hersfelöer Tageblatt
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He«rfprechev K«. 8.
Nr 222
Dotmer-tag, dem BÄ. September
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11 im UkU W SOI
** Die „Köl«. Zig." schreibt in ihrer Morgenausgabe vom 21, September: Aus im allgenteine« guinnter- richteter Quelle geht uns folgende Meldung zu: Ich Höre, daß Las Zentrum den preußischen Mnisterpräsi- -entenposten Dr. Porsch übertragen will und Satz Ste- gerwald das Kultusministerium erhalte« soll. Diese Er« «ennuugeu fm6 jedoch nicht endgültig. Inzwischen haben wegen der Umbildung der Reichsregierung Verhandlungen zwischen der Sozialdemokratie in Görlitz, «er Denischen Volkspartei in Heidelberg und dem Zentrum in Berlin stattgefunden, die folgende Grundlage haben sollen: Man will unter allen Umständen Sirese- mann mit Rathenau im Kabinett haben, und ersterem das Ministerium des Aeutzer« anbieten. Rosen wird eine Gesandtschaft bekommen. Man würde ihm Washington anbieten, nimmt jedoch an, daß er wieder nach dem Haag geht. Unter der Voraussetzung, datz die Deutsche Bolkspartei das preußische Finanzministerium erhält, soll der Sozialdemokrat Keil das Reichssinauz- ministerium erhalten. Zentrum und Sozialdemokratie legen, wie ich höre, auf das Verbleiben Wirths keinen Wert mehr- Als sein Nachfolger wird der Reichstags- präsident Loebe genannt. Die Verhandlungen find «och nicht abgeschlossen.
Kombinationen.
** Der „Vorwärts" schreibt: Die „B. 8." stellt in ihrer Dienstag-Abend-Ausgabe die Behauptung auf, daß die Verhandlungen zwischen dem preußischen Mi- nistervräsidentLN Stegerwald und der Sozialdemokratie über die Regierungsumbildung in Preußen schon soweit gediehen seien, daß nur noch ein Görlitzer Parteibeschluß die Veröffentlichung der neuen Ministerliste verfügen müsse. TaMchlich bringt die „V. Z." bereits hie Verteilung der Ministerposten unter die Pariere« und nennt als sozialdemokratische Minister sogar Severing, Otto Brann und Professor Dr. Radbruch. Wie die „P. P. R." auf Rückfrage in Görlitz erfahren, nt diese Sensationsmeldung eine völlig aus der Luft ge- griffene Kombinativ«. Hingegen hat am Dienstag nt Görlitz eine Privatbesprechung der dort anwesenden preußischen Landtagsabgeordneten stattgefunden, die sich vollkomuren darüber einig waren, daß vor dem Zusammentritt des Landtages von der sozialöemokratifchen
i>kr die Parieren
ist vom Parteivorstand, der Kontrollkomm i nkön und dem Partetausschutz, also von allen Parieiinstanzen, eine EUtschlietzUNg eingebracht worden, deren wesentliche d^Auf di^Teilnahme a« der Regierung der Republik »«'^
m lL Me dwige, N- °°» »g-r *e ekfteMgJ und grundsätzlich auf dem Boden der republikanischen Staatsordnung und des demokratischen Selbstbestimmungsrechts des Volkes steht, weil diese den günstigsten Boden für die Erringung der sozialistischen Gesellschaft bilden. Die Sozialdemokratie darf, daher nicht warten, bis sie imstande ist, die ganze Regrerungsgewalt allein zu übernehmen, sondern sie muß versuchen, auch vorher schon zur Sicherung der republikanischen Staatssorm ihre politische Macht in die Wagschale zu werfen um so mrch der Richtung ihrer sozialistischen Ziele näher zu kommen. Die ist jetzt umso notwendiger, als die Not des deutschen Volkes die Anspannung aller Kräfte erfordert. Die Sozialdemokratie ist bereit, zu diesem Z^ck mit anberett Parteien in Reich und Landern in der Regierung zusammenzuarbeitett, wenn mit diesen Parteien Zne Verständigung über ein Arbeitsprogramm möglich ist, das folgende Grundforderungen enthält:
