HersMöerTageblatt
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U±!±±Ä^ Amtlicher Mzeiger für den Kreis Hersfel- s°^°^LSi°L^«1
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Nr 334 Donnerstag, >ew 6. Oktober 1921
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ItaflfilIK! Ä MWWKöKVMKMZ. I M MW bekanntgegeSen. Am Mittwoch mittag um ’ Tz™ i Uhr sollen interne Besprechungen der Führer der Jn-
- dustrie über die Frage der Gold- und Devisenbeschaf- ; fung stattfinden.
w Der Reichstagsausschutz für auswärtige Ange- ^genheite» beschäftigte sich am Dienstag in vertraulicher Sitzung unter dem Vorsitz des Abgeordneten Dr. StLZe- »nanll mit dem zwischen den Ministern Dr. Rathenau und Loucheur vereinbarten Wiesbadener Abkomme». Nach einem ausführlichen Vorfrage des Reichsministers Dr. RKtheKau und piuer längeren Rede des Abgeordneten Dr. Helfferich unterbrach mittags der Ausschuß ferne Beraurugen, um sie nachmittags 3 Uhr wieder ßuf= Hunehmen. Nach der Mittagspause stellte der Reichs- lustizminister Dr. Schiffer in längeren juristischen Ans- -fuhrungLN fest, daß sich das WiesSadener ALkoMMe» rnnsrtzslb des Rahrneus des Friedensvertrages halte. Der Vertrerer des Reichsfmanzministeriums berichtete sodann ausführlich über die AnfbringNAg der ersten Milliarde Golsmark nach Sem Ultimatum. - An der Dis- kussion,beteiligten sich außer den Abgeordneten Dr. Kelfferich Dr. Stressmann von der Deutschen Volks- partsi, Dr. Spähn vom Zentrum, Dr. Gsthein von den Demokraten, Bernstein von den Sozialdemokraten und Dr. Breirscheid von den Unabhängigen. Die Sitzung . dauerte bis in die späten Nachmittagsstunden. Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, hat der Auswärtige Ausschuß das Wiesbadener WieSeranfban-WSkoMme» ohne Aenderung genehmigt, so daß seine Ratifizierung durch das Plenum des Reichstages gesichert erscheint.
Daraufhin hat sich Wieueremfbauminifter Rathenau nach Wiesbaden begeben, wo Mittwoch oder Donnerstag die Unterzeichnung der mit dem Abkommen im Zu- . sammenhang stehenden Nebenverträge durch den fran- zösischen WieSeraufbauminister Loucheur und Rathenau stattfinden wird.
Sie BedingungeH für die WMWWgA.
i«: Das „B. T." bersichtet: Die Demokraten und das Zentrum haben ihre Zustimmung zu einem etwaigen Eintritt der Nnabhängigen in die Reichsreqierung von folgenden drei Bedingungen abhängig gemacht: 1. sollen die Unabhängigen sich unzweideutig auf den Boden der Verfassung stellen: L muß zuvor eine Einigung über ein gemeinsames Regiernngsprogramm erzielt werden, und 3. soll Sie Deutsche Bolkspartei in eine evtl. Koalition mit den Unabhängigen hineinbezogen werden. — Im übrigen rußen die offiziellen Verhandlungen von Partei zu Partei, bis der Reichsverband der deutschen Industrie zu der Frage der Beschaffung der Goldmil- Itarde für die nächste F '— ^asshs
- für Sie Ausbringung der ReMraiwnszahlungen und das neue Steuerprogramm, die bei den Besprechungen über die Regierungsumbildung gemacht worden sind, sind nach einer Meldung aus Berlin folgende:
1 Den dringendsten Geldbedarf fou das von der Regierung eingebrachte SlensrpLoMKMM decken. 2. In Voraussetzung des Verzichtes der sozialöemokralismen Forderung aus Erfassung der Sachwerte soll eine ve-- schlenntgte Erhebung des zweiten Drittels des ReMs- noiopscrs mit einem Zuschlag von etwa 15 Prozent in Kraft treten, die die Besitzer der Sachwerte stärker heran- ' zieher und die Besitzer von Papiergeld schonen soll. 3 Da das Einlaufen der Ertragmise des Reichsnocopsers frühestens im Jahre lö23^raktM in Erscheinung ^treten wird, soll das Augebst der Judnftrie dem Reiche den notwendigen Geldbedarf schaffen. . _
Es unterMt zur Zeit der Prüfung ourch die Sozial- demorraten, ob dieser Vorschlag geeignet ist, eine Abgeltung der sozialdemokratischen Plane auf Erfassung der Sachwerte darzustellen. Bei Verwirklichuna vorstehend skizzierter Pläne würde nicht das Reich Schuldner der Industrie werden, sondern die von der Industrie zur Bersügung gestellten Krediie wurden als, Vvrausbezah- r»»a Anstiger Stsnern betrachtet und aus-diese verrechnet werden. Die ursprüngliche Forderung einer 8pro- zentigen Diskouiiernng der geliehenen Beträge hat die Industrie bereits fallen lassen. Die Sozialdemokraten sollen unter gewissen Sfoutelen derett fein, den: Plan der Deutschen Volkspartei ihre Zustimmung zn geben. Die ' Aussichten für eine Koalition von Stresemann bis Scheidemann werden nach einer Berliner Meldung nach wie vor als günstig bezeichnet. ,
Die Volkspartei gegen den Eintritt der Unabhängigen.
