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Nr 188
Sonnabend, den 13. AnKUst
ISA
Abbruch der Pariser Konferenz?
Lloyd George reist aus i««erpülltischeu Gründen
nach England zurück. Französische KRißstimmnug
über die unnachgiebigs Haltung Lloyd Georges, tet Im Verlauf der Besprechurlgeu am Donnerslag röenö hat Lloyd George dem iranzöstschen Mmlsterpra- iidentert erklärt, daß er aus Irland Nachrichten erhalten !kabe, die feine sofortige Abreise «ach London notwendig machen. Er sei gezwungen, Paris Freitag nachmittag nieder an verlassen. Es wäre redoch möglich daß er die Reise im letzten Augenblick vermgen kounte. Falls öloyd George seine Abreise nicht vertagen sollte, wnje man w Stunde noch nicht, ob die Tagung des Obersten ftates svrtgesetzt werden könne und ob Lord Curzon m üesem Falle in Paris bleibt, um die Verhandlungen Vetter zu führen. Die «unachgcemge Haltung Lloyd Georges hat in Paris eine große Enttäuschung hervor- zerufen. Als Briand nach Rambouillet Mhr, erklärte man im Quai d'Orsay, wir sind vor einer Mauer a«. gelaugt, die nicht überschritten werden darf.
Wenn die Pariser Konferenz sich bei ihren Verhand- -ungen von dem Prinzip hätte leiden lassen, die Ent- cheidung über die künftige staatliche Zugehörrgkeft Oberschlesiens nach dem Grundsatz des Rechts und der xelbstbestimmung zu treffen, dann hatte es nicht fchwer -allen können, den Spruch zu Meth, «U. den die Welt ind vor cülevEE^ingMM?öMr mit so großer Ws- geduld warrÄi. Aber die politischen Strömungen, dre heute noch in den ehemals feindlichen Sandern borherr- chend sind und die Politik gegenüber Deutschland in ihrer unheilvollen Weise weiter beeinslussen, i'chlceßen 'fien eine Durchringung zum Prinzip des Rechts und äer Gerechtigkeit aus. Und unter diesem Einfluß stehen auch die Pariser Verhandlungen, die deshalb von An- S an zu? Unfruchtbarkeit verurteilt waren und we - Hes negatives Ergebnis sie bisher gehabt haben, zeigt deutlich die vorstehende Meldung. Man ist in poiltiver Hinsicht noch keinen Schritt weiter gekommen, üüd die Korsierenz wird wahrscheiulich abgebrochen werden, ohn- iah irgend ein Ergebnis erzielt worden ist. Dre inner- aolitischen Vorgänge in Britannien veranlaisen Lloyd George, vorzeitig aus Paris abzureisen und nach Lvn- jon zurückzukehren. Es ist kaum wahrscheinlich, daß »er Oberste Rat dann noch weiter tagen wud, .w^il die
■ st,>mi8sraae sondern eine Machtsrage ist, an der England in Wrkstem Maße interessiert ist. In dieser Tat- -ache liegt die Bedeutung und die Schwierigkeit des ober- iNrivNsiNeu Problems für die Entente. Vom deutschen Ebnuukte aus ist es umso bedauerlicher, daß das ^M««
leres bei dem Mutterland belassen wird, sondern daß entgegen dem Willen der Bevölkerung «e.Entscheidung m einer Machtsrage für die politische und militärische Vorherrschaft auf dem europäischen Kontinent gemacht morden ist Nach den heute vorliegenden Meldungen scheint es, als ob Lloyd George der französiichen Aus- Mssung doch noch immer den schärfsten Widerstand eut- gegensetzt. Auch Frankreich soll bereit sein, um denPre^
K'Lrhi^^ England nachzirge- ben und auch aus die Enrsendung von französtscheu Lruppenverstärkungen nach Oberschlesien^S« Eichten, die von Frankreich zu einer Frage des Prestiges erhöhen worden war. Aber trotzdem berechügt dies zu keinem Ovtimimus, beim die Komerenz hat sich auf die
her Teilbarkeit des Industriegebietes ge- Nm und darM liegt die gr-oße Gefahr für Deutsch- '.LP Vnß ser Oberste Rat doch gewillt ist, Stinte von dem unteilKen ObW herartszureißen und den Polen Seilen Im übrigen würde eine Vertagung der Ent- schechmm die Gefahren für Oberschlesien noch vermehren.
Keine Verstänbignng.