' Anerkennung «ud Berte,dignng der ^p«biik, Si- chernua des demokratischen Selbstbesttmm«ngsrcchtes W Alles im Reich »rtSS'Ä®
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^WtFÄW »I« *«»W «anna der allaemeiuen politisckien Lage im Benehmen ÄM Sfess SÄr1' mit?S Deutschen Bollspariei ist recht ausführlich gewesen Als erster hat Gweibemann aefprocüeu» beiseit Au^ führungen wir bereits gestern gebracht haben. .Durch die .Erklärungen Scheidemanns war die .tt^ Dp-
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^,a?ä^«ernstc,n tra?f«r^ mit der Deut-
ÄSSK Die Opposition bat einen Antrag !,^-^ackt der die ResoM der Partei dahin avü». Ä nun ^bafi bte ^SbemuErafie nur mit Parteien : S8ÄS?u&. m » «»NS L*Ä
ħ^W^k8ÄÄ->»»»E"^"^«-» eilte dieweil ®eo6tterimg ,«t W™- SrwK1 je»? KonsolidteÄn/der Repnblik unbedingt notwendig Grafen Oppersdorf in Genf wird in polnischen
sei. Man sei davon. überzeugt, daß die wirtschaftlichen Leistungen ohne Teilnahme der Deutschen Bolkspartei nicht aufgebracht werden könnten. Otto Braun erklärte, daß die Partei vor der Entscheidung stehe, ob sie weiter rein agitieren will oder regierende Partei werden wolle. Aus der Konsequenz der Umstellung zur regierenden Partei ergebe sich auch die Forderung des Zusammenarbeiten mit der Deutschen Volkspartei. Der ehemalige Minister des Innern Severing setzte sich ebenfalls energisch für die Koalition mit der Deutschen Volkspartei ein und erklärt, es sei nicht einzusehen, warum es sich leichter mit dem katholischen Arbeitgeber Thyssen arbeiten laste als mit dem evangelischen Volksparteiler Stinnes.
Der Abg. Hermann Miller verwahrte sich dagegen, daß ihm ein im Jahre 1920 gebrauchtes scharfes Wort gegen die Deutsche Voltspartei jetzt vorgehalten werde. Diese Aeußerung, sei damals richttg gewesen, aber sie Wäre nur für die Zeit bestimmt und auch nur für die Zeit richtig. Jeder Politiker Wisse sich verbitten, daß solche Worte kanonisiert werden. In der Politik lägen keine Ewigkeitswerte. Politik sei keine Wissenschaft, sie sei eine Kunst. Radikale Reden zu halten sei aber kein Kunststück. (Heiterkeit. Beifall.) HeMe müßten die Sozialdemokratin: eine ganz andere Lömttsgüstmmng aufbringen, Es handele sich für die Sozialdemokratie jeüt gar nicht um die Deutsche Bolkspartei, sondern allein um den Schutz des Regierungsprogramms, mit dem die Republik erhalten und geschützt werden solle. Wer sagt, daß mit der Deutschen Volksvartei nur arbetter- feindlich regiert werden könne, der unterschätzt die Stärke der Sozialdemvkraiischen Partei (Beifall.) Gerade die volksparteilichen Minister seien zudem im Kabinett Fehrenbach für die Unterzeichnung des Londoner Ultimatums eingetreten. Würden diese Politiker unvernünftiger handeln, wenn sie zusammen mit den «o- ziaiksten in der Regierung sitzen würden? Der Parteitag müsse äüsfpreHen, daß die Sozialtemorratte mit allen Parteien Zusammenarbeiten wolle, tue mit ihr ;e- des Attentat auf die Verfassung abzuwehren bereit seien.
In der Rcstnmion des Partelvorstandes der Meür- Seitssozialksien über den Eintritt in die Regierung ist das Wort „Gründförderungen" nunmehr durch das Wort „Mmdestsordernngeu" ersetzt und der ganze Absatz dahin geändert worden, daß die Fraknoneu nn Einverständnis mit dem Partei Vorstand über den Emtritt von Parteigenossen in die Regierung entscheiden sollen. Die Resolution wurde in der Na.chmittagssrMrig am
