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tzersfel-er KrmsbtaLt"

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Heesfel-

Nv. %85

Freitag de« 7.- Oktober

1021

MMe WohlMer.

Deutschland ist aus dem Vorderhaus in das Hinier- Haus gezogen. Einst war es in dem großen Weltbau, Erde genannt, einer der reichsten Bewohner. Es wurde von vielen beneidet, aber dabei hoch acachtet. Es war niemals ein Geizhals gegen andere Nationen gewesen. Wenn irgend ein großes Unglück in einem fremden Lande sich ereignete, da öffnete es immer hilfsbereit feine Taschen. Es gab gern und viel. Auch bei dem französischen Nachbar hatte es, wenn irgendein großes Unglück dort das Wirtschastsleben erschlittert hatte, hilf­reich eingegriffen. Allen voran war da immer der Kai­ser, dem das Ausland jetzt so viel Böses nachsagt und antut. Man denke ferner an das große Erdbebenun- glück in Messina, wo sofort eine deutsche Hilfsaktion lin­dernd Kingriff.

Jetzt ist ^Deutschland arm, aber das alte deutsche Herz schlägt immer noch warm und mitleidig. Soweit seine Kräfte an seiner Ohnmacht es gestatten, ist es auch Ruß­land mit zu Hilfe geeilt. Von den europäischen Starverc stand es da in erster Reihe. Geld und Nabrungsmit'el kann es allerdings dem r« fischen Nachbar nicht senden. Aber Geld und Isahrungsmittel allein können das Elend des durchseuchten Riesenreiches im Osten nicht bannen. Aerzte und Medikamente sind dort an aller­erster Stelle mit notwendig. Und die hat Deutschland bereits geschickt. Die anderen Westmächte haben für das russische' Elend bis jetzt nur den grünen Tisch gehabt und durch langes und fruchtloses Hin- und Herberaten kostbare Tage. Wochen und Monate verstreichen lassen. Sie haben mehr an dem grünen Tisch den Verstand als das Herz reden lassen. Ihre christliche Nächstenliebe wollen sie mit Vorteilen und Sicherheiten bezahlt wissen.

Nun M endlich in Brüssel eine internatio­nale Hungerkonferenz abgehalten werden, oei der auch sicher mehr Elemeuccauscher und Lloyd George- scher Geist malten wird als der des Predigers der Sa­mariterliebe, vor dessen Kreuz sich gerade der Eilglander - und Franzose brüstend zu neigen pflegt.

Deutschland ist ebenfalls zu dieser Konserenz ein- geladen und hat zugesagt. Es wird dort als armer Mamr teilnehmen, der aber unter den Reichen reich wegen seines Wohltätigkeitssinnes .erscheinen wird. Wenn derDaily Telegraph" die Zusage Deutschlands mit Pharisäer-Hochmut begrüßt, so ist das eben dre Art englischer Frömmelei. Und wenn das Blatt weiter mit­leidig darauf hinweist, daß das arme Deutschland aller- ^. Linas nichts weiter zu gehen habe als Medikameme urch

U-bsvleaen und vsuncherü der Hunger- und Se en noch mehr Hunderttausende hinweggerasst hat. as in unseren Kräften stand, haben wir bereits mm Deil ge- ton Die Ententeherren werden sich an den grünen Tuch in^Brüssel als kühl berechnende, Politiker setzen. Sie werden vor allem aus der Hungersnot in Richlan^ t o Mische und wirtschaftliche Vorteile ziehen wo en. Dre erste Frage wird vor allem fein, ehe dre Entcnte^ihren Geldbeutel öffnet, ob Rußland seine ®^Ä^eJ0^ reich und England in aller Form anerkeru.en wi«.

Wann die Brüsseler Konserenz stattsitlden wrrd, das ftebt mit Sicherheit noch nicht fest, brs dahin werden abermals Hunderttausende verhungert und bahmgenecht fen Aber selbst wenn das Rettungswerk von Brüssel ... siiät kommen sollte, so wird der arme Mann, der jetzt N Ntzon so bespöttelt wird, doch vielleicht der einzige lud mS denn er hatte bereits vorder da§ gegeben, was ein armer Manrr entbehren kann, um seinem in höchster 9lot befindlichen StUchbar zu helfen.

