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hersftlö § Tageblatt

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Wxsfel-er Kreisblatt'

HMLlrchM Rassiger für den Kreis HersfelS

: Der Bezugspreis beträgi durch die Pol! bezogen monatlich 1.- Mk.. aussciiliebl. Bestellgeld, für : Sersfeld 1. lllk. bei freier Zustellung, , Abholer ».80 lllk. * Druck und Verlag non budinig Funks Buchdruckers! in Bersfeld, (nitglled des VDZV.

rnwnnMmini»M»lihm i wt<iw«tmaMs««MMBa»WMW*i^««.ww^^^wKMWt«»ap»«<mi»3»TiwrwMW^^ i»»>. aayara»«»»^-«aw i !»» Nr. 148 Mittwoch, den 5. November 1924

«jTff~*WTOfi,lMiHil..i,ii,i<ä8O«u^«Wwi>>ll.M«ii.>MalllimIMiliMh^ i" ~ ^---.>.H«i»^»e»ea«WM^Me«MM^~MM»«MMMM«MMMig*^»

Das Wichtigste.

^ Der Wah-lLampf hat nach dem Deutsch -^ wo - ><a tifchen Pavee^tag« durch die Kampfansage- «wische« K^s«tsch -Demokraten und Deutscher 6aHspar frei eine wesentliche Verscha r fu ng erfahren.

Die deutsch-französisch en Wirtschaftsver- i-»»dlungen> sind wieber ausgenommen worden.

Durch den weiteren Abbau deutscher Schulen R Egerland tritt die fortgesetzte Tsch e chi si er u n g deutsch - Böhmens in augenfällige Erscheinung.

Die Armee Wupeifns ist völlig zerstreut.

Ms Aufhebung des Devisen- zmangsverkshL'Z.

Die Au«hebung aller Verordnungen zur Beschränkung! 065 Devisenhandels ist ein Ereignis von größter politischer! «nd wirtschaftlicher Bedeutung. Nachdem die deutsche Wäh-> rung wieder stabilisiert ist und die Jagd nach dem Dollar und den fremden Devisen sich von selbst überlebt hat, konnte die Reichsregierung beruhigt zu dieser Maßnahme greifen, die! als äußeres Zeichen für die Wiedergesundung der wirtschaft-! lichen währungspolitischen Verhältnisse Deutschlands ange-i ^hen werden kann. Nunmehr besteht absolut keine Gefahr, mehr, daß die Spekulation von neuem die deutsche Währung- zertrümmern kann, denn seit dem Zustandekommen der 8M-Millionen-Aiark-Anleihe verfügt das Reich wieder über gesunde Finanz Verhältnisse, die es als vollkonnnen unnötig erscheinen lassen werden, die Notenpresse etwa wieder in Dang fetzen zu wollen. Das Vertrauen in die Festigkeit unserer neuen, nunmehr auf feste Golddeckung gestellten WH-i «lirg ist so groß, daß die soeben erfolgte Verordnung des »«ichspräMe»rteWWvrmcy oer s^nuei um a:iir j idmgsmrtteln wieder freigegeben werden kann, unbedingt ge* eignet ist, dieses Vertrauen zu bekräftigen und vor aller Welt die Zuverlässigkeit des deutschen Geldes zu demonstrieren. Obwohl die Rentenmarkwährung niemals als Zahlungsmittel str das Ausland gedacht war, wurde sie in allen Ländern föon seit einem halben Jahr als vollgültiges Zahlungsmittel ««ersannt. Dies beweist, daß die bisherig Politik der Reichs- «egierung in hohem Grade das Vertrauen des Auslandes! gewonnen hat und niemand mehr ernsthaft an neue politische oder wirtschaftliche Erschütterungen in Deutschland glaubte.

