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Kranz Kunk in HersfelS. Kernfprecher Nr. 8. •
Hersfelöer KreLsblatt^
Tageblatt
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Nr. 238
|' Oberschlssien in Gefahr.
M Eine letzte Warnung des Reichskanzlers.
^ Im katholischen Arbeiterverein in Ofseubnrg hielt Meichslauzler Dr. Wirth eine Rede über Oberschlesien, An der er u, a. sagte: Ich bin sehr besorgt um das Schick- $al Oberschlesiens. Ich weiß nicht, ob ein Gesinnungs- s vechsel bei den Alliierten eingetreten ist oder ob sie etwa I Mst verspüren, ein neues Land im Osten zu konstruie- spen, über das in Deutschland noch nach Jahrzehnten ge- i rauert. werden wurde. Heute wäre noch eine Berstau- stgung mit dem polnischen Volke möglich. In War- ß chau hat jedoch die Vergrößerungswut die Geister verwendet. Soll zwischen das deutsche Volk und das pol- (Krische Volk ein verpesteter Leichnam gelegt werden? Wer Gedanke an eine solche Konstruktion sollte die Völ- sker aller Länder abhalten, den Schritt zu tun, dem ''deutschen Volke deutsches Land- das Jahrhunderte lang M mis gehört hat, durch ein Diktat zu rauben. Das ^deutsche Volk wisse nichts Amtliches über die Stimtmmg >4m Völkerbunds rat, aber man enttäusche Deutschland (Nicht, gerade nicht um des demokratischen Prinzips wil- Uen in Europa.
Mr
Zerreitzung Oberschlesiens?
; W’ In der oberschlesischen Frage, die kurz vor der Mutscheidung stand, ist eine unerwartete Wendung ein- metreten. Die Entscheidung des Bölkerbuudsrates dürfte Nicht vor Donnerstag zu erwarten sein. Die Mächte verweigern ihren Vertretern die Genehmigung, dem Äur Lösung der oberschlesischen Frage vorgeschlagenen Mrojekt die Zustimmung zu geben, wenn nicht gewisse Menderungen vorgenommen werden. Daß die jetzige (Lage überraschend eingetreten ist, geht daraus hervor, Daß alle Mitglieder des Völkerbundsrates ihre Plätze izur Abreise für Montag belegt hatten, weil sie annah- Men, daß die Entscheidung am Sonntag fallen würde. 'Unter diesen Umständen wird der Schiedsspruch des Völkerbundsrats lediglich eine Errtscheidung des Oberste« Rates sein. — Weiterhin wird in Gerüchten -verbreitet, England habe gegen die vorgeschlagene 'Wreuzlinie sein Veto eingelegt, weil Königshütte und iKattowitz den Polen zugesprochen werden sollten, obwohl Lloyd George auf der Pariser Konferenz diese bei- ^en Städte für Deutschland verlangt hatte.
Das „Deutsche Tageblatt" erhält von seinem Genfer (Souderberichterstatter folgende Meldung: Die beiden (Sachverständigen zur oberschlesischen Frage, der Schwer-
«e«e
-etwa zwei Fünftel mit den Städten Kattowrtz, Königs- Utte und Beuthen an Polen fallen. Das an Polen ab- autretende Gebiet soll wirtschaftlich für eine gewisie Zeit -unter internationale Kontrolle gestellt und zur Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen Lebens dörfische Hilfe auf allen Gebieten zur Verfügung gestellt werden. Eben- M äMä^ »» SÄs«Ää
treterrden Gebiet, 2. die Einwohner werden vom Mfii-
MEMt befreit, 3.' das bisherige deutsche Eigentum wird nicht liquidiert. — Zu diesem Gebiet Allen auch frhfnnntt werden, und an die Spitze kommt ein rusttt- fchafisrat der aus Den Polen und Tschechen bestehen soll.......
' ' «ach -iner direkt aus Paris stammenden Meldung soll die Entscheidung über Oberschlesien bereits gesallen - ein, und "war in dem Sinne, daß das Industriegebiet geteilt werde. Die Meldung lautet: Die Geufer, EM' chetdung über die oberschlesische Grenzfraae ist gefallen. Briand dürfte am Dienstag in feiner Eigenschaft als Vorsitzender des obersten Ententerates die Entscheidmrg amtlich an die deutsche und die polnische Regierung sowie an die Cmtente-Kabinette bekanntgebem Bor der ftium roll die Entscheidung gchecm gehalten werden. In Ser PaAser Presse verlautet jedenfalls noch nichts öar- Lr. In der-unmittelb^en Umgebung Briands sprrch
Hand soll die Entscheidung geheim der Pariser Presse verlautet jeden'
1 in her unmittelbaren limge—„ .
