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§rsaz Kunk in Hersfeld. Zernfprecher Nr. 8. ;

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H^rsfel-er Kreisblatt"

/Imtlichre Anzeiger Dr den Kreis Hersfelö

Nr. 178

Dienstag, den 2. August

1931

F England und krankreiH einig!

In- Der britische Botschafter in Paris hat dem fransig Nchen Ministerpräsidenten die Annahme des französi- lchen Kompromitzvorfchlages bestätigt, der einen gemein: weit Schritt der Entente zur Regelung der Truppen­transporte nach Oberschlesien und zur Regelung der Frage der Verstärkungen durch den Obersten Rat zum Gegenstand hat. Ueber diese Antwort der englischen Re­gierung wurde in Paris folgende amtliche Note ausge- geben:Der englische Botschafter ließ dem französischen Ministerpräsidenten mitteilen, daß die englische Regie­rung dem Beschlusse Briands bereitwilligst zustimme und ihren Botschafter in Berlin beauftragt habe, sich mit feinem französischen und italienischen Kollegen in Ver­bindung zu setzen, damit ein gemeinsamer Schritt bei der deutschen Regierung unternommen werde. Man Wer-? der deutschen Regierung mitteilen, siefolle alles bereit halten, um dyrch alle notwendige Mittel den Transport der alltteriett Truppen durch Deutschland zu Metchtern, den die Lage in Oberschlesien in jedem Au­genblick notwendig machen könne." Da -er italienische Ministerpräsident Bonomt Anfang August nicht nach Paris kommen kann, wurde die Sitzung auf den 8*. Au­gust verschoben. Der Sitzung wird Lloyd George per­sönlich beiwohnen. Auch an die Vereinigten Staaten wird die Einladung ergehen, Vertreter zu der Konfe­renz zu entsenden.

Die englisch-französische Berstäudiguug.

w In Pariser diplomatischen Kreisen herrcht die An­sicht vor, daß die Verständigung zwischen Paris und London nur eine vorübergehende ist. Man nimmt an, daß bei der Verhandlung der oberschlesischen Frage im Obersten Rat Lloyd George seine für Deutschland gün­stigen Absichten nicht verleugnen wird. In anderen Kreisen ist man dagegen der Ansicht, daß die einzige Streitfrage nur die Frage der Entsendung von Trup- penverstärkungen nach Oberschlesien fern könne. Lloyd George hat bei seiner Denkmalsrede in Thane zum Ausdruck gebracht, daß die französische Regierung auch auf der kommenden Pariser Konferenz die Zertrümme­rung der schlesischen Provinz zu erzwingen versuchen werde, in dem sie den Fortbestand der Enteiste m die Wagschale werfen werde.

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nach eiNer Meldung des

^Temps" schon am Montag erfolgen. Ministerpraswent Briand hat noch am Sonntag dem srauoöuschen Bot- Nhafter in Berlin erstsprechende ^Wuffionw au^ lassen Die Tagung des Obersten Rates soll 810 Tage dauern da man sich unter Umständen auch mit der ruft N?cheu 'HuNgersnot und mit der Orientfrage selbst für den Fall beschäftigen will, daß die Vermittlung i er Alliierten nicht angerufen werden wüte.

Wann wird der Oberste Rat tagen?

^, Berlin (D. T. 3 ) WieHavas" meldet, ist der T^ der Zusammenkunft des Obersten Rates noch nicht endgültig festgesetzt worden, da die englische Regierung hte Wahl des Ortes überlasten hat, und die französische Regierung auch die Einladungen zur Tagung ergehen läßt.

Was Programm der Tagung.

maris. Es werden voraussichtlich an, der Sitzung des Obersten Rates nur die fünf Großmächte, Frmik- reich, Großbritannien, die Bereinigten Staaten, Italien und Favan, teilnehmen. Wenn aber außer der ober- icklesischen Frage noch andere Fragen zur Verhandlung kommen werden, dann können auch die anderen Staa­ten eingeladen weißen. Zunächst soll Belgien aufge­fordert werden, sich vertreten zu lasten, wenn nber^d^ Sanktionen" gesprochen wird. Die englischeu Vertre­ter sollen beabsichtigen, die Disknssion nicht nur aus die oberichlesische Frage zu beschränken, sondern auch die Aufhebung derSanktionen", die Verteilung der von Deutschland auf die Reparation gezahlten Summen und di«' russische Hungersnot auf das Programm oU setzen. Velaien säuerseits verlangt, daß, auch die geiziger Prozesse zur Sprache kommen. Außerdem ist Cy sogar iMhricheinlich, daß von griechisch-türkischer Seite dem Obersten Rat ein Gesuch um Vermittlung äugebt. Wei­ter ist sogar möglich, daß ein Antrag omgeht, um den Versailler Verträge «mznarbeiieu. Für die Tagung iol- len acht Tage vorgeseheu sein.

