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Hersfelder Tageblatt

WersMö« Kreisblstt'D

Mtlicher Mnzeiger für den R ^6 Heesfelü

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Nr. 158 Montag, den 17. November 1024

Anzeigenpreis für die einspaltige Petilzeile 10 Pfg. : für amtliche und auswärtige Anzeigen 15 Pfg., ; die Reklamezeile 50 Pfg. Bei Wiederholungen stachlab. + Für die Sdirifileitung verantwortlich : Franz Funk in ßersfeld. + Fernipredier Dr. 8. :

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Das Wichtigste.

- Dte Handelsvertragsverhandlungen mit Ak« nkreich stoßen wegen d«26prozentigen Ausfuhr« rgnbe auf recht ernste Schwierigkeiten.

Die amerikanischeTaufede« ,Z. R. 3' wird vor- ««»si chtlich Mittw o ch stattfinden.

, Die Stadt NewJersey wurde von einerBrand- 5>atastrozhe heimgesucht, durch die über 80 0 § aw r- M*» Mb ach l o * geworden find.

Dr. Gtresemann ob die Völkerbundfrage.

Außenminister Dr. Stresemann hat sich in seiner Dort- rmmder Rede ausführlich über die Völkbundfrage ge- äußert und dabei schr interessante Einzelheiten über den gegenwärtigen Stand dieses Problems mitgeteilt. Groß« Aebervaschung hat es hervorgerufen, daß die Antworten der Völkerbundmächte auf das deutsche Memorandum die Reichs­regierung in keiner Weise zufriedengestellt haben. Bekanntlich And die bisher in Berlin eingegangenen Noten der fran - ßösischen, der englischen und der belgischen Re­gierung unveröffentlicht geblieben. Aus den Mitteilungen der Reichsregierung hatte man nur soviel erfahren, daß die deutsche Forderung auf Einräumung eines ständigen beut« ßchen Sitzes im Völkerbundsrat widerspruchslos angenommen worden ist. Darüber hinaus sind jedoch wichtige Fragen, die von der deutschen Regierung in Zusammenhang mit den Statuten des Völkerbundes

GwMWWWMs- zum heutigen Tage unberücksichtigt ge­blieben. Für die Befürworter eines Eintritts Deutschlands 4n den Völkerbund ist jedenfalls durch die Mitteilungen Dr. Stresemanns eine gänzlich neue Tatsache geschaffen wor­den. Man hofft, daß der Außenminister unmittelbar nach den Meichstagswahlen Gelegenheit nehmen wird, den Partei- fführern erschöpfende Auskunft über die Antworten der Völkerbundsmächte zu geben. Sollte sich die Tatsache be- ßtätigen, daß in der lebenswichtigen Frage des Schutzes der deutschen Neutralität gegenüber gewissen Bestimmungen der Wölkerbundpakte eine Ablehnung des deutschen Standpunktes erfolgt, so würde sich für Deuffchland zunächst die absolute Unmöglichkeit herausstellen, irgend einen entscheidenden Schritt gegenüber dem Völkerbund zu unternehmen. Es ist sehr wahrscheinlich, daß sich alle Parteien hinter die Reichs- regierung stellen werden, wenn es darauf ankommen sollte, eine Absage an den Völkerbund zu erteilen.