Es ist vielleicht ein gewalltes Zusammentreffen, daß die Aufhebung der Devisenzwangsgesetze gerade im gegenwärtige« Augenblick des Wahlkampfes erfolgt ist. Diese Vermutung P sehr naheliegend, du das eigentliche Ziel des gegenwärtigen Wahlkampfes darin besteht, der Regierung Marx-Strefemann, deren Politik zur Wiederbefestigung der innerdeutschen Ber- Hältnisse geführt hat, nunmehr eine ausreichende Mehrheit im neuen Reichstag zu verschaffen. In den Wirtschafts-! politischen Kressen wird der Schritt der Reichsregierung zur! Aushebung der Devisenzwangsverordnungen lebhaft begrüßt! werden, da nunmehr das letzte Ueberbleibfel aus der unseligen! Zeit der Inflation verschwunden ist. Die Devisenverordnnn gen waren aus der Notwendigkeit entstanden, der vor dem Zusam- menbrud) stehenden deutschen Währung zu Hilfe zu tommen und die Spekulation in ausländischen Zahlungsmitteln zu verhindern. In allen sachverständigen Kreisen hat man die Ueberzeugung gewonnen, daß dieser Zweck auch mit schärfsten Mitteln nicht erreicht worden ist, da die Verordnungen den furchtbaren Zerfall der Papiermark doch nicht aufhalten konnten. Glücklicherweise ist nun die Zeit überwunden, in der Regierung und Volk dem Ruin der deutschen Währung macht, las' gegenüLerstanden. Die Devisenzwangsgesetzgebung hat vielleicht das Tempo des Niederbruches der Papiermarkwäh- «mg wm einige Monate verlangsamen können, aber sie haben es nicht verhindert, daß im Herbst 1923 der völlige Zusammen- bruch eintrat. Immerhin darf nicht verkannt werden, daß es wenigstens mit ihrer Hilfe gelungen ist, die Wiederbefesti. gung der deutschen Währung durchzuführen. Es ist nun gerade ein Jahr her, daß die Reichsregierung zur Einführung der Rentenmarkwährung schritt, und fast niemand hätte am Ä. November vorigen Jahres noch daran geglaubt, daß es tatsächlich gelingen würde, die deutsche Währung stabil zu halten. Wenn dieses ungeheuere finanzpolitische Werk dennoch! durchgeführt werden konnte, so ist das der Politik einer Re­gierung zu verdanken, die mit eiserner Hand der Notenpresse Stillstand gebot, und die mit Hilfe des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht ihre Politik der brutalsten Sparsamkeit und Ver- steifung des Geldmarktes zu einem erfalareichen KAe durch.

Lord Eurzon lehnt ab.

NKtt 6e Paris" erfährt aus London, daß Lord Eurzon Myelchich j^ das MtchtevMU des AuMvürtiMu M über--

Sie Verschärf» g desWchAmpses.

Die anfallende Zurückhaltung, mit der der Wcchtkampf gegenwärtig geführt wird, kann keineswegs die Tatsache ver­bergen, daß die Auseinandersetzungen der nächsten Wochen außerordentlich scharfe Formen annehmen werden. Besonders in den deuwkratischen Kreisen herrscht die Auffassung not, zdaß das entscheidende Stadium des Wahl» !k a m p s e s, das etwa in der zweiten Hälfte des Nsveurbw Eintreten wird, noch sehr schwerwiegende parteipolitische Kämpfe bringen werde. Die deutsche Volkspartei ibeabsichtigte augenscheinlich, ihre ganze Stoßkraft gegen die !demokratische Partei richten zu müssen. Die volksparteilichen > Führer hätten sich zweifellos die Aufgabe gestellt, alle live»' raten Kreise unter ihrem Banner vereinigen zu können. Die demokratischen Führer erklären, daß unter diesen Umständen der Kampf gegen die Deutsche Volkspartei aufgenomnsm werden müsse. Innerhalb der Deutschnati onaleW Partei ist die Geschlossenheit wieder hergestellt warheK. ...

GeßlerS endgültige Absage.

Reichswehrminister Dr. Geßler hat sich endgültig da» ihm entschieden, eine Kandidatur weder für die demokratische sReichslrste. noch für eine Kreiswahlliste anzunehmen.

Die Tatsache, daß Reichswehr mir:'. ster Dr. Geßler die Ab­sicht hat, eine Kandidatur für die Demokratische Partei bei den Reichstagsmahlen abzulehnen, hat in den politischen Streifen- großes Aufsehen hervorgerufen. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, kommt Dr. Geßler bei der neuen Bildung der Reichsregierung abermals als Reichswehrminister in Frage, da man absolut nicht auf dem Standpunkt steht, daß der Reichswehrrninister gleichzeitig Parlamentarier sein muß. Im übrigen hält man es in den Regierungskreisen für durchaus wünschenswert, daß der Reichswehrmtnister dem KaW^tt als -unpolitische Persönlichkeit angehört. ,

