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Hersfelöer Tageblatt

ESsKreeSS | Reisfelder Kreisblatt'

In^ßOTM^^Fw^reck^^ *j Zmtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

Erfdiefgi Jeden Rodxniag Der Bezugspreis betrügt monatlich für Besfeld I. durch die Post beeegee 12.00 (Dk., bei freie Zustellung Ins Baus, Abholer 10.00 (Dk. * Druck und Verlag von budeig Funks Buchdrudterel to Bersfeid, (Dfiglled des VDZV.

Nr. 104

Donnerstag, den 4. Mai

193*

^Vas Memoranüum on Rußland, T

»»Lloyd George hat durch seinen Privatsekretär den Pressevertretern seine Befriedigung über die Fort- chritte der Verhandlungen über die Bildung des inter- Ionalen Konsortiums, dessen Mittel bestimmt sind, unvermögenden Ländern zu Hilfe zu kommen, aus­sen lassen. Lloyd George ist der Ansicht, daß die sen das Memorandum annehmen können. Es sei aders bedeutsam, daß hier zum erstenmal die euro- hen Mächte Rußland ein präzises Hilfsangebot ge­ll hätten. Das Memorandum stelle kein Ultimatum es stelle aber doch gleichzeitig ein äußerstes Mi- itm fest, das man Rußland gewähren müßte, wenn filfe und Anerkennung seitens der Mächte erwarte, ere Bedingungen hätte Rußland nicht erwarten len. Sollten die Russen ablehnen, so sei es wahr- nlich, daß die englischen Kaufleute wie auch die fleute der ganzen Welt, zunächst keinerlei Vertrauen r auf Rußland setzen könnten. Natürlich sei damit ichst die prinzipielle Annahme des Memorandums :int, da die einzelnen Artikel später diskutiert wer- könnten. Lloyd George glaube, es sei aber nicht lich, die Diskussion dieses Memorandums etwa c neuen Konferenz zu unterbreiten. Sollte Genua ingen, so würde es schwer fein, rechtzeitig vor dem »armen der schlimmen Lage Mitteleuropas und Rutz- 3 eine neue Konferenz einzuberrisen.

'cheinlich, daß die en

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Auf eine Frage erklärte der Privatsekretär Lloyd Meorges, dieser habe für seinen Optimismus bezüglich des Gelingens der Konferenz keinen anderen Grund als die Hoffnung, daß Rußland vernünftig sein werde. Lloyd George habe keine osfizielle Antwort Poincarees auf die Frage der Einberufung einer Konferenz der Signatarmächte von Versailles empfangen, doch sei er über Poincarees Standpunkt informiert worden, die Konferenz bis nach dem 31. Mai zu verschieben. Lloyd Weorae bestehe aber darauf, die Einberufung früher zu- Kande zu bringen, da, wenn erst einmal die Delegierten heimgekehrt seien, die Einberufung einer neuen Kon- kerenz schwierig sein würde. Bezüglich des Friedens- vaktes liegen noch keinerlei offizielle Abmachungen vor. Man sondiere augenblicklich, die Meinung der einzelnen

treter zunächst von allen Beratungen in den Kommis­sionen fernhalten, an denen die Russen teilnehmen.

BelgienS Haltung tu der ruffischen Frage.

t-t Brüssel. (D. A. Z.) DerSotr" meldet, daß Jaspar auf der Konferenz von Genua erklären wird, daß Bel­gien seine Zusage bezüglich der Kredite an Rußland rückgängig mache. Jasper wird gegen alle Borschläge stimmen, die in den Besprechungen der russischen Frage gemacht worden sind. Der belgische Ministepräsident wird unter diesen Umständen nicht mehr nach Genua zurückkeyren.

Auch die Frauzofe« verweigern die Unters drift.

k* Die Franzosen haben sich plötzlich der Opposition ge­gen das russische Mernorandum wegen des Artikels über die Rückgabe des beschlaguahmte« auslättdischen Privat­eigentums angeschlossen, und ihr Delegierter Barrtere hat in der Sitzung am Dienstag nachmittag die Unter» zeichtumg des Memorandums verweigert, sodaß die Un­terzeichnung verschoben werden mußte. Barriere erklärte, daß er nicht genügend Vollmacht zur Unterzeichnung habe. Von englischer unö italienischer Seite werden alle Slnstrengungen gemacht, um doch noch zu einer Einigung zu kommen. Man glaubt, daß schließlich die Franzosen das Memorandum mit Vorbehalt unterzeichnen werden. Das Vorgehen der Franzosen hat in Genua lebhaftes Aufsehen hervorgerufen.

Frankreichs Einmarschpläne.

