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Hersfelöer Tageblatt | hersfet-er KreLsblatt^ f | Amtlicher Anzeiger für den kreis Hersfel- !

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Nr. 36

Sonnabend, den 11 Februar

1938

Die Wiederaufnahme der Arbeit.

Großer Schaden an den Sofomoüimt.

** Aus Berlin wird gemeldet: Nach einer amtlichen Mitteilung vollzieht sich die Arleitsaufnahme durch die streikenden Beamten und Arbeiter durchweg glatt. Die Technische Nothilfe ist bereits zum größten Teil durch Eisenbahnpersonal ersetzt worden. Auch der Streik in Brauwchweig ist jetzt beendet. Großer Schaden ist im Lokomotivpark angerichtet worden. Im Eisenbahndirek­tionsbezirk Berlin sind über die Hälfte der vorhandenen Lokomotiven ausbessernngsvedürftig.

»»Aus Dresden wird gemeldet: Im Bereich der Ei- lenbahndirektion Dresden haben die streikenden Eisen- vahnbeamten und Arbeiter int Laufe des Donnerstags den Dienst wieder ausgenommen. Die Wiederaufnahme der Arbeit hat sich reibungslos vollzogen. In dem Ei- senbahndirektionsveztrk Dresden hat sich die Verkehrs- 4age wesentlich gebessert. Die Räumung und Iuberrieb- Mahme der Bahnhöfe ist in vollem Gange.

WiedereinstellunK Entlassener?

»»Aus Berlin wird gemeldet: Wie demL.-A." um Mitternacht gemeldet wird, zirkuliert auf den Bahnhö­fen eine Bekanntmachung des ReichsoerkehrsministerS, Nach der alle Entlassungen von streikenden Eisenbahnern Mit Ausnahme der Führer zurückgenommen werden sol­len. Die Richtigkeit dieser Meldung konnte infolge der vorgerückten Nachtstunde nicht mehr uachgeprttft werden.

Der Runter Mer üenkljMWmrflreK

»»Im Reichstag gab der Reichskanzler Dr. Wirth eine Erklärung über den Eisenbahnerstreik ab. Zunächst gab der Kanzler einen kurzen Ueberblick über die außenpolitische Lage. Ueber den Streik der Eisenbahner erklärte der Reichskanzler, daß der Mil- Uardenverlust, der durch den Streik entstanden sei, un­erträglich sei. Es hätte sich bei dem Streik nicht um eine wirtschaftliche Frage gehandelt oder um die Frage des Arveitszeitgesetzes, sondern lediglich um das Streikrecht der Beamten. Es sei kein Streik, sondern eine Revolte femesem Er könne den Beamten kein Streikrecht zuer- ennen. Die Regierung müsse alles tun. durch Besol- dung in den Grenzen des Möglichen die Beamten wirtschaftlich gesund zu erhalten. Der Kanzler erklärte, daß er nicht weiter in der Lage sei, die Regierung zu führen, wenn den Beamten das Streikrecht zuerkannt würde. Zum Schluß dankte er den Helfern b<-. .

*'« ^v^:____ «»v ut» «Waces. mw vedanerte die vor« gekommenen Unfälle. Auf einen Zuruf der Kommu­nistenStreikbrecher" erwiderte der Reichskanzler: Nicht Streikbrecher, sondern Lebensretter."

Aussprache über den Eisenbahnerstreik.

w Aus Berlin wird gemeldet: Im Laufe des Donners­tags haben sämtliche Fraktionell des Reichstages Sit- zungen abgehalten, um zu der Erklärung des Reichs­kanzlers über den Eisenbahnerstreik Stellung zu neh­men, um gleichzeitig ihren Standpunkt für die am Sonnabend im Reichstage beginnende große Aussprache festzulegen. Wie aus unterrichteter Quelle mitgeteilt wird, beabsichtigt die kommunistische Fraktion, ein Miß­trauensvotum gegen die Regierung einzubringen.

Wgg ÄW\W für M Mto das SMs,

»»Berlin. (S. C.) Der Polizeipräsident hat auf Anordnung der Reimsrcgierung die Verhaftung der Führer des Eisenbahnerstreiks aufgehoben. Auch das Disziplinarverfahren gegen diejenigen Beamten, die zum Streik aufgefordert haben, ist eingestellt worden. Ebenso wird gegen die Reichsgewerkschaft auf Grund des Erlasses des Reichspräsidenten nicht vorgegangen. Nach dem Streikerlatz des Reichspräsidenten sollten die Personen, die zum Streik aufgesordert haben, mit Ge- sängnisstrafcn bis zn fünf Jahren bestraft werden.

Grüner gibt nach.

