Einzelbild herunterladen
 

Hersfelöer Tageblatt

Otten Raum 40 Pfennig, fite auswarrs oo p;ennig, . die Reklamezeile 1.50 Mark. Bei Wiederholungen : Nachlaß. Kür die Schriftleitung verantwortlich ;

Kranz Kunk in Hersfelö. Kernsprecher Nr. 8.

Anzeigenpreis für die einspaltige Petitzeile oder : ! Erscheint jeden Wochentag.der Bezugspreis te-

drrenRaum40pfennig,fürauswärts60Pfennig, : &r ^^^^^-^ «?v^W*vIW>t : trägt im voraus zahlbar, für Hersfeld 7.54 Mark,

. '" * ' f r durch die Post bezogen 7.80 Mark, bei freier Zu» | Amtlicher Anzeiger für öen Kreis Hersfeld :' ^ Kunks Buchdruckerei in Hersfeld.

Donnerstag, den ZL. August

1AL1

FranzSflsche OMuherzigteUen.

>h> Der Berliner Berichterstatter des PariserJour­nal", Helsey, der sich augenblicklich in Benthen aushält, gibt seinem Blatte von dort sehr offenherzige Betrach- kungen über die oberschlesische Frage. Er schreibt u. a.: Die Sorge um unsere Sicherheit verpflichtet und, zu wünschen, daß die oberschlesischrn Gruben und Fabriken, M wunderbar zur lluterhaltung einer Kriegsindustrie geeignet sind, und daß besonders eine Bevölkerung wie die oberschlesische, die so ganz hervorragend für das Waf- fettHandwerk sich eignet, unseren polnischen Frenndeu zugeteilt wird und nicht einem übervölkerten nittchtvol- len Deutschland, denn schließich müßte dieses Deutsch­land, das so grausam in einem Stolze verletzt worden ist und dem für ein halbes Jahrhundert drückende Lasten auferlegt und reiche Gebiete abgenommen sind, das sei­ner Flotte, seiner Kolonien beraubt wurde, keine Tu­gend besitzen, wenn es nicht an Rache denken tvollte. Selbst jene Leute, die berufsmäßig unsere Alarmrufe als übertrieben bezeichnen, sind gezwungen, zuzugeste- hen, daß ein deutsches Oberschlesten Gefahren für uns bringe. Wir umchen keine Ansprüche auf EroLerungen, wir haben keinen Ehrgeiz nach der Hegemonie, wir wol­len nur den Frieden, anet wir wollen einen dauerhaften Frieden und nicht im Jahre 1929 oder 1934 einen neuen Ueberfall abzuwehren haben.

Bekenntnis der Fransn in Luvlinii; zum Deutschtum.

fet In Lublinitz war von polnischer Seite das Gerücht ausgestreut worden, daß es dort nur noch polnisch ge- finttte Frauen gäbe. Auf dieses Gerücht hin fand eine spontane Kunögebttng der deutschen Frauen für das Deutschtum statt. Ueber 1000 deutsche Frauen gingen vor das Landratsamt, und eine Abordnnlrg begab sich zu dem englischen Obersten Viel mir der Bitte, einen Ein­spruch gegen eine etwaige Abtretung von Lublinitz an Polen für den Völkerbund entgegen zunehmen. Die Frauen erklärten, daß ihre Kinder uicht für Psleü, so na der» für Deutschland gekämpft hätten und gefallen seien. Der beste Beweis sei der Friedhof, wo Väter und Groß- -väter der heutigen Generation begraben sind, fülle Jn- schriften, die dort vorhanden sind, seien deutsch. Durch Bermittlung des eugttscheu Obersten wurde an Lloyd 'George und an den Völkerbund folgendes Telegramm abgesandt:Sämtliche Frauen von Stadt und Land -Lublinitz bitte», dafür eilt treten zu wollen, daß der Kreis Lublinitz bei Deutschland verbleibe." Ein ähnli-

Ä»» ^ Än SSesI S®ÄÄ der gmtet«»rten Kommission in Oppeln ein Schreiben überreiche,, lassen, Das ein geradezu erschütterndes Bild auf die Zustands in Oberschlesien nach der sogenannten Liquidierung des letzten Aufstandes wirft. Das Ganze ist eine schwere Anklage gegen das par eiliche Verhalten der Franzosen gegen die merK Anmaßungen der Polen, welche die scheußlichsten Berbrechen verübt ha­ben und noch verüben, und gegen kue polnische Regle- runa die nach wie vor entgegen allen Verstcherungen -geschlossene TrulwenverbÜnde nach Oberschlesten her-

gegen die nnei Polen, welche

-geschlossene

^Verschickt.