Die Zwanasmatznahme« nuberech.igt!

»^ Q6#7doiL (B 3.) Die Konferenz des Obersten Rates wird vom 4. August auf den 8, August verschoben werden ^lond George wird von diesem Lage au an der Konferenz teiluehmeir können, während er am 4.

: ?M"M ^ S' Ä der Zwangsmaßnahmen NN- i bisher alle BcrvMchiMt-

neu erfüllt und weitere Erfüllung zugesagt halr.

Frankreichs Antwort,

^ Rotterdam DasJournal" melde: aus Paris, daß'die französische Antwort an Lloyd George am Sonn- : abend nach London abgefandt worden ^ undMalin" schreiben über die frauzösMe Kcwinetts- sitzmigcu am Freitag und Sonnabend, daß da» Kali nett einstimmig den Vorschlag Briands gebilligt habe, on

Unmöglichkeit für Frankreich zu erklären, seine Stel­lungnahme in den schwebenden Fragen zu ändern.

Die Botschafter im Anmarsch!

« Berlin. Der englische, der französische und der ita­lienische Botschafter in Berlin haben am Sonnabend ihr Erscheinen im Auswärtigen Amt angezeigt, um eine ge­meinsame Mitteilung ihrer Regierungen zu machen.

** Berlin. Nach einer Meldung aus Mainz sind dort eine große Anzahl französischer Truppenverstärkungen eingetroffen. Da die Truppen dem Nancyer Korps an­gehören, dessen zweite Division für Oberfchlesien be­stimmt war, ist anzunehmen, daß Frankreich schon seine Vorbereitungen für einen Transport »er französische« Truppenverstärkunge« nach Oberschlesien über die deut­schen Bahnen trifft.

Die gefährdete Ernte.

Die Landwirtschaftskämmer für die Provinz Pom­mern hat an den Oberpräsidenten einen Bericht über die schwere Schädigung der Ernte überreicht, in dem u. a. gesagt wird:Die Landwirtschaftskammer möchte nicht verfehlen, darauf aufmerksam zu machen, daß durch die ganz außerordentliche Dürre in den letzten Wochen eine fast katastrophal zu nennende Schädigung der Ernte in weiten Teilen Pommerns herbeigeführt worden ist. Am allerstärksten sind die Sommersaaten, namentlich Hafer und Gerste, in ihren Erträgen beeinträchtigt worden. Beim Hafer ist die Ernteschädigung auf mindestens 50 Prozent zu veranschlagen.

Anch der Vorsitzende der Landwirtschaftskammer für die Provinz Schlesien veröffentlicht eine längere Aus­führung über die Ernteaus sichten in Schlesien. Es ist daraus zu entnehmen, daß Weizen und Roggen, bei de­nen mit künstlichen Düngemitteln nicht gespart worden ist, günstige Aussichten aufweisen. Die Sommerungs- gerste und der Hafer würden im Durchschnitt keine mitt lere Ernte liefern. Die allerschwerste Sorge löse die Fut­termittelernte aus. Es herrsche dazu bereits eine Fnt- ternot, wie sie seit Jahren nicht mehr zu verzeichnen war.

Aussichten für die Kartoffelernte.

Der Verband Deutscher Kartoffelinteressenten macht über die augenblicklichen Aussichten der Kartoffelernte Die Frühkartosfelernte ist gut, über Mittel gewesen, und die Herbstkartoffelernte dürfte sich, zumal aus ichwere- rem Boden, wieder erholen, sobald Regen kommt. Zur Zeit läßt sich die nächste Kartoffelernte durchaus noch nicht übersetzen. Vorzeitige Angstmeldungen können höchstens, ähnlich wie im Vorjahre, zu Angstkäufen und damit zu übertrieben hohen Preisen sichren Der Reichsverband Deutscher Obst- und Gemüiezüchter hm- geaeu äußert sich dahin, daß die dwsiahRge Kartoffel- er:ste eineMißernte" ergebe und ohne Einfuhr vom Ausland die größte Knappheit entstehen werde.

Die Futlermitielnot.

