erklärte einem Pressevertreter gegen­über, über die Verhandlungen in Parts befragt, man müsse mit Nachdruck dafür eintreten, daß Sie Entschei­dung Wer Oberschlesien nicht weiter hinausgeschoben werden dürfe. Eine weitere Verschiebung würde für Polen und die ganze Welt gefährlich sein.

Englands Antwort an Frankreich.

e* Die englischen Zeitungen sind bereits in der Lage, Seif Inhalt der von der französischen Regierung in London überreichten Note und der englischen Antwort wiederzugeben. Es soll sich um zwei Noten handeln, die am Sonnabend in Londön überreicht worden sind. Die englische Regierung wird ersucht, folgende zwei Fragen zu beantworten: erstens, ob der Berliner Botschafter Englands sich dem Vorgehen des französischen Botschaf­ters anschlietzen wird und zweitens, ob die englische Re-

' " glischen Truppen in Oberschle-

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gierung bereit ist, die en^..,.______ ... ..._____.^

sie« zu verstärken, wie dies von Frankreich beabsichttgt sei. Die englische Regierung wird voraussichtlich folgen­dermaßen antworten: Der englische Botschafter in Ber­lin hat die Instruktion erhalten, sich dem Vorgehen des französischen Vertreters in Berlin anzuschließen. Was

die Verstärkung der englischen Truppen in Oberschlesien betrifft, so wird die englische Regierung voraussichtlich eine ablehnende Antwort erteilen.

England für eine schnelle Lösung.

^ London. (F. G. A.) Msher ist eine offizielle Note zu dem französischen Borschlag betreffend Oberschlesien noch nicht abgefandt. Die Regierungen in London und Paris haben ihre Absichten durch Bermittlung der bei- derfeitigen Botschafter ausgetauscht. In England ist man mit der Berschiebung der endgültigen Lösung in der oberschlesischen Frage nicht einverstanden. Der Daily Telegraph" erklärt dazu, die Entsendung neuer französischer Truppen nach Oberschlesien würde wohl kaum zur Sicherheit des Landes Beiträgen. DieTimes" kommen zu dem Schluß, daß eine Lösung in der ober­schlesischen Frage schnellmöglichst herbeigeführt werden muß. DieTimes" schreiben weiter, daß ein Beharren der französischen Regierung auf ihrem jetzigen Stand­punkt ein gemeinsames Vorgehen in der oberschlesischen Frage verhindern würde.

der oberschlesischen kreiße nicht ei

stecher, den Geldbeutel und die Gamaschen.'

In einer Juni-Nummer derTimes" aus dem Jahre 1915 finden sich in einem ArtikelEine Tome durch die Schützengräben" folgende Sätze:Gestern nahm einer unserer braven Soldaten einen Deutschen gefangen und stieß ihm das Bajonett durch den Leib mit den Worten:Das ist für dieLusitania"!" Dann, nach einer kurzen Pause, durchbohrte er ihn zum Met­ten Mal:Und das ist für mich selbst." Da ist keine Liebe mehr geblieben zwischen uns und dem Feind. Nicht lange vorher kam ein Deutscher auf uns zu mit dem Ausruf:Ich Bin ein Christ." Die Antwort war: Bist du wirklich ein Christ? Gut, dann hast du die Beförderung zum Engel." Eine Kugel beendete das Leben eines deutschen Schurken."

Englands Kabinett und Leipzig.

** Rotterdam. DieMorningpost" meldet aus Lon­don, daß über die Stellungnahme Englands zu den Leip­ziger Urteilen in einer KWinettssitzimg am kommende« Sonnabend beraten werden soll. Die englische Kom­mission in Leipzig wird in den nächsten Tagen in Lon­don eintreffen. DieTimes" melden, England werde bei der Beurteilung der Leipziger Prozesse die Schwie­rigkeiten berücksichtige«, die die deutschen Richter zu überwinden hätten, wenn sie ihr nationales Gewtsfen nicht verleugnen könnten.

Die schwarze Schmach.

In der Mittagsstunde des 14. Juni wurde eine 10« jährige Kontoristin auf dem Nachhausewege von Ovla- den nach Bttrring von einem französischen Soldaten an­gesprochen, gepackt und zu Boden geworfen. Zweiural gelang es dem Mädchen, sich zu befreien und davvnzu- laufen, zweimal wurde es wieder ergriffen und schließ- lich, nachdem ihm ein Taschentuch in den Mund gesiecS worden war, nach heftiger Gegenwehr überwältigr und vergewaltigt. Als einige Frauen kamen, ergriff der Täter die Flucht, wurde aber später von einem Ober­st ndjäger verhaftet. Bei der späteren Gegenüberstellung erkannte das Mädchen den Soldaten an den schweren Kratzwunden im Gesicht-mit Bestimmtheit wieder.

