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Hersfel-er Tageblatt hersfel-er Kreisblatt" j Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfel-

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Nr. 57

Mittwoch, den 8. März

1922

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Deulschrand zahlt.

6i**8Bi derT. U." auf Anfrage von zuständiger Stelle R« Berlin mitgeteilt wird, sind die Zeltnngsmeldnnge«, -Denen zufolge sich die Regierung entschlossen hätte, ein «enes Stnndnugsgesuch an die Entente zn richte«, um -richtig. Die Retchsregiernvg wird die Termine auch lär die kommenden Dekadenzahlnuge« Pünkllich in«e-

*

Die Meldung desPetit Journal", Satz Reichs- knanzminister Dr. Hermes bei der letzten Dekaöenzah- mng dem Berliner Vertreter der Reparationskommis- Kon erklärt habe, die Reichsregierung werde bald außer­stande sein, die Ratenzahlungen fortzusetzen, und auf eine sofortige Stundung gedrängt habe, ist von der Reichsregierung prompt dementiert worden. Die Form, in der dies geschehen ist, kann allerdings dem Zweck, den ba§Petit Journal" mit seiner Meldung verfolgt hat, sehr dienlich sein. Die Reichsregierung hat erklärt, daß ie auch die " "

zu suche«, wobei der Völkerbund gern Bereit sei, seine moralische Unterstützung zu leihen. Er wolle auch alle­tun, um die Aufhebung des Generalpsandrechtt : ' zusetzen. Die Delegierten der österreichischen Regierung haben weiter in London die Mitteilung erhalten, da» eine Ausdehnung der gegenwärtig von England zm»^ Teil bereits bewilligen, zum Tett in Aussicht gestellt« Kreditsumme nicht möglich sei.

ihm verursachte Krisis nur auf einem Mißverständnis beruhe, daß es nicht seine Absicht sei, die Autorität des Ministerpräsidenten zu erschüttern, darf bis auf weiteres mit dem Verbleiben Lloyd Georges an der Spitze der Koalitionsregierung gerechnet werden. Wie lange es bet dem bisherigen Zustarrde verbleiben wird, ist freilich nicht sicher, denn die jetzt geschaffene Verständigung be­deutet nicht viel mehr als einen Waffenstillstand, dem nach längerer oder kürzerer Zeit doch der offene Aus­bruch des Gegensatzes zwischen den Konservativen und Liberalen folgen wird. Eine Klärung wird die Lage aber erst durch die Rede erhalten, die Arthur Balfour am Dienstag bei einem Frühstück in der Londoner City halten wird. Man glaubt, daß er die Mitteilung machen wird, daß Lloyd George am Ruder bleiben wird.

Bestätigt es sich, daß damit die Shtife beigelegt ist, dann muß man anerkennen, daß England wieder ein­mal der Welt, und nicht zuletzt uns Deutschen, ein Bei­spiel nattonaler Würde gegeben hat, auf die zu verzich­ten in einem Augenblicke schwieriger äußerer Verhält­nisse für jede Nation Selbstmord bedeuten muß. In England genügte der energische Hinweis auf die Not­wendigkeiten der auswärtigen Lage, die am Vorabend der Genueser Konferenz nicht in Frage gestellt werden dürfe, um die aufsässigen Elemente von der Art Sir Noungers zur Raison zu bringen. Die auswärtige Po­litik geht in England unter allen Umständen den in­neren Zwistigkeiten vor, ja noch mehr, man darf sagen, daß bei aller Gegensätzlichkeit zwischen den Parteien auf innerpolitischem Gebiete doch hinsichtlich der Behandlung auswärtiger Fragen bei allen Parlamentsgruppen eine Einheitsfront besteht, für die einzig und allein die gro­ßen Richtlinien der englischen Politik maßgebend sind und nicht die egoistischen Ziele einer engherzigen Partei- taktik.

KüMprountz Über die Kontrolle Deutschlands.

