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Nr. 161

Freitag, den 21. November

1924

Das '^.'D. -' ^ ^S

Auf den englischen Generalissimus in Kairo ist e.rt ;r t t c n t a t verübt.

Vor dem Liller Kriegsgericht hat der Prozeß gegen General von N a t h u s i u s begonnen.

Nach der Rückkehr des Staatssekretärs Trendelenburg sind die d e u ts ch . franz ö s i schen W ir ts cha f tsv er h e n d- lunge« in Paris wieder ausgenommen worden.

Genera! de M h v die Pfalz.

Den beiden Generalen d e Metz, Kreisdelegierter der Pfalz, und Donvigner, Bezirksdelegierter für Rhein- Hessen, sind auf ihren Wunsch vom Kriegsministerrum mi- litärische Kommandostellen übertragen worden. Ihre Posten w<r' n durch zwei Beamte des französischen Kommissariat- Wetzt werden.

Die Räumuns der Kölner Zone.

Die neue österreichische Regierung.

Die ArrsammensetzUiNg der neuen ^Regierung in Oestev» oeich ist folgende: Bundeskanzler Dr. Ramek, Vizekanzler und - ZustizTMnister Dr. Waber , Außenminister Dr. M a - ta j a , Finauzmimster Dr. Ahrer, Handelsnnnister Schürff, UnterricfrtsminiftrT Dr. Schneider, Soziale Verwaltung Dr. Reich, Heereswesen Baugoiu, Lcmd- MxtschgßkAMtister Buchinger.

SeiÄnb unb bie EOMngen i über pöiocarL f Die Enthüllungen der französischen Linkspresse über die sRolle, die Poincars vor dem Ausbruch des Weltkrieges ge« spielt hat, haben in den Berliner politischen Kreisen u n» geheures Aufsehen hervorgerufen. Obwohl in Deutsch- Sand an sich allgemein die Tatsache bekannt ist, daß sich über die hervorragende Verantwortung Poin- < « r 6 s für den Ausbruch des Krieges authentisches Doku- Mlentenrnaterial in den von der russischen Sowjetregierung beschlagnahmten Geheimarchiven der früheren russischen! Zarenregierung befindet, ist man doch außerordentlich über» Pascht über die Tatsache, daß nunmehr sogar in Frank» Deich mit dem Belastungsmaterial gegcn> Poincurs offen hervorgetreten wird. Nicht weniger inter- pssant sind D e m e n t i s, die von den Anhängern Poincaräs jer lassen werden, und die sich auf neben sächliche Dinge, berufen. Man erblickt hierin den Beweis dafür, daß die bis­her in Frankreich vertretene These von der Alleinschuld Deutschlands am Kriege erheblich ins Wanken ge- Sj-BSÖtiÄ

sfchlaggeben^den Erfolg haben werden. Mit großer Spannung erwartet man eine Stellungnahme der französischen Regierung Herriot, die höchstwahrscheinlich unaus­bleiblich sein dürfte, da die Gegner Herriots die Behauptung aufgestellt haben, daß der französische Ministerpräsident den Enthüllungen über seinen Todfeind Poinear^ nicht fernstehen stürme.

