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Hersseloer Kreisblatt

Amtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfeld

Erscheint Dienstag, Donnerstag und Sonnabend. Der Nerugspreis beträgt durch die Dost bezogen monatlich 300. Mk., für Hersfeld 250. Mt., Abholer 240. Mt. / / Amelgea- preis für die einspaltige Detitreile oder deren Raum 15- Mk., für auswärts 20.- Mk., ble Retlameretle 40- Mt. / / Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei in Hersfeld

Mitglied des Vereins Deutscher Zeilungs-Verleger. / / Für die Schriftleitung verantwortlich Franr Funk in Hersfeld. / / Fernsprecher Nr. 8.

Nr. 14 Donnerstag, den 1. Februar 1923

t Degin« der Abspeerung. « :M Ju der PariserJusormatisn" schreibt ein Bericht­erstatter, daß die Absperrung am 1. Februar beginnen soll. Bou da ab wird die Kohlenftener durch sechs Ba­taillone Zollbeamte« unter Führung eines Hauptmanns »tugetrieSe« werde«.

Anküudiguug neuer Zwaugsmatzuahmeu. ... . s^Wie aus Mainz berichtet wird, enipsing General Degoutte die französischen und interalliierte« Presse­vertreter. Er erklärte ihnen, Satz i« ganz kurzer Zeit »Sanktionen" ergriffe« und das man in Berlin einsehen würde, wohin diese verrückte Politik führe.

Verschärfter Belagerungszustand in Dortmund. r^Der verschärfte Belagerungszustand ist durch dc« tzanzösischen kommandierenden General Degontte für Dortmund vom Mittwoch, den 31. Januar, an, mit Wir­kung von S Uhr nachmittags an verhängt worden. Po- Mische Versammluugeu find bis auf weiteres verboten.

Die Verordnung Degs«1tes.

Die von General Degontte unterzeichnete Verord­nung durch die über das ganze Ruhrgebiet der ver- Kärfie Belagerungszustand verhängt wird, hat folgen­den Wortlaut: t> In Altbetracht der systematischen Hindernisse, die von gewissen Reichsbeamten der Tätigkeit der alliierten Jngeuieurkonmnssion in den Weg gelegt wurden, wer­den zur Verschärfung des Belagerungszustandes im ganzen Gebiet, in dem französisch-belgische Truppen sich befinden, folgende Maßnahmen getroffen-

Jeder Sabotageakt wird strengstens b. straft werden. Die Truppen haben Befehl erhalten, mu Waffengewalt gegen jeden vorzugehen, der Eisenbahn-, Telephon- oder Telegraphenliltien, sowie jede Einrichtung zur Ver- öroviantiernna oder Versorgung der Truppen zu sabo­tieren versucht.

Am Tage vollständige Bewegungsfreiheit im Ver­kehr: von Uhr abends an bis 6 Uhr morgens ist der Straßenverkehr untersagt. Befreiungen hiervon erteilt der Ortskommandant durch Vermittelung der deutschen Behörden. Jede Straßenkundgebung oder Zusammen- rottung ist verboten. Nötigenfalls werden die Demon­stranten mit Waffengewalt ausetnandergesprengt wer- t Ohne vorherige ErlauvulS des Orts^ommauöanteu dürfen keine VersamMlüNgen avgehalten werden.

: BeMten sind alle Zeitungen, Flnablätter oder BrosMMf die Artikel oder Bilder -^h alten, die ge­eignet sind, die Würbe der MsatzuügstrnyPe« zu ver­letzen, Unruhe zu stiften oder die Stcherhe l der Truppen zu gefährden. Die Ortskommandanten sind befugt, ille Exemplare, die obiger Vorschrift widersprechen, zu 6e- schlaauastmen, sowie den Verleger und die Verkäufer betreffenden VLröfscntlichungen Eweise vetv^eteu. Dieselben Bestimmungen,gelten für Theater- und Kmo-

VerkchrsftrlleMng in Maruz und WiesSsÄsn. Die Eiseubahubeamten nutz Arbeiter Wiesbadens sind 6t den Streik getreten. Verhandlungen mit der Besatzuugsbehdrds sollen als völlig aussichtslos abge­brochen worden sein. Die gesamte Verkehrslage im be­setzten Gebiet ist so verworren und die Spannung so stark, daß mit einer allgemeine« Stillegung zu rechnen ist. Sämtliche Bezirksleitungen der Organisationen der Beamten und Arbeiter im Eisenbahndirektionsbe- äh* Mainz haben die sofortige Niedcrlegnng des ge­samten Eisenbahndienstes im besetzten Gebiet der Eisen- bahndirektio« Matnz erklärt. In Mainz sind inzwischen die Eisenbahner in den Streik getreten. Sicherem Ver­nehmen nach wird die gleiche Anordnung für den Be­zirk Ludwigsbafen gegeben werden. Wie von der Cisenbahndirektion Frankfurt a. M. mitgeteilt wird, wird der Verkehr FrankfnrtDarmstadt von dieser Maßnahme nicht betroffen. Die Eisenbahn in der Pfalz sieht unter militärischer Gewalt. Die Eisenbahndirektro» Lndwigshafen ist von den Franzosen besetzt. Die Be­amten sollen vor ein Kriegsgerrcht gestellt werden.

