HersMer Tageblatt
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Heesfel-er Kreisölatt"
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Nr. 2S2
Freitag, den St Dezember
W41
IMErRKLZNÄe MüMMÄserMz
MSgieruNgssrLiLruAg zu dem Am'chwA«§
Wie die „Chicago Tribune" aus Neuyork meldet, veröffentlicht „Evening World" eine Depesche aus Wa- Hington, derzufolge die Bereinigten Staaten die Ein-
veröffentlicht „Evening World" eine Depesche aus Wa- Mington, derzufolge die Vereinigten Staaten die Einladung zur Tagung eines internationalen Sachoerstän- Digenkomitees angenommen haben, das im Dezember in Paris unter den Auspizien der Reparationskommission zusammentreten und sich mit der Befestigung des Wechselkurses besassen soll. Der oder die Bankiers, von denen sich die Vereinigten Staaten vertreten zu lassen beabsichtigen, würden der Tagung nur als Referenten beiwohnen und nicht zum Abschluß eines bindenden Ab-
^Berlin. lB. T.) In Regiernngskreissn wird dem „B. T." erklärt, daß es der Regierung zurzeit noch unmöglich sei, posfitioe Mitteilung über alle Sie wirtschaftlichen polrtifryen Vorgänge z« machen, die anscheinend den großen Umschwung an der Börse verursacht haben. Die Herren Stinnes und Rathentn sind nicht im RegierungsanfLüage nach Londsu gefahren. Das Kabinett ist also nicht an irgend welchen Verhandlun-
m irgend welchen Verhandlun- cht Wer den Stand der Dinge rlles noch in der Schwebe ist.
gen beteiligt, ist auch nie
Völlig unterrichtet, da alles noch in der Schwebe ist.
kommens ermächtigt sein.
Aus London wird berichtet: Einer Havasmeldung aus Washington zufolge ist Präsident Harding der Ansicht, daß nach der Regelung der augenblicklichen Fragen ein ernster Versuch unternommen werden soll, um ein Uebereinkommen zu erzielen. Die Erörterung dieses Planes geht darauf hinaus, daß die Fruanze« aller Lärr, der der Welt, insbesondere der Kriegsschuldner, «nd die Wiederherstellung der Bankerotten, anf eurer künftigen Konferenz erörtert werden sollen. Es besteht Grund zu der Annahme, daß derartige Vorschläge der amerikanischen Vertreter vom Präsidenten günstig ausgenommen worden sind. Es wird allgemein geglaubt, daß, wenn fehte Gedanken angenommen werden, die nächste internationale Konferenz sich damit befassen wird.
Für ein MsratsriUM.
Die gesamte englische Presse gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß das Mora -ori«m DeutfÄland gewährt werden muß. Man kann sich der Erkenntnis nicht länger verschließen, daß die stuauziette Lage in DeuifchianS sich immer mehr verschliMmert, nicht nur zum Schaden des Reiches selbst, sondern ganz Europas, insbesondere aber auch Englands, wo sich die wirtschaftlichen Nückwirrun- aen immer mehr bemerkbar machen. Infolgedessen findet der Gedanke Breadburys n d Lloyd Georges, das Moratorium für zwei bis drei Jahre zu gewähren, n.cht einmal in tattern wie die „Times" starken Widerspruch und man ist überzeugt, das; es vielleicht mach «rÄjreud dieser Woche zu entfcherü^nöe» Ve;chlüsteu ^ ATie^fExösische Presse nimmt im allgemeinen keine Stellung zu den englischen Vorschlägen, sondern scheint sich mit der Tatsache abfinden zu wollen. Nur der „In- tr-ansigean!" macht ein paar törichte Bemerkungen, cn- dem er auf angebliche Wasfencntdeckuugen in Deutschland zurückarAlend England auflordert, mit einem w treulosen Schuldner wie es Deutschland sei, keine Ao- machnnaen zu treffen. Während der zwei oder drei j-Wnv Moratoriums wcrüc Cvvficla'-h aeßChnntovoUe
Absichien ^eutschiands zu bemerken, aber Wrankrerch habe glücklickerwene ö:e Augen offen.
Die City für ein Moratorium.
„Daily News" berichtet, daß die Londoner City ein Msratorium für Deutschland gutheiße.
Englische Beratungen über Sanierungs-Vorfchl ige.
Der Berichterstatter des „Daily Telegraph" schreibt, im Hinblick auf die Tatsache, daß die britische Regierung der Ansicht sei, die gesamte Reparationsfrage hn Licht der augenblicklichen chaotüchen Finanzverhältnisse zu er- untern," fand im Schatzamt eine Konferenz von «aiyver- ständiqeu statt, die über den Gegenstand beriet Daran nahmen u. a. teil der Schatzkanzler. der, britische Bot- übafter in Berlin Lord d'Abernon und Sir John Brad- bury. Ein von letzterem verfaßter Bericht wurde auf das eingehendste erörtert und gewisse Vorschläge wurden entworfen, die vorgelegt werden sollen.