üj *

n Die Hungerkousereuz in Brüssel.

w Civile Beige" teilt mit, daß Deutschland die Em- l^na an der Konserenz zur Bekämpiung des Hun- aers ^die in Brüssel stattsindet, teilzunehmen, ange- uvwmen habe. Dasselbe Blatt glaubt .zu wissem daß die Vereinigten Staaten aus dieser Konferenz prlbatim vertreten sein werden.

. Vor der EntschekdAUß über OLerschlesten.

^ puaiifdier Korrespondent berichtet ans Genf,

Äm^S^Ä

des^Völkerbundsraies ,0CÄ5® Km meSS"we Ver-

W~Ä Ä einen Sti SiedL- l^Äno0^^ Entscheidung über Ober- ter stcherg^ellt weWm Rundtelegramm S&stdenÄ E die mir Zeit & st® * Delegierten hat diese sofort

irach Gens berufen t§ bespricht die Nachrich- i<r 8?ÄÄtÄ' M StÄ ««? INN-wM m^ tigen, die noch nicht abgeschlossen seien.

Sozialdemokrattsche Fordermrgen in Preußen

SSXtM? »?- >« »>*«»'«"''«

der Republik. 2) Sicherung des demokratischen Selbst- bestimmungsrechts in Staat und Gemeinde. 3) Demo­kratisierung der Verwaltung und Republikanisierung der Polizei. 4i Sicherung und Ausbau der sozialen Ge­setzgebung. 5) Forderung einer grundlegenden Justiz- resorm. ü) Schaffung eines zeitgemäßen Disziplirmrge- setzes. 7) Schärfste Heranziehung des Besitzes zum Ausgleich des Staatshaushalts.

*

Von der Regierungsnmbildjrng in Preußen.

^ Berlin. (B. Z.) Der preußische Ministerpräsident Stegerwald hatte die Fraktionsführer des Landtags zu einer Besprechung über die Kabinettsumbildung eiugc- laden, die am Donnerstag bereits um 9 Uhr morgens begann. Es nahmen daran außer dem Landtagsprä­sidenten Leinert nom Zentrum die Abgeordneten Herold, Stieler und Gram, von den Demokraten die Abgeord­neten Oescr, Jansen und Schreiber, von der Deutschen Bolksvartei die Abgeordneten von Krause, von Campe und Leidia, von den Sozialdemokraten Barrels, Sierung imd Limbertz teil.

Die Unabhängigen lehnen ab.

m Berlin. Die Fraktion ssitzung der Unabhängigen endete mit der Erklärung, daß sie eine Rcgiermrgsbil- dnng mit Einschluß der Teutschen Volkspartei nicht mit- mache. An die Fraktion der Mehrheiissozialisten wurde die Ausforderung gerichtet, ihre Bedingungen und Vor­behalt- für vie BsrlmndluuB» über die Regierungs- bildung schriMW zu sormusieren.

Eilw Mahnung desVorwärts" an die Unabhängigen.

^ Im Leitartikel desOsWärts" nürh zum Gör- litzer Beschluß über eine KvMtion mit der Deutschen Volkspartei erklärt: jinsep.M muß sein- Proletarier einigt Euch. Mögen, auch die Mitglieder der nnabhün- gigen Partei dafür sorgen, daß praktische vcsitive Arbeit von ihren Führern geleistet werden müsse.

Wirth doch amismüSe?

m Entgegen allen anderslamenden Meldungen will dieDeutsche Zeitung" aus gntuuterriÄ.eier denickra- tischer Quelle erfahren haben, daß bietchskan.Zer Wirth tatsächlich amtsmude sei und in nec kommenden niegie- rung keinen Posten übernehmen werde.

^ Dir MkSWirkVKgen vmr VersL-8es.

N* London. Die von der Aufhebung der wirtschaft­lichen Zwangsmaßnahmen in Deutschland erwartete Er­leichterung des Fularrdmar Lhat sich nicht eingestellt.