In Essen ist Reichsbahndrrcktionspräsident Iah» «nd sein erster Bertreter, Oberbanrat Pusch, von den Franz-ofen verhaftet und unter militärischer Bedeckn«? im Auto mit nnbekanntem Vösttmmungsort fortgeführt worden. ' *

| WMtzmmMMt fsr das NuhrgeSkek.'

6» Aus Paris wird gemeldet: Das Ergebnis des Be­suchs Le Troqueurs und General Wevgauds in Brüssel wird nunmehr bekanut gegeberr. Den französischen Mor- genSMiern zufolge ist auf der Zusammenkunft beschlos­sen worden, die gesamten wirtschaftlichen Delegationen, die sich im Ruhrgebiet befinden, unter die direkte Ober­hoheit des Generals Degontte zu stellen. Die belgische Regierung habe sich diesem Beschluß angeschlossen. Je­doch sei über die Haltung Italiens vorläufig noch nichts öesiimmteg bekannt. Ferner wird gemeldet, daß im Ruhrgebiet die Schaffung einer französisch-belgischen Be­hörde vorgesehen sei, die in Düsseldorf eingerichtet wer­den und als Organisation längere Zeir funktionieren soll. Nach demEcho de Paris" sollen zwei Oberkommissars eingesetzt werden, einer für Frankreich und einer für Bel­gien, mit dem Sitz in Düsseldorf. Diese würden ähnliche Aufgaben haben wie die Oberkommissare im besetzten Rheinland. Auch in Paris soll eine Zentralbehörde für das Ruhrgebiet eingerrchtet werden, und zwar soll die Anzahl derjenigerr Persönftchsetten, die au den täglichen Besprechungen teilnehmen, eingeschränkt werden. Man denkt an die Schaffung eines Ltomitees von drei oder vier Personen, die in direkter Verbindung mit dem neubesetz- ten Gebiet stehen und ein Bindeglied zwischen den zu­ständigen Stellen in Paris und dem Ruhrgebiet bilden würden. Die Pariser Presse gibt sich jedoch keiner darüber, bin, dab diese Maßnahme schwer

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sang mit der Ausweisung vön Gewerkschaftsvertretern ist bereits gemacht worden. In Essen ist der Vertrauens­mann des Verkehrsbundes ausgewiesen worden. Auch an anderen Stellen sind Vertrauenspersonen der Ge­werkschaften, die an der Organisatiou des passiven Wi­derstandes beteiligt waren, aus ihrer Heimat entfernt worden. Die Stadtverwaltung von Bochum hat unter Zustimmung sämtlicher Arbeitgeber und Arbeitnehmer' an die Besatzungsbehörde einen Einspruch wegen der Verhängung des verschärften Belagermrgszustandes ge-> richtet, in dem darauf aufmerksam gemacht wird, daß eine derartige Maßnahme im Ruhrgebiet vollkommen un­durchführbar fei. In Duisburg sind bedeutende Trup- penverstärkungen eingetroffen. Alle Kasernen find mit neuen Truppen belegt worden. Es sind auch zahlreiche stanzösische Telegraphenbeamten augekommen. Negietz rungsrat Berg, der anstelle des Regierungsrats Beyev die Leitung des Emser Ausfuhranues übernommen hattet ist verhaftet und ausgewiesen worden, ferner noch zahl­reiche Beamte. Sämtliche Arrgestellten, etwa 600, haben die Arbeit niedergelegt. Es wurden Maschinengewehrs ausgefahren. Nur zwei Damen haben sich bereit erklärt, weiter arbeiten zu wollen, und sich unter sranzösifchen Schutz gestellt.

M= Köln. Die Eisenbahubetriebslage ist im allgemein neu unverändert. Mit der bereits gemeldeten Ein­schränkung wird der Verkehr aufrechterhalten. Aus Koblenz wird gemeldet, daß der Bahnhof militärisch ab- gesperrt fei. Als die Franzosen den Bahnhof Ehren- breitstein besetzten, legten die Eisenbahner sofort die Ar­beit nieder. Der Betrieb ruht im Rheintai. Koblenz ist von jedem Verkehr abgeschnitten.