-«.Safel. (S. C.) DerBaseler Anzeiger" bringt Meldungen der Pariser Blätter vom Montag, wonach der am 31. Mai beginnende französische Einmarsch in Deutschland sich nicht nur «ach der Ruhr, sondern auch «ach Süddeutschland erstrecken soll.

Weitere Kolouraltruppen für das Rheinland.

»-» Basel. (S. C.) DerBaseler Anzeiger" meldet aus Lyon: Die Kolonialregimenter in Marsaille und Lyon haben Abtransportbefehl zum 23. Mai erhalten. Die Regimenter werden demProgres" zufolge an den Rhein gebracht.

Frankreich gibt «icht nach.

»-»- Basel. (S. C.) DieStratzburger Neue Zeitung" meldet aus Paris: Die Beratungen im Kabinett iiber Genua sind nach fünf Kabinettssitzungen beendet worden.

Der Fall Hermes vorm Untersuchungsaursch«^

Im Untersuchungsausschuß des Reichstages in der Angelegenheit des Dr. Hermes erstattete Abg. Semmler den Bericht über die Wetultefernngen des Winzerver­bandes. ES frage sich: 1. Liegen Beweise für die Bor- würfe einer ehrenrührigen Handlung bzw. MißbrauG der Dienstgewalt schon in der Tatsache der Wemlieferun» gen an und für sich? 2. Liegen Beweise in den inne­ren Zusammenhängen obiger Tatsachen zwischen Wew-

bezug und Zuckerlieferung?

Die Auskunft lautete dahin, daß billige Wetnlle- tm Selbstkostenpreise gewöhn- Winzerverband seien. Irgend-

fcrungen gewissermaßen hetsmäßige Sitte beim ----------------- ---------------_

welche Zusammenhänge zwischen dem Weinbezug un* der Zuckerbelieferung seien nicht festzustellen gewcse». Auch eine Bestechung lasse sich aus den Akten nicht be­weisen. Der Briefwechsel zwischen dem Minister bezw. der Dienststelle und dem Winzerverband ergebe daß bet» Winzerverband mehrfach angefragt worden sei, ob nicht bet der Preisstellung ein Irrtum oder ein Schreibfehler miterlaufen sei. Das ist verneint worden. Der Titzuna des UntersuchimgsauSschusses wohnte Dr. Hermes vev. sönltch bei. Aus einem Schreiben des Retchsmtniste» rtums geht hervor, daß der Winzerverband 1921 reu« Sonderzuweisung an Zucker erhalten hat. Der Ausschuß trat nach der öffentlichen Verhandlung, in der das Be­weismaterial in bezug auf die Weinlieferungen und Zuckerzuwendungen vorgetragen wurde, in eine interne Beratung ein. Mit Rücksicht darauf, daß während 6« Sitzung weitere Akten des Retchsernährungsmtntsto- rtums eingegangen sind, die die einzelnen Mitglieder noch durchsehen müssen, wurde Vertagung beschlossen- Der Vorsitzende wurde beauftragt, einen neuen Termt» anzuberaumen, voraussichtlich Mitte Mai.

Das Schicksal OberschleffenS.

w> Breslan. (S. C.) Nach einer Meldung derSchlei sischen Bolkszeitung" aus dem ReichSwehrmmistertu» erfolgt die Wiederbesetzung des bei Deutschland verblei­benden Teiles von Oberschlesien in der ersten Juni­woche.

r Der Inhalt des MemoravdnmS.

»»Genua. Das den Russen übergeöene Memorandum "lt folgende Bestimmungen. Die ruisische Regie-

verpflichtet sich, die revolutionäre Bewegung in an= n Staaten nicht zu unterstützen. Sie erkennt die ös- __lichen Schulden an die verschiedenen Regierungen an. Die Gläubigerstaaten erklären sich bereit von Rußland weder Zahlzma des Kapitals noch der £H/Mc v m iprur Vorschüssen zu fordern, welche der russischen Regierung während des Krieges gewährt wurden. Die Allicerten übernehmen keine Haftung für Schäden der Gegenrevo- Ution. Die Herabminderung der russischen Kriegsschul­den soll innerhalb eines allgemeinen Abkommens der Al- tierten über die interalliierten Schulden erfolgen. Die Sowfetregierung erkennt die Schulden der verschiedenen eusstschen Regierungen gegenüber anderen Landern an. Sie verpflichten sich, mit den Vertretern der Jnyaber UssiK? Papiere ein Abkommen über die Wieöerauf- lmhme des Anlechedienstes zu treffen. Wenn dies Ab- Mnmen nicht zustandekommt, wird die Entscheidung dem rrmächttgten Schiedsgericht von Vertretern der auslan- ischen Inhaber von Papieren der russischen Regierung ibmtragem Die russische Regierung verpflichtet sich zur Rückgabe des ausländischen Kapitals oder zu Kompen- ationen. Ueber Form der Kompensatwnen hat em

edsaericht zu entscheiden, das aus einem Vertreter russischen Regierung und derjenigen Natwn besteht, der betreffende Eigentümer angehört. SchlEich be- ...... das Memorandum, daß die russische Regierung Ordnungen zum Schutze der Ausländer treffen müsse.