England will auch eigene Wege gehen.
>» London. Wie der „Temps" mitteilt, wurde im Sraarsamt eine wichtige Konferenz abgehatten, in der die Krane der ZahiungSfahigkeit Deutschlands zur Beratung stand. Das Blatt teilt weiter mit, daß die englische Po- nilf darauf lituauSgehe, ein gemeiusauies Vorgehen der H o'ten in dieser Frage zustandezubringen. Wenn I-avtresch aber weiterhin selbständig vorgehe, wie z. B. bei dem-Wiesbadener Abkommen, dann werde England gezwungen sein, seine eigenen Wege zu gehen. DaS könnte schließlich zu einer politischen Neuorientierung l Viren Diese Aeußerung ist besonders bemerkenswert, da Dr. Walter Ratbenau gegenwärtig in London weilt.
Auch Krassin fordert ein Moratorium.
Skoudou (F G. ?! » Verb George ? atte eine längere Besprechung mit Krassin über die Schulden und den wirtschaftlichen Wiederaufbau Rußlands. Wie es beißt, forderte Krassin ein langfristiges Moratorium für Rußland ähnlich wie für Deutschland.
Die Zahlung am 15. Januar.
im'Senf (S C.) Das *@dw de Paris" meldet, daß d'e alliierte Reparationskommission in Paris eine Voll- Hhuna abacbalün hat. Die Rückkehr nach Berlin wurde auf den 17. Januar festgesetzt. Es wurde beschlossen, für die am 15. Januar fällige lliepam- onszahlung an Deutschland keinen Ansschub zu gewahren.
Ä Die Landwirtschaft und die Reparation.
! »^ Berlin. (F. Z.) Die Abteilung für Produktion und 1 Uebergangswirtschaft im Reichsausschuß der deutschen 1 Landwirtschast hat in einer zweitägigen Besprechung ei- ; neu Beschluß vorbereitet, der die Grundlage für wei- 1 tere VerhaNdlungett mit der Reichsregrerung über die Mitwirkung der Landwirtschaft bei der i'ulsbriugimg dcr s Reparationsleistungen bilden soll. Die endgültige Be- ^llußfassunq wird voraussichtlich in der nächsten Voll- sung des Reichsverbandes der deutschen Lanöwirt- erfolgen.
alliierte Reparat
Angeublicklich liegt alles gewissermaßen auf dem Draht zwischen London und Paris. Die deutsche Regiern na kann daher noch nichts sagen. Beschlüsse kouuien infolge- beffen auch noch nicht gefaßt werden.
Der Streit um die Beuks.
*4 Sie Londoner Blätter melden, daß in der letzten Note an die französische Regierung Grotzöritauuieu die AuimerkfLMkeit darauf leult, daß Frankreich das interalliierte Finanzabkommen vom 13. August 1221 noch nicht ratifiziert habe, das da oestimMt, daß die Repsr-ütions- zahlung von einer Milliarde Goldmark, die Deutschland am 31. August geleistet hat, gleichmäßig verteilt werden sollte. um Sie Uesatzungsrosieu ?,u bezahlen n«d ferner die Priorittttsaufyrüche Belgiens decken sollte. Die Sißie legt dar, es kouue vo« GTSybriianuie« nicht die Raiifi- zierung der verschiedenen anderen ausstetzeuden Frusuz- «Skommeu erwartet werden, wenn sich Frankreich nicht in der Lage sieht, das Aorourme» vom 13. August zu ratifizieren. Die britische Note bittet auch um Einzelheiten über tie Schritte, die Frankreich s« t«' beabsichtigt, um DenstchlanS andere Gläubiger sicherzu stellen, wenn das Wiesbadener AbtoMme» in Krajr sereZt werben sollte.