^ Verschiedene Pariser «»« PpAiaudlunaen der Konferenz bey Obersten almes roun als gescheitert betrachtet werden., Die Salswerstandi- renkommission hat ihre Beratungen immer noch n .llst at- aeschlrsisen. Eine neue Grenzlinie ist bisher neck, nicht ausgestellt worden. Briand und Lloyd George hatten iioehmals eine eingehende Besprechung, konnten ab zukeiner Einiguuq gelangem Die Besprechungen eauei- ten bis spät in den Abend hinein.
Der Meiunngskampf.
•>* Die Unterredung, die zwischen.Lloyd' George "> „ Briand nach dem Frühstück am Do nerstag morgen stattfand, dauerte länger als zwei Stunden und war zeitweise so lebhaft, daß man die Stimmen der Ministerpräsidenten auf dem Korridor hören konnte. Die beiden Premierminister brachten nochmals dw Grunde vor, die ihre gegenteilige Auffassung bestimmten. Bom George habe einige Zugeständnisse gemacht, sie waren aber so geringfügig, daß sie nicht zahlten, znn übtigen vertrat er den Standpunkt, den er in seiner Rede am
ersten Tage entwickelt bat.
Die schweigsame Pariser Presse.
h In Londoner politischen Kreisen ivundert mmi sich über die ruhige Haltung der gesamten Pariser PMe« Man nimmt an, daß die Presse von der französtscheu Regierung gewisse Instruktionen erhalten hat, Wer die Pläne Frankreichs größtes Stillschweigen zn bewahren.
Legierung genüge yinmuiumen erhalten bat, über Die iuwnc Frankreichs größtes Stillschweigen zu bewahren.
Die Ursache öer Stockung der Veratmrge«.
w Nach ÜB er ein stimmenden Meldungen aus Paris ist auf der Konferenz des Obersten Rates eine Stockung eingetreten. Ueber die Ursache läßt sich jedoch kein klares Bild gewinnen. Lloyd George reist voraussichtlich am Freitag nachmittag nach London ab. Man wird aber wohl gut tun, diese plötzliche Abreise Lloyd Georges mit den inneren Verhältnissen in England (die irische Frage), nicht mit etwaigen Unstimmigkeiten der Pariser
Konferenz in Verbindung zu bringen. Von London ist in Paris ein Flugzeug eingetroffeu, das die Antwort de Valeras über die irische Frage überbrachte. Ueber diese Antwort wird aber strengstes Stillschweigen be
wahrt. 1 -
Nachgeven Frankreichs?
>>* Man hat in französischen^ politischen Kreisen den Eindruck, daß der Ministerrat Briand, ehe er die Verantwortung für einen Bruch mit England auf sich nimmt, ermächtigen wird, den englischen Vorschlag an-
zunehmen.
»^ Genf. Wie atts den Blättermeldungen hervorgeht, haben die französischen Sachverständigen bei den neuen Beratungen über Oberschlesien in der Frage der Ent- c .....— ------—r±^-***gen nach Oberschlesien
Paris" meldet, daß die
~ le der Trup-
sendung von Truppenverstärkungen nachgegeben. Auch das „Echo de Parts" mei französischen Sachverständigen in der Fragc penverstärkungen von dem englischen Stand
Punkt durch
—^ Eiu netter Teilunasvlau.
■-tÄ ist am Donnerstag abend 6,50 Uhr nach seinen Besprechungen mit Lloyd George vom Hotel „Grillon" zurückgekehrt. Um 7,05 Uhr ließ Briand die sranzösischen Sachverständigen Fromageot und Laroche in sein Kabinett rufen. Er übergab ihnen einen neuen Vorschlag für die Festsetzung der oberschlestschen Grenze. Es bestätigt sich, daß Lloyd George Nachrichlen aus Irland erhalten hat, die seine Anwesenheit in England notwendig machen. Der englische Premierminister hat beschlossen, bis Freitag zu warten, um einen Entschluß zu sassen. Nach dem Ministerrat, der am Freitag tm Clysee stattfindet, wird Lloyd George eine neue Unterredung mit Briand über das oberschlegsche Problem
haben.
Frankreich für die Sforzalinie.
^ Nach einer Meldung des „Journals" äußerte sich Briand seiner Umgebung gegenüber, daß die Konzesgon
Frankreichs darin bestehe, die Grenzlinien des Gra
Skor nc
Ruhe.
der Retit Partie» »»»»^., ,„^ ,,—------„ die einzige Lösung darin bestehe, die Sforzalinie aNzunehmem Dadurch erhalte Deutschland imt den Kreisen Glenvitz uM Hindenburg zwölf Gruben und ein wichtiges Fa- 6li$(lSltft ein Versuch der Irreführung der öfsentli- cheu Meinung in Deutschland. In Wirklichkeit lehnt sich Me SÄ sehr stark den französischen Wünschen an. Frankreich gibt also bei Anerkennung der Sforzalinie nur ganz Unwesentliches von seinem ursprünglichen Standpunkt auf. Schrift!.)