daaeaeu bereits davon, daß Polen 60—62 Prozent
Ä obersMesischen und 50-55. Prozent des Industriegebiets zugewiesen ß-ten- Man lst jeden- kalls sehr aeuetgt, an eine siir Deutschland ungicnstlg WgeUem»^ beim Bekmmtwerden der Entkleidung zu erwarten seien LL°si°MBAmZ"KN
ES W der deutsch gebliebenen hie deutsche Staatsgewalt und diejenige der |m SÄÄÄ ^SÄ Sie werden zweifellos in der Besetzung der der neuen
^riväk Artikel 88 des Bersailler Vertrags ffiÄÄ J««Sf # b>»«",L°« ä‘ SÄ; £M6»SM tieren wird und man ho st, daß sie m^ »reifens irregu arer Truppen MMn Herr werden
In den letzten ragen uno zwei ww w» ««x I Rubnik wieder von ehemaligen polnischen Jnsuraenten schwer beimgesncht worden. In Moschczenitz wurde am 4. Oktober eine deutsche Hochzeitsaesellschaft im Gast- Hause mit Handgranate« beworfen. Sechs Perfouen gretfcnß irregiuartT ^tuwv^ y-,----^ ^ R«u- wurden getötet nnd 16 verwundet. Am 8. Oktober brach
mung' ««« Ruhrort gegen in Wilch'iva eine polnische Bande in ein GasMuS ei«^
Dienstag, den 11» Oktober eine nachgiebige Haltung der Berliner Regierung in bet oberschlesischen Frage auszuspielen.
Französischer Hieb gegen England.
^ Paris. Die stanzösische Presse ist entrüstet darüber, daß in der deutschen Presse die Sache immer so hingestellt wird, als ob die Verzögerung in den geheimen Ver- banblunßen des Völkerbundsrates über die Lösung der oberschlesischen Frage auf französischen Einfluß zurück- zuführen sei. Der „Eclair" betont in einem am Sonntag erschienenen Leitartikel, daß dieses sortgesetzte Mißtrauen gegen Frankreich zweifellos erkennen lasse, daß man in Deutschland befürchte, die Polen könnten mit ihrer wirksamen Agitation Recht behalten, sodaß ihnen Oberschlesien auch tatsächlich vom Völkerbundsrat zuge- sprochetl wcrdeu könnte, um die Versorgung des polnischen Gebiets mit Kohlen aus Oberschlesien sichcrzustel- leu. Ohne die oberschlesischen Gebietsteile sei Polen aus die Daner nicht zu halten, selbst wenn Frankreich sich mit einem großen Truvpenanfgeüot dahinter stellen sollte. Der Grund der Verzögerung der Entscheidung über Oberschlesien fei die feindliche Haltung Englands gegenüber dc-r Wünsche;! FraAtreichs. Die Schwierig- keiten, die England, die Tschecho-Slowakei und auch verschiedene überseeische Länder, insbesondere China und Japan, in der oberschlesischen Frage machen, seien lediglich auf England selbst zurückzusühreu. Die Tatsache, daß eine neue Verzögerung in der vberschlesifcheu Frage notwendig geworden sei, sei ebenfalls auf die Haltung Emglands in der oberschlesischen Frage zurückzuführen. Die französischen Diplomaten bemühten sich lebhaft, die Entscheidung noch in der nächsten Woche, und zwar vor dem 15. Oktober, durchzuführen, einerlei wie auch ine Entscheidung auSfalle. Ob England damit einverstanden sei, stehe zur Zeit noch nicht fest. Es scheine aber so, als ob England — und in letzter Zei- -auch Nordamerika — erhebliche Schwierigkeiten der endgültigen Verabschiedung der oberschlesischen Frage bereiten wolle. — Einen weiteren scharfen Hieb gegen England führt das „Ecko de Paris" in seinem Sonntagsleitartikel, in dem gesagt wird, daß der Völkerbundsrat längst mit der ganzen Sache fertig sein konnte, wenn eine dahingehende Absicht vorhanden gewesen wäre. Das Ende vom Lied aber würde wahrscheinlich sein, daß die Franzose» in der Abstimmung über Oberschlese« überstimmt würden. Sollte das der Fall sein, so schreibt das genannte Blatt, so dürfte damit zu rechnen stur, daß die frauzöfis Politik in Europa ein Loch HM
ölM habe a * Brland in seiner letzten Rede in St Nazaire hingedeutet. Diese hiebe des französischen Mt- nisterpräsidentcn sei mehr, als allgemein angenommen würde. Besonders sei $n betonen, daß diese Rede in Frankreich großen Beifall gefmtdeu habe.
