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kersMerTageblatt

hersftl-er Kreisblatt"

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SJM«2S?| Amtlicher Anzeiger für -en kreis tzersfel-

Erscheint jeden Wochentag Der Bezugspreis betrügt monatlich für Bersfeld 6.00 Mark, durch die Poli bezogen 6.50 Mark, bei freier Zustellung ins Baus. * Druck und Verlag non hudmig Funks Buthdru&erel in Bersfeld, Ulitglled des VDZV.

^r. 58

Donnerstag, den S. März

193»

HellllHlmils Blätterige Celflungen.

»»Die Reparationskommifsion veröffentlicht eine amt- Uche Aufstellung der seit dem Waffenstillstände bis Ende Dezember 1921 von Deutschland geleisteten Zahlungen, tks handelt sich dabei 1) um die Geldleistungen, 2) um die Sachleistungen, 8) um die Anrechnung von Reichseigen- Dam in den losgetrennten Gebieten. Im einzelnen ent- die Aufstellung folgende Zahlen:,

1. Zahl««« in Gold und ausländische« Devise«, Surch von Deutschland bis 81. Dezember 1921 geleistete Kühlungen 1041419000 Goldmark, durch Einnahmen Aus anderen Quellen, die für Rechnung Deutschlands Erfolgten, nämlich Zahlung Dänemarks für die Abtre- Kung eines Teiles Schleswig-Holsteins 65 000 000 Gold- hart, Verkauf der zerstörten Kriegsmaterialien »0 960 000 Goldmark, Verschiedenes 657 000 Goldmark, Einnahmen aus der Abgabe von eingeführten deutschen Waren in England srecovery act) 36166 000 Goldmark, Änsgesamt 1184 171 000 Goldmark. ,

L Sachleistungen schätzungsweise): an die alliier- -en und assoziierten Mächte 2 760 250 000 Goldmark, Werkauf an Luxemburg, an die Textilalliance der Ver- srinigten Staaten usw. 39 092 000 Goldmark, insgesamt 3 759 342 000 Goldmark. (Unter 1 und 2 sind also ins­gesamt eingegangen 2 989 514 000 Goldmark.)

3. (schätzungsweise) in abgetretenen Gebiete« über- «onimene Staatsvermögen nach den . aegenwarngen Schätzungen unter Ausschluß derschleswig-holsteinisclien Müter, die unter 1 bereits verrechnet sind: 2 504 342 01» Woldmark. Die gesamten Zahlungen betragen danach M487 856 000 Goldmark.

> In dieser Aufstellung sind nicht enthalten die von ^Deutschland restttnierten Gemeinden, für die es keinen Anspruch auf Gutschrift besitzt, ferner die von DeutsÄ- tand direkt an die Besatzungsarmeee geleisteten Zahlun­gen in Papiermark, Sachlieferungen und Dienste, sowie feSH «Ä« ÄM für folgende Posten Verwendung finden: 1. Vor- chüsse zur Erleichterung der Kohlenlieferungen au, rund des Abkommens von Spaa in Höhe von 380 Mck- en Goldmark: 2. B< ......

tt sie durch die Z' erwähnten Leistungen nl._. ...

ble die bayerische Regierung nach dem jetzigen Stan­der Dinge zu der Annahme bringen müßten. datz neue Berliner Hebelgriffe vorliege«. Die bayerische Regie­rung habe sofort unter Darlegung der Tatsachen einen entschiedene« Protest an die Berliner zuständigen Stelle» gerichtet und um schleunige Aufklärung gebeten. Die Antwort hierauf stehe noch aus. Die Pressemeldung, in der eine Ueberwachung durch Berliner Agenten in Ab­rede gestellt wird, sei angesichts des vorliegenden Tat- fachenmaterialS nicht recht verständlich. Der Minister hält es für angezeigt, mit einem endgültigen Urteil über diese Angelegenheit vorläufig noch zurückzuhalten, bis die Angelegenheit durch eine amtliche Gegenerklärung der Berliner Stelle vollständig klar gelegt ist. Die baye­rische Regierung werde die Rechte Bayerns energisch wahren. Sie werde nicht unterlassen, darauf hinzu- weisen, daß es vom Standpunkt der bayerischen Volks­stimmung aus keine größere Belastung des Reichsgedan­kens geben könnte, als neue Eingriffe in die bayerische Polizeigewalt.

Lloyd George bleibt.