Die „Naiionalliberale KorrefpEöeuz" teilt mit, die Deutsche Volkspartei sei für ein Zufammmgehen mit den Unabhängigen zwecks HerstelluM^iuer Regierung»-- front von Stresemann bis Brettscheid nicht zu haben. Eine Möglichkeit, die Verhandlungen durch Hinzuziehung der Unabhängigen zu erweitern, Wehemur, wenn gleichzeitig auf die Teilnahme der Deutschen Volkspartei verzichtet werde. ,
Die zögernde HaUnng der Sozialdemokraten.
M^ Wie ans Berlin gemeldet W.'Miautet in Ä lamentarischeu Kreisen, daß die Sozialdemo^ vor dem 10. Oktober, dem Tage der Berlmer Stadiver- orbneieowahl, sich darüber schlüssig lüften- *i^^ . welche SteMmg sie |Usö.Wto,.&^
der Deutschen Volkspartei in die Regtecung einzuneh- MÄ Es ist mit einer weiteren Verzögerung ; der Kabinettsumbildung im Reiche zu rechnen.
Die Besprechungen in Berlin.
m Berlin. Die Besprechungen von Partei zu Partei ■ find bis Mittwoch mittag 11 Uhr noch nicht wieder auf- - genommen worden. Die Avlehnnngi der ^egiernngo- Vbtldnug mit den tlnabbängigcn durch die Deutsche VEsvartei war bis Mittwoch mittag den Parteien noch
egrernng einzuneh- Itcren Verzögerung
Die „Germania" zur KaMAeitsttMbMung.
W Die „Gerwanca" erklärt, sie könne nach allen Er- sahrungen der letzten Jahre sich zu einem großen Optimismus nicht Msschwingen. Dazu sei der Gedanke zu groß, daß sich die Deutsche Volkspartei und die Unabhängigen auf einen Boden praktischer Zusammenarbeit gemeinsam mit den Mittelparteien finden könnten. Taten sie das, dann ständen wir vor einer plötzlichen Hebung unserer deutschen Wirtschaftslage, wie sie bisher auch der größte Optimismus kaum erhoffen durfte. Die Deutsche Volkspartei hat bereits angedeutet, daß-sie mit den Unabhängigen, die von ihren Forderungen nicht abgehen werden, nicht Zusammenarbeiten könne.
Keine NückirittsaLfichien Dr. Wiritzs.
d» Berliu. (L. A.) Die Nachricht eines Berliner Ntorgenblaties, wonach der Reichskanzler, der zurzeit eine längere Reise augetreten hat, sich mit Rücktrittsabsichten trage, wird an zuständiger Stelle als haltlos bezeichnet.
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Die KegiernngsumSildunK in Preußen.
^ Berlin. Die Fraktionen des preußischen Landtages werden am Freitag dieser Woche ihre programmatischen Forderungen für die Regierungsneubildung dem Ministerpräsidenten Stegerwald ein reichen. Alsdann dürste bald die Umbildung des preußischen Kabinetts erfolgen, die vor der Umbildung des Reichskabinetts beendet sein soll.
Me VLfchKffuAI VSK DemfsA.
^ Der ReichsverbanS der deutschen Industrie hat einen Arbeitsausschuß eingesetzt, der die weiteren Verhandlungen zwischen der Industrie und der Regierung führen soll. Dieser Ausschutz tritt am 13. Oktober zu seiner ersten Sitzung zusammen. In Kreisen der Ju- dustrie steht marr der geplanten Aktion optimistisch gegenüber, umsomehr, als bereits auf die ersten Zeitungs- nachrichken hin mehrere Anexbietungen beträchtlicher Anleihen seitens großer amerikanischer Finanzgruppen in Berlin Simegangen sind, die sich bereit erklärt haben, ihre Vertreter zur Ausnahme der Verhandlungen nach Deutschland zu schicken.
