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Hersfelöer Tageblatt

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Nr. 166

Dienstag, den 18. Juli

1933

f bürgerliche llrösitssemsinschchl.

7 DieBerliner Montagspost" teilt mit: Die Anre- 4 gung des Zentrums, nach dem Vorbild der Arbeitsge- Fmeinschaft der beiden sozialistischen Parteien eine Ar- ' beitsgemeinschaft der bürgerlichen Mitte von der Deut- ? scheu Volkspartei bis zu den Demokraten zu bilden, i war am Sonntag Gegenstand einer Besprechung zwi- ; scheu dem Zentrnmsfiihrer Marx, dem Vorsitzenden der , Deutschen Volkspartei, Stresemann, und den beiden de­mokratischen Führern Petersen und Koch. Das Ergeb- «is dieser Verhandlungen war positiv. Die Frage der Bildung einer parlamentarischen Arbeitsgemeinschaft der drei Parteien wird nunmehr in den Fraktionssitzuu- ge« dieser Parteien selbst zur Beratung gestellt werden. Das Ergebnis dieser Beratungen kann nicht zweifel­haft sein.

Die Kabinettsnmvildnng noch unentschieden.

. »-»DerLok.-Anz." berichtet: Das Reichskabinett hielt Sonntag nachmittag im Reichstag eine Sitzung ab. In dieser referierte der Reichsfinanzminister Dr. Hermes und Staatssekretär Schröder über die laufenden Ver­handlungen mit dem Garantiekomitee, das inzwischen Berlin verlassen und sich nach Paris begehen hat, um dort über die bisherigen Verhandlungen mit der Reichs­regierung Bericht zu erstatten. Die innerpolitische Lage war nicht Gegenstand der Beratungen. Zuvor hatte der Reichskanzler eine Besprechung mit dem Reichs- präsiderlten. Alle Mutmaßungen über gewisse Persön­lichkeiten, die in das Kabinett eintreten sollen, sind nach dem neuesten Stande der Dinge durchweg verfrüht. Nach unseren Informationen wird das Außenministe- nur dann neu besetzt werden, wenn das Kabinett um- gebildet wird. Bleibt das Kabinett in seinem alten Be­stände, so wird der Reichskanzler Dr. Wirth das Außen- ministerium nicht neu besetzen, sondern es neben dem Reichskanzleramt weiterführen. Ob überhaupt das Ka­binett erweitert werden muß, ist eine Frage, die man an zuständiger Stelle gegenwärtig nicht unbedingt ve- fah!. Eine bestimmte Entscheidung werden erst die Nächsten Tage bringen müssen.

, Dentschland soll in den Völkerbund.

' $-« Aus London wird gemeldet: Stuf der Tagesordn der am Montan in Paris unter den» Vorsitz des oorrigeu spanischen Botschafters beginnenden Sitzung des Rates des Völkerbundes steht die Beratung über die Zu- iasiung Deutschlands zum Völkerbünde gelegentlich der nächsten Septembertagung in Genf. Downing Street hat nach einer Meldung derChicago Tribune" durch den englischen Botschafter in Berlin, Lord d'Abernon, zu verstehen gegeben, Kanzler Wirth solle sofort um Ausnahme in den Völkerbund ersuchen, und man habe ihm auch die englische Unterstützung versprochen, durch die die Aufnahme garantiert werde.

*

Nachdem der Völkerbund wohl in der Hauptsache seine Zerstückelungsarbeit in Deutschland, die ihm über- kragen worden war, erledigt hat, soll Deutschland gnä­digst gestattet werden, seine Aufnahme in diesen Völker­bund nachzusuchen, um es dadurch dauernd im Sklaven- foche halten zu können.

Die Verhandlungen mit dem Garantiekomitee.

'»-»Aus Paris wird gemeldet: Man versichert, daß die Meinungsverschiedenheiten zwischen der deutschen. Re­gierung und dem Garantiekomitee mit Bezug auf die getroffenen Maßriahnien beseitigt sind. Eine gewi se Anzahl von Gesetzesvorlagen wird, dem Reichstag in Kürze vorgelegt werden. Die Reichsregierung wird ferner im Aufti-age der Reparationskommifston nene Schatzscheine ausgeben, um eine Konsolidierung der schwebenden Schulden vorzubereiten. . > :

Deutsch-französischer Notenwechsel.

