Einzelbild herunterladen
 

Kersfelöer Tageblatt

H«sM« RreisblsLL^

Mmürcher Mzerger für den Kreis HersDlK

MZsigenpreis für die einspaltige Petitzeile oder : deren Raum 4S Pfennig, für auswärts 6S'Pfennig, : ; die Keklamezeile i.50 Mark. Bei Wiederholungen r * -Lacklsß. * Kür die Schristleitung veoantrvortlich ; r Kranz Ku«k in Hersfetü. Kernsprecher Nr. 8.

: Erichtiat jede» Öodieaiag. Der Bezugspreis biträgt im voraus zabibar, für Bersfeld 9.60 Mk., durch r die Post bezogen 12.00 MK., bei freier Zustellung S ins Baus. Druck und Verlag von budmig Funks ; Bucbdrudrerei in Bersfeld, (Difglied, des VDZV.

Weeitag. den 16» September

^^^-^^^^^^^^"^^ D?y*^S«aeG*m iwiliigMgiBJ"ja.g

Nv. m

1921

Die IwKKWMKMsyMSN.

Nach den Beschlüssen des Obersten Rates vor Mo­natsfrist in Paris sollten die wirtschaftlichen Zwangs­maßnahmen am Rhein bis spätestens 18. September auf­gehoben werden. Es war bei den Pariser Verhandlun­gen gelungen, nach einem heftigen Meinungsstreit zwi- f&eii den alliierten Staatsmännern durch ein Entgegen- kommen Lloyd Georges in der oberschlesischen Frage in­sofern, als diese Sem Bölkerüunösrat zur Herbeiführung eines Gutachtens überwiesen wurde, der sich nun schon länger als 14 Tage mit der Angelegenheit beschäftigt, ohne zu einem Resultat zu kommen, die französische Regierung zu einem NachgeLen in der Frage der Zwangsmaßnahmen zu bewegen. Sie willigte dann un­ter gewissen Voraussetzungen zunächst in die Aufhebung der wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen ein, während die Entscheidung über die militärischen Zwangsmaßnahmen bis zur nächsten Sitzung des Obersten Rates aufgescho­ben wurde. Wir haben damals gleich die Befürchtung ausgesprochen, daß Frankreich in der Zwischenzeit doch wieder versuchen würde, neue Gründe für eine Hinaus­schiebung der Aufhebung der wirtschaftlichen Zwangs­maßnahmen zu finden, und daß der Regierung Wirth in ihrem Bestreben, so schnell als möglich die für unser Wirtschaftsleben so schädlichen Zwangsmaßnahmen zu beseitigen, von Frankreich neue Schwierigkeiten bereitet werden würden. Diese Befürchtung ist nun Tatsache ge­worden. Bis zur Stunde ist in Berlin noch keine Ant- wort der Entente auf die Anfrage der Reichsregierung wegen der Aufhebung der Zwangsmaßnahmen einge­troffen. In Anbetracht dessen, daß die Regierung noch- mals betont hatte, daß die Zwangsmaßnahmen im Ver- sailler Vertrag keine Stütze fänden und ihre Aufrecht­erhaltung nach Erfüllung der irn Londoner Ultimatum übernommenen Verpflichtungen völkerrechtlich ungesetz­lich sei, sowie, daß die Voraussetzung der Zahlung der ersten Golömilliarde erfüllt ist und die Regierung in ihrer Antwort gegenüber den übrigen Forderungen das weitestgehende Entgegenkommen gezeigt hat, bedeutet die Haltung Frankreichs einen schweren Schlag für die Re­gierung Wirth. Der Reichskanzler hat sich nach der An­nahme des Londoner Ultimatums immer wieder dafür eingesetzt, daß das Unrecht der Zwangsmaßnahmen ge­gen Deutschland aufgehoben werden müsse, wenn Deutschland die übernommenen Verpflichtungen erfül­len solle, und hat angedeutet, daß er aus der Nichiauf- Hebung der Zwangsmaßnahmen hie ßal^amjto^ würde. Die Regierung Wirth hat sich zwerfellos durch die Politik der Erfüllung Sympathien bei den Gegnern erworben. Aber diese Sympathien sind solange wert­los, als die Gegner sie nicht durch Taten beweisen, die Deutschland die Möglichkeit geben, frei von allen Schi­kanen wirtschaftlicher und militärischer Bedrückung sei­nen Wiederaufbau vorzunehmen. Nur durch eine freie wirtschaftliche Entwicklung ist es möglich, Zahlungen an die Entente zu leisten. Die Opfer, die uns auferlegt wurden, find so groß, daß eine gewaltsame Knebelung zu einer Katastrophe führen muß. Der deutlichste Be­weis dafür sind die Folgen, die aus der Zahlung der ersten Goldmilliarde schon entstanden sind. Wenn auch die gegenwärtige Teuerungswelle nicht allein eine Aus- wirkung dieser Zahlungen ist, so ist sie doch fynrptoma- tisch dafür, welchen Zuständen wir entgegengehen. Die unversöhnliche Haltung Frankreichs aber muß diesen Prozeß der wirtschaftlichen Zerrüttung noch beschleuni­gen. Sie würde ein neues Zeichen dafür, sein, daß Frankreich nur Deutschlands Vernichtung zum Ziel hat. Sollte das aber nicht der Fall sein, wie so oft von fran­zösischer Seite mit Pathos betont wurde, so ist es die höchste Zeit, daß Frankreich sofort die Zwangsmaßnah­men aufhebt, die sich durch nichts mehr begründen lassen, uns schweren wirtschaftlichen Schaden, der Entente im Verhältnis dazu aber keinen uermenswerteu Erfolg ge­bracht haben, und endlich auch seine Generosität beweist, die Briand auf der Pariser Konferenz des Obersten Rates auf die Rede Lord Curzons hin in schönen Wor­ten versprochen hat. Vorläufig aber fehlt uns noch der Glaube.