" Die geheimnisvolle« Vorgänge im Völkerbundsrat.
h In der oberschlesischen Angelegenheit, die unmittelbar vor der Entscheidung stand, muß sich im letzten Augenblick noch eine neue Wendung vollzogen haben, über deren Ursachen und «löslichen Folgen noch mchis Besttmmtes bekannt ist. Die auf Sonntag nachmittag mmesetzte Sitzung des Völkerbundsrates ist nämlich auf Montag vormittag verschoben worden. Dagcgetr versammelte sich die Vierer-Kommission am Nachmittag.
Polnisches „Beweismaterial".
Der frühere verantwortliche Redakteur des ^Ober- schlesischen Wegweisers", Kowalski, druckt in der „Ober- schlesischen Volkssttmme" eine Erklärnng über Korsantv und das Poletttum ab. Nachdem er einen Einblick in die geheimen Absichten Korfantys und der Warschmrer Regierung bekommen hatte, trieben ihn deren Schandtaten aus dem polnischen Lager. Im Anschluß an diese Erklärung gibt er Mttteilungen darüber, wie es während des ^letzten Aufstandes in der Villa des Generaldirektors der Rnbniker Steinkohlengesellschafi in Char- lottengrube herging. Kowalski nennt diese Villa ein Mordgefängnis und berichtet darüber folgendes: „Die in das Mordgefängnis efirgelieferten Oberschlesier gingen einem traurigen Geschick entgegen. Kern einziger von den Gefangenen ist ohne schwere Mitzhandlungeu davvugekontmen. Obcrlentnant Henkowski erzählte Mir, saß sein Kollege, Oberleutnant Krezinski, am 3. Jum 1921 einen 45 Jahre alten Mann, Vater von sieben unversorgten Kindern, der verdächtig war, von einem geheimen Munitionslager zu wissen, mit Gunmiiknimpeltt zu Tode martern ließ und auch selbst an der Mißhandlung teilaeinmtmen habe. Der Gefangene wurde bis zur^völligen Bewußtlosigkeit geschlagen, bis er endlich starb Einer von den Offizieren stach dem Lecchnam die Augen aus und fetmitt ihm die Ohren und Nase ab. Dann wurde die so verstümmelte Leiche püotograpbwrt und mit einem am die gemeinste Weise gesal'ckteu Be- rtM an die Interalliierte Kommission geschickt. In dem B^leitschreiben wurde behauptet, der Tote wäre von den Heimattreuen zu Tode gemartert und, da seine Pev- sonaUen nicht fcstznstellen waren, von den Polen feierlich bestattet worden. An ein Warschauer ilfitstriertes Blatte wurde eine Aufnahme mit derselben Erklärnng
gesandt.
Terror polnischer Insurgenten
In den letzten Tagen sind zwei Orte des Kreises mti-hnr NNN ebemaliaen volnischen Insurgenten
Gast-
19581
in dem ebenfalls eine deutsche Hochzeitsgesellschaft versammelt war, mißhandelte und verdrängte die Hoch- zeitsgttste, verzehrte sämtliche Barräte und richtete an den Einrichtungen des Gasthauses großen Schaden an.
Befand Wer die EniMddlgang.
»* In einer Rede, die der französische Ministerpräst- öent Briaud in St. Nazaire hielt, kommen folgende wich- tiae Stellen vor: Der Friedeirsvertraq ist unter gra- %eit Schwierigkeiten ausgearbeitet worden. Es ist fraglich, ob die Unterhändler zu jener Stunde schon die Unmöglichkeit erkannt haben, alles zu erreichen. Der Friede ist das, was die Abkomnren zwischen den Verbündeten sein werden. An dem Tage, an dem das Einverständnis unter den Verbündeten aufhört, wird auch der Vertrag aufhören. Auch unmittelbar nach dem Kriege hat dieses Einverstäudnis Konzessionen gekostet, und ich verlange, daß man auch der Heutigen Regierung^ das Recht zugesteht, daß sie Konzessionen macht, um dieses Bündnis aufrecht zu erhalten. Auf die erzielten Ergebnisse eingehend, fuhr Briand dann fort: Früher gab es als Zahlung nur eins, das war Geld. Mau konnte also eine Zeit lang glauben, daß die Schulden Deutschlands, nachdem diese einmal festgesetzt waren, einer solchen Zahlung entsprechen würden. Aber eine derartige Störung alles Gleichgewichts, wie sie der Krieg in vier Jahren war, mußte notwendigerweise die Wechselkurse aller Länder in Unordnung bringen, die kein Finanzmann hätte voraussehen können. Die Schuld Deutschlands beträgt 132 Milliarden Goldmark. Sir stellte sich am Tage des Waffenstillstandes auf 250 Milliarden Papiermark. Bor einigen Monaten entsprach sie infolge der Wechselkursschwankungen 225 Milliarden französischer Franken oder 2600 Milliarden Papcer- mark. Heute entsrpicht sie einer Summe von 4900 Milliarde« Paptermark. Der kurze Zeitraum von einigen Wochen bat also diese gewaltige Aenderung aebracht. Auch die Zahlungsmöglichkeiten ändern sich. Man kann daher sagen, daß die Forderungen Frankreichs verstümmelt worden sind, weil die Regierungen ihre Pflicht nicht getan und weil sie nicht verlangt haben, daß selbst das Schwarze unter dem Nagel an Frankreich zurückgegeben wird.