VnSeKlHirupfiSN-TrakLpsrle nach Oderschlesien

Für die Verstärkung der interalliierten Truppen in

Oberschlesten werden, wie bereits semeldet wurde, 3wec

Sdberschlesien werden, wie bereits gemeldet wurde, gwcc KttscheBataillone und eine französische Brigade vorn Rheinland nach Oberschlesien befördert. Dre Transporte beginnen am 28. August und laufen öie Sttecke Mattrs, Bischofsheim, Frankfurt a. M.-did, -Hanau-^tt B!au-

markt und Oppeln. Täglich werden vier Züge gefahren.

Fernhaltnug Korfantys von Oberschlesten.

ti Rotterdam. Nach einer Meldung derMorning- «oft" ans OppelN hat die Interalliierte Komunsston die Wickkehr Korfantys nach Oberschle,cen nicht genehmigt.

Neue polnische Ueberfälle.

a Rresla«. In Myslowitz, Pletz und Nybnik haben sich am Montag die Gewaltakte der Polen gegen die Dvnttchen wiederholt. In Pletz und Rybmk ist der An- «rlf ter Äe fit SoWmaleli »« »E-'M-» moI-Ahmin^ abgeschlagen worden. Die emge- brachten Gefangenen sind grötzteuteils junge Burschen von jenseits der Grenze.

Terror der Pole».

»* Oppeln. In Kattowitz ist eine größere Anzahl Flüchtlinge von der polnischen Grenze angekommen und tnhPH^ ausgenommen worden. Die Flüchtlinge berichten übereiltftiinmenb, baß die Gewalt­akte der Holen gegen die Deutschgestnnten wieder zu-

icn?

TZää«^ in direkte flvam iinfitifdic Eisenbahnerstreik in Poscn und Pom- . merellen hat begonnen. Bon zuständiger Seite wird aus loitaeteilt daß wegen der lluterbrechung des ; uoSM infolge des polnischen Eisenbahuer- vS fii/'He '^ Zentralstellen gebeten worden sind, schleunigst für Zlbhilfe der unhaltbaren Zustande Sorge trauen zu wollen.

Ein mww mwwvw m» ttmema,

ö» Paris. (D. W DerChicago Tribmm" wird aus Washington telegraphiert: Nach einer Kabinettssitzung ist ow erste autoritative Erklärung bezüglich der Natur der Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland abgegeben worden. Es wird bekannt, daß ein vollständiger Friedeusvertrag zu erwarten sei, der alle Maßnahmen für die Wiederaufnahme norma­ler Beziehungen zwischen den beiden Völkern vorsehs. Die amerikanische Negiermrg ist nicht geneigt, sich um die Kritiken zu befümmern, die erhoben werden, weil die Verhandlungen mit Deutschland geheim geführt worden seien.

Die Besetzungsdatter links des Rheins.

i» Rotterdam. DieDaily News" gibt eine Erklä­rung des englischen Antzemniuisters Lord Curzou zu dem Vertreter des Blattes wieder, wonach sich der Oberste Rat in seiner nächsten Sitzung auch mit der Frage der Frist der Befetzung des linken Rheinufers zu befassen haben wird. Curzon glaubt die Auffassclirg der englischen Regierung dahin .wiedergeben zu kön­nen, daß für Ettgland die Frist der Räuurung der be­setzten Gebiete von dem Tage der Rattfizierung des Versailler Vertrages durch Deutschland an zähle.

Dre zwette Wiesdadener Ksnferenz.

Die bevorsteheilde ZusammLüktsttst zwischen Löu- cheur und Rathenau in Wiesbaden wird in der Pariser Presse viel besprochen. Ueber den Inhalt der Bespre­chungen erfährt man, Satz es sich hauptsächlich um die Zollfrage handeln wird, da nach dem Beschluß des Ober­sten Rates bis zum 15. September die wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen aufgehoben werden und damit auch die Rheinzollgrenze wegsällt. Man wird sich über die Bedingungen unterhalten, unter denen der deutsche Im­port, vor allem für Fertigfabrikate vor sich gehen soll. Nach demOeuvre" werden über denselben. Gegenstand zu gleicher Zeit auch in Berlin Besprechimgeu statt» finden. Eindringlich rät der Abgeordnete Jean Fabry imJntransigeant", die Bedingungen für ein deutsch-- frauzösisches ZufammenarSeite» ausfindig zu wachem Er fügt u. a.: Sollte wirklich eines Tages der Fall ein- treten, baß die Entente auseinander geht, werde es.dann noch einen Friedeusvertrag geben? Nein!

tig herabzusetze«. W bereits von 3 auf 2

Kann DeMchland zahlen?