Paris. (F. &) Der 15. September ist von dem Obersten Rat bei seiner letzten Tagung in Paris als der Tag festgesetzt worden, an dem die wtrtfcWltiijenSank­tionen" in Deutschland aufgehoben werden sollten. Trotz­dem steht nunmehr fest, daß die Aufhebung derSanktio­nen" abermals hinausgeschoben wird. Wenn dies von französischer Seite, wie dieF. 3." schreibt, damit be­gründet wird, daß von Deutschland aus der sranzösische Export systematisch boykottiert werde, so ist dies ein Borwand, dessen Unbegründetheit wir erst dieser Tage an Hand der amtlichen französsichen Ausfuhrstatistik fest­gestellt haben. *

Protest gegen die Zwangsmaßnahmen.

m> Der Vorstand des StädtekreisverbandeS Köln der Deutsch-demokratischen Partei hat eine Entschließung gefaßt, in der u. a. gesagt wird: Der Fortbestand der wirtschaftlichen und militärischenSanktionen" ist ein Verstoß gegen den Versailler Vertrag. Dieselben Leute, die Deutschland die Nichtersüllnng des Versailler Ver­trages immer feit, treten für die Aufrechterhaltung der Sanktionen" ein. Deutschland hat nach besten Kräften die Bedingungen des Versailler Vertrages erfüllt. Die Aufrechterhaltung der wirtschaftlichenSanktionen" ge- sährdet die gesamte Volkswirtschaft in Deutschland. Die militärischenSanktionen" vergiften das politische Leben ^Sjiiuiaen^

Der Juristemag über die Zwangsmaßnahme«.

Die öffentliche Abteilung des deutschen Juristen- tages trat unter dem Vorsitz des Kamurergerichtsprä- sidenten Dr. v. Staff-Berlin zusammen und beschäftigte sich mit denSanktionen". Nach dem Referat von Pros. Dr. Meurer-Würzburg und des österreichischen Justizministers a. D. Dr. Klein-Wien wurde folgende Entschließung angenommen: Der deutsche Juristentag spricht als seine einmütige Rechtsüberzeugung aus, daß die sogenanntenSanktionen" widerrechtliche Gewalt- maßnahmen sind. Sie verletzen den Versailler Vertrag und das Völkerrecht.