Russen ist zur Beantwortung des Memorandums bestimmte Frist gesetzt worden.

Erklärungen Tschitscherius.

»»Tschitscherin erklärte einem Vertreter der Reuter- Aaentur gegenüber, daß die Russen das Memorandum, das die strittigen Fragen betrifft, als befriedigend anse­hen und daher bindende Versprechungen verlangen mus-

Die russische Regierung wünscht einen Vorschuß zu erhalten. Tschiffcherin erklärte, daß eine Summe von s Millionen Dollar nötig wäre. In einer Unterredung des Volkskommissars Tschitscherin mit dem Minfiterpra- !sidenten Dr. Benesch erklärte Tschitscherin, daß Rußland den Vertrag von Versailles nicht anerkennen könne. Da­gegen werde die Sowjetregierung in einem Nachtrag zum Versailler Vertrag die Verpflichtung,eingehen, die Be- Sinanugen dieses Vertrages z« respektieren, soweit sie fich auf Rußland beziehen, wenn die russische Regierung von den Alliierten anerkannt werde.

Belgiens Widerspruch.

«.©er Widerspruch der Belgier gegen die Kompromiß- Sormel über das nationalisierte Eigentvm in Rußland Wird von der belgischen Delegation mit großer Schärfe «Utrecht erhalten, obwohl sämtliche anderen in der Un- lerkommission vertretenen Staaten sich der Kompromitz- konnel angeschlossen haben und Belgien somit ganz iso- kssert worden ist, erklären seine Vertreter, daß sie einen Verzicht auf die bedingungslose Herausgabe des natio- itnrifiprten Eiaentums in natnra innerpolitisch nicht

sogar ver-

agen könnten. Am Dienstag ging deshalb Gerücht um, daß die Belgier die Konferenz r würden. Wenn sich diese Nachricht mich wohl Acht .Lrbetten dürfte, so wollen sich die belgischen Ber-

fit der Kärnmer bekannt gegeben ,at und der sowohl über Genua sowie über ReparationS- und Sanktionsfragen

!t

unverändert geblieben ist.

Erklärnnge« Barthons.

«-»-Paris. (B. Z.) Jules Sauerwein meldet dem Mattn" aus Genua, Barthou habe vor der Abreise aus Genua erklärt, er werde nach Gemm nicht zurückkommxn, wenn er ^W ein vsllslät..'!ges 'teuroerucomen mit dem Ministerrat erziele und wenn seine bisherige Haltung nicht vollständig gebilligt werde. Ge wölle das unbe­schränkte Vertrauen für seine Tätigkeit haven. Wenn dies nicht der Fall sei, konnne er nicht nach Genua zurück.

Die deutsche Frage verschoben.

e-#. Genf. (S. C.) Havas uieldet aus Genua: In den Besprechungen zwischen den Delegierten der großen und der kleinen Entente ist eine prinzipielle Einigung erzielt worden, bei Fortdauer der Schwierigkeiten in Genua die Verhandlungen mit den Russen zu einem provriort- schen Abschluß zu bringen, die deutsche Frage aber auf eine spätere zweite Konferenz zu vertagen.

Bergmann nach Paris eiugelade«.

»^ Paris. (B. Z.) Der Berliner Berrchterstatter des Journals" meldet, Staatssekretär Bergmann sei von dem belgischen Vertreter im Wiedergutmachungsaus- schuß Delaervix im Einverständnis mit den arideren Verbündeten eingeladen worden, zur Wiederaufnahme der Verhandlungen mit dem Ausschutz nach Paris zu kommen. Es handelt sich besonders um >^en deutschen Plan für eine internationale Anleihe, den Bergmann mit dem französischen Sachverständigen Sevdoup bespro­chen haben soll. Nach der Meldung desJournal" schlagt Deutschlmid eine internattonale Anleihe von 4 Millmr-

den Goldmark vor. , _, T,

Amerika erinnert an die Kriegsschulden

* Paris. (D. A. As Nach einer Meldung desNeu-

'anische Regierung Frank-

»> Paris. (D. A. Z.) Nach einer

york Herald" hat die amerikanische ------- -

reich eine Note bezüglich der Kriegsschulden zugestellt. In der Note wird Frankreich nur Vorschläge gebeten, wie es seine Schulden bezahlen wolle. Die Note, die nr französischen polittschen Kreisen eine große Beunruhr- gung Hervorgerufen hat, wird zunächst im Finanzmim sterium geprüft. Später soll die

werden, um die erforderlichen Sachverständigen und Unterhändler namhaft zu vmchen.