Japanische Wirtschaftsvertreter in Berlin, m> Berlin. (B. 84 Der Verband für den fernst Osten hatte am Montag abend im HotelEsplanabe^ die Mitglieder der japanischen Wirtschafüskommtssion 8« einem Bankett eingeladen. Gegen 10% Uhr erschien Reichsminister Dr. Rathenau, der durch wichttge poli­tische Besprechungen am früheren Erscheinen verhindert war. Er begrüßte als Vertreter der deutschen Regie­rung die japanischen Gäste und kam u. a. auf das Step*- rattonsproblem zu sprechen, das nicht nur ein deutsches sondern ein Problem für die ganze Welt darstellt. Erst wenn eine Verständigung zwischen den Völker« der ganzen Welt herbeigeführt sei. würde eine Gesundrma. zu erwarten sein. Nach dem Bankett entwickelte sich ein zwangloser Verkehr zwischen den deutschen und den so panischen Vertretern von Industrie und Handel, di^ wie der Präsident in der Begrützungsansrmuhe, LE Ausdruck gebracht hatte, wesentlich dazu bettraE werde, die wirttchaftliche und freundschaftliche Annühe- rung beider Völker für die Zukunft zu fordern.

Bordrä«s«t Fraukretchs.

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chauvinistischen Kreise in Frankreich werden daraus zweifellos die Schlußfolgerung ziehen, fcaß Deutschland bezahlen könne, weil dies von zustän­diger Stelle in Berlin festgestellt worden sei. Bet allen Erklärungen muß der französischen Mentalität Rech­nung getragen werden, weil man inFrankreich auch heute Koch der unverrückbaren Auffassung ist, daß Deutschland Zahlen könne und daß alle gegenteiligen Behauptungen Nur ein Ausfluß des bösen Willens Deutschlands wären, seine ihm diktierten Verpflichtungen nicht nachzukom- Men. Aus diesem Grunde hätte die Regierung besser «etan, das Dementi nicht so allgemein zu s tot bestimmter Form zu erklären, ob und .

Land noch zu leisten vermag. Gewiß, es ist zu verstehen, Latz die Regierung durch die Erklärung einen Einfluß «uf die Gestaltung der Devisenkurse auszuüben hofft, Aber bei dem gegenwärtigen tiefen Stand des Markkur- Ws wäre es zweifellos richtiger gewesen, wenn die Re- «ierung bestimmte Angaben gemacht hatte, bis zu wel­chem Zeitpunkte die Ratenzahlungen noch geleistet wer­den können. Im übrigen sollen nach einer Meldung DesEcho de Paris" auf Beschluß der Reparattonskom- Mission die Ratenzahlungen noch bis Ende März fort­gesetzt werden, und dann soll eine zweimonatige Pause Wntreten. _ ,

Die deutschen Ratenzahlungen. c

»XKäSä»

en werde.

ondern Deutsch-

6te Reichsregierung bereits im Besitze der erforder- Nchen Devisenbeiräge.

Die Verteilung der deutschen Zahlungen.

H^ariS. (L. A.) Wie diePettt Parisicu" mitteilt, hat die Entscheidung der Botschafterkonferenz über die Schaffnug dauernder Kontrollkommisstoueu in Deutsch­land zn einem Kompromiß zwischen dem englische« und dem französischen Standpunkt geführt. Die Engländer verzichten danach auf die Verknüpfung der Frage der dauernden Kontrolle mit der der Sanktionen «nd die Franzosen willigen in ein neues Studium der Dauer der Rüstungskontrolle zu Wasser. zn Lande und in der Luft. Danach sind die Schwierigkeiten nur aufgeschobe«, da nach demPetit Parisien" die Annahme der Kontrolle durch Deutschland von der Räumung der drei Ruhr- städte avhauglg je».

Frankreich und Genua.

h* Karlsruhe. (S. £0 Wie dieStraßburger Neue Zeitung" aus Parts meldet, hat der französische Kriegs- Minister bet dem Mintsterrat beantragt, den am 16. März von den amerikanischen Truppen zu räumender Okkupattonsabschnitt am Rhein von französischen Grup­pen besetzen zu lassen.

Die Kriegssch«ldtge«frage.

»^ Zürich. sS. C.) DieNeue Züricher Zeitung meldet aus Rom: Das neue italienische Kabinett habe es bei der Beratung der Kriegsschuldigenfrage abge­lehnt, von dem Standpunkt des früheren Kabinetts ab« zugehen und tn der Frage der Aburteilung der deut­schen und österreichischen Kriegsschuldigen eine aktive- Haftung einzunLhmen.

* Rotterdam. (S. C.) DieTimes" melden, daß die Sitzung des Botschafterraies, die die Entscheidung in der FraM der deutschen Kriegsschuldigenprozesse bring« soll, in der letzten Märzwoche in Paris stattfinden wirb» Die englische Regierung habe den Widerstand gegen eint

w Am Dienstag treffen in Paris der englische, be Ww italienische Finanzminister ein, um mit dem zösischen Finanzminister über die Aufteilung der Wen Reparationszahlungen zu verhandelm Die Konfe- renz wird gebildet durch de Lasteyrte, Sir Robert Hörne, Theunis und Seano.