Am Abend des 8. Jmri wurde in der Rhein-Allee in der Nähe des Restaurants Rheinneck ein 23jähriges Mädchen von drei französischen Soldaten nberfallem niedergeworfen, an Händen und Füßen festgehalten uns unter Bedrohung, daß es beim geringsten Laut

Fremde Justiz in Obsrschlesie«.

Len nicht festgestellt w

...,. ,.,.., ------n.

Aus Koblenz wird noch berichtet, die kürzlich ver-

ranny nimmt die Pariser

> Hinausschiebung der Entscheidung ^^ Die Entente zum Anlaß, ernste B>

\ 4. Entwicklung der Lage zu äußern, /v nert, daß die Verschiebung z mal den Aufstand zur Folg«

tig auf die Nervosität her . standsbewegung hmmeist, i guten Glaubens befürchten.

Französische Truppe« «ach Obsrschlesie«.

» Genf. WieEcho de Paris" meldet, haben die ßanzösischen Truppensendungen nach Oberschlesien am onntag begönne«. Die bereitgestellten Dwrsionen sind über Mainz-Frankfnrt transportiert worden.

Schikane in Gleiwitz.

^ In Gleiwitz sind am 17. Juli und am Montag mehrere Hanssuchnnge« vorgenommen worden, u. a. im deutschen Plebiszit-Kommissariat, wobei mehrere Deut­sche verhaftet wurden.

I« Pole« große Aufregung.

w Die deutsche Antwort auf die Note, die der fran­zösische Botschafter am Sonnabend in Berlm überreicht hat, wird so schnell wie möglich erfolgen. Doch machen Nie in der Note angeführten angeblichen Ueberfalle auf französische Offiziere in Oberschlesien noch besondere Er- iveLunaen notwendig. Der englische und der italienische Botsckafter die sich nach dem Wunsche Frankreichs dem UanÄsischen Schrttte anschließen sollten, haben dies bis­her nicht getan, und es ist auch fraglich, ob sie sich ange- lststsis der klaren Sachlage zu der gleichen Komödie her- meben werden. Die französische Note an Englanü und " ^"sLÄN^ H

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^>te Entscheidung des Obersten Rates nrcht schnell er-

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ein Verdachtsmoment plötzlich verhaftet und nach Beuthen verschleppt. Dienstag morgen wurde er ohne eine Entschuldigung aus der Haft entlassen.

Polnische Sperrforts gegen Deutschland.

DieElbinger Zeitung" meldet, daß eine franzö­sisch-polnische Artillerie- und Jngenieurkommission die ehemaligen deutschen Festungen an der Warthe- und Weichsellinie bereist und ihre Modernisierung «berprust. Zunächst sollen Posen und Thorn, später auch Kulm und Graudenz mit neuen den Kriegsgefahren entspre­chenden Anlagen und Armierungen versehen werden. Erwogen wird die Anlage von Sperrforts längs der ganzen deutsch-polnischen Grenze.

Italien mit Vertagung einverstanden'.

w Zürich. DerStaatsanzeiger" meldet aus Rom, die italienische Regierung habe den franzonschen Bor- schlag angenommen. In den nächsten Tagen sollen zwer italienische Regimenter nach Oberschlesien abgehen.

Die deutsche Gegenrechnung.

it.

^^ Der französische Protestnoten-Lenmant.

BteÄÄi? SSL?« SäBrf hierzu aus Ratpor, daß es sich um den franzo- ftschen Leutnant Vibeht handelt. Dieser HÄte, bevor er -mach Ratibor kam, schon in Rybnik die Deutschen zu- ^aunüen der Polen schikaniert. In Ratrbor sahen chn i^rürhHinae aus Rybnik und nahmen eine drohende Hal- ' ^tnn^ Durch das Eingreifen beionnener

' Dentscher gelang "s, die Flüchtlinge zu beschwichtigen. ' -ZeMnattt Vibeht wurde sofort aus Rattbor moer mit setner Freundin" volnifche Spionage trieb, versetzt.

Gegen Oberschlesiens Selbstschutz.

6ttti Wie derTemps" meldet, hat die Juter- S^ affJÄÄ D ÄZL-LLMZMMZ - fchutzes gefordert, und zwar 35 ouo Hanchenerwas^a

Das Juniheft derSüddeutschen Monatshefte", die Gegenrechnung" benannt, bringt eine Fülle erschüt­ternder Einzelheiten über Greueltaten auf der anderen Seite. Hier einige Abschnitte:

Der französische Soldat I. Bignon, der nrzwlschen verstorben ist, schrieb in einem Briese an seine Mutter: Die afrikanischen Truppen sind ausgezeichnet, aber barbarisch. Ein Turko hatte neulich den Kopf eines Deutschen in fernem Sack. Ein anderer hatte eine Kette aus Ohren um den Hals."