»»Berlin. (S. C.) Reichsverkehrsminister Gröner hat am Donnerstag in einer Kavinettssitznug erklärt, daß er nicht mehr die Absicht habe, von seinem Amte 013 Reichs- vcrkchrsminister znriickzntrcten. Der Minister, der alle Bedingungen der Eisenbahner angenommen hat, wird sich in seiner am Freitag oder Sonnabend im Reichstag zu erwartenden Rede vorbehaltlos aus den Boden der Einigung mit den Eisenbahnern stellen.

»» Berlin. Aus dem Reichsverkehrsministerium wird mitgeteilt, daß die Arbeit in allen Bezirken wieder aus­genommen worden ist, nur in Braunschweig haben die Streikenden beschlossen, den Streik fortzusetzen. An ein­zelnen Stellen ist dadurch eine Verzögerung in der Wie­deraufnahme der Arbeit eingetreten, daß man annahm, das Telegramm der Reichsgewerkschast sei gefälscht.

Die Wiederaufnahme des Eisenbahnverkehrs.

»»Berlin. 'Nach den im Reichsverkehrsministerium vorliegenden Meldungen ist der Verkehr in allen Eisen- bahudnektivusbezirreu wieder ausgenommen worden mit Ausnahme der Bezirke Esten und Erfurt, wo die Bealnten noch unruhig sind. In Essen fordern die Strei­kenden gewisse Garantien in der Maßregelungsfrage. Bisher konnten ungefähr 80 Prozent der fahr­planmäßigen Züge wieder gefahren werden. Der Gü­terverkehr ist noch im Rückstände. Man hofft aber, daß anfangs der kommenden Woche der fahrplanmäßige Verkehr wieder ausgenommen werden kann.

Aushebung der Ausnahmeverordnnug.

Berlin. Nachdem der Streik der Eisenbahner been­de ist hat der Reichspräsident seine Ausnahmcverord- nung vom 1. Februar mit Wirkung von Freitag mittag 12 Uhr an aufgehoben.

'Demonstrationen der Berliner Straßenbahner.

»»Berlin. (B. T.) Während die Stadtverordneten­versammlung tagte, versammelten sich Tausende von uniformierten Straßenbahnern vor dem Rathause an. Es kam zu lebhaften Demonstrationen gegen die Hal­tung der städtischen "Körperschaften, die zeitweise zu Pvü- gelszcueu ausartet-u. Die Schutzpolizei formte für Ruhe durch Absverreu des Gebäudes, dessen Gitter verschlos­sen wurden. In Moabit hatten sich mehrere tausend Straßenbahner versammelt, um nach dem Stadtinnern zu marschieren. Unterwegs hielten sie die Straßenbahn­wagen an, mißhandelten die Schaffner und das Fahr- perwnal und veranlaßten die Fahrgäste zum Aussteigen. Ein Kraftwagen mit 20 Beamten wurde zur Sicherung des Bannkreises entsandt.

5300 städtische Arbeiter in Berlin entlassen. »»Berlin. <S. C.> Der für die städtischen Arbeiter in Grotzberlin ungünstige Ausgang ihres Streiks bedeutet, wie der Oberbürgermeister Boes im Stagtvarlament mitteilte. eine schwere Niederlage. 5300 Arbeiter sind nicht wieder eingestellt worden, weil ihre Stellen inzwi­schen von Arbeitswilligen besetzt worden sind. Vor dem städtischen Depot und den Straßenbr-chnbösen kam es am Freitag vormittag zu lärmenden K-indgebuugen der ANsgesperrtcu. Die demonstrierenden Arbeiter wurden durch die Polizei vertrieben.

Die WWe-ISMWki der Entente.

Die Reparationskommission hat der deutschen Re­gierung für das Jahr 1922 Holzanforderunge« für Frankreich, Belgien, Italien und England übermittelt, die sich auf 41700 Telegraphenstauaen, 2,7 Millionen Schwellen (Hartholz), 1 Million Schwellen (Kickern>, 155 000 Festmeier Rundholz und 3 948 000 Festmeter Schnittholz belaufen. Anläßlich der in Paris aepflo. genen Verhandlungen über diese Anforderung ist der Reparationskommission bekanntgegeben worden, daß Holzmengen in diesem Umfange aus dem anfallenden Rundholz des normalen Einschlages sich unmöglich wür­den aufbringen lassen. Desiru ungeachtet hat die Repa­rationskommission mit Note vom 16. Januar 1022 dar­auf bestanden und innerhalb kurzer Frist Angaben über den Umfang der während des laufenden Jahres noch zu tätigenden Lieferungen verlangt. Die Neichsregierung hat sich daraufhin trotz schwerster Bedenken hinsichtlich der innerwirtschaftlichen Fom entschlossen, der Repa­rationskommission bekannizuücben. daß '^eut^n^'jy-ii; - defefit ^ - ?! v»«r- gmi wird, um die Durchführung einer Lieferung von 1275 000 Hartholz- und Srieferfdjwellen und 441700 Telegraphenstauaen, 155 000 Festmeter Rundholz und 1 246 000 Festmeler Schnittholz zu ermöglichen. Die Neichsregierung wird mit allen ihr zu Gebote stehende» Mitteln versuchen, die Ausbringung der angeforderten Holzmengen zustande zu bringen. Sie hat demgemäß an alle Sünderreafentnaen die Bitte gerichtet, umgehend Maßuahmen wegen Durchführrmg eines vermehrten Einschlages zur Sicherstellung des erforderlichen Rund­holzbedarfes zu ergreifen. Die Anfbringung der Holz- mengen soll auf dem Wege allgemeiner Ausschreibungen erfolgen.