»»Aus London wird gemeldet: Bet der Zusammen­kunft der Konservativen in der City tat Sir Arthur ' ' Aussprüche über die innerpolitische

' " ... wie es in

Balfour wichtige Aussprüche über die im Lage. Er erklärte, daß das Parteisystem, normalen Zeiten in England geherrscht Bath

normaren Zeilen tu ®ugiu«u ucycnwri ymte, Nicht den Krieg hätte gewinnen helfen. In der Koalition haben indessen ane Differenzen zurücktreten müssen. Der Weg, auf dem die irische Frage beigelegt worden ist, wäre dafür eine bewundernswerte Jllustrierung. Was Lloyd George betrifft, so sagte Balfour, könne er im Hinblick auf die ernsten Probleme, denen England und die Welt ins Auge blickt, keinen anderen Mann für geeigneter halten als ihn, die Nation durch alle seine Schwierig­keiten hindurchzubringem Balfour ist von der weiteren friedlichen Zusammenarbeit der Konservativen und der liberalen Koalitionspartet, die so erfolgreich zusammen-

gesatzungskosten bis 1. Mai 1921, Zahlung in Papiermark und die richt gedeckt sind; 3. Re­

ationen.

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ferner, daß die vorläufige

gearbeitet hätten, überzeugt.

*

Durch die Rede Balfours kann Sie englische Kabi­nettskrise vorläufig als endgültig beigelegt betrachtet werden. Lloyd George soll sein Rücktrittsgesuch zurück­gezogen und versichert haben, daß er sein Amt wenig­stens solange beibehalten wird, bis die Konferenz von Genua stattgefunden hat, deren Eröffnung er jedenfalls beiwohnen wird. Ueber die letzten Ereignisse, die der Beilegung der Krise vorausgingen, wird noch aus Lon­don gemeldet: Im Laufe der Begegnung, die Lloyd

Hebung einer Zwangsanleihe nachgesucht hat. Die Rs- parationskommtssion legt in ihrem Ersuchen besondere» Wert auf die Aufrechnung der Höhe der mutmaßliche« Eingänge.

Die neuen Forderungen der Gewerkschaften.

»»Dienstag nachmittag traten die fünf Svttzenve»- bände, der Allgemeine deutsche Gewerkschaftsbund, der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Gewerkschaftsrtng, der Afabund und der Deutsche Beamtenbund, zusammen, um sich über eine gemeinsame Basts z« verständige«, auf der die von der Reichsregierung fstr Freitag ange- setzten Verhandlungen über die Teuerungsaktton der Beamte« und Staatsarbeiter geführt werden sollen, die Besprechungen den ganzen Nachmittag liate man sich weder über die Höhe der zu

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hinzogen, einiate man sich weder über ... ..... ______ stellenden Forderungen noch über das takttsche Vorgehen.

Die Konferenz von Gen««.

»»Aus Paris wird gemeldet: DerTempS- bestätig die Meldung desMattn", daß die italienische Regie­rung mit dem 10. April als ErüffnungStermin der Kon­ferenz von Genua einverstanden ist. Die neuen Einln- dungen sür dieses Datum sollen demnächst an alle Staa­ten Europas verschickt werden, und zwar auch an Deutschland und an Rußland. DießiBertee" glaubt übrigens, daß am 10. April nur die Eröffnungssitzung abgehalten und daß dann der Beginn der eigentliche» Verhandlungen über die Ostertage bis zum 18. April ausgesetzt werden dürfte.

Bewilligung von freiem Geleit für Kapp.

»» Leipzig. (S. C.) Wie verlautet, wird das Reichs­gericht dem Ersuchen Kapps stattgeben. Voraussichtlich wird die Entschciöuna des Reichsgerichts schon in deu nächsten Tagen fallen.

Der Küuigsbund in Bauer«.

»»Mönche«. (S. C.) DerRegenSburger Anzeiger- meldet, daß dem neugegründeten Königsbund far Bayern bereits 16500 Mitglieder angeboren.

Die deutsch-polnsichen Verhandlunge«.

»» Genf. lS. C.) Die Havasagentur meldet, daß ent­gegen anderslautenden Meldungen die deutsch-polnt-- schert Verhandlungen vor ihrem Abschluß stehen. Die deutschen und die polnischen Delegierten seien gewillt sich dem Schiedsspruch des Präsidenten Calonder zu un­terwerfen, um eine schnelle Lösung der oberschlesischc«. Frage herbeizusühren.

Reue Verschiebung der Genueser Konferenz?