Kein voreiliger englischer Schritt in Berlin.
~ Die englische Regierung sollte in Berlin schon vor der Pariser Konferenz unzweideutig zu verstehen gege- ben haben, daß die TeilungdesoS-rfchlestschen Judu- striereviers unvermeidlich sei. Wie das »B- T. hört, ist ein solcher englischer Schritt oder eine solche Mittec- lung in Berlin nicht erfolgt.
Vertagung der Entscheidung.
« Zürich. Die „Neue Züricher Zeitung" meldet: In Pariser ministeriellen Kreisen glaubt man nicht mehr daran, daß auf der gegenwärtigen Konferenz des Obersten Rates über die oberschlesische Frage ein Einvernehmen erzielt werden wird. Man rechnet vielmehr allgemein damit, daß die Fortsetzung der J®er£^ und die Entscheidung in einer neuen Konferenz erfolgen werde, die in einigen Wochen in London zufaunnentre- ten soll.
■m großen Un- sische Bolk be-
Die Entente und die rnsstsche Hungersnot.
Nach einer Havasmeldung besprach der Oberste Rat die Frage der Hilfe, die man Rnßlanö leisten wolle. Briand erläuterte das Problem. Die französische Regierung sei der Ansicht, daß die Versammlung des Obersten Rates an sich als uninteressiert an dem großen Unglück sich erklären könne, welches das russische Bofk betroffen habe. Alle Alliierten, besonders Frankreich dürfen aber nicht die Hilfe vergessen, die ihnen Rußland während des Krieges gebracht habe. Briand schloß, man solle sich den großen humanitären Gesellschaften, Jtoie Kreuz-Organisationen und dem Hnoverauvschutz anschließen, ohne daß jedoch die Hilfe offiziell sest^ Lloyd George erklärte sich einig in der Notwendigkeit, dem russischen Volk zn yeisen. Er wies auf dw Schwierigkeiten des ProbleinS hin, da 18 bis 25 Millionen von Hunger und Cholera betroffen seien. Der italienische Ministerpräsident Bonomi versprach die Ptitwirkung seiner Regierung, ebenso der Vertreter Japans. Der belgische Minister des Steigeren schlug die Einsetzung eines Sonderausschusses vor. Schließlich nahm der Oberste Rat einstimmig solnenbcn Antrag an: Es wird beschlossen, eine interalliierte Kommission an bilden, die beauftragt wird, die Möglichkeit der Hilfeleistung für die hungernde Bevölkerung Rußlands zu beraten.
Nach den in London vorliegenden Nachrichten aus Moskau wird die Hilfe des Auslandes zur Ernährung der Hungernden wohl zu spät konuneu. Zahlreiche Seu- (ben und Krankheiten beschleunigen den Tod der ausge-
hungerten Massen. Es sind verschiedene Missionen int»' terwegs, die auch über einige Schiffsladungen Lebens-.
Mittel verftigen, wovon einige im Hafen von Petersburg ankamen. Von Italien gingen zwei Dampfer nach Oöefsa mit Lebensmifteln ab. Amerikantfche Politiker, die sich in Rußland befinden, telegraphieren, daß nach ihrer Ansicht die Sendungen wegen der schlechten Transportverhältnisse nicht bis an den Herd des
Hungerelendes kommen werden.
Anrufung des Völkerbundes?
** Paris. (B. T.) um 11 Uhr vormittags verlautet, daß die Entscheidung über Oberschlesien nicht durch den Obersten Rat erfolgen dürfte, sondern dem Völkerbünde
vorgelegt werden solle. _
(Die Uebertragung der Entscheidung an den Völkerbund würde nur im französischen Sinne liegen. Wir kennen die Entscheidungen des Völkerbundes, in dem der französische Einfluß fehr mächtig ist, zur Genüge. Allerdings dürfte es in der oberschlesischen Frage doch sehr zweifelhaft sein, ob hier in Anbetracht der tatsächlichen Verhältnisse, die nicht verschleiert werden können, der Völkerbund im französischen Sinne entscheiden
AllerdiN!
würde. Schriftl.)
Neue polnische Angriffsplane.