Das Wiederaufbaukonsortium für Rußland.

w Paris. (L. A.) Der Präsident des internationalen Konsortiums für Rußland hat Genua verla en. Er erklärte, daß er von den Verhandlungen Über die Schaffung eines Kontortiums außerordentlich befriedigt sei. Außer den einladenden Mächten hatten sich Kanada, die Tschecho-Slowaket, Holland, Danemark, Norwegen, die Schweiz und Spanien bereit erklärt, dem Konsor­tium Kapital zur Verfügung zu stellen. Die Zahlun­gen würden demnächst beginnen. Man hofft auch, von Amerika 20 Millionen Dollar zu erhalten.

Finanzmini- ämmer damit befaßt

zur Verfügung zu stellen. Die Zahlun- ----- ' 'nnen. Man hofft auch, von

Bon der Botschafterkonferenz.

»--Genf. (S. C.) Der PariserTemps" meldet: Die Botschafterkonferenz trat im Ministerium des Aeutzern zu einer Sitzung zusammen- Der Presse wurden keine offiziellen Mitteilungen über faßte sich dem Vernehmen trat, . . ..........-------

schlesiey und mit dem deutsch-russischen Vertrag von Ra- vollo.

. Die Konferenz be- Anträgen Wer Ober­

höhung des Einkommens für Beamte und StaatS- arbettcr wurde von RegierungSfette der prozentuale Teuerungszuschlag in der von den Gewerkschaften vev- langten Höhe (Erhöhung um 30 Prozent) für tragbar er­klärt. Dagegen müsse die Erhöhung des Kopfsatzes, ins­besondere auch die Erhöhung der Grundlage, auf der der Kopttgtz. berechnet werde (von 10 000 auf 15 000 Mark), abgelchnt werden. LautDeutscher Allgem. Ztg." dürf­ten die Forderungen der Gewerkschaften etwa 40 Mkl* liarde« betragen. Me bisherigen Zugeständnisse der Re­gierung werden eine Mehrbelastung des Etats von etw» 30 bis 35 Milliarden bringen.

Neue Verhaftungen in der Erzbergeraffäre.

»-# Karlsruhe. (S. C.) In das Untersuchungsgefäng­nis Offenburg wurden drei Personen etnaeliefert, deren Festnahme mit der Untersuchung in der Mordsache Er»- berger in Verbindung steht.

Ausschrettungeu i« Berlin.

«--Berlin. (S. C.) In Verfolg der blutigen-Zusam­menstöße am Dienstag vor dem Berliner Rathaus wur­den im Laufe der Nacht und am Mittwoch vormittag et» wa 60 Personen festgenomme«, die zum Widerstand ge-

unabhängige Führer. Die Zahl der Verletzten wird mit 18 angegeben. Vier von ihnen mußten in das .Kranken­haus eingeliefert werden. Mittwoch mittag fand eine Geeralversammlunq der Großberliner Betriebsräte aller Industriezweige statt, um zu dem Antrag der Betriebs­räte der Straßenbahn Sellung zu nehmen, als Protest gegen das Vorgehen der Polizei am Dienstag abend de» Generalstreik in Berlin zu proklamieren.

Tendenziöse Meldung derRote« Fahne".

w. Berlin. (B. Z.) Die Mitteilung derRoten Fahne", wonach es bei der Demonstration am Dienstag zwei Tote und 25 Schwerverletzte gegeben haben soll, ist eine Ent­stellung der Tendenz offenkundig.

Weitere Austritte aus der Reichsgewerkschast.

»^-Berlin. (S. C.) Die Fachgewerkschaft der Schaffner, Oberschaffner und Zugführer hat den Austritt aus der Reichsgewerkschast deutscher Eisenbahnbeamter erklärt, nachdem das Präsidium der Reichsgewerkschaft den gefor­derten Rücktritt seiner Vorsitzenden Menne und Schars- schwerst abgelehnt hat.

Aussperrung in der Metallindustrie.

»-»- Gens. (S. C.) Nach einer Mitteilung bei der Mai­feier der Borsigschen Metallarbeiter in Berlin-Tegel beginnt am 12. Mai die große Aussperrung in der Ber­liner Metallindustrie und daran anschlietzend in der übrigen norddeutschen Metallindustrie. Die Ablehnun« der 48stündigen Arbeitswoche in der Betriebsversanmx- lung der Berliner Industriearbeiter sei am 30. AprU dem Unternehmerverband zugestellt worden.

Der neue deutsche Botscha seid, ist von Hamburg an B rtka" nach Neuyork abgereist.

Die Landarbeiter des Kr« vom Landbund vorgeschlagen 88 Gütern des Kreises wird Nothtlfe wird eingesetzt.