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Hersfelöer Tageblatt

Hersfelöer Kreisblatt"

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Nr. 205

Freitag- den 2. September

1921

Der Tag der DemsuskraMnen.

Die Verfassungskundgebungen am Mittwoch sind, wie von Anfang an befürchtet werden mußte, von tinks- radikaler Seite in weitestgehendem Maße für Agita- nonszwecke im kommunistischen Sinne ausgenutzt wor­den. Das geht deutlich aus den Worten desgroßkapi­talistischen Genossen" Adolf Hoffmann wie aus dem Ne­krolog hervor, den dieRote Fahne" den Demonstratio­nen im Berliner Lustgarten widmet. Auf jeden Fall aber sind die Angriffe, die darin gegen die Regierung gerichtet werden, lind die unverhüllte Aufforderung zum Klassenkampf mit nicht mißzuversteheuden Mitteln im Sinne der Verordnung des Reichspräsidenten Delikte, deren strafrechtliche Verfolgung angedroht ist. Es sei aber gleich ausdrücklich bemerkt, daß es nicht unsere Auffassung ist, mit den Zeitungsverboten in schärfster Weise vorzugehen, weil das unter Umständen ein zwei­schneidiges Schwert ist. Aber dennoch muß verlangt wer­den, daß die Hetze, wie sie in der letzten Zeit betrieben worden ist, auf jeden Fall unterdrückt wird, gleichgiltig, von welcher Seite sie ausgeht. Es wäre nämlich sehr verfehlt, wenn man einer Seite verbieten würde, der zügellosen Leidenschaft Ausdruck zu geben, während man es auf der anderen Seite gestattet. Nach einer autheu- tischen Interpretation, die die Reichsregierung Presse­vertretern gegeben hat, soll die Verordnung des Reugs- präsidenten in ihrer juristischen Bedeutung durchaus neutral gehalten sein und sowohl gegen die Verstoße von Rechts als auch die von Links angewendet werden, wenn auch die Ursache zu der Verordnung lediglich in der nationalistischen Propaganda zu suchen sei. , Hier­nach nmtz erwartet werden, daß die Regierung in der . Anwendung des Erlasses konsequent vorgeyt, um den Anschein zu verwischen, daß es sich bei der Verordnung des Reichspräsidenten ausschließlich um einNationa- llistengesetz" handelt. Für die Folgen, die ein sonhes Gesetz haben muß, gibt es ein warnendes Beumel in der deutschen Geschichte der (eilten Jahrzehnte.

Das deutsche Volk ist der Aufpeitschung der Volks­leidenschaften und der Unruhen übermüde. Es sehnt sich nach Ruhe, um in friedlicher Arbeit an den, Wiederauf­bau des Vaterlandes zu arbeiten. Hier müssen sich alle Vaterlandsfreuilde zu gemeinsamer Arbeit zusammen- fiiideil. Der Kampf gegen die eigenen VolMen»üentst ein trauriges Schauspiel, das mit der völligen Vernich­tung Deutschlands, der ersten Kulmnnacht der Welt, und seines Wirtschaftslebens enden muß. Vorn ethi­sch« und inoralischeu Standpunkt aus betrachtet, ist es aber auch ein schmutziges Schauspiel, das M Vrand- ^L^mulUi^r Geschichte unseres Volkes iem ^^ .

rufen auf die Republik, die Internationale und die Weltrevolution formierten sich mehrere Züge, die vom Operuplatze über die Taunusanlage durch die Kaiser- straße zogen. _ , ,

«' Essen. Gemäß dem Aufrufe der örer sozialdemo­kratischen Parteien und der freien Gewerkschaften hat­ten sich in den Straßen Tausende ihrer Anhänger ein­gefunden. Redner aller drei Parteien verurteilten dre Mordtat an Erzberger aufs schärfste und mahnten zur Einigkeit der arbeitenden Klassen. Nach einem Hoch aus die arbeiteudem Klassen setzte sich ein über eine Stunde währender Demonstrationszng in Bewegung. Zwi- schenfälle ereigneten sich nicht.