St
Die englische Note an Frankreich stellt mit aller wünschenswerten Deutlichkeit die Gegensätze fest, die sich zwischen den Alliierten bei der Verteilung der deutschen Beute ergeben haben, und widerlegt alle Meldungen, die wissen wollten, daß über die Reparationssragen im Verbandslaaer Einigkeit erzielt worden wäre und England das Wiesbadener Abkommen endgttltia anerkannt hätte. England befürchtet, daß bei der Durchführung des Wiesbadener Abkommens die deutschen Vervfiichtungeu gegenüber Frankreich hie Kutsche Leistungsfühigkeit erschöpfen (nach unserer Ansicht sogar weit übersteigert würden und daß England dann von Deutschland nichts mehr erhalten würde. Im übrigen bricht sich in England immer mehr die Erkenntnis Bahn, daß der Zah-
wen W dem jetzigen AahsuugSmoSus Dcn.'sManS ! wirtschaftlich und finanziell urrftändia ruiniert und in | absehbarer Zeit ^ahlunasunfähig werden würde Des- i halb wird c/6 in England der Gedanke eines Moratoriums für Deutschland in letzter Zeit eifrig erörtert. Aber auch dies würde nur e ne Berzögsrnnst. keinesfalls eine Abwendung des wirtschaftlichen und finanzietzerr Zutam- menbrnchs Deutschlands sein. Es muß vielmehr ein Plan geschaffen werden, der die Verpstich-ungen Deutschlands mit seiner Leistungsfähiakeit in Eink'ang bringt und der es Deutschland ermöalidit, seinen wirtschaftlichen und fi- ! nanziellen Wiederaufbau durchznfübren. Daraus wür- i den auch unsere Gegner den größten Vorteil zieherr.
Französisches Mißtrane«.
»^Die Pariser Blätter wundern sich, daß die Unterredungen Ratbeneus und StinneS mit verschiedenen britischen Persönlichkeiten in Abwesenheit Frankreichs, -es Hauptgläubigers Deutschlands, stattgefünden habem
Die Wafhmplvner Konferenz.
Die Schantnngfrage.
»-» Aus Washington wird gemeldet: Die Engländer und Amerikaner haben gemeinsam th e D'enstc ange- boten zur Herbeisührnna von regelrechten Verhandlun- aen zwischen China und Japan über die Scha itnngsrage. , Beide Länder haben dieses Angebot angenommen.
Der neue Völkerbund. :
! M Aus Washington wird gemeldet: Man versichert, daß I Harding nicht beabsichtige, das Projekt einer zukünftige» i Gesellschaft der Nationen vor die Konferenz zu bringen.
Der Präsident meint, es würde eine Beiastnng der jetzigen Verhandlungen bedeuten, deren Ergenbis doch eine , ernsthafte Anstrengung im gleichen Sinne bedeute.
Keine Fivanzberatnnge» in Washington.
m Genf. (S. C.) Der „Stalin" meldet ans Washington: In der Sitzung des Senatsausschusses wurde eine Anfrage cingebrarbt, inwieweit das Ge ücht oitfiC fe, daß , ein Nachlaß der Kriegeschulden beabsichtigt sei. StaatS- ‘ sekretär Hughes erklärte, daß Beratungen über Finanz- : und WirtschaftSfragen auf der gegenwärtigen Washing- ;
; toner Konferenz nicht in AuSsicht genommen se in.
Ein englifch-amerikanisch-japanisches BündE '
. .^ Paris. (F. G. Ast Der „Dtatiu" veröffentlicht kin Telegramm aus Washington, in dem es beißt: Ans - glaubwürdiger Quelle kommt die Nachricht, daß die Führer der englischen, ameriranifdicit und wignstmen
i Delegation sich bereits mir der Frage der Aufhebung : -es englisch-japanischen Bündnisses beschäftigt haben.
Hughes. Balsonr und Admiral Cato haben die Diskussion über ein Abkvinmen zwische r England, Amerika und Japan begonnen, das die englisch-fapamsche Allianz
Der WeltgerichtS-of.
m ($cuf. Der türkische Grobwestr bat sich gegenüber dem Generalsekretär -es Völkerbundes befriedigt über
die bevorstehende Errichtung eines Weltgerichtshofes ausgesprochen. Mit großer Genugttrung stellte der Großwefir fest, daß alle Staaten, auch die nicht dem Völkerbund angehören, zu diesem Weltgerichtshof zugelassen werden sollen, um einen SchiLössvruch in allen Streitigkeiten, die sich auf diplomatischem Wege nicht erledigen lassen, herbeizuführen.
Vsr dem Sturz Vrrands?
»-»-Aus Paris wird gemeldet: In parlamentarische» Kreisen glaubt man, daß Briand nach seiner Rückkehr aus Washington gestürzt werden wird. Während diS-- her Poinearee als der meistgenannte Kandidat angesehen wurde, wird versichert, daß Junuarl, der fraw- zösische Botschafter beim Vatrkau, die meisten Aussichten habe.
Noch ein Franzose über die Deutschen Werke.
v-r-In einer NvttrreöiM mit dem Vertreter der „B. As erklärte das Mitglied der internationalen Nrbe'tsko-.fe- renz, der frau Asiuhe Sozialistenführer Ivuhaur, daß die FsrSerrmg auf ZerstSiMA« -er Deutschen Werke SMU mindesten überflSssig sei. Die beste Gewähr für den Frieden biete die Weigerung der Arbeiterschaft, Stiegt Material her u'lellen. Zur allgemeinen Entspanm-ng würde die AnsheSung der militärischen Zuu ngsWStznaY- rneu am RHeiu und die Beschränkuug der NeScrwa- Hnugskommissivu. die in einen Zivilausschuß umgswan- öelt werden könnte, viel beitragen.