Der "erreich

hat die Vorlage des Reichsministers des Innern, wonach die Kreiswahlvorschläge der Parteien, die bischer be­reits im Reichstag vertreten waren, einheitlich in allen Wahl« kveis-en auf dem Einheitsstimmzettel die gleiche Nununev tragen sollen, angenommen. Die Numinernfolge richtet sich nach der Nummernfolge der Reichswahlvorschläge, die sich! wiederum danach richtet, in welcher Stärke die Parteien Ab­geordnete in den letzten Reichstag entsandt haben. Hiernach! tragen die einzelnen Parteien folgende Nummern:

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 1, Deutsch» nationale Volkspartei 2, Deutsche Zentrumspartei 3, Liltq der Kommunisten 4, Deutsche'Volkspartei 5, Dsutschvölkischq Freiheitspartei 6, Demokratische Partei 7, Bayerische Volks» partei 8, Bayerischer Bauernbund 9, Landliste 10, Deutsche Hannoversche Partei 11, Deutschsoziale Partei 12.

Die übrigen Kreiswahlvorschläge erhalten in den einzeln neu Wahlkreisen die anschließenden Nummern in der Reihens folge, in der die Vorschläge zeitlich bei, dem KreiSMtzlleibA eingehen.

Die amerikanischen Kredite für deutsche GiSdte«

Das Bankhaus Speyer bestätigt die Aleldiurg über der» einjährigen Berliner Kredit in- Höhe von drei Millionen Dollar. Die Gesamtsumme der bisher in Amerika nachgesuchten Kredite für deutsche Städte betrögst 100 Millionen Dollar, darunter Berlin mit 25, Hamburg mit 20, Stuttgart mit 10, München mit 19, Elberfeld mit 5* Bochum mit 0,5 Millionen Dollar. Diese Kredite sind lang« fristig. Hamburg steht kurz vor dem Wschluß seines Gesuches. den übrigen Städten wird voraussichtlich im Durchschnitt ein Viertel des nachgesuchten Betrages bewMgt werden.

Wiederbeginn der deutsche französifchr« Wirischaftsverhand!,m en

Die deutsche Delegation für die Wirffchaftsverhänd» untgen mit Frankreich hat sich am Montag abend nach Paris?» brgDen. Die offiziellen Konferenzen sollen aber erst wiede-H ,am Mittwoch ausgenommen werden. Zur Stunde läßt sich noch nicht übersehen, inwieweit die noch bestehenden Gegen­sätze ausgeglichen werden können. Wie wir hören, red uet man in den Berliner Regierungskreisen damit, daß die ? ''rt- schaftsverhandlungen mit Frankreich bis spätestens A:: ng Dezember zum Abschluß eines deutsch-ftanzöpschen Hauvele- vertrages geführt haben werden.

Steiferer Abbau der deutschen Schulen im E,?erkand

Die tschechisch-ftowalische Regierlnlg hat in Gger an vier Knaben- und drei Mädchenschulen wieder je eine £Ld ü !M lassen. Ebenso wurden an den Volksschulen ® Pr gen Franzensbad und Webeisstein weitere Schulklassen msgeholem Die Volksschulen in Seeberg und Reichersdorf

sind ai^ eine Schulklasse beschränkt worden. Infolge diese» Einschräntungen sind weitere deutsche Lehrkräfte stellungslos geworder^ so daß die schon an sich beträchtliche Zahl noch weiter zugenommen hat. Während die deutschen Schulen ein­iges chränkt werden, wird für die kleine tschechische Minderheit, in den betreffenden Orten je eine tschechische Schule untex axoßem Kostenaufwand eingerichtet.

Einberufung des Soukerausschusses für Sachlieferungen.

Der deutsch-alliierte Sonderausschuß für Sachlieferungen ist von der Reparationskommission für den 6. iltooernber nach !Paris einberufen worden. Zunächst wird der Ausschuß offi- !zieN mit seiner Aufgabe betraut. Es sollen am 10. November Deutsche Sachverständige für Farbstoffe-, Kohlen- und Stick- stofflieferungen gehört werden. Außerden: wird die Wahl einer wahrscheinlich neutralen Persönlichkeit erfolgen, die bei Unftimmigteiten zwischen den alliierten und deutschen Muftis- dem vermittelnd auftreten soll. Die Persönlichkeit muß von iden Mitgliedern entweder einstimmig gewählt, sonst op-u de« ! Wpapationstommisston ernannt werden. .....