" Im Reichsministerium für Ernährung und Land­wirtschaft fanden Beratungen über Maßnahmen zur Be­kämpfung der infolge der Dürre entstandenen Futter- mittelnol statt. Im einzelnen ist aus dem Ergebnis der Beratulig folgendes hervorzuheben: sowohl von den Vertretern Rer Landesregierungen als auch von den Vertretern der landwirtschaftlichen Organlsativrien wurde besonders Gewicht darauf gelegt, daß jene Rot- staudsaebieic, die ganz besonders unter der Dürre zu leiden haben, bei der Belieferung mit Taus,chmais zeit­lich vorzugsweise berücksichtigt würden. Sie geringen Bestände an Kraftfuttermitteln, die sich noch im Beutz des Reiches befinden, namentlich Kleie,und Gersienfut- termehl, sollen nach Maßgabe des 5iui&mebWa^ jedoch unter Berücksichtigung der besonderen Norlage einzelner Reichsteile, den Ländern zur Versngung ge­stellt werden. Um wie bisher den Viehhaltern zu er- möalictzeu, sich die Futter- und Streuvorrate der öffent­lichen und privaten Waldungen wie in den Kriegsiah- ren zunutze zu macheu, soll die Bekauntmachnug über Str-eutzeide- und Weidennutzung vom 13. April 1916 aufrecht erhalten bleiben, wonach die-Bentzer von hor­sten und anderen nicht landwnsichaftlich genntzlen Grundstücken auf Anordnung der höheren Veinval- tungsbehörde verpflichtet sind, die ^iung von »utür- und Streumäterial jeder Art uhd das Weide» von v-no

begannen

der«

su gestatten.

6 MMionen Huttgerauswänderer.

Aus Moskau wird gemeldet, -as; eine ca. 8 Mil­lionen Menschen zählende AuswanSerermenge aus dem Wolgagebiet sich anf dem Wege «an, Moskan befurde. I Huttderttausende von tznugernden Menschen dnrchvrachen hier die militärische Kette, die gegen sie gemndt war »nd neu Geschäfte und Magazine z«,plnn- ____j. Die Pferde der dortigen Feuerwehr und Ka­vallerie wnrden geschlachtet. Die rote Infanterie wei­gert sich, von der Waffe Gebrauch zu machen.

Nach Feststellungen der Sowretprene erreicht der Fehlbetrag in der Ernte die fabeltzasir ^aül von "800 000 Tonnen Getreide. DasRadio" der «owlM tellt mit, daß die bitterste Hungersnot etwa nur 40 000 000 Men­schen drohe. Dabei wirb die Bevölkerung der Städte nicht mitgerechnet, die seit 1917 dn-mmeb an Hunger lei­det. In ganz Rußland gibt es eben sein Gouverne­ment und keinen Bezirk mehr, in dem die Ernte st" den Landwirt vollkornmen ausreichte. In verschiedenen Teilen Rußlands (Astrachan, Minsk) und Hungenevol- ien, Choleraepidemien und Judenpogrome entstaude«.

Und zur selber Internationale gef mit dem Weltkapiti die Hand nach den

to wurde W Moskau die rt Sie verkündete den , smnr und zugleich streckte lmosen dieses selben Wem, für das oo* ihm z*r Berz««

Maxim Gorki a« A«erik«.

, »»Wie aus R,ga gemeldet wird, hat Maxim Gor« im Aufträge Kameneffs an die Vertreter der amerfto- Nischen Hilfsorganisation folgende Depelche gesandt: Die Sowjetregierung findet sämtliche Bedingungen Hoovers emschlievlich der Freilassung der amerikaniswen Bürger annehmbar und schlägt zur Regelung der ®inv zelheiten «ne Zusammenkunft in Moskau, Riga oder Reval vor.

Bedingungen

>ung der amerikanischen

Ei«e merkwürdige H«»gerbckämpfu«g.

_ ** In der letzten Sitzung des russischen Zentral-Exe- kMiv-Komitees erklärte Trotz«: Die nächste Zukunft wrrd zeigen, daß die Leninsche Politik ein Trugbild ist. Das kapitalistische Europa haßt und wird lieber die Russen verhungern lassen, als ihnen Brot verschaffen. Es gibt also für uns nur eine« Ausweg, daß wir uns das mit Gewalt holen, was man uns nicht freiwillig geben will. Der erste Schlag muß gegen Pole« ge­richtet sein.

Die oh«mächtige Sowjetregierung.