Französischer Truppenmarsch durch Dortmund.

d^Dortw.urid. Große Mengen sranzösischer Truppen passieren die Stadt. Es sind meistens Infanterierrii» wenter, doch auch Panzerwagen-und Tanksabteilungeir sind dabei.

Beschlagnahme deutscher Privatantos.

r^Dttisburg. Hier ist eine große Anzahl von priM- ten Personenautos beschlagnahmt und für frauz-. -nch- Velgische Mitttärzwecke in Anspruch genommen worden.

AeanZsstsche AulkurkakLn.

Von einer vertrauenswürdigen Persönlich!e-c, die Augeuzeuge der französischen Utttaten ,« Trrer aeweien ist, wird demHaunov. Kurier" uumcietlt: Na.rdcm m Trier der Proteststreik wegen Ausweisung der deulichen Beamten begonnen hatte, durchritten Banden von Spagc^ in roten Burnussen die Straßen und schlugen blivoungs mit dem Säbel um sich.Man hatte das KWA als wenn Deutsche wilde« Tieren vsrgeworfen worden wa­ren." Der Gewährsmann beobachtete, wie ein Spahr aus einen jungen Mann mit dem Säbel einhieb, der rupig seines Weges auf einem Rade fuhr. Solche BvAalle HM

vorsMlltNg^m^ Mullit-ol! jeder Art, die fitf). notf) im Besitz der Bevölkerung befinden sollten, sind nmerhalb von zwei TaM der Machen deutschen Behörde abzu- liefern und durch diese den VrUitärbehorden zu uo^- geken. Die örtlichen Militärbehörden sind befugt, wde Untersuchung und Haussuchung vornehinen zu lassen, ^ttSÄÄ»«»«. «m Je« »«Ha«« ri^^i, sur VcrmUwortl'ua gezlgeu imb kömien zu Ge. känanisstrafen bis zu 5 Jahren anzüglich dieUn.ra^ ^ )

Millionen Mark oder zu einer dieser Strafen ver- N teilt werben Die Bestimmungen der französischen Strafgesetze können bei schweren Vergehen angewandt werden, falls die dort vorgesehenen Strafen höher smo als die in der vorliegenden Verordnung angegliNtM^.

Neue Verhaftungem und AuswÄstzichen. ^ Jw EisettbahndirektionSbezirk Lüdwigöhafe« ist der $g»M«.Ä ßNMÜHLLSML ^ «Ä soll sich dmch Hnterschrift verpfE^ nur den Anord­nungen des Generals -volge zu leisten. ..

nmsthü General Fonruier in Es>en, dem Dienstag nall sit-ag ein Protestschreive« gegen die Ver-

des ProtM a'uswetseN.zu

EnglWer Druck auf die Eisenbahner..

Die englische VesatzungSbehörde verlangt, daß in den ihr untorpellten LaubesteNen die deutschen^Eise«- babner die ftanz-Mchc» Transporte, welcher Art-sie att« sind, big nach Ntiilheim-Rnhr fahren. Dort«sollen sie 1 von bcu Franzaser, ülwrnonntte« und mUter ge ^ werden. Die Engländer wollen drücken, sobald^ Verlangen nicht Folge iicWstet wird. M» ,mMiacht dieser Zwangslage fahren rentsche p-sift»'..ho.r i^ dem genannie« GeNet srünzSstsche :»W» , ^HA'*?^ f«Eer Druck der englischen Bcsatznngsbeh.u de vt.it <^;4^*rcM Narschnv reimn, trotzdem das oberste eng­lische "Gericht den gewaltsamen EUtwarsch in das Ruhr- gebiet als völkerrechtswidrig bezecchuet hat.

" Zusammenstöße in Aachen.

M Infolge großer Erbitterung und Erregung der Bc- völkerur-g in Aachen über die rücksichtslose Ansmeisurig von Beamten und das außergewöhnlich scharfe Vor­gellen der belgische« Militärpolizeitruppe« kam eS zu erhebliche« Z«famme»stötze« zwischsne bsr Arbettern-^aft $«§ belgischen Militärpatronille«, in deren Verlau, eure ganze Anzahl der Patrouillen entwaffnet wurde». Dar­aufhin haben die Belgier mit kompagniestark-u Aster- litneen eingegriffen. Der verschärfte VelaLernng»?zn- fiand ist verhängt worden.

