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Hersfelöer Tageblatt Hhersfelörr KWiMattt Mmtlicher Anzeiger für den Kreis Hersfelö

Nr. 174 (Erster AM) Sonnabend, Ser^S. Dezember 1924

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Um Köln.

8ur Frage der Räumung der Kölner Zone erfährt Reu- rwn gut unterrichteter Seite, daß die britische Re° g erung noch keine Entscheidung über die -naumung, die noch den Bedingungen des Versailler Ver- Myes am 10 Januor 1924 stattfinden müsse, habe her- ^ Zange AnZelegen-heit schwebe noch rn der Lust, da. sie eine internationale Frage darstelle devatungen zwischen Großbritannien und ^llrrertM endgültig geregelt werden könne. Auch E kmne endgültige Entscheidung getroffen werden, be­vor wie ysrtifemlltTiPTfj' G'n.n^nrr^r«^«»;.-.-....... ^_li_

§vv..3L-j.r /^ t^"uue ^-arum ver maumung hange von D^tichümds gutem Willen in der Repavattonsfrage und in o^t^twaffnnngsfrage ab. Was den ersten Punkt arLe- so habe ihm Deutschland durch die Ausfühemig des Dmv^plan^ Mrugt Zum zweiten Punkt fei zu bemerken, äL rtÄÄon durch die alliierten Behörde» während emes beträchtlichen Zeitabschnitts, nämlich während der Be- l«. Die kurze W^Eroufnahme der Inspektion vergangen sei, ^^ ^ ausführlichen und klaren Bericht über die Frage der deutschem Entwaffnung vorzulegen.

.i"^Äinster Gazette« bemerkt zu der Entrüstung, die ^nsn^rr^1 ^ ^x^^P Presse wegen der Meldung des ^l^ffchen Berrchtevstatters des Blattes, daß die Räu-- mung Kölns aller Wahrscheinlichkeit nach im Januar nicht ^^uden werde zutage getreten sei:Die Frage müsse von den Alluerten entschieden werden. Es bestehe Grund zu der

rnc' Enn die Räumung verschoben werde, dies nicht lange dauern werde, und daß, wenn die Engländer

^kLch^.F^ ihre Truppen ebenfalls aus

MMärkontrollstellen zwischen den Brückenköpfen am Rhein.

Seit die Gebiete zwischen den Brückenkönfen Köln, f»M^^

gestellt ist sind im Bereich der Reichsbahn,direktion Frankfurt folgende Militärkontrollstellen eingerichtet worden- Für den Warenverkehr nach der Kölner Besatzungszone in Honnef am Rhern: Buderbach, Herschheim und Niederbach, für den Verkehr mit der Mainzer Besatzuirgszone in Metz: Werft darf, Höchst und Goldstein. Die Kontrolle ist rein militärisch, und erstreckt sich im Personenverkehr auf die Prilftina der Personalausweise und Reisepässe, im Güterverkehr auf die Durchführung des Verbotes der Beförderung von Waffen, Munition und Kriegsmaterial.

Am 7. Januar voraussichtlich erste Reichstags- Mung.

Der am 7. Dezember zu wählende neue Reichstag wird vor Weihnachten nicht mehr zusammentreten. Die endgül- tigen amtlichen Wahlresultate aus den einzelnen Wahlkreisen müssen bis zum 13. Dezember vorliegen. An die Feststellung der in den Wahlkreisen und in den Wahlkreisverbänden ge­wählten Abgeordneten schließt sich die Aufrechnung der Reichsliste. Da zahlreiche Abgeordnete, die auf der Reichs- liste stehen, auch in Wahlkreisen oder Wahlkreisverbänden gewählt werden, muß erst ihre Entscheidung eingeholt wer­den, welches Mandat sie annehmen wollen. Der Reichstag könnte also frühestens am 22. oder 23. Dezember zusammen- treten. Da dieser Zeitpunkt praktisch nicht in Frage kommt, ebenso nicht die Zeit zwischen Weihnachten und' Neujahr, wird der neue Reichstag voraussichtlich zur konstituierenden Sitzung erst am Mittwoch, dem 7. Januar, zusammenkommen. Die Einberufung des Landtages wird einige Tage später erfolgen.

Der Beginn der deutsch-italienischen Handels- veriragsverhandlungen.