In den Berliner Regierungskrisen beabsichtigt man ikeineswegs, im gegenwärtigen Stadium der Dinge mit irgendeiner Erklärung über die Kriegsschuldfrage hervorzutreten. Obwohl von der Reichsregierung stürmisch verlangt wird, daß sie nunmehr den Anlaß benutze, um mit der bisher unterbliebenen > Notifiziern n g der Kriegsschulderklärung hervorzutreten, stellt man sich auf den Standpunkt, daß ein solcher Schritt voll- Kommen verfehlt wäre und für Deutschland mehr denn He die Notwendigkeit besteht, eine abwartende Hal­tung einzunehmen. In Deutschland könne man es nur begrüßen, wenn jetzt auch in Frankreich diejenigen Männer offen hervortreten, die den ernsten Willen haben, die wahren Ursachen des Krieges zu erforschen und sie der Oeffentlichkeit zur Kenntnis zu bringen. Ein Ein- greifen Deutschlands könnte nur zur Folge haben, daß diese Männer mundtot gemacht werden. Im übrigen verweist Man auf die Tatsache, daß das von der französischen Links­presse veröffentlichte Material außerordentlich wichtig ist und einer rein objektiven Nachprüfung bedarf. Da die deutsche Regierung den Wunsch hat, daß das Problem der Kriegsschuld frage leidenschaftslos und ohne Geltend- znachung politischer Prestigefragen zur Erörterung gelangt, Wünscht sie keineswegs den Eindruck hervorzurufen, als »wünsche sie sich dieses Materials der französischen Linkspresse zu bedienen. In Deutschland verfügt man auf Grund der Veröffentlichungen der Sowjetregierung über ein außerordentlich umfangreiches Dokumente n- Material, das, wie allgemein bekannt sein dürfte, bereits in allen deutschen Blättern auszugsweise veröffentlicht worden ist. Es wird Sache der berufenen internationalen Instanzen sein, zu einer späteren Zeit in eine objektive »Würdigung dieser Tatsachen über die Schuld am Kriege '«inzutreten. In den Kreisen, die dem Außenministerium nahe- steehn, ist man daher der Meinung, daß irgendwelche voreilige deutsche Erklärungen nicht zu dem Ziele führen könnten, die Frage der Kriegsschuld aus dem Bereich des politischen Streites herMs^ubringeu. ,

Die russischen Schulden an Frankreich.

Wie aus Moskau gemeldet wird, hat die Sowjet­regierung beschlossen, die russischen Schulden an Frankreich nicht zurückzuzahlen, aber statt liessen Frankreich so gut wie alle beschlagnahmten französischen Eisen- und Kohlenunteruchmen in Rußland zu überlassen und /ihm eine Reihe weitere? wichtigex Koszes- L i o n e u zu gewähren.

Der diplomatische Berichterstatter desDaily Herald" schreibt, wie angenommen werde, sei man in Downing Street der Meinung, daß die Kölner Zone am 10. Januar ge« räumt werden müsse, während man am Quai d'Orsay der Ansicht zuneige, daß die Besetzunrsperiode erst begann, als Deutschland anfing, den Dersailler Vertrag zu erfüllen, das sei letzten Sommer. Diese Frage werde in wenigen Wochen ent­schieden werden müssen. Die Vernunft sage einem, daß die britische Auslegung das allgemeine Werk der BeffiedUKg fördere, die französische dagegen es behindere.

Herriot beabsichtigt nach einer Meldung des Pariser MattesOeuvre", eine Konferenz zur Prüfung der Frage der zivilen und militärischen Besetzung der Rheinlande abzuhalten Zu dieser Konferenz sollen fol­gende Persönlichkeiten hinzugezogen werden: Kriegsminister Rollet, General Guilleaumant,Tirard und der Abgeordnete Lamaureux.

Der neue Generalstabschef der französischen Rheinarm«. Der Brigadegeneral Putais ist zum Generalstabschef der fran- zösischen Rheinarmee ernannt worden. Der bisherige Gene- rolstabschef, Brigadegeneval Sermairo, hält sich weiterhin Wr Verfügung des Ober tommanbierenben.

HWG v«.tw >.«»»--»,»»,*». Kriegsgericht.

Die Dtthandlungen gegen General v. Nathufins haben in Lille begonnen. Botschaftsrat v. R i n t e l e n , der be­reits in Lille eingetroffen ist, hatte mit Herr» v. Nathusius gito lange Unterredung.

Der Aufbau der Rentenbank-Kr ediianstatt.

