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Kersmöer Tageblatt

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Kranz Zank in HcrsfcIS. Zerafprecher Nr. S. ;

HZrsftlöer Kreisblatt"

Mtlicher Mnzerger für den Kreis Hersfelö

Erscheint jeden Wochentag. * Der Bezugspreis bt» . trägt im voraus jahibar, für hersfclS 7.50 Mark, i durch die Post bezogen 7.80 Mark, bei freier Zu- firdungins Haus. * Druck und Verlag von Ludwig Zanks Sachdruckerei in bersfelS.

Nr. 173

Mittwoch, bett 37. Juli

1931

Lenkt Frankreich ein?

V^ DemTemps" zufolge ist der französische Boi- tchafter in London angewiesen worden, der englischen Megierung folgende Eröffnungen zu machen: Frank- Eeich ist damit einverstanden, daß der Oberste Rat am 4. August Zusammentritt, um sich mit der oberschlesischen Frage zu befassen. Die französuche Regrerung hält es pber nach wie vor für notwendig, sofort Verstärkungen nach Oberschlesien zu schicken. Sie besteht auch darauf, » vor der Konferenz Sachverständige zusammon- -treten, um die Entscheidung vorzubereuen.

Einigung der Alliierten.

m Berlin. (B. Z.) Die Alliierten haben sich über Die Notwerrdigkeit geeinigt, die Sachverständigen bereits Zum kommenden Donnerstag zusannnenzuberufen, um die Lösung der oberschlesischen Frage vor dem Zusam­mentritt des Obersten Rates vorzubereiten.

Frankreich fühlt sich gekränkt!

m Nach den Pariser Abendblättern wird über die deutsche Antwortnote in führenden politischen Kreisen in Paris erklärt. Deutschland müsse besannt fein, daß Frankreich die Mandatsmacht der Alliierten für Ober- schlesie« sei. Die deutsche Note sei derart, daß sie das bisherige Wohlwollen der französischen Regierung ge­genüber der jetzigen deutschen in Frage stellt

Die französischen Verstärkungen.

* Angesichts der ausweichenden Antwort der deut­schen Regierung hat Briand beschlossen, nunmeyr so schnell wie möglich die Absendung von Verstärkungen nach Oberschlesien vorzunehmen. Für den Abtrans­port wurde die 11. Jäger-Division ausersehen. Die erste Abteilung trifft bereits am Mittwoch M Oberschle­sien ein. Der Befehlshaber kennt Polen sehr genau. Er befehligte 1918 die erste Division der polnischen Armee, die in der iranzösischen Armee sümpfte.

- 7 Verstärkungen unnötig!

1 im Nach einer Meldung derSatin Mail" herrscht im englischen Hauptquartier in Oppeln die Ansicht vor. daß die Lage in Oberschlesien keinen Anlaß zu einer Verstärkung der alliierten Truppen gebe. Die Ruhe und Ordnung sei genügend durch Militär gesichert. Die Entwaffnung Oberschlesiens wird Anfang August be­endet sein.

Die Rechtslage nach dem Versailler Vertrag.

' Ve^ Die deutsche Regierung hat an zuständiger Stelle rt>>ft «ruwtwvrlep 'M'k'NMnerw uno asfozrierien Trup- Ku durch Deutschland nach Oberschlesien gemäß den Be- t itiumrungen des Versailler Vertrages rmchzukommen. Die Rechtslage wird klar gestellt durch den Artikel 375 ' des Versailler Vertrages in Verbindung mit § 2 der Anlage zu Artikel 88, woraus klar hervorgeht, daßdie alliierten Regierungen die Befugnis haben,, eine Beför- derungsanweisung der alliierten und assozirerten Trup­pen durch Deutschland nach Oberschlesien von der deut­schen Regierung zu verlangen, jedoch muß dres im Auf­trage der gesamte« alliierten Regisrunge« geschehen. Eine einzelne Regierung kann ohne NnterMtzuna der andern eine derartige Forderung nicht an Deutschland

stellen.

Alliierte" Zusammenstöße.

m Eine Drahtmeldung aus Gleiwitz berichtet von ei­ner schweren Auseinandersetzung zwischen französkschen und italienischen Truppen, wobei auch mehrere Schüfst gefallen sein sollen. Die Italiener erhielten bald Ver­stärkungen und eröffneten das Feuer auf Sie Frauzose«. Ein Pole wurde getötet,' mehrere Franzosen wurden schwer verwundet, teilweise durch Kolbenstöße. Be­zeichnend ist folgende Meldung: In einem Walde bei Ratibor wurde ein mit Handgranaten bewaffneter, pol­nischer Insurgent festgenonunerr. Nach seinem Em«- ständnis Satte er den Befehl erhalten, die italienpHe Wache bei Ratibor in die Luft zu sprengen.