Professors I. M. Keynes in derzeitlichen Allg. Ztg. mit dem TitelGedanken über die wirtschaftliche Zu kunft" finden in Paris allgemeine große Beachtung und haben die gesamte Presse in große Verlegenheit versetzt. Es ist keinem einzigen Blatte gelungen, den iaanr- chen Darstellungen Keynes auch nur irgendwelche oe- gründeten Eiirwände entgegenzustellen. Die meisten Blätter wissen dem Engländer nichts anderes entgegen- zuhalten, als daß selbst deutsche Fmanz- und W-rt- fchastssachverständige die ErfWung des Ulttmatums für durchaus durchführbar haltest. DerTemps", der in sei­nem Leitartikel ebenfalls gegen Keynes polemisiert, ar­beitet mit einem ähnlichen Argument, möem er aus eine Denkschrift des zuständigen deutschen Nilmsterlums hm- weist, in welcher eine ganze Reihe von Bürg^sten aufgezählt wurden, die Deutschland in den nächsten Jahren seinen Gläubigern bieten könne. Sa^ Blatt lehnt die Schlußfolgerung ab, zu denen Keyires gelangt, nämlich die Forderung nach Erhöhung der deutschen Kohlenpreise und nach Herabsetzung der Be,atzungvko- sten, denn diese beiden Maßnahmen würden sich emdeu- tig gegen Frankreich richten. Dagegen ^^chnet bot Temps" mit der Möglichkeit, daß unter Umständen die Zahlungen in natura entsprechend vergrouert ^werden müssten. Um dies zu erreichen, sei eine Remiron des Artikels 10 des Londoner Abkommens wünschenswert. Am Schluß versucht das offiziöse stanzönsche Blatt, den Spieß umzukehren und aus den Darlegungen Keynes für Frankreich Vorteile zu ziehen und kommt zu dem Schluß daß die wichtigste Folgerung aus den Darle- anuaen Keynes' in einer sofortigen Revinon der Er­gebnisse der letzten alliierten Finanzkvnfercnz bestehen

E - ___

Rcichsteueruugszulageu.

lieber die Verhandlungen im Reichsfinanzm'niste- riutn über die Forderungen der Beamten und&W* stellten wird noch gemeldet: Die Besoldungsvorschlage der Regierung, die eine Erhöhung der etttzelnen Lene- ruuaszuMäae in den verschiedenen Ortsklassen um ie 15 Mpözent vorsehen, wurden von särntlichen Vertretern der Beamten und Arbeiter als unzureichend bezeichnet. Man einigte sich schließlich auf einen KowvromrMor- fiMaiL der Zulageti von 20 Prozent vorsieht. -reu ut Ortsklasse E eingestusten Beamten soll autzerdelu ein annehmbarer Ausgleich zuge sichert werden, .llsuur- derzulagen sollen in Ortsklaise A 200 Prozent, ^u B ititft E 175 Prozent und in D und E 150 Prozent gewählt werde,t. Für die Diätare wurde zugesagt, daß sie in den beiden ersten Jahren 95 Prozent und vorn werten Jahre ab baß volle Beamtengehalt bekommen solleG Den Arbeitern wurde eine Aufbesserung des Ltunden- lohnes um 85 Pfennig zugesichert. Die Auszahlung der neuen Gehälter und Löhne soll bereits am l. ^b- tember erfolgen, da die Regierung dein Reichsrat un­verzüglich eine entsprechende Vorlage überreichen wird. Diese Zusicherungen der Regierung wurden von den Organisationsvertretern jedoch nicht ohne weiteres an-

genommen, oa sie von oer Foroeruuq einer Min garantie nicht abgingen. Die bisherigen Zugestand der Reichsregierung würden den Reichshaushalt acht Milliarden belasten.

Dr. Wirth geht nicht Nach Genf. i

Englische Blätter hatten d.ie Frage aufgeworfen, wohl der deutsche Reichskanzler Dr. Wirth persönlich« in Genf auf der Sitzung des Völkerbundsrates den Standpunkt in der oberschlesischeu Frage bemeteit werde. WieDer Deutsche" aus zuverlässigee Quells hört, kann eine solche Reise des beutfeßen Reichskanz­lers nach Genf überhaupt nicht in Frage kommen und ist auch von den maßgebenden Stellen in keiner Weiss in Errvägung gezogen worden'. Man weiß in der Wil^ Helinstratze überhaupt noch zu wenig über die Atodali- täten und den Umfang der Bölkerbucidsverhandlungem

Der Wiederaufbau der deutscheu Handelsflotte.

Die deutsche Schiffsbautatigkeit war bisher in diesem

Jahre recht lebhaft. Für Hamburger Reedereien wur­den in den ersten sechs Monaten 1921 24 neue Dampfer, mit 142 000 Tonnen Tragfähigkeit in Dienst gestellt, da-; von der Hauptteil für die Firma Stinnes. Auch Itet-i tin und Bremen haben ihre Flotten erheblich vergrößert.:

Der frühere Hamburger DampferErna Wör-: mann", 5528 Brutto-Registertonnen groß, ist von dett Wörmann-Linie von der Entente zurückgekaust und, wieder im Hamburger Hafen eingetroffen. Er wurde nach der Werft von Blohm u. Votz gebracht, um öorq instand gesetzt zu werden.