** Kopenhagen. (8. A.) Wie aus Petersburg ge­meldet wird, sind dort Gerüchte verbreitet, daß die Sow­jetregierung gegenüber den Führern der Men'-chewikt erklärt haben soll, daß es ihr unuivglich sei, der Lage Herr zu werden. In Petersburg bat das Pawlowa- Regiment wegen der Herabsetzung der Brotration ge­meutert. Am nächsten Tage wurde das Regiment auf erneu Platz geführt, angeblich um militärische Uebungen vorzunehmen. Der Platz wurde von zuverlässigen kom- mnniMchen Truppen umringt und alle Soldaten, die bei der Meuterei eine hervorragende Rolle gespielt hat­ten, wurden vor die Front gestellt und erschossen.

Trotzki gegen genin.

* Kopenhagen. Flüchtlinge aus Reval und Riga berichten, daß die Stellung der Sowjetregierung durch die Hungersnot vollkommen erschüttert ist. In der leüte^JSiynr^^Ä^^^bTv^^ M t'uueu, "m o« die sozialistische Parrei vertreten sein soll. Die einzige Aufgabe dieser Regierung soll die Bekämpfung der Hungersnot fern. Trotzki widersetzte sich diesem Bor- schlag.

Furcht-ares Elend in Rußland.

w Kopenhagen. (L.-A.) In Moskau ereigtretert sich schwere Unruhen. Der Rgt der Volkskommissare bar ein Dekret erlassen, wonach es den hungernden Flücht­lingen verboten wird, nach Moskau zu kommen. Alle Pferde der Kavallerie, der Feuerwehr und der Drosch­ken werden geschlachtet, und von der halb wahirsiumge« Menge sofort roh verzehrt. Im Gouvernement Sa­mara herrscht die Choleraepidemie auf das Fni'chtbarste. Die ganze Bevölkerung ist auf der Flucht begriffen, wo­bei zahlreiche Flüchtlinge ihre Kinder im Stich gelassen haben.

Ttzürrngens Landtag aufgelöst!

Der Landtag von Thürinaen wurde Sonnabend durch einstimmigen Beschluß des Hauses aufgelöst.

Ein Antrag der Rechten, den Anslösungs-Antrag bis zum 30. August zu vertagen, um die Arbeiten des Unter-Ausschusses in der Angelegenheit Miiller-Bran- denburg zu Ende zu führen, wurde abgefeimt, des­gleichen ein Antrag der Demokraten, den Unterfinhungy« Ausschutz trotz Auflösung beizuvetzalten. Der Abitim- mung ging eine große politische Debatte voran», in der über die Ursache von der Notwendigkeit des RücktrettS der Rsgiernna und des Landtages von Vertretern Mer Parteien nochmals Stellung genommen wurde. Der Zeitpunkt der Neuwahlen ist noch unbekannt.

Der nette Landtag von Thüringen tritt am S. Okto­ber zusammen.

Nie wieder Krieg!"

w Um den Krieg aus der Welt zu schaffen, demon­strierten am Sonntag im Berliner Lustgarten die pazt- fistischen Bereinigungen, denen sich die Grotzberlmer Bezirksvereine der Mehrbeitssoziallsteu und der Unab- Häligigeit angeschlossen hatten., Das wmtige Wetter be­günstigte die Veranstaltung, die sich aus 11 mitIkujtf, Blumenschmuck und schwarz-rot-goldenen Fahnen aus- gestatteten Zügen zusammenfetzte. Im Liingarten be- : faßten sich insgesamt 27 Redner mit dem Fpema:Nw- : der mit dem Kriege!" Die Redner sagten etwa: Odwodi Deutschland die Sassen niedergkinn hab' und me une- ber einen Krieg wolle, könnten tue ,»«per.Mch» der Enteilte den Krieg immer noch nicht beenden. Ueberau, in Polen, sir Obsrichleiien und in der Türkei gehe der i Krieg weiter. Nur die Völkerversöhmmg könne dem Kriege ein Ende bereiten. Nach kaum 'Mündiger Dauer zogei' die Zeitnehmer der Verannattnng in geschlossenem Zuge davon. Zu Störungen ist es nicht gekommen. Zum Schluß des Demonstration verursachte ein alter Kriegsbeschädigter noch einen kleinen Tumult, wobei er teils ^ie Menge für, teils gegen sich vatie. Er forderte nämlich für die Veteranen von l^i. 66 und .87071 eine ' Erhöhung der Pensionen und erklärte weiter, bau die

ParoleNieder mit dem Kriege" nur dann Erfolg haben könne, wenn sie auch in den Entente-Ländern und um- seits des Ozeans ein Echo binde. Er fand mit diesen Ausführungen teils Beifall, teils Wider,pruch.