»-»Aus Paris wird gemeldet: Der deutsche Botschafter iat der französischen Regierung eine neue Note über- eicht, in der die Berliner Regierung mittet lt. daß sie ch gezwungen sehe, die Reparationszahlungen für ine frivatgüter, die während des Krieges beschlagnahmt wurden und auf Grund des Versailler Vertrages zu- Mckzugeben sind, einzustellen. Die französische Neme- nmg hat eine Note an die deutsche Regierung gerichtet, in der sie verlangt, daß das Wiesbadener Abkommen U« 26. Juli in Kraft tritt.

Frankreichs Bedingungen für ein Moratorium.

DerTemps" glaubt auf Grund von Mitteilungen feines Sonderkorrespondenten folgendes Programm Kr die Verhandlungen über die letzte deutsche Note an Re Neparationskommission mitteilen zu können: 1. Die Neparationskommission wird nach dem Studium des Berichtes des Garantieausschusses mit Bestrmmihert Deutschland das verlangte Moratorium gewähren. L Nach dieser Entscheidung wird gegen Ende Juli die britische und die französische Regierung in Loirdon be­raten, und England wird seinen Alliierten einen teil­weise« oder ganzen Erlaß der bei ihm während des Krieges kontrahierten Schulden vorschlagen. 8. Die Bankierkonferenz wird sich aufs neue zusammenfinden, um eine Anleihe vorzubereiten.

Die Franzosen und die Schnldfrage.

Die von Trarieux gegründete Liga der Menschen- rechte hat Einladungen zu einem Kongreß versandt, der 1923 in Paris stattfinden soll. Auf diesem Kongreß soll auch die Frage der Kriegsschuld noch einmal verhan­delt werden. In dem Vorschlag, der innerhalb der'Pa- irtser Abteilung der Liga verbreitet wird, hervt es: Wenn wirdie Sckwieriükeiteu der^ Geaeuwarl^ nach

unseren Gritndsätzen Beurteilen, mimen wir wunenen, daß diese Grundsätze schamlos verletzt und verkannt, werden. Deutschland, das 1918 nach einem erbarmungs­losen Krieg besiegt worden ist, wird von den siegreichen! Völkern wie eine Sklavennation behandelt und dazu verdammt, für viele Generationen den Siegern die Ko­sten des Krieges zu bezahlen. Das geschieht nach dem' Urteisspruch des Vertrages von Versailles, durch den das deutsche Volk gezwungen wurde, sich allein als den Verantwortlichen für die Entfesseluna der Feindselig­keiten zu benennen, ohne daß ihm gestattet worden ist über diese Frage zu debattieren, ohne daß es vor dem' Tribunal, das dieses grausame Urteil fällte, sich vertei­digen durfte und sogar, ohne daß dem Verurteilten die Schriftstücke und Beweise vorgelegt worden sind, nach denen der Spruch erfolgte. Für Deutschland ist seither das Recht der Selbavestimmung ein Wort ohne Sinn geworden. Der Urteilsspruch, der Deutschland getroffen hat, bedeutet eine verdanunungswerte Parodie der Ge­rechtigkeit, die für die Vernunft und für die Grund­sätze der Menschenrechte beleidigender ist, als jemals der Spruch eines Schiedsgerichtes sein konnte. .

England zum Schuldennacklaß Bereit?

»-, London. Aus demDaily Chroniele" ergibt sich daß die Regierung tatsächlich erwägt, den europäischen Verbündeten den Erlaß ihrer Sckmlden anzubieten, um dadurch die Herabsetzung der Entschädigungssumme und eine internationale Anleihe zu ermöglichen. Auch sonst stößt man auf viele Versuche, das Publikum auf eine Lösung vorzubereiten. LautOutlook" ging den inter­nationalen Bankiers bereits formlos und geheim ein Anirag zu, ob sie bereit seien, nach Paris zurückzukeh- ren mrd die Anleihe zu bewerkstelligen, die Frankreich noch vor kurzen: vereitelte. Die französische Antwort auf Balfours letzte Note zerstört fede Hoffnuna auf eine weitere Verständigung in oer Orientfrage.

! Unterredung zwischen Poincaree «nd D«vois.

'»-»Paris. (L. A.) Poincaree hatte am Sonntag eine längere Unterredung mit Dubois über die Reparations- frage. .

Neue Reparationsdenkschrift.

d dem geforderten Zahlungsanfs

, Noch weit vom Revtsionsgedanke« entfernt.

s te Paris. Der Berichterstatter desEcho de Paris" schreibt zu den Benrtihuuaen Lwyd Georges, eine Re­gelung der Verbandsschulden und der Entschädigungs- zahlungen zu erreichen: In Dewning-Street gibt man! sich keiner trügerischen Zuversicht hin, daß al»s einen guten Verlauf nehmen wird, vielmehr erkennt man die Schwierigkeiten an, denen Poirrcaree gegenüber stehe, wenn er weiter Nachlässen der Entschäöigungsforderun- gen, die auf eine Aenderung des Versailler Vertrages hinauslaufen würden, seine Zustimmung gäbe. Man ist gewärtig, daß in Frankreich vielleicht eine neue Krise ausbrechen werde, bevor sich die öffentliche Meinung in die für die englischen Pläne erforderliche Stimmung ver­setzen läßt, oder bevor Poincaree sich zum Handeln ent­schließt.

j Frankreichs Widerstand.