67 Stimmen angenommen. Dannt sind alle anoeren tn dieser Sache gestellten Anträge erledigt.
Der Parteitag nahm ferner einen Anerag betreffend die Bildung einer einheitlichen proletarischen Parier am Alle inerteren Einträge, die sich auf die Bereinigung mit der USP. beziehen, sind damit erledigt. Angenommen wurde auch ein Antrag, der das Schreiben über parter- taktische Fragen in bürgerlichen Blätteim verbietet. Der Antrag Loebe auf Schaffung eures reprrblikannchen Abzeichens wurde angenommen, abgelehn: dagegen mit großer Mehrheit ein Antrag, wonach.zur Parte: mcht gehören kann, wer Mitglied eines Krreger- und Milr- türvereins ist. Weiter rvurde der Nacymittag dann aus- aefüllt mit dem Bericht d.s Abg.. Hoch über die Tang- keit der Reichstagsfraktion und einem Rewrar des Abg. Keil über die Steuer fragen. Keil brächte eine Resolution ein, in der es heißt, daß dem Fiuauzeleud nur erfolgreich gesteuert werden könne, durch nermmpertett Notenumlauf, durch Festigung des MaEnrses und Herstellung des Gleichgewichtes im Reichsyausbalt. Neben, der Weiterbildung der BesitzsteuergesMebung „und ihrer scharfen Durchflihrung mästen die Lachvermögen für Sie Beseitigmrg der Finanznot w Anspruch genommen werden, allerdings unter Sclwn.mg des Wnui^^ chen und kleinbäuerlichen Besitzes. Zur Ersüllung der ReparationSverpflichtungw muß die Einfuhr aller rttcht unbedingt notn»enLiaen Gebrauchs- und Genußarükel möglichst behindert und die Ausfuhr durch Steuerung der Produktton unter Aufschließung des Auslandsmarktes befördert, der Balutagewtnn an Ausfuhrwaren erfaßt werben. Der Reichstagsabgeordnete Georg Schmidt sprach über die Ernährnngslage und empfahl eine Reso- lutton, die die A«fheb««g der Zwattgswirtschast verurteilt, die Regierung auffordert, alle Bestrebungen zu un- erMitzeu die das Einkommen der arbeitenden Klasse heben sollen und den Wucher unterbtnöem Hermann Mül- ler brächte eine Entschließung ein, in der das Verbleibe« Dderschlesicns bei Deutschland und die Aushed»«« der Zwaugsmatzuahme« am Rhein gefordert wird.
Absperrung der polnischen Grenze.
« In Lipine sind seit einigen Tagen englische Truppen einactroffen, die in der Stadt Quartier bezogem Englische Truppen werden auch in die Gegend »veiter östlich von Lipine nach der polniscl>en Grenze zu kom- mem Es steht zu hoffen, daß mit dem Eintreffen der Enaläuder in diesen Gebieten die Abspereung der pol- «isäe« Grenze, die dort, solange die Franzosen dort waren, stets offen war, streng durchgeführt wird und es so den kongretzpolnischen VEen ^tzeru mw AgM- torerr unmöglich sein wird, nach Oberschlesien Heremzu-
kommen.
Graf Oppersdorf in Genf.
»» Genf. Der bekannte oberschlesische Grotzgrund^- sitzer Graf Oppersdorf ist in Genf eingetroffen. Sein Eintreffen wird in Zusammenhaug gebracht mit den Be- fcßlimen des Bölkerbuudsrares, die Wünsche der> over- schlesischen Bevölkerung zu hören. Die Aukunst des Grafen Ovversdorf in Genf wird in polnischen Kreisen
mit Germgtnttng begrüßt. — Sollte Graf Opp««>oM wirklich in der oberschlesischen Frage von dem BVtter» oundsrat als Zeuge und Sachverständiger vernomme« werden, so muß die dringende Forderung erhoben werden, daß neben dem oberschlesischen Renegaten, der nur; eigener Interessen halber das oberschlesische Volk ins Unglück gestürzt hat, der selbst weder deutsch noch pvl*i nisch ist und somit auch keinen Anspruch auf Glaubwür-- digkeit hat, auch noch andere, vor allen: qewiffeichafte oberschlesische Gewährsmänner gehört werden.
Die Erhöhung der Eisendahutarffe.
Wie die „D. A. 3." aus dem Reichsministeriu« erfährt, werden die neuen Eisenbahntarife ab 1. Dezember sich folgendermaßen gestalten: Sämtliche Fahrpreise des Fernverkehrs einschließlich der Fahrpreise für Hunde,. Arbeiterrückfahrzeitkarten werden um 80 Prozent erhöht. Die Erhöhung erstreckt sich auch auf die Schnellzugszuschläge. die künftig in der ersten Zone bis 75 Kilometer in der ersten und zweiten Klasse 10 Mark, in der dritten Klasse 5 Mark, für die zweite Zone (76 bis 150 Kilometer) in der ersten und zweiten Klasse 20 Mark, in der dritten Klaffe 10 Mark und in der dritten Zone (bei Entfernungen von über ISO Kilometer) in der ersten und zweiten Klasse 30 Mark, in der dritten .Klaffe 15 Mark kosten werden. Die Preise der Nachtösekarten (20 und 3 Mark) sowie der Milttärsahrkarten sollen vorläufig noch unverändert bleiben. Die neuen Fahrpreise für Bahnsteig, Bettkarten sowie die übrigen erhöhten Gebühren sollen noch bekanntgegeben werden. Die Vorar
dem vorläufigen Eisenbahnbei-
beiten für die Tariferhöhungen im Güter- und Tiervev-i kehr, die abweichend von den Erhöhungen im Personen-1 verkehr bereits am 1. November in Kraft treten sollen/ sind voll im Gange. Auch für diesen Tarif soll, wie das' genannte Blatt erfährt, ' '
rat eine gleichmäßige Erhöhung von 30 Prozent vorge-; schlagen werden, die voraussichtlich in Form eines rohen Zuschlages zur Erhebung kommen wird.