Der dringende Geldbedarf der Landwirtschaft ließ nach Kon­stituierung der Goldnotenbank den Gedanken aufkommen, die Rentenbank als landwirtschaftliche Kreditquelle weiter bestehen zu lassen. Bei den direkten Verhandlungen mit der Entente war es jedoch nicht möglich, den Ausbau der Renten- bank für ein solches Kreditinstitut durchsetzen. Alan beabsich­tigte daher, neben den bereits von der Rentenbank zur Verfügung gestellten Geldern noch weitere 25 Millionen berettzustellen, um ein Tochter Institut von der Rentenbank ins Leben Du rufen. Die Entente sah anscheinend lieber eine Durchsetzung der Landwirtschaft mit internationalem Kapital als mit Geldern unmittelbar deutschen Eigentums. Bei der Höhe der Zinssätze, namentlich des Wechseldiskonts, glaubt die Entente, fremdes Geld! «ehr als bisher für Deutschland interessieren zu müssen. Mit) ausländischen Krediten wollt» aber bisher gerade die Landwirt schaft am wenigsten versehen feilt, da sie den größten Prozentsatz nationalgerichteter Kreise darstellt. Die landwirtschaftlichen Kreditinstitute mußten- dieselbe Politik verfolgen.

Die neue Rentenbank-Kreditanstalt wird jedoch auf breiterer nationaler Basis geführt werden müssen. An beut Auf­bau sind mehrere Länder interessiert, ohne daß jedoch die natio­nale Eigenart verloren geht. Die schwebende Schuld der Landwirtschaft nimmt von Monat zu Monat zu, Jlus den laufenden Einnahnren und der Produktion ist es nicht möglich, die u m l a u f e n d e n Wechsel abzudecken. Weiter möcht e man dazu übergeben, die schwebenden' Schulden in Realschuiden umzu- wandeln. Mittel dafür sind zunächst nicht vorhanden. Es müssen also erstens diese Mittel beschafft und zweitens muß die Lauf- zeit bet Wechsel verlängert werden. Ebenso soll die neue Kreditanstalt mehr positiven Charakter haben, d. h. die Personal- und Realkredi'te werden nicht eingeschränkt. Für die Realkredite soll inländisches Geld jedoch nicht in Anspruch genommen werden. Durch Ausgabe von Obligationen beabsichtigt man, ausländische Kapitalien heranzuziehen, da in der nächsten Zeit der inländische Geldmarkt kaum in der Lage sein wird, die be­nötigten Summen aufzubringen.

. Bei der Zusammensetzung des Berwaltuuqs- rate» ist naturgemäß der Eigenart des neuen Institutes Rech­nung getragen. Er besteht aus neunzehn- Mitglüdern, mit E x z. Dr. Lenze, dein früheren Präsidenten der Rentenbank, an der Spitze. Elf sind Mitglieder landwirtschaftlicher Organisationen, davon entfallen wieder drei auf die landwirtschaftlichen Genossen­schaften und vier auf die wrvtschaftspolitischen Organisationen. Eine einzelne Gruppe wird daher in dem Berwältrmgsrat fein UvSbrgewicht bekommen können, denn sechs Mitglieder repräsen­tieren ben kleinen und mittleren Besitz.

Es handelt fich im ganzen bei ber Konstituierung um «in Kreditinstitut der Landwirtschaft großen Stils, ohne Konkurrenz- möglichkeit gegenüber den anderen Kreditanstalten. Auch die Auf­fassung, die Rentenliank-Kreditaifftakt sei eine reine Landbund- gründung, ist nicht haltbar. Ursprünglich war beabsichtigt, das Reuteubankgesetz gleichzeidig mit den Dawesgesetzen im Reichs­tag zu verabschieden. Die große Arbeitsüberlastung des Reichs­tages in der damaligen Zeit verhinderte dieses. Die Auflösung des Reichstages hat die Grüirdung der Rentenbank-Kreditanstalt abermals Hinansgeschoben. Man will nunmehr im reinen Ver­ordn ungswege dem neuen Institute seine Funktionen geben, da die Landwirtschnst so schnell all» WölwÖ mit den nötigen Geldern versorgt werden löst. P.

- \ Spanien vor der Inflation?