»»London. DieTimes" schreiben: Bei der britischen offiziellen Auffassung, daß Deutschland Zahlungsauf­schub gewährt werden soll, und bei der französischen An­sicht, wonach der Bericht der Reparatwuskommisston ab­gewartet werden soll, handelt es sich um Detailfragen, wenn man der gegenwärtigen Umstände gedenke, die viel ernster seien als die Völker qlauben. Die wesent­liche Frage sei doch die, ob ein gemeinsamer Versuch gemacht werden soll, ein festes Fundament zu schaffen, auf dem Europa wieder aufgebaut werden könne. An­scheinend hat die französische Regierung dem Präsiden­ten der Reparationskommission, Dubois, kürzlich neue Instruktionen gegeben, wonach kein Moratorium ge­währt werden soll, wenn nicht gewiß sei, daß Deutsch­land alles Menschenmögliche getan Habe, feinen Ver- pflichtungen nachzukommen.

Demonstratiotte« gegen den Kriea in England.

London. In über 80 Städten Großbritanniens werden gegen Ende dieses Monats aus Anlaß des Jah­restages des Kriegsausbruches Demonstrationen gegen den Krieg verunstaltet werden. In London selbst findet am 29. Juli nachmittags eine große Denronstration statt

Die Besprechungen in Berlin.

»-»Berlin. Der Sonntag hat eine Veränderung in der politischen Lage nicht gebracht. Der Reichskanzler Hatte zwar eine neue Aussprache mit dem Reichspräsidenten, doch nahm er am Sonntag nicht Gelegenheit, die Bera­tungen mit den Parteiftihrern fortzusetzerr. Entschei­dende Beschlüsse erwartet man frühestens in den Nach- msttagsstunden des Montags, da um 12 Uhr die Frak­tionen der Koalittonsparteien und Unabhängigen zu Beratungen über die Lage zusammentreten. Zwet Ka- binettssitzungen, die im Laufe des Sonntags stattfanden, haben sich mit der innerpolitischen Lage nicht beschäftigt.

Die Borvereitunge» des Rathenan-Mordes.

«-»Berlin. lF. Z.) Nach den bisherigen Ermittlun­gen der Polizei war der 17 Jahre alte Schüler Hans Stubenranch ein Mitglied des Bundes der Aufrechten, der als erster und zwar schon im April den Gedanken an eine Ermordung Rathenaus aufbrachte. Gegenüber dem Studenten Wilhelm Günther, mit dem er diesen Plan besprochen hatte, äußerte er, er habe aus der Lek­türe der Werke Rathenaus die Ueberzeugung gewon­nen, daß dieser für das deutsche Volk ein Schädling sei und beseitigt werden müsse. Zu einer bestimmten Ber- gbreduua kaub eLdamals abeL nickst und erst, als Ascher

und Kern ins Vertrauen gezogen waren, reifte der Plan zur Tat.

Zum Anschlag auf Millerand.

«-»Paris. Bei einer Haussuchung in der Wohnung Bouvets, der den Anschlag auf den Präsidenten Mille­rand versuchte, sollen kommunistische Schriften gefun­den worden sein. Bouvet hat bereits eine Strafe von einem Jahre Gefängnis verbüßt wegen einer schriftli­chen Aufreizung. Bei ihm wurden zwei Revolver und 25 Patronen gefunden.

! Ein Dementi.

l »-»Berik«. (T. U.) Die Meldung derChicago Tri­bune", daß durch den englischen Botschafter in Berlin der deutschen Regierung zu verstehen gegeben worden -sei, sie solle sofort um Aufnahme in den Völkerbund uachsuchen, eilt den Tatsachen weit voraus. Wie amt­lich uritgetetlt wird, ist von englischer Seite dieser Ge­genstand in Unterredungen zwar mehrfach berührt wor­den, irgendwelche offizielle Aufforderung an die deut­sche Regierung ist aber nicht ergangen. Es erübrigt sich damit auch die weitere Mitteilung, man habe Deutschland von englischer Seite die Aufnahme in den Völkerbund garantiert

, Die Gärung in Italien.