Beratung der neuen Steuer» im Reichswirtschaftsrat. ;

^ Berlin. Der ReparationsauSschutz im Reichswirt-- schastsrat wird voraussichtlich am Freitag die Beratung gen über die neuen Steuergesetzentwürfe der Regierung Wirth beenden. Wie von gut unterrichteter Seite ver­lautet, ist damit zu rechnen, daß der Reparationsanss schütz des Reichswrrtfchaftsrates bat neue» Steuergei setze» feine Zustimmung erteilen wird, mit AusuahmS

der Tabaksteuer. . . 3

Preisabbau der bayerischen Bauern.

s^i München. (L. A.) Aus verschiedenen Bezirken Banerns kommt die erfreuliche Nachricht, daß die Bauern damit beginnen, die Preise für Sie «otmenöc Lebensmittel, wie Milchn Getreide, Kartoffeln frei,

Die TeltsruugsverhüuSluugc«.

^ Berlin. (V. Z.) Wie dieV. Z." hört, dürfte die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen der Re­gierung und den Organisationen der Beamten unb Ar^ bester est im Laufe des Mittwoch Nachmittags füttern« den. Den Besprechungen wird eine Kaburettsutzung vorausgehen.' In Gewerkschaftskreisen ist man der An-, sickst, daß sich eine Verständigung wahrscheinlich erzrmenf läßt, wenn beide Seiten Entgegeukounuen beweisen. e_a-- gegen wird in maßgebenden 'Kreisen der Beamtenver­treter die Lage weniger günstig beurteilt. f

Die neue Lohicveweguug.

^ Berliu. Die Lohnstreikbewegungen' der Berliner Industriearbeiter sind schnell in das kommuurstrsche Fahrwaster gelangt. Die radikalen Betriebsräte ut zahlreichen großen Fabriken haben sich für die Verbog pelnna des Lohnes ab 1. September ausgesprocherr. Miö der Möglichkeit eines größeren Teilstreiks ist zu rechnen/

Die in dem Hamburger Gewerkschaftshause, ta-. gende Konferenz der Arbeiterverbande der ucrsmicbc» mn Werftorte belchäftigte sich eingehend mit derLohu-, Zage. Es wurde fine Entschließung angenonmun, ors bestehenden Tarifverträge zu kintdigen und neue Ber-. Handlungen einzuleiten. -- ^ Deutschen Allgemeinen GewerkichastSbundes mU dem Arbeitgebervertreteni über die Gewährung von Teue- rungszutageil sind gescheitert. In allen Berufen wurden daraufhin in Berfmnmlurmeu StellMl zu der Lage ^ nommen und beschloßen, in den streif euisutretctt, da die Bedingungen der Zlrbeitgeber nmmnehmbar ntem

Der Streik ist ausgebrochen.

Oesterrcichisch-amerikaviscker Frieden.

w Wieu. (V. Z.) Mittwoch vormittag ist im Aus- wärtigen Amt der Friedensvertrag zwuchen Deutsch- Oesterreich uttb den Bereinigte» Staaten unterzerchnetz worden. , , . .

Belaicu will selbst Richter fein. , '

m. Brüssel. DerSott" meldet, daß das belgische Ka« binett beschlossen habe, die Prozesie gegen die deirtscheni KriegSbeschuldigteu nicht mehr vor demMiWgsrtcht mi Leipzig stattfinden zu lassen, sondern ue einem, belgr-s scheu Gericht in Brüssel Zuzuwcisen. Der M her ist mit den Vorbereitungen beauftragt worden. Zu-; flächst soll ein Prozeß gegen den Pottzeidirektor Kunye, uud Angehörige der deutschen Feldpottzor in Charleville, in Belgien geführt werden.

Italien und die Kriegsbefchuldigteuprozesse. ; w Zürich. DerSecolo" meldet aus Rom, daß sich: das italienische Kabinett in seiner letzten Sitzung mit der Frage der deutschen Kriegsbeichuldigtenprozene be­saßt hat. Eine Einignug in der Stellnugnahmc At^- lieus wurde jedoch nicht erzielt, Es wnrde beMoM.. diese Frage bis zur näduten Sitzung des Obersten J<a»

1 ^Eiuc Deputation der Helgoländer in Bonbon.

^ Rotterdam. Wie dieTimes" melden, wird bte. Eutfesttgung Helgolands bis zum 80. September beendet sein. Dem genannten Blatte zufolge M eine Dev>ti.V!