»»Genf. (S. C.) In der französischen Preise wtt» am Dienstag abend die Meldung verbreitet, die rtalie- nif Regierun abe in

«Lschätzung der Zahlungen und

^921 die seinerzeit angegebene Ziffer von etwa 7% Mil- arbeit ergab, die obenstehende Abschätzung für das «abr 1922 demnach um ungefähr 1 Milliarde übertrifft. dieser Widerspruch erklärt sich dadurch, daß die vorlau

»-Nw-r-m floDhlMen «<**>* « Versorgung mit Lebensmitteln und Rohsttffsen. direkte Jetstungen an die Besetzungsarmee durch Zahlungen in ^avterrnark, Warenlieferungen und' Dienstleistungen, «Meßlick die Kosten der verschiedenen Kounnissionen, Lie »u Lasten Deutschlands aehen. Dagegen umfassen Abltbätzunaen bis Sude des Jahres 1921 folgende

»Ä ^Äen«wn<i Kr Senun.

5. nicht enthalten waren: Staatseigentum in

Afirtpfretenen Gebieten, soweit dessen Wert nicht Bur» Warenlieferungen eingelöst wurde und Zahlungen r> Leistungen in natura zwischen dem 1. 5. und 31.12. in Höhe von ungefähr 1400 000 000 Goldmark.

Ei« neues Verlangen der Entente.

" Paris (L. A.) Die interalliierte Militärkonttoll- feKÄM &Ä6»® äm

Pützt sich bei diesem eigenartigen Verlangen auf Artikel WL-f"NL«

SÄiSS» Ä ä Belgien fordert neue Trnppenlaaer im Rheinland.

Die belgische Besatzungsbehörde forder^im Rhein- »»rd die Errichtung von weiteren vier großen Truppes llagern bei den Städten Mörs, Sochemmer^h, BudeE gmd Issum. Diese Lager, die bis ^Ur l. Okiober 192^ ^eriia sein sollen, erfordern einen Kostenaufwand von Ä0 Millionen Mark.

Postüberwachnng im besetzte« Gebiet.

»»Die französische Besatzungsöebör-e hat unerntartet Mäht dte Posttivermachnng eingeführt und Kontroll- iktellen bei den dortigen Postämtern 1 und 3 eingerichtet.

Absender von Briefen, Paketen usw. in das besetzte Kebiet tuu daher gut, in ihren Mitteilungen alles, zu LAneiden was ihnen und insbesondere den Etupfan- zmn 'Nachteil gereichen konnte.

INeue Spannung zwischen Berlin und München

Im Saushallsausschutz des bayerischen Landtages bat Innenmitti ter SMveyer auf die an ihn gerichteten es sich mit den Pressemeldungen über eine

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persönlichen Loyalität und gaben das__,_ die konservative Wählerschaft darüber aufzuklaren, 6 weiteres Bestehe« der Koalition im «ationale« Juter- cffe gelegen sei. Außerdem wurde Lloyd George zuae- sagt, daß man von den Wählern fordern werde, daß die persönlichen Angriffe gegen den Ministerpräsidenten unterbleiben sollten. Lloyd George bemerkte, daß auch ihm eine englische Ministerkrise am Vorabend der Kon- fcrenz von Genua als außerordentlich gefährlich für die gesamte europäische Lage erscheine. Im Laufe des Ta­ges wurden die Besprechungen mit Lloyd George fort­gesetzt und die letzten Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt. Lloyd George gab dabei das Versprechen ab, daß man auf die Beibehaltung seines Amtes bis na» Genua unbedingt rechnen könnte. Was man nach Ge» nua tun wolle, Hänge von der Entwicklung der inner­politischen Lage in England, namentlich von der Stel­lung, die die konservative Wählerschaft einnehme» würde, ab.

Die Erkrank««» Lloyd Georges.

»»Rotterdam. (S. C.) Der .Rotterdamsche SouranP meldet aus London, daß die Erkrairkung des englischen Ministerpräsidenten nur eine leichte ist. Nach einer Meldung derTimes* wird Lloyd George bereits Ende dieser Woche nach London zurückkehren. In Londoner politischen Kreisen ist ein Gerücht über eine baldige Umgruppierung der Regierungsmehrheit verbreitet.

Neue Kriegsgefahr im Osten?