1 D^ fran ösische Morgan-Auleche.

' DerMatin" meldet, daß die Verhandlungen mit 8er Firma Morgan über die Gewährung einer Anleihe so« 50 Millionen Dollar abgeschlossen sind. Eine offizielle ? it- tei: tng Hierüber würde Ende der Woche ergehen, sobald das Resultat der amerikanischen Prästdenischaftswahlen becau.it t* geworden ist

Immer noch französische Krieasaenchielurfeilr.

Nach einer Meldung aus Naney wird das Kriegsgericht des 20. Korps am nächsten Donnerstag den deutschen Saui- itäier Peter Lehmann in contumaciam aburteilen. Es Wird i^m zur Last gelegt, am 23. August 1914 einem fram& fischen Verwundeten den Gnadenstoß versetzt zu haben.

M-^MjEWMMWWUÄ^Ü«!!^^

Telegramme aus Tientst« melden, General' BnpW^l der kürzlich von seinem Posten eines Feldmarschalls der Pe­kinger Regiernugstrnppen enthoben wurde, fei desertiert und habe sich mit seinem Kommando an Bord eines Schiffes be* geben und sei nach einem unbestimmten Orte geflohen. Atteiln»- gen seiner Truppen sind so terrorisiert, daß sie ihre Waffen und Munition fortwerfen und nach der See zu fliehen, um der not* dringenden mandschurischen Armee zu entrinnen. Amtlich wird gemeldet, die Flucht des General Mus bedeute das (Suds des gegenwärtigen Konfliktes zwischen den Anhängern Wu- peifus und Fengjusiangs. Es wird erklärt, die einzige Ge- fahr, die noch verbleibe, seien die zahlreichen Tr«ppenn»enge« in Peking, die früher der W«-Arm« angehörte« und dir jetzt ohne genügende Aufsicht sich dem Räuberwesen znwendW»

Räch d < m Siege des Generals Frag.

General Feng beherrfcht politisch und militärisch völlig die Sage. In Peking herrscht völlige Ruhe und das Geschäfts­leben nimmt seinen normalen Verlauf. Für die Europäer besteht keinerlei Gefahr. Die Kampfhandlungen können im allgemeinen als beendet angesehen werden, besonders in Nordchina ist die Ruhe wiederhergestellt und alle Parteien sind bestrebt, so schnell wie möglich wieder geordnete Zustände herbeizuführen.

Amerika und die deutsche Privatwirtschaft.

Die ,$tmes* wissen von einem Plan der Bänke« zu melden, ven wir nur unter größtem Barbe hatt wiedergeben. Nach den Times" beschäftige« sich verschieben« hiesige Banke« mit dem groß, zügigen Plan einer neuartigen Kreditgewährung an die deutsche Privatwirtschaft, der von Pole>^, einem angeblichen Vertreter großer deutscher Korporationen, mitgeteilt fein soll. Der Plan be­tagt: 1. die Großbanken kaufen von der Repko die auf die Revto lautenden Hypotheken solcher Firmen, die finanziert werden sollen; 2. der Betrag wird der Repko bar gezahlt oder gutgeschrie- den oder periodisch gezahlt; 3. die Großbanken leihen außer-nn den deutschen Firmen einen Betrag, für den die Banken mit der Hypothek der Repko zusammen eine Gesamthypothek erhalten. Der Plan mache es unmöglich, daß Kreditgesuche deutscher Industrie»' daran scheiterten, daß diese nicht erste Hypocheken anbieten konn­ten. Nach einer solchen Regelung würden die gesamte Schwerindu­strie sowie die Großindustrie Anleihen erhalten. Dir Meldung der Times" schließt, daß auch der Norddeutsche Lloyd eine Anleihe suche.

Die Versteigerung Kameruns

Das englische Ministerium für Kolonien gibt besannt, daß am 25. und 26. d. M. die de uts chen Besitz un g e» in der früheren deutschen Kolonie Kamerun durch Hamp- ton & Söhne in Winchester House old Broad Street öffentlich und meistbietend versteigert werden sollen. Bei dem Verkauf darf absolut kein Unterschied zwischen Personen oder Nationalitäten gemacht werden. Darob große Ent- r W u n g bei derWopnmg Post", die «Gen miß, oh lW^