Im Palazzo Chigi wurden die deutsch-italienischen Han- dslsvertragsverhandlüngen durch eine Begrüßungsrede Mus­solinis und eine Antwortrede des deutschen Botschafters, Baron Neurath, eröffnet. Die beiden Reden waren absicht­lich farblos gehalten, um jeder unerwünschten Auslegung vorzubeugen. Die kurze Feier hinterließ den Eindruck, daß beide Delegationen den Wunsch haben, die Verhandlungen möglichst schnell und unter billiger Berücksichtigung der In­teressen beider Länder zum Abschluß zu bringen. Die ita­lienische Regierung wünscht noch einige Aenderungen und Ergänzungen in der Liste ihrer Delegierten vorzunehmeu, die deshalb amtlich rroch nicht veröffentlicht ist. Auch der Vorsitzende der Delegation ist noch nicht bestimmt. Die erste Plenarsitzung soll den Arbeitsplan ausarbeiten.

Die 26 pro$. Ausfuhrabgabe.

Nach einer Havasmeldung aus London dürfte die Frage der 26prozentigen Ausfuhrabgabe der Konferenz der inter­alliierten Finanzminister in Paris unterbreitet werden.

Deutschlands Stellung zum Stshttr-nt.

Ueber die Verhandlungen, die zwischen den deutschen französischen Sachverständigen der Schwerindustrie geführt und die bis zum 16. Dezember vertagt wurden, be*

k H^m, es scheine gewiß, daß die Besprechungen zwi- Ichen den französischen und deutschen Vertretern der Schwer- epenmdustrie eine neue Richtung genommen haben, und daß eine Aufteilung der Märkte unter die ver­schiedenen Produzenten jetzt ins Auge gefaßt Erde. Diese Frage gehe aber über den Rahmen der wirt- tdjafthdjen Verhandlungen zwischen den beiden Ländern hin­aus, und es sei wahrscheinlich, daß, sobald endgültige Ergeb- mste erzielt werden, die verschiedenen eisenproduzierenden Lander, wie England, Belgien, die Tschechoslowakei und Polen, über den Gang der Verhandlungen unterrichtet und befragt werden soelln, ob sie sich an einer Zpllorganisation eventuell beteiligen würden.

Die landwirtschaftlichenWirffchÄftsverhandlungen in Paris.

, 3u Paris beginnen jetzt die H andelsvertragsverhand- lungen über landwirtschaftliche Fragen. Als deutscher Sach- verstiindiger ist bereits der Freiherr von Schorlemer in Paris eiugetroffen. Auf ftanzösifchsr Seite wird diesen Fragen be­sonderes Interesse entgegengebracht. Es verlautet, daß die

Sachverständigen gern bereit seien, den deutschen Wunsche» inbezug auf landwirtschaftliche Zölle entgegen- zukonnnen, wenn nur von deutscher Seite die Einfuhr fron- zdfgcher Weine nach Deutschland nicht allzusehr erschwert werde. Jedoch bietet diese Frage große Schwierigkeiten, weil Deust chland im Interesse seines hochentwickelten Weinbaues, der in den letzten^ Jahren bereits schwer zu leiden hatte, nicht rn ver Lage sein, dürfte, Konkurrenz ausländischer Weine ohne weiteres in vollem Unffange z.uzulassen. Auf französischer Seite begehen gerade in der landWirtschastlichen Frage noch viel weitgehendere Pläne. Man hat in französischen Wirt- schastskreisen^ mit Schrecken wahrgenommerr, daß die franzö­sische Landwirtschaft infolge des verhältnismäßig niedrigen Standes ihrer Kultur und vor allem" auch des immer Ehr zunchmenden Mangels an AMMÄchML M-t mehr ivu stanoe ist, «die Mtra-gfäyMert des französischen Bodens voll auszunutzen. Man möchte nun deutsche landwirtschaftliche Sachverständige und Arbeiter in größerem Umfange hnan- ziehen und vor allem in Süddeutschland auf bem dortigen sehr entwicklungsfähigen Boden der ftanzösischen Landwirt­schaft zu neuer Blüte verhelfen. Es wird deshalb von den landwirtschaftlichere OvganisativnM Südstankreichs ein starker Druck auf die Regierung ausgeübt, um die wirtschaftliche und politische Verständigung mit Deutschland zu fördern und die Anwerbung deutscher Landwftte für Südftankreich zu er- möglrchen.

Teilmobilisierung der Sowjet-Armee?