»» Hagen i. W. Auf der Sprenge versammelten, sich die Gewerkschaften von Hagen und Umgebung zu eurer machtvollen Kundgebung gegen die Reaktion und für eine Einheitsfront der drei sozialdemokrattschen Par­teien. Nach der Versammlung, die mit einem Hoch auf das internationale Proletariat schloß, bewegte sich ein Demonstrationszug durch die Hauptstraßen der Stadt.

e-t- Hamburg. Ungeheure Menschenma-fen beteiligten sich an der Kundgebung gegen den politischen Meuchel­mord und für die Republik. Ungefähr 40 000 bis 50 000 Menschen versammelten sich auf dem Heiligengetstfelde. Die Versammelten forderten rücksichtsloses Vorgehen der Regierung gegen die Nationalisten und Entlastung aller Beamten, die nicht auf dem Boden der revubUka- tttfdjen Verfassung stehen, sowie Aufhebung des Bela- gerungszustaudes in Bayern und Ostpreußen. Die Masse hielt musterhafte Disziplin.

Adolf Hoffmann spricht.. .

i-* In einer Demonstrati uns rede sprach Adolf Hosf- manu u. a.:Heute seid Ihr wieder in großer Zahl er­schienen. Ich sehe mehr Menschen als auf der ersten Friedensdemonstration. Wo wart Ihr, als unser un­vergeßlicher Karl erschlagen und unsere unvergeßliche Rosa ermordet wurde in einer Weise, wie noch nie eine Frau ermordet worden ist? Erst aus den Reihen der Bürgerlichen mußte einer erschlagen werden, ehe Ihr kamt. Mit Demonstrationen allein ist es nicht getan, Ihr müßt den Willen zur Tat haben. Bisher habt Ihr Euch für Eure Sklavenhalter, die Verbrecher an Euch sind, geopfert. Jetzt müßt Ihr für Euch, selbst eintreten. Ihr müßt Brust an Brust nicht nur für Euer eigenes Leben, sondern für das Leben Eurer Kinder erntetem Es gilt jetzt nicht nur die Freiheit der deutschen Repu­blik, sondern auch die der Proletarier."

Was dieRote Fahne" schreibt.

»* DieRote Fahne" schreibt über den Verlauf der Demonstration: Es muß gefragt werden und welcher Proletarier mag sich damit nicht erbittert getragen ha- heu, was fehlte dieser iuiposanten, noch nie gesehenen

. ....... . Angestellten

®S einträchtiaeZusammeriarbe^M^ früheren Mtz an ^ Donne zu c ^ und Va- sich seiner Pflicht gegenWer eigi>n unse- terlanbe bewußt sein. Noch umMweo^n » ^ wir W ^gfetÄlS U»

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Die DemoWrallonen tu Berlin.

^ Iu Berlin fanden am Mittwoch reprEkanische De^

NrMchKA Hannover^schritti

»uns der Verfafsung veoeunn. .s» Hsudenburg'." In die Demonstranten.^ in geschlossenen Breslau wurde dieTa^ in anderen Orten Räumen statMnden soM - mit, an denen der führten die Demonst anten ailigebängr waren. StaWelm und die dem ^ ^ h^ wohlgeordneten Von VA Ihr an vewegrem o ^r Repriblik, viel- Lüge, denen Fahnen in der E tra >ctt wurden, fach aber auch rote Fan.'cn v Straßenbahnen viel- nach dein Spinnern, so van Biete Hunderte von lach starke StörmMN eruru. öie fangenden: Plakatta eln zeigten Jnswrnlcu Reaktionl"Die Hoch die Republik!"Niederrmr^ ^^ ^Nieder einige Arvi'iterschas ügt ^'0 - ,-"Monarchis- mit den iiattonaluüWn n 'M'^ Andere Inschriften mus ist ^ieg mch Meucheli^ Her- lailteten:Fort mit dem B^a»^^^^ Lieder mit der uitfSiÄrwÄ5 * Ane a»-r M» E "" Neigung U Werzen. ^ bekannt geworden.