Neue Besprechungen in Wiesbaden.

o^' Aus Paris wird die Meldung der Berliner Blät­ter bestätigt, wonach in Kürze mit einer treuen Zusam­menkunft der beiden Wiederaufbauminister Loucheur und Rathenau in Wiesbaden zu rechnen ist. Diese Be­sprechungen sollen dem Abschluß der Verbandlungcn über den wirtschaftlichen Wiederaufbau Nordfraukreichs Bienen. Bor allen Dingen soll die Frage der Rohstoff- «nd Kohlenliefernngen behandelt werden, über die man sich bei der letzten Zusammenkunft nicht einigen konnte. Ob dies neue Abkommen bereits am 1. Oktober in Kraft tritt, hängt von der Stellungnahme der Repara­tionskommission ab, die noch vor der endgültigen Rati- fizierung gehört werden muß.

VersZhKNAg k®$ Wiederaufbau.

ob- Eine Abordnung des Präsidiums des Reichsbürger­rates unter Führung des Staatsministers v. Loebell überreichte Mittwoch nachmittag dem Reichskanzler Dr. Wirth eine Resolution des Reichsbürgerrates. Die Er­klärung der Vertreter des Reichsbürgerrates, nach allen Richtungen versöhnend wirken und positive Mitarbeit beim Wiederaufbau Deutschlands leisten zu wollen, nahm der Reichskanzler dankend entgegen. Mit einer Schilderung der gegenwärtigen politischen Lage begrün­dete der Reichskanzler die Notwendigkeit der letzthin ee- gangenen Verordnungen. Die Aussprache schloß mit der Erklärung des Staatsministers v. Loebell. daß die Ver­treter des Reichsbürgerrates mit den vom Reichskanzler vorgetragenen Grundanschammgen einverstanden seien. Sie hoffen, daß durch gemeinsame Arbeit das gewünschte Ziel der Beruhigung der politischen Lage erreicht werde, flenderuiw der MWMuW des MMMW*.

Wie tto^O^Üjtf^Stc»

Berlin von ganz zuverlässiger Seite erführt, hat die preußische Regierung durch den Ministerpräsidenten Stegerwald die von der bayerischen Regierung und vom bayerischen Landtag formulierte Forderung nach Aen­derung der Verordnung des Reichspräsidenten vom 29. August auf das wärmste unterstützt, sodaß Preußen und Bayern in der Frage der Aenderung der Reichsverord- nung eine einheitliche Front bilden.

ob In einer gemeinsamen Sitzuitg der deutschnativna- nalen Fraktion des Reichstages und des Landtages wurde beschlossen, den Reichstaaspräsidenten zu ersu­chen, die Verordnung vom 29. August als ersten Gegen­stand auf die Tagesordnmrg des Reichstages zu setzen. Die Fraktion fordert alle Parteifreunde im Lande aus, allen ungesetzlichen und gewalttätigen Angriffen durch gesetzliche und verfassungsinäfsige Mittel unbeirrt ent­schlossenen Widerstand entgegenzusetzen.

Die Haltung der Bayerische« Bokkspartei.

»b Eine in später Abendstunde erscheinende parteiof- fizielle Darstellung der Korrespondenz der Bayerischen Volkspartei erklärt, daß in dem Verhalten der Bayeri­schen Volkspartei zum Ministerpräsidenten von Kahr keine Wendung eingetreten ist und daß kein Bruch der Bayerischen Volkspartei mit dem Bayerischen Minister­präsidenten von Kahr festgestellt werden kann. Die Kor­respondenz der Bayerischen Volkspartei habe ihre Aus­lassungen lediglich wegen der Einflüsse von außen her gemacht, um falsche Deutungen über die Haltung der Bayerischen Volkspartei gegenüber von Kahr abzu- wehren.

Götterdämmerung".