Nach einer Meldung desPetit Journal" aus Stock- Holm scheinen die Sowjets eine Teilmobilisierung der Roten Armee vorgenommen zu haben. Diese Entscheidung soll die Sowjetregierung mit Rücksicht auf die allgemeine gespannte internationale Lage getroffen habe». Außerdem wurde den Industriellen Auftrag gegeben, Kriegsmaterial herzustellen, besonders Giftgase. , >

Das Kommum'stengespenst in Frankreichs

Der Pariser Senatsausschuß des Republikanischen Ver­bandes, dem u. a. auch Poincarö angehört, hat einstimmig beschlossen, die Aufmerksampeit des Senats auf die Gefall der konununistischen Propaganda zu richten, die, wie in der Entschließung festgestellt wird,systematisch im ganzen Lande, in der Armee und sogar in den Kolonien betätigt wird«. Der Ausschuß beschloß, unverzüglich mit den an- deren Senatsgruppen sich über Maßnahmen zur Bekämpfung des Kommunismus zu verständigen. Außerdenr wurde be­schlossen, in ganz Frankreich eine gewaltige Abwehraktion in die Wege zu leiten. Der Fall Sadoul wird von fast allen Blättern als ein Anzeichen der fortschreitenden Verbreitung des Bolschewismus in Frankreich ausgelegt.Journal des Debats« meint, das Kabinett Herriot müsse entschieden für oder gegen die Revolutionäre Stellung nehmen, und da Herriot nicht der Mann sei, der sich zu einem Beschlusse in der einen oder anderen Richtung aufraffen kann, würde er äw besten tun, sich einen ehrenvollen Rückzug zu sichern.

England und Aegypten.

WieDaily Mail-« meldet, hat Lord Allenby dem eng- lischen Kabinett mitgeteilt, daß ägyptische Rationalisten den Entschluß gefaßt hätten, hervorragende Mitglieder des Ka­binetts zu ernwrden. Die Verschwörer hielten sich unter den ägyptischen Studenten in London auf. Der Innenminister Johnson Hick habe daraufhin veranlaßt, daß seine Minister­kollegen Tag und Nacht von bewaffneten Geheimpolizisten bewacht werden.

DerMattn" meldet aus Kairo, daß das ägyptische Par­lament am 9. Dezember aufgelöst wird. Nie Neurvahlen sollen dann 60 Tag«, später stattfinden. Wenn die neue

Kammer dem Ministerium das Vertrauen versagt, wird sie gleichfalls autele.

Die Streikdrohungen der ägypttschen Eisenbahner wer­ben immer ernster.

Sir Geofftey Archer, Gouverneur von Uganda, ist zum Generalgouverneur des Sudan ernannt worden.

Wie Reuter meldet, sind die Pläne für eine weitgehende Entwicklung von Port Sudan, dem Endpunkt des sudanesi- ichen Eisenbahnnetzes am Roten Meer, ferttggestellt. Sie scheu u. a. die Errichtung von Kaianlagen vor und den Bau der in /wendigsten Anlagen für zwei nLU^ityche KohlM. stationen. -

Ehamberlain in pans.

Der englische Staatssekretär des Aeußern, Aasten EychpWlain, ist in Paris eingetroffen und im Namen der französischen Regierung am Nordbahnhof von dem stellver- tretenben Chef des Protokolls begrüßt worden. Tuffen Chamberlain begab sich unmittelbar nach seiner Ankunft m die englische Botschaft, wo er Wohnung nahm. Die erste Be­sprechung Chamberlains mit Herriot fand am Nachmittag «m Quay d'Orsay statt. An der Besprechung nahmen nur die beiden Minister teil. Nach einem Frichstück wurden zur Unterhaltung die beiden Botschafter und der Direktor und stellvertretende Direktor für polittsche Angelegenheiten, La­roche und Seyooux, hinzugezogen. Chambectchn fuljr am Nachmittag nach Rom weiter.

Der deutsch-errgüsche Handelsvertrag.