Italiens Parteie« und Oberschlesien.

»> Sämtliche italienischen Parteien) zumal die aus­schlaggebenden Sozialisiert und die Populäri. stehen dem deutschen Siarrdpunkte in der oberschlesischen Frage gün- stig gegenüber. Ein Sozialistenführer erklärte: 60 Pro­zent haben für Deutschland gestimmt, folglich muß Ober- schlesien bei Deutschland bleiben, das tft ein Gebot eru- faSster Gerechtigkeit.

Sitzung des Reichskabiuetts.

^ DerVorwärts" erfährt, daß am Montag eine Kabinettssitzung statfand, die sich mit dem Problem des amerikanischen Friedens sowie mit der oberschlesischen Frage beschäftigte.

Besprechu«ge« über Oberschlesien.

w Sir Henry Stuart, der britische Vertreter in Ober- schlesien, ist auf dem Wege nach London, um sewe Re- aieruna über die Lage zu befragen., General Manani ist zu demselben Zwecke in Rom eingetroffen.. Lloyd George äußerte sich, er hoffe, am Donnerstag eme Er- ' klärung über Oberschlesien bekannt geben zu können, «m britischen Unterhause wurde mitgeteilt, dag die " Ml der britischen Truppen in Oberschlesien etwa 4400 ^trage, Frankreich habe eine größere, Italien eine kleinere Zahl.

Siresema««, England, Oberschlefie«.

»* Reuter erfährt amtlich, daß die Gerüchte, wonach der erste Minister mit dem Abgeordneten Dr. Strese- mwn in privater Verbindung über die oberschlesische Frage aesiauden habe, ««begründet sind.

Deutschland MelSt der fesner NntrvsM------

W' Berlin. Die Beratungen des Reichskabinetts dauerten bis abends 8 Uhr. Sie waren notwendig ge­worden infolge eines erneuten Schrittes des franzöu- schen Botschafters, der die Rechtsgültiakett der Einwen­dungen Deutschlands zu den sranzösischeu Truppensen- dungen nach Oberschlesien beanstandete. Das Ergebnis der Beratungen des Reichskabinetts ist noch nicht be­kannt. Nichtamtlich verlautet, daß keine Aenderung in der Haltung der Reichsregierung eingetreten ist.

InParis nichts Neues!"

^ Zürich. DieNeue Züricher Zesiung" meldet aus Paris, daß über den Zusammentritt des Obersten Rates noch nichts weiter verlautet. Es kann keine Aenderung in der Lage konstatiert werden.

Generalstreik in Rybnik.

im« Berlin. DerVorwärts" erfährt von zuverlässi­ger Seite, daß am Montag nach Zusammenstößen zun- schen Deutschen und polnischen Bewaffneten in Rybnik und anderen kleinen Jndustrieorten der GeneralstreU ausgebrochen ist. Von polnischer Serie wurden große Waffenmengen verteilt. .

Von Insurgenten Überfälle«!

m Der D-Zug Ratibor-Breslau wurde unweit der Stadt Pandczin bei Mirawa so stark beschossen, daß er umkehren mußte. Ein Eisenbahntrupve mußte die Strecke freimachen, die durch Waggons gesperrt war. Zwei Eisenbahner wurden dabei schwer verwundet. Mehrere Insurgenten scheinen getötet worden zu sein.

Verkehrsstörung i« Oberschlesien.

m Es wird gemeldet, daß der Telefonverkehr zwi­schen Ratibor und Ratibor-Hammer von den Insur­genten gestört ist.. . -

- Kredit «n Pole«, wenn .. .t

-m Der Pariser Börsenmitarbeiter eines englischeu Blattes meldet, daß den Polen ein französischer Kredit bewilligt worden fei, der dazu dienen solle, die polArsche Valuta z« heben. Die Pariser Großbanken haben die Gewährung eines solchen Kredits von der Entscheidung des Obersten Rates über Oberschlesien abhängig gemacht.

Englands feste Haltung.

m Die von einer Pariser Nachrichtenagentur wieder­gegebene Nteldung: England werdemit Borbehaltem der Entsendung einer weiteren französischen Division zustimmen, ist völlig unzutreffend. Die britische Regre- rung behält fest die Haltung, die sie biMr^umrahm und

"-^ wn-trür-mic -,kar/m--vuUtrche^Msüm- menkunft des Obersten Rates als der einzigen Möglich­keit, eine Lösung in der Frage zu ergreifen, und wider­setzt sich der Entsendung weiterer Truppen, solange mcht alle Alliierten zustimmen werden. Wenn Briand Lord Curzon gegenüber einer Zusammenkunft am 4. August zustimmte, so ist die britische Regierung bereit, einer Untersuchung durch einen Sachverständigenausschuß, wie sie von der französischen Regierung gefordert wird, bei- zupflichten, obwohl sich über alles Tatsächliche nichts neues mehr sagen läßt. Die Untersuchung dürfe aber auf keinen Fall eine weitere Verschleppung herbel- führen.