Aus Sem besetzten Nhemland.

Die Interalliierte Rhetulandkommission hat ein ende gültiges Veto gegen die Eruennnng des Lehrers Bern­hard Bartmamr zum Lehrer in Kevelaer (Kreis Gel­dern) sowie gegen die des Lehrers Pnszbora im Se­minar Wittlich eingelegt. Der Einspruch wurde damit begründet, daß die beiden Beamten aus Ostvreußen stammten. Ferner hat die Rheinlaudkommission für verschiedene Städte des besetzten Gebietes geplante Bor- träge des Admirals Scheer über seine KriegseriNnerun- gen verboten, da sie geeignet seien, die öffentliche Ord­nung und infolgedessen die Sicherheit der Besatzungs- truppen zu gefährden. Außerdem hat die Kommission auf Grund des Artikels 13 der Verordnung 3 in der Fassung der Verordnung 97 den Vertrieb des Buches Das Volk macht auf" von Walter von Molo tn dem besetzten rheinischen Gebiete verboten.

Farbige französische Bestien.

Aus Wiesbaden wird gemeldet: Am 30. Januar, abendb gegen 11 Uhr wurde der Inhaber einer Wiesba­dener Kvhlengroßhandlnna in der ,satt(brmuiemtraße durch den Messers, ich eines Marokkaners so schwer ver­letzt. daß an dem Aufkommen des Opfers des braunen Helden" gezweifelt wird. Der Verlebte befand sich auf dem Nachhausewege vom Kurhaus nach seiner Wohnung und überholte in der Faulbrunnenstraße 3 angetrun­kene Marokkaner. Ohne jegliche Veranlassung zog der eine der Soldaten ein Messer und brächte seinem Lpker einen Stich sei, der durch den Arm, die Brust und die äußere Herzwand gegangen ist.

D!§ G§nus?er Konferenz.

»»Aus London wird gemeldet: Im Unterhaus erklärte der englische Premierminister, daß man den 8. März für die Eröffnung der internationalen Wirtschaftskou- Genua festgesetzt habe. Die frauzösnche Re- ie erklärt, daß sie es nicht für notwendig hafte.

sercnz von

gieruug habe erklärt, daß sie es nicht für notwendig haue eine formelle Antwort auf die Einladung Frankreichs zur Konferenz zu geben, da bereits aus ner Kvnfere'.z des Obersten Rates in Cannes mit Zustimmung der französischen Delegation bestimmt worden sei, die Ein­ladungen an die in Frage kommenden Mächte ergehen zu lasten. Mehrere britische Dominions, darunter auch Südafrika, haben die Einladung der italienischen Re­gierung zur Teilnahme an der Konferenz von Genua

angenommen.

Lloyd George über die Genueser Konferenz.

.^Haag. (B. T.) Aus London wird demN. Rotte« dänischen Courant" über die Rede Llond Georges i« ttnterbaufe noch gemeldet: Llond George hat erklärt. Sag r^A^m f$nn WE" kür den Anfang der K-mf^ ^."^.^^Wnua festgesetzt worden ist. Verschiede:«! ?^J^fr!;iI,erera§Ac Einladuna angenommen, A. L.^^nn Belgien, Rußland, Deutschlaiid und Spanien. Die französische Regierung habe willen lasten, daß sie es kür unnötig halte, noch einmal offiziell aus die Ein- laduug zu antworten, da sie auf der' Konferenz vo« ^annes vertreten gewesen sei, wo der Beschluß gefaßt wurde, die Etnladungeu zu versenden.

*

Endlich Hilfe für Oesterreich?