TÄÄ« kMRSr* ÄÄ^, K Antwort der englischen Regierung ist noch nicht einge-

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m- Die auf Montag angesetzte Sitzung der französischen Sachverständigen, die das Programm für die Genueser Konferenz ausarbeiten sollte, ist abgesagt worden mit der Begründung, daß sie überflüssig geworden sei, da die Sachverständigen ihre Arbeit vollkommen übersMssig halten. Der Generalbericht, den die französischen Sach­verständigen aufgestellt haben, sei in der Sitzung vom letzten Donnerstag endgültig angenommen worden. Die französischen Sachverständigen seien also bereit, auf den ersten Wink nach London abzureisen. Bis auf weiteres wäre dies der 13. März, der Tag, der provisorisch für die Eröffnung der Sachverständigenkonferenz bezeichnet worden ist.

Vor der Ernennung Hermes.

i,*SSte dieZeit" hört, steht die Ernennung des Meichsernährungsministers Hermes zum Reichsfinanz- Minister in den nächsten Tagen bevor.

Kadinettssttznng.

^Die Reichsregierung hielt am Montag nachEag «ine Kabinettsitzung ab, in der sie sich eingehend mit dem Steuerproblem beschäftigte.

Bestrebungen gegen die Zwangsanleihe.

Wie demTag" von parlamentarischer «Seite mit« geteilt wird, sind im finanzpolitischen Ausschuß des Metchswirtschaftsrats Bestrebungen.im Gange, d^ auf *»ne Ablehnung der Zwangsanleihe teils aus wirtschafis- «olitischen Gründen, teils auch aus Gründen abzielen, Hie, da sie persönlicher Natur sind, zurzeit der üffent- Mchen Beurteilung noch nicht unterstellt werden sollen.

Dr. Rathenau für die Erfülluugspoltttk.

»-.Berlin. tL. A.) Im Hauptausschutz des Reichs- SageS vertrat Alinister ^r. Rathenau die Erfüllungspo- Mik der Reichsregierung.

^.Der Hauptausschutz des Reichstages tritt Dienstag Vormittagum 11 Uhr zur Beratung des allgemeinen po- rittschen Teils des Etats des Auswärtigen Amts zu­sammen. Bet dieser Gelegenheit wird Reichsminister Dr Rathenau, der schon bet der Beratung des techni- M« Teils des Haushalts des Auswärtigen Amts spr chen wollte, seine Rede über die außenpolitische La

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Lloyd George geht in Urlaub. i^ «lotib George, der seit längerer Zeit an einem

B^»nchialkatarrh leidet, wird auf Anratenseirres Arztes Urland auf unbestimmte Zeit nehmen. Der UrlaubS- antritt wird bereits am Mittwoch erfolgen.

i Es gewinnt den Anschein daß die Ste^ AvO Georaes noch einmal gerettet ist, wenn auch immerhin mit nnvorhergcsehenen Ueberraschungen gerechnet wer- 6 m kann Nachdem sich aber selbst der unionistische «in- ÄscherUm «ger dahin ausgesprochen hat, daß-t« mm

Falls die vorstehende Meldung zutrifft, ist die Auf­fassung der französischen Sachverständigen bezeichnend für die Erwartungen, die man in Bezug auf die Genue­ser Konferenz hegen darf. Die ursprünguchen Aufgaben, die die Genueser Konferenz lösen sollte, waren riesen­groß,- denn die Konferenz sollte endlich Wege finden, auf denen eine wirtschaftliche Wiedergesundung Euro­pas, das unter den Lasten und Folgen der FriedenS- verträge dem vollständigen wirtschaftlichen Ruin ent- gegentreibt, möglich wäre. Wenn in Anbetracht dieser außerordentlich wichtigen und schwierigen Aufgaben Frankreich es für überflüssig hält, die Lösung der Pro­bleme eingehend vorzubereiten, so beweist das zur Ge­nüge, daß auch die Genueser Konferenz ebenso ergebnis­los verlaufen wird, wie alle bisherigen Versuche, die schwer darniederliegende europäische Wirtschaft wieder aufzurichten.

Die Kontrolle der deutschen Luftschiffahrt.