Der Industrielle Arbeitsausschuß setzt sich zusammen ^^^^^^^^^-^ ^^;-.,.^ -r>^.^
HenntÄ BsrM ■
«■ Berlin. Für Donnerstag nächster Woche hat. der Reichskanzler die Führer der deutschen Industrie und der Landwirtschaft zu einer Besprechung ge- lKden. In dieser Besprechung soll verfufti werden, zu einem Abschluß der Verhandlungen zu gelangen, uur den immer größer werdenden DevifeubeSars des Reiches ab 1. November sicher zn stellen.
WrasTkLaMchS KxedAsNMKeLs.
^. Berlin. (B. Z.) Als ein gutes Borzeicheu für die Deviseuhilfe dev Industrie ist anzusehen, datz, als der „Newyork Herald" Sie ersten Nachrichten, über Sie geplante Aktion der deutschen Industrie.gebracht hatte, sofort einer der angesehensten amerikanischen Finanz- männer ein Angebot herüberkabelte. An diesem Tage ist von einer anderen amerikanischen Gruppe brtenud das Angebot zur Uebernahme eines für Deutschlands Handel recht bedeutenden Betrages angelangt, und zwar sind diese Arwebote nicht an Amerika erkannte Männer der deutschen Industrie gerichtet, sondern an den Sketchs- verband der deutschen Industrie bezw. öce Namen, die die erste „HeraM'-MelöNNg genannt hat. Die Amerikaner bieten sich an, ihre Bevollmächtigten nach Deursch- land zu senden und erbitten KaMan wvrt des Reichs- uerdandeS. Wie schon auf der Münchener Tagung oe- tont wurde, Buden es sich aber Nicht allem darum, ame-. :»» SS»““ ^"^BerUn.^Me^'N^ daß die BerhandUrngen zwischen den Vertretern der Industrie und der Reichs- regierung über das bekannte Attleiheangebot sosort wieder ausgenommen würden, entspricht ufttden Tatsachen. Die Angelegenheit verMt sich tatsächlich folgerl- dermaßen: Die Judustrieverireter Imden in München einen Ansschutz dranfiragO die Vorschläge dnrchrnarbei- ten und zu formuliere». Die formulierten Vorschläge sollen am Dienstag der Reichsregieruua vorgelegt werden. JNzWistbeli werden auch in der KoalitionsWSe keine weiteren Verhandlungen stattfinden.
Neue EchZhturg der P^ftiarife.
Der „Lok.-Anz." berichiet. der Beirat der Rerchspost- nerwattung befaßt sich in den nächsten zwei Wochen mit einem Gebührenentwurß der die Steigerung der bisherigen Sätze aus etwa das zehnfache der Friedenspreise vorsiebt. Postkarten im Orisverkehr sollen »0 Pfennig, nach dem Reich 75 Pfennig kosten, Telegramme SV Pfen- nig je Wort, Brief 1—2 Mark, je nad) Gewicht, Pakete im Reich 4 bis 6 Mark. Begründet wird die Preis' fteigeruna damit, daß Sie RciclMostvcrwattung ein Defizit von 2 Milliarden 45 Millionen Mark auszu- weisen hat.
Sie Mark nur noch 5 Pfennig wert
•* Das GoldaufgelS, das bisher 900 Markbetrug, wird mit Wirkung vom 20. Oktober auf 1900 Mark er-
hötzt. Damit ist offiziell gesagt, daß man für 100 Gold« mark etwa 2000 Poprermark zn zahlen hat. Es steht akst» die Mark auf 5 Pfg.
Sie KsMrMs der deutschen Giueluzeu.
fk* Ein französischer Pressevertreter meldet der Ageucs Havas aus Berlin: In den Verhandlungen der Garantiekommission mit der deutschen Regierung beschränkte sich die Tätigkeit der Garantiekomnrission auf die Ein- sichtnahme in Sie deutsche Zahlungsfähigkeit der nächsten drei Monate und auf die Entgegennahme deutscher- Anregungen und Wünsche. Die Garantiekommissiou kann zu den Berliner Beratnngen erst nach ihrer Rückkehr nach Paris Stellung nehmen. Das deutsche Ent- gegeukomme;r in den bisherigen Sitzurrgen wurde allgemein anerkannt. Man glaubt aber nicht, daß die deutschen Maßnahmen fernerhin für die Erfordernisse der Reparationszahlungen genügen.
Belgien und die dentschen Zahlnuge«.
** Brüssel. Der belgische Premierminister erklärte, daß Belgien bis jetzt von den ihm zustehenden zweretu- halb Milliarden Franken, die die Verbündeten Belgien zugesprochen haben und. die von den deutschen Zahlungen vorweg an Belgien zu zahlen sind, M Prozent ei- baltU habe. Der Premierminister gab der Soffnang Ausdruck, Saß zehn bis Zwanzig Prozent noch im Laufe dieses Jahres eingehen würden.