i in der ersten

wordeü nW. In

Oktoberwvche bei weitem Wertrb besondere leiden außerordentlich strie, die Maschinenbauindustrsie

teil eines ständigen Einvernehmens zwischen Deuts land und Frankreich. Nur müssen beise Natio­nen sich dahin verständigen, daß auch die demschen und nicht mir die französischen Interessen gewahrt wer­den. Das ist aber solange, als der Vertrag von Ver­sailles zu Recht besteht, unmöAich. Ich erblicke in dem Fortbestand dieses Vertrages das Hindernis für ein ge­deihliches Einvernehmen zwischen den beiden Ländern. Ich vermute, daß die öffentliche Meinung in Frankreich irgendwelche Abänderungen des Wortlautes des Ber- satllcr Vertrages nidst dulden wird. Das einzige Mittel wäre, daß man diesen Vertrag durch einen anderen er­setze, der für Deuifchland günstiger ist und gletchzettrg u uium um »en wium !>» .~vn^.., ; für Frankreich tatsächliche Vorteile bietet. Ich glaube r anderen Länder stockt. England, - nidst, daß die Interessen Deutschlands und Frankreichs und Belgien müssen mehr an Ar- M einander im Gegensatz stehen, im Gegenteil, ich Bin

als Deutschland ms- der Ansicht, daß beide Nachbarländer vollständig von

einander abhängig sind, insbesondere auf industriellern.

- Gebiete. Es besteht kein Grund, daß zwischen Deutsch-

land und Frankreich Feindseligkeiten herrschen. N«h

dem Kriege war der größte Teil des deutscher. Volles von der Neberzeugung druchdrungen, daß ,.-rantreiru die Absicht habe, Deutschland oollkonmren yt vermchtem. Daraus erklärt sich auch die feindselige Spaltung des

strie, die Maschineubaumdirsttie und die mit ihr im Zu- ammenhang stehenden Betriebe. Eine Vithluirg der Ar­beitslosen hat für Groß-London 1783 582 ergeben, die von den einzelnen Grafschaften unterhalten werden ; müssen. Diese Belastung, so schreibt der Ftnanzmit- ; arbeiter derTimes", ist so ungeheuer, daß allein in

arbeiter derTimes", ist so ungeheuer, daß allein in Groß-London mehr an Arbeitslosenuntersintzungen aus-

gegeben werden mrrtzte, als ganz England aus der von Deutschland gezahlten Reparationssumme wrederbe- komrnt. Es sei vollkommen unmöglich, daß England^ und riatürlich auch FrairkE, Belgien und Amerika Deutschland gestattet, dadurch, daß feine Mark so wtedng ; sieht, die Fertigwaren so billig aus den Markt zuwenen, . daß die Industrie der ....... ^"'"^

beitslosenunierMtzurkg aufbr,ngen, aG Deutschland ma gesamt an Krtegskontribusionen und Wtede«^ fiikten Air mahlen hat. Der Ciiv-Berichtecstei..r oer Times" fordert Sandel und Industrie auf, unter allen Umständen' das Unterhaus zu mobiltsierem um dafür N°LNwN,K

ZKÄM««S^^ r//nnmöalich daß Deutschland mit seinen Waren, das wüstste Viittel das es besitzt, um seine Rezrarations- r,mtfhen bemblen sämm^e Märkte übersmwemMt und eine unöeUwttc ZerrMWg der Wirtschaftslage in M "KÄ 3»---S-t««tt-Sme..

ft°uW-chE-Lg°^

Wischen ZwanKmatzn spätestens Sude die-

feS Monats aufgehoben werden würden, wird oon gut- intierrmsteter Seite darauf hingewiesell, daß der deut- üben^Reaieruna zur Feit keinerlei Nachrichten über der- a^ae Mäste des Obersten Rates zugegallgen sind. Von einer Aufhebung der militärische,r Zwangsmatznahmen lM. matis jB. Z.) Die Radio-Agetitnr ieilt mit: Wir almrben zu wif en, daß der Botschafter Dr. Mayer in ^iuer Nnterredmlg mit Briand die Aufhebung der mi­litärischen Zwangsmaßnahmen verlangt Babe. ®te Auf- v^una der Besetzung von Düsseldors, Duisburg und Rnbrort der sog. militärischenSanktionen", ist kurz- mT einer Auslassung eines dem Pariser Auswar- tiaen Amt nahestehenden Blatte als inöglich hingesieM nanziellen Verpflichtungen erfüllt.

Keine Verminderung der Besaßuugötruppeu.

^ Im französischen Heeresausschutz der KEmer er­klärte ein lliegicrungsvertreter, daß die französische Jit aiÄuna auf Grund eines Berichtes des Altarschalls Fach nidst in der Lage sei, einer Herabsetzung des Bestandes bei Besatzunasarmee in Deutswland «aber zu treten.