Bon an den Demoustrationen ,BÄÄÄ^

^bK^M«'^? die Reaktion ru Pwtesnern, ^^^^ Redner der Frauksur S in aroßen Umfange^ uAnsprachen auf die ^Ä«"»»^«^ '""" ^

de r^Temonsträtion käm äutzerltch N^ allein tun es Die roten Fahnen überall u. ^^Aemonstration ge- s L »Ä &**»(£ ®g monstratlon, E^Mkomwen. Das verrät nicht

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wir vier? So sprachfür die Re- der von Kroleiartern. <.?e utt§ Zjenern bis zum publik, die unv Hutmeru ht'^ ^ohnkämpfe mit Hilfe Weißbluten abvreßt' dw un ^e^ keine Wohnun-

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rinm des Innern mitzuüllen. ^ « Stunden eine Betreffenden Zeitungen '' .j . i.p j ^^ gleichen Be- schüstliche Begründung mitzuwuem ^w w Bersaimn- Ummungerc gelten auch unmittelbar nach Erlaß des Verbots ist der S aaiSanEchast Anzeige ^^^ das Vergehen zu «mchen, ba» die^ornno ^^.^^^ bots gebildet hat.Beschwerden g ge Beichsministerium der Orispoli-eibehörden stnb.an das^M^tinisier des

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rung das Verlangen gerichtet hat, künftighin keine Re-' gimentsfeiern mit Umzügen und dergleichen mehr z« gestatten. Die Regierung habe bereits eine derartige Zusage gegeben.

Bayern lehnt ab.

o-t Der bayerische Ministerrat hat beschlossen, gegen eine Aenderung des Ausnahmezustandes in Bayern auf- zutreten, ebenso auch gegen den die Freiheit und Ver­tragsrechte verletzenden, die alten Offiziere und Mann­schaften tiefkränkenden Uniformerlatz.

Bayer« und das Reich.

»* München. Die Korrespondenz der Bayerischen^ Volkspartet veröffentlicht eine neue Auslegung der Verordnung des Reichspräsidenten und erklärt: Diese Verordnung bedeute nichts anderes als die Zerschla­gung der Selbstäudigkeit der staatliche« Berwaltungs- rechte der Länder. Die neue Reichsverordnung habe den Kampf für oder gegen den Einheitsstaat in Deutschland wieder entfacht. Vom bayerischen Standpunkt aus nmtz! verlangt werden, datz in die oestehenden besonderen bayerischen Ausnahmebestimmungen von Reichswegen nicht eingegriffen werde.

Eine Nachricht von den Mördern?

** Karlsruhe. Auf der Redaktion derBadischen' Presse" traf Donnerstag morgen eine Karte folgenden! Inhalts ein:Gossensatz, den 28. Armust. Werte Re-- öaktton! In dem Bestreben, den Behörden keine unnö­tigen Schwierigkeiten zu umchen, teilen, wir Ihnen mit. daß wir den Brenner Hinter uns haben. Man mag W Oppenau urrd Griesbach berrthigt sein und den ausgebc^ tenen Apparat nach Hause schicken. Wir geben Jhnem anheim, von dieser Karte nach Gutdünken Gebrauch zm umchen. Conctator." Die Karte ist sofort der Staatsan-^ waltschast übergeben und es sind die nötigen Schritte uw-- ternommen worden, um festzustellen, ob es sich um ei­nen Versuch zur Irreführung der Behörde Haudeltzi oder ob tatsächlich die Absender als Mörder ErzbergerN in Frage kommen. _ _

>* Berlin. Entgegen anders lautenden Meldungen, wird uns aus zuverlässiger Quelle gemeldet, daß tm^ wer noch keine Spuren der Mörder Erbergers vorlie-- gen. Allein bei der Kriminalpolizei laufen täglich über» 50 neue Augabe« über die angeblichen Täter ein, die alles nachgeprüft werden müssen. Auch darüber, daß die Mür-- der nmh rechtzeitig nach der Schweiz entkommen sind^ liegen keine bestimmte Anzeichen vor.

Ein Kompromitz in der oberschlefischen Frage?

** Der Korrespondent desCorriere della Sera" beim Völkerbund teilt mit: ^Die beim Vizesekretär des Völ-' kerbundes Dtonnet am Mittwoch abgehaltetie Sitz,uns eder des Völkerbundsrates hat sich zu einer

TtCltC litttCX^L*«»»^^t^y VD^ÄÄN ein Kompromiß auf Gr««- oer vory « gen angestrebt werden. Bölkerbuud-

Frankreich droht mit Austritt aus oem 9«i7rtri-e.ei.ve w Die Privatbesprechungen zwnchen den Mtzgti

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