! b* Rom. sB. T.) In Cremona wurde das Haus des katholischen sozialistischen Abgeordneten und Agitators Miglwli von Faszisten gestürmt, die das Mobiliar zer­störten und Bücher und Bilder auf die Straße warfen. Der Versuch, die Wohnung anzuzünden, wurde von der jGendarrnerie verhindert. Die Nachricht von der Ge- ~ in der Abgeordnetenkammer, große Tumulte erhob sich ein Sturm des Unwillens.

Rücktritt des litauischen Kabinetts.

lvSHelsiugfors. <L. A.) Das litauische Kabinett hat seine Demission überreicht, die angenommen worden ist.

Flugzeugunglück bei Zabern.

fos Paris. (L. AN Ein Flugzeug der französisch-ru­mänischen Luftschiffahrtsgesellschaft ist bei Zabern abge- fftürzt. Sämtliche Fahrgäste, vier Engländer, wurden Netviet.

w Rotterdam. (S. C.)MolniUop^!^ meldet aus Paris: Morgan bat sich in einem Telegramm an die Neparationskommission zur Wiederaufnahme der Ban- kiers-Besprechungen über die deutsche Anleihe bereit erklärt. Morgan hält aber an der Vorbedingung fest, daß ein Verzicht der Neparationskommission auf Zwangsmaßnahmen undSanktionen" vorher auszu- sprechen sei.

Deutschlands steigender KapUalreichtum.

m- Rotterdam. (S. C.) DieLimes" melden aus

Paris: Sonnabend früh hat die Rermrationskommis- sion die Beratungen über die deutschen Zahlungen fort­gesetzt. Dubois machte Mitteilung von dem Eingang der deutschen Juli-Rate bet der Kriegslasten-Kommis- sion und unterbreitete im Namen Frankreichs der Kommission eine Aufstellung der Dividendenausschüt­tungen der deutsche« Judustriegefellschaste« f( Die Aufstellung bat den. Zweck, zu beweist.

Ende semer Zah­nen steigenden Ka-

für 1921: seit, daß

Deutschland noch lange nicht am L lnnqssähiqkeit migelangt sei und einen . ------- pttalreichtum answeise. Das Moratorium Sir Brad- burys stoße auf den geschlossenen Widerstand Frank­reichs und Belgiens.

Französische AbreisevorbereitungeN im Haag.

^ Genf. lS. C.) Havas meldet Sonntag früh aus dem Haag: Die französische Delegation hat Instruk­tionen erhalten, am Freitag dieser Woche den Haag zu verlassen. Eine Fortsetzung der Verhandlungen mit den Russen über diesen Zeitpunkt hinaus lehnt frank- reich ab.

Die Besprechungen beim Reichspräsidenten.

»-»Berlin. (S. C.) Obwohl die innerpolitische Krise noch durchaus nicht behoben ist, haben doch die Bespre­chungen des Reichspräsidenten mit den Mehrheitsso­zialisten ein Nachgeben dieser und damit eine Abschwä- chuna der innerpolitischen Spannung gebracht. Der Reichspräsident Ebert will am Montag und Dienstag seine Besprechung mit den Parlamentariern zum Ab­schluß bringen und im zweiten Teil dieser Woche nach freudenstadt in Württemberg zur Fortsetzung seiner Kur zurückkehren. Ob das möglich sein wird, dürfte erst am Montag abend übersehbar sein.

Verbot von Regimevisfeiern in Bayern.

"»-»München. (S. C.) Die bayerische Staatsregierung - - - ' ist* "-^"-^ tt)0=

hat am Sonnabend abend eine Verfügung erlassen, nach die Abhaltung von Regimentsfeiern in Bayer auf weiteres verboten wird.

Die Nachforschungen nach den Rathenau-Mörder«.

Bayern bis

»-»Magdeburg. sS. C.i Auch am letzten Sonntag sind im mitteldeutschen Fahnoungsgebiet neue Spuren nach den Mördern Rachenaus nicht gesunden worden.

' Poiuearecs Kampf für die Kriegsschuld. MM,

& Aus Paris wird gemeldet: Poincaree hat am SöttN- in Jonsherey in der Nähe von Belfort eine Denk-

e

_______g vorgenommen zur Erinnerung an den ien auf französischem Boden gefallenen französischen ldaten. Es handelt sich um einen Korporal, der im einer Kavalleriepatrouille der 5. Jäger

_ ... Mülhausen erschossen wurde. Poincaree ahm diese Denkmalseinweihung zum Anlaß, um eueröings eine Rede zu halten, in der er den absoluten willen Deutschlands zu beweisen versuchte, Kaum