Die neue Erhöhung der Postgebühren.
Im Reichswirtschaftsrat teilte Staatssekretär Stes dow mit, Laß die Erhöhung der Posttarife, wenn sie eine wirkliche Deckung des Fehlbetrags herbetfützren sollten, über 100 Prozent gehen müsse. Dennoch werde die Post-i Verwaltung versuchen, mit einer 3ü- bis lbprozeuttge« Erhöhung auszukommen und Ersparnisse auf anderen Gebieten herbeizusühren.
»-» Maunhe plofiousnngküch sehen find, hat ffä
rfttttficit noch garnicht abz«s woch morgen zwischen % nn» ereignet. Dort flog in der dafadrik ein Gaskesfel i» die
Lust. Die Folgen waren entsetzlich. Drei ArbeUcrziig«, die die Arbeiter nm 8 Uhr zur Arbeit dringe«, würd«, unter den Trümmern begraben. Die Zahl der Toten schätzt man auf a««äher«S 1000. An den Häusern in Opvan unS Ludwigshafe« ist kein Fenfter mehr ganz. Zahlreiche Häuser st«d eingeMrzt. Die KraukenHänfer in Ludwigshafen find bereits überfüllt. Sauitätsauw- mobile fahren ««unterbrochen über die Rheindrütke zwischen Lndwigshafen und Mannheim. In Oppau wurden Schulkinder auf dem Wege zur Schule tells schwer verletzt, teils getöret. Ludwigshafen gleicht einem grotzen Kriegsschanptatz. . „ o
Auf der Uvglücksstelle brennen bret weitere Gas« kestel. ««d es besteht Gefahr, daß auch sie noch explodiere« werden. Die Explosion war sehr stark. Trans- misstouen im Gewicht vo« 100 Zevkuer« mürben bis m-H Mannheim hinein geschleudert. In Opvan und «nd- wiqsvafe» sind zahlreiche Dächer adgedeckt worden I« einigen Straßen Ludwigshasens liegen die Glasschnden stttzhoch. Anch in Mannheim habe« die Fabriken nnfer der Expl-sto« gelitten. Auch dort ^Reiter aeWet v«d teils schwer verletzt worden, selbst in Heidelberg ist ein Schade« vo« über 100 000 Mark entstanden. Die Fernwirkung der Katastrophe war autzerordentlich «»tz. In Frankfurt sind an mehreren Stelle» Fensterscheibe« gesprungen. Die Erderschütiernng war von einem
d«mpfe« Getöse begleitet.
^ Lildwiasbafe«. (F. R.) Auch jetzt läßt sich der Umfang der Katastrophe in Oppau noch nicht übersetze«. Da» Trüutmerfeld ist zu groß und die Rauumng der Trümmer zu schwierig. In der Fabrik waren zur Zeit be^ Unfalls etwa 800 Arbeiter beschäftigt. Es ist kaum cm- zunehuren, daß davon viele oder uberkmupt lermmo a dem Leben davon kommen wird. Außerdem rst tu bir Umgegend eine große Anzahl WohnGuser zerstört, z i Teil völlig bem Erdboden gletchgemacht. Man kam: er = nehmen, daß auch hier viele Hmwerte von Mensch^i" benzu beklagen sind. In: ganzen dürften wert Wer 10. Persmierr der Katastrophe zum Opfer gefallen sein. D" Aufräumungsarbeiten sind äußerst schwierig: ste we den von Sicherhettsmannschasten und französiichem M litär, sowie »mt der Zivilbevölkerung durcvgefü Eine Gefahr für die Explosion des dritten cw^ fels scheint zur Zeit nicht ureSr zu besteHen. Ji wigshafen mußten im Laufe des Vormittag Stadtviertel geräumt werden, solang die Etplosio'- fahr bestand. — Im bermchbarten Mamrheim und üi l Bororten, die in der Richnmanach der
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