Das Protokoll von Beuedfg ratifizfert.
»^-Aus Wien wird gemeldet: Im Nationalrat ist die Natifizierung des Protokolls von Venedig mit dem vom Auswärtigen Ausschuß formulierten Vorbehalt nach den Vorschlägen des Referenten einstimmig von allen drei Parteien beschlossen worden. Durch die Ratifikation ist die Schwierigkeit der Abstimmnugsfrage noch rtzcht gelöst. Insbesondere der Transport der alliierten Besatzungstruppen aus Oberschlesien dürfte noch manche Komplikationen hervorrufen, sodaß der Termin der Abstimmung noch nicht vorauszusehen ist.
Zwei große Karteien in Italien.
o» Aus Rom wird gemeldet: Die parlamentarischen Der- Hältnisje in Italien haben sich gänzlich geändert. 14$ Mitglieder der Linksparteien haben sich zusü'nmeu'chlos« fen. Die drei bedeutendsten Rech^^vKrteien. die Narirna» listen, Faszifletl und Liberalen, scheinen sich auch zusammenschließen zu wollen
Portugal nutet Mavdat?
»S- Die „Times" melden, daß die Großmächte die Stel,
gang ziehen. Italien und Spantrnwuen nix ein der- artigeZ Singretfen sein.
Das irische Problem.
»^» Nach dem „Daily Chroniele" bemüht sich die eng^ lische Regierung jetzt besonders darum, Sinnfein zch veranlassen, den angebotenen Dominion-Status fü» Südirland anzunehmen, wodurch Ulsters fiskalische Sinr tonomie außer eigenem «Parlament und feiner Vertretung im Reichsparlament erhalten bleiben würde.
Bedeutsame Errischeidung des Tarifausschustes.
^Berlin. (L. All Eine bedeutsame Entscheidung fällsis der Tarifa'.'ssckmß für Zirbeiierfragen in der ReichS-- schatzverwaltung. Er bestimmte, daß Arb.iter, die bei Sporiribunaen vörunalücken, der Lohn unier Abzug bet reichsgcseWchcn Lciuurrgcn weiter zu za 'es ist, da de» Sport ler c w -st-i lläe SelbstlchMMNg oder ein ver». tragSwidriges Verhalten dar stellt. -
Neue LohusorrcruNge».
»»Berlin. (6. 6.) Die EA--bring der Gehälter -e» städtischen AnacsLebien bringt für den Etat e-.ne Mehrbe.» lastung von 380 Millionen Mark im fahret In einer der Betriebsräte der städtischen Arbeiter; me Lchnrordernngen besä vlien. @3
Versammlung der L wurden cbcnfMs ne... ..........
soll eine LOprozentige CAn tzung der fe igen Löhne Vor
langt werden.
Der Verkauf an Ausländer.
»^-Koblenz. (I. Z.) Bekanntlich hatte die InteraG liierte buieinlandiimmisston die PoUzeiverorduung des Lberpräs,deuten -er RhetKprovinz üi er den Stein ran# delsverkauf an Ausländer bis zuin 1. Dezember zuge; lasse». Wie der Reichskommissar für das besetzte Gebie» jetzt mitie.lt, bat d ' Interalliierte Rheinlandkoulmissioth nunmehr diele Verordnung bis zum 31. Dezember tat ganzen besetzten Gebiet zugciassem
Tschechisch-polnischer Streit vor dem Volkerbu«-.
»* Senf. Die tschechische Regierung hat dem VölkerdunO den Abschluß eines Schiedsverfahrens mit Polen übertragen. Die Tschecho-Swuilkek t*erpftoiei sich, de» Schiedsspruch -es Völkerbundes als bindend anzue».
kennen.
Der Metallarbeiter streik in Düsseldorf.
-m Aus Düsseldorf wird gemeldet: Der Streik der Metallarbeiter dauert an. Die 60 000 streikenden Arbeite» mit ihren Familien bilden den größten Teil der Bevölkerung des Ausstar:dsgebietes. Für die Speisung der Kinder der Ausständigen bat die Streiktestung K: a> » , eingerichtet. In einem Aufruf an die Gescb.ntsler ' wird um Zim endung von Lebensmitteln gebeten. Tro» / der großen Rot fümmtät bei der letzten Abstimmung
über die Wiederaufnahme der Arbeit fast 80 Prozent da
gegen.
Merkel vorn Sans.
Da das Reich die weitere Herstellung von Notget» in jeder Form untersagt hat, hat auch die sächsische Re-