- - Lor ALwehrLampf der Eisenbahner. . ^Frankfurt a. M. (B. T.) Der Eksenbahttcr- streik im Direktionsbezirk Mainz dauert an. Je c Zugverkehr ist ««terbunden. Die Bahuhöfv sind v vi L.,? Fr-«z»ke« besetzt. Kein Deutscher darf die Va -n- böse bc-irete«. Skäudig durchziehen fraitrdsl.sE Pa- hmtiiien mit ausgepftaustem Seitengewehr die Stadt. Verhaftungen werden in großer Zahl »orgenonttnen. Sroi? der Drohung der sraMösischeu Vehvrde«, iede DicusiverwRaermug durch ein Kriegsgericht ahnde« z« woW hat sich bisher kein Beamwr nnd Arbeiter der Eifetibahu aum Dienstantritt gemeldet.

Verkehrsruhe in Mainz.

- . «»»?»» Der Eisenbahnverkehr ruht. Die FEzoM und Belgier versuchen, den Bahuverkepr emzurrchten.

Neue Berhaftungeu in Mainz.

^, Frankfurt. Nach einer Meldung der

wurden sechs Personen, öw bei der ilrül!»- verkilUdung in dem Industrielle!i-Prozeß dnlch Bei-- lapsr^ se turer Meinung Ausdruck gegeben hauen, neu Littet" Sie werden vor dem sranzösifchen KrcWsgeruht in Mainz abgeurteilt rverdcu.

Die Militarisierung der Eisenbah».

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^tEnft im passiven Widerstand vervarrt. Der-

WWMMWWWMWMSMWDWMWiWjMMM M»» KeMtellunaM eine Fr *S einen Savel-uev am Auge verletzt, M SAWri 2ät?^^SSmi® bettet und er» Kaplau v » franz^ftscoe«^ Offizwr mit einer Rsitpc-Ws im So erobert die grüne

Nation moralisch das Roein-and. . .

Ein Zwis- eufaK ereignete sich in Neckliughanw«, als ein sranzösischer Oftt rer nv acht Nimm in der Wohnung des Bahnhofsvorstehers ersünc», ihn verhaftete, zuur -o- hh5 10II ifiHi t-ic k3cItitd)'it«tG des Bahnhofes forderte. ES kam zu Reibcreren wobei hier erMschosss« u

Auch in Reck Ueber Breite 1 französische!: niemand sein

n rc von einem französische» Os- Oberarar verwundet wurde.

ri r&en Bergarbeiter beim

t König Bndmig von einem schepeu. glücklicherweise wurde

Postc offen.

kn nach einer Meldung des ..Ber^ in Essen den driften Teil der Krau- fer Wer W las mbmt Allein von bett 1000 Betten H' iiädiifchei^ KrankenSSusor werden 220 für, Bcart? zungszwecle beansprucht und-wesere <0 Betten n'n teupersonal. Trotz des Widerspruches ^r Verwd'srug wurde der DwlH rrie-PavillM reu «nett Sfco die p.)an- fett bleiben sollen, ist den französischen Gewaltmeniche« glesibgültig. Die Aerzte haben jede Verantworurng aüc gelehnt und sie den Franzosen überlassen.

Die Franz- liner Lokalanz-

?Man-r WssM Es W«^»xm nreder.

Wie aus Koblenz gemelSet wird, ließe» d-e ^ram zofe« alle B-r' rre«, die die durchMrcnde« «Mew» leiten mit M«me« jünBickte», verhaften. Der <-'sr..ev Meister wurde rrfrnet uns avssewiefe«. In -.»v« tracht der C . ; " 0 kte sich der Besofter»«- Eaaitt« Hatte, wurde-e u uh -a Marokkaner «ach RoppmA v-rle^-t Dah 'r - s 1 t btp ieen Zusammenstoß 0 g« Eom^n ton. in deE Berlausvi-Marder ich und ein furcht00 pp: 5

noch nicht CeRfr^. AB . :;,UnEe- gemeldet, daß ?,() deutsche ^ger eti<v^'^. ;%

A« berliner offizieller S'eüe nar erue d'i;^ ; ^ Meldung nicht an erhalten. M^n hofft aber, S-d .' W als park Mertri l en e: si ->s d.

J«kolpadt lehnt Sie Sühnelordernna ^ m Der Stadtrat von JnWiBBl bat dte t ^der - t*AFn'rrmtterens irrmmr ng i

schafferkmrserenz verlangte Arni vvrsMdes unter freien aeu-'!-

leimt zumal der StaB inicralliicrlen t eunnul ivar und das scha-nnne iv^khrgebiet die GactUsc«

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eifen der * t worden anzofen ins Halle. J