Die Bssatprngskosisn.
_^ Genf. Dem Pariser „Temps" zufolge ist von Deutschland die Zahlung der ersten Rate auf die Ve- fatzuugskostrn zum 15. Februar zw ' Gesantthohe der Kosten wird auf ze _ beziffert, deren Zahlung nur in Räten möglich ist.'
Verhandlungen über die Nöte WWW.
Mark
sX^^01 dlm Dienstag haben die Verhandlungen der Rerchsremerung mit der Entente über die Zurücknahme der Bersügung des Generals Rollet gegen die öyWW Polrzecorgansiationen begonnen.. Der deuilche Botichafter in Paris hat am Dienstag dem Boffckwfte> - rat das Gesamtmatcrial der deutschen RLMernnä untere breuet, in dem HarZelegt wird, daß die von General Rollet geforderte Aufhebung der Organisation der Schutzpolizei die S-cherheit im Reiche aufs schwerste, gefährden wurde und deshalb unannehmbar fei.
Einladung zur Cobler-zer Kouferesz.
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--v— «...- ~.w «U,,»vrKWiMWmK zumumrentreten soll. Die Einladung aeb> von dem Prä- flöenöen des SachverstänSigeukomiiecs aus.
Die Entscheid»,?g des BölkerbunSsrates.
..^Paris. (F. Z.) Nach Meldungen aus Genf soll die Beratung des Bölkerbundsrates über die ober -Kle- sische Frage unmittelbar vor dem Abschluß stehen. ÄM dem „TempS" wird der Rat spätestens am GormsSE oder Sonntag seinen Vorschlag zur Kenntnis des Obersten Rates bringen. Die vom Völkerbund vorgeschla- geue polnische Grenze sei für Polen weniger günstig als die Ssorzalinie, doch hofft der Rat, Polen durch gewisse Kompensationen zu entschädigen. Wirtschaftliche Interessen Deutschlands in den an Polen fallenden Gebieten sollen nach dem Vorschläge des Völkerbundsrates durft eine Reihe von Maßnahmen, wie die wirtschaftliche Autonomie, Ein- und AusfuhrerleiHternngen, finanzielle Deckung und Befreiung von Zollabgaben, gesilsiint werden. ‘
Tatsache oder nur Wunsch?
»-. Paris. (B. T.) Ueber Sie Entscheidung des Völkerbundes in der oberfchlesischeu Frage teilen der „Ma- tin" und das „Echo Se Paris" eine Version mit, die von der Meldung der „Jnsonnation" abweicht. Danach soll eine kleine Aenderung der Ssorzalinie (!!) zu Grinsten Polens beschlossen worden sein. Das Industriegebiet soll der Verwüstung" einer Interalliierten Kommif".... ohne Vollmacht übergeben werden. Deutschland und Polen sollen ein Wirtschaftsabkommen schließen, daß alle etwaigen Schwierigkeiten der ZiMtUst. die sich jetzt noch nicht voraussehen lassen, ordnen soll. Beide Länder sollen sofort in den Besitz der ihnen zugesprochenen Gebiete gesetzt werden.
Won
Wie der kramst« im 89einlond lsS!.
Bekannt ist die Tatsache, daß die BesatzuugSttupMn am Rheirr eine außerordentlich gute Verpflegung erhalten. Die französischen Truppen z. B. erhalten täglich einen Liter Wein. Damit ein französischer Wuu seine glänzende Verpflegung erhält, müssen vier Lettische Kinder hungern, so üppig leben die Herren. Außerdem erhalten die Truppen eine außerordentlich. Lobe Löhnung. Der verneine Soldat 1500 Mark monatlich, der Oberst bereits soviel wie der deutsche Reichskanzler, der General erhält ein Phautasiegehalt.
Antzerordentlich drückend sind die Quartlerlaueu. Die Befatznngstruvven stellen schrankenlose ForSermt- gen, sodaß sich sogar die hohe Interalliierte Rheinland' fvimniffivn zum Einschreiten veranlaßt sah. Ein „Reglement vom 17. Juni 1921 schreibt bis ins Einzelne genau vor, was jeder Armeeangehörige seinem Tier grad entsprechend an Zimmern, Möbeln, Heizung mw. von seinem deutschen Quartiergeber zn fordern hat.
So hat ein General ein ganzes Haus zu beanspruchen, ein Oberst fünf Herrschaftszimmer, zwei Bur schenzinnner, Küche und Stall, ein Oberstleutnanr vk; Zimmer mit entsprechendem Zubehör. Jmeresmnt in aber, was ein einfacher Soldat in seinem Quartier an