Im Berliner Auswärtigen Amt beurteilt man gegen­wärtig das Problem eines deutschen Zulassungsantrages zum Völkerbund ziemlich pessimistisch. Man weist darauf hin, daß für eine gleichberechtigte Stellung Deutschlands innerhalb des Völkerbundes zurzeit noch nicht genügend Voraussetzungen vorhanden sind, und daß die deuffchen Forderungen teilweise starken Widerstand bei gewissen Völkerbundsmächten hervor­gerufen haben. Aus der anderen Seite glauben die Regie­rungen in England und Frankreich, daß es genügen würde, auf die deutsche Regierung einen moralischen Druck auszu- üben, um sie zur sofortigen Einreichung eines Zulassungs- antrages zu veranlassen. Wiederholt ist von englischer Seite ein außerordentlich starker moralischer Druck auf die Berliner Kabinette erfolgt ohne daß man deutscherseits darauf reagiert hätte. hat von Anfang an keine Zweifel daran gelassen, daß in utschland ernste Bedenken gegen gewisse Grundsätze des Völkerbundes bestehen und man die Sicherheit haben muß, die deutsche Außenpolitik nicht durch bestimmte Völkerbundsatzungen lahmzulegen. Die Bereitschaft Deutsch. Lands zum Eintritt in den Völkerbund ist auch von Dr. Strese­mann in Dortmund ausdrücklich wiederholt worden. Es be­steht gar kein Zweifel daran, daß jede deutsche Reichsregie­rung, mag sie zusammengesetzt sein, wie sie will, an dieser Bereitschaft festhalten wird. Dagegen muß aber mit allem Nachdruck festgestellt werden, daß auch bei den Völkerbund- möchten die Bereitschaft vorhanden sein muß, Deutschland den entscheidungsschweren Schritt zu erleichtern und die Bedenken Ku zerstreuen, die man in weitesten Kreisen des deutschen Volkes den Zielen des Völkerbundes entgegenbringt. Die ^früher so oft vorgebrachte Behauptung, daß Deutschland sich von Sowjetrußland beeinflussen lasse und nur mit Rücksicht i»uf die russische Freundschaft beut Völkerbund fernbleibe, ist Laugst durch die Tatsachen widerlegt. Es handelt sich jetzt ikttsächlich nur noch darum, daß Deutschland in den Stand 'gesetzt wird, auch als Mitglied des Völkerbundes eine uM, WWW. WMMtik^u treiben.

Die EchBien'gkeiien

| mit Frankreich.

Das Reichskabinett wird in den nächsten Tagen mehrere Sitzungen atz alten, um sich mit dem Problem der deutsch- kanzösischen Wirtschaftsverhandlungen zu beschäftigen. Staatssekretär Dr. Trendelenburg, der in Berlin eingetroffen ist, hat bereits den Mitgliedern der Reichsregierung über die entstandenen Schwierigkeiten Bericht erstattet. Danach scheint die Frage der 26prozentigen Ausfuhrabgabe, die zu ernsten Meinungsverschiedenheiten zwischen der deutschen und der französischen Regierung geführt hat, bei den Erwägungen des französischen Ministerpräsidenten eine außerordentlich große Rolle zu spielen. Herriot hat den deutschen Vertretern gegen» Über den Standpunkt vertreten, daß Frankreich von sich aus nicht in der Lage sei, die 26prozentige Abgabe fallen zu lassen, da es sich um eine politische Frage handelt, die die alliierten Regierungen in ihrer Gesamtheit ansehen.

In den politischen Kreisen hat man den Eindruck, daß die französische Regierung höchstwahrscheinlich durch das Ein­greifen der englischen Diplomatie veranlaßt worden ist, in der Frage der 26prozentigen Ausfuhrabgabe unnachgiebig zu bleiben. Diese Abgabe, die geeignet ist, die deutsche Ausfuhr außerordentlich zu erschweren, dürfte wohl von englischer Seite verteidigt werden,so daß die deutsche Re­gierung einen sehr schweren Stand haben wird, um ihre Be­seitigung durchzusetzen. Nach Lage der Dinge erscheint es zur­zeit sehr zweifelhaft, ob die französische Regierung sich dazu bewegen lassen wird, trotz des englischen Widerstandes in eine Aufhebung der berüchrigtenReeovery-Akte einzuwilligen. Die ReichsroTkuung dürfte voraussichtlich ohn» jede Einschränkung auf i^^t Wandpunkt verharren, wonach sie keine Vereinbarungen ernten iamr, UMN bM® BsWip Lungen nicht in ForLLsll.ko.mvn:^.. -

SchwistigkeiLen im deutsch sAner^r SachlieferungsauSschuß.