Aus Madrid bringen die Pariser Blätter seirsation^r Cinzelangaben über die spanische Finanzlage. Der Bank- notenumlauf habe im März 1923 drei Milliarden 77 Mil­lionen betragen, jetzt belaufe er sich 4 Milliarden 326 Mil­lionen. Diese Zunahme bedeute, daß Spanien der IWativ» WiMMNgcht. _______

Die Räumung von Fanen

Die Räumung von Tauen durch die 10 000 Mcmu starke Garnison ist ohne nennenswerte Verluste erfolgt. Damit ist der erste Schritt des Programms, der den völlige» Rückzug auf Tetuan zum Ziele hat, durchgeführt. In Kreisen Madrids wird die Räumung Tauens, die bt^er feine spanische Regierung durchführen wollte und die durch die Auf­gabe von 80 befestigten Stellungen eine große Ersparnis an Truppen und Geld bedeute, als Erfolg für das SÜceEtotüMa bezeichnet.

Dos Attentat auf den englischen Generatiffinms m Kairo.

Gegen den Sirbar der ägyptischen Armee. General Si r Lee Stack, wurden, als er das Kriegsministerium verließ. _____WA^^.^-^.: m tentäter sind entkommen.

Zu dem Attentat auf Sir Lee Stack wird gemeldet, daß die Attentäter erst eine Bombe warfen, die nicht explodierte, und dann meistere Revolverschüsse abgaben, die Sir Lee Stack, seinen Adjutanten, Chauffeur und einen Polizisten ver­wundeten. Sir Lee Stack ist in das Hospital eingeliefert worden. Die Attentäter werden auf zwei bis drei Personen geschätzt. Sie hatten sich in einem Torweg verborgen. Ws sie sahen, daß die von ihnen geschleuderte Bombe rricht ex­plodierte, folgten sie dem Auto Sir Lee Stacks in einem Aubs und feuerten Einige Revolverschüsse ab. Dann bestiegen sie eine in einer Seitenstraße haltende Droschke und fuhren schnell 'davon. Zaglul Pascha, die Minister und. eine Dep»- tation der Kammer sprachen bei der Botschaft vor und drückten ihxen Abscheu und ihr T^dauerp über bie M«^ Hit aus.

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Die Opposition gegen Mussolini.

Nach Gerüchte«, die in ben Wandelgänge« ber italienischen Kammer Umläufen, soll an Giolitti von höchster Stelle die Aufforderung gerichtet warben fei», die tnnerpolitische Krise zu lösen. Ä: hat dde Föhn», der Opposition übernommen und offiziell seine Kandidat« für die Nachfolge Mussolinis ansgesteW. «-besticht fein Zweifel, daß der alte routinierte Staatsmann eine politische Kampagne von ««gewöhnlich« Tragweite nicht öffne den Glauben an den Erfolg begonnen hat. Masfolini hat an alle Sektionen der Faschistische« Partei den Befehl ge­richtet, daß Unruhen, wie sie bereits in manchen Provinz« vorg«kommen find, zu unterbleiben haben. T n r a ttt fordert die Sozialdemotroten auf, ihre Ruhe M dnooiM» M» die größte Vorsicht walten zu lassen. .

Aus dem Sowjechmadies.

Hunger und Pest bedrohen den Bezirk von Stawr»- p o l, wie aus Riga berietet wird. Die Regierung hat 112 000 Bauern auf ihren Listen, die dem Hungertods preir- gegeben sind, wenn sie nicht von der schwarze« Pest hinweggerafft werden. 3000 Mensche« sind von ber Seuche befallen. Die Bauern verlangen, daß das Geld zur Be­kämpfung der Pest für Nahrungsmittel verwendet werben soll. Sie haben die Aerzte aus der Stadt verjagt unb find in die Baracken eingebrochen, in denen die Pestkranken unter ge­bracht waren. Soldaten, die zum Schutze der Baracken ent. sandt worden waren, sind geflüchtet, weil sie Ansteckung be- fürMiieNu Mostop versucht, NahrungEtel herauM schaffe». * ' . i

Ein Eingeständnis.

Auf dem Kongreß der F^ecatron Labbr sprachen die beut scheu und die englischere Vertreter. Der Deutsche Gruß- mann führte aus, die komunm-istische Gesichr in Deutschland fei überwunden. Die deutschen Arbeiter hätten den Dawes- plan angenommen, um die Evrichtrmg der SochjeÄMutur Ui DiLULicKiürvd iU nxxbttL *