Hl^stauer in Berlin.

Die bolschewistische Regierung hat eine Doppelna- tur, eine bwimnfltifM die einigermaßen europäisch ge­firnißt ist, und eine rein revolutionäre. Sie halten diese ihre Grurrdeigenschaft nur insoweit zurück, als es ihnen bei Verhandlungen mit dem Auslande geboten erfchemt. Aber diese Gründeigenschaft bricht bei ihren ständigen Auslandvertretern, im Schutze ihrer ExterrcrorialNat, gelegentlich immer wieder durch. Der Fall, wo Wrgöor Kopp zwei russische Sendlinge in Schutz nahm, als sie von der bayerischen Regierung ausgewiesen wurden, liegt noch nicht wert zurück. Von dem Verlauf der dar­über angestellten Erhebungen ist bis jetzt noch nicht- bekanntgegeben worden. . .

Aber gerade dieser Fall, der zu einem Falle wurde durch die Wachsamkeit der bayerische» Bchorden regt.zu Vergleichen mit Berlin an. Die Reichshauptstadt wird von Einwanderern aus dem Osten überschwemmt: sie geben notgedrungen, wie die Gerichtsberichterstattung zeigt, in Mvabit Gastspiele, nur will es scheinen, daß man dort nur die kleinen Spitzbuben abnrterlt, dre po- littsch gefährlichen sind durch eine Turnkappe geichutzt und gehen unbehelligt ihrem Handwerk rrach. Da- ha­ben wir eben wieder erlebt bei dem Ueberfall, dessen Opfer der Oberst Freyberg, der Vertreter des Generals Semenoff, geworden ist. Mit unerhörter DreistigkeN komrte dies Verbrechen eines diplomatischen Aktenram bes verübt werden von Personen, die augenschemlrch nicht polizeilich gemeldet sind. Was helfen alle Patzvor- schristen, wenn sich Agenten als Vollzieher von Geherm- aufträgeu der Sowjetregierung in Berlin aufhalten dür­fen? Denn daß diese Regierung in diese Angelegenheit verwickelt ist, wird doch wohl nur von Leuten bezweifelt werden, die absichtlich nicht sehen wollen. Nur Moskau hat ein Interesse an dem Aktemaub, imd die ^echhmt der Räuber ging so wert, daß sie es nicht emmal t^r Mühe wert gehalten haben, eine der heute gewöhnlichen Wohnungsausplüriderungen vorzutäuschen. Uusere p^ litische Polizei hat versagt, das ist klar, sonst müßte sie in der Lage sein, die geheimnisvollen Fremdlinge fest- zustelleri. Ihre Personalbeschreibung liegt vor, und wenn auch rricht anzunehmen ist, daß sie offenkundig m der Botschaft Unter den Linden ein- und ausgegangen sind, ihre Mittelsmänner haben das sicherlichHan, und.

Landsleute ernstlich in Anspruch genommen werden. Berlin ist am Ende doch keine Moskauer Filiale, und- wenn Deutschland russische Vertreter bei sich aufnnrunt, sind diese für die Russen und ihr Treiben verantwort» ltch. Es muß einmal Deutsch mit der Stelle geregt

ist.

Hauptmau» an Gorki.

ganze zivilisierte Welt hat Ihren Notruf gehört. Sie haben durchaus recht, wenn Sie sagen, der Glaube an Humanität sei durch den verfluchten Krteg und den dar­auf folgenden Frieden, der noch immer Kriegsbemalung trägt, tief erschüttert worden. Auch wir selbst, wir Deut­sche, sind ein bis an den Abgrund gedrängtes Volk. Hoffen wir, daß der jetzigen Versinsterung die Erleuch- > tung folgen wird. Lasten Sie uns, ich möchte sagen, mit1 zusammengebissenen Zähnen den Glauben an diese kom­mende Erleuchtung aufrechterhalten. Vielleicht ist sie- j her, als es scheint. Vielleichr trag der übergrelle Srrcchl i Ihres Notrufs dazu bei, das wiederum aus der blut­getränkten armen Erde hervorzulocken, was Sie die schöpferische Kraft und die Menschlichkeit der Völker

getränkten armen Erde hervorzulocken, wc schöpferische Kraft und die Menschlichkeit nennen. Die ganze zivilisierte Welt Hat Jh

ternden Ruf nicht nur unt den Ohren sondern mit öe«r Herzen gehört,- sie wird ihn nicht ohne Antwort lästern Was aber das deutsche, schwergeprüfte, doch allzeit bÜßS»< bereite Volk betrifft, so ist es schon heute durch den Rm aus dem Osten tief erregt und bewegt, und ich darf ge­trost sagen, daß Volk und Reichsregierum; in dem i«- nigen Wunsch einig sind, Nach bestem Vermögen tat- kräftige Hilfe zu leisten.