Der Botschafterrat hat, wie gemeldet, beschlone«, der Aufhebung der Kontrolle des dentschen Flugweseus be­dingt zuzüstimnren. Wie hierzu derNewyork Herald mitteilt, wird die internationale Luftfahrkonventton, die während der Friedenskonferenz in Paris aufgestellt, aber durch Ablehnung der die Rechte der deutschen Luft­fahrer beschränkenden Paragraphen seitens der neutra­len Regierungen noch nicht wirksam wurde, in den näch­sten Wochen in Kraft treten. Die Signatarmachte haben beschlossen, die Konvention sofort zu ratifizieren. Sie werden dann einen Ausschuß - einsetzen, der die auf Deutschland beztiglichen Bestimmungen abarrdern soll. Es soll danach Deutschland gestattet sein, seine Nachbcw- länder zu überfliegen, doch soll eine gewisse Kontrolle des Botschafterrates beibehalten werden.

Oesterreich seinem Schicksal überlassen.

Wie in politischen Greifen Wiens verlautet, .wurde den österreichischerr Delegierten in Lo^n unzweideutig die Erklärung gegeben, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen an eine Erfüllung der seiverzett zngesag» ton Kredithilfe des Völkerbundes «icht zu deuken sei. Der österreichischen Regierung wurde nahegelegt, in ih­rer weiteren Polttik die Möglichkeit eines ^wikerlmudS- kredites auszuschall«» und sich auf privatem Wege Kredit

getreten sei.

Die Leipziger Messe.

»^.-Der Messemontag brächte, wie aus Leipzig gemeldet wird, einen Riesesverkehr, wie er in diesem Umfang« in den ersten Messetagen noch niemals beobachtet wor­den ist. ES sind sehr große Auslands- und Inlands käufe abgeschlossen worden.

Die gleitende Lohnskala.

e-* Berlin. (S. C.) Zu den am 10. März im ReichS- finanzministerium beginnenden Verhandlungen über die gleitende Lohn- und Gehaltsskala haben, die Gewerk­schaften den Antrag gestellt, einen ständigen Ausschuß» bestehend aus Vertretern der Gewerkschaften und der Beamtenverbände, im Reichsfinanzmintsterium zu bil­den, der die jeweilige Höhe der gleitenden Tarife an Hand der Teuerungsziffern ermitteln und feftfteHen soll.

Die Borgäuse in Gleiwitz.

e* Zürich. (S. 64 DerTagesauzeiger" meldet aus Paris: Havas gibt bekannt, daß die deuttche Regierung zur Untersuchung der Vorgänge in Gleiwitz eine ge­mischte Kommission von deuttchcu und alliierten Ver­tretern vorgeschlagen hat. Der Botschafterrat habe sich eine Stellungnahme Vorbehalten, um zunächst die noch nicht ettlgegangerlen Berichte der interalliierten Kom­mission in Oppeln abzuwarten.

Die Erzbergeraffäre.

n#, Karlsruhe. (S. 6.) Wie dieOffenburger ZeituE meldet, hat das Landgericht in Offenburg den «astend- lassungsantrag des in der Erzbergeraffäre verhaftet« «Münchener Rechtsanwaltes Müller zurückgermeien mit der Begrtindung, daß der Tatverdacht wegen Begümti^ gitna der Täter noch sehr dringend fei Müller soll im den nächsten Tagen von München nach Osfenburg über- aeftihrt werden.

w Slom. (F. G. A.) Der Unterstaatssekretär erklärt^ er glaube, daß der 10. April nunmehr definitio als offi­zielles Datum für die Eröffnung der inteimahoitaien Wirtschaftskonferenz von Geruca gelten korme. Der lientfebe »tinnterrat habe diesen Termin festgesetzt und alle übrigen Atächte hätten dem zugestinmrt.

Moska« und Augora.

^London. (F. G. A.) Der Korvefpondertt derTi­mes" meldet aus Korrstanttnopel, daß nach Erkunötgu^ gen an gut mrterrichteter Seite die Sow: efr^tenutg hf Augora mitgetettt hoch daß sie nicht nam Gemm gW werde, wenn die Regtermrg von Angova nickst zugelasi- sen würde. Die Sowjetrelernng bat bargen ton daß Regierung in Anaora verlangt, daß sie alle Konzessi»» neu an andere Mächte aufgibt.

Die Kävmettskrise in England beiaclegt.

^Rotterdam. (& 64 DerCmrrant^ meld« a^ London: Die Krise für das Kabinett Lloyd GeorM ist

die BeLprechüns fand eine