Rathenaus Bericht über Wiesbade«.
w Berlin. Stach der Rückkehr Rathenaus aus Wiesbaden und des Reichskanzlers aus Offenbur i wo er
Abkomme« erstattete. Das Reichskabcuett hat bekanntlich schon in einer früheren Sitzung ferne Zustimmung zu der Unterzeichriung des Abkommens erteilt.
Paris. (F. G^A ) "Nachdem ^etit Paristen" soll Minister Rathenau erklärt haben: Ueber die r-achltefe- rungerl mache ick mir keine Sorgen, dagegen fühle ich- mich wegen der Barzahlungen weniger sicher. Der schlechte Knrs der Mark ist ein bedenkliches Zeichen. Mn weiterer Sturz der Mark wird nicht nur srnanzielle, sondern auch wirtschaftliche, polrttsche.nuö fozrale Folgen haben. Das Blatt, das diese Angft vor dem Marksturz als eine fixe Idee bezetchnet, schlägt meidung eines weiteren Stnrzes der deutsch vor. gemäß den Vorschlägen der ©rüffelet Korrf^enz einen Teil der deutschen Ausfuhr zur Wiedergutviachung zur Verfiigung zu stellen.
»-.. Berlin. Jr?der^Bespre§nng^der- Eirte-aickmiUoll- '-Ä'e^^MÄfÄW
vor dem weiteren " "F zur Ver- 'chen Mark
Zahlung von 500 MilliE Goldmark (ein «^ deutschen Jahreszahlungen von je »wei Mtlliarr^u: Goldmark) erörtert. Durch das neue Wievoadener Ab komnien soll ein bedeutender Teil der deutschen Zah lungen durch Sachwerte, also durch Erzeugmße der deutsche» Industrie, zu leisten sein.
Laureat bei Dr. Rosen.
^ Berlin. Der französische Botschafter in Berlin hat am Sonntag längere Zeit im Auswärtigen W vor- aesorEn Der Besuch galt einer Reihe sch-vebender Kragen zwischen Deutschland und Frankrerch. Auch di« politische Note des Generals Rollet, in der die Aufhe buna der Schutzpolizei in Deutschland gefordert wird, wur^e einer Besprechung unterzogen, ebenso das -«fisck' Ersuchen nach Aufhebung der militarcschen Zwangsma nahmen am Rhein.
Verminderung der Koste« der Rheinland^mtzmks.
Der „Jntransigeam" glaubt zu wißen,daß «« 1 >. Oktober in Paris eine Konferenz über die Bermmder«ua der Besatzungskosten stattfinden wird.
ÄSX’M
slation. Es handelt sich um vielleicht W—sv Miniar- . Paptermark jährlich. Daß dieser Befimg.. anders e durch die Notenpresse aufgebracht werden koirE itt . der Finanzlage des Reiches ausgesch^mMe^ Blatt erfährt, hat Rathenau wahrend der BerhMrd ■ aen der Reichsregierung von dem Inhalt des Ab^ «teils nichts mitgeteilt diese vwlniehr vm enre EiM Tatsache gestellt. Auch tn anderen rechwstehende« Bl wrn wird gegen das Wiesbadener ^Ibkotumen ick- Stellung genommen. So schreibt die »Den fi^ Tagt r> zeitu na": „Wir haben die Ueberzeugung, datzRathen viel mebr Rücksichten auf Frankreich als Loucheur n nerseits auf DeutschlMd gensmylen baj. *