Der gemischte deutsch-alliierte Sachlieferungsausschuß ist erneut zu einer Sitzung zusammengetreten, die ergebnislos verlief, da die Auffassungen der «liierten und der deutsche» Mitglieder nach einer Pariser Meldung einander so schroff gegen ö.berstenden, daß beschlossen wurde, in den Besprechun­gen bis zur Ernennung eines neutralen Mitgliedes, das oM yüftelnL einMeifeu soll, eine Pause eintreten zu laWu

Der neue Zolliarifentwmf.

Die Vorarbeiten des Reichswirtschaftsministeriums über den neuen Zolltarif sollen noch möglichst in diesem Monat zu Ende geführt werden. In bezug auf Lebensmittelzöll« wird bet neue Tarif wahrscheinlich nicht allen Wünschen der landwirtschaftlichen Organisationen Entgegenkommen. Die Industrie, die einen neuen grundlegender Aufbau des Zoll- systems wünscht, wird in den nächsten Tagen einige Vertrete» zu Besprechungen in das Ministerium entsenden, da man den industriellen Wünschen möglichst entgegenkommen will. Der Tarif soll deshalb möglichst beschleunigt werden, weil die laufenden Verhandlungen über Handelsverträge mit Eng­land, Frankreich und Italien nicht eher abgeschlossen werden können, bevor nicht Deutschland über einen eigenen Zolltarif verfügt. Jedoch kann Deutschland dennoch diese Handels vertrage sämtlich nur auf kurze Fristen abschließen, weil dii Ilu Übersichtlichkeit unserer wirtsä-aftlichen Entwicklung vor läufig keine langfristigen Bindungen gestattet

Die deutsch-englischen Handelsvertrags- verhandlungen.

Die Verhandlungen über den deutsch-englischen Handels­vertrag nehmen einen günstigen Fortgang. Man hofft, daß sie Salb zu bestimmten Ergebnissen führen.

Heuer belgischer Zolltarif.

Die belgische Regierung hat es für richtig befunden, zwei Tage vor Beginn der im Gang befindlichen Handelsvertrogs- verhandlungen einen neuen Zolltarif zu veröffentlichen. Hier- itod) gilt für die Einfuhr aus Deuffchland ein Sondertarif, dessen Sätze wesentlich über dem für andere Länder gelienben Zolltarif liegen. Der neue Tarif ist ant 10. November 1924 in Kraft getreten. Die bisher geltenden Zollsätze sind mit dein gleichen Tage außer Kraft gesetzt. Die von gewisser Seite ver­breitete Nachricht, wonach gemäß einer Vereinbarung zwischen den beiderseittgen Handelsvertragsdelegationen für Deutsch­land bis auf weiteres die bisherigen Zollsätze in Geltung bleiben, ist daher unzutreffend. Die Zollsätze des neuen bel­gischen Zolltarifes, der erst in wenigen Exemplaren in Deutsch and ist, können von der Zollauskunftsstelle des Reichsver- »andes der üMscheu Industrie kostenlos erfragt wprdem

Der Heparationsagent zur Ausfuhrabgabe.

Wie wir von amerikanischer Seite erfahren, hat der 'Generalagent für Reparationszahlungen beut Reichsfinanz- minister in einem Schreiben mitgeteilt, daß er der deutsches Regierung für Rechnung der Jahresleistungen nicht irgend» Miche Summen gutschreiben wird, die seitens der Regie­rung am und nach dem 1. Dezember 1924 an die Exporteurs als Rückzahlungen für die von ihren Fakturen gemachten Ab­züge geleistet werden. Auf Grund des Reparattonsabkom- mens können nämlich Summen, die für die vorgenannte« Zwecke benötigt werden, nur durch den Generalagenten ge­zahlt werden, und zwar in dem vom Ueberweisungskomite« genebmigten Umfang. Die Ucberweisungskommission hat auf ihrer Sitzung am 31. Oktober 1924 den Generalagenten er­mächtigt, Zahlungen auf Grund des ReparationsabkonnireM bis zur weiteren Beschlußfassung des Komitees zu leisten.