Der Handelsvertrag zwisthM England und Deutschland Ragt jetzt im Woritaut vor. Er uiujvßt 33 Artikel, aus denen ro-rr die HauptpunEtc hervorheben: Zwischen beiden vertrrvgichliestenden Ländern soll volle Freiheit des Handels und der Schrjj<chrt be­stehen. Die Staatsangehävigen beider Länder sollen sowohl hin­sichtlich der Freiheit, ihrer Person wie ihrer Derufstätigkstt jeg­lichen Schutz genießen. Handel, Schiffahrt und Gewerbe eines jeden der beiden Länder soll denen der mmstbegiinstigtem Natw« gleichgestellt werden. Die Staatsaugehöriggu eines jede« beider^ Länder sollen im Gebiete des anderen Teils volle Freiheit haben, bewegliches und unbewegliches Eigentum jeder Art zu erweDben K^i M -bMML- ^^p^-o^s^h-ch^rtz^e»-Am- e*iweeefleywi8e*r "'s irgendc-lues amdeven ftemdvn^ Landes gestattet ist. Freie Ein- und Ausrei-se soll ihnen gewährt werden sowie freier Anfenchsbt, st weih e. den geltenden Bedingungen und Dorschristen, qenügt. Die Staatsangehörigen eines jeden der beiden Länder ist von jedem zwangsweisen Militärdienst befreit; sofern jedoch eines dor vertragschließenden Teile von den StaatsangehÄnge« mLi- tärifchr Zwangs- und Requisttionsleistamgen fordert, soll diesen die gleiche Entschädig: mg gewährt werden wie den eigenen Stoatsangehörigen, bzw. sollen sie keine ungünstigere Behandlung erfahren.^ In den Gebieten des einen der beiden Staaten erzeugte oder verfertigte und in die Gebiete des arideren von rogendwober eingeführte Waren sollen keine anderen Zoll« oder Abgaben unter­liegen, als die in irgeudeinem anderen Lande eigeitaien gleich­artigen Waren. Die gleiche Bestrmmuing erstreckt sich auf aus- geführte Waren. Artikel 1030 enthalten Souderbestümnunqen für den Handels- und diplomalischen Verkehr zwischen beiden Ländern. Die Bestimmungen des Vertrages sollen weder auf Indien noch auf irgendein^ Dominnrm mit Selbstverwaltung, eine Kolonie oder dergleichen Anwendung finden, jedoch sollen auch diese Meistbegiinstigunq genießen, solange deutsche Waren bei ihnen eine ebenso günstige Behandlung zuteil wird. Der gegen­wärtige Berttag soll ratifiziert werden und die RatisEativns- urkun,den so bald wie möglich in London ausgetauscht werden. Der Derttag wird 5 Jahre in Geltung bleiben. Falls keiner der beiden vctragschlirßenden Teile 12 Monate vor Ablauf dieses Zeitraums dem anderen Teile die Absicht auf Beendigung des Bertoages ocfanntstbi, wird dieser bis Adlguf etws Zahnes in- Kraft bleiben.

Die Gehätter der Mparaiions-Angeftetties.

Die Reparattonskommission hat die Gehälter der mit der Ausführung des Sachverständigenberichtes in Deutsch­land beauftragten Persönlichkeiten festgesetzt. Der General­agent für die Reparationszahlungen bezicht ein Jahrvsgchalt von 190 000 Goldmark, der Eiserrbahnkommissar 106 000 Goldmark, der Reichsbankkommissar 95 000 Goldmark, die anderen Kommissare je 80 000 Goldmark. Das Iahresgchcckt der Treuhänder bettägt 75 000 Doldmark. Die Mitglieder des Uebertragungsausschusses, die nur einmal im Monat zusammentteten, beziehen eine feste MonatsentschästiMMno* je 1500 Goldmark neben den Reisespefe» «fav.

Der Prozeß gegen die fchlefifchen Aufständische«.

Der erste Berhandlungstag des Prozesses gege« Mtt- glieder des Verbandes schlesischer Aufftändischer vor dem Leipziger Reichsgericht wurde mit der Vernchmung der 33 Angeklagten ausgefüllt, die in Deutsch-Oberschlesien wohn­haft, aber sämtlich in Polnisch-Oberschlesien, und zwar z«. meist in Knurow (Kreis Rybnik) beschäftigt sind. Sie sind der Ortsgruppe des Verbandes in Knurow beigetreten, da sie, wie sie übereinstimmend erklärten, sonst ihre Arbeits­stätte verloren hätten. Die meisten Angeklagten bekundete«, sie seien deutsch gesinnt und Hütten von den Zielen des Ver­bandes der Aufftändischeu nichts gewußt. Sobald sie in der Grund u ngoo m ammlung oder in einer in Jdaweiche bei Kattowitz abgehaltenen Versammlung davon etwas gehört hätten, hätten sie sich vom Verband zurückgezogen. Bei der Versammlung in Knurow hätte es sich zunächst nur um eine Protestverfanunlung gegen KündigungW M Heutjl^DW' schlesien wohnerrdex AOMx gModx.lt, ^