->* DieGermania" wendet sich in einem Artikel Götterdämmerung" gegen die Deutschnationalen und fragt sodann: Hat die bisherige bayerische Regierung mit ihren Organeil Kenntnis gehabt, daß sich in Mün­chen Verschwörer aufhalten, hat sie ebenso davon gemußt, daß sich Kappisteu dort umhertreiben, die steckbrieflich verfolgt werden? Diese Frage richten wir in aller Of­fenheit an die Münchener Herren, die dort bisher das Regiment geführt haben und die es nur verstandeu, sich nach links als stark zu erweisen. Auch die Reichsregie­rung wird um die Veaniworiuug dieser Frage uicht her­umkommen. Der Artikel schließt: "Noch ist die Lage in Dentschland M retten, noch ist nicht alles verloren, wenn nur alle aus Ben Fehlern der Vergangenheit lernen. Noch ist es möglich, auf dem friedlichen Wege einer ge­sunden Demokratie das deutsche Volk politisch empvrzu- führen.

Eirtbernfttna des bayerischen Landtages, *

** Der bayerische Landtag wird vom Aeliestenaus- schnß wahrscheinlich auf den 21. September einberufen werden.

Die neuen Steueroorlügen.

w Berlin. Die neuen Steuervorlagen der Regierung stehen nniniitelvar vor ihrer Berabschiednng durch den Reichsrat. Die Reichsregirung rechnet mit keinem Widerstand durch deu ReichSrat und hofft, daß die

Steuervorlagen unter allen Umständen dem Reichstag bei seinem Wiederzusammentrill vorgelegt werde« können und somit bald Gesetzeskraft erlangen.

Die Röichseiunahmen.

Vom 1. April bis Ende Juli stellten sich die C-uriah- men an Steuern auf 18,542 Milliarden (gegen im Vor­jahr 15,884 Milliarden), aus Zöllen, Verbrauchssteuern 4,003 Milliarden (mehr 1,031 Milliarden), an sonstigen Abgaben auf 0,282 Milliarden und im ganze« auf 2?,829 Milliarde« (mehr 16,733 Milliarden), ferner aus der Post- und Telegraphenverwaltung 2,082 Milliarden (mehr 0,963 Milliarden), aus der Eisenbahnverwaltung 8,052 Milliarden (ein Mehr von 3,049 Milliarden). Der Stand der schwebenden Schuld am 31. August wird auf 219,061 Milliarden beziffert. Vorstehende Uebersicht ent­hält das wirkliche Aufkommen an direkten Steuern, Ver- kehrssteueru, Zöllen und Verbrauchssteuern einschließ­lich der eingezahlten Zölle und Steuerstundunaeu und abzüglich der Ausfuhrvergütung und der noch aüsstehen- den Stundungen ohne Abzug iraendwelchrr Verwal­tungsausgaben.

Die Mitwisser am Erzkergermord.

sb- In Mische« sind im Laufe des Mittwoch 10 Per­sonen feftgeuornmen worden, die nach den bisherigen Ergebnissen der Untersuchung Zu den Mördern Erzber- gers in Beziehung gestanden haben. Bei den Verhaf- teten handelt es sich um Reserveoffiziere der Marine und um Studenten, in keinem Fall um bodenständige Bayern oder Münchener, sondern um Leute, die sich erst seit kürzerer Zeit, angeblich zu Studienzwecken, in Mün­chen aufgehalten haben. Die Namen der Verhafteten sind: Manfred von Killinger, Erhard Kautter, Alfred Hoffmann, Herbert Müller, Fritz Otto Henrich, Karl Schneder, Johannes Lene, Student Ulrich Bbintzsch, Student Wilhelm Bollinger, Scudent Karl Siebel, von Killinger wurde in Augsburg verhaftet. Er hat dem einen der Täter, dem Kaufmann Heinrich Schulz zur- Flucht aus München verholieu, hat Schtilz im Auto zur Bahn gebracht, ist mit ihm abgereist und wollte jetzt nach^ München zurückkehren. Ferner hat von Killinger, um den Mördern die Flucht zu erleichtern, deren Gepäck bei! sich aufbewahrt. Die übrigen Verhafteten sind verdäch­tig, in den Plan der Mörder eingeweiht gewesen zu fein, trotzdem aber keine Anzeige erstattet zu BnBen, so« daß die beiden Täter Schulz und Tvllesen den Mord auch una-'st"'^ «Evrei vcrbakieken "^lMenken^lno ebenfalls der Mitwisserschaft verdächtig. Bollinger befand sich gerade auf der Fahrt von Augs­burg nach München und wurde im Zuge festgenommen. Plintzfch wurde auf dem Bahnhof München verhaftet, wohin er gekommen war, um Bollinger abzuholen und zu warnen. Der Fortgang der Erhebungen in Mün­chen liegt in den Händen des Generalstaatsanwalts Schlimm aus Karlsruhe und des Staatsanwalts Bür­ger aus Offenburg.