Fsrörrung nach Räumung der rechtsrheinische» StSStL

2°«' Die Pariser Zeitungen schweigen die Meldung tot, -daß der deutsche Botschafter in Paris, Dr. Mayer, am- Mittwoch bei dem französischen MinistStpräsideute«: Briand im Auftrage der deutschen Regierung die Auf- Hebung der militärischenSanktionen" im Rheinland« gefordert hat. Die Forderung der deutschen Regie- rung steht im Zufannnenhang mit der bevorstcheirden neuen Zusammenkunft der beiden Wiederaufbaunrinister Dr. Rathenau und Loucheur.

Die Wiesbadener Besprechuuge«.

^ Paris. (B. Z.) DerMatin" glaubt zu wissen, daß die am Donnerstag stattfindende Unterredung zwi- Kren Loucheur und Rathenan beinahe noch in letzter tunöe gescheitert wäre. Rathenau sollte verlangt haben, daß das Protokoll sowohl in deutscher als auch in französischer Sprache abgesatzt werde und daß beide Texte gleichwertig sein sollten. Vor der energischen Haltung Loucheurs aber habe Rathenau nachgegeben, so- Saß nunmehr der französische Text allein maßqebend sei. Ueber den Anhang zum Protokoll selbst sei nunmehr zwischen den Sachverständigen eine Verständigung er­zielt worden.

Frauk^ich will über die Schutzpolizei verhandeln.

» Rotterdam. DieMorningpost" meldet aus Pa­ris, daß sich die französische Regierung auf Antrag Eng­lands zu Verhandlungen über die Abschaffung der Si­cherheitspolizei in Deutschlaitö. wie sie in der Note des Generals Nollet an die deutsche Regkenrng gefordert rvar, bereit erklärt hat.

Belgien zieht die Sirafanträge zurück.

** Leipzig. Die belgische Regierung hat ihre sämt- licheri Strafattträge zurückgezogen. Während der gleiche Schritt von französischer Seite bisher noch nicht erfolgt ist, obwohl ihn Briand bereits im Juli in der franzö­sischen Kammer angekündigt hat.

Frankreichs Katastropheupolitik.

^ Basel. M 3.} DieBasier Nachrichten" nehmen in bemerkenswerter Form Stellung gegen die Art der BeHandlung des Saarproblems durch den Völkerbund. Am.Schlüsse des Artikels heißt es: Der Völkerbund peitsche seine Rosse dem Abgrurrd zu und glaube dadurch sich den Dank Frankreichs zu erwerben. Die Arbeit wird aber nur solange dauern, bis dank der Wirtschasts- politik Frankreichs der französischen Industrie der Atem ausgeht urid dank der französischen Katastrophenpolttik Deutschland die Möglichkeit verliert, weitere Repara­tionszahlungen zu leisten.

üt Frankreich tatsächliche Vorteile

größten Teils der deutschen Presse. Drese Ueberzeugmrg würde sofort verschwinden, wenn Frankrerco seine Po­litik andere. Eine solche Aenderung der Politik setzt durchalls nicht voraus, daß sich Frankreich von fouten jetzigen Verbündeten trennen muffe, geschwerge- derm einen Konflikt heraufbeschwören solle.

Die dritte irrLerrmLisKSle ArLeitskonferenb

^ In Gens findet, wie dasPetit Journal" melde, am 25. Oktober die dritte internationale Arbeit--kou- »ÄÄ von^dem ihr tu Artikel 204 des ^Friedensvertrages zuerkannten Reö Gebrauch machen und sich der Einbringung dieserKrae auf die Tagesordnung widersetzen wollen. Es wir also an einer vorherigen Abstimmung geschritten wer den, und die Frage des Achtstundentages in den Inm wirtschaftlichen Betrieben wird nur dmm berMen we sr?Ä&Ä

au» allen Völkerbundsstaaten und auch aus Deutsche» und den Vereinigten Staaten vereinen.

Wohnungsnot und SiedrungsniSgUchKett»

Die Wohnungsnot in Deutschland ist auf ein aum ordentlich hohes Maß gestiegen Wenn auch die Zahl - Wohnungssuchenden sich mit Srcheryert rnün fesffü.. läßt, so wird sie doch auf wett über 1 Million gen werden können: sie beträgt allein i« Grotz-Berlm v 100 ooo. Die Neubautätigkeit hat sich demgegenüber ul.