Die Blätter berichten aus Warschau, daß in Sosno- wice in den letzten Tagen ein neuer Kriegsrat stattge-, funden hat. Nach den Ausführungen, die Pilfudski machte, soll gleichzeitig vom Süden und vom Osten her. in Oberschlesien eingebrochen werden, worauf gleichzeitig starke Insurgentenabteilungen aus Ratibor und Map- pitz nach Oppeln vorstoßen sollen, um die rückwärtigen
Verbindungen der Deutschen abzuschneiden. Der in der Versammlung anwesende polnische General Zelkgowskr gab die Versicherung ab, daß gleichzeitig nnt dem Angriff auf Oberschlesien er auch einen Angriff auf Ost- preutze« vortragen werde. Dieser Angriff sei bis jetzt schon in allen seinen Einzelheiten vorbereitet.
Ein deutsches Pfarrhaus in die Luft gesprengt.
w Das Pfarrhaus in Rogau ist, wie aus Ratibor gemeldet wird, von Polen in die Lust gesprengt worden.
Der Pfarrer ist deutschgesinnt.
Polnischer Ueberfall aus Ratibor.
»* Breslan. Die Polen haben wieder einen Ueberfall auf die Stadt Ratibor unternommen. Am Donnerstag abend versuchten einige Hundert polnische Insurgenten, in die Stadt einzudrittgen. Es kam, zu einem
ae der Aburteilung der rerregs- sichlüsse ihrer Regierung gebun- Regierung wünscht keine Fort- . B.y..i die deutschen Kriegsbeschul- deutsche noch durch alliierte Gerichte,
Keine Kriegsbeschnidigtenprozesse mehr?
Angst vor der deutsche« Gegenliste.
^ Der „Daily Expreß" meldet aus Paris: Die englische Delegation läßt keinen Zweifel darüber bestehen, daß sie auch in der Frage der Aburteilung der Kriegs- beschuldigten an die Be^"^""' ' *“
den ist. Die englische 1. setzrmg der Prozesse gegen Sigten, weder durch deuische —», ---^ ma ausgenommen in den Fallen gemeiner Verbrechen, die den deutschen Behörden zur Verfo.lMng an meiden seien. — hierzu wird weiter aus Parks gemeldet: Nach der Meldurig, daß England keine Fortsetzung der Kriegs- beschuldigtenprozesse wünscht, wird in polrftschen Leisen angenommen, daß England die H^^ausgabe der deutschen Gegenliste fürchtet. Eutwrecherwe Verhandlungen zwischen England und Frankreich sollen Bereits stattgesunden haben.
Antwort de Valeras an Lloyd George.
g-i- Die Antwort de Valeras auf die Vorschläge der englischen Regierung ist bereits gegen die gehegten Erwartungen eingetroffen. In der Downittgstreet beobachtet man darüber vollständiges Strllschweigen. In Whitehall ist man über das Eintreffen der AMwort de Valeras sehr erfreut. Austin Chamberlam wandte sich telegraphisch an Lloyd George und teilte ihm mit, was in der Antwort enthalten sei Tie plötzliche Wendung der Dinge wird zweifellos die Rückkehr des Ministerpräsidenten nach London beschleunigen.
Ernster Ton der Antwort?
»»In Londoner unterrichteten Kreisen behaupt^ man, daß die irische Antwort ernster Art sei, wodurch die Rückkehr Lloyd Georges veranlaßt werde.
Tagung der Sinufeiner-Parlamente.
w Das Sinnfeiner-Kabinett hat seine Vertreter in Rom, Paris nnt» Washington beauftragt, nach Irland zurückzukehreir, um einer Sitzung des Sinnfeiner-Par- laments beizuwohnen.
Keine sofortige Einberufung des Neichstages.
»* Der Reichskanzler hat den Neichstagspräsidenten Lobe und den Vorsitzenden des Reichstagsansschnises für Auswärtige Angelegenheiten, den Abgeordneten Dr. Strefemnnn, telegraphisch zu einer Besprechung nach Berlin gebeten. Wie arrs zuverlässiger parlamentarischer Quelle verlautet, liegt bis ,zur Stunde für die Reichsregierung keine unmisielbare Veranlassung vor, sich mit Dem Reichslagspräsidenten oder dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses zwecks Einberufung des Reichstages oder des Auswärtigen Ausschusses ins Einvernehmen zu setzen. Aber angesichts des Ernstes der augenblicklichen Lage erachtet es die Reichsregierung zweifellos für geboten, mit den beiden berufenen Vertretern des deutschen Parlaments möglichst enge Fttb-