Sslbstbezichtignng des Mordes an Erzberger.

» Der von der Potsdamer Polizei verhaftete Mann, der sich als Leutnant Hütter und Mörder Erzbergers bezetchnet, bleibt Bei seiner Selbstbezichtignng. Die Po­lizei bezweifelt aber feine Angaben, zumal feine Per­sonalbeschreibung mit der des Mörders nicht iden­tisch ist

Der Uebermachnugsattsschutz.

»» Berlin. (B. Z.) Der Ueberwachurmsausschuß des Reichstages ist ant Donnerstag kurz vor 11 Uhr zusam­mengetreten. Zu Beginn der Sitzung richtete der sozial-i demokratische Abgeordnete Müller-Franken an den an­wesenden Reichskanzler die Anfrage, ob der Regierung etwas über die Beteiligung der Deutschuationalen au den Verschwörerzentralen bekannt sei. Reichskanzler Dr. Wirth verwies auf die seinerzeitigen Nachforschun­gen des preußischen Staatskommissars Dr. Wertzumum die ergeben hatten, daß die Ehrhardt-Leute sich im Vor­jahre in der Nähe von München förutlich verschanzt hat­ten. Auch sei mit einiger Sicherheit sestgestellt, daß Ehr- Hardt im Polizeipräsidimn aus- und eingegangen sei.

Zweiter deutscher evaugettscher Kirchentag.

Auf dem öeutfchen evangelischen Kirchentag in Stuttgart erstattete der bayerische KirchenprüsideM D. Veit deu Bericht über das dritte bedeutsame Thema.Dia evangelische Kirche «r»d die Schule". Ein Zeichen der Wichtigkeit dieses Gegenstandes waren die überfüllten Galerien. Der Redner ging davon aus, daß die Schule nicht zum Kampfplatz, sondern zum Gemeimchaftssaat- feld werden solle. Das Ziel der Erziehung soll nicht nur die Bildung der Einzelpersönlichkeit, sondern zugleich die Eingliederung in die höheren LebenSgemeiuschasten Familie, Volksgemeinschaft, Staat und Kirche fein. Alle diese Lebenskreise sind gleichmäßig berücksichtigt im christlichen Erziehungsstile. Trennung von Kirche und Schule darf nicht etwa den Streit der beiden Erziehmrgs- faktoren um die Seele des Kindes bedeuten, sondern soll nur veraltete rechtliche Formen beseitigen, um die na­türlichen Beziehungen von Schule und Kirche in bessere Form zu bringen. Die evangelische Kirche läßt der Schule völlige Freiheit in ihrer Ausgestaltung und freut sich jedes Fortschrittes echter Volksbildung, da die cvan* gelische Frömmigkeit urteilsfähige Menschen fordert. Um der Einheitlichkeit des Schullebens willen ist das Ziel am besten in der Bekenninisschule aufgehoben, in der alle Fächer des Gesinnuligsunterrichts, die Lehrper- sönlichkeiten und die Behandlung der Schüler vom (Seine des religiösen Lebens getragen und befruchtet sind. Die Kirche denkt nicht daran, die frühere Unterordnlmg der Schule unter die Kirche wieder verzustellen. Wenn sie