Gerhart Ha«pl«an»."

Wer fiegt in Klein asten?

** Meldungen aus Athen zufolge steht die griechische

schiere in Eilmärschen auf An schen Heeresbericht haben die

!e war- griecho-

der letzten Woche 83 schwere Geschütze und 37 000 Ge­fangene eingebracht. Aus Konstantinopel wird weiter gemeldet, daß die Dardanellen-Forts von englischen und französischen Marineabteilungen besetzt worden n«L

gramme sieben in vollem Widerspruch zu den griechi­schen Siegeödepefchen: sie lassen jedenfalls erkennen, daß die türkische Niederlage keine katastrophale ist. Einige Meldungen besagen sogar, daß die griechische Frorst durch kemalistische Truppen eingestoßen sei. Eine an­dere Nachricht meldet die Gefangennahme einer grischl­ichen Division. Die Kemalisten sollen vor der Ein­nahme mehrerer Ortschaften siehe«.

Die deutschen Stadtparlamente.

Der deutsche Städtetag veröffentlichte vor einiger Zeit die Ergebnisse einer Rundfrage über die Zusam­mensetzung der Gemeindevertretungen deutscher Städte. Wir entnehmen dieser Statistik folgende Tatsachen, die lehrreich für die regionale Struktur der deutschen

t,

Parteien sind.

Was die Größe der GemeiLdevertrenruge« betrifft, so marschiert natürlich Berlin an der Spitze mit seinen 225 Sitzen in der Stadtverordnetenversammlung, welche freilich augenblicklich verwaist sind. Samt kommt Ham­burg mit 160, Bremen mit 150, Köln mit 114, Breslatz, Königsberg und Essen mit je 102, sodann merkwürdi­gerweise bereits Heidelberg mit 100, an welches sich Franksurt a. M. mit 96, Dresden mit 84 und erst nach vielen anderen das bescheidene München mit 50 Stadt­verordneten anschließt. Die durchschnittliche Mitglieder- zahl der Ttadtveroröneteuversanvnlung in den deutschen Ndittelstädten beträgt ungefähr 45. Die Zentrumspar- tei hat die absolute Mehrheit in folgenden Städten: Aachen, Bonn, Stiren, München-Gladbach, Münster, Trier, Viersen,- von bayerischen Städten in Aschaffen­burg, Bamberg, Landshut, Regensburg (hier sogar Star* örittelmehrbeit), Würzburg. Die Temokrate« yah eine absolute Mehrheit nur in Reutlinge» (Württet berg) und Oldenburg. Sozialistische Mehrtzette«, we man alle drei sozialistische» Parteien zrrs hatte Berlin, und haben: Aschersleben i Mehrheit). Kassel, Etsleben, Elbing, Erfurt, Geest?- münde. Halberstadt, Hürde, Kiel, LüdmrsHeid, Lünebur^ Mühlhausen i. Tbr., Remscheid, Solingen, WaweErg, Zeitz: in Bayern: Fürth, Ludwigsbafen, Pttinchen, dtürnbere; in anderen Bundesiiaaten: Dresden, FrSl- berg in Sachsen, Leipzig, Planen, Mannheim,^Gera. Gotha, Jena und Offenbach. Die Mehrheitssozral- demokratie für fid» hat eine absolute Mehrheit tn ^m- burg, Altenburg, Bernburg, Chemurtz, Meryen, Reichen- bach, Wandsbek, Tilsit, Magdeburg, Harburg, Forst, Breslau Brandenburg und Altona. Begreiflicher wen e haben sich besonders in den Städten, welche eine sozü - listiscke Mehrheit haben, Bürgerblocks gebildet, aber an in solchen, in denen sich Socialisten und Bürgerliche un gefähr die Wage halten,- z. B. in Kottbus, Eberswal - Liegnitz, Stendal, Bayrenth, Cöthen. BürgerblockS , Städten mit einer ausgesprochenen bürgerlichen Men - Seit finden sich in Schwerin und Nauuwurg.

pe« gebildet, so vor allem Beamte«- und Angestellte o-