Aus Loudou wird gemeldet: In Erwiderung einet1 Anfrage Lord Robert Cecils über die Politik dc dritte Ken Regierung gegenüber Oesterreich erklärte' Lloyd George im Unterlaufe, es bestehe kein Zweifel daran, daß die Lage in Oesterreich sehr schlecht sei und daß die; F^ahr ecnes voll,(and,gen Zusanuneübruchs bestehe. Die brrtiicke Regierung habe mit den Alliierten erwo^ neu, was getan werden könne. Es werde beaoiitljHgL 3wei Mrllconen Pfund Oesterreich gegen gute Sicherheit! vorzustrecken.

Einer Reutermeldung aus Washington infolge hat Senator Lodge im Senat eine Erklärung eingebracht, in der vorgeschlagen wird, Oesterreich vor dem mirischafili- chcrr Zusammenbrnch zu retten durch Ausdehnuüa des Zeitraumes der Rückzahlung der österreichischen Schul­den an die amerikanische Getreidekorporation auf 25 Jahre.

Griechisch-s«lga,fsche Spannung?

«Se Reiter Meldung derTribuna" meldet eine

Spannung zwischen Bulgarien und ^5/^^and. Bulgarien habe Reserven, somit Könn- tZNchis an der thrazischen Grenze mobilisiert, wogegen: ©riedbenlaub dasselbe getan habe. Bereits hätten bul­garische Komitatzchis die griechische Eisenbahn angegrif* sen und Gleise und Viadukte zerstört. Die Stimmung;

preist. Bisher fehlt eine Bestätigung vieler yiucyrKyt

M^mW ÄD üWWM fluslasiilsgulOflßait

um von der deutschea Regierung eine schleunige Aus­stellung des deutschen Privatvermögens bei den anslä»-- dischen Banken zu verlangen. Ueber die Verwendung, dieser deutschen AnslendsgnthaScn zu Nevaration^zah- kurrgen sollen endgültige Abmachungen getroffen wer­den. In unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß von der Reparationskommission der Beschluß aus Beschlag- uahme der deutschen Auslandsguthaben gefaßt wor­den ist.

England gegen das Wiesbadener Abkomme«.

** Rotterdam. <S. C.) DerRotterdamsche Gottrant* meldet aus London: Das in Wiesbaden zwischen Deutschland und Frankreich getroffene Abkommen ist von der englischen Regierung verworfen worden. Die LondonerTimes" schreiben, daß England die Vorrechte, die Frankreich aus dem Wieusbadener Abkommen habe, nicht anerkennen könne. Das englische Kabinett stelle sich auf den Standpunkt, daß die deurschen Lieferungen auf Grund des Wiesbadener Abkommens nur insoweit auf die Reparationsleistungen Deutschlands angerechnet werden könnten, als sie durch den Anteil Frankreichs an den deutschen Reparationszahlungen begründet feien.

172 Milliarden Fehlbetrag.

r» Berlin. Im Reichsrat wurde mitgeteilt. daß der K. Nachtragsc at einen Fehlbetrag von 9,7 Milliarden Mark aufweist. Damit erhöbt sich der Gesamtfehlbetrag im Jahre 1921 auf 172 Milliarden Mark. Es handelt sich um Beibilfen für Beamte in Orten mit besonders schwierigen Verhältnisten.

Die Uebergabe Oberkchlestcus.

»»Vreslau. (S. C.> Die Uebergabe des Polen abzu- tretenden Teils von Oberschlesien soll anfangs März er- folgen. Seit einigen Tagen ist bereits mit der Wegschas- suug der deutschen Beamte» und Familien, die auf eige- neu Wunsch Oberschlesien verlassen wollen, begonnen worden. Bisher kommen ungefähr 14 009 Beamte in Frage, die sich für den Wegzug erklärt haben.

Die deutsch-polnischen SÄlutzoerhandlnngen.

»» Gens. Der Führer der deutschen Delegation für die deutsch-polnischen Schlußverhandlungen in Genf, Reichs­minister a. D. Schiffer, empfing die Vertreter der Presse und erklärte ihnen, daß die Verhandlungen in aller Oef- fcntlichkcst geführt werden. Die Konferenz würde un- gefäbr 14 Tage danern. Wenn auch noch mancherlei Streitpunkt vorhanden wären, so ßoffe er doch, daß eine volle Einigung erzielt werden würde.

Knerid com Tage.

Der deutsche Botschafter beim Batikan wurde be­auftragt, dem Papst anläßlich seiner Wahl die Glück­wünsche des Reichspräsidenten und der ReichsrcgicrnnK auszu precken.

f-^tc Arbeiterschaft der städtische« Gas-, Elcktri.itäts- und Wasierwerke Berlins ist vollzählig zur Arbeit zu- rückgekehrt. Dagegen bestehen noch Schwierigkeiten bei der Straßenbahn.

Der Köuig von Dänemark empfing den deutschen autzermdtntlichen Gesandten und bevollmächtigten Mi»