»»Rotterdam. (S. C.) DieMorningpost* meldet aus Reval: Die russischen Telegraphenlinien sind seit Freitag für den privaten Verkehr gesperrt. Russische Zeitungen treffen seit dem Tage nicht mehr ein. Es find Gerüchte tat Umlauf von militärischen Rüstungen gegen Polen aus Anlaß der Wilnaer Frage. Es liegen jedoch bis jetzt noch keine bestimmten Anzeichen eines Mobil- machungszustandes in Rußland vor. m

»»Reval. (F. G. SL) An der russischen Grenze ge­genüber Polen mrd Finnland werden in der letzten Zeit lebhafte Truppenbewegunge« beobachtet. Militärzüge aus dem innern Rußlands rollen ununterbrochen nach dem Westen. Diese Triwvenbewegungeit werden als eine Demonstration der Sowjetregiernug gegen de« Abschluß des MUttärabkommeus zwischen Polen nud Fiv«land bezw. Rnmäuie« ««gesehen.

Mobilmachung in Litauen

»»Kopenhagen. (S.C.) DieNational Tidende* mel­det aus Riga: Nach den hier norltegenden Meldungen aus Litauen ist die Generaunobilmachnna in Stauten an­geordnet worden Die ausländischen Konsulate haben bereits am Sonntag telegraphisch Nachricht erhalten.

Kontrolle der «ene« Steuern.

»»Basel. lS. C.) DieBasler Nachrichten- melde» aus Berlin, daß die Reparation skommiisto» von der deutschen Regierung die baldige Borlegnng der neuen StenergefetzenWürfe mw des Gesetzentwurfes auf Er-

»» PariL lS. G. A.) Am Dienstag fand in Parts etwe Besprechung der französischen Reeder und sonstiger an der Schiffahrt interessierter Persönlichkeiten statt, in der das Wiedererscheinen deutscher Schiffe in den französt-, schen Häfen erörtert wurde. Die Verfaurmlung nahM eine Entschließung an, in der deo Ausschlutz der deut­schen Schiffe aus den sranzösischen Häfen gefordert wird, solange den französischen Schissen in den deutschen Häfea nicht die Behandlung zuteil wird, die in dem Bersatllet Vertrag vorgeschrieben ist.

Die ivuerpolittsche Lage in England.

»» London. (F. G. A.) In politischen Kreisen beureritt man besonders die Häufigkeit, mit der Balfour in fein« Rede von einer nationalen Partei sprach. Man er Härt daß Lloyd George in der Tat bestrebt sei, die regierungs­treuen Konservativen und Liberalen, in einer nationa­len Partei zu vereinigen, die sich dann uo» weiter auS- dehnen könne.

Einberuf««» des italienische« Parlaments.

»»Rom. (L. A.) Die italienische Kammer und de» italienische Senat sind zum 15. März einberufen morde»

Um Kaiser Wilhelm.

»» Genf. (S. C.) Havas meldet aus Brüssel, daß »te. belgische Regierung in der Kaiserfrage eine Note an die. alliierten Regierungen gerichtet habe.

Amerikanische Anleihe für Liberia.

»»Washington. (F. G. A.) Durch die Anleihe t» Höhe von 5 Millionen Dollar, die die Bereinigten Staa-; te» von Nordamerika der afrikanischen Stegerrepublik Liberia gervährt haben, ist der sowieso schon große Ein« Nutz Aurerikas in Liberia noch gröber geworden. DaS amerikanische St'Misdepartement hat in Parts mitte»-, len lassen, Amerika habe nicht die Absicht. Libcria ^ einer anierifanifdieit Kolonte zu machen. ^Dce Anleibe soll in der Hauptsache zur Deckung der. Schulden ver­wendet werden, sie Liberta bei französischen und eug- lischen Finanzleuten ailfgerwmmen Bat

Rückgang der Arbeitslosenziffer in England.

»^.London. (9. 81.) Die Zahl der ErwerbslosnlM England ist in den letzten vier Wochen um etwa 07 000 auf ungefähr 1837 000 gesunken.

H Rücktritt des spanischen Kabinetts.

k# Aus Madrid wird gemeldet: In einer Unterredung, die zwischen dem Grafen Romanones und Maura statt- fand, teilte Romanvnes dem Ministerpräsidenten mit, -atz die liberalen Minister aus dem Kabinett auSschet- den werden. Maura ging darauMn zum König und Überreichte das Rücktrittsgesuch deS gesamten Kabinetts. Am Nachmittag fand eine Unterredung zwischen dem König und Romanones statt.

«Ühalt in Luzern e tafle troffen ist, wird sich