Ueber das Mordbandwerk der beruchttgtenNet- toyeurs" gibt ein bei einem französischen Offizier ge­fundener Befehl der 151. Division vom 25. 9. 15 nicht mißzuverstehende Anweisungen.Nach dem Angrm wird die 2. Welle die 1. Linie überschreiten, nachdem sie dort 2 SektionenNcttoyeurs" läßt, die dort ihrer Ar-

übte Schandtat franzdäcchLr KAomalsoldatL« in Bop-j pard am Rhein hat in englischen und amerttanu-he« Offizierskreifen ungeheures Aussehe» erregt. Hohe ame- rikonische Offiziere äußerten die Ansicht, daß nur durch exemplarische Bestrafung, sofortiges Erschießen solcher Wüstlinge, diesem Treiben ein Ende gesetzt werden könne.

Dr. Kahl und andere Abgeordnete der Demschen Bolkspartei haben an die Reicheregierung eine Anfrage Wer die neuen Aolzuchisverbrerben der BesatzungS- truppen am Rhein gerichtet und angefragt, was die Reichsregierung zu tun gedenke, um eine Sühne dieser schweren Verbrechen herbeizusühren.

Zuaveu in Wiesbaden.

» Berlin. (B. Z.) In Wiesbaden ist seit ewigen Tagen ein KolonialregimeM untergebracht. Im volks- ^ichen Westviertel, wo sämtliche Lazarettwagen, Feld­küchen und anderes Kriegsgerät uMergebracht sind, herrscht ein fast kriegsmäßiger Zustand. Es soll Hoff­nung bestehen, daß die Zuaven das (siebtet wieder ver­lassen.

Bett tatkräftig nachgehen." _____

Im Le Feu erzählt der ehemalige franzospche Frmtt- kämpfer Henri Bapbuffe:Kaum ist aber der Deuffcye vorbei, da stürzen die vier Köche wie auf eine Verab­redung hinaus, stolpern übereinander, laufen wie ver­rückt und stürzen sich aus den Deutschem Kamerad, meine Herren!" sagt dieser . .. Aber schon sah man die Klinge eines Messers blitzen und verschivinden. Der Mann fällt zusammen, als ob er in dem Erdboden ver­sinken wollfe. Papin erwischt ihn am Helm, der ihm in den Händen zuriickbletbt, während der Leichnam zu Bo­den sinkt.Jetzt los!" knnrrte Poupardin,sucht ihn erst aus!" Man richtet ihn auf, wendet und hebt diesen kraftlosen, lauen und feuchten Leichnam. Plötzlich hu­stet er. Er ist nicht tot. Doch ist er tot. Es war nur der Wind. Man kehrt ihm die Taschen um und hört dabei den heftigen Atem der vier Lente, die sich ^i^- «.=__ Der Helm gehört mir," ~ will den

ihrer Verrichtung hingeben.Der Helm gel sagt Papin.Ich habe ihn erstochen."Ich Helm." Man nimmt dem Leichnam noch die Brieftasche

Die Ferien sind wichtiger:

^ Paris. lF. G. A.) Das Journal veröffentlicht folgende Meldung aus London: Da Llond George den ganzen Monat August in Urlaub gehen will und Brsiutt> in der zweiten Hälfte des Monats Juli nicht abkömm­lich ist, muß der Zusammentritt des Obersten Rates bis auf weiteres verschoben werden.

Auch die Sanktions-Fragehat Zeit"!

>* London. (F. G. A.) Im Uurerhause erklärte Wood George in Beantwortung einer Frage über dieSank­tionen", daß die Frage der Aushebung der ZwangS- matznahmen ausführlich in der nächsten SitzUAg des Obersten Rates besprochen werden solle.

Die deutschen Schwierigkeiten.

** Berlin -Vorw.) Albert Thomas besuchte aus seiner Rückreise von Stockholm Berlin und hatte Be­sprechungen mit dem Reichskanzler und Dr. Ratherm« Er wurde in allen Unterhaltungen auf die großen Schwierigkeiten Angewiesen, die Deutschland durch die Sanktionen" und durch die Hinauszogerung der ober- schlesischen Frage zu erwarten hat.

Brod und Getreideversorgung.

Das neue Wirtschaftsjahr, das am 15. August be- - ginnt, bringt bekanntlich eine teilweise Aufhebung der , Zwangswirtschaft 'irr Brot und Getreide. Die Zwangs wirtschaft bleibt insofern durch die Umlage zum Tc aufrecht erhalten, als ein Teil der Ernte zur Sicher'., luna des Vttndestbedarfs der Bevölkerung zur Zwang . abliefernng gelangt. Die Brotkarte bleibt deutetttirr: diend wie bisher bestehen. Die dararn zur Verft:!:- , gelangenden Mengen Bleiben ebenfalls die gleichen r bisher. Hierzu teilt das ReichsernäHningsMMlu.' !

wie

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