Weitere Räumung des besetzten Gebietes.

Nach einem Schreiben der Besatzungsbehörden an den Landrat des Siegkreises werden ab 17. November 12 Uhr, »achts geräumt sein:

1. Das südlich der Strecke Oberkaffel, Stieldorferhobn, Freckwinkel, Rott, Warth gelegene Gebiet des Sieg steifes ein- schließlich Königswnrter und Honnef;

2. die Bürgermeisterei Much;

8. bet besetzte Teil der Bürgermeisterei Ruppichteroth, also das Gebiet, das bis zum Januar 1923 zum unbef site« Gebiet gehört hat. Die Befatzungsbehörde rechnet mit der Mitwirkung der deutschen Behörden zur Unterdrückung aller Kundgebungen vor, während und nach der Räumung.

TschechischeHösiichke^.

Nach einer Meldung aus Amsterdam wurde ttn vorigen Monat dem Erzherzog

Ämyrer'wE^NkhiMrTsÖnWs von sachten in Sybillenort in Schlesien vermählt hatte, die Durchreise durch tschechisches GeRet verweigert. Das Hochzeitspaar mußte rund um Böhmen herum durch Sachsen, Bayern und Oesterreich nach Budapest fahren. Das Amsterdamer Blatt erklärt dazu, dir Tschechische Republik habe fünf Jahre nach Friedensschluß noch immer nicht Höflichkeit gelernt. Im Zusammenhang da­mit sei erwähnt, daß vor einigen Monaten auch dem Prinzen Max von Sachsen die Einreise nach Böhmen von, tschechische« Konsulat verweigert wurde.

3ti den deutsch-russischen Handelsvertrags- verhündtunge«.

In einem Irrterview mit einem Korrespondenten der Ruf. Vschen Telegraphen-Agentur erklärte der Führer der deut­schen Delegation für die Handelsvertrogsverhandlungen, ». Körner, daß der Handelsvertrag eine ökono­mische Basis für den Rapallooertrag, der beide Völker durch Freundschaft verbinde, schaffen und bet Entwicklung der schon begonnenen wirtschaftlichen Annäherung dienen müsse. Die deuffche Delegation sei von dem Wunsch beseelt, die Ver­handlung«: in Moskau ebenso erfolgreich z» kw«^M^ wie W ch Berlin begonnen worden seien.

Die ^eparatiousauleche « der Schwei­ßt 08 mal überzsicknet.

rationsanleihe 1H8mal überzeichnet. Der Schweiz« Anteil, der drei Millionen Pfund Sterling betrug, xnmwi jedoch im vornherein 1% MiSisne« Pfund Sterling adgetrenut würd«», so daß nur noch 1* Millionen Pfund Sterling ober 87,5 Mil­lionen Schweizer Franken zur Zeichnung auf gelegt werbe*, ergab 3,9 Milliarden Schweiz« Franken. A« dieser Zeich- nuMa habe« sich besonders ausländische Lavitaliüen betetiiai.

Die chinesischen Wirre«.

Laut einer Radiomeldung aus Tientsin haben sich die Generale Tschangtloliu und Fenghjusiang überworfen. Ma« ermattet, daß sie gegenetnanber die Feindsetigieiteu eröffne« werden.

Nach einem französischen Blatte sind zurzett zwischen Paris, London, Tokio tntb Rom Besprechungen über ein Ein­greifen europäischer Mächte in Ehina im Gange. Das Blatt dementiert die Gerüchte, wonach Frankreich Truppen in China landen werde, v«zeichrret dagegen Meldungen aus privater Quelle, die besage«, daß England die JflÜiotive erzeige» wird.

Die bisherige« ireparaümtsteWmgs« Deutschlands.

Der ftanzösische Senator Lubersae hat <nt Minister Präsident Herriot eine Anfrage gerichtet, um zu erfahren, was Deutschland m Msfiihrug des Londoner Abkovnnens bis jetzt bG4^L4 hgh «*W^ W «wW>